Posts by AchimS

    Ein Astro Reisestuhl 


    nachdem mein alter Astrostuhl nur noch als Sondergepäck für safitg Aufpreis im Flieger transportiert wird habe ich mir einen neuen gepastelt, primär aus 30 x 15 x 2 mm Alustangenprofil. 2 Klappschanieree ermöglichen diesen in 15 Sek. zusammenzulegen, aufstellen dauert länger ... 30 Sekunden :)


    Ich habe handelsübliche Scharniere verwendet, da ich nichts halbwegs günstiges richtig stabiles gefunden habe. Für mein 75kg sind diese ausreichend dimensioniert, für 100kg wären die aber ggf. zu schwach. Materialkosten betragen < 20 Euro. Zusammengekappt ist der Stuhl 60cm lang, bei 2,0kg.


    Anbei ein paar Bilder. Bei Fragen: fragen ...


    Viele Grüße Achim








    Hallo,


    nach langer Pause will ich wieder bezüglich Spiegelherstellung und Vermessung aktiv werden. Als letztes hatte ich - in Kombination mit einem Bath-Interferometer - mit OpenFringe V14.1 von Dale Eason gearbeitet.

    Ist die Version noch aktuell? gibt es mittlerweile eine andere (geeignetere) Free-Software?

    Viele Grüße

    Achim

    Hallo,


    @ Jürgen: vielen Dank fürs Verschieben - ich hatte nach dem Posten gemerkt das ich im falschen Sub-Forum war aber keine Möglichkeit gefunden dies selbst zu korrigieren.

    Auch so freut es mich sehr von dir zu hören, Ich meine wir kennen uns schon aus einer Zeit vor deinem Umzug auf die Insel (Stichwort Albiero).


    @ Peter: ich habe eines der alten SQM, gekauft in 2007, damit ohne Linse. Ich messe im Zenit, Mir ist auch der Effekt der jeweiligen Sternzeit bewusst, bei unseren Rahmenbedingungen ist der Einfluss (leider) nicht so groß. Bei Bortle 1 macht das am Südhimmel schon viel aus, 'nur' 21,4 mit Milchstraße im Zenith vs 21,85 ...



    Viele Grüße


    Achim
    p.s. vor ~ 15 Jahren hatte ich bezüglich SQM eine Excel-Korrekturtabelle in Abhängigkeit zu Sternzeit erstellt, dazu Isophoten-Grafiken ausgewertet. Das ist dann in der Versenkung verschwunden

    p.p. s. ich habe jetzt dauerhaft mehr Zeit die es sinnvoll und mit Freude zu nutzen gilt ;)

    Bericht vom 19/20.05.2022; 23.00h – 02.10h

    Ausrüstung: Newton-Teleskop, Öffnung 428mm, Brennweite 1830mm, (f/4,25) Adler; Dobsonmontierung


    verwendete Okulare: 21mm (87-fach); 13mm (141fach), 10mm (183fach), 8mm (229fach), 6mm (305fach) – Ethos-Serie

    Ort: Freies Feld, ca. 800m SSW von Beerbach, ca. 395m ÜNN

    Temperatur: 23.00h + 12 C ; 02.10h + 8 C

    Seeing: 2-3


    Wetter: morgens klar, ab Mittag zunehmend Quellwolken bis max. 2/8; spät nachmittags wieder aufklarend


    Beobachtete Objekte

    Galaxien:


    VIR: M61

    COM: NGC4559

    CVN: NGC4627, NGC4565, NGC4631, NGC4656, NGC4657, NGC4244, NGC4490/85

    UMA: M101, M51, NGC5195, NGC5198

    Planeten: -

    Plantetarische Nebel: M57, NGC6572

    Gasnebel: -

    Sterne: -

    Kugelsternhaufen: M3, M13

    Quasare: LB19


    Es ist schon fast 3 Jahre seit meinem letzten BB her, wenige Beobachtungen und keine Zeit (Faulheit), mal sehen ob dies wieder besser wird 😊


    Nils und ich treffen uns das erste Mal in dem Jahr an ‚meinem‘ Beobachtungsplatz, beim Chatten schreibe ich ihm ‚Ende astronomische Dämmerung gegen 22.25h‘ – als ich um 22h losfahre, ist es aber noch relativhell. Beim Fahren Richtung O ‚dämmert‘ es mir: In der Planetariums-Software war noch mein letzter Urlaubsstandort (Valverde, Kanaren) eingestellt. Bei uns wird es erst gegen 23.50 richtig dunkel. Da bleibt viel Zeit für anderes – positiv denken…

    Gegen 23.10h kommt Nils, ich selbst habe gegen 23h mit dem Beobachten begonnen, diese Nacht gibt’s – mit einer Ausnahme – nur Paradeobjekte.


    Noch nicht ganz dunkel bietet sich ein Kugelsternhaufen zu Beginn an:


    M3 - GC – CVN - (mag 6,1 ; 18‘) SQM20,80

    ein guter Einstieg bei der Restaufhellung. Ich hatte zum Aufsuchen das 13er Oku im OAZ gelassen, kein Problem, sieht man den GC ja schon im 8*50 Sucher eindeutig. Wow – es sprenkelt und prasselt, die hellsten Sterne werden mit mag12,7 angegeben, diese mit leicht gelblichen Farbcharakter. Im 10er wird es noch besser, der Hintergrund dann merklich dunkler. Der leicht länglich wirkende glosende Kernbereich ist mäßig konzentriert. Seeing ist o.k. – ich lasse es bei max. 180fach.

    Der GC ist ca. 33000 LJ von uns entfernt, auf den scheinbaren Durchmesser von 180 Lichtjahren verteilen sich ca. 500k Sterne.


