Welches Dobson?

  • Frage an erfahrene Dobson-er und Experten:


    Nachdem ich mein Lidlskope zurückgegeben habe und mich in die Theorie ausführlicher als zuletzt beim Kauf von Lidlskope eingelesen habe (Physik ist mir nicht fremd) möchte ich evtl. ein Dobson kaufen.


    Denn, durch Lidlskope doch ein Nutzen für mich: Jetzt bin ich fest entschlossen für Astro-Hobby!! Und das trotz dem ersten Schock, wenig gesehen zu haben!


    Nach fleißigem Studieren von Daten und Preisen (macht auch Spaß im Internet), kam ich zu folgenden Alternativen:


    1. GSO Dobson 250/1250 (Art.-Nr. GSD 250 BCR bei TS, oder Art.-Nr. GSD 250 C)
    oder
    2. Meade 10 Zoll LightBridge Dobson Deluxe


    Wer kann mir helfen: Was ist besser? Sind beide technisch äquivalent? Oder haben sie auch Macken?


    Alternativ, soll ich doch noch andere Richtung erwägen: z.B. parallaktisch Schmidt-Newton, wie Meade LXD 8“, oder 10“ ? Dabei evtl. des Preises wegen weniger Öffnung hinnehmen? Reicht vielleicht doch ein Dobson 200/1200?


    Wichtig ist mir vor allem ein guter All-rounder (Planeten und Deep-Sky) mit einer ordentlichen Leistung - keine Halbe Sache!


    Allgemeines Zeug (theoretische Hintergrunde, Vorteile/Nachteile der Systeme, physikalische Daten, etc.) habe ich ziemlich verstanden, das brauche ich nicht, dafür aber dringend praktische Erfahrungen im Einsatz.


    Thanks im voraus
    Domikik

  • Hallo Domikik,


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    ...Wichtig ist mir vor allem ein guter All-rounder (Planeten und Deep-Sky) mit einer ordentlichen Leistung - keine Halbe Sache!...


    ...Allgemeines Zeug (theoretische Hintergrunde, Vorteile/Nachteile der Systeme, physikalische Daten, etc.) habe ich ziemlich verstanden...


    Möchte ich bezweifeln. Also - es gibt keinen Allrounder und somit gibt es nur Kompromisse, wenn es dann einer sein soll. (es sei denn, das Budget spielt keine Rolle und wir unterhalten uns über RC Systeme jenseits 14", die für uns 'normal-sterbliche' nicht bezahlbar sind.)


    Vielleicht hilft es uns wenn Du einmal sagst, was Du eigentlich machen willst.


    Quote

    Und das trotz dem ersten Schock, wenig gesehen zu haben


    Ohne Dir zu nahe zu treten zu wollen, liegt das meist am Anfang nicht am gewählten Equipment, sondern mehr um falsche Vorstellungen oder mangeldene Praxis - dagegen hilft nur weiter machen! Ein neues Skope hilft nicht darüber hinweg. Goto-System könne hilfreich sein, wenn der Frust, nicht viel zu finden zu groß ist (so wars auch bei mir am Anfang). Es kann schon ein wenig frustrierend sein, drei Tage M57 im Garten zu suchen, aber ihn nicht zu finden.


    Also ich habe für die Planetenbeobachtung und offene Sternhaufen meinen Speziallisten (7" MC) und für Deep-Sky steht wohl demnächst ein Meade LightBridge 12". Der eine hat eine sehr detaillierte, kontrastreiche Abbildung bis zum Gesichtsfeldrand hin, der andere eben das Mehr an Lichtsammelvermögen. Du wirst feststellen, dass viele Hobby-Astronomen eben nicht 'das' Skope für alle Disziplinen haben. Entweder sie spezialisieren sich, oder sie haben eben ihre Experten.


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    parallaktisch Schmidt-Newton

    soweit ich weiß, bringen Schmidt-Newton Teleskope (im Gegensatz zu MN) visuell keinen Vorteil gegenüber Newtons - lasse mich da aber gerne eines Besseren überzeugen.

