Verwirrend - Teleskopkauf Dobson Newton

  • Hallo liebe Astrofreunde.
    Ermutigt vom Thread über den Saturn-Einsteiger Jerrrry hatte ich mich innerlich für ein einfaches Newton 114/900 entschieden. Als Einsteiger (sieht man mal von der Tschibo-Gurke ab, die in meinem Keller vor sich hinschimmelt) möchte ich aber natürlich mal wieder alles [:o)]. So habe ich mich heute den kompletten Abend durch das Forum gewühlt und auch noch den DS-Astrotreff bemüht. Meine Schlüsse aus dieser Recherche sind verwirrender als zuvor. Folgendes scheint mir das fazit zu sein:


    - Fotos wie die von Manfred Konrad(s. anderen Thread http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=68482) lassen sich wohl nicht ohne den Verkauf des Familienwagens und ohne nachhaltige Ehekrise bewältigen. Das war irgendwann mein Ziel (nicht die Krise, sondern die Astrofotografie).


    - Die ermunternden Erfahrungen von Jerry, der mir so sehr aus der Seele gesprochen haben (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=85638), wurden zwar sehr motivierend kommentiert, aber irgendwie hat ein 114/900 Newton offenbar nicht den totalen Spassfaktor.


    - Dobson ist das Zauberwort, das immer wieder zu lesen ist.


    Hat jemand Erfahrungen, ob eine (zeitlich mit dem Geldbeutel korrelierte) Entwicklung, die ich mir vorstellen könnte:
    1. Einsteg mit Dobson 200/1200 z.B. Skywatcher visuelle Beobachtung
    2. Nachrüsten mit guten Okularen
    3. Zu Weihnachten 20xy [:D] eine EQ-6 Montierung
    4. Das ganze Foto-Adaptergedöns sukzessive


    so durchlebt wurde, oder (trotz vorhandener Threads): Macht ein günstiger Dobson Sinn, wenn man Erfahrungen bei visueller Betrachtung sammeln möchte, um mit genau diesem Teleskop irgendwann gute Fotos zu machen bei entsprechender Montierung?


    oder wäre ein Weg, gleich auf ein Newton mit paralaktischer Montierung mit ebenso sukzessiver Aufrüstung zu gehen, der Bessere?


    Ich habe viele Threads heute abend gelesen, bei denen die erste Antwort mit den Worten begann "Leg doch noch 200 Euronen drauf....." Aber genau das möchte ich eher nicht. Der Skywatcher Dobson für 300 EUR wre das, womit ich mir und meinen Söhne gerne erstmal den Himmel zu Füssen legen möchte, oder eben der Newton....
    Aufrüstung später immer möglich. Was macht mehr Sinn?
    Und dann noch (auch da gibt es unterschiedlichste Meinungen): Lässt sich besagter Dobson wirklich so schön bedienen (=nachführen)?
    Letzte Frage an die Experten: Macht die Webcam-Methode für Mond und Planeten auch für Dobson-Röhren einen Sinn?


    Vielen Dank an alle, einem (hope so) Astroskopie-Neuling ein wenig unter die Arme zu greifen.
    Grüsse
    Peter

  • Hallo Peter,
    entweder Dobson 200/1200 oder Fotografie. Ich haben: Dobson.
    Okulare nachrüsten: Für Deepsky ist ein 30mm Weitwinkelokular ein "Muss". IMHO reicht eines in der Erfle-Bauart oder vergleichbare Preisklasse. IMHO ist eine anfängliche Abstufung 30 - 13 - 5mm angemessen. Graufilter für Mond, UHC-Schmalband-Filter "very-nice-to-have". Und ein dunkler Platz zum Aufstellen, sonst ist alles für die "Katz".


    Fotoaufrüsten: Für die hellen Planeten und Mond käme eine Webcam in Frage (am Dobson). Für Langzeitbelichtungen (dazu zähle ich alles über ab 10 Sekunden) kommst Du um das ganze "Gedöns" mit Kamera und Montierung nicht herum. Kosten Dich mindestens noch mal einen Dobson. [:D]


    Alternative: Bestehende digitale Knipse mit Mediamarkt-Teleobjektiv auf eine sog. "Baarndoor" setzen und "Panoramabilder" von der Milchstraße bzw. ganzen Sternbildern machen.


    Alles andere wird teuer. Ist aber eigentlich auch logisch:
    Wer will den "scharfe Bilder" unter Lichtbedingungen machen, wo man seine eigenen Hände und Füße nicht sieht und dass mit Brennweiten, mit denen man in der Bayern-Arena von der Tribüne aus auf der gegenüberliegenden Eckfahne die Waschhinweise im Etikett ablesen könnte. Sorry, aber genau das versuchen Astrofotografen - "bildtechnisch" betrachtet.[:D] (Und einigen gelingt es auch noch. Siehe die ISS-Bilder von Ralf Vandebergh, der einzelne Astronauten noch in 350km Entfernung ausmacht.)


    Gruß

  • Hallo Peter,


    ist schon schwierig so eine Entscheidung [:D]


    Einsteigen mit einem 200/1200 Dobson macht Sinn. Damit hast du visuell schon eine gute Größe und kannst viele Objekte beobachten. Deutlich mehr als mit z.B. 114mm Öffnung.


    Ob es nun ein Skywatcher sein soll oder ein GSO oder ein Galaxy hängt auch davon ab was dir der Einstieg wert sein soll bzw. wie gut du die verschiedenen Angebote vergleichst.


    Häufig ist das billigere nicht unbeding tatsächlich auch das günstigere da die Ausstattung unterschiedlich ist. Auszug einfach oder Crayford Okularauszug mit 1:10 Micro-Fokus- macht im Preis was aus, aber der untersetzte lässt sich halt gefühlvoller einstellen.


    Dann sind unterschiedliche Okulare im Set, manchmal nur eines- das Set ist dann natürlich billiger zu haben, aber nur ein Okular reicht nicht weit.