    Nach einem Plausch mit Nils geht’s nach Virgo – im Unterschied zur Beobachtung vor 3 Wochen tauche ich nicht in den GX-Haufen ein, nur eine GX wird eingestellt, ca. 5 Grad oberhalb von Eta Vir


    M61 - GX – VIR - (mag 9,5; 6,9 * 6,6‘) SQM 21,05

    ich bleibe ca. 15 Minuten bei dem Objekt, mache eine Skizze. Es zeigt sich für mich eine rundliche Außenkontur mit zwei Ausbuchtungen (gegen 1h und 7h), ein merklich heller Zentralbereich in einem mäßig breiten Balken, der in einen fast ringförmigen Bereich übergeht. Knapp außerhalb des ‚Rings‘ ein mag 14 Feldstern auf 10h. Bei M61 handelt es sich um ein gigantischen Spiralarm-Mitglied am südlichen Rand des Virgo-Supersternhaufens, 110k LJ im Durchmesser, ca. 65 Mio. LJ entfernt.


    Nun ist mir nach Uralten Photonen, zum Aufsuchen fahre ich nur kurz NGC4565 an (das wäre ein Frevel, hätte ich diese nicht kürzlich ausgiebig beobachtet. Ca. 2 Grad unterhalb der Stern 31 und 30 COM ist schnell das Zielgebiet eingestellt, es soll


    LB19 - QSO – COM - (mag 15,6, z=2,043) SQM 21,12

    gefunden werden. In nur ca. 7 Bogenminuten Abstand ein Mag7 Feldstern – der markiert den Zielbereich eindeutig. Eine leicht nach unten links gebogene 3er Sternenkette (mag11,5 – 13,7 – 14,6) gen 8h von dem Feldstern ausgehend ist im 13er gut zu erkennen. Für den QSO brauchts dann mehr Vergrößerung, 10er, dann 8er – bei 230-fach ist es dann eindeutig, indirekt stabil, direkt schon zu 80%. Ca. 2‘ gen 3h vom obersten (mag 11,5) Feldstern ein Lichtfünkchen. Die Photonen waren ca. 11 Milliarden Jahre unterwegs, um nun auf meiner Netzhaut kleine Impulse anzuregen – da bekomme ich Gänsehaut. Was für unvorstellbare Energiemengen wurden da(mals) freigesetzt. Dieses Objekt liegt definitiv in der Reichweite von 14 Zoll, ggf. auch von 12 Zoll Teleskopen.


    Kleiner Hinweis: vor mittlerweile 20 Jahren hatte ich ein kleines Beobachtungsprojekt zu ‚High Redshift QSO‘ erstellt, einer Liste von 30 Objekten (z > 1,5 damit ein Lichtlaufzeit von ~ 10Mrd Jahren und mehr). Bei Interesse hier ein Link . Weiter geht’s gen NO, bis auf 62 Grad hoch zur Silver Needle ..


    NGC4244 - GX – CVN - (mag 9,9, 16,2 * 7,2) SQM 21,22

    Sitznahme Silver Needle. Beeindruckend groß, eine GX in Edge, on – ohne zentrale Bulge. Visuell extrem lang gestreckt, ca. 8:1. Relativ hohe Flächenhelligkeit, recht gemottelt. Ein zentrales Staubband kann ich nicht wirklich ausmachen, jedoch eine deutliche Helligkeitszunahme im inneren Bereich. Die GX steht schräg, von NO nach SW im GF, Ich lasse diese mehrfach zunächst im 13er, dann im 10er durchlaufen. In der ‚unteren‘ Spitze ein ca. mag 14 Feldstern, ca. 1‘ daneben ein weiteres Lichtfünkchen. Die GX ist ein Mitglied der CVN-GX-Gruppe und ca. 14 Mio. LJ entfernt.


    Die Milchstraße kommt im Osten langsam hoch, Cynus liegt quer. So deutlich konnte ich diese – abgesehen vor 3 Wochen – bei uns sehr lange nicht mehr sehen.

    Ich versuche Langzeitbelichtungen mit dem Smartphone. Mangels Stativs stelle ich es einfach auf den Boden und lehne es an – geht auch 😊


    Nils nebenan hat ein Problem: beim Telrad sind die Batterien leer – mit dem Winkelsucher kann man sich wunderbar in der Zielregion orientieren, nur muss man dort erst hinkommen. Da geht einiges der Beobachtungszeit verloren.


    So beobachten wir dann ein paar Objekte primär mit meinem Dobson.


    Auf halben Weg von der Silver Needle Richtung Beta Com ist ein Brummer schnell eingestellt:


    NGC4631 - GX – CVN - (mag 8,9; 14,4 * 2,2‘) SQM 21,25 mit

    NGC4627 - GX – CVN - (mag 12,3; 2,4 * 1,7‘) SQM 21,25

    beindruckend groß und auch flächenhell, voll von Details, hellere Knoten und faserigen Strukturen, die kleine Begleit-GX elliptisch, leicht deformiert, beide Hauptachsen einen ca. 80 Grad Winkel bildend. Im 10er dehnt sich die GX über mehr als die Hälfte des 100 Grad GF. Beide Objekte stehen in ca. 24 Mio km Entfernung, sind auch im ARP-Katalog (Nr. 281) zu finden.


    Fast in unmittelbarer Nähe ein weiteres GX-Paar:


    NGC4656 - GX – CVN - (mag 9,5; 6,5 * 0,7‘) SQM 21,25 mit

    NGC4657 - GX – CVN - (mag 12,4; 1,3 * 0,6‘) SQM 21,25

    erstere deutlich blasser, bei guten Bedingungen wie in dieser Nacht aber auch recht einfach zu finden. Die große NGC4656 nahezu edge-on steht fast senkrecht auf der Spitze im GF, die äußeren Bereich unterhalb des unruhigen, leicht knotigen länglichen Zentralbereichs deutlicher als die oberen. An der unteren Spitze schließt die kleine NGC4657 als kleiner Haken gen 4h orientiert an. Es zeigen sich mehrere Lichtknoten, inhomogen – als wären es mehrere sehr kleine Objekte. Die beiden GX interagieren nicht, da 4656 ‚nur 17 Mio LJ, 4657 dagegen 28 Mio LJ entfernt ist.


