Posts by Heinz.H

    Hallo Deepsky Freunde,


    „frostiger Flammennebel“ so lassen sich die zwei Beobachtungsnächte zusammenfassen, zu denen mich dieses schöne OdM angeregt hat.


    Da klar war, dass ein dunkler Himmel nötig sein würde für dieses Objekt, bin ich in der ersten Nacht, am 18.Jan.2025, erstmals nach gut 4 Jahren wieder zu meinem „guten“ Beobachtungsplatz nahe Iserlohn aufgebrochen. Da ich nicht genau wusste wie nach der langen Zeit dort noch die Bedingungen, die Zufahrt etc. sind, habe ich zu dieser ersten Nacht nur meinen kleinen Refraktor Televue 76 (d:76mm, f:480mm) und ein Fernglas 12x80 mitgenommen. Tatsächlich war dann an diesem Tag dort auf dem letzten Stück zum Beobachtungsplatz so viel vereister Schnee, dass ich ihn nicht unmittelbar mit dem Auto erreichen konnte. Also um 19h20 MEZ mein Auto weiter unten an passender Stelle geparkt und ca. 15min zu Fuß zum Beobachtungsplatz hoch, dann nur mit dem Refraktor im Rucksack und dem Stativ dazu unter dem Arm. Um ca. 19h50 war er aufgebaut, die Himmelshelligkeit war mit SQM-L im Zenit ca. 20,3 mag/arcsec^2 für diesen Platz eher etwas schlechter als normal. In UMi war mit meinen Augen (freisichtig nicht so gut) Zeta (4m3) direkt sichtbar, Eta (5m0) nur indirekt später in der Nacht, als meine Augen gut dunkelangepasst waren. Der Himmel im Norden ist an diesem Beobachtungplatz aber auch mehr aufgehellt als im Süden oder im Zenit. Den Leuchtpunktsucher an einen „hellen Stern“ justiert und beim Blick durch den Refraktor dann gesehen, dass es Mars war. Mit 6mm Okular (80 fach) Phase (noch nicht ganz voll beleuchtet) und angedeutete Oberflächenstruktur sichtbar. Zuerst ein kurzer Blick auf M 42 zum „Eingewöhnen“ (mit 14mm Okular, 34 fach, der 4er Cluster und die Nebelstruktur gut sichtbar). Aber das Ziel war ja NGC 2024, also den Bereich östlich Zeta Ori abgesucht. Dort aber keine Nebelstruktur zu erkennen. Bei Temperaturen von ca. -3°C war es mir inzwischen auch zu kalt, so dass ich kurz vor 22 Uhr wieder abfuhr. Kurz vorher ging die helle Venus am Horizont „gegenüber Mars“ unter. Insgesamt fand ich diese erste Nacht aufgrund der „Expeditonserfahrung“ mit viel Schnee und mit Wieder-Erkunden des Beobachtungsplatzes aber lohnend und es war jetzt klar, dass ich wohl mehr Öffnung für eine Sichtung bräuchte.


    So bin ich dann gestern am 1.Feb.2025 bei der nächsten guten Option (klare Nacht angesagt und Sichelmond, der kurz nach 21 Uhr untergehen sollte), mit meinem Hofheim 12 Zoll Dobson (d:300mm, f:1500mm) zum gleichen Ort wieder losgefahren. Um 20h40 MEZ hatte ich ihn fertig aufgebaut. Obwohl der letzte Aufbau bei der Beobachtung vor gut 4 Jahren war, ging dies problemlos. Der Aufbau mit „alle Schrauben werden benutzt“ ist von Herrn Tennigkeit wirklich super geplant. Nur den leichten 2 auf 1,25 Zoll Adapter, den ich für den Hofheim nutze, und auf den meine Okulare parfokal angepasst sind (Radian, untereinander parfokal, und Panoptic, mit Stellringen parfokal gemacht), hatte ich vergessen. Aber die Spiegel Justage per Filmdose (er war kaum nachzujustieren) ging auch mit einem anderen Adapter und mein nützliches Okular sollte heute ohnehin das 27mm Panoptic sein, das als Übersichtsokular (56 fach) prima mit dem Hofheim funktioniert. Kurz noch den Rigel Quickfinder wieder an einem „hellen Stern“ überprüft (der sich diesmal als Jupiter im Okular zeigte 😊) – er war noch gut justiert. Das SQM-L zeigte mit ca. 20,4 mag/arcsec^2 in dieser Nacht etwas bessere Werte als am 18.Jan., die Sichtbarkeit der Sterne in UMi war für mich aber ähnlich. Aber mit der größeren Öffnung wurde NGC 2024 nun sichtbar. Nachfolgend die Skizze unmittelbar aus dem Beobachtungsbuch, nur invertiert und die Graustufen angepasst für eine gute Darstellung hier.


    NGC 2024, 12 Zoll f/5 Newton, 56-fach, Westen mit Pfeil markiert; Gesichtsfeld 1,2°; Sterne (insbesondere Zeta Ori) auch außerhalb des Gesichtsfelds mit eingetragen. Zeta Ori mit einem deutlich schwächeren Stern direkt nördlich davon in der hier invertierten Skizze aus dem Beobachtungsbuch oberhalb des Westpfeils.


    NGC 2024 war indirekt sichtbar, wenn Zeta Ori aus dem Gesichtsfeld gestellt wurde. Eine „Streifung“ in Nord-Süd Richtung ließ sich erahnen mit einem dunklen Bereich ca. in der Mitte des Nebels. Neben dem 27mm Panoptic testete ich auch noch andere Vergrößerungen (35mm Panoptic und 18 und 14mm Radian) aber die 56-fache Vergrößerung mit 5,4mm Austrittspupille des 27mm Okulars zeigte das beste Bild.


    Zum Abschluss gegen 22 Uhr (bei ähnlichen Temperaturen wie am 18.Jan. war es langsam trotz Windstille wieder kalt geworden) gab es noch einen schnellen Blick auf M 42 (toll mit viel Struktur). Beim Abbau noch ein nettes Gespräch mit dem lokalen Jäger im Revier, der mit dem Auto vorbeifuhr. Die Boxen, Taschen etc. zeigten sich beim Abbau deutlich mit Raureif belegt, das Teleskop war aber bis zum Ende der Beobachtung frostfrei. Gegen 23 Uhr Abfahrt.


    Insgesamt fand ich die beiden Nächte recht schön. Endlich bin ich mal wieder, auch mit dem 12 Zoll Dobson, zu meinem „guten“ Beobachtungsplatz aufgebrochen. Die Bedingungen waren zwar „frostig“, aber das war auch in sich ein Erlebnis und es wird ja dann im Laufe des Jahres wieder wärmer werden 😊. Das gleiche Objekt mit verschiedenen Geräten zu beobachten finde ich immer spannend, selbst wenn es sich in einzelnen Optiken nicht erkennen lässt (auch das ist ja eine Beobachtung). Danke für das schöne OdM! Es war zwar mit meiner "eingerosteten" Beobachtungserfahrung an der Grenze dessen was ich erkennen kann - aber gerade deswegen spannend.


