Dimensionierung Lowrider, da stimmt was nicht

Netzwerkarbeiten / geplante Serviceunterbrechungen 26./27.01.2022 - mehr Infos Hinweis ausblenden =>
  • Hi zusammen,


    bin gerade am grübeln ob aus meinem 22er ein klassischer Newton oder ein Lowrider werden soll. Jetzt hab ich mal gerechnet, um wieviel tiefer der Einblick käme, komme aber irgendwie nicht auf ein sinnvolles Ergebnis. Meine Eckdaten sind:
    Brennweite 2380mm
    Brennpunkt über optischer Achse: 395mm bei einem Hut mit 620mm Durchmesser.


    Hier mal meine Überlegung dazu:


    Punkt 1 zeigt das klassische Design mit 1985 mm Hauptspiegel hinter OAZ Zentrum. Jetzt kippe ich den Fangspiegel auf 60° und stelle Fest, daß das den OAZ grade mal 107mm weiter nach unten bringen würde. Brennpunkt über optischer Achse würde sich auch nur um marginale 14 mm verlängern. Die waagrechte unter 2.tens ist erstmal irgendwohin gesetzt worden, nur um zu sehen, wie weit tiefer der OAZ bei 60° gekipptem FS käme.


    Rainer http://www.biophysik.uni-freib…TM/lowrider/lowrider.html schafft bei 2200mm Brennweite und 60° Kippung mal schnell 30 cm. Da ist doch was faul in meiner Denkweise und ich komm nicht drauf. [B)]


    Grüße,


    Harry

  • Du machst einen Winkelfehler. Wenn der Fangspiegel nicht unter 45° zur optischen Achse steht, sondern unter 60° (jeweils bezogen auf die Fangspiegelebene), dann ist der Strahlengang um 2x15°=30° nach unten geneigt und nicht um 15°. Dann kommt mit deinen Zahlen folgendes raus:


    - Brennpunkt über optische Achse: 395/cos 30°= 456 mm also 61 mm länger als im klassischen Fall
    - Tieferlegung durch die Kippung des Stahlenganges um 30°: 395*tan 30°= 228mm
    - Gesamt Tieferlegung: 61+228= 289 mm


    Ich hoffe, ich habe richtig gerechnet. Zwei der Lowriderfreaks Roland und Timm sind ja gerade auf dem Glockner und können nicht antworten.

  • Hallo!


    Ich denke, ich weiss, worin Harry's denkfehler liegt. Er hat "Einfallswinkel = Austrittswinkel" nicht berücksichtigt.


    Ergo: in Seiner Rechnung versteckt sich etwa der Faktor 2 von FS-Kippung zur effektiven "Tieferlege-Distanz".


    Harry: Was den Lowrider auch noch interessant macht, ist nicht nur die effektive Tieferlegung der Einblickes, sondern auch die veränderte Einblickrichtung. Beim "normalen" Dobson muss man hoch stehen und waagerecht (oder sogar leicht nach unten blickend)einblicken, beim Lowrider kann man nach oben gucken. In dieser Blickrichtung ist auch eine höhere Höhe des OAZ (über Boden) noch bequem erreichbar.


    Dem Timm sein Lowrider habe ich mal live erlebt, daneben stand Roland's 21"er (nicht Low). Während ich beim Timm noch mit beiden Füssen am Boden stehend einblicken konnte, musste ich beim Roland mindestens eine (beser 2) stufen in die Höhe steigen. Ich weiss jetzt aber aus'm Stegreif nicht, was für'n f/x die beiden Spiegel haben, vielleicht hat ja einer "nur" 4,5 und der andere 4,2 oder noch unterschiedlicher.... Im Bereich von 20" Öffnung macht der Unterschied von 0,3 immerhin rund 10cm aus...[:I]


    Naja, viel Erfong jedenfalls bei der weiteren Planung und dem Bau Deines LowRider! (mach' ab&zu n'Bild, gell!??)
    Bin gespannt, wie das Ding wird...[:p]

  • Hallo Stathis,
    ich hab unabhängig von deiner Rechnung nochmal nachgerechnet und komme auch auf 289mm. Du hast also richtig gerechnet.
    Grüße, daniel

  • hallo


    so ganz verstehe ich die Rechnung nicht, die 228mm sind ja ok, aber wieso werden die 61 mm dazugerechnet?? die Fangspiegelgröße spielt doch auch für die Tieferlegung eine entscheidene Rolle!!