    Weil wir bei GX-Paaren sind, gleich noch eines, wieder in CVN, nur ein gutes Grad von Beta CVN entfernt


    NGC4485 - GX – CVN - (mag 9,3; 6,7 * 1,6‘) SQM 21,25 mit

    NGC4480 - GX – CVN - (mag 12,2; 2,0 * 1,3‘) SQM 21,25

    unter dem Spitznamen Cocoon bekannt. Es handelt sich um zwei Spiral-GX, welche wechselwirken und die größte Annäherung bereits hinter sich haben. In der ‚Brücke‘ gibt es eine riesige Anzahl von Sternentstehungsgebieten (so nachzulesen). NGC4485 zeigt sich leicht S-förmig gebogen mit fetter Mitte, sehr unruhig mit kleinen Lichtknötchen, NGC4485 eher oval. Für mich im GX mit einer Lücke dazwischen, die Brücke kann ich nicht geschlossen wahrnehmen.


    Nils kämpft mit der Grobeinstellung zu M101, so stellen wir die bei mir ein.

    Im Schnellen: diese Nacht sehr deutlich, auch die Spiralarme unmittelbar identifizierbar mit feinen Lichtknötchen, das hellere Zentrum seitlich versetzt, danach das Traumpaar M51 / NGC5195 – zigmal beschrieben – einfach zu genießen, da weiß man, warum man diesem Hobby frönt, so schön!


    Der Blick schweift, es geht Richtung Sommerhimmel, das Sommerdreieck schon dominant, Deneb, Altair und Vega. Als Abwechslung zu den vielen GX’en wird ein PN eingestellt, ‚der‘ PN:


    M57 - PN- LYR - (mag 9,4; 1,4 * 1,0') SQM 21,28

    Recht hell und deutlich der Vordergrundstern dicht am Ringnebel, nadelfein. Das Seeing ist o.k. Steigere auf 228-fach. Gut sind die gegengleichen, etwas ausgefransten Stellen des Ring-Außenbereichs detektierbar. Es taucht auch der Zentralstern auf. Nicht direkt-stabil, indirekt auch nur Blickweise, aber immerhin


    M13 ist mit bloßem Auge als verwaschener Fleck erkennbar, wird eingestellt und das Glitzern und Funkeln genossen. Es ist gegen 2h, Nils fängt an abzubauen (wobei er in seinem alten Camper erst mal vor Ort ein paar Stunden schlafen will) – mir ist noch nach einem hellen Objekt, hoch im Ophiucus


    NGC6572 - PN- OPH - (mag 8,0; 0,3 * 0,2') SQM 21,28

    Viel kleiner als der Ringnebel, trotzdem deutlich heller, und vor allem: bunt! Im 13er ein kräftiges Türkis, da zeigt sich eine nur leicht ovale helle kleine Scheibe. Mit steigender Vergrößerung nimmt der Farbeindruck ab, im 6er nur noch leicht hellblau. Sehr schon zeigt sich der Unterschied zwischen Stäbchen und Zäpfchen: Fokussiere ich mich auf das Zentrum des PN erscheint dieser viel kleiner, aber bunt, beim indirekten Blick deutlich flächig, merklich größer aber nur grau. Das wars für die Nacht.


    Beim Einräumen merke ich: die Autoscheiben sind gar nicht beschlagen, beim Losfahren zeigt die Anzeige 8 Grad, hier auf der Anhöhe blieb es relativ mild, in den Senken auf der Fahrt zurück sind es teils nur 5 Grad mit einzelnen ersten Nebelschlieren.


    Es hat Spaß gemacht.


    Sternenfreundliche Grüße von Achim

    Hallo,

    in meinem schlecht organisierten Notiz-Archiv konnte ich auf die Schnelle nur eine Beobachtung ausmachen:

    am 26/27.09.2008, mit Adler, meinem 17 Zoll f/4,2 Dobson


    NGC5907 – GX - DRA (10,3 –13,3; 11,8’ * 1,3’) SQM 21,16

    Für mich eine der schönsten Spindelnüberhaupt, markant das Fehlen einer Bulge. Von 2h nach 8h liegt die GX schräg im riesigen 13er GF. Ich greife dann zum 7er: 260-fach.Wunderbar lässt ich das gemottelte Staubband längs der Hauptachse, oberhalb erahnen. Im 5er bei 366-fach durchschneidet die GX daskomplette Gesichtsfeld. Knapp oberhalb der GX. Außerhalb des Halos ein ca. Mag 14 Vordergrundstern, ein weiterer markanter am – im GF – linken
    Ende, unterhalb.


    Viele Grüße

    Achim

    Hallo Gerd,

    ich hatte dummerweise im falschen Unterforum eingestellt, das dann gleich (zu spät) gemerkt. Gestern dann noch Stathis angeschrieben und gebeten, den Beitrag zu verschieben.



    Es gibt mehrere Beerbach in der Region, 'meines' ist etwas südlich von Dietersheim, Der Beobachtungsplatz auf einem kleinen Höhenzug. Koordinaten: 49.5318, 10.5582

    Bezüglich Lichtverschmutzung sieht man ab und an tief im Westen Illesheim, wenn dort der Fluhafen beleuchtet wird (das dann aber i.d.R. nicht lange. Von O über S bis W mit 0-Grad Horizont und am Horizont ohne jegliche Störung. Gen N habe ich einen Wald im Rücken, dort ist der Blick ab ca. 20 Grad frei.