    Schöne Beobachtungen - unter allen Bedingungen - wünscht


    Heinz

    Hallo Thomas,


    Deinen Bericht und vor allem die tollen Zeichungen habe ich mit großem Interesse gelesen. Eben habe ich dann mal die Texte dazu (A) im "SkyAtlas 2000.0 Companion" (Beschreibung der Deepsky Objekte zum SkyAtlas 2000.0) und (B) "The Night Sky Observer's Guide" verglichen.


    In (A) heißt es "Pretty faint emission nebula containing a 4' clump of four stars..." - der "4' clump" entspräche ja dann etwas mehr als dem Screenshot aus Aladin und müsste (ABCD), (GF) sowie die beiden Sterne etwas nördlich von (ABCD) und südwestlich von (ABCD) - in Verlängerung der Strecke zu (GF) - beschreiben. - Deine Darstellung ist da auf jeden Fall viel spannender!


    In (B) klingt die Beschreibung für 8/10'' scope: "Nine 7th to 10th, and twenty 11th to 13th magnitude stars are seen against a slight haze" auch nicht sehr interessant. (Die Beschreibungen für 12/14'' und 16/18'' scopes klingen dann schon eher wie Deine Darstellung) - aber Du hast ja mit einem Doson 6'' f/5 beobachtet? - Das motiviert mich dieses Objekt dann auch einmal mit meinem 12'' (Hofheim) Dobson anzusehen. Von Sa auf So soll es ja gutes Wetter geben und fast Neumond - und Kassiopeia fast im Zenit.


    Den BAfK habe ich natürlich auch noch dazu jetzt angesehen: Da klingt es auch so, als wenn man mit 8'' und 12'' schon Einiges sieht - aber Deine Beschreibung motiviert schon deutlich mehr!


    Auf jeden Fall: Vielen Dank für den tollen Bericht!
    Heinz

    Hallo Ralf,


    gerade habe ich einmal Folgendes probiert: Dein Bild mit stark zusammengekniffenen Augen ansehen - dann erinnert es an den Eindruck, den ich visuell von der Kernregion in meinem 12x80 Fernglas hatte; und dann die Augen wieder "öffnen" und die Details sehen, die nur Dein Bild zeigt. Irgendwie faszinierend als Eindruck / Gedanke. Danke für dieses Erlebnis!


    Heinz

    Hallo Kometenbeobachter,


    gestern am 23.10.2024 abends war ein verlässlich klarer Himmel. So bin ich an den dunkleren Beobachtungsplatz noch relativ nah bei mir (ca. 20 km weg) gefahren um den Kometen nicht nur von meinem Balkon aus gesehen zu haben.


    Um 19:45 MESZ hatte ich mein 12x80 Fernglas auf dem Stativ aufgestellt. Den Kometen fand ich bei der Überblickssuche mit dem 8x32 Fernglas gar nicht so leicht, er war nur recht schwach darin zu sehen. Im 12x80 war er aber wesentlich besser und während der Himmel dunkler wurde notierte ich in meiner Zeichnung im Beobachtungsbuch schon einmal die ersten Sterne. Dabei fielen mir die vielen kleinen Satelliten auf, die das Blickfeld kreuzten.


    C/2023 A3 am 23 Okt. 2024, gegen 20 Uhr, Fernglas 12x80, Gesichtsfeld 4,5°, Norden oben, Westen rechts.


    Bis 20:20 MESZ beobachte ich zeichnend weiter, kurz davor war die Sichtbarkeit wohl am besten, danach wanderte der Komet in die von Lichtverschmutzung aufgehellte Horizontnähe.


    Der Anblick im 12x80 war recht schön: Eher kleine Sterne in der Umgebung und der Schweif ca. 2° sichtbar als „Streifen ins Nichts auslaufend“. Vermutlich hätte ich mit besserem indirekten Sehen ihn noch weiter ausgedehnt erkannt, aber zurzeit bin ich etwas aus der Übung.


    Zwischendurch auch noch einmal mit dem 8x32 Fernglas geschaut, dabei erstaunt über den Unterschied: Im 8x32 ist der Komet nur als schwacher Nebelstrich zu erkennen und die umgebenden Sterne sind für mich nicht sichtbar.


    Laut SkyAtlas 2000.0 sind die hellsten Sterne in der Zeichnung ca. 7m0 bis 6m5 und die schwächsten ca. 8m5 bis 8m0. Als Position lese ich ab: 17h7min30sec, +2°50‘.


    Am Ende der Beobachtung wurde es sehr feucht, drehbare Sternkarte und Fernglas-Tasche fühlbar nass. Die Fahrt zum Beobachtungsplatz hat sich gelohnt!


    Weiter schöne, nicht zu feuchtkalte Beobachtungen wünscht
    Heinz


    P.S.:

    Moonchild_27 - sehr toll, Deine Zeichnung vom gleichen Abend zu vergleichen. Und ich merke wie viel weniger ich gesehen habe. Zum Teil liegt das sicher am helleren Himmel. Zu dem Beobachtungsort weiter weg in Iserlohn hat die Motivation gestern nicht gereicht, der wäre noch etwas besser gewesen (SQM Messungen da so ca. 20,5 mag/arcsec^2) an dem Ort gestern (bei Schwerte) habe ich bisher noch nicht gemessen, auf meinem Balkon hatte ich mal so 19,5 mag/arcsec^2. Vermutlich ist es aber die bei mir auch etwas eingeschlafene Beobachtungspraxis - sicherlich im Vergleich zu Dir.


    ReneM - Deine Zeichnung ist auch herrlich. Meine Zeichnungen geben nicht so gut den tatsächlichen Beobachtungseindruck wieder. Ich zeichne ausschließlich vor Ort in mein Beobachtungsbuch. Für die Beiträge hier werden die abfotografiert, gedreht, ggf. gespiegelt und das Graustufenbild wird invertiert und die Helligkeit per Histogramm grob justiert. Auch die teilweise dann großen Sternpunkte sind als Notiz der Helligkeit zu sehen und nicht als Bild im Okular. Die Infos sind auch bei Dir drin, aber der Eindruck am Okular wir durch die sorgfältige Aufbereitung viel besser dargestellt. Ob ich mich auch mal zu so einer "High-Level-Zeichenkunst" durchringen kann? Vielleicht für die Highlights, wenn ich dann auch toi, toi, toi wieder mehr beobachtet habe.


    SabineP - Neben dem Vergleich mit meiner Zeichnung (trotz des großen Ausschnitts möglich!) ist die Katze ganz zauberhaft - sehe ich das richtig, dass sie auch aufmerksam den Kometen beobachtet?