    Also die Angebote genau anschauen und vergleichen, dann entscheiden.


    Nachrüsten besserer Okulare- kommt garantiert wenn dir die Sache Spaß macht [:D], aber mit 2 oder 3 Stück zu Beginn kommt man gut hin.


    Weihnachten die E-kuh- hm.. warum wollen nur alle ihre Newtons parallaktisch montieren? Wenn du den 8"er als Dobson in den Garten oder ins Auto und dann auf die Wiese bringst schleppst du den Tubus, die Rockerbox und die Tasche mit den Okularen und einen Hocker.


    Mit der E-Kuh schleppst du Stativ, Montierung, Gegengewichte anstatt der Rockerbox, dazu noch den Akku für die Motore. Bis du alles aufgebaut, angeschlossen und die Montierung halbwegs genordet hast guckt der Kollege mit dem Dobs schon gemütlich nach oben.


    Natürlich kannst du den 200/1200 noch so auf eine e-kuh6 schnallen, aber für Fotos wird das schon mehr als heftig. Gewicht, Windlast und die Brennweite sind für einen Anfänger wohl kaum zu beherrschen.


    Fotos vom Mond sind übrigens kein Problem, höchstens das du mit der DSRL nicht in den Fokus kommst weil der meist zu tief im Auszug liegt, kann man aber beheben indem man den HS ein wenig nach vorne bringt. Und Planeten mit Webcam sollte auch machbar sein. Nur richtig Deepsky erfordert halt mehr Aufwand.


    Ich würde mal die von dir genannten Punkte 1 und 2 angehen, also visuell mit einem Dobson anfangen, Okulare nachrüsten (Kleinkram nicht vergessen!)


    Kleinkram wäre:
    Aufsuchkarten- Deepsky Reiseatlas oder Karoschka
    Rotlichtsucher- Telrad oder Rigel
    Rotlichtlampe- selber aus Taschenlampe anfertigen


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Peter,


    für 300 Euro gibt es kein vernünftig parallaktisch montiertes Teleskop. Bei einem 150/750'er Newton auf EQ3-2 sind schon Abstriche bei der Stabilität zu machen, gut montiert ist das Teleskop erst auf einer EQ-5, Astro-5 oder ADM.
    Also fang erst mal mit einem Dobson an. Und vergiss erst mal die Fotografie. Klar kann man so einen 8-Zöller auf eine EQ-6 packen, aber vernünftiger ist der Fotoeinstieg mit einem ganz neuen Teleskop. Ein ED-80 oder 6"-Newton auf einer passenden Montierung ist auch nicht teurer als einen 200/1200'er Newton parallaktisch zu montieren.
    Aber leider meinen fast alle Einsteiger, gleich beim ersten Teleskop die Fototauglichkeit neben der universellen visuellen Verwendbarkeit berücksichtigen zu müssen und das bei viel zu kleinem Budget. Das wird nichts. Ernsthafte Astrofotografie geht nun mal nicht mit 300 Euro und auch die Planetenfotografie mit der Webcam bringt es erst richtig mit einer Ausrüstung für etwa 500 Euro.
    Darum lieber mit etwas mehr einsteigen oder die Fotografie erst mal komplett ignorieren. Alles andere führt zu faulen Kompromissen und befriedigt weder visuell noch fotografisch.


    Gruss Heinz

  • Hallo Peter,


    da möchte ich mal in die gleiche Kerbe schlagen; dazu mal mein astronomischer "Werdegang" in Kurzform:


    Astrogerödel gekauft, da ich als Fotograf ja auch fotografieren wollte. Teleskop, Montierung, GOTO-Nachführung (unnötig, aber dabei), Reducer, Flattner, ohne Kamera (die waren zur Genüge vorhanden) satte 4000 Euro.
    Die Ergebnisse (analog): herzeigbar und mehrfach veröffentlicht, auch als Buchtitel.
    - Dann kam die Digitalfotografie. CCD-Astrokameras, CCD-Guider (ST-4) und was sonst noch alles. Alles wurde "einfacher" - aber teurer. Und da bin ich ausgestiegen! Um bei diesem Aufwand noch mit der "Konkurenz" mithalten zu können, und das war ja mein Ziel, hätte ich nochmal einige tausend Euronen in das Hobby versenkt.


    Nun schaue ich mir im Interstellarum und in S&W die schönen Bilder an, bin begeistert und zufrieden.


    - Und habe Zeit und Muse, mir das alles visuell im Dobson anzuschauen. Ohne Streß, ohne Kaberwirrwarr, ohne Frust. Einfach nur schauen und sich an der Schönheit der Universums zu erfreuen.


    Meine Frage (auch an alle anderen): Warum zum tausendstenmal Saturn fotografieren, warum versuchen, Orion-M42 zum fünfhunderttausendsten mal ablichten, wenn es doch so viele gute Fotos gibt? - Neues kommt dabei nicht heraus, aber visuell werden die Eindrücke an M-42 bei häufiger Beobachtung immer stärker, von mal zu mal sieht man mehr in den Nebeln. Und das geht bei der Fotografie verloren!


    Ergo:
    Guten Dobson, gute Okulare und los in die dunkle Wildnis.


    CS
    Winfried

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Winfried Berberich</i>
    <br />
    Meine Frage (auch an alle anderen): Warum zum tausendstenmal Saturn fotografieren, warum versuchen, Orion-M42 zum fünfhunderttausendsten mal ablichten, wenn es doch so viele gute Fotos gibt? - Neues kommt dabei nicht heraus, aber visuell werden die Eindrücke an M-42 bei häufiger Beobachtung immer stärker, von mal zu mal sieht man mehr in den Nebeln. Und das geht bei der Fotografie verloren!


    Das magst Du so sehen.


    Gelinde gesagt, nervt es mich grad etwas, dass die "gelernten Tageslichtfotografen" zur Zeit meinen, das Setup wäre alles!
    Ich verweise ohne Namen zu nennen auf diverse andere und einen aktuellen Thread hier.


