Komet 17P/Holmes: Helligkeitsausbruch!

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  • Hallo Kometenbeobachter,


    Daniel Fischer hat uns auf der NAA-Liste auf folgende Meldung aufmerksam gemacht...


    "Laut http://www.aerith.net/comet/catalog/0017P/2007.html sollte 17P/Holmes jetzt allenfalls
    noch 16. Groesse haben - aber der Komet erlebt gerade einen wahnwitzigen Ausbruch und ist
    MIT 4. GROESSE MIT BLOSSEM AUGE zu sehen: http://tech.groups.yahoo.com/group/comets-ml/message/12834 -
    als greller Stern mit etwas Nebuloesem drum herum. Fotos zeigen ueberhaupt nur einen bloomenden
    Lichtklecks: http://www.fototime.com/%7BE39…C0A71BE01E%7D/picture.JPG ...


    Daniel"


    Der Komet steht zur Zeit im Perseus...


    Gruß und cs


    Andreas

    Gruß & cs

    Andreas


    Meade LXD55 10" f/4 | GSO Dobson 8" f/6 | TS PHOTOLINE 3" f/7 Apo | Fujinon 10x70 FMT-SX2 | Fujinon 16x70 FMT-SX | AstroTrac TT320X-AG | Canon EOS 1000Da / 600Dfs / 6D

  • Moin
    Den werden wir jawohl noch zu Gesicht bekommen. Danke Winnie für die Aufsuchtkarte. Habe auch schon Leonos mit deiner Karte gefunden.
    Gruß Heinz

  • Hallo,


    man ich muss mir so schnell wie möglich nen Wolkenschieber besorgen. [;)] Aber leider sieht es in den nächsten Tagen eher schlecht aus mit dem Wetter. [V] Hoffentlich hält der Helligkeitsausbruch noch ein weilchen an!


    Gruß
    Andreas

    Gruß & cs

    Andreas


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  • Weiß einer von euch, wie lang sowas anhält? Momentan siehts ja echt bedeckt aus aber morgen abend solls ETWAS besser werden, und ich will auch endlich mal nen Kometen sehen!


    Michael

  • Über die Comets ML kommt die Meinung von John Bortle. Der hat mal historische Beobachtungen durchgescreent. Danach gab es bei der Entdeckung 1892 ebenfalls einen Ausbruch, der zur Freisichtigkeit des Kometen führte! Hab mir mal die Geometrie anguckt: 1892: T= Juni 13. Der Ausbruch war am 6.11.; r=2.39, delta = 1.511 aU. 2007: T= Mai 4, Ausbruch am 24. Oktober, r=2.43, delta = 1.64. Also praktisch identische Sonnendistanz, und auch Erddistanz sehr ähnlich! Was sehr gut klingt: 1892 dauerte der Ausbruch recht lange (3 Wochen blieb der Komet freisichtig, und man hatte ihn offenbar nicht gleich beim Beginn des Ausbruchs entdeckt). Weiter im Verlauf des Ausbruchs wurde die Koma wohl immer heller. 75 Tage nach dem Ausbruch gab es einen weiteren, mit einer ähnlichen Amplitude! Scheint also eine interessante Zeit zu werden.


    Hartwig

  • Und gleich noch eine Helligkeitsschätzung von Yoshida: 2.8 mag!!!
    Er schreibt: "Perseus does not look "Perseus"
    familiar to us due to the bright stellar object now."


    Nach wie vor DC =9, was ein sternförmiges Objekt bedeutet. Aber die Koma wird sich schon noch entwickeln, nach allem, was wir von 1892 wissen...


    Hartwig

  • Hoi!
    Waah..! Ich will den Kometen sehen[:D]
    Wird man den Schweif im Teleskop erkennen können?


    Viele grüße und HOFFENTLICH BALD CS!!


    Nils

  • Hi,


    schiebt mal jemand die Wolken weg? .... :-)


    Weiß irgendjemand, was der größte jemals Beobachtete Ausbruch eines Kometen war? Kann mich noch an 52P/Harrington-Abell erinnern, dessen Helligkeit 1999 plötzlich von 22mag auf 11mag angestiegen ist. Aber das hier ist ja noch mehr.


    Clear skies (hoffentlich bald),


    Robin

  • >Waah..! Ich will den Kometen sehen
    Wird man den Schweif im Teleskop erkennen können?<



    Erst dachte ich: Jetzt isses zu spät, jetzt wollnse auch nochn Schweif [:)] Dann hab ich mal ein wenig nachgelesen: Ja, ein Schweif könnte drin sein! Folgendes steht im "alten Kronk" von 1986, den ich hier für so Fälle rumliegen habe: Bei der Entdeckung hatte das Dingens 5 Bogenminuten Komadurchmesser und war heller als die Andromedagalaxie (vermute, dass sich dieser Anblick uns in ein paar Tagen bietet). "The comet was expected to rapidly fade; however, as November progressed, the brightness changed little..." und JA: " In addition the comet developed a tail shortly after discovery which extended 1/2 degree on photographic exposurey by Barnard on Nov. 11." Offenbar hat Barnard also einen Ionenschweif draufgekriegt (ging ja auch prima mit den damaligen blauempfindlichen Emulsionen), und auch sowas wie einen Schweifabriss dokumentiert. Die Koma wurde im weiteren Verlauf größer und größer (30'), und noch Ende Dezember war der Komet 9.-10. Grösse (dazu muss man sagen, dass die Helligkeitsschätzungen damals gegenüber heutigen ca. 2-3 Größenklassen zu niedrig waren, also würde ich auf 6-7 tippen). Am 16.Januar gab es dann den erwähnten 2. Ausbruch, danach wurde der Komet 5. Größe oder heller. Helligkeiten 10 Anfang Februar, 12 am 12.3. (also wohl 8 und 10 heutiger Version).