    Viele Grüße

    Achim

    Hier Teil 2: bei mehr als 10.000 Zeichen gibts eine Fehlermeldung. Bilder mit Zig MB an Datenvolumen sind scheints i.O. (sorry für den kleinen Seitenhieb ;) )


    Jetzt peile ich deutlich höher, will es farbig, dazu zum Carbonstern


    DS Pegasi – PEG – mag 6

    ein veränderlicher in gut 2000 LJ-Entfernung; über 180 Tage mit Helligkeitsschwankungen von mag 5,5 bis Mag7. Mit 17 Zoll Öffnung orange, bei kleineren Öffnungen sicherlich deutlich rötlich, die Leuchtkraft ca. 1300-mal so hoch wie die heimische Sonne. Hmm … hatte mir mehr Farbe erhofft. Dabei fällt mir ein DS mit hohem Farbkontrast wieder ein:


    Albireo (Beta 1 / 2 Cygni), mag 3,1 und 4,7

    der Kopfstern des Schwans. Erst im 13er, dann gleich im 6er: zwei leuchtende bunte Edelsteine. Der deutlich hellere in zartem Orange mit 3 deutlichen Spikes, wie ich diese sonst kaum beobachtet hatte, der weniger hellere bläulich in Richtung des (wegen des Sterns) fehlenden 4. Spikes. Wow – sehr schön! Auf 60 Grad Höhe auch bei gut 300-fach sehr fein, sehr hell und nur wenig vom Seeing ‚aufgeblasen‘; ein wirklicher Genuss; Mit 35‘‘ Abstand weit separiert; ob das Paar einen Physischen Doppelstern darstellt, ist nicht bekannt, falls ja dann mit extrem langer Umlaufzeit.


    Jetzt noch etwas Galaxien. Andromeda steht halbhoch im Osten, betrachte zunächst im 8*50 Sucher;


    M31 / M 32 / M110 – AND – SQM21,0

    dort so hell und groß wie wenige andere GX’en sonst im Hauptinstrument, dann im 13 Oku sind jeweils nur kleinere Teilbereiche von M31 erfassbar. Gut jedoch der Kontrast von Flächig-hellen Zentralbereich zu einer Dunkelwolke / Arm im GF unterhalb des Zentrums. M32 gewohnt sehr hell, massiert; M110 eine zart glosende Ellipse ohne Strukturen. Wenn auch schon zigmal betrachtet immer wieder gerne genommen, auch und vor allem zum entspannten betrachten.


    NGC7331 - GX – PEG - (mag 9,2 9,3 * 3,8‘) SQM 21,0

    ist auch entspannt aus knapp 50 Mio. Lichtjahren Distanz erfassbar. Ähnlich von der Größe und Helligkeit zu unserer eigenen Galaxie, so ist in der Nachbearbeitung zu lesen. Östlich finden sich 4 kleinere Begleit-GX in die 7331-Gruppe, für mich sind davon 2 (rechts in GX 7335 etwa in GX-Längsachsengröße entfernt und 7340 in davon 3facher Distanz) im 13er gut erhaschbar. Die GX selbst deutlich länglich, fast 3:1 fast senkrecht im GF stehend, deutliche längliche Aufhellung mit Zentralblob leicht links versetzt.


    Mein letztes DeepSky-Objekt der Nacht wird das bekannte


    Stephans Quintett (NGC 7317/18(A+B)/19/20) - GX – PEG - SQM 21,0

    wie der Name schon andeutet eine 5er Gruppe von lichtschwachen Galaxien. Vier der fünf sind gravitativ gebunden, die 5. Steht sehr weit im Vordergrund, ist nur ca. 40 Mio LJ entfernt, die Anderen in über 200 Mio. LJ Distanz. Leider ist der Himmel nicht so dunkel wie ich es in der Vergangenheit häufiger hatte, so bleiben die GX’en nur verwaschene Flecken mit graduellen Helligkeitsunterschieden, deutlich als Gruppe bemerkbar, jeweils zwei ineinander übergehend. Das gute Seeing hilft die akzentuierten Vordergrundsterne von den GX’en mit teils markant hellen Zentren zu unterscheiden.

    Jetzt können die Augen verblitzt werden, ab zu


    Jupiter – Mag -2.9

    Aua! So hell, dass es schmerzt. Das Auge hat einen hohen Dynamikbereich – trotzdem ist es zunächst sehr unangenehm. Ich vergrößere, um das Licht auf eine größere Fläche zu verteilen. Im 8er bei 230-fach, dann im 6er bei 300-fach wird beobachtet. Markant die 4 Galiläischen Monde rechts im GF, am hellsten der am weitesten außenstehende Ganymed mit mag 4.5. deutlich die Äquatorialbänder, vor allem dominant das NEB. Ein Graufilter wäre nicht schlecht – habe ich nicht dabei. So nehme ich den OIII. Nun intensiv Türkis-grünlich, aber mit recht scharfen Kontrasten. Frappierend: ohne Filter fällt der GRF kaum auf, mit OIII dann extrem deutlich, wie auch das NEB. Das hatte ich so nicht erwartet. Ein würdiger Abschluß.



    Beim Einräumen merke ich: die Autoscheiben sind gar nicht beschlagen, beim Losfahren zeigt die Anzeige 9 Grad, hier auf der Anhöhe blieb es relativ mild, in den Senken auf der Fahrt zurück sind es teils nur 4,5 Grad mit einzelnen Nebelschlieren und Wolken. Es hat Spaß gemacht.

