tadpoles in IC410

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  • IC410 im Fuhrmann kennen sicher die meisten von den aktiveren Beobachtern hier. Ist ja trotz der IC Nummer schon etwas von der helleren Sorte und gerade mit OIII recht einfach.


    Am Rand des Nebels gibt es zwei Globulen, bei den Amis heissen die "tadpoles" oder Kaulquappen wegen ihrer Form, mit recht heller Schockfront. Hier gibt es eine schöne Linienfilteraufnahme von Richard Crisp.


    Ich wollte die schon immer mal versuchen zu beobachten, hatte aber jeweils keine Aufnahme dabei oder schlichtweg nicht an die Dinger gedacht, wenn ich IC410 mal im Okular hatte.


    Gestern hat es dann geklappt und es war überraschend einfach. Zwar mit 22", aber sehr suboptimalen Bedingungen (vielleicht mag 5.5 am Stadtrand), war zumindest die hellere der beiden mit UHC indirekt gut zu halten. Unter besseren Bedingungen geht das sicher auch mit sehr viel weniger Öffnung. Mit OIII war's etwas weniger deutlich, ebenso mit H beta. Die Globule erschien flächig rund mit einer kleinen eingebetteten Gruppe von drei sehr schwachen Sternen.


    Hat die Tadpoles schon mal jemand hier beobachtet oder weiss von Beobachtungen? Über die Forensuche finde ich nur Bilder, aber keine Beobachtungsberichte, auch über Google bin ich nicht fündig geworden.


    Viele Grüße
    Reiner

  • Hier noch zwei DSS Bilder zum Auffinden der Globulen.


    Einmal die Übersicht mit dem gesamten Nebelkomplex



    und im Detail



    Die linke untere der beiden ist die einfachere.


    Viele Grüße
    Reiner

  • Hi Reiner,
    die sind sogar in Guide verzeichnet


    Sehr interessanter Tipp! Wenn sich die Wetterprognosen bestätigen sollten (bin da aus Erfahrung skeptisch[8)]), dann werde ich die am Wochenende mal mit 16" probieren[:p]


    Viele Grüsse und Danke,
    Daniel

  • tolle Bilder!


    Vergangenen Montag waren bei uns im Süden gute Bedingungen, so dass ich mit meinem "kleinen" 102/500 Refraktor und einem 32mm 2" WA Okular (d.h. 4,5 Grad wahres Gesichtsfeld) neben den beiden Sternhaufen M36 und 38 fünf weitere Nebel sehen konnte:
    NGC1931, NGC1907, IC417 sowie IC410 und IC405.


    7 Deep Sky Objekte aufeinmal, ein fantastischer Anblick!


    Viele Grüsse

  • Hallo Peter,
    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">7 Deep Sky Objekte aufeinmal, ein fantastischer Anblick!
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    So etwa?


    Kann deine Begeisterung über diese Region sehr gut nachvollziehen, ist ein Tummelplatz für Richfielder, sofern die Bedingungen gut sind[:)]


    Viele Grüsse,
    Daniel

  • genau so, sehr schön festgehalten!
    Es ist immer wieder beeindruckend, was man aus relativ kleinen Geräten rausholen kann.
    Jedes Teleskop hat seinen Himmel!



    Viele Grüsse

  • Hi Reiner,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"> Hat die Tadpoles schon mal jemand hier beobachtet oder weiss von Beobachtungen? Über die Forensuche finde ich nur Bilder, aber keine Beobachtungsberichte, auch über Google bin ich nicht fündig geworden.


