Ritchey Common Test, Auswertung

  • Hallo alle miteinander,


    ich habe die gleiche Frage auch schon in der Yahoo/Interferometry Gruppe gestellt:


    Mal angenommen ich möchte mit einem Fizeau-Interferometer (incl. Phasenschieber) eine grosse Planfläche nach dem Ritchey-Common Verfahren testen. Der Test läuft prinzipiell so ab:


    1. Schritt: Ich teste die grosse Sphäre direkt gegen die Transmissions-Sphäre des Interferometers.
    2. Schritt: Ich packe den Planspiegel unter 45 Grad in den Strahlengang rein, und teste wieder die Sphäre.


    Was passiert nun wenn die Planfläche irgendwelche Fehler hat?
    Wenn die Planfläche etwas sphärisch ist (Z3 ist nicht null) dann messe ich nur Astigmatismus.
    Wenn die Planfläche nur Astigmatismus hat (Z4 oder Z5 sind nicht null) dann messe ich ebenfalls Astigmatismus.
    Wenn die Planfläche aber eine Überlagerung von beiden Fehlern hat, dann können sich theoretisch die beiden Fehler gegenseitig ausgleichen, so dass ich die Fehler nicht sehe.
    Das bedeutet dass die beiden Messungen noch nicht ausreichen. Eine dritte Messung muss gemacht werden, wobei die Planfläche um 90 Grad gedreht wird.


    1. Frage:
    Wie muss man die 3 Messungen miteinander verrechnen um den Oberflächen-Fehler der Planfläche zu erhalten?



    Nun kommt aber noch ein weiteres Problem hinzu. Die Planfläche ist mit Silikonkleber fest in eine (sehr gute) Fassung eingeklebt. In radialer Richtung lagert der Glasblock auf zwei Auflagern bei +-45 Grad, und ein drittes Lager ist oben. Wenn ich die Planfläche um 90 Grad drehen würde, dann wären die Auflager asymmetrisch, was zweifellos schlecht ist.
    Eine mögliche Lösung für dieses Problem:
    Die Planfläche wird nicht gedreht, oben bleibt immer oben.
    Die zweite Messung wird unter 30 Grad Einfallswinkel gemacht, und die dritte Messung unter 60 Grad Einfallswinkel. Wenn die Planfläche etwas sphärisch ist, dann sollte sich bei den beiden Messungen ein unterschiedlich grosser Astigmatismus zeigen.


    2. Frage: Wie muss man die 3 Messungen miteinander verrechnen um den Oberflächen-Fehler der Planfläche zu erhalten?


    Ich weiss das die Fragen schwierig sind :-)


    Gruss
    Michael

  • Hallo


    ja interferometrisch bin ich da noch nicht rangegangen, die Interferometer in meinem Umfeld hatten mehr Eigenasti wie alles andere.
    <u>Wichtig ist das der ROC festgesetzt ist</u> er kann ja nicht anders sein als die Prüfsphäre vorgibt, dann ist im Foucault die Form stimmig mit dem was noch bearbeiten müsste. Ich würde auch mit Foucault anfangen um durch drehen ein Überblick über die Form zu bekommen.
    Die "Sphäre" des Planspiegels kann man leichter errechnen in dem man die Lage des sagitialen und tangentialen Focus bestimmt, dann kann man den Asti der im Interferogramm sein müsste vorausberechnen.
    Mir kam es immer nur drauf an den Fehler unter einem bestimmten Level zu wissen, du willts sicher aber genau vermessen? da käme mir in den Sinn durch eine doppelt so große Prüfspäre diese aus dem ROC zu vermessen mit parallel stehendem Planspiegel? das wäre ohne rechnerei.
    gegen einen Flüssigkeitsspiegel magst du den Plansoiegel nicht prüfen? der aufwand wäre für einen vermessungsspiegel gerechtfertigt.
    Beim RC-Test ist die Erkennungsrate von Strukturen in Foucault eigentlich höher als die meisten Interferometer wegen rauschen und Seeing erfassen können, das soll bei deinem Interferrometer sicher anders werden. Am besten wäre wenn kein Fehler auffindbar ist Null ist ganz sicher Null.
    man müsste den sphärischen fehler ausmessen berechnen, dann könnte man den Astigmatismus berechnen und den vom Ergerbniss abziehen, geht natürlich nicht bei Schießscheiben.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    &gt; Wichtig ist das der ROC festgesetzt ist er kann ja nicht anders sein als die Prüfsphäre vorgibt,


    Doch, er kann anders sein. Das ist ja gerade das Problem. Der Planspiegel kann wie eine extrem schwache Barlowlinse wirken und den Krümmungsradius verändern.


