Ausparabolisiert????

  • Hallo Schleifgemeinde,
    mittlerweile parabolisiere ich meinen 172/1275mm wieder.
    Ich wollte euch die neuesten Foucaultmessungen zeigen, da ich bei deren Interpretation Schwierigkeiten habe.


    Ich benutze einen spaltlosen Foucaulttester mit bewegter Lichtquelle; in Figure XP habe ich "Light Source moving" gewählt.


    Ich benutze eine Zonenmaske mit effektiven Radien bei 7,5mm, 30mm, 50mm, 69mm und 77mm.


    Die Auswertung aller Zonen ergab folgendes Ergebnis:


    Sieht man sich die Schnittweiten an fällt auf, dass die inneren Zonen überkorrigiert sind. Aber wieso kommt Figure XP auf diesen guten wavefronterror und Strehlwerte??


    Um die Unsicherheit beim Bestimmen der Schnittweite der innersten (7,5mm-) Zone zu umgehen, habe ich als Bezug mal die 30mm-Zone genommen:



    Das läuft praktisch auf das selbe Ergebnis hinaus.
    Was ich auch nicht verstehe: Ich dachte immer, im FigureXP-Plot wird die Abweichung von der Parabel angegeben. Aber wieso wird der Abbildung oben der Nullpunkt durch die 69mm-Zone gelegt, die doch unterkorrigiert ist?!


    Und noch eine frevelhafte Frage zum Schluss: Soll ich die Scherbe überhaupt noch anrühren?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo,


    Der Nullpunkt: die flaeche bis die 3e zone ist gleich gross wie die flaeche der ausere zonen? Hab mich damit nicht beschaeftigt aber das wird es wohl sein.
    Ich wurde zuerst den rand etwas genauer ansehen, und erst dan nachdenken ob es noch was zu verbessern gibt. Mach eine testreihe mit die letzte zone auf 83mm damit du siehst was der rand macht.


    MfG,
    Cas

  • Hallo Stefan,


    Quote
    Was ich auch nicht verstehe: Ich dachte immer, im FigureXP-Plot wird die Abweichung von der Parabel angegeben. Aber wieso wird der Abbildung oben der Nullpunkt durch die 69mm-Zone gelegt, die doch unterkorrigiert ist?!

    bin zwar auch noch Anfänger in Sachen Spiegelschleifen aber ich würde das so interpretieren: Nachdem FigureXP die Oberfläche aus den Messwerten berechnet hat, wird der Nullpunkt auf die scheinbar tiefste Stelle des Profils gelegt. Da man mit dem Polierer nur Glas abtragen kann, macht es auch Sinn, den tiefsten Punkt zu belassen und alles was höher ist als "Verbesserungspotenzial" aufzuzeigen.
    Bin mal gespannt ob ich richtig liege.
    Wenn sich bei deinem Spiegel sonst kein Fehler eingeschlichen hat, würde ich ihm einen dicken Schmatz geben (nimm die Rückseite [:D]) und ihn noch am Stern testen. Ich warte auch grad auf ein Loch am Himmel...
    Gruß, Burkhard.

  • Hallo Stefan,


    der Spiegel ist sehr gut, vorausgesetzt er hat keinen Asti. Bei Strehl von 0,99 macht es keinen Sinn mehr irgendwelche Korrekturen vorzunehmen zu wollen. Mit Deinem Messwerten liegst Du an der Auflösungsgrenze des Messverfahrens. Wenn Du es noch genauer haben willst, dann wären Wiedeholmessungen dazu noch mit zwei oder 3 Zonen mehr und fotografische Auswertung ratsam. Aber wenn der Spiegel eingermaßen glatt poliert ist wird sich das Ergebnis auch nicht nennenswert ändern. Kurz gesagt, mach den Test auf Asti und wenn es Dein Erstlingwerk sein sollte, dann lass auch jemand mit Testerfahrung messen und Star- testen.

    Quote
    Um die Unsicherheit beim Bestimmen der Schnittweite der innersten (7,5mm-) Zone zu umgehen, habe ich als Bezug mal die 30mm-Zone genommen:

    Diese Unsicherheit kommt nur dann zum tragen, wenn mam mit zu wenig Zonen arbeitet. Zonenradien von < 10% des max. Radius dazu noch an einem 7" f/7,4 kann man sich getrost schenken. Generell gilt: FringeXP berücksichtigt den Flächenanteil der jeweiligen Zone. Deshalb fallen die Fehler der inneren Zone wesentlich weniger ins Gewicht. Je mehr Zonenradien gewählt werden desto geringer ist der jeweilige Flächenanteil.


