Staubband bei M 31 mit 5cm Öffnung?

  • Hallo,


    Bei wirklich guten Bedingungen habe ich letzens M 31 mit einem 8-24x50 Zoomfernglas beobachtet, und zeitweise habe ich das Staubband sehen können. Allerdings steht bei wikipedia: "In größeren Teleskopen wird ein zentrales Staubband sichtbar." War meine Beobachtung reine Einbildung oder hat noch jemand das Staubband mit einem kleinen Instrument sehen können?


    CS

  • Hallo Rigel,


    auch wenn ich solche Sichtungen nicht 100%ig ausschliessen möchte,
    so glaube ich doch dass es eher Einbildung war.
    Das Staubband bei M 31 wird meist erst ab 3" Öffnung greifbar.
    In einer durchschnittlichen Nacht sieht man dann in Richtung M 110
    eine relativ scharf begrenzte Kante, aber kein Band. Die Kante könnte
    eventuell auch mit kleinen od. mittelgroßen Ferngläsern erreichbar
    sein. Problem bei dem Staubband: Der Kontrast des zwischen M110
    und dem Staubband liegenden Spiralarms ist sehr gering. Man erkennt
    das Band aber nur als solches wenn der äußere Spiralarm auch deutlich
    hervortritt.

  • Hallo,


    Meiner Einschätzung nach liegt das absolut im Bereich des Möglichen!


    Die Erfahrung zeigt einfach, dass ein dunkler Himmel um Welten wichtiger ist als Öffnung. Was dem 20Zöller in der Stadt verborgen bleibt, erschließt sich in den Hochalpen dem Fernglas!


    Speziell die dunklen Bereiche in M31 sind groß genug, um auch im Fernglas gut gesehen werdne zu können. Voraussetzung ist aber, dass die Randbereiche der Galaxie nicht im hellen Himmelshintergrund absaufen und das ist eben nur unter dunklem Himmel realisiert.
    Unter mittelmäßigen Bedingungen fallen Staubband und Rand der sichtbaren Galaxie zusammen. Dass es kurz danach wieder weitergeht, bleibt verborgen.


    Daher: Glückwunsch zur Sichtung!

  • Danke für die Antworten!
    Ja, die Randbereiche waren tatsächlich sehr gut sichtbar (in der Stadt waren diese mit 3" komplett unsichtbar). Was mich jetzt noch irritiert: Im 10", ebenfalls unter guten Bedingungen, konnte ich vor einiger Zeit das Staubband nicht sehen bzw. es ist mir nicht aufgefallen.
    Falls es also Einbildung war: woher kommt diese? Ich habe das Staubband noch nie davor gesehen und auch den Fotos von M31 und anderen Galaxien nie besondere Beachtung geschenkt -> das spricht m.E. für eine tatsächliche Sichtung.
    Komplizierter Fall, aber als Optimist plädiere ich auf: erfolgreich gesehen ;-)

  • Hallo,


    Die Tatsache, dass du sie im 10"-Teleskop nicht gesehen hast kann darauf zurück zu führen sein, dass das Gesichtsfeld und/oder deine Austrittspupielle einfach zu klein waren.

  • Hallo Rolf,


    Die Austrittspupille war fast die selbe, aber das Gesichtsfeld beim Teleskop bei 39facher Vergr. beträgt nur 1,4°, also zu wenig um die Galaxie komplett anzuschauen.
    Trotzdem würde mich interessieren, ob noch jemand eine ähnliche Beobachtung hat machen können?


    CS

  • Hallo Rigel,
    ich halte es auch durchaus für möglich, Dinge in deutlich kleineren binokularen Optiken eher zu erkennen als in größeren monokularen Teleskopen.
    Speziell kontrastarme Objekte sind deutlich besser wahrnehmbar, z.B. Kometen, großflächige Nebel wie z.B. M101, der Flammennebel, Nordamerikanebel, Cirrusnebel (ohne Filter!), auch Strukturen in M82 und auch in M31 sind nach meiner Erfahrung im Fernglas erstaunlich gut erkennbar!

  • Hallo!


    Ich habe M31 schon oft mit 50er Feldstechern beobachtet, auch bei dunklem Himmel. An eine Sichtung des Staubbandes kann ich mich aber nicht erinnern. Ich werde das nächste Mal besonders darauf achten.


    Grüße von Michael!

  • Hallo!


    Monokular wird das wohl sehr schwierig, aber in einem 50mm Fernglas bei entsprechender AP ist das eine reine Frage der Himmelsqualität.
    Mit meinem 7x50 Jenoptem unter 6,5mag Schwarzwaldhimmel habe ich das grosse dunkelband in M31 schon mehrfach und deutlich gesehen, das war keine Einbildung.


    Von NGC7000 (Nordamerika-Nebel neben Deneb im Schwan) sehe ich unter solchen Bedingungen mit dem 7x50 auch ohne Filter ein nebliges Etwas, die "Bucht von Mexico" ist sogar relativ einfach zu halten, sowohl im 7x50 Jenoptem als auch im 10x60 Leitz. (Obwohl letzteres noch (noch!) freihändig benutzt wird)


    Wenn ich das 7x50 auf's Stativ nehme, ist auch M33 deutlich sichtbar. Den offen Haufen NGC 752 "oberhalb" von M33, den sehe ich bereits mit nacktem Auge (nein, mit Brille; mit nacktem Auge seh'ich am Himmel deutlich weniger...) aber ob ich M33 mit nacktem Auge (bzw. mit Brille) erkenne, das könnte auch Einbildung sein...
    Einmal dachte ich, einige Winkelgrade "unter" dem NGC 752 ein leuchten gesehen zu haben (das wäre dann M33) aber wirklich sicher bin ich ich mir dessen nicht.


    Ach die NGC3077, "neben" M81 und M82 (hinter'm Grossen Wagen), derer bin ich mir in beiden Ferngläsern nicht 100%ig sicher. Die beiden M's hingegen sind deutlich. (aber klein..)


    Ergo: ein Fernglas ist ein toller Begleiter unter'm Nachthimmel, wenn man es zu schätzen weiss. (auch wenn's nur ein günstiges ist. Merke: Opi's altes Kern oder Steiner ist meist besser als man denkt...[;)])
    Ist hald schon ein ganz anderes Beobachten, wie mit'm Teleskop. Aber (so finde ich zumindest) ebenfalls sehr interessant.

  • ich hab mit nem kollegen das staubband auch schon sehr deutlich im baby-tak gesehen, monokular, und auch nur 60mm öffnung. das ist also durchaus realistisch.

  • Danke für die vielen Antworten, ich glaube ich muss mich wirklich einmal ausgiebig mit dem Fernglas am Himmel austoben, scheint ja wirklich viel damit zu gehen. Das letzte Mal habe ich es nur verwendet, weil ich kein Teleskop mithatte [:I], ich hätte mir aber nicht gedacht dass ich damit teilweise sogar mehr sehe!


    CS und viel binokularen Spass unter gutem Himmel!

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