LX200R 8" oder 10"

  • Hallo Astrogemeinde,
    da ich nun vor der Entscheidung stehe mir eines der beiden Teleskope zu leisten (mit freundlicher Unterstützung [:)]) stellt sich die Frage welches ich nehmen soll.
    Klar ist es wird ein LX200R, unklar ist die Größe:
    8" könnte ich mir gleich leisten,
    10" 1000€ mehr, noch ein paar Monate sparen.


    Wie groß ist der Unterschied visuell?
    Standort ist ca. 35 km östlich von Berlin.
    Ist es sinnvoll 1000€ für 2" mehr Öffnung zu investieren?


    Danke für die Tips

  • Lieber Tardelli


    Gratuliere, dass du dir ein LX200/R anschaffen willst.[:)] Ich habe das LX200/R 8" seit einem Jahr u. bin damit sehr zufrieden. Nun ob ein 8" oder gar 10" ist gar nicht so abwegig. Nun ist erst die Frage zu klären, ob du damit nur visuell beobachten oder auch fotografieren willst. Nur für visuelle Zwecke ist ein 10"er sicherlich besser, aber er ist schon um einiges schwerer als ein 8"er. Kommt darauf an wie gut du körperlich drauf bist.


    Fürs fotographieren würde ich dir eher zu einem 8"er raten. Auf jeden Fall brauchst du dafür eine Ultrapohlhöhenwaage u. die ist für einen 8"er besser geeignet als für einen 10"er. Erst die ein 12"er hat wieder eine stabilere. Fürs fotographiern spielt die wenigere Öffnung nicht so eine große Rolle. Mit 8" kannst du bis 16,5 mag kommen. Das ist schon sehr viel. Über 10000 Objekte sind sicher in diesem Bereich.


    Gravierender ist allersdings der Brennweitenuntersterschied. Bei 2500 mm Brennweite wird die Nachführkontrolle u. das guiden schieriger als bei 2000 mm Brennweite. Man bekommt bei mehr Brennweite weniger aufs Bild, als bei geringerer. Das ist zwar bei Planetenfotographie von Vorteil (je mehr Brennweite, desto besser), aber bei ausgedehnteren Deep Sky Objekten eher ein Nachteil.


    Ich stand vor einem Jahr vor der selben Frage ob 8" od. 10". Hinterher bin ich allerdings froh, dass ich bei einem 8" geblieben bin. Sicher entscheiden mußt du natürlich selbst. Andere werden dir warscheinlich eher zu einem 10"er raten, als zu einem 8"er. Aber das reine Ansichtssache. Es kommt auf deine Bedürfnisse an u. was du damit machen willst.


    Wünsche dir, dass du das richtige für dich finden kannst u. dir meine Empfehlung helfen möge.


    Gruß Wilhelm

  • Hallo Wilhelm,


    erst mal danke für deine Antwort. In erster Linie will ich das Gerät visuell benutzen. Die Fotografie nimmt viel Zeit (und Geld) in anspruch, die ich im Moment nicht habe. Auf längere Sicht möchte ich mir diese Option aber offen halten. Körperlich bin ich schon fit, allerdings soll das Ganze ja nicht in Gewichtheben ausarten [:D]
    Na mal sehen was für Eindrücke ich auf dem Herzberger Teleskoptreffen sammeln kann. Vielleicht sind da ein paar LX200er zu begutachten.


    MFG

  • Hallo Tardelli
    Freut mich, dass dir meine Anwort hilfreich war. Wenn du die Gelegenheit für einen direkten Vergleich hättest, das wäre natürlich noch besser. Mit fehlt ein visueller Vergleich mit einem 10"er, aber all zu groß dürfte der Unterschied noch nicht sein.


    Auf jeden Fall wird der Wunsch für Fotographie mit der Zeit größer werden, das kann ich aus Erfahrung sagen, weil man bei einem Bild vieles sichtbar machen kann, was man sonst visuell nie sehen wird.
    Z.B. kann ein 8"er fotographisch mehr sichtbar machen, als man mit einem 16"er visuell sehen kann.


    Ich konnte mir das zunächst auch nicht leisten. Erst heuer habe ich mit fotgraphieren angefangen. Zeitaufwendig ist es schon, aber die Befriedigung bei einem guten Bild ist viel größer, als ein stark eingeschränktes visuelles Sehen.


    Irgend wann wird sich das auch bei dir ausgehen. Ich wünsche dir das dir das Teleskoptreffen weiterhelfen wird. Ich habe mir zum Kauf ein halbes Jahr Zeit gelassen.


