First Light 10“ Selbstbau und Beobachtungsbericht von letzen Samstag 14.April
Den ganzen Tag schönstes Wetter versprach auch ideale
Beobachtungsbedingungen bei Nacht Auch der Mond meinte es gut mit uns
und zeigte es durch seine Abwesenheit.
Mein erster Gedanke, ich packe den 6“er ein und fahre raus, und
während ich mich noch innerlich darüber ärgerte das der 10“er noch
nicht fertig lackiert ist, kam mir die Idee den 10“er trotzdem
mitzunehmen. Also ab in den Keller und provisorisch mit zweiseitigem
Klebeband Ebony Star und Tevlon an der Rockerbox angebracht. Den Rest
zusammengebaut und auf
leichtläufigkeit geprüft, alles läuft reibungsloss wie es sein soll,
also konnte es los gehen.
Den 6“er und 10“er im Auto verstaut, da der 10“er zerlegbar ist war
dies auch kein Problem.
Beobachtungsstandort war nördlichstes Ruhrgebiet in den Wäldern und
Feldern in der nähe von Lembeck (falls jemand aus der Nähe es kennt)
Aufbauen, Justieren, Spiegelauskühlen lassen und dann konnte es los
gehen.
Erstmal den 10“er auf einen Stern gerichtet, schöne scharfe
Abbildung, Inntra und Extrafocal,
soweit ich es beurteilen kann sieht es auch sehr gut aus. Jetzt
reizte es mich herauszufinden wie groß der Unterschied zum 6“er ist.
Als erstes wurden beide Teleskope auf den Herrn der Ringe
ausgerichtet. Hier zeigte sich das was ich bereits erwartet hatte.
Der 6“er hat in dieser Disziplin die Nase vorn.
Die Cassini-Teilung gar kein Problem, zu mal die Bedinungen wirklich
gut an diesen Abend waren. Das Bild hat einen schönen Kontrast und
bildet den Saturn scharf ab. Bei ca. 200facher Vergrößerung gefiel er
mir am besten. Im 10“er wirkte der Saturn kontrastärmer
und neigte vor allem bei kleineren Vergrößerungen zu überstrahlen.
Ein Grau oder Polfilter
sollte hier aber in Zukunft Abhilfe schaffen.
Nun sollte aber der 10“er zeigen wo seine wahren stärken liegen. M51
stand nahezu im Horizont. Also beide Teleskope nach oben gerichtet,
das 18mm Speers in die Hand.
Der 6“er zeigt ein besseres Bild von M51 als gewohnt was nochmals den
sehr guten Himmel
bestätigt, M51 samt Begleiter beide zeigen ihre Kerne, beim
indirekten Sehen zeigt sich
auch die Scheibe mit einigen schwachen Details aber keine konkreten
Strukturen. Dann im 10“er der absolute Wow-effekt, Spiralarme! ich
sehe zum ersten mal Spiralarme! Noch mal zurück zum 6“er, auf einmal
kommt es mir vor als hätte jemand einen Mondfilter ins Oku geschraubt,
der Unterschied ist beeindruckend, ich suche nach den zuvor gesehenen
Spiralarmen doch es sind keine Strukturen erkennbar. Wieder zurück
zum 10“er und einfach mal den Anblick auf sich wirken lassen. Wo ich
schon mal am Grossen Wagen bin ging es weiter zu M81, M82
auch hier der Anblick einfach nur schön! Was beim 6“er mit indirektem
Sehen zu sehen ist,
zeigt der 10“er Problemlos beim direktem draufschauen und offenbart
beim indirektem Sehen noch weitere Details. Allgemein ist das Bild
des 10“ers viel heller, es tauchen auch kleine Sterne auf die im 6“er
nicht zu sehen sind.
Als nahstes folgte M101 diesmal nur im 10“er, die Galaxie erscheint
groß im Okular beim
indirekten Sehen offenbart Sie weitere Details doch von gesehenen
Spiralarmen würde ich diesmal nicht sprächen wollen aber dennoch
beeindruckt mich die große Ausdehnung. Hier zu sei noch als Anmerkung
gesagt dass ich ein 2“TS WA 24mm zum aufsuchen und ein Speers 18mm
zum beobachten benutze, des weiteren besitze ich noch eine 2X Barlow
und ein 6-24mm Zoom-Oku für die Planetenbeobachtung..
Als nächstes nahm ich mir den Virgo-Haufen vor, diesmal ohne einen
konkreten Ziel zu
verfolgen, einfach mal in den Galaxienhaufen spazieren gehen und so tauchte auch eine
winzige Galaxie nach der anderen im Oku auf. Jetzt wollte ich es noch
mal Wissen, ich suchte
mir eine der winzigen Galaxien heraus und versuchte diese im 6“er zu
finden doch ob wohl ich mir sicher war an der gleichen Position zu
sein habe ich Sie nicht gefunden.
Fairer Weise muss ich dazu sagen das die Galaxie bereits im 10“er
nur sehr schwach zu sehen war. Nun folgten zwei Sternhaufen M3 und
anschließend M13 in beiden zeigte der 10“ mehr Sterne. Bei M13 konnte
der 10“er nahe ganz ins Zentrum auflösen während der 6“er am Zentrum
scheiterte und nur um das Zentrum herum auflösen konnte. Dann ging es weiter
zu dem aufsteigenden Schwan hier stand Albiero, M27 und M57 auf den Programm.
Albiero ist für mich mit Abstand der schönste Doppelstern und immer eine Verweildauer wert.
Beim Ring- und vor allem beim Hantelnebel ist der Unterschied
zwischen dem
6“er und dem 10“er ähnlich wie zuvor bereits bei M81,M82 beschrieben.
Was man im
6“er durch indirektes sehen sieht,
zeigt der 10“er problemlos beim direkten draufschauen.
Beim indirekten Sehen kommen nochmals Details hinzu.
Dies wird besonders am Hantelnebel sichtbar wo seine Form im 10“er
deutlich zu erkennen war und einige Details in Form von
Helligkeitsunterschieden zeigte.
Auch am Ringnebel zeigte der 10“er den Vorteil der größeren Öffnung
denn dadurch waren auch größere Vergrößerungen möglich ohne dass das
Bild zu dunkel wurde.
Der Jupiter stand nun knapp übern Horizont ein kurzer Schwenker zum
Jupiter zeigte aber ein stark waberndes Bild. So war es auch an der Zeit Abzubauen.
Fazit des Abends:
Der Unterschied von 6“ zu 10“ ist beeindruckend! Ich habe erstmals
Spiralarme gesehen was
für mich vergleichbar ist mit dem Eindruck als ich erstmals Saturn gesehen hab.
Der 10“er und ich sind sehr schnell dicke Freunde geworden ![]()
Schade finde ich lediglich das der 10“er nicht rechtzeitig fertig wurde um ihn auf den
Orion richten zu können.
Ich bin mir sicher das der 10“er mir noch einige Objekte von einer
ganz neuen Seite zeigen wird.
Ein rundum gelungenes FirstLight.
P.S: Der Bau des 10"ers ist im Selbstbauforum vorgestellt.