    Viele Grüße
    Reiner
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    vor fast genau einem Jahr (24.01.2007) hatte ich u.A. IC410 mit meinem 20er Ursus betrachtet. Anbei ein Auszug zu BB:


    IC410 - GN – AUR (mag ??; 55 * 30) GH 6,0
    NGC1893 - OC – AUR (mag 7,5 – 12,5; 11 * 11) GH 6,0
    Auf den ersten Blick ist lediglich der OC zu erkennen, für mich deutlich asymetrisch mit etwa 3 dutzend hellerer Sterne in grob ovaler Form angeordnet, mit etwa 5’ Distanz eine enge Massierung von nochmals gut ½ voll Sterne. Der OIII-Filter im 17er eingeschraubt bringt die Offenbarung: Ein andächtiges Wow! – entfährt mir. Damit habe ich nicht gerechnet. Das ganze Gesichtsfeld ist von einen schwach, aber doch merklich und voller Strukturen angereicherten Nebelgebiet angefüllt. Links (O) des Sternenhaufens ein rundliche dunkle Zone. Im Nebel auffällig zwei hellere, deutlich abgegrenzte Bereiche, auf 4h (etwas größer, kaulquappenartig mit Kopf Richtung OS) und auf halb6 (länglich, mit größter Helligkeit Richtung OS). Vom unteren Rand der Dunkelzone fast waagrecht nach rechts ein flächiger, leicht hellerer Nebelbereich. Nach oben ist der Nebel schwächer, zum Teil wolkig-durchbrochen – schwer zu beschreiben. Vom Kontrast her vergleichbar mit M33 unter einem 6.5er Himmel. Mit so etwas hatte ich nicht gerechnet, bin richtig begeistert! Sicherlich 15min wird die Region mit unterschiedlichen Vergrößerungen abgefahren."


    Ich hatte im Vorfeld mich nicht auf IC410 vorbereitet, dass ich ebenfalls 'kaulquappenartig' geschrieben habe ist reiner Zufall.


    Den kompletten alten Bericht gibt es im Archiv http://www.astrotreff.de/topic…D=52209&SearchTerms=Achim


    Viele Grüße


    Achim

  • Hallo Achim,


    IC410 ist so ziemlich ein Paradenebel für den OIII. Stimmt das mit der Bildfeldorientierung in Deinem Dob überein? Die DSS Bilder oben sind in der originalen Orientierung, Norden oben.


    Heute Abend soll bei uns das Wetter wieder gut werden, da werde ich das Ganze auch noch mal unter besseren Bedingungen im Schwarzwald wiederholen. Bei meiner Beobachtung vor einer Woche konnte ich die fettere der beiden Globulen nur indirekt halten, das aber gut. Unter gutem Himmel stechen die sicher noch besser raus.


    Viele Grüße
    Reiner

  • Hallo ihr [8D]


    Coole Sache das mit den Tadpoles. Ich werd mich morgen auch auf 1000mNN begeben und mir das ganze mal anschauen. Mal gucken, wie weit man da mit 13" und UHC kommt. Werde berichten, wie es gelaufen ist.


    Wünsche allen ein wunderbares Sternwochenende. Die Aussichten könnten ja nicht besser sein! [:D]


    Christian

  • Hallo Leute [8D]


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Hat die Tadpoles schon mal jemand hier beobachtet oder weiss von Beobachtungen? Über die Forensuche finde ich nur Bilder, aber keine Beobachtungsberichte, auch über Google bin ich nicht fündig geworden. <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    So, dann werd ich hier jetzt meinen Teil zu den Tadpoles beitragen. Gestern Nacht war es wirklich verdammt klar (fst 6m4), weswegen ich mich gleich mit meinem 13" Dobs auf die Tadpoles gestürzt hab.


    Das große Teil ist bei 120x mit UHC und indirektem Sehen ziemlich einfach zu sichten, sogar direkt konnte ich es halten. Das kleinere verlangt nach ein wenig mehr Anstrengung. Hier hat sich nämlich ein kleines Sternchen reingeschummelt, welches dann doch stört. Nach sorgfältiger Beobachtung war dann aber ein winziger Nebelschimmer knapp daneben auszumachen.