    Ich beobachte selber sehr gerne visuell, aber ich fotografiere auch gern und auch 1000x M42 (OHNE Bindestrich!).
    Wie beim visuellen Beobachten liegt bei der Astrofotografie ein Teil des Reizes darin die Grenze des Machbaren immer weiter nach aussen zu schieben und immer mehr Belichtungszeit zu erreichen und immer mehr Details rauszukitzeln - ganz analog zur visuellen Beobachtung.


    Wird ja schliesslich keiner gezwungen Astrofotografie zu betreiben, auch ich empfehle (und das ist häufig genug hier im Forum nachzulesen) visuell mit der Astronomie zu beginnen. Aber man sollte schon aufpassen und nicht dazu verleitet werden seinen eigenen "Misserfolg" auf die teure Ausrüstung der Kollegen zu schieben.

    Ei,ei,ei.... was hatte ich denn in meiner alten Signatur stehen?


    sternengedönsige clear sky Grüsse,

    Robert aus dem Allgäu

  • Was für ne Frage warum Fotografieren und warum nicht. Warum jeden Tag immer mit der Kamera irgendwelche Blumen oder Tiere fotografieren? Warum jeden Tag auf der Arbeit das gleiche machen? Warum nur mit nem Fiat rumfahren obwohl es doch Ferrari gibt?


    Warum sollten die Leute die Fotografieren immer die Besten der Besten der Besten sein? Ich würd mir zum Beispiel nie nen Bild von Hubble ausdrucken weils langweilig ist und nicht von mir.
    Winfried ich kann verstehen das man automatisch versucht super Bilder zu zaubern und das das Equipment da eine nicht gerade untergeordnete Rolle spielt dürfte auch jedem klar sein, aber nicht jeder denkt so erfolgsorentiert.
    Mir macht nämlich das visuelle nicht soviel Spaß wie das fotografische, das mag einmal daran liegen das ich einen miesen Himmel hab und mit 120mm Öffnung nicht gerade nen Deep-Sky Renner.
    Trotzdem hat jeder seine Vorlieben...


    Gruß, Pascal

  • Hallo Peter,


    ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten. Fange doch einfach mit der visuellen Beobachtung an (mittels 8"f5 Dobson). Das wird Dich sicher auf lange Zeit zufrieden stellen. Sollte das Thema Astrofotografie erhalten bleiben dann kannst Du später immer noch eine EQ6 anschaffen und den Tubus darauf montieren.


    Gruß


    Copernicus

  • Hallo Robert,


    ich möchte hier niemandem auf den Schlips treten.
    Aber immer tiefer einzudringen mit immer längeren (heute möglichen) Belichtungszeiten, das kommt mir vor wie der berühmte Spruch der Olympiade: Weiter, höher, schneller...
    Jeder kann das sehen wie er will, aber was das Doping im Sport ist die immer ausgefeiltere Technik der CCD-Kameras. Sie machen süchtig und in der Astronomie geldkrank...


    Tageslichtfotograf?
    Ich arbeite auch nachts, auch in Kirchen und manchmal auch hier ohne künstliches Licht. Meine längsten Belichtungszeiten lagen hier bei 5 Stunden (mit der 13/18cm Fachkamera und dem Kodak Ektachrome 64T). Und Astroaufnahmen habe ich zur Genüge gemacht und damit ganze Bücher herausgegeben. Ich weiß also schon, von was ich hier schreibe.
    Es muß jeder selbst für sich entscheiden, aber ich bin weit davon entfernt, jemandem anzuraten, mit 300 Euro und ein wenig mehr in die Astrofotografie einzusteigen. Was wäre Ermutigung auf der falschen Seite.


    CS
    Winfried


    (aber bitte jetzt keinen Streit über das Für und Wider lostreten, das will ich bestimmt nicht)

  • Hallo Winfried,


    ich persönlich sehe das wie Du - mir reichen auch die vielen nettenm Aufnahmen die hier einiige erstellen um mich daran zu erfreuen. Ich habe daheim auch einige Bücher mit wunderschönen Aufnahmen - aber ich muß auch gestehen, dass ich kaum hinein gucke. Für mich hat auch die rein visuelle Betrachtung des Himmels mehr Reize (auch aus Kosten- und Zeitgründen).


    Auf der anderen Seite kann ich aber Robert auch gut verstehen ... wer den Reiz verspürt immer bessere Bilder zu erzielen von schon bekannten Objekten, der soll's doch tun. Immerhin kann jener stolz sagen (und dies ist meine ganz persönliche Aufnahme von Saturn oder M42 oder ...)


    Welcher Weg der richtige ist lässt sich nicht generell sagen ... jeder muß ihn für sich selbst finden.


    In diesem Sinne


    Copernicus

  • Hi!


    Ein sinnvoller Werdegang für Deep-Sky-Fotografie wäre:
    <ul><li>1.) Dobson</li><li>2.) gute Okulare </li><li>3.) DSLR, erstmal für die Tagesfotografie, falls nicht eh schon vorhanden </li><li>3b.) (optional) Eine AstroTrack, Purus, selbstgebaute Barndoor oder beliebige parallaktische Montierung mit Polsucher für die Kamera mit Weitwinkel- bis mittlerem Teleobjektiv (max. 200-300mm Brennweite) für Sternfeldaufnahmen. Damit ist der Frustfaktor nicht zu hoch, und du hast auch später noch eine reisetaugliche Fotokombination. Die Bildbearbeitung kannst Du dann schon mal üben. </li><li>4.) Stativ, Montierung und Extra-Teleskop für die Fotografie. Ein 200/1200-Dobson fotografisch auf eine Montierung zu schnallen, ist nicht billig (200/1200 auf EQ6 mag gehen, aber Dobsons sind in der Regel schwerer als vergleichbare Teleskope für die parallaktische Montage, daher sehe ich da fotografisch schwarz). Dann hast Du was für die Fotografie und kannst mit dem Dobson noch beobachten, während die Kamera dein Teleskop blockiert. Am besten fängst Du fotografisch mit einem ED80/600-Refraktor o.ä. an, der ist auch visuell eine nette Ergänzung, falls die Fotografie doch nicht das wahre ist. </li><li>5.) Koma-Korrektor, Bildfeldebner, Leitrohr, Autoguider oder sonstiges Zubehör, was man im Lauf der Zeit noch vermisst </li><li>6.) (optional) Kauf eines Kombis (um das ganze Gerödel zu transportieren) oder einer Hütte (um daraus eine Sternwarte zu machen) </li></ul>


    Das sollte funktionieren, ohne viel Geld in Fehlkäufe zu versenken.