    &gt; Die "Sphäre" des Planspiegels kann man leichter errechnen in dem man die Lage des sagitialen und tangentialen Focus bestimmt, dann kann man den Asti der im Interferogramm sein müsste vorausberechnen.


    Nur leider geht der Astigmatismus der Planfläche auch in die Rechnung mit ein.


    &gt;Mir kam es immer nur drauf an den Fehler unter einem bestimmten Level zu wissen, du willts sicher aber genau vermessen?


    So genau wie nur irgendwie möglich.


    &gt; da käme mir in den Sinn durch eine doppelt so große Prüfspäre diese aus dem ROC zu vermessen mit parallel stehendem Planspiegel? das wäre ohne rechnerei.


    Gute Idee, aber eine 36" Prüfsphäre mit kleinem Loch hab ich gerade nicht greifbar.


    &gt; gegen einen Flüssigkeitsspiegel magst du den Plansoiegel nicht prüfen?


    Zu ungenau, der Spiegel würde sich durchbiegen, da er prinzipbedingt nur am Rand gelagert ist.


    &gt; Beim RC-Test ist die Erkennungsrate von Strukturen in Foucault eigentlich höher als die meisten Interferometer wegen rauschen und Seeing erfassen können, das soll bei deinem Interferrometer sicher anders werden.


    Rauschen ist kein Problem wenn man genügend viele Messungen mittelt. Und das Seeing ist im unbeheizten Keller ebenfalls kein grosses Problem. Man darf während der Messung nicht herumlaufen und die Luft verwirbeln. Am besten in warme Klamotten eingepackt ruhig in der Ecke sitzen und die Luft anhalten :-)


    Gruss
    Michael

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: mkoch</i>
    <br />Hallo Frank,


    &gt; Wichtig ist das der ROC festgesetzt ist er kann ja nicht anders sein als die Prüfsphäre vorgibt,


    Doch, er kann anders sein. Das ist ja gerade das Problem.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    kann er nicht, weil es gibt keinen besseren Radius, wenn man das Bei Foucault zurückschiebt stellt sich die sphärische Form als Fehler dar.
    Weis aber nicht ob sich das auf ein Interferogramm auch so anwenden lässt.
    für eine Prüfplanfläche zum prüfen von Spiegeln in Autokolimation aber ist eine leichte Sphäre weniger tragisch als zB. beim Coelestat


    Wenn man den ROC auf den Wert der Prüfsphäre zurückschiebt stellt sich der Fehler dar wie er wirklich ist, ein Astigmatismus durch Spährischen Planspiegel kann ein echter Astigmatismis nicht überspielen, vielmehr ist in der Achse wo sich im tatsächlichem ROC der Sphäre kein Fehler zeigt auch keiner = eine Form mit negativem Roc wo in einer Richtung der Rand runterpoliert ist ist auf dieser Achse dann eventuell Plan und somit ein ein Planspiegel mit in der anderen Richtung erhöhtem Rand, die Fehler heben sich nicht scheinbar auf sondern sind in dem Fall tatsächlich nicht da, aber nur wenn man den ROC der Prüfsphäre stur hält, der kann durch einen wirklichen Planspiegel nicht geändert werden.


    irgendwo geht natürlich noch der Faktor für das schrägstehen ein.


    Eigentlich habe ich das Planspiegelmessen mit Fizeau-Interferometer anders gesehen, das müsste dann aber einen Riesen Autokoliminator haben, wohl nicht praktikabel in dem Fall, man könnte aber ein Referenzwindow direkt vor die zu prüfende Planfläche stellen und mur die Interferenz zwichen den Planflächen nutzen, aber wer leiht einem so eine referenz aus?
    habe hier noch ein bischen über Planflächen, eventuell findest du ein paar brauchbare formeln oder kannst was für deinem Gebrauch umstellen
    http://www.frank-hinkelmann.de/RC/RCtest.pdf


    Gruß Frank

  • Hallo,
    Wenn man einen sphärischen Fehler beim Planspiegel hat dann weist der wagerechte Durchmesser einen höheren Fehler auf als der senkrechte. Wenn man den Planspiegel um 90° dreht, dann bleiben alle Fehler gleich, solange der Planspiegel nicht zusätzlich Asti aufweist.
    Man müsste also erst mal feststellen, ob die Brennweitendifferenz sich beim Drehen des Planspiegels verändert.
    Grüße Martin

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Marty</i>
    <br />Man müsste also erst mal feststellen, ob die Brennweitendifferenz sich beim Drehen des Planspiegels verändert.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Aber leider muss man davon ausgehen dass sich die Planfläche verformt wenn man sie um 90 Grad dreht, wegen der asymmetrischen Auflager.


