Meine Spiegelschleifdoku Teil 2

  • Hallo liebe Spiegelschleifer- und Astrogemeinde,


    heute nun will ich meine Spiegelschleifdoku fortsetzen. Wir ihr sicher wisst ging es im ersten Teil hauptsächlich darum, wie ich den Spiegel auf Pfeiltiefe bringe und wie ich ihn sphärisch bekommen konnte.
    Doku Teil 1



    Nach dem ich das 3 my durch geschliffen hatte, konnte ich mir nun schon langsam Gedanken über das Polieren machen. Besser gesagt ist, ich musste mir Gedanken machen.
    Bis dahin war alles wirklich recht einfach und ich bin der Meinung, dass das jeder hinbekommt, der etwas guten Willen zeigt.
    Aber ab jetzt wurde es spürbar komplizierter. Nichts was man nicht schaffen könnte aber das soll der folgende Text behandeln.


    Wie immer benötigt man auch hier ein Tool, was praktischer Weise, das gleiche sein kann mit dem man schon geschliffen hat. Ist das Pech aber einmal drauf und man muss aus irgendwelchen Gründen zurück zum Feinschliff, hat man eben Pech. Daher entschied ich mich für ein neues Tool.



    Diesmal nicht ganz so dick, das ist etwas handlicher. Die Prozedur ist anfangs dieselbe, wie das Gießen des Schleiftools. nur mit dem Unterschied, dass ich hier nur auf eine Seite eine Fliese geklebt habe.Über die restliche freie Fläche, kam Epoxykleber.


    Beim Einrühren bzw. Anrühren dieses Zeugs, sollte man unbedingt ein paar Dinge, wie Handschuhe und Waage parat haben. Damit das Mischungsverhältnis am Ende auch stimmt. Anschließend schön verteilen und das Tool, Wasser und Staubdicht machen.


    Als die Warterei vorbei war, konnte es endlich Pechhauttechnisch losgehen. Also bei diesem Zeug sollte man unbedingt Vorsicht walten lassen, das macht sich echt überall breit und es Splittert bei jeder Gelegenheit ab. Daher sollte man sehr sorgsam damit umgehen.
    In meinem Fall konnte ich auf die unterstützung eines Freundes setzten, der mir neben den passenden Räumlichkeiten auch mit einer Gießmatte zur Seite stand.
    Zum Gießen selbst gibt’s nicht viel zu sagen, einfach das Pech in einen Topf und bei kleiner Flamme die Sache zum schmelzen bringen.



    Dabei aufpassen, dass es nicht anfängt zu „Blubbern“ denn wenn so ein Bläsche platzt, dann ist das der selbe Effekt wie wenn Tomatensuppe durch die Bude spritzt, nur das sich das Pech nicht so schön beseitigen lässt ;-)
    Ist die Temperatur erreicht, dann kann man das Ganze im Topf gut rühren.


    Der Spiegel, kommt mit der konkaven Seite nach oben auf den Tisch und darauf dann die Gießmatte. Dann gießt man das Pech darauf, verteilt es gut und drückt dann das Tool hinein.




    Alles in Allem war es das schon, nun nur noch auskühlen lassen und dann herumdrehen und die Matte lösen.


    Das ist einfach ein super Anblick.


    Jetzt musste nur noch das überschüssige Pech ab. Das habe ich unter Wasser gemacht, weil ich das einfach für besser hielt. Mein anschließendes Resümee sollte diese Entscheidung auch bestärken. Wie man schön sehen kann das Zeug splittert sogar im Wasser wie das Böse.



    Nachdem ich alles ab hatte, wollte ich meinen Spiegel gleich mal auf das Tool legen und schauen wie gut er passt…..*arrrrgh* Böse Falle. Wie Anfänger eben so sind, machen sie auch manchmal Fehler und das Tool ohne Trennmittel wie Fit etc. auf den Spiegel drücken, …geht gar nicht!!


    Das klebt fest. Nach ca. 30min und vollen Hosen und viel Glück, bekam ich den Spiegel wieder herunter. Allerdings habe ich da auch ein Stück der Pechhaut mitgenommen, was aber nicht weiter schlimm war.



    Nachfolgend, habe ich die Pechhaut immer noch durch ein Fliegengitter vom Spiegel getrennt und auch des Öfteren kalt gepresst. Einfach ein paar Bücher drauf und bei Zimmertemperatur stehen lassen.


    Nach 1-2 Stunden mal den Kontakt der Pechhaut geprüft und als die überall gleich anlag, sollte es losgehen.
    Das Ceri mit Wasser gemischt und in ein höheres Glas gefüllt. Das hat den Grund, dass der Pinsel gleich mit hinein passt, wenn man den Deckel darauf schraubt.

    Ich benutze einen kleinen Lackierpinsel für 1,20€. Ich habe auch versucht das Glas mit dem Ceri auch so wenig wie möglich zu schütteln, damit das Ceri nicht am Rand eintrocknen kann. Denn ist das einmal zu klumpen ausgetrocknet, so sind Kratzer schon fast vorprogrammiert.