    Mein Werdegang ist's allerdings nicht, der sah so aus:
    <ul><li>Strichspuraufnahmen auf Kleinbild-Negativen, aber nicht viele, da die Fotoabteilung von Kaufhaus und Co der Meinung waren, auf den Bildern wäre nichts drauf, und immer erst beim zweiten mal Abzüge entwickelt hatten. </li><li>Sternwarten-Verein beigetreten, durch die vorhandenen großen Geräte ordentliche Ansprüche gehabt, nie ein Billig-Einsteigerfernrohr gekauft </li><li>Irgendwann auch mit den stationären Sternwarten-Teleskopen fotografiert, noch chemisch. Mondfoto war toll, Deep-Sky übel: 15 Minuten durch ein Fadenkreuz-Okular auf einen Stern starren, der etwa genauso hell wie das Fadenkreuz ist, um die Nachführfehler auszugleichen. </li><li>Venustransit 2004: Fotografiert, und beim Film entnehmen festgestellt, dass er nicht zurückgespult war und so den halben Film nochmal nachbelichtet... </li><li>dann kamen die DSLRs und die günstigen ED-APOs: ED80 auf C14 mit Alt-Montierung aufgesattellt, Belichtungszeiten bis 5 Minuten (mehr ging dank Innenstadt eh nicht) lieferten ohne Autoguiding etwa 30-50% Ausschuss: Ein Riesenfortschritt. Das Autoguiding für das Teleskop funktioniert übrigens immer noch nicht wirklich. </li><li>vor drei Jahren dann mit dem Kauf des ersten eigenen Teleskops begonnen: Ein ED80, der jetzt (drei Jahre später) seine letzte Ausbaustufe erreicht hat (für visuelle Beobachtung). Für den Einstieg ist er zwar nichts, da er doch etwas wenig Öffnung hat, aber ich wollte was transportables, und für große Öffnung gibt's ja die Vereins-Teleskope. Die Fotoadapter hab ich auch alle zusammen (zwecks Vereinsteleskope). So drei bis vier Sekunden kann ich mit dem Gerät auch schon knipsen - es ist azimutal motiert und funktioniert ganz ohne Strom. </li><li>Teleskop, Stativ und Kamera sind somit vorhanden, und wenn ich knapp 3000 Euro über habe, kommen auch noch Montierung (Vixen GPD2), Steuerung (FS-2), Leitrohrschellen, Bildfeldebner und Autoguider dazu, um das Ding fototauglich zu machen. Bis dahin gehe ich meist mit einem Kollege beobachten: Er flanscht seine Kamera auf den AstroTrac vom Verein und macht Sternfeldaufnahmen, während ich visuell mit dem Teleskop auf die Ziele draufhalte. Aber vorher kommt ein größeres Auto her, mein Kofferraum ist jetzt schon als ziemlich voll. Ein Pick-Up (vulgo: Pritschenwagen) wär nicht schlecht... </li><li>Fotografisch beschränke ich mich grad vor allem auf den Mond (im Sternwartenteleskop mit 2,25m Brennweite fast optimal) und hoffe, mal alle Messier-Objekte im ED80 durchzumachen. Dann hab ich zwar vielleicht den 1001sten M42, aber dafür auch die Bildrechte daran, was auch nicht unbedingt uninteressant ist - spätestens, wenn man eine Webseite macht oder ab und zu mal Führungen. Es ist einfach besser, sagen zu können, dass die Aufnahme mit den Geräten gemacht wurde, durch die man gleich schauen wird, anstatt mal wieder die von Wikipedia bekannten NASA-Bilder zu nehmen oder geklaute Amateuraufnahmen.</li></ul>


    Langer Rede wenig Sinn: Visuell ist ein 8"-Dobson ein guter Einstieg, und wenn Du beim darauf folgenden Okularkauf nicht zu knausrig bist, sparst Du dir auch langfristig viel Geld - das Gerät kann ein Leben lang ausreichen. Für visuell.


    Für Foto schaust Du am besten mal nach, ob in deiner Nähe ein Verein ist, dessen Geräte Du nutzen kannst (<b>das ist mein wichtigster Tipp!</b>). Falls eine DSLR vorhanden ist, schau nach einer günstigen gebrauchten Montierung mit Polsucher und setz die Kamera da drauf. Vergiss das Teleskop einfach; 1200mm Brennweite sind schon ziemlich anspruchsvoll. Außerdem ist die reine Optik noch das billigste bei der Astrofotografie.


    Gruß,
    Alex

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Copernicus</i>
    <br />Hallo Winfried,


    ich persönlich sehe das wie Du - mir reichen auch die vielen nettenm Aufnahmen die hier einiige erstellen um mich daran zu erfreuen. Ich habe daheim auch einige Bücher mit wunderschönen Aufnahmen - aber ich muß auch gestehen, dass ich kaum hinein gucke. Für mich hat auch die rein visuelle Betrachtung des Himmels mehr Reize (auch aus Kosten- und Zeitgründen).