    Gruss
    Michael

  • &gt; kann er nicht, weil es gibt keinen besseren Radius, wenn man das Bei Foucault zurückschiebt stellt sich die sphärische Form als Fehler dar.


    Ob Foucault oder Fizeau ist im Prinzip egal. Wie soll ich denn den Foucault Tester so einstellen dass sich die Messerschneide genau im Krümmungsmittelpunkt der _Sphäre_ befindet?
    Der Tester sieht doch nur den Krümmungsradius, der bereits durch die (sphärische Wirkung der) Planfläche leicht verändert worden ist, und zwar um einen unbekannten Betrag in eine unbekannte Richtung.


    &gt; Wenn man den ROC auf den Wert der Prüfsphäre zurückschiebt stellt sich der Fehler dar wie er wirklich ist,


    Völlig richtig. Aber wo ist der Krümmungsmittelpunkt der Sphäre, wenn der Strahlengang über die Planfläche läuft?


    &gt; Eigentlich habe ich das Planspiegelmessen mit Fizeau-Interferometer anders gesehen, das müsste dann aber einen Riesen Autokoliminator haben, wohl nicht praktikabel in dem Fall, man könnte aber ein Referenzwindow direkt vor die zu prüfende Planfläche stellen und mur die Interferenz zwichen den Planflächen nutzen, aber wer leiht einem so eine referenz aus?


    Bei Heraeus Quarzglas gibt's so einen Prüfaufbau, sogar mit Vakuum. Aber der Preis für die Durchführung einer Kalibrierung ist &gt;20kEURO.


    Gruss
    Michael

  • Hallo


    ja du bist na dran zu verstehen was ich meine, hätte das vieleicht irgendwie eindeutiger scgreiben sollen.
    die Schneide ist natürlich beim messen wo sie will, aber dieses automatische finden des besten ROC der Software muß unterbunden oder zurückgerdreht werden.
    Du hast es gut Foucault funzt nur meßtech. nur quer zur Messerschneide, beim Interferogramm hast du die ganze Fläche auf einmal, bei Ronchi ja auch recht ähnlich aussehend aber anders funktionierend.
    Ich würde dir ja mal ein FTA-File schicken dann kannst du mal sehen was es ausmacht bei der Fehleranalyse wenn das Proggy sich einen ROC erfindet[?] es legt dir die Oberfkäche glatt dabei ist es eine Schüssel, die lambdas verlocken zum aufhhören mit polieren wenn du die nicht da sein dürfende Brennwetenverlängerung aber in der Software rausschiebst wird der Fehler offensichlich.
    ist natürlich auch viel einfacher eine Fläche nach eigenen ansprüchen zu polieren als einen Rübenacker genau zu vermessen, Lagerungsasti brauchst du also nur in dem so ist er immer Aufbau zu vermessen und abzuziehen bei dem Planspiegel?
    Interessanterweise wirkt der ROC des sphärischen Prüfspiegels wenn man ihn nicht genau kennt nur prozentual Formverfälschend, wichtig ist nur das die Ausgabe des Ergebnisses den selben Wert wie die Eingabe der ReferenzROC ist. Abweichend von einer Sphärenprüfung wo man ja die ideale Sphäre als gerade Linie darstellt, wird wenn du den ROC in der Software auf Sollwert hälst die Sphäre mit als Fehler angeziegt werden