    Ich nehme an, dass Du auch die parallel laufenden Diskussionen verfolgst, wie z. B:
    <b><i>13" weiter parabolisieren</i></b>


    Gruß Kurt

  • Hallo Burkhard und Kurt,
    vielen Dank für eure Antworten. Jetzt bin ich um einiges schlauer :-))


    Der Spiegel ist mein Erstlingswerk, wobei ich jetzt das zweite Mal parabolisiert habe. Nach dem ersten Mal und belegen zeigte sich im Astrourlaub im September ein deutlicher Astigmatismus (Im unbelegtem Zustand war ich so glücklich Sterne zu sehen, dass ich den Fehler gar nicht realisiert habe.). Diesmal bin ich vorsichtiger und warte auf gutes Wetter für den Startest...oder werde mich am Laborstartest versuchen.
    Das andere Problem ist, dass ich hier spiegelschleiftechnisch Einzelkämpfer bin und nicht die Möglichkeit habe, die Scherbe gegentesten zu lassen von einem "Profi".


    Noch ne Frage: Im Parallelthread (ich glaube, es war der Thread zum 13") war die Rede, die Oberfläche mit hochverdünnter Cerisuspension zu glätten. Soll ich das auch versuchen? Wenn ja, mit welcher Strichführung?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Quote
    Noch ne Frage: Im Parallelthread (ich glaube, es war der Thread zum 13") war die Rede, die Oberfläche mit hochverdünnter Cerisuspension zu glätten. Soll ich das auch versuchen? Wenn ja, mit welcher Strichführung?


    das wäre nur dann sinnvoll, wenn der Spiegel deutlich rau ist. Vielleicht kannst Du dazu ein Foucaultfoto hier reinstellen. Wenn man da nix von Rauheit sieht wären Glättungsmaßnahmen überflüssig.


    Wenn es Dich dennoch interessiert wie und was man mit einfachen Mitteln an Rauheit sichtbar machen kann, dann schau mal in den Bericht rein:


    http://www.astrotreff.de/topic…32994&SearchTerms=Rauheit


    Gruß Kurt

  • Hallo zusammen,
    ich noch Mal :)


    Ich habe gerade wieder zwei Messreihen gemacht, die in sich sehr konsistent sind. Am ersten Ergebnis ändert sich praktisch nichts: ptv wavefront 1/21....1/10 lambda, Strehl 0,99 [:)]. Als "Best Fit conic constant" ergibt sich -1,04...-1,09; je nachdem ob ich die 30mm -Zone als Basis nehme oder die 7,5er. Eine leichte Hyperbeltendenz also- ist die nur vom akademischen Interesse, oder hat die praktische Auswirkungen auf die Bildqualität?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Quote
    Eine leichte Hyperbeltendenz also- ist die nur vom akademischen Interesse, oder hat die praktische Auswirkungen auf die Bildqualität?

    wahrscheinlicher ist eher die Tendenz, dass Du Gespenser siehst[:D].
    Noch mal, wenn Deine Messwerte annähernd richtig sind aus denen sich Strehl 0.99 berechnet, dann wird man nichts mehr verbessern können was sich bei der Beobachtung am Himmel bemerkbar macht.


    Gruß Kurt

  • Hallo,Stefan,
    Um Asti jetzt auszuschließen würde ich den Foucaulttester mit einer Punktlichtquelle aussttten. Dazu brauchst du eine Alufolie und eine helle Glühlampe. Das Bild, welches dein Spiegel macht betrachtest du mit einem Okular. Intrafokal siehst du nur einen Strahlenstern, aber extrafokal eine scharf begrenzte Beugungsfigur. Wenn die rund ist dann ist der Spiegel nicht astigmatisch. Du kannst aber auch direkt einen Test am Himmel durchführen, da solltest du den Asti auch finden können so er da ist.
    (Hast du ausgeschlossen dass dein Asti vom Fangspiegel herrührt?
    Grüße Martin

  • Hallo Kurt und Marty,
    okokokok, ich hör ja schon mit den frevelhaften Fragen auf [:D]! Ich hab jetzt eingesehen, dass es nichts mehr zu verbessern gibt.


    Marty, vor der Retusche drehte sich die Asti-Ellipse beim Drehen des HS mit. Ob der FS noch einen Extra-Asti beiträgt weiss ich jetzt nicht (sollte eigentlich nicht bei einem INTES FS....), werd ich aber überprüfen.