    Auf der anderen Seite kann ich aber Robert auch gut verstehen ... wer den Reiz verspürt immer bessere Bilder zu erzielen von schon bekannten Objekten, der soll's doch tun. Immerhin kann jener stolz sagen (und dies ist meine ganz persönliche Aufnahme von Saturn oder M42 oder ...). Welcher Weg der richtige ist lässt sich nicht generell sagen ... jeder muß ihn für sich selbst finden.


    Hallo Liebe Leute,
    ich hoffe der Disput artet hier nicht aus. Denn Ihr habt allesamt sehr geholfen! Ich habe eingesehen, dass fotografisch nicht viel am Anfang, und das ist nicht mal nur am kleinen Geldbeutel gelegen. Noch vor einer Woche hatte ich mich etwas über die Dobson-Gemeinde amüsiert und dachte, das ist wahrscheinlich wie Schlittenfahren, man versucht den richtigen Punkt zu finden, landet aber woanders. Nach vielem Lesen und nicht zuletzt durch die Antworten hier bin ich von diesem Gerät nun überzeugt.
    Zum Thema Astrofotografie sei (nicht zuletzt durch diese Diskussion inspiriert) gesagt, dass in vielen Fällen, zumindest das Missverständnis vorliegt, dass man eigentlich ein schickes Astrofotobuch neu erfinden möchte. Ich und viele andere sind sich bewusst, dass das nur mit Erfahrung und Equipment geht, völlig klar. Und ob ich den Weg je beschreiten werde, wage ich zu bezweifeln, das ist meine Frusttoleranz zu niedrig [:D]. Und ICH schaue mir gerne geniale Fotos des Pferdekopfnebels auch von anderen an.


    Was ICH zumindest eher darunter verstehe ist irgendeine Form der Dokumentation (Nicht schiessen liebe Profifotografen [B)]) in lauer Qualität um das Tag...sorry Nachtwerk irgendwie festzuhalten. Auch wenn das erfahrene Astrofans kaum befriedigen wird, wäre mir ein Objekt in einer Qualität, dass ich es wiedererkennen kann, völlig ausreichend. Wenn auch das nicht geht, dann sei es. Ich lese hier oft von Einsteigern, die eierlegende Wollmilchsauen kaufen möchten und dies mit "ein bisschen Fotografieren" quittieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die meisten etwas meinen, dass so weit von meinen (vorläufigen) Ansprüchen entfernt ist. Was meint Ihr, geht da etwas?

  • Hallo Peter,


    das mit dem Dokumentieren des gesehenen funktioniert meistens nicht, weil man Astrofotos nicht mal eben nebenbei knipst. Nach meiner Erfahrung hat man an einem Fotoabend meistens kaum durchs Okular geschaut und etwas visuell gesehen.
    Dann mach lieber Zeichnungen, die geben den visuellen Eindruck besser wieder und dann hast du auch wirklich beobachet [;)].


    Gruss Heinz

  • Hi!


    Was ohne großen Aufwand geht, ist:
    <ul><li>Strichspuraufnahmen - die sieht man dank der zu empfindlichen Digi-Knipsen eh immer seltener, haben aber ihren ganz eigenen Reiz </li><li>Stimmungsaufnahmen - Also Weitwinkelaufnahmen von Planetentreffen, Mondaufgang etc. Wirf vielleicht einmal in einer Buchhandlung einen Blick in Stefan Seips aktuelles Buch "Himmelsfotografie mit der DSLR" </li><li>Mond und einfache Planetenfotos - wobei es sehr anspruchsvoll ist, Jupiter und seine Monde auf ein Bild zu bannen, da langt der Dynamik-Umfang der meisten Kameras nicht aus. Entweder ist Jupiter überbelichtet, oder die Monde fehlen einfach. Ich hab aber schon mal eine schöne Aufnahme von Saturn direkt neben dem Halbmond gemacht. Mit automatischer Nachführung ist sowas allerdings viel einfacher. </li><li>Planetenfotografie mit der Webcam - wollte ich mir am Dobson nicht antun, da die Nachführung auch dank des winzigen Webcam-Chip echt übel ist. Soll aber gehen. Ist vielleicht einen Versuch wert, wenn Du schon einen Laptop hast - dann halten sich zumindest die Investitionskosten in Grenzen.</li><li>Und dann gibt's noch eine Low-Cost-Variante: Zeichnen. Hab ich selber nie gemacht, empfehle es aber trotzdem: Wenn Du deine Ziele zeichnest (besser: "skizzierst"), schaust Du viel bewusster hin und lernst, wirklich zu beobachten. </li></ul>
    Fotografie durch's Teleskop führt meist zu Blut, Schweiß und Tränen (von Staub auf dem DSLR-Chip mal ganz abgesehen), aber solange du dich mit einem normalen Kameraobjektiv begnügst, geht schon einiges.


    Gruß,
    Alex

  • Hallo Hellvet,


    hier gibt es doch keinen Disput sondern lediglich verschiedene Ansichten ;)


    Wenn Dir die Beiträge von uns allen geholfen haben ist das Ziel doch erreicht.


    Gruß


    Copernicus

  • Hiho,
    Wenn du das gesehene gerne protokolieren, festhalten möchtest
    ist Alex letzter Tipp super.
    Zeichnen...
    Ich zeichne selber ein wenig. Macht Laune, gibt eh besser wieder
    was man gesehen hat und schult auch noch kostenlos das astronomische Auge.
    Google mal nach Astrozeichnungen. Du wirst erstaunt sein.


    Gruß und CS
    Andreas

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Hellvet</i>


    Was ICH zumindest eher darunter verstehe ist irgendeine Form der Dokumentation (Nicht schiessen liebe Profifotografen [B)]) in lauer Qualität um das Tag...sorry Nachtwerk irgendwie festzuhalten. Auch wenn das erfahrene Astrofans kaum befriedigen wird, wäre mir ein Objekt in einer Qualität, dass ich es wiedererkennen kann, völlig ausreichend. Wenn auch das nicht geht, dann sei es. Ich lese hier oft von Einsteigern, die eierlegende Wollmilchsauen kaufen möchten und dies mit "ein bisschen Fotografieren" quittieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die meisten etwas meinen, dass so weit von meinen (vorläufigen) Ansprüchen entfernt ist. Was meint Ihr, geht da etwas?


