Grobschliff 8"/f7 - Erste Eindrücke

  • Hallo!


    Nachdem ich mich vor wenigen Tagen an die Fasen gewagt habe, war heute die erste Sitzung (meine erstes Schleifen überhaupt), hier ein paar Eindrücke:


    - Anfangsstrichführung wie in Marty's Buch beschrieben
    - Karbo 80 breiig, tritt etwas am Rand aus (halt ich für normal)
    - Nach 2h schleifen im Sitzen Pfeiltiefe ca. 0,5 mm, teilweise saugen jetzt beide Teile
    - Hinstellen und in weiteren 30 min auf ca. 1,0 mm, weiterhin ab und zu saugen
    - Spiegel kann am einfachsten über den Rand abgezogen werden
    - Linealtest: Bis zum Rand angegriffene Oberfläche, sehr gleichmäßige Körnigkeit der Oberfläche
    - Anstrenged war's auch ...


    Also schätze ich noch weitere 30 min morgen, bis der Taschenlampen test dran ist. Gewünschte Pfeiltiefe ist 1,813mm. Was meint Ihr?


    Gruß,
    Mathias

  • Hallo Mathias,


    schön von dir zu hören. Seit einiger Zeit schicke ich nun Glascheiben + Material durch Europa an irgendwelche Leute von denen ich zuvor noch nie was gehört habe und auf einmal tauchen sie hier im Forum wieder auf und erzählen wie sie das dumme Glas zum Leben erwecken - einfach toll.


    p.s. zur Sache:
    - Wenn der Brei zu sehr an der Seite "rausuppt" einfach etwas weniger Wasser nehmen. Wenn es dann immer noch saugt, etwas mehr Karbo nehmen.


    - Wenn der Abtrag am Rand groß wird (also die Fase immer dunner wird), mehr seitlichen Überhang machen. Das höhlt verstärkt die Mitte aus. ...und rechtzeitg die Fase nachziehen, bevor sie ganz verschwindet.


    Wir wollen alle wissen, wie es weitergeht.

  • Hallo Stathis,


    die Fasen gehen nicht zu schnell weg - für den Anfang bin ich wohl ganz gut unterwegs. Es hat mich aber einige Überwindung gekostet, mit dem Glas kraftvoller umzugehen ...


    Ab wann muß ich eigentlich auf Katzenhaare [;)] und ähnliche Objekte achten?


    Gruß aus Wien,
    Mathias

  • [quote]<i>Original erstellt von: mundl</i>
    [
    Ab wann muß ich eigentlich auf Katzenhaare [;)] und ähnliche Objekte achten?


    Hallo Mathias,


    ab ca. Carbo 240 muß man etwas vorsichtiger werden. Katzenhaare sind nicht so kritisch, schlimmer wird es bei Mäuseknochensplittern [;)]


    Viele Grüße


    Achim

  • Nachdem der erste Teil des Grobschliffs erledigt ist, werde ich bei Dunkelheit mit Taschenlampentest versuchen, die erreichte Brennweite zu bestimmen ... Spannung kommt auf (bei mir, nicht im Glas [:)]).


    Im Bild sieht man den Spiegelrohling mit dem dünneren Fensterglastool.



    Gruß,
    Mathias

  • Hallo Stathis,


    richtig, das Glastool hat 15 mm. Es war (ist) auch perfekt rund in der gewünschten Größe, hat allerdings schon 1 mm Dicke durchs Schleifen verloren. Ich habe diverse Glasereien in Wien angerufen, um Preise zu erfahren. Da war alles dabei, inkl. nur scharfkantig gebrochener Rand und viel zu teuer. Den Rohling habe ich dann so wie abgebildet für 15 Euronen beziehen können, spannungsfrei laut Aussage der Glaserei ("sonst hätte ich diesen nicht so genau schneiden können").


    Was anderes: Wie bekomme ich es hin, daß die rauhe Spiegeloberfläche für den Taschenlampentest nicht sofort abtrocknet? Ich bin mir nicht sicher beim Test und glaube schon eine Brennweite von 1500 mm erreicht zu haben. Wenn das stimmt, sollte ich jetzt kurz TOT machen und dann den Feinschliff angehen?