    Hallo Kometengucker,


    heute Abend war der Himmel vor meinem Südbalkon nochmal einigermaßen klar, obwohl das Wolken-Radar in der Wettervorhersage einige Wolkenschleier ziehend zeigte. Dieses Mal habe ich nur mein 12x80 Fernglas auf Stativ aufgestellt, weil in ihm am 19.10. der Komet am besten sichtbar war.


    Um 19:27 MESZ war C 2023-A3 recht schnell im Fernglas gefunden, der Himmel war aber noch recht hell. Etwas später um 19:34 MESZ notierte ich: Himmel dunkler aber mehr Dunst. Eben, um 20:52 MESZ, nochmal ein Blick: Der Komet nur noch ca. 10° über dem Horizont, der Himmel jetzt gut dunkel, durch die Kombination aus Dunst und niedrigerer Höhe über dem Horizont weiterhin der Komet mit Schweif zwar sichtbar, aber wesentlich unspektakulärer als er am 19.10. war. Vielleicht habe ich den optimalen wolkenfreien Zeitpunkt auch verpasst.


    Morgen soll der Himmel laut Vorhersage klarer werden, dann werde ich nochmal schauen ob es hauptsächlich der Dunst war, der den Kometen weniger gut sichtbar machte, oder die Abnahme der Kometenhelligkeit schon so deutlich ist.


    Weiterhin schöne Beobachtungen und klaren Himmel wünscht,

    Heinz

    Hallo Kometenfreunde,


    gestern am 19. Okt. 2024 konnte ich auch endlich C/2023 A3 beobachten. Mit einsetzender Dämmerung begann ich auf meinem Südbalkon die Suche. Die grobe Richtung war kurz nach Sonnenuntergang anhand der untergehenden Venus klar. Allerdings sah es zunächst so aus, als wenn die noch ziehenden Wolkenreste die Beobachtung verhindern könnten, daher war ich auch nicht so traurig doch nicht an einen dunkleren Standort gefahren zu sein. Mit zunehmender Dunkelheit wurde es dann aber besser und mit der VdS Aufsuchkarte (https://nachrichten.idw-online…shan-atlas-am-abendhimmel) und meiner drehbaren Sternenkarte fand ich ihn recht leicht mit dem 8x32 Fernglas. Die Zeichnung ist der Ausschnitt (Gesichtsfeld 3,6°) durch das Panoptic 27mm Okular in meinen Televue 76 (d:76mm, f:480mm).


    Gesichtsfeld 3,6°, Norden oben, Westen rechts


    Im Televue 76 war der Anblick mit dem Panoptic 35mm Okular der Anblick noch besser, die Schweifausdehnung in der Zeichnung gibt auch diesen Anblick wieder. Im 8x32 Fernglas war der Komet deutlich schwächer sichtbar, mit dem 12x80 Fernglas war der Schweif noch etwas weiter ausgedehnt als im Televue 76 mit dem 35mm Okular.


    Gegen 20:30 MESZ wurde die Sichtbarkeit des Kometen dann deutlich schwächer als er in den horizontnahen Dunst eintauchte.


    Anhand der Zeichnung und mit dem SkyAtlas 2000.0 war die Position grob: 16h21m30sec, +2,0° (ich finde es immer eine gute Übung, die Position anhand der Zeichnung selbst zu bestimmen, sie stimmt wohl auch grob).


    Ich bin froh doch noch eine Wetterlücke gefunden zu haben um diesen Kometen dann auch mit eigenen Augen zu sehen.


    Schöne eigene Beobachtungen wünscht


    Heinz

    Guten Morgen Kometenfreunde,


    heute (10.09.2023) habe ich in der Morgendämmerung die vielleicht letzte Chance genutzt meinen ersten und vermutlich letzten Blick auf den Kometen Nishimura zu werfen. Mit der VdS Aufsuchkarte https://sternfreunde.de/2023/0…-fuer-fernglas-und-fotos/ ab 5:00 MESZ an meinem Schlafzimmerfenster hier in Herdecke an der Ruhr, das einen ganz guten Blick in den Nordosten erlaubt, mit nicht zu viel Lichtverschmutzung. Gegen 5:40 hatte ich dann Gamma Leonis (als Doppelstern 2m3 und 3m5 gut identifizierbar) und Zeta Leonis lokalisiert, die zusammen mit dem Kometen ein gleichseitiges Dreieck bilden sollten. Um 5:50 konnte ich dann den Kometen sicher als Nebelfleckchen erkennen, ca. ein halbes Gesichtsfeld (das 4,5 Grad Durchmesser in meinem 12x80 Fernglas hat) über den Baumkronen am Horizont. Um 5:55 MESZ Uhr verschwand der Komet schon in der heller werdenden Dämmerung. Also nur ein wirklich kurzer Blick. An den beiden Sternen Gamma und Zeta Leonis erschien mir die Sichtbarkeit in der Dämmerung mit dem 12x80 deutlich besser als mit dem 8x32 Fernglas, das ich beim Aufsuchen zuerst nutzte. Ob ich den Kometen mit dem 8x32 gesehen hätte, weiß ich nicht.


    Viele Grüße und viel Erfolg für die noch späteren Beobachtungsversuche!
    Heinz

    Hallo Uwe,


    gerade habe ich noch eine kleine Korrektur zu der zweiten Zeichnung gemacht (da stand eine falsche Zahl daran), daher sah ich Deine Antwort. Die Sternfreunde Menden kannte ich noch nicht - ich fahre meistens noch etwas weiter in den Süden. Aber ich habe mir gleich mal die Homepage angeschaut, sieht sehr gut aus. Ich werde mal schauen, ob ich da (z.B. wenn es toi, toi, toi wieder Veranstaltungen gibt) mal vorbeischaue.


    Viele Grüße
    Heinz

    Hallo Deepsky Freunde,


    kurz vor dem letzten Vollmond habe ich ausprobiert, ob sich auch solche Tage noch für Deepsky Beobachtungen nutzen lassen.


    Nach Monduntergang weit nach Mitternacht zur Beobachtung herauszufahren, um dann die Stunden bis zur Dämmerung zu beobachten, ist mir selbst am Wochenende doch zu viel Aufwand. Aber bei einigermaßen sicherem Wetter das Teleskop abends auf dem Balkon aufzubauen und dann den Wecker auf sehr frühe Zeit einzustellen, das geht schon. Und so habe ich am Wochenende 29./30. August 2020 zwei Beobachtungen jeweils in diesen frühen Morgenstunden (ca. 02 MESZ bis 04:30 MESZ) gemacht. Begrenzend ist dann bei mir der „Kleinstadthimmel“. Die SQM-L Messungen zeigten 19,6 bis 19,7 mag/arcsec^2, die Milchstraße ist auch im Zenit nicht gut sichtbar, M 31 ist erst im Fernglas 8x32 gut erkennbar (wobei ich generell mit dem bloßen Auge nicht sehr gut beobachte, meine fst Werte sind auch bei sehr gutem Himmel maximal ca. 6 mag). Beobachtet habe ich mit meinem 8 Zoll f/10 SCT (C8).