    Fazit: Ja, ein Schweif ist da, der Komet wird sicher den ganzen kommenden Monat interessant sein, und wenn er dann abnippelt, sollte man trotzdem ein Auge auf ihm behalten.

  • oho man und Heute muss Scheiß Wetter sein. KACKE!!!!


    Aber laut Wetter.com soll am Freitag wieder das Wetter besser werden. Hoff ich mal^^


    Gruß daniel

  • Wie lange hält den die Helligkeit an? Ist das am Wochenende bei besserem Wetter vielleicht schon zu ende? Wäre ja schade!


    Schöne Grüße und danke für die Informationen!!


    Jan

  • Nun stellt sich die Frage, ob die Helligkeit konstant, noch weiter ansteigen (ein zweiter Hale-Bopp?) bzw. sinken wird.


    Kann ich irgendwo die aktuelle absolute Helligkeit und den Helligkeitparameter im Netz finden? das MPC hat leider noch keinen aktuellen Wert veröffentlicht...

    Gruß & cs

    Andreas


    Meade LXD55 10" f/4 | GSO Dobson 8" f/6 | TS PHOTOLINE 3" f/7 Apo | Fujinon 10x70 FMT-SX2 | Fujinon 16x70 FMT-SX | AstroTrac TT320X-AG | Canon EOS 1000Da / 600Dfs / 6D

  • Wie kommt es eigentlich dazu? Solche Ausbrüche kommen doch nicht einfach mal so oder doch?
    Ist der nun explodiert oder was ist passiert?


    Michael

  • Servus Michael!


    Soweit ich weiß, entstehen diese Helligkeitsausbrüche dadurch, dass sich der Komet auflöst, und somit sprunghaft ein Vielfaches des Gases und Staubes freigesetzt wird.

  • Mit Hale-Bopp hat das alles nix zu tun, denn Hale-Bopp hatte zu keinem Zeitpunkt einen Helligkeitsausbruch.


    Helligkeitsparameter im klassischen Sinn haben keinen Sinn. Die Formel


    m = m0 + 5*log delta + N * log r


    geht davon aus, dass die Helligkeit eines gegebenen Kometen nur von der Sonnenentfernung r und der Erdentfernung delta abhängt. Hier hat sich aber gerade in den letzten 48 Stunden die Helligkeit mal eben um 13 oder mehr Größenklassen erhöht, ohne dass sich r und delta irgendwie nennenswert geändert hätten.


    Man kann natürlich sagen: OK, die Grundhelligkeit m0 hat sich spontan gesteigert, und ab sofort benimmt sich der Komet bezüglich N wieder völlig normal. Setzt man N=10 (Durchschnittswert für Kometen), so ergibt sich ein M0 von -2.3 (also durchaus ähnlich Hale-Bopp).


    Mit solchen Werten kann man erkennen, dass sich rein aufgrund der geometrischen Parameter (also r und delta) in den kommenden Wochen die Helligkeit nicht sooo doll ändert. Sie fällt bis Ende November auf 2.9 mag, bis Jahresende auf 3.5 mag.


    Nur werden die Helligkeiten wesentlich mehr von dem dynamischen und offenbar chaotischen Verhalten des Kometen als von r und delta abhängen. In der derzeitigen Phase gab es 1892 keine Beobachtungen. Der Komet wurde wahrscheinlich erst ein paar Tage später entdeckt, als er bereits eine deutliche Koma entwickelt hatte. Danach blieb die Helligkeit 3-4 Wochen konstant, um dann langsam abzufallen. Und dann gab es 75 Tage später (also vielleicht 80 Tage nach dem 1. Ausbruch) noch einen Ausbruch. Der Komet war da schon etwas weiter von der Erde und Sonne weg, aber dennoch erreichte er erneut die Sichtbarkeit fürs freie Auge!


    Man kann in so einem Fall nur beobachten, beobachten, beobachten und selber verfolgen. Fotos machen ganz viel Sonn. Prognosen wage ich keine, es ist wirklich ALLES möglich ab sofort.


    Hartwig

  • >Soweit ich weiß, entstehen diese Helligkeitsausbrüche dadurch, dass sich der Komet auflöst, und somit sprunghaft ein Vielfaches des Gases und Staubes freigesetzt wird.<


    Das kann eine Ursache sein, und tatsächlich gab es 1892 Berichte von sekundären Kernen usw. Man muss aber mal folgendes sehen: Alte periodische Kometen haben an ihrer Oberfläche eine ziemlich inerte Kruste aus Staub. Die Aktivität ist lokal auf einige Gebiete des Kometen beschränkt. Ganz alte Kometen haben ev. nur ein einziges Aktivitätsgebiet, welches auch nur noch manchmal aktiv ist. Das muss nur aus irgendeinem Grund (z.B. weil gerade die Sonne drauf scheint) aktiv zu werden, und schon gehts los. Sowas ist dann eine Art 0 oder 1 Effekt. Dann kann auch ohne riesigen Ausbruch oder ohne ein Zerbrechen des Kometen plötzlich eine riesige Helligkeitssteigerung stattfinden.


    Hartwig

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