  • Hallo bondage,


    das ist nicht die FS Größe sondern die notwendige Wegverlängerung durch den nach unten abgelenkten Strahl. Man will ja weiterhin x cm über dem Tubus den Fokus halten, da der Strahl aber nun leicht nach unten geneigt ist, kommt es zu einer Wegverlängerung. Dadurch muss der Fangspiegel ev. etwas größer werden und näher zum HS versetzt sein. Dadurch nimmt auch die Höhe des ganzen Aufbaus nochmal ab.
    So kommt es neben der OAZ-Höhenreduzierung durch das leicht nach unten gerichtete Auslenken auch noch die Höhenreduzierung durch die obengenannte Wegverlängerung.


    Gruß
    Markus

  • Ich danke euch allen für die Aufklärungsarbeit. Jetzt muß nur noch der richtige Fangspiegel gesucht oder aber selbst gemacht werden. Mindestens 117mm kleine Achse macht 135mm große Achse. 4 Zoll ist also zu klein, 5 viel zu groß. Ein 135mm runder Planspiegel wäre also fast ideal. Wenn jemand Fangspiegelquellen kennt, dann her damit. Folgende habe ich schon ausgekundschaftet:


    Philipp Keller http://www.astrooptik.com, LOMO, 5", 704$, können aber momentan nicht geordert werden
    grab astro tech http://www.teleskope.de, MountainOptics Spiegel, 5" 799 Euro.
    http://www.galaxyoptics.com, 4 Zoll 410$, größer bis 6" auf Anfrage


    Parallel hab ich bei Stathis schon mal nach 3 140mm Scheiben angefragt. Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? Jetzt denk ich schon an's Planspiegel-schleifen.


    Grüße,


    Harry

  • Tja, größere Fangspiegel als 4" fallen eben nicht mehr einfach so von der Schleifmaschne, da sieht man sofort, was richtige Optik in Einzelanfertigung kostet. Kannst ja mal spaßeshalber z.B. bei Berliner Glas anfragen, die können ihn sicher auch gleich 60° elliptisch machen. Diesen hier:

    hatten sie glaube ich auch gemacht, keiner auf der Baustelle wußte, was der gekostet hat. Ich wollte es auch gar nicht wissen, ich wußte nur, wenn der mir aus der Hand fällt, sie mich mit den Füßen nach oben am Gittertubus aufhängen. Und wenn man den viele dutzend Male zum Justieren ein und ausbauen muss, muss man nachts um 3 schon konzentriert bleiben, dass er nicht doch mal wegrutscht.


    Selbermachen wertet die ATM-Sache natürlich nochmal erheblich auf. Deine Mail hab ich schon, ich werde heute bestellen (3 solche 140x17 mm Scheiben werden sowieso nicht schimmellig).

  • Hallo Harry,


    die Lowrider fallen ja langsam vom Himmel! Das ist gut so!


    Ich habe bei mir etwas über 30 cm an Einblickhöhe gewonnen, habe aber auch einen etwas längeren Weg vor dem OAZ eingeplant für Filterschieber und Blenden. Bei mir reichen 150 mm FS Durchmesser gerade so (runde Fangspiegel). Du solltest Dir also überlegen, was Du da an Spielraum brauchst.


    Wenn Du einen 22" f/4 Spiegel hinkriegst, dann kriegst Du auch so einen Fangspiegel selbst hin. Der wirklich unschlagbare Vorteil bei der Fangspiegelherstellung ist, dass die beiden Tests für die Power und die Zonen beides Nulltests im doppelten Durchgang sind. Man kann beim Messen also fast nichts mehr falsch machen. Und mit ein bisschen Geduld bekommt man das gut hin.