    Fazit: mit 13" und gutem Himmel sind die Tadpoles zu machen! [:D]


    Christian

  • Hallo Forum,
    obwohl die Nacht gestern für Nebel nicht optimal war (ganz leichter Dunst, fst ca. 6m3) hat sich unsere Gruppe mit 16" an den Tadpoles versucht.
    Den helleren Nebel konnten mindestens 4 Beobachter ganz eindeutig sehen. Zu zweit haben wir uns dann noch um den zweiten Teil bemüht. Mit 4mm AP vermutet, dasselbe mit 2mm AP.
    Der Wechsel auf 2,5mm AP brachte dann schliesslich die Erleuchtung: Wie Christian schon schrieb stören bei der zweiten Tadpole 1-2 schwache Sterne, wir beide waren uns zum Schluss einig, immer wieder an der richtigen Stelle Nebel zu erkennen.

    Ich glaube, Mathias hatte sich danach auch noch mit 10" an dem helleren Teil versucht, er schreibt bestimmt auch noch was zu seinen Eindrücken...


    Viele Grüsse,
    Daniel

  • Hi,


    ich habe vorhin mal IC410 beobachtet. Vielen Dank für die Hinweise in diesem Thread. Den Nebel habe ich bisher noch nie gesehen. Im 5,5" Comet Catcher bei 28facher Vergrößerung und O-III Filter konnte ich deutlich mehrere Nebelfetzen sehen.
    Ich hätte eigentlich nicht erwartet, die Kaulquappen zu sehen, aber an der Stelle, wo im DSS-Bild im 2. Beitrag der halbkreisförmige Kaulquappenkopf ist, sah ich etwas, was im USNOA-Katalog nicht als Stern verzeichnet ist. Im DSS-Bild sind da aber 2 eng beieinander liegende schwächere Sterne.


    Ist es realistisch, den Kaulquappen-Kopf mit dem Instrumentarium zu sehen (Grenzgröße 6,0) oder glaubt Ihr eher, dass die 2 engen Sterne mir da einen Streich gespielt aben?


    Clear skies,


    Robin

  • Hey, mit soviel Resonanz hatte ich jetzt nicht gerechnet! Vor allem nicht bei so was Speziellem wie den Globulen. Ich finde das ganz nett, solche Strukturen in Emissionsnebeln zu beobachten, sei es die Wurmlöcher im Rosettennebel, die Säulen in M16, VdB142 in IC39irgendwas im Cepheus, oder eben die tadpoles IC410.


    Die letzten drei Nächte hatten wir tolles Wetter, kalt und windig, aber gute Transparenz. Da hatte ich die Dinger auch eigentlich jeden Abend mal drin, auch mit anderen Mitbeobachtern. Die große Globule konnten alle immer ganz gut sehen, aber die kleine ist wirklich eine ganze Ecke schwerer, wie ja auch alle hier schreiben. Ich konnte die kleine nicht permanent halten. Immer wieder war aber ein schwacher Nebelstreifen zu sehen, der aus der Sternreihe rauszog.


    (==&gt;)Robin: Möglicherweise kann man sie schon mit der Öffnung sehen, das Problem dürfte sein, die Globule von der kleinen Sterngruppe zu unterscheiden. Um das sicher trennen zu können braucht man recht hohe Vergrößerungen (ich habe mit fast 200x beobachtet!). Aber IC410 selbst ist auch in kleineren Teleskopen gut. Ich habe die mal mit meinem 4.5 Zöller von zu Hause am Stadrand beobachtet und war ziemlich überrascht, wie viel Detail man da mit Filter sehen kann.


    Viele Grüße
    Reiner


    PS: Gestern hatte ich nochmal Sharpless 308 im Großen Hund im Okular. Eine tolle, helle und riesige Wolf-Rayet-Blase. Unbedingt anschauen, wenn die Horizontsicht mal gut ist. Mehr Infos dazu gibts hier

  • Mahlzeit zusammen!


