Frage zum Protuberanzenansatz...

  • Hallo Optik Experten, ich habe eine Frage. Wenn ich einen Lille/Baader Protuberanzenansatz am Refraktor verwende spielt es eine Rolle ob der Refraktor ein Objektiv mit Luftspalt oder ohne Luftspalt (APQ-AP) hat? Leidet etwa der Kontrast oder die Abbildung bei einem Luftspalt-Refraktor?


    Gruß Armin

  • Armin,


    ich bin zwar nur Anwender und kein "Optik Experte". Aber ich bin sicher, dass es absolut keine Rolle spielt.


    Beide Bauarten können ja auch bei Nachtbeobachtungen excellent kontrastreiche Ergebnisse liefern (z.B TMB mit Luftspalt oder APQ mit Fügemedium). Warum sollte das bei der Sonnenbeobachtung anders sein?

  • hallo Armin,


    am perfektesten ist wohl ein gefügtes vergütetes Objektiv.


    Ein Luftspalt erzeugt mehr Streulicht ist aber vergütet.
    Ein klassisches AK Objektiv wird NUR unvergütet(Lichtenknecker) geliefert ( bis auf Zeiss zumindest mein ex.50/540 C ).


    Momentan arbeite ich mit einem AK 90/540mm zeigt auch gute Bilder nicht schlechter als mein vormaliges Genesis SDF !
    Auch mein früherer 70/560mm Fluorid war nicht kontrastreicher, der Filter war nur "frischer" !


    Gruß
    Christian

  • Hallo Armin,


    es dürfte normalerweise keine Probleme mit Geisterbildern oder Streulicht kommen. Allerdings habe ich auch schon mal einen 4"/F15 FH das Gegenteil erlebt. Mein 4"/F10 FH (Synta) hat dagegen keine Probleme gemacht.

  • vielen Dank für die Antworten. Ich verwende meinen Ansatz an einem Zeiss C 63/840. Der hat ja ein verkittetes Objektiv. Ich möchte aber auch mit grösserer Öffnung beobachten und daher auf 100 f/8 (Luftspalt) als auch auf 130 f/8,35 (Ölgefügt) umrüsten.


    Armin

  • Hallo,
    ist in Verbindung mit dem Protuberanzenansatz ein sehr hochwertiger Refraktor (Apo?) notwendig und sinnvoll, da durch einen H Alpha Filter 1,5 Å die Wellenlänge extrem begrenzt ist ?
    Kann man einen Achromaten auf die H Alpha Wellenlänge 653nm optimieren ?


    Hat es jemand schon mal mit einem Einlinser versucht ?


    Gruß Dietmar

  • Hi Dietmar,


    das Problem mit dem Farbfehler liegt woanders. Ein Refraktor (mal kein APO) hat für verschiedene Wellenlängen (Farben) des Lichts, verschiedene Brennweiten. Dadurch passiert es, daß wenn Du das rote Licht scharf gestellt hast, daß das blaue nicht scharf ist. Ebenso natürlich auch, wenn Du blau scharf stellst, dann paßt halt rot nicht mehr ganz. Dadurch entstehen Farbsäume um hellere Objekte.
    Bei einem APO ist die Differenz zwischen den (extremalen) Schärfepunken (dem für blau <-> dem für rot) fast nicht verhanden, da eine Glas-/Linsenkombination gewählt wurde, wobei die einzelnen Fokallagen aufeinander fallen.
    Wozu das ganze? Da Du bei der H-Alpha-Beobachtung eh nur eine Wellenlänge siehst, eben die des H-Alpha-Lichts, ist die Wahl ob APO oder nicht nicht in dem Sinne entscheidend, den Du ansprachst. NAtürlich liefert ein APO immer noch das schärfere Bild, da bei einem hochwertigen Objektiv neben dem Farbfehler (chromatischer Abberation) auch noch andere Linsenfehler besser korrigiert sind.


    Viele Grüße,
    Martin

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