    Grüße
    Reiner

  • Hallo Harry,
    Fangspiegel zu vernünftigen Preisen gibts auch bei http://www.optikavod.cz. Die Preise scheinen mir vernünftig, mit Hr. Oupicky kann man in etwas holprigem D kommunizieren. Ich hab vor zwei Jahren zwei 70er FS geordert und die waren unterm Passglas gemessen von guter Qualität, die Verspiegelung ist auch heute noch in top Zustand. [8D]


    Meinen LowriderFS hab ich selbst gemacht. Da bin ich "nochmals zur Welt" gekommen.... War aber eine ganz gute Erfahrung! Du musst einfach wie ich einem Bekannten ein Passglas abschnorren.... [:D]


    Grüsse Max

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Wenn Du einen 22" f/4 Spiegel hinkriegst, dann kriegst Du auch so einen Fangspiegel selbst hin.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo


    das ist so nicht ganz richtig weil in der Reihenfolge unlogisch, er wird die Sphäre des 22"er gut zum Planspiegel messen brauchen, obwohl natürlich eine Refernzsphäre mit 8" auch genug wäre, die Referenz muß aber verspiegelt (versilbert?)sein sonst wird es zu dunkel
    von der Sache her sollte man jedenfalls den Planspiegel polieren wenn man einen sphärischen HS hat


    Gruß Frank

  • Hallo Frank


    Ich denke es sollte kein so unlösbares Problem sein, eine kleine verspiegelte Referenzphäre irgendwoher zu bekommen. Da reich ein handelsüblicher 4.5" 900 mm Newton, den man mal für eine Zeitlang seines Hauptspiegels beraubt.

  • Hi zusammen,
    ich habe mich entschlossen nochmal zur Welt zu kommen. Zitat Max, find ich gut. [:)] Es sind jetzt 3 150er Scheiben geworden. Danke an Stathis und Rainer für die "Sensibilisierung" bezüglich der größe.


    Zum Messen denke ich, ist die enfachste Methode die Sache mit dem Probeglas, Planglass oder wie auch immer diese Dinger noch genannt werden. Auch hätte ich aus meiner Anfangszeit noch einen 114er Revue Spiegel. Mal sehen ob der wirklich sphärisch ist. Müßte denn diese Refernzsphäre optimalerweise nicht genauso groß sein wie der Prüfling?


    Des back ma scho. [:p]


    Grüße,


    Harry

  • Hallo Harry


    Gute Entscheidung [:D]


    Für 6 Zoll Prüfling reicht eine 4.5" Sphäre aus, da Du den Foucaulttest unter 45° machen kannst und den Ritchey Common Test unter ganz flachen Winkeln. Ich habe meinen Planspiegel (150 mm) gegen einen 4.5 Zöller gemessen.
    Hier noch zwei Bilder vom Testaufbau für Foucault



    und für Ritchey Common Test (RCT)



    Mehr zu den Tests und der Auswertung ist auf meiner Webseite. Für den RCT habe ich später einen abgeblendeten 8" Parabolspiegel genommen, da die Brennweite meiner Referenzsphäre mit 500 mm etwas zu kurz war. Wenn Du eine 900 mm Sphäre hast, ist das völlig ausreichend.


    Das Schöne an der Testmethode ist, dass man beide Eigenschaften des Planspiegels, Power und Zonen, getrennt messen kann. Man kann sich also zunächst mehr auf die Power konzentrieren und später mehr auf die Zonen und merkt recht schnell wie die Strichführung diese beiden Eigenschaften beeinflussen.


    Viele Grüße
    Reiner

  • Hallo Max


    ist Dein Lowrider inzwischen fertig? Hast Du Bilder von dem Teleskop? Die würden sicher nicht nur mich brennend interessieren.


    Grüße
    Reiner

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!