    Gruß,
    Mathias

  • Hallo Matthias,


    also, damit das Wasser ein wenig länger auf der Scheibe bleibt, nehm ich immer einen Tropfen Spüli. Dann ist das Wasser Spannungsfreier, bleibt etwas länger in den Löchern hängen und vor allem ist die Wasserschicht nicht so "hügelig", was mich beim Grobschlifftesten immer ziemlich stört.


    Gruß
    Winfried

  • Hallo Matthias


    statt den Spiegel nass zu machen kannst du auch ein Kreuz aus hochglänzenden, durchsichtigen Scotch-Klebstreifen (genauer Markenname ist mir entfallen) draufpappen! Schön anreiben - Das misst ebenso genau, und ohne Stress.


    Schönen Gruss nach Wien
    Daniel

  • Hallo Daniel,


    der Tip mit dem Klebeband klappt gut, ich habe drei Streifen nebeneinandergeklebt und sehe jetzt die Glühbirne der Taschenlampe und einen breitflächigen Reflex. Nach Messung mit Schiebelehre und einem Stapel von Visitenkarten komme ich laut der Messung auf ca. 1,5 mm Pfeiltiefe. Ich habe das Gefühl, daß die Messung mit der Lehre und die Taschenlampenvariante irgendwie nicht zusammenkommen - heißt: Worauf muß ich bei der Taschenlampe im Spiegel schauen?


    Auf das Bild der Glühbirne oder den breitflächigen Reflex?


    Gruß,
    Mathias

  • Hallo Mathias,
    Alois Ortner hat kürzlich im Forum geschrieben, dass für den Taschenlampentest kein gerichtetes Licht (eben, Taschenlampe ist ungeeignet!) verwendet werden soll. Das kommt davon, dass Taschenlampen einen ungefähr parabolischen Reflektor haben, der das Licht der Birne nahezu parallel aussendet. Das ist dann der helle Lichtfleck, wenn Du die Taschenlampe auf die Wand richtest!


    Wenn Du den "Taschenlampentest" also mit einer Taschenlampe und mit dem hellen Lichtfleck direkt auf den Spiegel gerichtet machst, dann misst du nicht das Kugelzentrum (Stahlen kommen aus dem Zentrum udn werden auch wieder dahin zurückgeworfen), sondern eher die Brennweite (wo parallele Strahlenbündel fokussiert werden) oder je nach Reflektor der Taschenlampe auch irgendwas dazwischen.


    Gut geht der Test mit einer kleinen hellen Glühbirne, einer Kerze, Leuchtdiode.....


    Mit der Taschenlampe funktioniert auch, aber dann musst Du den hellen Lichtfleck der Lampe einiges neben den Spiegel und ja nicht direkt darauf richten beim Testen!


    Grüsse Max

  • Hallo Max,


    der Test mit einer Kerze bzw. Feuerzeug klappt in Verbindung mit mehreren Klebestreifen prima. Nach dem Test hätte ich jetzt eine Brennweite von ca. 1300 mm, was nicht mehr meinem ursprünglichen Ziel von 1425 mm entspricht.
    Die Schiebelehre zeigt nicht die 1,81 mm die für diese Brennweite errechnet wurde, sondern nur ca. 1,58 mm.
    Den Brennweitentest mit dem Feuerzeug habe ich mit einer zweiten Person ausprobiert, die zum gleichen Ergebnis kam.
    Der Rand des Spiegels hat noch immer 25,4 mm.
    Sollte ich es mal mit einer anderen Schiebelehre probieren? Wenn ich ein Lineal über die Mitte halte, sieht mir der Spalt eigentlich schon in der Nähe von 2 mm aus ...


    Das Glastool hat am Rand auch schon ca. 2 mm verloren ...


