Meine Spiegelschleifdoku Teil 3

  • Hallo liebe Astrogemeinde und Freunde kosmischer Erscheinungen!


    Ja, lang hat es gedauert aber ich melde mich zurück mit dem 3. Teil meiner bereits vor einigen Monden begonnenen „Doku“ über mein Spiegelschleifprojekt. [:I]


    Ich möchte versuchen an meinem letzten Thread so gut wie möglich anzuknüpfen.
    http://www.astrotreff.de/topic…Terms=spiegelschleif,doku



    Nachdem ich den Dreh nun endlich heraus hatte, wie denn ein Foucaultester nun wirklich funktioniert und wie man ihn so baut, dass er zuverlässige und reproduzierbare Bilder „ausspuckt“ [:)], konnte ich endlich gezielt auf Veränderungen der Spiegeloberfläche reagieren.



    Nur stellte sich schnell heraus, dass ein Anfänger wie ich ,auf diesem Gebiet zügig an seine Grenzen stößt. Ich sage da nur zwei Worte die wie krratzende Fingernägel an der Tafel klingen;<b>abgesunkene Kante und zurückgebliebener Rand *wuuuuhaa*</b>


    Und bis ich wirklich realisiert hatte, was nun genau meinem Spielelchen fehlt, musste ich auch mal ein paar Haare lassen (ohje wie war) .


    Aber ich fange am besten da an wo jeder anfängt, den Spiegel sphärisch zu bekommen. Das ist leichter gesagt als getan. Es war ganz irre [:(!], ...ich habe einfach keine Sphäre hinbekommen zumindest nicht bis zum Rand.


    Von der Angst förmlich geschüttelt, wagte ich es, im Forum mein Problemchen vorzutragen. Wie ich erwartet hatte, stürzten sich alle „Profis“ auf diesen armen kleinen Rand und schlugen mir die tollsten Techniken vor, um den Rand wieder „zurückzuholen“. Und ich habe 2 davon versucht.


    Meine erste Rettungsaktion war die Variante von Kurt, der mir die Sterntoolvariante vorgeschlagen hat.Sterntool


    Ich hielt dies für den anfänglich sichereren Weg, da mir die zweite Variante „Daumenpolitur“ nicht ganz geheuer klang.


    Also Sterntool gebastelt und los ging es! Etwas geschockt war ich allerdings vom Ergebnis was mich eher an einen Mexikanerhut erinnerte als ein einen Parabolisierten Spiegel: mmh



    Ok, nun versuchte ich diesen“Hut“ wieder einzuebnen indem ich mit meinem Fullsizetool, die gesamte Fläche wieder glattgebügelt habe ( 1/3 Überhang und nicht zu lange Striche). Leider war der Erfolg, nicht gerade groß.




    Daher wagte ich mich an die Variante vom Stathis.... Daumenpolitur <b>(oh, Gottttt)</b>. Das jemanden zu beschreiben sprengt den Rahmen, aber ich versuchs ganz kurz.


    Daumen 5min lockermachen :-), danach Daumen gut anlegen (nicht direkt auf die Kante, sondern etwas weiter innen so 2,5 cm ... ca.) und bin dann mit einer Bewegung als wollte man mit dem Daumen einen hartnäckigen Fleck wegwischen, um den ganzen Spiegel gegangen. 10 Runden glaube ich.


    Das Ergebnis lässt einen schon mal blass werden, weil es sich einfach nur komisch ansieht:


    Nicht desto trotz die Sache wieder geglättet und das Endergebnis war.. wirklich etwas besser.



    Nun da ich mich entschlossen hatte es so zu lassen, trat ich vor den Parabelberg <b>*Blitzdonnerkrach*</b>!Auge in Auge, Zahn um Zahn....


    Mit großen Erwartungen versuchte ich nun via MOT die Mitte zu vertiefen und so eine Parabel bekommen. So habe ich den Spiegel warm gepresst und achtete darauf immer überall guten Kontakt zu haben.


    Mit gut 35% Überhang ging es dann daran die Mitte zu vertiefen.


    Und bei meinem Glück polierte ich auch ersteinmal einen Krater in die Mitte, dass man hätte vermuten können, ich bin auf der Suche nach Öl. Naja kein Wunder, etwas mehr Feingefühl, wäre angebracht gewesen.