  • Hallo Domikik,


    ich bin kein Experte und kann Dir mangels Vergleichsmöglichkeit auch nicht sagen, ob das GSO besser als das Meade ist oder umgekehrt. Ich habe auch nur das GSO 200e (8"), habe aber die Vergleichsmöglichkeit zum Lidlscope. Zwischen beiden Geräten liegen Welten.


    Kurze Geschichte:


    Ich habe auch zuerst überlegt, ob ich 10" oder 12" kaufen soll und hatte mich dann wegen des Preisunterschiedes und der Transportmöglichkeiten schon für ein 10" entschieden. Dann stolperte ich bei ebay über ein gebrauchtes GSO 200e inklusive Quick-Finder, TS-Okularkoffer und Justierlaser, Startpreis 250,- Euro, Sofortkauf 300,- Euro. Quick-Finder, TS-Okularkoffer und Justierlaser wollte ich eh kaufen, bei Sofortkauf gab es auch noch den Karkoschka dazu, also "klick" auf Sofortkauf, bevor es jemand anders tut. Zu meiner Überraschung waren bei der Abholung sogar noch Rohrschellen dabei, die in der Auktion gar nicht angegeben waren. Alleine das Zubehör hätte bei Neukauf also mehr gekostet wie das komplette Paket. So hatte ich ursprünglich geplant, das Zubehör zu behalten und den Dobson selbst über ebay weiterzuverkaufen.


    Ausprobiert habe ich ihn dann am Abend dennoch [;)]. Herrlich klarer Himmel und ich war überwältigt. Im Vergleich zum Lidl ein Quantensprung. Dort, wo man im Lidl bei kleiner Vergrößerung nur ein paar Lichtpunkte sieht, hat man mit 8" schon ein "Aha-Erlebnis".


    Dieser Vergleich http://www.binoviewer.at/beoba…skopvergleich_deepsky.htm kommt ganz gut an den Lidl-8"Dobson-Unterschied ran.


    Die Frage nach 10" stellt sich für mich seither nicht mehr. Ich habe das "Schnäppchen" behalten und nicht bei ebay eingestellt. Übrigens ist der 8" schon ziemlich mühsam zu bewegen, nicht wegen des Gewichts, sondern wegen der Sperrigkeit und fehlender Griffe an der Rockerbox (wenn man Tubus und Box zusammen rumträgt).


    Ich hoffe, Dir mit meiner praktischen Erfahrung etwas weitergeholfen zu haben, 8" ziehst Du ja - mit Montierung - ebenfalls in Erwägung. Deine restlichen Fragen werden Dir die Experten hier sicher besser als ich beantworten können.


    Gruß, Stephan

  • Als Anfänger möchte man am Himmel etwas *finden* und dann etwas *sehen*. Finden heißt großes Gesichtsfeld, und sehen heißt ordentlich Licht und gute Vergrößerungsmöglichkeit.


    Ein Dob erfüllt das meiste davon. Allerdings muss man lernen, ihn zu justieren. Obwohl manche behaupten, es sei ganz einfach: Das stimmt nicht, wenn man sich als Anfänger da allein durchkämpfen muss. Es gibt eben nie eine Idelalösung.

  • Hallo Dominik,


    ich finde auch du hättest ruhig noch etwas Zeit in das Lidlscope investieren und dadurch eine Menge lernen können. Natürlich siehst du mit einem 8" oder 10" Dobs mehr, aber auch mehr um 'deinen ersten Schock' zu überwinden?


    Seis drum, du willst ja jetzt einige Nummern größer einsteigen, ich 'errate' aufgrund deiner Angaben das Budget mal auf um die 700€, ich denke es wäre sinnvoller mit 8" anzufangen, dann bliebt noch genug Geld für Zubehör dass dir sonst eventuell fehlen würde, zumal 10" schon f/5 ist und dementsprechend teurere Okulare erfordert.


    Ich war selbst zwei Jahre mit Öffnungen zwischen 70 und 90mm unterwegs und habe nun den 8" f/6 - es ist eine Offenbarung, aber es möglicherweise auch deshalb weil ich mich so lange mit kleiner Öffnung arrangiert und beschäftigt habe ;)


    Den allerwichtigsten Punkt nennst du aber selber!