    Gruß,
    Mathias

  • Ich sehe folgende Möglichkeite für die Diskrepanz:


    - Der Messchieber ist Schrott
    - Die Schiene (Lineal), die du drüberlegst ist schief
    - Die Klebestreifen sitzen nicht wirklich glatt (parallel) auf dem Glas und reflektieren zu einem anderen Winkel, als die tatsächliche Spiegeloberfläche
    - Der Spiegel ist nicht sphärisch


    Hast du schon den Bleistifttest (Filzstift Test) gemacht, um auf Sphäre zu prüfen?


    Ich mache den Reflextest ohne Klebestreifen und mit einer Glühbirne oder LED (ohne Reflekror natürlich!!!) und mache den Spiegel immer wieder mit der Blumenspritze o.ä. nass. Ich versehe nicht, wo dein Problem damit liegt, bei mir klappt es immer auf ca. +-5 cm genau (beim Feinschliff noch viel genauer). Ich verlasse mich dann darauf und nicht auf den Messchieber.


    Wenn es dir immer noch zu schnell eintrocknet, kannst du den Spiegel auch ganz dünn mit Speiseöl einschmieren.



    Viel Erfolg

  • Hallo Stathis,


    ein schneller Bleistifttest ergibt folgendes Bild:



    Die Mitte und der Rand bleibt stehen, im äußeren Bereich gibt's Kontakt zwischen Glastool und Spiegel.


    Gruß,
    Mathias

  • Wenn du den Test richtig gemacht hast (1x MOT + 1x TOT mit neutralen Strichen, z.B. 1/3 Strichen), dann bedeutet dies, dass die beiden Scheiben nicht richtig Kontakt miteinander haben und der Spiegel wahrscheinlich nicht sphärisch ist. Die Mitte des Spiegels ist hohler (kürzerer Krümmungsradius) als der Rand.


    Abhängig davon wo du die Klebestreifen hingeklebt hast, misst du den Radius der Zone, wo sie kleben. Das könnte die Diskrepanz erklären.


    In jedem Fall jetzt mit kürzeren Strichen (1/3 Striche sind ok.) im Wechsel TOT un MOT Schleifen, bis der Bleistiftstrich gleichmäßig verschwindet. Das sollte nach spätestens 20 Minuten der Fall sein. Dann kannst du die Körnung wechseln

  • Hallo Stathis,


    so genau habe ich nicht getestet. Das hole ich morgen mit einmal MOT/TOT nach und schaue dann was passiert.


    Gruß,
    Mathias

  • Es geht weiter:


    1x TOT: Bleistift bleibt nur am Rand ca. 1 cm stehen
    1x MOT: Bleistift bleibt nur am Rand ca. 1 cm stehen
    6 x MOT: Bleistift gleichmäßige Abnutzung, minimal am Rand sichtbar. Kreisende Bewegung auf der Randzone mit Mitte des Tools.
    Ohne Karbo / Wasser: Teile haften leicht, Randzone wird beim gegeneinander reiben zuerst abgenutzt:



    Ich glaube, daß diese Zone sich jetzt etwas nach außen verlagert hat. Noch mehr Druck mit Drittelstrichen? Ich spüre dann leichten Widerstand, daß muß diese Zone sein, oder?


    Gruß und danke für Eure Hilfe
    Mathias

  • Hallo Mathias,
    schön beobachtet. Nun ist die Sache klar, die Kurve ist nicht bis zum Rand entwickelt.


    Dass der Strich am Rand gar nicht oder nur sehr zäh verschwindet, bedeutet, das dort kein oder kaum Kontakt herrscht - logisch. Das wiederum bedeutet, dass die Kurve am Rand abgeflacht ist, bzw. nicht bis zum Rand mit gleichem Radius entwickelt ist. Würde man jetzt einen Foucault Test machen können (was ja in diesem Sadium nicht geht, da er nicht poliert ist), würde man einen 1 cm breiten abgesunkenen Rand sehen.