    In der ersten Nacht zuerst etwas Einfaches: M 15. Mit 200-facher Vergrößerung ist der Kugelsternhaufen in Einzelsterne auflösbar und bildet mit zwei Feldsternen im Gesichtsfeld ein schönes Dreieck. Es fällt mir auf, dass ich die Balkontür schließen muss, da ansonsten die warme Luft aus der Wohnung die Luft sehr deutlich unruhiger macht – eigentlich war sie ansonsten offen in diesen warmen Nächten, um die Wohnung (dritter Stock, Dachwohnung) abzukühlen.


    Dann etwas Schwierigeres: NGC 7217. Im Übersichtsokular zeigt sich die Spiralgalaxie bei 57-fach als ein kleiner schwacher Nebelfleck. Im Vergleich verschiedener Vergrößerungen lande ich schließlich bei 140-fach für den besten Seheindruck. NGC 7217 ist mit direktem Sehen zu erkennen. Indirekt ist sie heller, zeigt aber auch nicht mehr Detail. Ein kleiner Kern taucht mit indirektem Sehen zeitweise auf.



    NGC 7217, 8 Zoll f/10 SCT, 140-fach, Gesichtsfeld 0,4°, Norden oben, Westen rechts


    Danach das Galaxienpaar NGC 7332 / 7339 aufgesucht. Wieder ist 140-fach die beste Vergrößerung. NGC 7332 ist sicher zu sehen, aber NGC 7339 erkenne ich nicht. In die Skizze im Beobachtungsbuch habe ich dann am Morgen die Position eingetragen, an der sie sein sollte.



    NGC 7332 (NGC 7339 gestrichelt eingetragen – nicht gesehen), 8 Zoll f/10 SCT, 140-fach, Gesichtsfeld 0,4°, Norden oben, Westen rechts


    Die erste Nacht habe ich dann abgeschlossen mit einem Blick auf Mars als es schon heller zu werden schien. Die kleine Skizze dazu habe ich im Vergleich zu einem Foto im Thema:
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=253839
    eingestellt.


    In der zweiten Nacht gleich zuerst eine Nachbeobachtung von NGC 7339 – vielleicht hatte ich ja an der falschen Stelle geschaut? Ich meinte ja auch an dem Stern östlich von NGC 7332 einen schwachen Nebelhof zu sehen... Aber während ich NGC 7332 sicher sehe scheint auch mit dem Probieren verschiedener Vergrößerungen an der Position an der NGC 7339 sein sollte nur ansatzweise eine flächige Aufhellung kurzeitig aufzutauchen. Aber keine Form oder Ausrichtung ist zu erkennen – also: Auf dem Balkon nicht gesehen! Es fehlt vielleicht bei NGC 7339 auch der hellere Kern als „Haltepunkt“, der bei NGC 7332 hilft.


    P.S: Gesehen habe ich dann NGC 7339 in der Neumondnacht vom 19./20. Sept. 2020 an meinem Beobachtungsplatz nahe Iserlohn (SQM-L Messung 20,5 bis 20,6) mit meinem 12 Zoll f/5 Dobson. Bei 150-facher Vergrößerung (aber auch nur mit der – als optimaler Wahl) war die Galaxie als schwache aber auch in der Form und Ausrichtung sichere Aufhellung mit indirektem Sehen erkennbar. Die Zeichnung direkt aus dem Beobachtungsbuch mit daher anderer Ausrichtung.



    NGC 7332 und NGC 7339, 12 Zoll f/5 Newton, 150-fach (SQM-L Messung 20,5 bis 20,6 mag/arcsec^2)


    Jetzt aber zurück auf den Balkon: Gegen Ende der zweiten Nacht, nach der erfolglosen zweiten Suche nach NGC 7339, wollte ich dann doch noch etwas Leichteres für ein Erfolgserlebnis: NGC 7331. Die Zeichnung wieder mit 140-fach am 8 Zoll f/10 SCT. Die Spindelform ist gut erkennbar mit einem schwachen Kern, die schwächeren Feldsterne in der Zeichnung waren zum Teil nur indirekt zu sehen.



    NGC 7331, 8 Zoll f/10 SCT, 140-fach, Gesichtsfeld 0,4°, Norden oben, Westen rechts


    Mein Fazit: Auch solche "Fast-Vollmond" Nächte laden mich (dann eben auf dem Balkon) nicht nur zu Planeten-Beobachtungen ein. Natürlich begrenzt der Himmel das Machbare bei Deepsky Beobachtungen. Aber zuweilen ist es ja auch interessant Nachbeobachtungen dann um Neumond herum bei besseren Bedingungen auf freiem Feld zu machen - so wie ja schon oben erwähnt. Zu den Nächten um den 19. Sept. herum schreibe ich aber (hoffentlich) dann noch mehr später.


    Schöne Beobachtungen - unter allen Bedingungen - wünscht


    Heinz

    Hallo Christian,


    am Ende von Deepsky Beobachtungen habe ich in der Nacht vom 19. zum 20.9. um 01:30 MESZ auch noch einen Blick auf Mars geworfen (12 Zoll f/5 Newton bei 250 fach). Bisher das detailreichste Bild von Mars das ich 2020 beobachtet habe. Meinen visuellen Eindruck habe ich mit einer schnellen Skizze in meinem Beobachtungsbuch festgehalten:



    Aber der farbige Eindruck war eigentlich das schönste an der Beobachtung. Er war am besten ohne jeden Filter und sah genau so aus wie auf Deinem Bild vom 18.09. 22:26 UT. Schön das so vergleichen zu können.


    Viele Grüße
    Heinz

    Hallo Sternhaufenfreunde,


    dieses großartige Objekt und die bereits eingestellten tollen Beobachtungen und Zeichnungen haben mich gestern zu einer dann doch sehr schönen Nacht herausgelockt. Am Abend sah es nämlich wie am Vortag noch sehr nach Zirrusbewölkung aus, aber es schien dann doch weniger zu werden und auch die letzten Satellitenbilder schienen dies anzudeuten. Also los zu meinem Beobachtungplatz nahe Iserlohn.


    Den 12 Zoll f5 Dobson noch in der letzten Dämmerung aufgebaut, dann erstmal iota Cep gesucht. Durch die Rest-Zirren dort noch gar nicht einfach zu orientieren. Um ca. 22 Uhr MESZ zeigt das SQM auch noch 20.1 mag/arcsec^2 im Zenit. Beim ersten Versuch mit dem Dobson von iota Cep aus auf NGC 7510 per Starhopping zu kommen verirre ich mich mehrfach in den doch sehr vollen Sternfeldern. Also zuerst die Gegend um NGC 7510 mit dem 8x32 Fernglas gesichtet und einige prägnante Sternmuster eingeprägt, so wie sie denn wirklich am Himmel (und nicht nur auf der Sternkarte) aussehen. Dann per Peilsucher die grobe Position von NGC 7510 zwischen iota Cep und beta Cas eingestellt und tatsächlich im Übersichtokular bei 56-fach ein eingeprägtes Sterndreieck nahe NGC 7510 erkannt. Von da aus auf Anhieb das wunderschöne kleine funkelnde Dreieck gefunden. Besonders schön ist der Fund, wenn man sich Zenit-nah einige Zeit in Verrenkungen am Dobson abgemüht hat.