    Gruß Wilhelm

  • Hallo Wilhelm,


    na ich werde auf jeden Fall berichten was beim Teleskoptreffen los war. Nach einem Fehlschlag möchte ich nicht noch einmal mit einem Teleskop einen Fehler machen. Es soll ja auch längere Zeit nutzbar sein. Lieber spare ich noch ein bißchen (oder auch etwas länger)
    Nach und nach das Teleskop zu erweitern ist ja dann eine Sache die dann automatisch kommen wird da die Ansprüche steigen werden.


    Na mal sehen was so auf mich zukommt.


    Grüße Tardelli

  • Hallo Tardelli,
    ich würde die Entscheidung von Deinen Körperkräften und "Überwindungsfaktor" abhängig machen. Ich habe Kunden, die alleine wegen der Anstrengung einen LX200 10" aufzubauen so manche Beobachtungsnacht haben bleiben lassen. Andere bauen sogar einen LX200 14" alleine auf. So ein Teleskop sollte viel benutzt werden, da ist die Handlichkeit eine wichtige Sache. Der 10" hat natürlich 56% mehr Licht wie der 8", was nach meiner Erfahrung besonders an Kugelsternhaufen sichtbar ist. Dort wird durch höhere Grenzgröße mehr aufgelöst; bei Planeten und Gasnebeln ist der Unterschied nicht so groß. Der Größenunterschied der Geräte ist aber erheblich, das solltest Du nicht unterschätzen. Mit genügend Manneskraft ist aber auch der 10" zu bewältigen. Schwierig wird es, wenn das Gerät aus dem Auto gehoben werden muss. Weniger wegen dem Gewicht, sondern weil ungünstig zu greifen. Steht das Gerät im Hause aufrecht da, ist es kein Problem ein paar Meter das Teil zu tragen.


    Sternfreundliche Grüße
    Ralf

  • Hallo noch mal,


    wie groß ist denn der Gewichtsunterschied zwischen 8 und 10"? Ist visuell beim 10er so viel mehr drin?
    Wo finde ich in Berlin und Umgebung denn einen Händler der diese Geräte auch im Laden hat......?
    Den Teleskopkauf vom Gewicht abhängig machen? Mobil will ich schon sein aber auf wieviel muss ich bei 8" verzichten.


    Fragen über Fragen...


    MFG Tardelli

  • Hallo Tardelli,
    auf der Meade Seite sind die Gewichte der schwersten Einzelteile, also Montierung mit Gabel, für den 8" mit 23kg, für den 10" mit 33,6kg angegeben.
    Wie schon geschrieben, ist meiner Meinung nach die Sterngrenzgröße das Auffallenste. Es ist jedenfalls nicht so, was der 8"er nicht zeigt, der 10"er deutlich zeigen würde. Wenn ein deutlicher Sprung gemacht werden soll, so sollte ca. 1 Größenklasse Gewinn als Maßstab gesetzt werden. Das wäre dann ein 12" oder mehr, ausgehend von 8".
    Die Geräte im Vergleich zu sehen ist auf Astromessen möglich, wenn kein Händler in Deiner Nähe ist.


    Gruß Ralf
    http://www.astro-theke.de

  • Hallo Ralf,


    ich hatte bis vor kurzem ein 6" Newton auf einer parellaktischen Montierung grenzwertigen Montierung mit ´grausamen Okularauszug.
    Der Sprung zu 8" dürfte dann visuell nicht so groß ausfallen, oder?
    Das Gewicht ist natürlich schon ein nicht zu unterschätzender Faktor.
    Ich glaub ich muss mal probeheben gehen.


    Mobil will ich auf jeden Fall bleiben.


    Gruß Ingmar

  • Tag Tardelli,
    doch, der Sprung auf 8" ist einer großer Sprung. Eben weil mit 8" ca. 14te Größe erreicht wird und damit einige Kugelsternhaufen Ihr Wattebauschaussehen verlieren und in Einzelsterne aufgelöst werden können. Auch Galaxien beginnen Ihre Arme zu zeigen, aber nur bei besten Bedingungen. Mehr Öffnung bringt Gewinn, aber der Sprung von 6" auf 8" ist in der Beobachtung ein größerer Sprung als von 8" auf 10". Es gilt die größtmögliche Öffnung mit Qualität, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit zu finden.
    Probeheben ist ein guter Ansatz. Ruhig mal ein paar Meter mit dem Gerät tragen gehen und dann Abwegen, wie die Körperkräfte im Verhältnis zum Teleskop stehen.


    Gruß Ralf
    http://www.astro-theke.de

  • Hi Ralf,


    danke erst mal für deine Tips. Am Wochenende ist ja das Herzberger Teleskoptreffen, da werd ich mal hingehen ud vielleicht gibt es ja dort diese Geräte sehen. Ob das Wetter mitspielt so das man abends einen Blick riskieren könnte bezweifel ich zwar aber mal sehen....
    Dann also auf zum "Geräte-weit-tragen"


    Ich hoffe das LX90 ist auch vertreten obwohl es wohl nicht so stabil sein soll. Aber der Preis ist schon erträglicher...na mal sehen.