    Wenn es das ist, was du willst, dann mach das! Ein jeder soll nach seiner Facon heilig werden!
    Ich für meinen Teil bewundere die Leute, die am Teleskop zeichnen. Das sind meist sehr gute und genaue Beobachter. Ich hab das auch schon versucht, aber es ist halt nicht meins. Ich gugge und knipse lieber.
    Meine Frau hingegen ist ganz versessen darauf Mondkrater zu zeichnen und das freut mich. Können wir doch so unser Hobby teilen ohne uns gegenseitig im Weg um zu gehen.


    Kurz mal die Kamera drangehängt und geknippst zur Dokumentation funktioniert wahrscheinlich aber nicht.
    Dafür benötigt man quasi die gleiche Ausrüstung nur weniger Zeit.
    Probiers doch mal mit dem Zeichnen, das ist echt toll!

    Ei,ei,ei.... was hatte ich denn in meiner alten Signatur stehen?


    sternengedönsige clear sky Grüsse,

    Robert aus dem Allgäu

  • Hi Peter,

    Quote
    Ich und viele andere sind sich bewusst, dass das nur mit Erfahrung und Equipment geht, völlig klar.
    Hm, dir vielleicht, aber viele meinen das völlig ernst da sie bei Fotografie von den Erfahrungen ausgehen die sie haben- also tagsüber schnell mal was knipsen [:D]


    Und genau da liegt häufig das Problem- das die Anfänger eben nicht wissen was auf sie zukommt- sonst wären diese häufigen Fragen "Teleskop haben will und natürlich auch Fotos machen, darf aber nur 300 kosten" eben nicht so oft zu lesen [}:)]


    Begrenztes Budget, so bis 500 Taler, reicht für einen schönen Dobson und diverses Zubhör, aber nicht mehr.
    Oder eine brauchbare Montierung, kleines ED drauf und die Kamera aufgesattelt und damit fotografieren. Nur macht mmit dem kleinen ED die visuelle Beobachtung wieder nicht mehr ganz soviel Spaß.


    Aber wenn dir die Beiträge geholfen haben ist es ja gut. Und das ein Dobson keine Ersatzlösung darstellt ist nun wohl auch klar- eine Montierung dieser Art- und um eine Montierung handelt es sich dabei ja auch- trägt eben ein großes Teleskop für sehr wenig Geld absolut brauchbar, stabil und wackelfrei (gilt auch für die angebotenen Sets wenn an der Rockerbox ein wenig getuned wird).


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Peter,


    Etwas provokativ möchte ich folgendes zum Besten geben:


    An sich ist es recht egal, welches Gerät du als erstes kaufst, denn es wird nicht das Endgültige sein. Letzteres sind sehr wahrscheinlich mehrere Geräte, oder vielleicht tatsächlich nur eines, aber auch dann ein anderes als das zuerst erworbene [;)]


    Wer empfiehlt, mit einem 8" oder 10"-Dobson anzufangen, tut dies meiner Ansicht nach zurecht. Mit einem solchen Gerät sieht man genug, um dauerhaften Spaß an der Beobachtung zu entwickeln. Der aktuelle Preis solcher Geräte (unbedint auch gebrauchte Geräte im Auge behalten!) tut sein übriges.


    Zum Fotografieren würde ich nicht zwingend den Erstkauf-Dobson auf eine Montierung schnallen, sondern je nach Ambition (z.B. Deepsky-Fotografie) ein kleineres Gerät mit leichterer Montierung anschaffen. Beim Wunsch nach Planetenfotografie kann z.B. der 8zöllige (ehemalige) Dobson in der Tat passen.


    Für die visuelle Beobachtung von Deepsky-Objekten wird bald der Wunsch nach größerer Öffnung aufkommen, z.B. 12" oder 16", je nachdem, wodurch man bei Teleskoptreffen schon einmal schauen konnte.


    Früher einmal war ein parallaktisch montierter 114mm-Newton das klassische und alles ein bisschen könnende Einsteigergerät. Heutzutage tut man sich damit aber meiner Ansicht nach keinen großen Gefallen mehr. Für die Fotografie ist ein kleiner parallaktisch montierter (ED80?-)Refraktor besser, und zur Beobachtung ein preisähnliches dobsonmontiertes Gerät mit deutlich größerer Öffnung.


    Ciao,
    Roland

  • Hallo Peter,


    auch von mir der Rat zum 8" Dobson. Ich hab damit vor 1 1/2 Jahren meinen Wiedereinstieg in die Astronomie "gefeiert" und beobachte noch immer sehr gern mit dem Gerät, obwohl ich mitlerweile auch einen 16"er zu Hause habe.


    An Okularen würde ich Dir folgende empfehlen: 2" TS WA32, 1,25" TS-SWM in 20, 9 und 6mm. Diese Okus gehören allesamt zur Einsteigerklasse, sind aber besser als die einfachen Plössl-Okulare. Nicht nur wegen der Abbildungsqualität sondern auch wegen des größeren scheinbaren Gesichtsfelds von 66° bei den TS SWM`s (auch Blaukanten genannt). Ich finde, daß man mit diesen Okus lange Spaß haben kann. Auch einen 2" UHC-Filter würde ich empfehlen, kann aber auch noch was warten. Dringender würde ich Dir dazu raten, gleich einen Leuchtpunkt- oder Zielkreissucher mitzubestellen. Damit gestaltet sich das Aufsuchen der Objekte meiner Meinung nach wesentlich einfacher als mit einem 8x50 Sucherröhrchen.


