Hallo Thorsten,
sicherlich gibt es zum Glück mittlerweile viele Programme, die man zum Autoguiding verwenden kann. Man muss dann aber an Hand der Bedienbarkeit individuell aussortieren. Sollte das Programm Guidedog laufen, wird es seinen Dienst sicherlich tun. Als ich mich vor 1 1/2 Jahren damit herumgeschlagen habe, ging es nur sporadisch und stürzte je nach Laune und Rechnerkonfiguration ab, was man in einer klaren Nacht nicht gebrauchen kann. Auch die Selbstermittlung der richtigen Guidegeschwindigkeit ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Diverse Versionen von Astroart sind bei mir auch gescheitert, da man dort auch zu viel selbst ermitteln muss. Guidemaster soll fantastisch sein, wenn es auf dem Rechner läuft. Bei mir habe ich Ascom 3.0 installiert und Guidemaster findet die Kamera nicht (USB-Grabber mit Mintron 12V1EX), ich werde in einer nutzlosen Vollmondnacht weiter probieren. Bis dahin wird mit Astrosnap oder MaximDL geguidet, das Zeug läuft, wobei Maxim nicht besser ist als Astrosnap, wohl aber richtig teuer, also lautet mein Favorit Astrosnap, immerhin auch teilweise auf deutsch, nicht immer den Ammikram wie bei MaximDL.
Wenn Test, dann am Stern, nicht unbedingt am Planeten, da der Autoguider in der Realität einem schwachen Leitstern am besten folgen kann, beim Planeten werden dann Werte ermittelt, die am Stern dann nicht funktionieren.
Achte bitte bei Astrosnap darauf, dass Du bei wechselndem Deklinationswinkel den Lernmodus neu starten musst, da sich die Winkelgeschwindigkeit ändert. Bei Guidedog musst Du da ja jedesmal langwierig neu ermitteln, wenn Du auf einen anderen Stern schwenkst, der nicht auf gleicher Deklination liegt.
Wenn Du dann beim Finetunning angelangt bist, lasse die Montierung nicht zu hart laufen, d.h. lieber viele kleine Guideimpulse als einen großen, der sich dann um den Sternmittelpunkt aufschaukelt, gibt auch ovale Sterne. Das stellst Du mit der Prozentangabe unter Optionen ein. Der Wert "Anzahl der verwendeten Bilder (3-4, default 10), ist abhängig von der verwendeten Kamera+Software mit der passenden Bildwiederholrate im WDM-Treiber von Windows. Wenn Du also schnell die Bilder aus dem WDM-Treiber geliefert bekommst, kannst Du auch 5-6 einstellen, bei meiner Mintron lasse ich ja bereits intern mit 32x oder 64x addieren, so dass ich unabhängig vom WDM-Treiber etwa alle 0,5s ein Bild an Astrosnap schicke, da spielt es dann keine Rolle, wenn ich die Bildrate in Astrosnap hochsetze, würde nichts bringen.
Wenn Du scheinbar alles richtig gemacht hast, aber kein vernünftiges Guiding hinbekommst, prüfe bitte auf Seeingfehler, da dort die Technik sehr empfindlich ist. Der Leitstern muss bei etwa 1,5m Brennweite auch ohne Guiding praktisch 4-5 Sekunden im Softwarefadenkreuz absolut stehen bleiben. Wenn er wabert oder ständig pendelt, kann das schon der Auslöser sein. Aufnahme an einem anderen Abend wiederholen, Du wirst sehen, da gibt es Dinger, die gibt´s gar nicht!
Wenn Du bei Astrosnap die Kamera nicht im 90-Grad-Gesichtfeld ausgerichtet hast, gibt es da auch einen Lernmodus für. Wenn Du diesen verwendest, richtet Astrosnap sein Fadenkreuz genau im Winkel der Kameraposition aus. Dann läuft das Guiding merkwürdiger Weise genauer, als wenn Du die Kamera genau im rechten Winkel einstellst, auch so ein Problem, einfach mal probieren, der Sommer fängt erst an!
Als Richtwert für die maximale Ungenauigkeit gehe ich bei mir von unter einem Pixel in beiden Richtungen aus, da sieht man bei 1200mm Brennweite und meiner ATK16HR (EOS300D) noch nichts auf den Bildern. Vereinzelte Ausreißer werden auch nicht angezeigt, wenn diese nicht durch Windboen gezielt immer in die gleiche Richtung gehen, bzw. wenn Dein Hauptrohr nicht unbedingt mit F/4 glänzt, da brennt sich alles sofort auf dem Chip fest.
Also, jetzt hast Du Dich da auf was eingelassen...
Gruß und cs,
René