    Ich vergrößere weiter bis auf 250-fach, das geht gut und ist für eine Zeichnung die richtige Größe, wenn ich auch oft nachschubsen muss. Um 23:54 MESZ ist die Zeichnung fertig, ich zeige sie hier so wie ins Beobachtungsbuch eingetragen und daneben etwas aufgehübscht (Hilfslinien gelöscht und invertiert).



    NGC 7510, 13.9.2020, 23:54 MESZ, 12 Zoll f5 Newton 250-fach, Norden oben, Westen rechts


    Danach aber nochmal den Anblick im Übersichtsokular bei 56-fach genossen. Die Form erinnert an einen kleinen Kometen aber mit herrlich funkelnden Sternchen darin. Das SQM zeigt jetzt 20,4 – 20,5 mag/arcsec^2. Mit 107-facher Vergrößerung nochmals die Sternpositionen in der Zeichnung und die per Punktgröße notierten Helligkeiten überprüft und letzte Korrekturen angebracht.


    Obwohl der Himmel deutlich besser geworden ist (die Milchstraße ist jetzt auch deutlich besser zu sehen) baue ich ab, weil ich keine allzu lange Nacht machen will. Es kommt dann auch etwas Wind auf (vorher war es perfekt windstill), das macht den Abschied leichter (ist aber wohl auch ein Grund für den besseren Himmel).


    Danke für diesen herrlichen Beobachtungsvorschlag und die geteilten Beobachtungen - und allen noch schöne Neumondnächte ohne zu viel Zirren!
    Heinz

    Hallo Marcus,


    auch ich finde Deine Zeichnung schon sehr perfekt! Unsere beiden Zeichnungen sehen sich ja auch sehr ähnlich - M 27 scheint sich von 2008 zu 2020 gar nicht stark verändert zu haben ;) - Ich finde es sehr spannend, dass wir beide M 27 so ähnlich aufgefasst haben.


    Die ganz kleinen Helligkeitsmodulationen in meinen Zeichnungen gegeben durch den Auftrag mit dem Papierwischer sind auch nicht alle wirklich "gesehen" - da ergibt sich Einiges auch durch die Strichführung und ließe sich in einer Papierversion nur später, oder in einer Reinzeichnung so schön glätten wie in Deinen elektronischen Zeichnungen. Das mache ich aber nicht, sondern lasse die Zeichnungen bis auf kleine Korrekturen an allzu unsauber gezeichneten Sternen so wie am Okular entstanden. Es mag aber auch sein, dass Manches ohne bewusstes Mitspiel des Kopfs den Weg vom Auge durch die Hand auf das Papier findet. Zumindest kenne ich das vom Malen außerhalb der Astronomie (da zumeist mit Aquarellfarben, wo die unkontrollierbaren Anteile noch viel größer sind). Ich sehe aber eigentlich keinen Grund warum das nicht auch beim Arbeiten mit der digitalen Zeichnung so passieren sollte (wenn man es denn als Vorteil sieht). Die von Dir geschilderten Vorteile klingen aber auf jeden Fall alle sehr plausibel. Daher sehe ich es eher so wie man auch zum Beispiel sowohl mit Aquarell- als auch mit Ölfarben herrliche Bilder malen kann.


    Einen „konzeptionellen“ Unterschied in den drei Versionen sehe ich bei der Darstellung der Sterne. Während bei Rolands Zeichnung die Sterne alle sehr klein bleiben (wie ja auch eigentlich im Okular so zu sehen) und die Helligkeitsunterschiede nur durch ganz feine Unterschiede im Durchmesser angedeutet sind, tendiere ich dazu die Helligkeitsunterschiede durch sehr deutliche Durchmesservariationen darzustellen (d.h. die hellen Sterne sind eigentlich viel zu groß gemalt). Mir hilft das, wenn ich später meine Zeichnungen mit Sternkarten oder Fotos vergleiche, es hat wie die „schwarz auf weiß“ Zeichnung eher Dokumentationscharakter als dass ich ein sehr ästhetisches Ergebnis erreichen will. Deine Version, Marcus, scheint mir ein Mittelweg zwischen beiden Extremen, vielleicht ja genau richtig so.


    Den Vergleich von Zeichnungen fortzusetzen fände ich auch spannend. Ich werde versuchen beizutragen, soweit ich passende haben. Eigentlich will ich ohnehin mal meine Zeichnungen, zumindest ab Herbst 2005 (seitdem zeichne ich mit einer festen Kreisschablone für den Okularanblick mit 8,3 cm Durchmesser und in der gleichen Art in meine Beobachtungsbücher), alle gleichartig einscannen – und dann vielleicht eben auch invertierte Versionen erstellen. Mal sehen wie ich da vorankomme – es entstehen (zum Glück!) ja auch immer neue Zeichnungen: So auch in den letzten beiden Nächten, wo ich die letzten klaren Stunden vor der Vollmondphase jeweils für kurze Beobachtungen genutzt habe.


    Viele Grüße
    Heinz

    Hallo Gido,


    nix Großartiges, eben am Ende der Beobachtung, schon etwas müde - kleine Skizze nur damit ich mich erinnere was ich gesehen habe.
    Ich habe sie so ausgerichtet wie Dein Bild:



    Mars 29. August 2020, 04:20 MESZ, 8 Zoll SC (C8), 330 fach, N unten, W links


    Viele Grüße
    Heinz

    Hallo Gido,


    heute Nacht hatte ich gut zwei Stunden Deepsky Beobachtung mit einem kurzen Blick auf Mars um 04:20 MESZ beendet. Im 200 mm SC (C8) bei 330 fach konnte ich das Eis am Pol und die "L" förmige Dunkelzone auch erkennen.
    Der Vergleich meiner kleinen Skizze mit Deinem Bild macht Spaß, Danke!


    Heinz

    Hallo Marcus, hallo Roland,


    bei diesem „Standardobjekt“ und dem Vergleich unterschiedlicher Zeichnungen und Zeichnungsarten (die mir alle gut gefallen) will ich auch gerne mit beitragen. Meine schönste Zeichnung von M 27 konnte ich 2008 auf La Palma mit einem 8 Zoll SC (C8) machen. Die benutzte Vergrößerung war 200 fach. Hiermit waren schwächere Feldsterne sichtbar, und so ist auch das Gesichtsfeld der Zeichnung definiert: 0,3°. Zusätzlich kam aber auch ein UHC Filter zum Einsatz, dieser mit 110 facher Vergrößerung, um vor allem die seitlichen „Ohren-förmigen“ Ausläufer zu sehen.