    Nun habe ich das Gemisch auf den Spiegel aufgetragen und einfach losgeschliffen.


    Die Striche (weniger Überhang und ganz) sind die gleichen wie beim Feinschliff. Nur ab jetzt schleife ich ausschließlich im MOT Mode. Wichtig finde ich zu erwähnen, dass ich eine Unterschied beim Kraftaufwand bemerkt habe. Anfangs hat die Pechhaut gebockt und lies sich mal schneller uns mal schwerer über den Spiegel schieben und das unkontrollierbar. Das war mein Zeichen, dass die Pechhaut noch nicht 100% gut ist. Also kurze wieder warm gepresst und aha, jetzt ging es gleichmäßig schwer zu schieben.


    Auch die Wassermenge ist von Bedeutung, ist sie zu viel ist schlecht und zu wenig, steigt der Widerstand sehr stark an. Und meine Kante will ich mir nichtrundpflügen, zumindest nicht, wenn es sich verhindern lässt. Als ich mit dem Schleifen fertig war, habe ich alles wieder vom Ceri befreit, wieder unter Wasser.


    Am Ende des Nachmittages, konnte ich auf ein gutes Ergebnis blicken. Ich würde auf der Stathis-Skala eine 5-6 geben.


    So und jetzt konnte ich auch zum aller Ersten mal meinen eigenen Foucaulttester … ja …testen.
    Dazu möchte ich noch sagen, das ich mit meinem Tester noch nicht 100% auf einer Wellenlänge liege, so dass ich nicht wirklich sagen kann was ich hier eigentlich sehe. Wer mir dabei helfen kann, sollte mich bitte via Mail kontaktieren. Danke [;)]












    So Freunde,...... so sieht es bis jetzt aus. Ich melde mich wieder wenn es weiter geht.
    Grüße
    Matthias


    <font color="limegreen"><font size="1">Bildsyntax geändert um Scrollen zu vermeiden. Stathis</font id="size1"></font id="limegreen">

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">...ab jetzt schleife ich ausschließlich im MOT Mode<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Opps, ich meine natürlich TOT - Tool on Top


    Grüße
    Matthias

  • Hallo Matthias!


    Schöne Bilddoku. Was ist das den für eine geniale Gießmatte , die du da verwendest. Ist die selbstgemacht oder kann man so etwas irgendwo kaufen?


    Grüße und cs,
    Thomas

  • Hi Thomas,


    die Gießmatte stammt von einem Freund. Sie wurde aus Silikonkautschuk selbst gegossen.


    Einfach viele kleine Holzquater mit genügend Abstand auf eine eine Multiplexplatte kleben und das ganze mit Epoxykleber versiegeln.


    Silikonkautschuck rein und vio la.


    Grüße Matthias

  • Klingt supereinfach! Da ich demnächst einen Spiegelschleifworkshop anbiete, käme mir so ein Teil echt gelegen. Wo bekommt man denn das Silikonkautschuk her. Hättest du mir vielleicht eine Adresse?


    Grüße, Thomas

  • Hi


    Den Bildern nach zu urteilen hast Du alles richtig gemacht. In der Beschreibung allerdings steckt ein fataler Fehler. Beim Gießen der Pechhaut liegt der Spiegel unten - mit der konkaven Seite nach oben. Darauf NICHT die Gummimatte sondern zunächst ein Stück Zeitungspapier oder Küchenrolle - und erst DARAUF die Gummimatte. Verzichtet man auf die Lage Papier zwischen Gummi und Spiegel, hat man seine liebe Not, nach dem Hartwerden des Pechs Spiegel und Gummimatte zu trennen. - In der Bildsequenz erkennt man das Blatt Papier - in der Beschreibung fehlt dieser Hinweis. Weiter gutes Gelingen - Karl

  • Hi Suberidome,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">sondern zunächst ein Stück Zeitungspapier oder Küchenrolle und erst DARAUF die Gummimatte.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Danke für den Hinweis. Ich Habe das einfach vergessen zu erwähnen, aber wenn es im Bild zu sehen ist, dann ist es ja ok.


    Grüße
    Matthias

  • hi matthias


    echt klasse doku


    ich wünschte ich würde so gute bilder hinbekommen :D


    wenn ich deine bilder richtig sehe, müsstest du eine wulst drin haben und eine leicht abgesunkene kante.


    etwas übertrieben ca so:



    falls ich da aber jetzt was falsches sage, hoffe ich, dass das schnellst möglich richtig gestellt wird, nicht das man evtl. falsch weiter macht.


    ich bin momentan im selben punkt wie du, poliere aber hauptsächlich MOT.


    muss echt mal schaun bessere bilder hin zubekommen =)


    hast du evtl. ein bild von deinem tester? =D

  • Hi,


    nach meinem letzten Beitrag, wollt ich noch etwas nachtragen.