    Bringt es beim Laborstartest VOrteile, den künstlichen Stern mittels Mikroskopobjektiv oder Vergrößerungsobjektiv nach unendlich abzubilden?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • &lt;flüster mode&gt;Ich wurde doch noch dein randbereich mal vermessen, oder wenigstens mal ohne maske nachschauen ob dort alles im grunen ist&lt;/flüster mode&gt;

  • jain
    wenn der Rand kurz vor Außen hoch geht, wird er ja nicht immer noch steiler hoch genen, falls er wieder fällt ist ja nicht mehr viel platz bis isn bodenlose zu fallen
    aber wenn man die Kante sag ich mal verrundet hat ist schon besser man weis das und deckt die betroffenen 2-3mm ab


    Gruß Frank

  • Hallo zusammen!
    ==&gt; Astrocas: *flüstermode an* Den exakten Rand mess ich lieber nicht, sonst versau ich mir noch meine 99% Strehl [;)] *flüstermode off*


    Ich kuck mal, was der Sterntest zeigt. Den Rand kann ich ja probehalber um 3mm abdecken.


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Hallo Freunde,


    ihr könnt "testflüstern" so viel ihr wollt. Besser als Strehl 99% wird der Spiegel davon nicht[:D].


    Etwas ernsthafter: Systematische Tests am Himmel ändern nix an der Kurvenform[:o)]


    Noch etwas ernsthafter: Scharfeinstellung bei Beobachtung nicht vergessen[:)]!


    Gruß Kurt

  • Hallo Leute,
    vorhin konnte ich einen ersten Sterntest machen.


    Justiert habe ich mit einem Filmdosenokular, was ganz gut geklappt hat (FS-Schatten mittig im Sternscheibchen).


    Ich konnte schon im 14er Okular Beugungsscheibchen erkennen; extra- und intrafokal hatte ich runde Sternscheibchen. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob das System astifrei ist; manchmal hab ich mir eingebildet, beim Durchgang durch den Fokus drehende Astiellipsen zu sehen. Andererseits sahen die Abbildungen im Fokus recht ordentlich aus.
    Wie würde sich eigentlich eine nichtrotationssymmetrische Zone (z.B. ein Buckel irgendwo auf dem Spiegel) auswirken?


    Und noch was ist mir aufgefallen, besonders bei der Verwendung langbrennweitiger Okulare mit großen GF (22er LVW und 30mm 80° Chinagranate): In beiden Okularen habe ich eine asymmetrische Schärfeverteilung. D.h., ich zentriere einen zenitnahen Stern in der GF-Mitte und drehe dann in Azimut.Oberhalb der Bildmitte wird der Stern direkt unscharf aufgeblasen, unterhalb bleibt er scharf. Stelle ich den Stern hingegen in die Mitte und bewege dann in Höhe, bleibt der Stern sowohl links- als auch rechts der Bildmitte scharf.
    Was ist da los?


    Viele Grüße,
    Stefan

  • Quote
    <i>Original erstellt von: StefanSLS</i>
    <br />.Oberhalb der Bildmitte wird der Stern direkt unscharf aufgeblasen, unterhalb bleibt er scharf. Stelle ich den Stern hingegen in die Mitte und bewege dann in Höhe, bleibt der Stern sowohl links- als auch rechts der Bildmitte scharf.
    Was ist da los?


    Viele Grüße,
    Stefan



    Hallo Stefan,


    da würde ich nicht ganz ausschließen, dass evtl.der Okularauszug schief auf dem Tubus sitzt. Was passiert denn beim Justieren mit der Filmdose wenn Du den Okuauszug rein oder rausdrehst?



    Milky way, not milky sky!


    Gruß Franjo[;)]

  • Hallo Stefan,


    Quote
    Und noch was ist mir aufgefallen, besonders bei der Verwendung langbrennweitiger Okulare mit großen GF ...


    wenn schon Startest, dann mit Mindest- Vergrößerung deutlich größer als Spiegeldurchmesser in mm. Wenn Du dann mühsam nach Asti suchen must und so gut wie gar nix davon findest, dann vergiss Asti. Wenn etwas davon vorhanden ist dann sieht man das am empfindlichsten bei fokaler Einstellung. Gleiche Stehlminderung durch Asti wirkt sich im Gegensatz zu Zonenfehlern und/oder Fehlkorrektur weniger stark auf die entscheidende Kontrastübertragung aus.


    Bei Startest mit geringer Vergrößerung wird die AP automatisch vergrößert und deshalb kommen dann die Fehler des Auges stärker zur Geltung.


    Gruß Kurt

  • Hallo Franjo und Kurt!


    ==&gt; Franjo: Ich hab nochmals nachgeschaut, der OAZ scheint nicht schief im Rohr zu sitzen.


    ==&gt; Kurt: Den Astistartest hab ich mit 92 bzw 127facher Vergrößerung gemacht (kürzere Okularbrennweiten hab ich zur Zeit nicht) und war mir nicht sicher ob ich da was sehe. Bei den niedrigen Vergrößerungen (58 bzw 43fach) konnte ich diese asymmetrische Unschärfe sehen.


    Viele Grüße,
    Stefan

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!