    Sternenfreundliche Grüße … vor allem an jene die bis zum Schluss durchgehalten haben 😉

    Ausrüstung: Newton-Teleskop, Öffnung 428mm, Brennweite 1830mm, (f/4,25) Adler; Dobsonmontierung


    verwendete Okulare: 21mm (87-fach); 13mm (141fach), 10mm (183fach), 8mm (229fach), 6mm (305fach) – Ethos-Serie


    Ort: Freies Feld, ca. 800m SSW von Beerbach, ca. 395m ÜNN

    Temperatur: 20.50h + 10 C; 23.20h + 8 C

    Seeing: 2-3

    Wetter: morgens klar, ab Mittag zunehmend Quellwolken bis max. 2/8; spät nachmittags wieder aufklarend


    Beobachtete Objekte

    Galaxien:

    Cyg: NGC7013

    AND: M31, M32, M110

    PEG; NGC 7331, NGC7335, NGC7334, NGC 7340; Stephens Quintett (NGC 7317/18(A+B)/19/20)

    Planeten: Saturn, Jupiter

    Plantetarische Nebel: NGC7009 (Saturn Nebula), NGC7293 (Helix-Nebula)

    Gasnebel: Cirrus-Komplex (NGC6966/90/95)

    Sterne: DS Peg, Albireo

    Kugelsternhaufen: M72


    Eine Woche mit Schlafdefizit: Geburtstagsfeiern am Dienstag und Mittwoch, Nackenproblemen welche den Schlaf weiter beeinträchtigten. Trotzdem will ich raus, will die Ruhe, Einsamkeit unter klarem Himmelszelt genießen. Ich belade das Auto gegen 19h, (Rockerbox zum Temperieren in den offenen Schuppen) dann versuche ich ein kleines Nickerchen; döse meist, jedoch scheinen auch ein paar Minuten Schlaf dabei gewesen zu sein, ich bin dann tatsächlich recht munter beim Beobachten. Erstmals nehme ich meine neue EQ-Plattform mit, die besitze ich gut einen Monat, habe dies an eine kleine Powerbank angeschossen, am Vortag nochmals kurz angeschaltet und geschaut, ob alles funktioniert.


    Gegen 21.50h vor Ort will die EQ anschalten und mit der App koppeln … geht nicht. Schließlich merke ich: die Powerbank scheint leer – Mist! Kann es mir nur so erklären, dass im ausgeschalteten Zustand doch etwas Strom gezogen wird und deshalb der Akku leer wurde, hatte diesen die letzten ~ 30 Tage nicht von der Plattform getrennt. Es muss somit wie gewohnt ohne gehen.



    Das Justieren dauert länger als gewohnt, einerseits stelle ich mich heute ungeschickt an, auch hatte ich nicht gemerkt, dass der Fangspiegel leicht verdreht war, d.h. mehrAufwand, die Optische Achse in Einklang zu bringen (war mit zum Abbau eingefallen und dann gecheckt und festgestellt)


    Nun schweift der Blick: rundum wolkenlos, nur geringe Horizontaufhellungen, die Milchstraße sichtbar, aber wenig kontrastreich, insgesamt wirkt der Himmel merklich grau. Bei UMin sehe ich erst mit etwas Konzentration alle Kastensterne mit bloßem Auge. Beim Justieren an Polaris war mir aufgefallen: das Seeing ist ordentlich; anders als nach dem Studium diverser Apps (u.a. Meteoblue, Clear Outside) erwartet, dafür die Dunkelheit merklich schlechter. Das SQM zeigt anfangs bescheidene 20,85


    Hmm. Ich will mit einer GX in Cyngus beginnen, beim Blick auf die Astronomieapp poppt die Nachricht hoch: ISS aufgegangen. Unterhalb von Arkturus, der gerade so über den Bäumen tief im Westen steht, soll die Raumstation gerade aufgehen. Die Bahn wird relativ hoch in den Norden steigen, bis oberhalb Polaris. Peile mit dem Dobson hin, sehr gut sieht man die ISS, immer heller werdend, die scheinbare Geschwindigkeit immer mehr zunehmend. Ich schaffe es nicht das Objekt im Gesichtsfeld halten zu können, nur einmal für 2 oder 3 Sekunden. blendend hell, relativ groß, die Solarpanels dominierend. Zum echten Betrachten reicht es nicht. Ich hatte dummerweise das 13er Oku mit 140-fach im Auszug – das war viel zu viel. Es war trotzdem spannend, aufregend. Einmal war es mir gelungen die ISS am Dobs nachzuführen, heute nicht.


    Zurück zum geplanten Objekt:


    NGC7013 - GX – CYG - (mag 11,3; 4,2*1,3) SQM20,85

    linkerhand der rechten Schwanenschwinge, ausgehend von Zeta Cygi schnell am 8*50mm Sucher die Zielregion eingestellt, im13er Oku dann direkt zu sehen. Ein Objekt mit deutlich länglichem Erscheinungsbild (etwa 2,5:1) von 11h nach 5h ausgerichtet, mit länglicher Zentralkondensation. Etwas außerhalb, auf 7h ca. 2 Bogenminuten separiert ein Mag10 Feldstern, einige Mag 12 / 13 Feldsterne mit im GF. Ich nehme noch das 10er (183-fach), der Hintergrund damit etwas dunkler; eine Suche nach Strukturen bleibt erfolglos. Trotzdem nett.


    Schon in der Region geht es in den Cyrus-Komplex. Mit dem Leuchtfeuer 52Cyg (Mag 4,2) das locker mit bloßem Auge sichtbar ist wird die Region sofort eingestellt. Ohne Filter nur blass, mit dem OIII dann deutlich wird erst die Knochenhand, danach der Bogen des östlichen Teils mit Genuss und Muße beobachtet. Bei dem aufgehellten Himmel bringt der Filter massiven Gewinn. Teils nur zart, dann auch kräftige Kontraste, teils wie verdrehter Tüll, wolkig, vor sehr sternenreichen Hintergrund. Schwer in Worte zu fassen schön und für mich auch ergreifend. Reste einer Sternenexplosion vor 5 bis 8000 Jahren, fast 2000 Lichtjahre entfernt und auch unfassbare ca. 100 Lichtjahre im Durchmesser.