    Zum Thema Fotografie: Ich fotografiere auch gerne, wenn auch meine Priorität in der visuellen Beobachtung liegt. Entgegen der Meinung einiger anderer Leute hier aus dem Forum, kann ich sagen, daß auch mit kleinem Geld schon einiges zu holen ist. Mein Anspruch besteht auch "nur" darin die Objekte wiedererkennen zu können. Mehr ist mir vom Aufwand zu kostspielig und auch zu streßig.


    Meine Fotoausrüstung besteht aus einer billigen EQ-EM10-Montierung (hat schon serienmäßig Motoren), deren Tragkraft so etwa in der EQ5-Klasse anzusiedeln ist, einem 6" f/5 Newton, einer Canon EOS1000d (ohne Filterum- bzw. -ausbau) und einer selbstgabauten Auslösesteuerung für die EOS.


    Kosten:
    Monti - gibts neu ab 199,-€ bei Seben (im ebay-shop)
    Teleskop - hab ich gebraucht für 120,-€ geschossen
    EOS1000d - hab ich samt Kitobjektiv für 399,-€ erlegt
    Steuerung - hat mich an Material ca. 10,-€ gekostet - das Multifunktionszeitrelais dafür habe ich vom Hersteller kostenlos bekommen
    EOS-Adapter um die Kamera am OAZ des Teleskops anschließen zu können - 20,-€


    Wenn ich zum fotografieren raus fahre nehme ich auch immer meinen 8" Dobson mit. Als erstes norde ich dann die Monti ein, justiere den Newton nachdem ich ihn auf die Monti gesetzt habe, baue die EOS auf den OAZ, justiere per Liveview-Modus der EOS an einem hellen Stern, fahre das Objekt an und starte mit der Auslösesteuerung meine Aufnahmeserie. Das Endfoto besteht dann aus mehreren (ca. 20-60) Einzelbelichtungen, die dann mittels eines Astrofotoprogramms (Fitswork) zu einem rauschreduzierten Summenbild zusammengefügt werden.


    Während das Fototeleskop seine Belichtungserien schießt habe ich viel Zeit zum Spechteln mit dem 8" Dobson.


    Die Bildbearbeitung nimmt dann meist auch nochmal mehrere Stunden Zeit in Anspruch. Womit ich sagen will, daß Du nicht mal eben fotografisch dokumentieren kannst, was Du visuell beobachtet hast.


    Und so sieht die Qualität meiner Fotos aus (mal abgesehen von der starken Komprimierung hier im AstroTreff):


    M42 - Orionnebel:


    NGC2024 - Flammennebel und B33 - Pferdekopfnebel:


    M51 - Whirlpoolgalaxie (zu wenig Einzelbilder - Himmel diesig und Mondschein):


    Die Einzelfotos, mit denen die hier gezeigten Summenfotos erstellt wurden, sind alle etwa 40 Sekunden belichtet. Selbst bei dieser relativ kurzen Zeit habe ich ca. 50-60% Ausschuß aufgrund des Schneckenfehlers der Montierung. D.h. um 50 Aufnahmen zum stacken zu haben muß ich etwa die doppelte Menge an Einzelbelichtungen schießen. Da kannste Dir ja ausrechnen, wie lange es dauert, bis man ein Objekt abgeschossen hat.


    Du kannst auch die Kamera mit Kameraobjektiv direkt auf die Monti setzen und damit fotografieren.


    Hier z.B. M81 und M82 mit 300mm Brennweite:


    und hier noch M31 - die Andromedagalaxie mit 100mm Brennweite:


    Wie Du siehst geht auch mit relativ kleinem finanziellem Aufwand schon was in Sachen Astrofotografie. Du mußt Dir aber bewußt sein, daß das ne Menge Zeit in Anspruch nimmt. Wirklich aufrüstbar ist mein Fotosetup auch nicht. Wollte ich also irgendwann mal bessere Fotos schießen, müßte zuerst `ne teuerere Monti her und das ganze Guidingzeuchs. Aber wie gesagt, mir reicht es so. Alles andere ist mir zu streßig.


    Noch was zum webcamen mit dem Dobson. Ich habs gemacht und kann nur sagen, daß es Streß pur ist, aufgrund der fehlenden motorisierten Nachführung. Da ich auch keine große Lust dazu verspürte mein Laptop mitzunehmen habe ich das dann auch mal mit meiner Kompaktdigiknipse im Filmmodus am 8" Dobson versucht. Und siehe da, es geht auch.


    Hier mein Saturn vom letzten Jahr:


    Vom Aufbau her sieht das dann so aus:


    Mond und Sonne (natürlich nur mit geeignetem Sonnenfilter - Erblindungsgefahr!!) kann man auch direkt knipsen. Planeten filmt man aber besser und stackt dann wieder einen Teil der Einzelbilder des Films.


    Das "normale" Fotografieren von Mond und Sonne am Dobson mit kurzer Belichtungszeit geht noch recht gut. Das filmen der Planeten mit großer Brennweite ist aber mangels motorisierter Nachführung schon sehr schwierig und stressig.


    Fazit: Auch ich würde Dir erstmal zur reinen visuellen Beobachtung raten. Dazu spielt Öffnung keine unwesentliche Rolle. Mit 8" ist das schon ganz ordentlich und ist noch dazu relativ gut zu transportieren.


    Gruß
    Heiko

  • Mannomann, was hier in wenigen Tagen an Infos reingeprasselt ist, Wahnsinn.
    Allen herzlich gedankt. Ein paar Kommentare zu den letzten Beiträgen:


    Nein, ich habe keinen aktuellen Disput gesehen, ihn nur befürchet. Aber hier geht es ja ohnehin sehr gesittet zu. bon.


    Ich hatte wohl im Innersten gehofft, es kommt ein "Freak" der sagt: "Vergiss alles, nimm Dein Fotohandy, halte das an die Tschibogurke und übermorgen kommste mit dem Ultimativen Foto-Astrobuch heraus [:D].
    (so in etwa).