    Quote
    ...das brauche ich nicht, dafür aber dringend praktische Erfahrungen im Einsatz.


    Genauso ist es, gehe raus aufs Feld und schau bei anderen über die Schulter und natürlich auch durch die Okulare. [:)]


    Grüße Benny

  • Hi Dominik, lass mich eben sagen, dass 10" Dobsons auch ihr Gewicht haben! Je nach Begeisterung wird die Schlepperei auch lästig. Möglich, dass Dir deswegen mal ein guter Beobachtungsabend verloren geht.
    Ich habe den 10" GSO und bin wirklich begeistert. Er steht aber in Thüringen in unserer Sommerhütte, etwa 500 km von Düsseldorf entfernt, weil die Reisetransporte ziemlich lästig, manchmal auch unmöglich sind.


    10" ist ok, mach das, aber denk an die Schlepperei (und an den Platz, den das Gerät im Haus braucht).
    Alles Gute und Grüße, Peter

  • noch so als Anmerkung:


    Nebst Optik (Linse bzw. Spiegel ) ist ein großer Unterschied wie die beiden Teleskope 'montiert' werden. Wenn Du bei dem Lidl-Skope, was ja parallaktisch montiert ist, genaugenug eingenordet und das Objekt eingestellt hast, brauchst du nur noch in der Stundenachse nachzuführen. Bei azimutalen Montierungen musst Du ständig in beiden Achsen nachschubsen: azimutal und Polhöhe. Um das so wenig wie nötig machen zu müssen, benutzen viele Dob Besitzer Okulare mit großem Gesichtfeld. Sie stellen das Objekt am rechten Rand ein und beobachten, während es langsam links aus dem Gesichtsfeld raus läuft.


    Okulare mit großem Gesichtsfeld sind nicht unkritisch für große Öffnungsverhältnisse und haben (je nach Qualität) auch so ihren Preis.

  • Hallo liebe Astrofreunde,
    ich fühle mich wie in einer guten Familie, unter Freunden. Für eure Meinungen bin ich dankbar, auch für "zu nahe" (Nuna) - ehrliche Meinung ist halt wichtiger.


    Danke Armin, ich war schon dort in Vereinen - bei den Hightech Teleskopen, die dort wie selbstverständlich stehen, fühlt man sich blöd mit dummen Anfänger Fragen und das noch zu einer recht bescheidenen Ausrüstung.


    < Zu Benny (Lidl): Die Konusscheibe als Verbindung vom Tubus zur Montierung wurde durch die Feststellschraube gebrochen.>


    Ich weiß, dass es keine All-Rounder Teleskope gibt, vielleicht ist das überhaupt ein falscher Begriff - gemeint ist eigentlich "All-Round" Erfahrung, welche man sich als Anfänger wünscht, um sich weiter entwickeln zu können. Natürlich muss man dann aber bei einem Teleskop bleiben und eben mit diesem einen erst weiter kommen. Deswegen die Qual der Wahl.


    Es scheint mir 10" GSO Tubus doch besser als ein 10" LightBridge Dobson, sehe ich ein.
    Kann aber GSO Dobson einen Vergleich mit z.B. Komplettpaket


    >> GSO Newton 200/1000 - Komplettpaket mit Plössl Okular 25mm auf Montierung Astro 5 mit Polsucher und Stativ, und manueller Feinverstellung<< (siehe im Internet TS Art.Nr. GSN 2001 CR Astro5)
    stand halten?


    Oft geht es nicht um Kosten alleine, sondern um Kosten/Nutzen Verhältnis, d.h. mit etwas mehr Geld wesentlich mehr Leistung zu bekommen?


    Und ein Anfänger, der die Zusammenhänge einigermaßen versteht, aber keine Erfahrung hat - der neigt auf Nummer sicher zu gehen. Dann zahlt er mehr und hat vielleicht ganz schöne Sachen rumliegen, die nicht zum Einsatz kommen – Schade, Schade. Auch den billigsten Sachen sollten der Schicksal einer Nicht-Beachtung erspart werden.