    Wie häufiger in dieser Nacht nehme ich mich zurück, lasse den Blick schweifen. Es gibt diese Nacht weniger Dunst als erwartet, auch tiefer am Horizont sind die Sterne relativ deutlich, Capricon – der Steinbock ist gut erkennbar, durch den deutlich hellen Saturn markiert. Dieser ist verglichen zum gleißenden Jupiter mehr im Osten jedoch fast schon blass. Das sollte ohne massive Beeinträchtigung der Dunkeladaption gehen, so peile ich auf


    Saturn. Ahh .. schön. Erst im 13er, dann 10er. Seeing ist auf ca. 23Grad über dem Horizont besser als erwartet, die Cassini-Teilung ist überwiegend sichtbar, umlaufend, ab und an auch fast für Sekunden stabil. Das Ringsystem wird wieder besser sichtbar, neigt sich in Richtung Erde. Im unteren (nördlichen) Bereich von der leicht ovalen Planetenscheibe verdeckt, im oberen deutlich plastisch vor selbiger erkennbar. Es zeigen sich zarte Bänder der Wolkensysteme. 4 Monde sind unmittelbar sichtbar, neben Tital Richtung 4h etwa 4 Planetendurchmesser Entfernung sind dies noch Rhea, Tetys und Dione. Greife zum 8er und auch 6er Oku, dies aber nur blickweise mit zusätzlichen Gewinn. Ab und an erhasche ich noch Enceladus (mag 12,4) relativ dicht am Ringsystem, Mimas (mag 13,4) bleibt für mich heute unsichtbar. Ein Sternenfreund hatte vor 6 Wochen von einer Sichtung von Epimetheus (Mag 15,8) mit einem 14-Zoll Dobson berichtet – ich kann mir jedoch überhaupt nicht vorstellen das dies möglich wäre, hellt Saturn die Umgebung doch soweit auf, dass die mögliche Grenzgröße um den Planeten deutlich abnimmt.


    Nicht weit von Saturn, mit knapp 30 Grad über dem Horizont etwas höher dann – wie passend der


    NGC7009 - PN – AQU - (mag 7,8; 0,5 * 0,4‘) SQM 20,90


    der Saturnnebel. Von der scheinbaren Größe sehr ähnlich zu Saturn, die Achse des Planetarischen Nebels auch in etwa, wie jene von Saturnring orientiert – ich kann die Namensgebung gut nachvollziehen. Steigere die Vergrößerung bis zum 6er (305-fach). Auch ohne Filter ein sehr deutliches, helles Objekt. Im Inneren ein leichter Helligkeitsabfall, der Randbereich leicht oval akzentuiert mit zwei schmaleren ‚Ausbrüchen‘ die gegengleich orientiert (Achse von 2h nach 8h) etwas ‚herausragen‘ – sehr interessant


    Nur ca. 3 Grad vom Saturnnebel


    M72 - GC – GEM - (mag 9,2 - sbr 11,0; 6,6‘) SQM 20,90

    hell genug, um unmittelbar gefunden zu werden. Im 13er flächig, nur mit relativ geringer Helligkeitszunahme Richtung Zentrum, im 10er merklich granulär, gut angelöst, aber nicht wirklich aufgelöst, ein, zwei Dutzend feinste Lichtpünktchen, sonst leicht milchig wirkend, überwiegend rechts im GF von mehreren Mag 9 bis 12 Feldsternen umrahmt. Im 8er dann der Hintergrund schön schwarz, nun schon ziemlich aufgelöst – sehr ästhetisch, einfach schön!


    Mit Hilfe des OIII-Filters und 13er Okular ist der Helix-Nebel fix eingestellt


    NGC7293 - PN – GEM - (mag 7,4 15 * 12‘) SQM 20,95

    nur 18 Grad über dem Horizont zum Zeitpunkt der Beobachtung. Bei gegebenen Bedingungen ohne Filter kaum auszumachen, mit diesem doch sehr deutlich, bei 140-fach das 100 Grad GF etwa zur Hälfte füllend. Etwa die Hälfte des PN Radius nimmt der lichtschwächere Innenbereich ein, mit deutlichen Übergang zum helleren Außenbereich der im N und S jeweils etwas kräftiger betont ist. Einige schwache Feldsterne bis zur 10. Helligkeit sind am Rand / im Nebel eingebettet. Der Zentralstern schwächer, mit Filter erst bei höheren Vergrößerungen für mich Dingfest zu machen. NGC7293 ist mit ca. 650Lj der nächstgelegene PN, ob der sehr geringen Flächenhelligkeit und niedrigem Horizontstand ein relativ schwieriges Objekt.

    Hi Holger,


    vielen Dank für deine Tips. NW Hesselberg sind für mich auch ca. 50min. Die Gegend kenne ich auch gut, bin in Dinkelsbühl aufgewachsen und war häufiger in der Hesselbergregion. Hahnenkamm wäre doch einiges weiter (länger).
    Wie gehst Du bei deinen Recherchen vor? Aktuell sehe ich mir zunächst die LPM (in der App-Version) an, dann suche ich mir mittels Maps einen potentiellen Beobachtungsplatz aus (mit Höhenprofil, freiem Blick, Straßen oder anderen möglichen Fremdlichteinfall). Mit der App ''Clear Outide" sehe ich mir dann über die Exakten GPS-Koordinaten (aus Maps) die potentielle Sky Qualtiy ( mag) und Bortle anzeigen. NW des Hesselberg werden um 21,6 ausgewiesen (hatte etwas N von Grüb ausgewählt), Südlich Creglingen 21,68.
    Beides noch als Bortle 4 (ich denke zur Grenze an Bortle 3).


    Viele Grüße


    Achim


    p.s. Holger, bist Du auch aus dem Fränkischen ?

    p.p.s. Bei mir in der Gegend mache ich dann auch Standortbesichtigung, meist mit dem Rad

    Hi Norman,


    alles klar, dann scheidet das leider aus. Dann werde ich mal einen anderen Standort, nur 50 Auto Minuten von mir entfernt probieren. Der liegt leider nur auf gut 400hm, damit aber doch 100hm über den Talgrund, ca. 6km südlich Creglingen. Von der Dunkelheit (gem. akt. Lichtverschmutzung) wie Hohe Geba, aber eben keine Höhenlage.