    Gruß Ingmar

  • Hallo Wilhelm,


    Quote
    Auf jeden Fall brauchst du dafür eine Ultrapohlhöhenwaage u. die ist für einen 8"er besser geeignet als für einen 10"er. Erst die ein 12"er hat wieder eine stabilere

    Meines Wissens stellt Meade derzeit nur eine Polhöhenwiege her, jene welche sie Ultrapolhöhenwiege nennen.
    Kann es sein, dass du das Stativ gemeint hast, denn da gibt es zwischen den 8'',10'' und 12'', 14'' Geräten tatsächlich einen Unterschied.


    Schöne Grüße
    Eddi Exard

  • Hallo "Tardelli",


    Wie bereits von anderer Seite erwähnt, würde ich mir die Geräte einmal live vor Ort ansehen und auch ausprobieren bzw. probeheben.


    Die 10'' und 8'' Modelle lassen sich noch alleine bewältigen, der 12''er im begrenzten Maße auch noch, aber alles was danach kommt ist schon sehr problematisch.
    Es ist vielleicht erwähnenswert, dass das Heben eines Gerätes der LX200GPS Serie nicht mit einem LX200R Gerät gleichzusetzen ist, da diese etwas schwerer sind (überarbeitete Gabelmontierung).


    Ich benutze ein 14''LX200R und bin damit ziemlich zufrieden.
    Für mich als Beobachter ist es das ideale Gerät, da es eine große Öffnung gepaart mit einer angenehmen Einblickposition, sowie automatische Objektpositionierung und Nachführung vereinigt.


    Quote
    Andere bauen sogar einen LX200 14" alleine auf
    Zum obigen Ausspruch von Ralf kann ich nur sagen, dass solche Leute grob fahrlässig handeln, da sie sich über die Folgen im Alter nicht im klaren sind.
    Meinen 14''er baue ich immer mit der Hilfe einer zweiten Person auf und ab, anders geht es ohne "Motorheber" (engine hoster) aus dem KFZ Gewerbe ja gar nicht.


    Ich würde in der Tat sparen und den 10''er nehmen, da hast du eine respektable Öffnung und bist vom Gewicht und der Mobilität her immer noch besser dran als bei den nachfolgenden Geräten.


    Bedenke deine Entscheidung gut und kaufe erst wenn du dir wirklich sichetr bist, denn nichts ist ärgerlicher als ein schmerzhafter Fehlkauf.


    Ich möchte nochmals betonen, dass du das Gerät deiner Wahl unbedingt probeheben musst, bevor du es erwirbst.
    Der 10''er ist auch noch relativ gut für die Astrophotographie geeignet (von der Gabelmontierung her), da hier das Verhältnis Größe, Gewicht und Stabilität noch ziemlich ausgewogen ist (wie beim 10'' RCX400).


    Abschließend möchte ich dich dazu einladen dich bei der Yahoo Gruppe Meade-Instruments zu registrieren, hier der Link:


    http://de.groups.yahoo.com/group/Meade-Instruments/


    Bitte vergiss bei der Registrierung nicht falsche persönliche Daten anzugeben.
    Es würde mich sehr freuen dich dort als neues Mitglied begrüßen zu dürfen.


    Schöne Grüße
    Eddi Exard

  • Lieber Eddi
    Für den 8"er gibt es auch eine einfache Polhöhenwaage u. dann die Ultra. Die ist etwas zu gering ausgelegt u. deshalb anfälliger für Schwingungen usw, darum ist es auch besser eine Ultra zu verwenden. Die Ultra für 8" u. 10" sind genau gleich, nur der 10"er ist hier auch schon für Schwingungen anfällig, wegen des größeren Gewichtes. Am 8"er ist Ulra daher stabiler u. fürs fotographiern besser geeignet. Fühere Erfahrungsberichte in diesem Forum haben das gezeigt.


    Ab 12" ist die Ultra wieder stabieler gebaut. Dass muß sie auch sein um das größere Gewicht tragen zu können.


    Ich selbst verwende an meinem LX200/R 8" keine Meade Pohlhöhe, sonderen ein selbst gemachte (habe ich durch einen Freund bekommen). Die war um 2/3 billiger, als eine Ultra u. hat auch nur 2 kg, funktioniert aber super.


    Gruß SWilhelm

  • Hallo Wilhelm,


    Danke für die ausführliche Antwort.
    Jetzt wird die Sache für mich langsam interesasant.
    Könntest du mir eventuell einen Link angeben, welcher die andere Polhöhenwiege zeigt?