    Ich lese in Astrotreff alle Meinungen zum Teleskopkauf – recht gerne positive Erfahrungen mit Dobson (mein Favorit), aber auch über Rosten, den klemmenden Rockerbox, komplizierte Nachführung, etc. – „und bin so klug wie nach wie vor“.


    Für jede weitere Anregung bin ich dankbar.
    Euerer Domikik

  • Jetzt mal konkret zu deiner Frage. Ich kenne beide Instrumente. Beide sind brauchbar. Das wichtigste ist bei diesen einfachen Geräten, dass die Optik was taugt, und das tut sie in der Regel.


    Wenn ich einen der beiden geschenkt kriegen könnte (also ohne aufs Geld zu gucken), dann würde ich den Lightbridge nehmen. Ich würde ihn zwar nicht ständig zerlegen, das ist unpraktisch. Aber er lässt sich leichter transportieren, da man ins Gestänge greifen kann. Und eben notfalls zerlegen, wenn man in den Urlaub will.


    Der GSO ist auch kein Fehlgriff. Er passt auf die Rückbank der meisten Autos.

  • Hallo Domikik,


    Erst mal möchte ich dir Mut machen, drotz der vielen "Hightech-Teleskope", die man so sieht, ruhig die Leute in den Astrogruppen mit Einsteiger-Fragen zu löchern. Gerade visuelle Beobachter sind meist Anfängern gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich.


    Als einer , dessen erstes Teleskop ein Lidl-Refraktor war (ich hab's noch!) kann mein Kommentar zur Ausrüstung vielleicht für Dich hilfreich sein.
    Auch mir ging es so, daß nach kurzer Zeit das kleine 70/700 Skylux nicht mehr genügt hat.
    Der nächste Schritt war ein 8-Zöller f/6 (Galaxy D8 von ICS, baugleich mit GSO).


    Mittlerweile beobachte ich seit 2 1/2 Jahren mit einem 12" f/5 Eigenbau, und ein 18" f/4,3 ist (immer noch[V]) in Arbeit.
    Wenn ich mich nicht einer Selbstbau-Gruppe angeschlossen hätte, würde ich nach wie vor mit dem 8" Teleskop beobachten.


    Vorteile dieser Teleskopgröße:
    + die Leistung ist schon sehr gut, viele Himmelsobjekte zeigen bereits interessante Strukturen
    + bei f/6 genügen schon Okulare in mittlerer Preislage für randscharfe Abbildung
    + Trotz Volltubus und schwerer Spanplatten-Rockerbox ist das Teleskop noch einigermaßen handlich
    + Bei dem Kaufpreis bleibt evtl. Geld übrig für sinnvolles Zubehör


    Wenn Du ein Teleskop auf parallaktischer Montierung möchtest, kauf <i>auf keinen Fall</i> die kleinste dazu angebotene! Eine ausreichend solide Montierung kostet grundsätzlich mehr als der Teleskoptubus, den sie tragen soll.
    Ich finde aber, eine parallaktische Montierung macht nur mit Motorantrieb Sinn, auch visuell. Dann kannst Du bei hoher Vergrößerung entspannt Details an Himmelsobjekten betrachten.
    Wenn dir dieser Aufwand zu hoch ist (mir ist er es), dann kauf ein Dobson!


    Sehr wichtig finde ich das Zubehör. Mit dem oft beigelegten 25 mm Plössl (oder anderen Billig-Okularen) nutzt Du nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten eines Teleskops. Ich bin der Meinung, laß so ein Okular gleich beim Händler, laß dir dessen Preis auf vernünftige Okulare gutschreiben und gib für diese lieber gleich zu Beginn ein paar Euro aus. Ich habe erst mit 1,25" Plössls beobachtet. Für wenig mehr Startkapital hätte ich gleich viel komfortablere Okulare bekommen können. Speziell ein Gesichtsfeld von 65° statt 50° ist beim Dobson ein Riesen-Vorteil.


