Entdeckung extrasolarer Planeten

  • Hallo Leute,


    ich sitze hier gerade im Diff-Kurs Astronomie und wurde aufgefordert, nach Methoden zur Entdeckung extrasolarer Planeten zu suchen.


    Da ich zwar im Internet Material dazu gefunden habe, aber ich in der 10. Klasse bin (also bin ich noch kein Professor :) ), wollte ich hier mal nach komopetenten und einfach erklärten Antworten bitten.


    Die Themen:
    Transitmethode
    Astrometrische Methode
    Gravitationlinsenmethode


    Ich bedanke mich für alle kompetenten Erklärungen.


    mit freundlichen Grüßen,


    Marcel


    PS: Das ist eine tolle Seite!!!

  • Hey Marcel,
    ich versuch's mal einfach aber trotzdem prägnant.


    Die Transit-Methode erklärt sich leicht an dieser Grafik:

    Davon ausgehend, daß der Stern selber eine relativ stabile Helligkeit hat, kann man einen vor dem Stern vorüberziehenden Planeten vor dem Stern durch Helligkeitseinbrüche in der Lichtkurve beobachten. Die Methode biete die Möglichkeit, noch einiges über den Planeten selber zu erfahren: Das Verhältnis normale/abgeschwächte Sternhelligkeit ergibt den Winkeldurchmesser des Planeten, also seinen Durchmesser gewichtet mit der Entfernung. die Zeitdauer vom ersten zum zweiten Kontakt (Planet kratzt an Sternscheibe bis Planet liegt vollständig auf der Sternscheibe), die Gesamtdauer des Transits und mehrere Transitbeobachtungen liefern dann mithilfe der Keplerschen Gesetzte so ziemlich alles was das Astronomenherz zu wissen begehrt.
    Vorteile: Die ganzen Infos die gewonnen weren können. Außerdem ist der Effekt um so deutlicher zu beobachten, je besser das Winkeldurchmesserverhältnis ist, das heißt, auch relativ kleine Planeten, aber in nahen Umlaufbahnen um kleinere Sterne, können entdeckt werden.
    Nachteile: Man muß ungefähr in der Bahnebene des Planeten schauen, ziehen die Planeten über oder unter dem Stern vorbei sieht man nichts, und die wahrscheinlichkeit dafür ist ziemlich groß.


    Über die Astrometrische Methode hofft man in Zukunft (ist bisher noch nicht geglückt) direkt die "Wackelbewegung" des Sterns zu sehen, die durch die Bewegung von Stern und Planet um den gemeinsamen Schwerpunkt verursacht wird, sozusagen eine noch ein Stück verfeinerte Radialgeschwindigkeitsmethode.
    Vorteil: Liefert über die Form der schlingernden Kurve die Bahngeometrie und damit die genaue Planetenmasse


    Beobachtungen von Planeten über den Mirolensing-Effekt sind eine einmalige Angelegenheit, die sich nicht wiederholen werden. Gravitationslinsen bewirken zum einen die bekannten Doppelquasare, Einsteinringe und Einsteinkreuze bei weit entfernten Galaxien und Quasaren, zum anderen gibt es aber auch eine Helligkeitsverstärkung, die sich als Lichtkurve beobachten läßt, wenn sich Linse (also ein Vordergrundstern) und gelenstes Objekt (Stern und Planet) zueinander bewegen. Dieser Helligkeitsverlauf eines solchen Ereignisses ist sehr charakteristisch und liefert über die Theorie der Gravitationslinsen (die Wirkung der Linsen ist über Geometrie relativ anschaulich darstellbar, aber der Verstärkungseffekt ist nicht trivial) die Masse des Objektes. Mehrere solcher Ereignisse wurden seit 2003 beobachtet. Die dazugehörigen Muttersterne sind sehr weit entfernt und können meist nur schwer außerhalb der Gravitationslinsenphase beobachtet werden.


    Caro

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