    Nun wird auch klar, warum die 2 Messmethoden in diese Richtung abweichen. Die Reflexmethode zeigt den Krümmungsradius der inneren 180 mm des Durchmessers, der ist ja wie du sagst 2x 1.300= 2.600 mm. Dezogen auf diesen Durchmesser ergibt sich eine Pfeiltiefe von r^2/(2R)= 90^2/(2*2600)=1,56 mm, also ziemlich genau das, was du mit dem Messchieber gemessen hast.


    Den Flachen Rand müsstest du auch sehen, wenn du ein Lineal über die Fläche legst. Die Kurve müsste vom Rand ausgehend erst langsam und nach dem ersten 1 cm schneller tiefer werden.


    Das alles ist zum Ende des Grobschliffs ganz normal, du bist mit dem Grobschliff einfach noch nicht ganz fertig und musst mit weniger Überhang als du beim Aushöhlen gemacht hast weiterschleifen. Der Flache Randbereich wird dann immer dünner werden. Wenn er ganz verschwunden ist, oder sagen wir nur noch 3 mm breit ist, kannst du zum 180-er Korn wechseln und den Rest damit anpassen.

  • Hallo Stathis,


    die Brennweite vergrößert sich wieder wie von Dir vorausgesagt[:)]. Ich liege momentan hier:


    D f R h
    203,20 7,00 2844,80 1,81 &lt;== Ziel
    203,20 7,10 2885,44 1,79
    203,20 7,20 2926,08 1,76 &lt;= Test Brennweite
    203,20 7,30 2966,72 1,74
    203,20 7,40 3007,36 1,72
    203,20 7,50 3048,00 1,69
    203,20 7,60 3088,64 1,67
    203,20 7,70 3129,28 1,65
    203,20 7,80 3169,92 1,63
    203,20 7,90 3210,56 1,61
    203,20 8,00 3251,20 1,59
    203,20 8,10 3291,84 1,57 &lt;= Test Pfeilhöhe


    Die Meßwerte konvergieren langsam aber sicher zum Zielpunkt des Grobschliffs. Ich werde noch weiter mit leichtem Überhang MOT und TOT im Verhältnis 2:1 schleifen.


    Nach ein paar Chargen bin ich hier:


    D f R h
    203,20 7,00 2844,80 1,81
    203,20 7,10 2885,44 1,79
    203,20 7,20 2926,08 1,76
    203,20 7,30 2966,72 1,74
    203,20 7,40 3007,36 1,72 Test Brennweite
    203,20 7,50 3048,00 1,69
    203,20 7,60 3088,64 1,67
    203,20 7,70 3129,28 1,65
    203,20 7,80 3169,92 1,63
    203,20 7,90 3210,56 1,61
    203,20 8,00 3251,20 1,59 Test Pfeilhöhe


    Der Linealtest sieht jetzt am Rand auch besser aus.


    Gruß,
    Mathias

  • Langsam passen sich beide Teile an. Beim Bleistifttest werden fast alle Bereich angegriffen, nur der Rand etwas zu stark. Mit weiteren 30 min 2:1 MOT:TOT sollte ich die Sphäre und die Zieltiefe erreichen.



    Gruß,
    Mathias

  • Hallo Mundl
    Die Erfahrung dass sich die beiden Sphaeren allmaehlich anpassen und dann wieder von einander entfernen ist einfach ein Geduldspiel fuer den Spiegelschleifer.
    Man hat es ja in der Hand durch Strichvariationen die beiden Radien aneinander anzupassen ,versuch einmal die
    schleifzeit einer Scharge auf eine 1/4 Stunde zu begrenzen und dann wieder den Bleistifttest zu machen,
    denn in der Zeit wo du zu lange schleifst kann sich dass Bild der Sphaere ein paar mal aendern und du keine Kontrolle hast also mach den Test oefter.
    Gruesse

  • So,


    der Grobschliff sollte beendet sein. Die Brennweite liegt jetzt bei 1500 cm und beide Platten liegen fast plan aufeinander, nur ein winziges Luftpolster saugt ein wenig. Die restliche Brennweite und genaue Sphäre mache ich mit der nächsten Körnung.


    Gruß,
    Mathias

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