    Beim 8" f/6 mit Telrad oder anderem Peilsucher rate ich zu einem Startset aus folgenden 3-4 Okularen: Ein 2" Weitwinkel mit 5 Linsen und 32-42 mm Brennweite zum Aufsuchen und für großflächige Objekte, Preis um 100 Euro. Dann ein 15-20 mm und ein 9 mm Okular, möglichst Weitwinkel wie z.B. TS-SWM bzw. Skywatcher "Goldkante", die kosten je ca. 50-60 Euro. Schließlich noch ein Planetenokular mit ca. 5-6 mm.


    Ein Himmelsatlas wie der "Karkoschka" nebst roter LED-Lampe ist ganz wichtig. Einen Beobachtungsstuhl solltest Du auch gleich zu Beginn einplanen. Preisgünstig im Haushaltsladen oder beim Lebensmittel-Discounter angeboten werden oft höhenverstellbare "Bügel-Stehhilfen".
    Wenn dann noch Geld übrig ist, kauf dir gleich einen 1,25" UHC-Filter.


    So, das ist wieder mal etwas "länglich" geworden, aber ich finde, so eine Einsteiger-Entscheidung ist wichtig und sollte entsprechend kommentiert werden.


    Halt, noch ein Schlußwort:
    Zwei Dinge können durch kein noch so gutes Teleskop ersetzt werden,
    1. dunkler, klarer Himmel - wenn die Milchstraße nicht zu erkennen ist, baue ich mein Teleskop normalerweise gar nicht erst auf.
    2. Beobachtungserfahrung - die kann man übrigens mit kleinen Geräten ganz genauso sammeln wie mit großen, auch mit einem Lidl-Scope!


    Gruß,
    Martin

  • Servus Martin!


    Und
    3.) Sehr , sehr viel Geduld!! Und Zeit! Und Liebe zur Natur.
    Für Eilige ist die Astronomie das völlig falsche Hobby. Schnell geht bei uns gar nix!!


    Grüsse


    Gerhard

  • ich besize ein 8" newton und ein 12" dobson. aber der unterschied ist so gravierend im visuellen beobachten, dass ich gerne das höhere gewicht des dobson in kauf nehme.das 12 er dobson macht bei planeten und deep-sky einen sehr guten eindruck.das 10 er wird durch die kleinere öffnung ein bischen hinter her hinken.transportabler ist das meade sicher (auch punkto auskühlung). das gso ist schwerer zu transportieren, aber ich muss nicht den
    zusammenbau wie beim meade in kauf nehmen.

  • Hallo Domikik

    Quote

    ...auch für "zu nahe" (Nuna)


    Nee nee nee, ich wollte Dir NICHT zu Nahe treten. Wäre es so, hätte ich nicht soviel Zeit aufwenden müssen. Was ich Dir geschrieben habe ist selbst so erfahren und diese Erfahrung gebe ich weiter. Das ist in erster Linie die Suche nach dem 'Alles-Könner', die mich viel Zeit gekostet hat. Das man auch mit kleineren Instrumenten durchaus viel Erfahrung sammeln kann (es gibt ne Menge Sternfreunde die nur mit Ferngläsern beobachten).


    Wenn Du falsche Vorstellungen 'haben solltest' (hatte ich auch) rettet auch die Mehrausgabe für größere Instrumente das nicht. Der Frust ist dann nur noch größer, wenn man viel Geld ausgibt und es kommt nicht das raus, was man (fälschlicherweise) erwartet.

  • Hallo Nuna,
    "zu nahe" - nein, und nochmals nein. Im ernst, kann ich nur dankbar sein, dass du auch "zu nahe" nicht scheust, um zu helfen.
    Thanks dafür, Domikik

  • Hallo Dominik,


    Quote
    Die Konusscheibe als Verbindung vom Tubus zur Montierung wurde durch die Feststellschraube gebrochen


    Autsch [B)]


    Quote
    Und ein Anfänger, der die Zusammenhänge einigermaßen versteht, aber keine Erfahrung hat - der neigt auf Nummer sicher zu gehen. Dann zahlt er mehr und hat vielleicht ganz schöne Sachen rumliegen, die nicht zum Einsatz kommen – Schade, Schade. Auch den billigsten Sachen sollten der Schicksal einer Nicht-Beachtung erspart werden.


