Adaptive Optik auch im sichtbaren Licht??

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  • Hallo ersmal,
    mich würde es interessieren, ob es inzwischen auch adaptive Optiken gibt, welche auch im sichtbaren Licht funktionieren.
    Mir hat nämlich jemand erzählt, dass adaptive Optiken nur im infraroten funktionieren. Allerdings habe ich irgendwas im Hinterkopf, dass mir sagt, dass adaptive Optiken auch im sichtbaren Licht funktionieren.
    CS, Daniel

  • Hallo Daniel,


    soweit mir bekannt arbeiten die adaptiven Optiken von SBIG (AO-7 & AO-L) beide (auch) im Sichtbaren.


    Gruß
    Markus

  • Hallo Daniel und Markus,


    laut http://de.wikipedia.org/wiki/Adaptive_Optik funktioniert es erst ab 1000 nm.
    (==>)markus: SBIG meint mit 'adaptiver Optik' wohl etwas anderes als üblicherweise darunter verstanden wird. Das AO-7 und AO-L dienen eher dem Autoguiding als der Seeing-Kompensation. Dazu ist mit 10 Hz die Regelgeschwindigkeit auch zu niedrig.


    CS Heinz

  • Hallo Heinz,


    ich hatte kurz einige der User-Tests überflogen und da wurde bei korrekter Einstellung eigentlich immer von besseren Guiding-Ergebnissen (keine langezogenen Sterne, längere Laufzeit bevor der Guider wieder eingegriffen hat) als auch von kleineren und runderen Sternabbildungen (Seeing) gesprochen.
    Desweiteren spricht auch SBIG (-> USA-Page) selbst, von einer "... promises to have a profound effect on CCD imaging by reducing the atmospheric turbulence, wind induced vibrations, and eliminating the remaining periodic errors in most telescope drives."
    Ich geben Dir aber recht, 10Hz sind für eine wirklich gute Seeing-Kompensation wohl noch etwas knapp bemessen.


    Gruß
    Markus

  • Dass bei niedrigfrequentem Seeing die SBIG-Geräte eine Verbesserung bringen, kann ich durchaus vorstellen.
    Auch bei den professionellen adaptiven Optiken, sollte eine Korrektur im IR-Bereich m.E. auch eine Verbesserung im sichtbaren Bereich bringen.

  • Hallo,


    also so wenn ich die Produktbeschreibung richtig interpretiere ist das nichtmal ansatzweise eine adaptive Optik. Ich denke was das Ding tut könnte man eher als "Mikroguiding" bezeichnen, denn es gleicht eigentlich auch nur die Bewegungen des Leitsterns aus, aber eben wesentlich schneller und präziser als es mit herkömmlichem Autoguiding möglich wäre.


    Natürlich wird dadurch quasi auch das Seeing teilweise ausgeglichen, aber eine echte adaptive Optik macht das ganz anders. (da steckt dann schon ein bischen mehr, und vor allem deutlich aufwändigere Technologie dahinter als bei dem SBIG-Teil)



    Gruß,
    Felix

  • Hallo,
    die sog. "adaptive Optik" von SBIG (siehe http://www.sbig.com/sbwhtmls/online.htm unter Accessories) ist - salopp gesagt - ein Bildstabilisator. Ein kardanisch kippbarer Planspiegel wird mittels einer zusätzlichen CCD-Auswertung so angesteuert, dass er Fehler im Guiding oder durch Szintillation kurzfristig während der Belichtung ausgleicht. Das geschieht laut Homepage etwa mit 40Hz (AO-7).


    Eine Adaptive Optik in einem Großteleskop geht darüber hinaus, in dem es einen dazwischen geschalteten Spiegel nicht nur kippt, sondern nach einer Wellenfrontauswertung auch passend deformiert. Das auch noch mit ca. zehnfacher Geschwindigkeit, aber - soweit mir bekannt - nur im IR-Bereich.


    Gruß

    Alles wird gut!
    Kalle

  • ich meine eigentlich die Adaptive Optik bei Großteleskopen
    ich war heute bei Astronomie am Vormittag im MPI,
    und habe den Vortraghaltenden diesbezüglich gefragt er bejahte. Er müsste dies ja wissen, schließlich plant er Teleskope mit flüssigen Spiegeln.


    CS, Daniel

  • hallo,


    (==>)daniel: na dann hättest du den vortragenden gleich gefragt, WARUM das nur im IR Bereich geht!
    bzw. bei großteleskopen, welche über eine richtige adaptive Optik verfügen nur im IR Bereich gemacht wird.
    fände ich auch intressant. ;)


    theoretsiche Überlegung: Eigentlich ist es ja egal, oder?
    Ich meine: der sensor miest die szilention im IR Bereich und passt den Spiegel so an, dass diese kompensiert wird.
    Diese Anpassung hat ja aber Auswirkungen auf alle Wellenlängenbereiche, welche vom Spiegel reflektiert werden, also "automatisch" auch im sichtbaren Licht.
    Bitte um Korrektur, falls hier ein Denkfehler meinerseits vorliegt.


    fg
    hannes

  • Hallo Hannes,


    ich denke Adaptive Optik wird nicht im sichtbaren Bereich eingesetzt, weil es derzeit einfach noch nicht möglich ist.


    Umso kleiner die Wellenlänge wird, umso kleiner wird auch die Toleranz für die Form des Spiegels.


    Um also Seeing im sichtbaren elektromagentischen Spektrum zu kompensieren muss die Oberfläche genauer angepasst werden als um Infraroten. Die Grenze soll (laut Wikipedia) derzeit bei 1 µm liegen, was ja garnicht mehr so weit vom sichtbaren Bereich entfernt ist.


    Gruß Thomas

  • hi,


    ok, da lag dann mein denkfehler - es geht hier ja anpassungen im µm Bereich - und da machte die wellenlänge natürlich einen unterschied.


    fg
    hannes

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