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: DaRestem</i>
    <br />Ich glaube, Mathias hatte sich danach auch noch mit 10" an dem helleren Teil versucht, er schreibt bestimmt auch noch was zu seinen Eindrücken...<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hier isser [;)]: Mensch Daniel, da sachste was.... Daran hatte ich garnicht mehr gedacht, ich glaube IC 443 war schuld [8D]. Ich werd's aber bei nächster Gelegenheit nachholen, vielleicht schon heute Nacht (obwohl meine Erwartungen dahingehend momentan eher bescheiden sind)?!


    Zu den tadpoles: Eigentlich ist Daniel's posting nicht mehr wirklich etwas hinzuzufügen. Die hellere der beiden Kaulquappen war relativ einfach im 16"er auszumachen. Neben dem Wechsel zur AP = 2.5mm brachte aber auch der Umstieg vom Thousand Oaks [OIII] zum harten Baader [OIII] - insbesondere hinsichtlich der Erkennbarkeit der schwächeren tadpole - eine wesentliche (vielleicht entscheidende?) Kontraststeigerung. Das schwächere Objekt war zwar nicht dauerhaft indirekt zu halten, jedoch konnte man in etwa 25% der Zeit deutlich etwas flächig-nebliges erkennen. In besseren Nächten mit fst's jenseits der 6m5 ginge sicherlich mehr an diesem faszinierenden Objekt...

  • Nach der Tadpole Galaxy jetzt auch Kaulquappen in Gasnebeln. Danke Reiner für die Steilvorlage, das konnte ich mir letztes Wochenende natürlich nicht entgehen lassen. fst=6,3, Bortle 3-, Seeing 4 (auf Schulnotenskala von 1-6):


    Im 105 mm Newtonfinder bei 17x und OIII Filter zeigt sich IC 410 bereits als großer Runder Nebel mit Loch in der Mitte, ähnlich groß und hell wie der Rosettennebel, einfach direkt sichtbar. Ohne Filter sehe ich nur den Sternhaufen.


    Mit dem 24" f/4,1 schaue ich nordöstlich des Sternhaufens nach den Tadpoles:


    Im 20 mm Nagler (126x) und noch besser im 13 mm Nagler (194x) knallt mir die südliche sofort in's Auge: Ohne Filter wie ein stark verwaschener Stern, der mit 3 Sternen die Nordostecke einer Raute bildet. Mit Lumicon OIII wird aus dem verwaschenen Stern ein deutlich größerer richtig heller aber immer noch kompakter leicht unsymmetrischer Gasknubbel mit starker Konzentration zur Mitte + stellarem Nucleus. Einen Schwanz kann ich jedoch nicht ausmachen, sehe nur irgendwelche Unregelmäßigkeiten im hellen Teil, die ich nicht fixieren kann.


    Die nördliche sehe ich mit 13+9 mm Nagler + OIII nur indirekt: längliche zarte Aufhellung SW-NO orientiert, Richtung Nordosten (weg vom Sternhaufen) schwächer werdend. Schwer, aber sicher.


    Die auf der farbigen Schmalbandaufnahme von Thomas Westerhoff sehr deutlichen Schwänze der Tadpoles verschmieren auf der reinen OIII- Aufnahme (weiter unten auf der Seite) doch sehr mit dem Hintergrund. Wohl ein Indiz, wie schwer sie visuell auch mit mit OIII Filter zu erfassen sind.


    Zum Vergleich schwenkte ich auf den "Mercedestern" im Rosettennebel, ein Y-förmiger Dunkelschlauch im Nordteil des Nebels.

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Stathis</i>
    <br />Zum Vergleich schwenkte ich auf den "Mercedestern" im Rosettennebel, ein Y-förmiger Dunkelschlauch im Nordteil des Nebels.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Stathis, Du bist zu technophil! Das ist kein Mercedes-Stern, das sind eindeutig Wurmlöcher im Rosettennebel [:D]


    Die andere Kaulquappe steht aber auch schon länger auf meiner Wunschliste.


    Viele Grüße
    Reiner

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