    Wie Ihr da sehen könnt, ist auf dem letzten Foucaultbild eine Vertiefung und ein leicht abgesunkener Rand zu sehen.


    Der Grund war mir allerdings noch nicht ganz klar [?] und dann klingelte es plötzlich [:0] !


    Wie ich oben geschrieben habe
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Die Striche (weniger Überhang und ganz)<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    , war schlicht und ergreifend falsch. Auch das Druckausüben will gelernt sein. Ich habe mich da einfach ein Wenig verschätzt.


    Ich weiss auch nicht wie ich da drauf gekommen bin?[:I]
    Das Ende vom Lied sah dann so aus;


    Dachnach habe ich die Strichführung dahingehend geändert, dass ich mit 1/3 W Strichen über den Spiegel gewandert bin. Und so sah es dann gestern Abend aus.


    Heute habe ich meine Strichführung beibehalten und habe den Spiegel nun fast auspoliert. Auf der Stathis-Skala würde ich sagen eine gute 9 - 9,5


    Morgen werde ich sicher fertig mit dem Polieren. Dann gilt es den Foucaulttester richtig standsicher zu bekommen. Mein derzeitiges Grät, ist nicht das gelbe vom Gockei [:D]



    Da habe ich von meinem Dreher einen Fräskreuztisch bekommen, welchen ich zum Tester umfunktionieren muss. Der wiegt schon ein Bisschen mehr und lässt sich spielfrei in beiden Achsen verstllen.


    Also wir werden sehen.

  • Hallo Matthias,
    prima Dokumentation, auch wenn es noch andere "Wege nach Rom" gibt.


    Mir fällt da noch eine Kleinigkeit ein. Den Pinsel zum Auftragen des Ceris würde ich nicht im Glas Übernachten lassen:
    1) Du brauchst auf jeden Fall eine Kunststoff-Version und nicht eine, bei der die Pinselhaare mit einem Blech ans Holz gepresst sind (Blech rostet und die Kratzer sind programmiert)
    2) Der Pinsel fängt u.U. an zu schimmeln und riecht dann ziemlich muffig.
    Gruß

  • Hi Kalle,


    also den Pinsel und das Glas wasche ich nach jeder Poliertour komplett aus.


    Auch den Pinsel selbst, habe ich bis jetzt schon 1x gewechselt. Ich fülle das Glas immer wieder mit Wasser und schraube dann den Deckel drauf, wenn ich aufhöre zu polieren.


    Im Augenblick, habe ich keine Kratzer und bin zu 99% auspoliert.


    Danke für den Tipp.

  • Hey ihr,


    ich bin etwa im selben Stadium des Spiegelherstellens [:)].


    Von mir vllt noch ein kleiner Tip. Ich benutze nicht ein Glas und einen Pinsel sondern ein kleines Zitronensaftfläschchen, aus dem ich genug Poliermittel (Ceroxid mit Wasser natürlich) auf das Pech tue und wieder mit dem kleinen Deckel verschließe. Funktioniert super und hatte ich schon ab dem 320 Karbo so verwendet. So bleibt die Mischung auch immer die selbe. Natürlich hab ich jedes Mal ein neues Fläschchen benutzt.
    Mit ein bisschen Geschick kriegt man eigentlich jede Art solcher Fläschchen auf und wieder zu. Ja da gibts unterschiedliche Bauarten [:D].


    Gruß.
    Alex.

  • Hi Alex,


    danke für den Tipp. Aber eine Sache macht mir dennoch Sorgen. Mein Ceri trocknet auch im Glas am Rand etwas ein, wenn ich es stehen lasse.


    Selbst wenn ich es während der Schleifprozedur abwische (absprühe) dann steigt das Ceri am Rand des Glases, durch die Kapilarwirkung nehme ich an, sofort wieder nach oben.


    Das Gleiche könnte auch in dem Zitronenfläschen passieren und dann kann es vielleicht mal dazu kommen, dass es krümelt.


    Ich habe bis jetzt gute Erfahrungen gesammelt, sollte sich das aber ändern, werde ich mir über Alternativen Gedanken machen.
    [:)]

  • Man kann es in dem Fläschchen immer schön schütteln, bevor man es aufs Pech tut [:)].
    Ja einmal hatte ich Krümel, die sind aber eher nicht aus der Flasche selber rausgekommen, sondern im Deckel war wohl noch nen kleiner Rest eingetrocknet und dann beim Auftragen auf die Pechhaut runtergerieselt. Hab dann alles wieder sauber gemacht und nochma neu aufgetragen.


    Aber wie schon gesagt wurde: "Viele Wege führen nach Rom". Ich habe schon soviele Schleifpraktiken von anderen gehört und Tipps und Vorgehensweisen. Im Endeffekt findet man immer seinen eigenen besten Weg [:)].


    Gruß, Alex.

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