    Ich lese in Astrotreff alle Meinungen zum Teleskopkauf – recht gerne positive Erfahrungen mit Dobson (mein Favorit), aber auch über Rosten, den klemmenden Rockerbox, komplizierte Nachführung, etc. – „und bin so klug wie nach wie vor“.


    Also deine Erfahrungen mit dem Astroverein bei dir waren wohl nicht so positiv, mmh also ich habe super Einblicke bekommen allerdings bei einer lockeren Beobachtungsgruppe ohne Verein (nichts gegen Vereine aber ist nunmal nicht jedermanns Ding). Ich bin mir sicher du findest in deiner Umgebung noch Leute bei denen du durchschauen kannst und dich sicher auch nicht blöd fühlen musst mit 'Anfängerfragen'.


    Nur so wirst du Dinge wie 'komplizierte Nachführung', Größe, Gewicht von verschiedenen Instrumenten wirklich einschätzen könnnen. Der Dobs den ich nun gebraucht habe hat ebenfalls eine 'rostige' Vergangenheit stand allerdings auch 1 Jahr bei Wind und Wetter draussen, hat keine Spuren hinterlassen und wird dank neuer Hamerit-Lackierung auch erst anfangen zu rosten wenn mein Auto sich vollständig in Eisenoxid verwandelt hat [:D] - Bei einem Dobson kann man mit wenig Aufwand sehr viel optimieren auch ohne handwerklich sonderlich begabt zu sein.



    Grüße Benny

  • Hallo Martin,
    ich kann dir nicht genug dankbar sein für so viel Mühe. Es wird noch etwas dauern mit der Qual der Wahl, da ich inzwischen auch (neuen?) Skywatcher 254/1200 (bzw. 200/1200) bei apm-telescopes.de entdeckt und in engere WAhl genommen habe. Allerdings ist die Beschreibung dort etwas mager, so ist ein Vergleich zu den GSO schwer. Ob z.B. ein Okularauszug "Crayford 2" (oder sogar mit 1:10) bedeutend ist, weiß ich nicht. Oder, ob jeder Tubus sich als metallisch versteht, weiß ich auch nicht, Vorsicht ist geboten. Ferner, habe ich etwas Respekt, wenn ich an f/5 und diesbezgl. evtl. Probleme mit Okularen (Zubehör) bei dieser Lichtstärke denke. Zum anderen 10" reizt mich mehr als 8" (unbegründete Erwartung eines Anfängers). Ich wünsche dir viel Erfolg mit dem 18", vielleicht gibst du einmal einen Bericht darüber. Wo soll er stehen, was sind die Seeing Verhältnisse, die du brauchst?
    Gruß Domikik

  • Hallo Domikik,


    Martin hat ja schon ein paar Kriterien genannt:
    1. Transportabilität. Hier kann sicherlich der Lightbridge ein wenig punkten. Der kann zerlegt werden, allerdings passt der Hut nicht in den Spiegelkasten und beide Kisten sind sperrig.
    2. Öffnungsverhältnis vs Okularfreundlichkeit. Ich habe lange Zeit auf F6 geschworen. Besitze jetzt ein F5 Teleskop und finde, dass es mit den Goldkantenokularen nicht sooo kritisch ist.
    3. Montierung. Fotografie braucht eine parallaktische Montierung. Auch für Planeten. Wenn ich den Planeten im Dobson im Okular habe, finde ich ihn anschliessend mit der Web Cam kaum noch wieder. Ich finde ihn aber... Wenn das parallaktisch montierte Teleskop motirisiert hinterherdödelt, klappt es wunderbar
    4. Größe. Meine Meinung: So groß, dass es Dich nicht vom Rausgehen abhält. Ein sperriges Teleskop "mal eben" auf die Terasse stellen um "mal kurz" zu schauen - ich mache das nicht. Mein 12" F6 Dobson ist ein schönes Gerät, wenn ich mal rausfahre. Auf die Terasse kommt meistens der parallaktisch montierte 150/750er. Wenn ich den 12er im Stück transportabel hätte, käme er eher hinaus, aber abends um 10 das Gerät erst zusammenbauen um dann 30 Minuten zu schauen (meistend wird es dann doch länger), das mache ich nicht so oft.