    Meine Zeichnungen mache ich direkt am Okular mit einem weichen Druckbleistift – direkt benutzt für die Sterne, und per „Estompe“ Papierwischer (geschwärzt an einem kleinen Grafitfleck den ich dazu neben die Zeichnung mache) für die nebligen Strukturen.


    Eigentlich stelle ich die Zeichnungen hier immer unbearbeitet „schwarz auf weiß“ wie gezeichnet ein:



    5. August 2008, ca. 02:00 bis 02:30 Uhr, 8 Zoll SC (C8), 200x, Norden oben, Westen rechts; Gesichtsfeld 0,3°; zusätzlich benutzt 110x mit UHC Filter



    Aber schön sehen die „weiß auf schwarz“ Zeichnungen wie im Okular ja schon aus…
    So habe ich diese jetzt auch mal invertiert. Damit das schön wird – weiße Sterne und fein abgestufte nicht zu helle Struktur in den flächigen Strukturen – braucht es schon ein wenig Aufwand bei der Feinabstimmung des Graustufenhistogramms nach dem Invertieren, deswegen habe ich mir das bisher auch vermutlich immer erspart. Aber es hat ja schon seinen eigenen Reiz:



    Vielleicht mache ich mir ja dann in Zukunft doch diese Zusatzmühe – wobei die unbearbeiteten Zeichnungen ja eher den „Dokumentationscharakter“ haben. Irgendwie bin ich noch unschlüssig – vielleicht stelle ich ja auch nur eine schön invertierte Version (zusätzlich) ein, wenn es ein besonders hübsches Objekt ist?


    Das als mein kleiner Diskussionsbeitrag. Ich bin schon gespannt, ob noch andere Zeichnerinnen und Zeichner hier mitdiskutieren werden.


    Viele Grüße
    Heinz

    Die erste Beobachtungsnacht mit dem 12x80 Fernglas hatte ich schon zum Thema „BAfK“ beschrieben:


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=250791
    (Seite 6, unten).


    Aber ich hoffe der Vergleich der Beobachtungen der gleichen Objekte in der zweiten Nacht mit dem C8 (d = 8 Zoll) ist von Interesse?


    In beiden Nächten war es klar, wenn auch nicht ganz wolkenlos, aber genug Himmel frei, um gut zu beobachten. Fast im Zenit aber doch mit dem 12x80 Fernglas (Gesichtsfeld 4,5°) auf Stativ gut erreichbar stand die Leier - so beobachtete ich dort in der ersten Nacht am 18./19.8. drei Objekte, die im BAfK für Fernglas geeignet angegeben sind:


    Startend um kurz nach 23h MESZ zunächst den Sternhaufen ASCC 101: Wie im BAfK beschrieben die „Vogelform“ schön sichtbar aus einigen hellen Sternen und einigen Ketten aus schwächeren Sternen.


    Dann der Ringnebel M 57: im 12x80 sternförmig sichtbar, zusammen mit zwei Feldsternen ein kleines Dreieck formend.


    Danach noch der Kugelsternhaufen M 56: ausgehend von Gamma Lyrae zu einem Sternmuster das an eine „7“ erinnert, M 56 südlich davon im Mittelpunkt eines kleinen Sternvierecks. Wie im BAfK für Fernglasbeobachtung beschreiben als schwacher Nebelfleck indirekt bis direkt sichtbar.


    Um 23:20 MESZ dann die erste Nacht abgeschlossen mit einer Messung mit dem SQM-L (im Zenit): immerhin 19,5 mag/(Bogensek)^2, gar nicht sooo schlecht für meinen Kleinstadt Süd-Balkon, fand ich.


    Den gleichen SQM-L Wert konnte ich dort auch in der zweiten Nacht 24./25.8. messen, in der ich die gleichen drei Objekte mit meinem C8 (grob d = 200 mm, f = 2000 mm) montiert auf einer Losmandy GM 8 beobachtete.


    ASCC 101 schien mir für das C8 zu groß. Mit meinem Übersichtsokular (Televue Panoptic 35 mm) hat es nur etwas mehr als 1° Gesichtsfeld und ich erkannte die „Vogelform“ nicht so recht. Nachträglich sah ich, dass der Sternhaufen richtig zentriert doch gut hineingepasst hätte – vielleicht hätte ich mir doch etwas mehr Zeit nehmen sollen? Aber ich war auch zu gespannt auf:


    M 56 - diesen Kugelsternhaufen hatte ich mir vor der Beobachtung mit dem 12x80 noch nie angesehen. Er bot natürlich im C8 deutlich mehr Detail. Schon bei 57 fach mit dem 35 mm Okular schien der gut direkt sichtbare Nebelfleck leicht „körnig“. Mit 110 fach (18 mm Televue Radian) die beste Abbildung, obwohl die volle Schärfe jeweils nur in den Momenten guter Luftruhe auftauchte. Eine 140 fache Vergrößerung (14 mm Radian Okular) war schon zu unruhig zu diesem Zeitpunkt – vielleicht war das C8 auch noch nicht fertig ausgekühlt?
    Aber auf jeden Fall war das Bild im 18mm Okular gut genug für eine Zeichnung, die ich von ca. 23:55 bis 0:15 machte. Gezeichnet sind nur die wesentlichen Feldsterne, die leichte Körnigkeit von M 56 ist angedeutet, nahe am Kugelsternhaufen blitzten die 4 schwachen Sterne jeweils indirekt auf. M 56 schien zwei kleine „Ausläufer“ in Richtung SSW und N zu haben.



    M 56, 24./25. August 2020, ca. 23:55 bis 0:15 MESZ, d = 200 mm C8, 110x, Norden oben, Westen rechts, Gesichtsfeld 0,5°


    Ab 0:18 dann noch ein kurzer Blick auf M 57, der über den Sucher eingestellt unmittelbar im 14 mm Okular sichtbar wurde, das für ihn jetzt auch in den Momenten mit guter Luftruhe sinnvoll war. Die Ringform war klar erkennbar, eine bläuliche Scheibe mit einer Dunkelfläche in der Mitte. Um 0:20 wurde das Bild im Okular allerdings blass und dann dunkel – ein Blick an den Himmel zeigte, dass Wolken herangezogen waren.


    Zunächst sollte aber noch kein Regen kommen, und so ließ ich das C8 aufgebaut und hoffte auf einen zusätzlichen Blick auf Mars, der vom Osten her schon höher zog. Das war es mir sogar wert den Wecker auf 03 Uhr zu stellen…


    Tatsächlich war das auch lohnend: In ruhiger Luft, teilweise hinter einem leichten Wolkenschleier (aber gerade dann ist meiner Erfahrung nach das Seeing oft am besten) waren das 10 mm (200 fach) und 6 mm (330 fach) nutzbar und ich konnte nicht nur die Polkappe sondern auch etwas Struktur auf der Planetenscheibe ausmachen. Bis 03:24 machte ich eine kleine Skizze (nachträglich zeigte ein Vergleich mit CalSky, dass ich die Oberflächenstruktur grob richtig gesehen hatte):



    Um 03:40 war das C8 abgebaut und verstaut, da gegen Morgen dann vielleicht doch Regen kommen sollte.