    Es ist aber auch schwer, die Polierdauer sofort richig einzuschätzen *amkopfkratz*.
    Daher mit meinem Fullsizetool (FST) wieder TOT poliert und mit 1/3 Strichen diesmal etwas kürzer versucht die Berge anzutragen.


    Leider ist dabei auch der Rand wieder etwas abgefallen, was mir aber in dem Moment egal war, ich wollte das Loch erstmal wieder wegbekommen.


    Blöderweise hat das wieder ne ganze Weile gedauert.


    Wieder einigermaßen rehabilitiert, musste ich feststellen, dass ich irgendetwas nicht richtig mache, denn das was ich machte, führte ständig zu einem schlechten Ergebnis.


    Ok, aber was sollte ich denn noch anders machen?? Ich hatte ja schon sämtliche Strichtechniken die das ATM Lager zu bieten hat durch.


    .(hier nochmal der „ich krieg die parabel nicht rein“ Threat)



    Also fasste ich einen Entschluß der sich später noch bezahlt machen sollte. Ich stellte kurzerhand ein Subdiametertool (Subtool) her, mit dem ich einzelne Zonen „separat“ zu Leibe rücken konnte.


    Und auch hier konnte ich mich überzeugen, dass man auch mit einem Subtool, schnell Krater hineinpolieren kann. Aber durch gezielte Striche nur in der 75- 85% Zone konnte ich meine Berge langsam abpoliereren und ein erster Erfolg stellte ich ein, als ich bemerkte, dass es in die richtige Richtung geht.


    Jetzt ruhig Blut und einen kühlen Kopf bewahren. Das Subtool immer wieder schön gepresst und dann auf die nächste Zone. Erstaunlicher Weise, sind 2 Runden um den Spiegel vollkommen ausreichend. So war es möglich sich langsam an die Sache heranzutasten.


    Wenn ich da an manche meiner 10 min Aktionen denke *kopfschüttel*


    Als ich erkannt habe wie man Zonen „behandelt“ war ein weiterer Fortschritt fast schon vorprogrammiert.


    Es passierte jetzt genau das, was ich wollte dass es passiert. Das Gefühl ist echt super!
    Und zum allerersten Mal seit geschlagenen 9 Monaten der Politur (mit viermonatiger Sommerpause).......sah ich nur noch weisse Zahlen auf dem Diagramm...*seuftz*



    Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Auch eine Lektion, die ich wieder lernen sollte war, dass im Bereich unter 65nm alles doch irgendwie noch ein Wenig feinfühliger reagiert.. Nachträglich betrachtet war COC (Center on center) eine unglückliche Strichwahl.


    Aber eisern streng nach meinem Notfallplan, bearbeite ich wieder nur die 40%-50% Zone und konnte die Parabel wieder etwas besser herausarbeiten.

    Zumindest ein kleines Bisschen besser.


    Aber mit meiner neugewonnenen Motivation, sind die Korrekturen viel entspannter zu meistern.
    Und so traute ich meinen Augen kaum, als ich nach einer weiteren Korrekturrunde das Ergebnis serviert bekam.


    Freudestrahlend und immer noch fassungslos, wollte ich es noch etwas weiter treiben und wagte mich mit schon fast homöopathischen Strichen, nochmaleinmal an den Spiegel heran. Einige werden sagen, das tut auch Not, andere (welche auch zu den Anfängern zählen wie ich selbst) werden sagen, das wäre nicht nötig gewesen.


    Aber wie soll ich sagen, wenn man einmal angesteckt ist... dann kommste vom Parabel oder Lambdarausch nicht mehr los. So wurde mein Ehrgeiz wieder gebremst als ich sah dass ich es verschlimmbessert hatte.


    Aber mit viel Mut und Einsicht habe ich die Mitte und den Rand wieder ein Wenig zu richten. Dazu habe ich ganz brav 2 Striche in dieser Zone gemacht und die Scherbe dan leicht gedreht. Der Erfolg hielt sich aber in Grenzen.


    Ohne mich entmutigen zu lassen, ging es nach dem Kaltpressen weiter. Diesmal allerdings mit dem FSTool, COC-Strichen für nur 1 Runde und viel Hoffen und Bangen los.



    Und was soll ich sagen....es hat sich offensichtlich gelohnt, oder?

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