    Bisher hat es bei Meade die Super Polhöhenwiege gegeben, welche nun durch die Ultra Polhöhenwiegwe ersetzt worden ist.
    Es kann gut sein, dass mir da etwas entgangen ist, deswegen bin ich für jeden Hinweis dankbar.


    Dennoch sind die Meade Polhöhenwiegen für die 12'' und 14'' RCX400 sowie LX200R nicht die optimalen Lösungen, als sehr überzeugend haben sich folgende herausgestellt:


    http://www.mittyindustries.com/


    und


    http://www.milburnwedge.com/


    Selbst zu bauen ist natürlich immer die beste Alternative, da man seine Vorstellungen realisieren kann.


    Schöne Grüße
    Eddi Exard

  • Lieber Eddi
    Ich habe die normale Polhöhnewiege im burkards-shop http://www.burkards-shop.de unter Teleskopzubehör gesehen für 182 €. Dort ist sie aber nur teilweise abgebildet.


    Meine selbstgemachte sieht ähnlich aus, wie die in http://www.mittyindustries.com gezeigte. Ist aber noch einfacher gebaut. Damit ist es mir schon gelungen, dass ich auf des Dec-Achse einen Abend über haupt keinen Drift mehr hatte. Ausser den Schneckenfehler, sonst mußte ich nichts mehr korrrigieren.
    Gruß Wilhelm

  • Hallo Daniel und alle,


    es gibt derzeit drei Polhöhenwiegen:


    1) 0450190 Polhöhenwiege DeLuxe für 8" LX200
    Diese Wiege gibt es unverändert seit Ewigkeiten. Früher hat man damit mit 8" gearbeitet, heute nimmt jeder die Ultra, weil die Geräte auch deutlich schwerer geworden sind.
    2) 0450194 Polhöhenwiege für LX90
    Praktisch identisch mit 0450190 aber mit den Anschlüssen für LX90 statt LX200. Da das LX90 nur die Hälfte des LX200 wiegt auch in Ordnung für 8".
    3)0450210 Ultra-Wiege für LX200. Verwendbar für alle LX200/R bis einschließlich 14".


    Früher gab es noch mehr Wiegen, z.B. für LX10, Super-Wedge, Super-Wedge für 14" etc.. Was oben steht ist aktuell.


    Clear skies


    Tassilo

  • Hallo Tardelli,


    nimm den 10". 10" zeigen bei den meisten Deep-Sky Objekten visuell Struktur, das macht erheblich mehr Spaß als 8". Unter normalem Himmel siehst Du im 8" M51 als zwei verwaschene Wölckchen, im 10" kommt die Spirale. Ich bin seit jeher ein 10"-Fan: nicht so unendlich viel teurer als 8", auch nicht so viel schwerer, aber viel mehr Licht. Der 12" ist da schon in einer anderen Liga, das ist richtig Arbeit (und Geld). Mein Motto ist immer: Transportabel: Nimm 10". Stationär: Nimm das Größte, das Du Dir leisten kannst.


    Clear skies


    Tassilo

  • Hallo Eddi,


    Wenns noch nicht zu spät ist rate ich zum 10 Zöller. Bei gleicher Qualität sieht man am Mond feinere Details wesentlich auffälliger und sicherer - ein Zeichen der höheren Auflösung. Dies konnte ich bei einem Teleskoptreffen vor 2 Jahren im direkten praktischen Vergleich zweier Teleskope (8 und 10Zoll Meade) die nebeneinanderstanden sehr schön sehen.


    cs Harald
    http://www.unigraph.de

  • Hallo,


    @Tassilo:


    Danke für die Aufklärung in Bezug auf die verschiedenen Polhöhenwiegen, auf die kleineren Modelle habe schlichtweg vergessen.


    @Harald:


    Ich stimme dir zwar durchwegs zu, nur hast du nicht vielleicht Tardelli gemeint, oder heißt er etwa auch Eddi, schließlich habe ich ein 14''LX200R.


    Schöne Grüße
    Eddi

  • Hallo,
    ich besitze ein LX200 10" und habe absolut keine Probleme das Teleskop alleine aufzubauen. Und das obwohl ich nicht gerade der fitteste bin. Groß ist es schon, aber nicht wirklich problematisch. Sonst bin ich super zufrieden damit, das GoTo ist ein wahrer Segen und fährt die Objekte sauber an.
    Auf jeden Fall bist du bei Meade gut beraten.


    Gruß,
    Florian

  • Hallo Florian
    Ich benutze das LX200/R 8". Wie sich dein Bericht anhöhrt, bobachtest du damit nur. Aber mit meiner Pohlhöhenwaage, wenn man Fotographieren will, muß man schon noch um weiter hinauf, auch wenn das Statief ganz hinein geschoben ist. Das unterschätzen viele! Das ist auch schon mit einem 8"er nicht mehr so leicht.


    Gruß Wilhelm

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