Hallo Deepsky Freunde,
„frostiger Flammennebel“ so lassen sich die zwei Beobachtungsnächte zusammenfassen, zu denen mich dieses schöne OdM angeregt hat.
Da klar war, dass ein dunkler Himmel nötig sein würde für dieses Objekt, bin ich in der ersten Nacht, am 18.Jan.2025, erstmals nach gut 4 Jahren wieder zu meinem „guten“ Beobachtungsplatz nahe Iserlohn aufgebrochen. Da ich nicht genau wusste wie nach der langen Zeit dort noch die Bedingungen, die Zufahrt etc. sind, habe ich zu dieser ersten Nacht nur meinen kleinen Refraktor Televue 76 (d:76mm, f:480mm) und ein Fernglas 12x80 mitgenommen. Tatsächlich war dann an diesem Tag dort auf dem letzten Stück zum Beobachtungsplatz so viel vereister Schnee, dass ich ihn nicht unmittelbar mit dem Auto erreichen konnte. Also um 19h20 MEZ mein Auto weiter unten an passender Stelle geparkt und ca. 15min zu Fuß zum Beobachtungsplatz hoch, dann nur mit dem Refraktor im Rucksack und dem Stativ dazu unter dem Arm. Um ca. 19h50 war er aufgebaut, die Himmelshelligkeit war mit SQM-L im Zenit ca. 20,3 mag/arcsec^2 für diesen Platz eher etwas schlechter als normal. In UMi war mit meinen Augen (freisichtig nicht so gut) Zeta (4m3) direkt sichtbar, Eta (5m0) nur indirekt später in der Nacht, als meine Augen gut dunkelangepasst waren. Der Himmel im Norden ist an diesem Beobachtungplatz aber auch mehr aufgehellt als im Süden oder im Zenit. Den Leuchtpunktsucher an einen „hellen Stern“ justiert und beim Blick durch den Refraktor dann gesehen, dass es Mars war. Mit 6mm Okular (80 fach) Phase (noch nicht ganz voll beleuchtet) und angedeutete Oberflächenstruktur sichtbar. Zuerst ein kurzer Blick auf M 42 zum „Eingewöhnen“ (mit 14mm Okular, 34 fach, der 4er Cluster und die Nebelstruktur gut sichtbar). Aber das Ziel war ja NGC 2024, also den Bereich östlich Zeta Ori abgesucht. Dort aber keine Nebelstruktur zu erkennen. Bei Temperaturen von ca. -3°C war es mir inzwischen auch zu kalt, so dass ich kurz vor 22 Uhr wieder abfuhr. Kurz vorher ging die helle Venus am Horizont „gegenüber Mars“ unter. Insgesamt fand ich diese erste Nacht aufgrund der „Expeditonserfahrung“ mit viel Schnee und mit Wieder-Erkunden des Beobachtungsplatzes aber lohnend und es war jetzt klar, dass ich wohl mehr Öffnung für eine Sichtung bräuchte.
So bin ich dann gestern am 1.Feb.2025 bei der nächsten guten Option (klare Nacht angesagt und Sichelmond, der kurz nach 21 Uhr untergehen sollte), mit meinem Hofheim 12 Zoll Dobson (d:300mm, f:1500mm) zum gleichen Ort wieder losgefahren. Um 20h40 MEZ hatte ich ihn fertig aufgebaut. Obwohl der letzte Aufbau bei der Beobachtung vor gut 4 Jahren war, ging dies problemlos. Der Aufbau mit „alle Schrauben werden benutzt“ ist von Herrn Tennigkeit wirklich super geplant. Nur den leichten 2 auf 1,25 Zoll Adapter, den ich für den Hofheim nutze, und auf den meine Okulare parfokal angepasst sind (Radian, untereinander parfokal, und Panoptic, mit Stellringen parfokal gemacht), hatte ich vergessen. Aber die Spiegel Justage per Filmdose (er war kaum nachzujustieren) ging auch mit einem anderen Adapter und mein nützliches Okular sollte heute ohnehin das 27mm Panoptic sein, das als Übersichtsokular (56 fach) prima mit dem Hofheim funktioniert. Kurz noch den Rigel Quickfinder wieder an einem „hellen Stern“ überprüft (der sich diesmal als Jupiter im Okular zeigte 😊) – er war noch gut justiert. Das SQM-L zeigte mit ca. 20,4 mag/arcsec^2 in dieser Nacht etwas bessere Werte als am 18.Jan., die Sichtbarkeit der Sterne in UMi war für mich aber ähnlich. Aber mit der größeren Öffnung wurde NGC 2024 nun sichtbar. Nachfolgend die Skizze unmittelbar aus dem Beobachtungsbuch, nur invertiert und die Graustufen angepasst für eine gute Darstellung hier.
NGC 2024, 12 Zoll f/5 Newton, 56-fach, Westen mit Pfeil markiert; Gesichtsfeld 1,2°; Sterne (insbesondere Zeta Ori) auch außerhalb des Gesichtsfelds mit eingetragen. Zeta Ori mit einem deutlich schwächeren Stern direkt nördlich davon in der hier invertierten Skizze aus dem Beobachtungsbuch oberhalb des Westpfeils.
NGC 2024 war indirekt sichtbar, wenn Zeta Ori aus dem Gesichtsfeld gestellt wurde. Eine „Streifung“ in Nord-Süd Richtung ließ sich erahnen mit einem dunklen Bereich ca. in der Mitte des Nebels. Neben dem 27mm Panoptic testete ich auch noch andere Vergrößerungen (35mm Panoptic und 18 und 14mm Radian) aber die 56-fache Vergrößerung mit 5,4mm Austrittspupille des 27mm Okulars zeigte das beste Bild.
Zum Abschluss gegen 22 Uhr (bei ähnlichen Temperaturen wie am 18.Jan. war es langsam trotz Windstille wieder kalt geworden) gab es noch einen schnellen Blick auf M 42 (toll mit viel Struktur). Beim Abbau noch ein nettes Gespräch mit dem lokalen Jäger im Revier, der mit dem Auto vorbeifuhr. Die Boxen, Taschen etc. zeigten sich beim Abbau deutlich mit Raureif belegt, das Teleskop war aber bis zum Ende der Beobachtung frostfrei. Gegen 23 Uhr Abfahrt.
Insgesamt fand ich die beiden Nächte recht schön. Endlich bin ich mal wieder, auch mit dem 12 Zoll Dobson, zu meinem „guten“ Beobachtungsplatz aufgebrochen. Die Bedingungen waren zwar „frostig“, aber das war auch in sich ein Erlebnis und es wird ja dann im Laufe des Jahres wieder wärmer werden 😊. Das gleiche Objekt mit verschiedenen Geräten zu beobachten finde ich immer spannend, selbst wenn es sich in einzelnen Optiken nicht erkennen lässt (auch das ist ja eine Beobachtung). Danke für das schöne OdM! Es war zwar mit meiner "eingerosteten" Beobachtungserfahrung an der Grenze dessen was ich erkennen kann - aber gerade deswegen spannend.
Schöne Beobachtungen - unter allen Bedingungen - wünscht
Heinz