    Insgesamt war auch die zweite Nacht sehr schön. Das Planeten-Extra mitten in der Nacht zwar etwas anstrengend, aber der erste ernsthafte Blick für diese Marsopposition doch zu verlockend. Ich hoffe das versteht man selbst hier im Deep Sky Forum…


    Schöne Spätsommer-Nächte wünscht
    Heinz

    Hallo Mathias,


    mit Deinen beeindruckenden Zeichnungen und der Anmerkung von Rene zu der Materiebrücke bei M 51 habe ich in meinem Beobachtungbuch nach meiner bisher besten Zeichnung von M 51 geschaut, die ich 2008 auf La Palma mit 8 Zoll (einem C8) gemacht hatte (bei 110 facher Vergrößerung). Da hatte ich die Spiralstruktur nur ansatzweise gesehen, hatte aber explizit eine Lücke gelassen zwischen den beiden Galaxien, ganz ähnlich zu Deiner Zeichnung. Man kann die beiden Zeichnungen sicher nicht direkt vergleichen, aber ich fand so Deine Zeichnung sehr spannend.


    Viele Grüße
    Heinz

    Hallo Planetenfreunde,


    nach einer Zeit mit nur seltenen Beobachtungen scheine ich wieder etwas aktiver zu werden. So will ich denn auch mal wieder etwas im Planetenforum schreiben:


    Am 31.7. machte ich eine schöne Spontanbeobachtung. Jupiter und Saturn lockten mich um 21:46 MESZ mit meinem Televue TV 76 (d: 76 mm, f: 480 mm) auf den Balkon. Jupiter mit einem 6 mm Radian Okular angepeilt (80 fach) und die erste positive Überrachung: Ein Mondschatten fast auf dem Zentralmeridian, schön!
    (Bilder wie am Himmel orientiert, Norden oben, Westen rechts)




    Um 22:05 war der Schatten auf dem Zentralmeridian und in der Zwischenzeit grübelte ich: Von welchem Mond war denn der Schatten? Denn etwa 10-15° weiter westlich (d.h. „rechts“) stand der zu 75% volle zunehmende (Erd-)Mond (d.h. westliche, „rechte“ Seite beleuchtet). Also hätte der Schatten ja von dem „rechten“, weiter entfernten Mond sein müssen. Der war ja aber nun wirklich zu weit von der Planetenscheibe entfernt…


    Die zweite Rätsel-lösende Überraschung kam dann 5 Minuten später: Denn um 22:10 fiel mir ein weiterer Mond auf, der an der westlichen („rechten“) Kante aus der Planetenscheibe trat (Pfeil). Von diesem kam also der Schatten!
    (Hier der weiter entfernte Mond nicht mehr mitgezeichnet)



    Um 22:17 war dann der „neue“ Mond deutlich von der Planetenscheibe getrennt. Nach der Beobachtung habe ich die Monde dann in CalSky nachgeschaut. Von Ost nach West („links nach rechts“): Io , Schatten von Ganymed, Ganymed (austretend an Planetenscheibe), Europa (weiter weg vom Planeten, im zweiten Bild weggelassen).
    Schön wenn man die Spontanbeobachtung dann so „stückweise“ versteht.


    Da das Seeing ja leidlich gut war, schaute ich abschließend um 22:25 MESZ auch nochmal auf Saturn. Ich erkenne zumindest den Schatten des Planeten auf dem Ring (Pfeil), den sogar noch etwas besser mit dem 3 mm Radian Okular (160 fach), obwohl zumindest beim vorhandenen Seeing dies schon etwas Übervergrößerung war.



    Manchmal macht auch gerade so eine schnelle Beobachtung mit kleiner Öffnung Spaß!


    Viele Grüße
    Heinz

    Lieber Rene und die anderen Freunde der Nacht,


    Ende letzter Woche kam der BAfK auch bei mir an. Er war dann schon nach der Bestellung vor ein paar Wochen der Anreiz den IsDSA auch anzuschaffen. Nur das Wetter spielte dann zuerst nicht so recht mit. In der Nacht von 18./19.8. war dann aber doch mal eine kleine Lücke mit einigermaßen klarem Himmel. Also kurz vor 23h MESZ das 12x80 Fernglas auf das Stativ und auf den Südbalkon. Im wolkenfreien zenitnahen Bereich lockte die Leier.


    Zunächst das Sternmuster/haufen ASCC 101: Wie beschrieben die „Vogelform“ schön sichtbar aus einigen hellen Sternen und einigen Ketten aus schwächeren Sternen.


    Dann der Ringnebel M57, den ich natürlich schon oft mit verschiedenen Geräten angesehen hatte. Hier eher ein Test des IsDSA. Prima auch der - das „Starhoppen“ dahin mindestens genauso gut wie mit den Detailkarten aus dem Karkoschka, aber jetzt eben in Himmels-abdeckender Weise (und noch eine halbe Größenklasse tiefer – der Karkoschka bis 9m0 in den Ausschnittsvergrößerungen, der IsDSA bis 9m5 flächendeckend). M 57 im 12x80 sternförmig sichtbar, zusammen mit zwei Feldsternen ein kleines Dreieck formend.


    Danach noch der Kugelsternhaufen M56: ausgehend von Gamma Lyrae zu einem Sternmuster das an eine „7“ erinnert, M 56 südlich davon im Mittelpunkt eines kleinen Sternvierecks. Wie im BAfK für FG beschreiben als schwacher Nebelfleck indirekt bis direkt sichtbar.


    Um 23h20 MESZ dann die Beobachtung abgeschlossen mit einer Messung mit dem SQM-L (auch neu angeschafft – nach dem Wiedereinstieg in die Astrobeobachtung nach einigen weniger aktiven Jahren durch Neowise hat jetzt nicht zuletzt der BAfK auch meine DeepSky Begeisterung wieder geweckt…): immerhin 19,5 mag/(Bogensek)^2, gar nicht sooo schlecht für meinen Balkon, finde ich. Eine Idee zu einem kleinen Blendschutz gegen einige lästige Laternen kam mir trotzdem. Aber ebenso die Lust dann auch mal wieder mit mehr Equipment zu meinem Beobachtungsort hinter Iserlohn aufzubrechen (bin schon mal gespannt was das SQM-L da anzeigt).


    Der BAfK macht richtig Spaß, liegt gut in der Hand, die Schriftgrößen sind auch für meine nicht mehr so tollen Augen im Rotlicht gut lesbar. Mit dem Index vorne und den Registern hinten lässt sich schnell die richtige Seitenzahl finden, die Beschreibungen sind genau richtig in Knappheit und sinnvollem Inhalt, und das Zusammenspiel mit dem IsDSA (der auch prima ist) geht super.