    Die Einhelligkeit hin zum Dobson hat mir Mut und mich schlaflos gemacht. Ich freue mich riesig auf das Teil.


    Zum Thema Zeichnen: ich finde die Idee als Alternative klasse. Nur meine künstlerischen Fähigkeiten haben schon Generationen von Kunstlehrern verzweifeln lassen. Ich werde also den Rat befolgen und etwas googlen.


    Seit Beginn dieses Threads habe ich viel verstanden über Qualität, Montierungen, Preis-Nutzen-Relationen und Anspruchs-Ergebnis-Verhältnisse. Das macht Mut. Und wenn ich 65 bin (heute 48), habe ich vielleicht 60% meiner Traumausrüstung zusammen. Tolle Perspektive, nicht in 1 oder 5 oder 10 Jahren sein Hobby zur Routine ausgeschöpft zu haben.
    Ich freue mich, hier im Astroforum weiter viel Hilfe von Experten bekommen zu können.
    Grüsse
    Peter

  • Hallo noch einmal.
    Ich habe gelesen, dass der Skywatcher 8" Dobson om Astroshop 64 kg wiegen soll. Ist das wahr? [:0]
    Macht es bei einem solchen Rohr denn noch Sinn, an Transport auf den lichtschwachen Berg zu denken?
    Nebenbei berechnet der Astroshop für dieses Päckchen &gt;60 Euro Transport [xx(].
    Es gibt auch ein Flexi-Tube gleichen Spiegeldurchmessers mit insgesamt (Rockerbox und Teleskop) mit angegebenen 24 kg.
    Kann mal jemand aus der Praxis diese Probleme, wenn es denn welche sind, erläutern?
    Merci :)
    Gruss
    Peter


    EDIT: War jetzt gerade noch mal im astroshop und man hat dort offenbar eine Korrektur vorgenommen. Er wiegt seit heute komplett 24 kg bei 12,90 Versandkosten. Puh.
    Trotzdem: Ist der Transport ein Problem? Solllte ja aber für stabile andere Montis ebenso gelten.

  • Hi Peter,


    falsche Angaben im Onlineshop sind fast an der Tagesordnung [:D]


    Zum Transport: ich habe einen 12" Galaxy (= GSO). Also Volltubus Alu, dazu eine Selbstbaurockerbox aus 24mm Multiplex aufgebaut.


    Tubus wiegt ca. 19kg, die Box etwa 15kg. Das trägt sich so aus dem Wintergarten ins Freie raus oder vom Auto weg zur Wiese noch recht gut, aber vom Wintergarten zum Auto nutze ich eine Sackkarre- für ca. 35m.


    Bei allem was so 8" oder größer ist sollte man sich von der Idee verabschieden das man die Sachen mal locker auf den Hügel oder in den Park trägt- das wird nix.


    Für nicht zu lange Strecken alternativ ein Dobsmobil anschaffen- Bollerwagen- das geht auch mal für den Feldweg. Nicht vergessen, Okularkoffer, Karte, Taschenlampe, Hocker.... muss auch alles mit.


    Gruß
    Stefan

  • Hi Peter,

    Quote
    Trotzdem: Ist der Transport ein Problem? Solllte ja aber für stabile andere Montis ebenso gelten.


    Es kommt darauf an. 12kg Tubus an einem Tragegriff (Hier meine Version davon) ist kein Problem für 15m aber wohl eines für 150m "Schleppweg".


    Aber Du kannst ja jederzeit eine Art "Schubkarre" konstruieren. Einfach z.B. ein Fahrrad ausschlachten. [:D] Oder so einen Fahrradanhänger umfunktionieren. Es gibt auch diese Einkaufs-Trolleys bzw. Rahmen, die so zwei Kästen Bier (das wäre Deine Gewichtsklasse) aufnehmen.


    Kritische ist IMHO die Tubuslänge: 1200mm gehen z.B. gerade so auf die Rücksitzbank eines Golfs, während die Rockerbox hinten rein passt. Sozusagen die "Golf-Max-Klasse", noch mehr und Du musst Sitze klappen.

  • Quote
    <i>Original erstellt von: Hellvet</i>
    <br />Zum Thema Zeichnen: ich finde die Idee als Alternative klasse. Nur meine künstlerischen Fähigkeiten haben schon Generationen von Kunstlehrern verzweifeln lassen. Ich werde also den Rat befolgen und etwas googlen.


    Hi!


    Auch wenn ich selber nicht zeichne (außer gezwungenermaßen früher an der Uni am Mikroskop), ein Tipp dazu: Denk weniger an Zeichnen im Sinne von "fotorealistische Darstellung", sondern im Sinne von Skizzieren - was ist charakteristisch, wie wirkt es, und wo kann ich ganze Sternfelder einfach schraffieren oder so.
    Der Sinn vom Zeichnen ist in erster Linie das bewusste Beobachten und die Eindrücke festzuhalten. Beim Fotografieren merke ich auch oft genug, dass ich mir die Ziele nie wirklich ansehe, weil jede Minute klaren Himmels gebraucht wird, um die Technik zum Laufen zu bringen und die Aufnahmezeit möglichst effektiv zu nutzen.


    Sehr eindrucksvoll finde ich das Buch "The Messier Objects" von Stephen James O'Meara. Der hat sämtliche Messier-Objekte mit einem TeleVue 4"-f/5-Genesis-Refraktor beobachtet und gezeichnet sowie ein Foto daneben gestellt. Das gibt einen guten Eindruck davon, was eine Zeichnung eigentlich ausmacht (abgesehen davon ist es eine wahre Fundgrube von Infos zu den Messier-Objekten, die allenfalls vom "Atlas der Messier-Objekte" aus dem Oculum-Verlag getoppt wird - der zwar auf Deutsch ist und hübschere Farbfotos enthält, dafür jedoch nicht zu allen Objekten Zeichnungen enthält, die noch dazu mit größeren Geräten aufgenommen wurden).


    Gruß,
    Alex

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