    Versuch macht kluch ;)


    Viele Grüße


    Achim

    Hallo,


    ich bin auf der Suche nach einen Guten Beobachtungsplatz in nicht allzu großer Entferung. Ich selbst wohne ca. 35km NW von Nürnberg, fahre zur Beobachtung dann noch ca. 15 Minuten an einem
    brauchbaren Platz. Tendentiell werden auch dort die Bedingungen schleichend schlechter. Bei meiner Suche bin ich auf den Gleichberg gestoßen, zwischen Wildburghausen und Bad Königshofen im Grabfeld.
    Mit über 600m ragt der deuchtlich über das Gelände hinaus, gem. 'Clear Outside' dürfen die Bedinungen noch leicht besser als am Hohen Geba sein, auf jeden Fall Bortle 3.

    Hat ggf. jemand hier Erfahrungen die er mit mit teilen könnte? Ich eine Auffahrt möglich / statthaft? Wenn schon anfahren würde ich gerne meine größte 'Tüte' mitnmehmen, die kann ich nicht weit schleppen ;)


    Viele Grüße


    Achim


    p.s. für Tips zu anderen Plätzen wäre ich auch dankbar

    Hallo, in meinem Notizenarchiv habe ich nur eine Aufzeichung zu dem Objekt gefunden, am 04.04.2004 mit 14-Zoll:


    NGC2976 - GX - UMa - (mag 10,2 - sbr 13,0; 6,2 * 3,1') GH 5,2

    Auf den ersten Blick nur ein etwa gleichmäßig helles 2:1 Oval, mit graduellen Helligkeitsabfall, mit etwas Zeit meine ich Strukturen zu erahnen. Die gesamte Fläche wirkt etwas unruhig. NGC2976 ist am NO-Ende von 2 oder 3 grenzwertig (Mag 15-) hellen Sternen am Halorand eingefasst,neben den Zentrum entlang der Hauptachse ein etwa Mag 13 Vordergrundstern.

    Kommt auf die Liste für hoffentlich bald mögliche Beobachtungen


    Viele Grüße


    Achim

    Hi Kurt, ich hatte ohne Startest beschichten lassen. Der ist m.E. auch bei dem Öffnungsverhältnis kaum nötig. Die Parabel ist ja sehr flach, wenn die Sphäre gut war (das kann man bei Foucaut-Test ganz genau erkennen) und die Zonenradien in etwa passen ist es ein Plantenkiller.


    Ich wünsche viel Erfolg


    Achim

    Hallo Kurt,


    bin eben über den Thread gestolpert, wünsche viel Erfolg bei deinem Erstlingswerk. Mein eigener erster Spiegel war ein 8 Zoll f/8 :)
    Ich kann dein hoffen und bangen sehr gut nachvollziehen. Damals (ist über 20 Jahre her) hatte ich ein Spiegelschleiftagebuch geführt,

    das ich mal verlinke, vielleicht interessiert es ja.


    Tagebuch 8 Zoll f/8


    Im laufe der Jahre hat sich einiges geändert, man arbeitet mit deutlich weniger Körungungen (so viele Zwischenschritte braucht es einfach nicht), auch gibt es ja nun auch Mikrogrit für die feineren Körnungen. Doch das Grundprinzip und die Physik gilt immer noch ;)


    Viele Grüße


    Achim

    Hallo,
    meine letzte Bastellei ist eine Hauptspiegeljustage beim Blick durchs Okular.


    Bei meinem größten Teleskop (600mm f/4,1, Selbstbau, Selbstschliff, LowRider) hatte ich die Justage von oben von Haus aus vorgesehen. Bei der Justage an Polaris muss ich für den Blick durchs Okular ziemlich strecken, fürs Justieren (vor allem an der Schraube gegenüber) dann immer ein paar Schritte gehen, und so manchmal doch einiges hin- und her pendeln. Zur Erleichterung dient nachfolgende Bastellei.


    Die Justagesterngriffe habe ich nach oben mit ca 12cm M8-Schrauben verlängert, auf diese sind kurze Stücke 12*1 Alurohr aufgeklebt, die je eine längliche Nut aufweisen. In den Rohrstückchen sind jeweils 2 Neodym-Magnete eingepresst. So habe ich magnetisch eine sehr schnelle, recht feste Verbindung, die beim Auf- und Abbau ruckzuck werkzeuglos verbunden/getrennt werden kann. Das Gegenstück sind zweierlei Flexible Wellen, die mit Alurohr und Sterngriff bis in Griffweite beim Blick durchs Okular reichen. Die 6-Kantseite der flexiblen Wellen wurde durchbohrt, 2mm Stahlstifte eingepresst, welche in die Nuten der Alurohre greifen.


    Die flexiblen Wellen gabs im 4er Set für total 14 Euro (somit sind noch 2 übrig), den Rest an Material hatte ich noch herumliegen.


    Das Ganze hat sich beim ersten Feldeinsatz bestens bewährt.

    Anbei ein paar Bilder:

    Viele Grüße


    Achim

    Hallo,


    wie vorher geschrieben orientiere ich mich am Strehl-Wert. Faktisch mache ich nichts anderes als eine Auswertung mittels Bath-Interferometer gegen eine Referenzsphäre im Ritchey-Common Setup bei welcher der FS im Strahlengang ist, und zweimal passiert wird. Gut, sehr gut oder schlecht ist subjektiv, für mich auch immer abhängig von der Erwartunghaltung/ dem Anspruch. Mit Fangspiegeln habe ich wesentlich weniger Erfahrung als mit Hauptspiegeln. Bei großem, schnellen Hauptspiegel ist für mich 90 Strehl sehr gut, bei einem kleinen, langsamen erst 96 Strehl. Ähnlich sehe ich es bei FS.