    Mein ganz persönliches Fazit:
    a) Ein einziges Teleskop reicht nicht aus (meine Frau sieht das anders ;) ). Aber Teleskope sind unglaublich gesellig.
    b) Es gibt keinen Rat, nur Entscheidungskriterien
    c) (Fast)jedes Teleskop macht Spaß. Mehr Öffnung will man immer nur zum Sehen, nicht zum Tragen und es gibt nur Kompromisse
    d) Ein 200er GSO oder Skywatcher auf der Astro5 ist mir zu instabil
    e) Ein guter OAZ nervt weniger als ein schlechter. Bei F5 ist ein Crayford mit Untersetzung bei einem guten Spiegel ne ganze Menge Wert



    Viel Erfolg


    Jürgen

  • Hallo,


    Jürgen bringt es mit seinen Ausführungen genau auf den Punkt.


    Ein guter Crayford OAZ mit 10:1 Untersetzung ist kein Luxus-Schnickschnack, sondern IMHO ein elementares Element zur Steigerung der Beobachtungsfreude. Man glaubt nicht, wie oft man den OAZ während des Beobachtens verstellt. Je schneller das Öffnungsverhältnis, desto wichtiger ist ein guter "nervenschonender" OAZ.


    Oftmals wird etwas zuviel Augenmerk auf die allerbeste Spiegelqualität zu Lasten der mechanischen Stabilität des Dob's oder auch einer parallaktischen Lösung gelegt. Glaube mir, nichts nervt mehr als ein Dob, der sich nicht richtig "seidig" nachführen lässt oder eine wacklige Montierung.
    Was nützt ein Top-Spiegel, wenn das Bild nicht stillsteht oder sich nicht genau genug fokussieren lässt? Leider gibt es da bei den chinesischen Modellen etwas Tuningbedarf.


    Achso nochwas: Eine gute Bekannte hat sich kürzlich zwischen einem GSO 8" Dobs und einem TS 10" Dobs mit 10:1 Crayford + Lüfter entscheiden müssen.
    Der 10" Dob Tubus war nicht länger als der des 8" GSO. (f/6 zu f/5)Klar, es war schwerer und dicker, aber wesentlich besser ausgestattet und auch nicht viel sperriger. Sie hat dann den 10er genommen und ist glücklich damit.
    Ob GSO oder Skywatcher: Die Optiken sind meist brauchbar, aber die Mechanik drumrum... naja. Mir würde das so von der Stange nicht genügen.... aber ich bin da auch recht anspruchsvoll.
    Für den Anfang dennoch eine gute und erhebliche Steiegerung zum Lidl-Scope.


    Grüße
    Rolf

  • Hi,


    ic vertrete ebenfalls die Ansichten von Jürgen und Rolf und habe die gleichen Erfahrungen gemacht. Optik UND Mechanik müssen zusammenpassen - ansonsten ist Frust vorprogrammiert. Die China Dinger sind so günstig - da muß es ja irgendwo Schwachpunkte geben. Schade, denn für einige Euro mehr wäre es nämlich für den Hersteller möglich entscheidene Verbesserungen durchzuführen. Allein die weiche Nachführung in Azimut ist mit Ebony und Teflon erzielbar und kostet nicht die "Welt". Warum hier gespart wird ist mir schleierhaft ....
    Mit etwas Geschick und überschaubaren Ausgaben kann man dies aber auch alles selber machen.


    Gruß


    Copernicus

  • Hallo Armin,
    danke für deinen Tipp, Kontakte in der Region zu suchen. In Erlangen gibt es viel in dieser Richtung, habe ich wirklich nicht gewußt. Das wird sehr hilfreich sein.
    Bis zum nächst.
    CS Domikik

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