    Also ich bin jetzt schon nach dieser allerersten und - natürlich - „kurzentschlossenen“ Beobachtung sehr zufrieden – ein tolles Teil, Vielen Dank!


    Heinz

    Auch ich bin begeistert - jetzt noch viel mehr mit der tollen Animation! Die Dynamik im Ionenschweif sieht super interessant aus, erinnert mich an Schemaabbildungen zum Polarlicht (z.B. Abb.5 in https://www.mps.mpg.de/442044/…gnetosphaere-der-Erde.pdf). Ohne Quellen zu Kometen gelesen zu haben weiß ich aber nicht, ob da wirklich ein direkter Zusammenhang besteht. Nach Wirkung eines Magnetfeldes sieht es aber schon irgendwie aus. Danke auf jeden Fall für die tolle Animation!
    Heinz


    P.S.: Soeben habe ich in das Buch "Kometen - Eine Einführung für Hobby-Astronomen" von Uwe Pilz und Burkhard Leitner geschaut (das ich mir zwar letzthin gekauft, aber ich muss gestehen noch nicht wirklich gelesen habe). Darin wird im Abschnitt "Plasmaschweif" eine Wechselwirkung mit dem solaren Magnetfeld skizziert, die mir tatsächlich ähnlich erscheint wie die beim Polarlicht (bei Letzerem spielt auch das Erdmagnetfeld mit). Das motiviert mich jetzt das Buch wirklich bald mal komplett zu lesen.


    P.P.S: Die Thematik scheint durchaus ein aktuelles Gebiet zu sein, spontan finde ich per Suchmaschine z.B. https://www.lpi.usra.edu/books/CometsII/7028.pdf oder https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1908/1908.00377.pdf

    Hallo Christian,
    tolle Zeichnung! - die mich dazu motiviert dann auch nochmals eine (abschließende?) Beobachtung zu versuchen, wenn es nochmal passend klar werden sollte bei mir.
    Viele Grüße, Heinz

    Da habe ich doch gleich einmal verglichen, was meine Baujahr 2003 Canon PowerShot G5 bei 15sec Belichtungszeit an sichtbaren Sternen geschafft hat. Dazu habe ich das Feld in meinem letzten Post (ca. 7 Beiträge höher) im SkyAtlas 2000 gesucht. Dort ist so grob:


    Das Bildzentrum bei: 9h50m 48°30‘
    die Lage des Kometen: 9h45m 47°00‘
    und die sichtbaren Sterne im Feld haben 5m bis 8m5. (Der Stern im Kometenschweif ist im SkyAtlas 2000 nicht drin – dort ist die kleinste verzeichnete Größe in den Hauptkarten 8m5 – in der Uranometria 2000 sehe ich ihn, dort aber dann auch mit 8m5.)


    Das finde ich jetzt für eine Kamera von 2003 bei einer 15sec Belichtung ohne jeden Aufwand (keine Nachführung) gar nicht so schlecht.
    Nehme ich als Protokollwerkzeug dann vielleicht ab und an dazu – nicht dass ich noch zum Astrofotografen werde… :)


    Noch (letzte?) schöne Beobachtungen an Neowise wünscht
    Heinz

    So viele tolle Fotos und auch (für mich vor allem :) ) Zeichnungen hier! Dann will ich doch auch noch einen weiteren kleinen Beobachtungsbericht beitragen.


    Nach zwei nicht so erfolgreichen Abenden (einmal nur einen kurzen Blick mit bloßem Auge durch eine Wolkenlücke bevor die Wolkendecke zu war, und einmal eine kurze schwache Sichtung nur mit Fernglas möglich durch dünne Schleierwolken) war die Wettervorhersage für den 20./21.7.2020 besser, so dass ich zu einem Beobachtungsplatz nahe Nordkirchen gefahren bin, der im Norden einen dunklen Himmel bietet. Ich war dort schon einmal für die finale Beobachtung der Supernova in M101 im Oktober 2011.
    Siehe ganz unten in diesem Thread:
    http://www.astrotreff.de/topic…HIVE=true&TOPIC_ID=123303


    Obwohl der Himmel bei Ankunft um 23:30 MESZ noch nicht ganz dunkel war konnte ich Neowise mit dem bloßen Auge direkt schwach und indirekt recht gut zu sehen. Während der Himmel dunkler wurde habe ich mein Televue TV76 und mein Vixen 12x80 Fernglas aufgestellt, sowie ein paar Fotos mit meiner schon etwas älteren Canon PowerShot G5 (Baujahr 2003) erstellt.
    https://www.digicammuseum.de/k…ra/techdata/powershot-g5/


    Bei 15 sec (maximale Belichtungszeit) und 200 ASA war das Bild besser als bei 400 ASA, dort war das Rauschen bereits zu stark. Eigentlich beobachte ich nur visuell, daher ist das Ergebnis nicht vergleichbar mit den anderen Fotos hier (auch die Bildverarbeitung ist sicher nicht ausgefeilt, ich habe nur die Helligkeit bei dieser Einzelaufnahme skaliert) Aber als Vergleich mit der visuellen Beobachtung erwies es sich doch als ganz interessant (siehe unten).


    Um 0:05 zuerst dann ein Blick durch das 8x32 Fernglas, in dem der Schweif über fast 3/4 des Gesichtsfelds von 7,4° erkennbar war.


    Von 0:10 bis 0:22 nahm ich mir dann Zeit für eine Zeichnung mit dem 12x80 Fernglas auf Stativ. Ich zeige die am Fernglas entstandene Zeichnung im Vergleich mit dem entsprechenden Ausschnitt aus dem Bild der Canon PowerShot G5. Obwohl das Letztere recht verrauscht ist kann man sehen, dass ich die Feldsterne in der Zeichnung ganz leidlich positioniert habe – und dass die betagte Kamera nicht mehr sieht als meine ebenfalls betagten Augen im 12x80 :)



    Links: Zeichnung entstanden am 12x80 Fernglas (Gesichtsfeld 4,5°), 21.7.2020, 0:10-0:22 MESZ,
    Rechts: Entsprechender Ausschnitt aus Bild mit Digitalkamera kurz davor ca. 0:00 MESZ (Canon PowerShot G5, Baujahr 2003)


    Abschließend dann noch eine kurze Beobachtung mit dem TV76 Refraktor (76 mm Objektiv, 27 fach mit einem 18 mm Okular). Deutlich sichtbar damit, dass die östliche Begrenzung (in der wie am Himmel ausgerichteten Zeichnung die linke Begrenzung) schärfer aussieht als die westliche. Der Kern erscheint weitgehend punktförmig.


    Dann kommt leider wieder Schleierbewölkung auf – im 8x32 erkenne ich den Schweif nur noch über ca. 1/4 des Gesichtsfelds um 0:34 MESZ, also Zeit für die Heimfahrt. Immerhin habe ich wohl das Zeitfenster für die Zeichnung im 12X80 gut erwischt.


    Allen noch weitere schöne Beobachtungen, wünscht
    Heinz