    Soweit ich weis kann man aus der RMS mit nachfolgender Formel den Strehlwert ermitteln:

    Strehl = e hoch minus(2*Pi*RMS)²

    Es errechnet sich bei meinem 3,5 FS ein Wert von 87 Strehl, bei deinem ein Wert von 89.


    Wie ja schon mehrfahch von mehreren Personen angesprochen ist dein FS sicherlich sehr gut. Doch wurde dir nicht das Verkauft, was du bestellt und bezahlt hast.
    Weitere Diskussionen zur Qualität sind m.E. müssig.


    Viele Grüße


    Achim



    p.s. Was man nicht aus dem Auge verlieren sollte: bei FS sind Abweichungen weniger relevant als beim Hauptspiegel, da dieser wesenlich näher am Okular (Auge) plaziert ist. Des weiteren wird bei höheren Vergrößerungen nur noch ein kleiner Teil der Fläche überhaupt wirksam.

    p.p.s einer meiner FS mit 1/20 PV hat einen RMS von ebenfalls 0,009 und damit auch 'nur' 89 Strehl - das zeigt belegt mal wieder das es nicht auf die Extrem- sondern auf die Durchschnittswerte ankommt

    Hallo,


    PV 0,062 wave, rms 0,011, Power -0,036.


    Bei deinem Spiegel macht es m.E. keinen Sinn, wenn ich diesen vermessen sollte. Um jenseits Lamda/15 noch zuverlässig Unterschiede ermitteln zu können braucht es dann schon sehr viel Aufwand und Laborbedingungen die nur mit viel Geduld und Zeit herzustellen sind. Mir selbst reicht mein Messaufabau um beurteilen zu können, ob ein FS gut, sehr gut, ausgezeichnet oder eben auch ungenügend ist. Für Messwerte jenseits von 0,98 Strehl meinerseits könnte ich keine Garantie geben (ich ermittle Strehl-Werte, da ich gegen eine Referenzsphäre prüfe)


    Viele Grüße


    Achim


    p.s. meine Referzsphäre hat einen Strehl von 'nur' 0,992 - deren Fehler müsste man geeignet eleminieren, da diese ja auch doppelt passiert wird

    p.p.s in 2003 war der Preis für den 3,5 Zoll FS mit 1/15 PV $259,99 - aktuell sind es nur $10 mehr.

    Hallo, in meiner aktivsten Zeit als Teleskopbauer hatte ich einige Fangspiegel direkt bei Antares bezogen.

    Eben bin ich 4 Prüfprotokolle durchgegangen, die ich auf die Schnelle finden konnte.

    In allen war die Linie des Profilschnitts durch die geometrische Mitte des Spiegels entlang der Hauptachse gegangen.

    In allen war die georderte PV-Spezifikation gem. Protokoll eingehalten oder besser

    FS kleine Achse geordert lt Protokoll

    2,6 Zoll 1/15 1/18

    3,1 Zoll 1/18 1/18
    2,6 Zoll 1/15 1/20
    3,5 Zoll 1/15 1/15


    Ich hatte (und habe) bei keinem der FS etwas auszusetzen. o.g. FS wurde 2003 bis 2006 bezogen, also schon eine Weile her.
    Damals hatte ich noch kein Interferometer und auch keinen Ritchey-Common-Testaufbau oder Referenzsphäre wie heute.


    Von den Teleskopen habe ich nur noch eines im direktenZugriff. Wenn mir mal sehr langweilig ist könnte ich der FS (so gut mir möglich) nachtesten.


    Meine Lieferungen sind lange her, meine persönlichen Erfahrungen waren durchwegs positiv.


    Viele Grüße


    Achim

    Hallo,


    da bin ich seit langer Zeit ersmals wieder auf dem Forum und lese von lauter Alten Bekannten :)


    Mein Anstifter zum Spiegelschleifen hat hier auch schon geschrieben: das war Armin Q.

    Als Armin in meinem 1. Astrojahr erwähnte, dass er einen Spiegelschliff begonnen dachte ich mir damals:
    einfach toll!, wenn Du das auch nur könntest! Der Keim für den Wunsch auf Eigenes wurde damit gelegt. Armin selbst war damals viel mit Hausumbau
    beschäftigt, sein Projekt schlummerte lange Zeit. Bei mir wuchs mehr und mehr der Wunsch, es doch selbst zu versuchen. Trotz Selbstzweifel wagte ich
    im Dez. 2001 den Schritt. Ich bestellte mir ein 8-Zoll Spiegelschleifkit bei der VDS (Thomas Heising), hätte mir Armin im Vorfeld nicht zugeredet und auch eine Kopie des Rohr'schen Standardwerks zum Spiegelschleifen gefaxt und geschickt, wer weis?
    (Somit ist der Schuldige für meine Sucht auch gefunden, die einige Jahre angehalten hatte)

    Mit dem Buch von Martin Trittelvitz, super Unterstützung durch die ATM-Mailingliste (war noch zu früh für Astroforen) (vor allem Stathis und Martin) und einiges an Ehrgeiz, gepaart mit viel Vorsicht, wurde das erste Projekt ein Erfolg. Ein 8-Zoll F/8 - was man damals so als Obergrenze für einen Neuling erachtete.
    Stathis hatte den an meinem 1. Teleskoptreffen einem Startest unterzogen. Ich war mit angehaltener Luft daneben gestanden und bin dabei fast erstickt. Nach mehreren Minuten dann: Die Korrektur ist ausgezeichnet, vielleicht einer von hundert Spiegeln zeigt solch gleichmäßge Intra- und Extrafokale Beugungsringe. An die Worte kann ich mich wie gestern erinnern - war damals Stolz wie Oskar.




    Viele Sternenfreundliche Grüße


    Achim


    p.s. Ich beobachte nach wie vor (oder besser: seit 3 Jahren wieder regelmäßig wenn es das Wetter zulässt)

    p.p.s Ich sollte mal auch den Spiegel nachmessen ... oder doch besser nicht