Posts by Jens Christian Heuer

    Daten der seit dem jahre 2004 den Saturn umrundenden NASA-Sonde "Cassini" zeigen chemische Anomalien in der Atmosphäre des größten Saturnmondes Titan. Diese Anomalien könnten auf exotisches Leben auf der mit zahlreichen Seen und Flußläufen bedeckten Titanoberfläche hindeuten. Diese enthalten jedoch kein Wasser wie auf der Erde, sondern die flüssigen Kohlenwasserstoffe Methan und Ethan. Analog zur Erde gibt es einen geschlossenen Flüssigkeitskreislauf, wobei sich auch Wolken bilden aus denen es regnet.


    Exotisches Leben, dessen Stoffwechselreaktionen in einem Medium aus flüssigen Kohlenwasserstoffen und nicht wie auf der Erde in Wasser stattfinden, sind bisher rein hypothetisch. Diese Leben könnte als energieliefernde Reaktion die "Verbrennung" von Acetylen mit Wasserstoff nutzen; irdisches Leben gewinnt seine Energie z.B. aus der Verbrennung von Kohlenhydraten mit Sauerstoff. Bei pflanzlichen Lebewesen werden die Kohlenhydrate zuvor aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) unter der Nutzung von Sonnenlicht hergestellt (Photosynthese).


    Tatsächlich zeigen die Cassini-Daten an der Oberfläche von Titan ein Verschwinden des reichlich in der Atmosphäre vorhandenen Acetylens und Wasserstoffes an, genauso wie man es bei den hypothetischen exotischen Lebensformen erwarten würde.


    "Die neuen Auswertungen der Cassini-Daten stimmen zwar mit Bedingungen überein, wie sie exotische, auf Methan basierende Lebensformen entstehen lassen könnten, beweisen jedoch noch nicht deren Existenz", meint Darrell Strobel (Johns Hopkins University, Baltimore), einer der an den Untersuchungen beteiligten Wissenschaftler.


    Acetylen, eine unter dem Einfluß der UV-Strahlung des Sonnenlichts in der Atmosphäre reichlich entstehende ungesättigte Kohlenwasserstoffverbindung, müßte eigentlich absinken und die Titanoberfläche bedecken. Direkt an der Oberfläche fehlt aber das Acetylen. Wird es durch exotische Mikroorganismen verzehrt?


    Dieselbe Frage stellt sich beim Wasserstoff. Nach bisherigen Vorstellungen sollte das leichte, unter Titanbedingungen -es gibt keinen Sauerstoff - sehr reaktionsträge Gas in der Titanatmosphäre gleichmäßig verteilt sein und wenn, dann nach oben in den Weltraum entweichen. In Wirklichkeit gibt es aber nahe der Oberfläche ein auffallendes Ungleichgewicht, denn die Wasserstoffkonzentration nimmt hier deutlich ab. Es sieht so aus als ob der Wasserstoff von der Oberfläche regelrecht aufgesaugt wird und dann auf Nimmerwiedersehen verschwindet.Wasserstoff entsteht auf urprünglich in der oberen Titanatmosphäre, wo die UV-Strahlung der Sonne Methan- und Acetylenmoleküle aufbricht.


    Überraschenderweise fand man spektroskopisch auch keine Wassersignaturen an der Oberfläche, obwohl das Oberflächengestein Titans aus superhart gefrorenem Wassereis besteht. Das Wassereisgestein ist anscheinend mit einem organischen Film aus Kohlenwasserstoffen überzogen. Spektroskopisch wurde Benzol nachgewiesen, daneben aber auch noch eine weitere, bisher nicht identifizierte organische Verbindung.
    Der organische Film scheint selbst dann erhalten zu bleiben, wenn flüssiges Methan und Ethan über das wassereis fließt.



    Stattdessen fand Cassini jedoch keinerlei Hinweise auf das erwartete Gas. Zudem stelle das Spektrometer der Sonde auch die Abwesenheit von Wassereis auf der Titanoberfläche fest - fand jedoch gewaltige Mengen an Benzen (Benzol) und einem anderen Material, bei welchem es sich um eine organische Verbindungen zu handeln scheint, die von den Forschern bislang noch nicht identifiziert werden konnte.


    Anhand der Daten vermuten die Wissenschaftler, dass die organischen Verbindungen das Wassereis im Felsuntergrund mit einem Film aus Kohlenwasserstoffen überzieht, der mindestens einige Millimeter bis hin zu einigen Zentimetern dick sein, aber an einigen Orten noch sehr viel tiefer hinabreicht könnte. Das Eis bliebe dabei selbst dann noch von dem Film bedeckt, wenn flüssiges Methan und Ethan über die Titanoberfläche fließen und, wie Wasser dies auf der Erde tut, Seen und Meere auffüllen.


    Quelle: http://www.nasa.gov/topics/sol…atures/titan20100603.html


    Jens Christian Heuer
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    Supernovae vom Typ Ia werden meines Wissens doch als Standardkerzen für die Entfernungsmessung von Galaxien genutzt. Bei dem neuen Mechanismus wird die Grenzmasse (rund Chandrasekhar-Grenze 1,4 Sonnenmassen)ja nicht mehr unbedingt jedesmal eingehalten. Das müsste doch für die Entfernungsbestimmung von Galaxien erhebliche Bedeutung haben, also auch für die Hubble-Konstante? Was meint Ihr?


    Beste Grüße
    Jens Christian Heuer
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