    zieh dir das mal runter und sieh dir das mit FTA an, besonders die letzten drei Messungen, das Proggy macht dir die kurve schön flach, wenn du den ROC auf die 1215 zurückkorrigierst sieht das aber gar nicht mehr so gut aus, erst bei der letztem Messung ist stimmt es dann soweit ausreichend.
    http://www.frank-hinkelmann.de/RC/RC.mir
    Witzigerweise müsste man eigentlich die Zonenradien im Programm alle mal 1,4 rechnen aber wenn man den ROC im Programm zurückoptimiert ist der superplane Bereich gerade richtig für einen FS mit 32mm kleine Achse Radius (da wäre irgendwo auch der 1,4 faktor zu berücksichtigen), war eine rechte Vergeudung den so klein auszuschneiden, der Zweite und Dritte waren noch besser, es hat bei mir auch eine Weile gebraucht ehe ich gemerkt habe was diese Programmautomatismen da mit mir machen, deshalb dieser Korrektureiertanz.
    Das war mein 1 Planspiegel, es wir nur die Mitte für den FS verwendet weswegen ich den Rand um die Mitte zu schonen nicht optimiert habe.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Ich würde dir ja mal ein FTA-File schicken dann kannst du mal sehen was es ausmacht bei der Fehleranalyse wenn das Proggy sich einen ROC erfindet es legt dir die Oberfkäche glatt dabei ist es eine Schüssel, die lambdas verlocken zum aufhhören mit polieren wenn du die nicht da sein dürfende Brennwetenverlängerung aber in der Software rausschiebst wird der Fehler offensichlich.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">
    öhmmm... *erfinden* tut FTA den Best-Fit-ROC nicht, ebensowenig wie FigureXP, Sixtest, Tex, ... Da kommen wette ich ähnliche Ergebnisse für den Best-Fit-ROC raus.
    Anhand der von Dir eingegebenen Längsaberrationen (4,88 / 4,94 / 5,00 / 4,80) ermitteln die Programme erstmal die Steigung für jede einzelne Zone und daraus wiederum das tatsächliche Wellenfrontprofil.
    Das Programm vergleicht jetzt (anhand der Methode der kleinsten Quadrate), welche Sphäre (d.h. in diesem Falle: welcher Radius) am besten zum ermittelten Wellenfrontprofil passt. Dieser Radius wird so bestimmt, dass der RMS-Fehler, also der Fehler über die gesamte Spiegelfläche minimal wird.
    Die vom Programm gezeigte Fehlerkurve wird dann so gebildet, indem vom tatsächlichen Wellenfrontprofil die Referenzsphäre abgezogen wird.


    Der Best-Fit-ROC ist also *NICHT* der Krümmungsradius des vermessenen Spiegels. Der angegebene Krümmungsradius für die innere Zone wird NICHT verändert.
    Wenn Du durchs Teleskop schaust, fokusiert Du auch solange, bis das Bild die optimale Schärfe hat. Und dieser Schärfepunkt ist dann erreicht, wenn sich die im Gesamtsystem vorhandenen Fehler möglichst gleichmäßig über die gesamte optisch zur Verfügung stehende Fläche verteilen. Dieses Fokusieren wird mathematisch gesehen durch die oben erwähnte Methode der kleinsten Quadrate abgebildet.


    Mit einem Strehl von vielleicht &gt;0,95 kanst Du denke ich den gesamten Spiegel als Fangspiegel verwenden. Wenn Du den Rand abblendest (Outer Mask auf ca. 35mm setzen), so hast Du wohl die perfekte Optik: Der Wellenfrontfehler ist nahe Null (flache Linie). Und: Wenn Du Outer Mask wie gesagt auf 35 mm setzt, dann ermittelt das Programm einen Best Fit ROC von 1215,0043 mm. Und dies bedeutet, dass - wenn der Rand abgeblendet ist - die übrigen Spiegelteile genau den selben Krümmungsradius haben wie die Spiegelmitte. Ist ja auch kein Kunststück: Die Messwerte für die inneren beiden Zonen (4,88 / 4,94) sind ja fast gleich :-)

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">
    Wenn Du durchs Teleskop schaust, fokusiert Du auch solange, bis das Bild die optimale Schärfe hat. Und dieser Schärfepunkt ist dann erreicht, wenn sich die im Gesamtsystem vorhandenen Fehler möglichst gleichmäßig über die gesamte optisch zur Verfügung stehende Fläche verteilen.
    <hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    [?][?][?][?][?]
    DDer Schärfepunkt einer Sphäre bei Betrachtung der Quelle im ROC ist der tatsächlich sich durch Mittelung der Fehler ergebene mittlere ROC.
    Eine Sphäre funktioniert mit etwas abweichender Brennweite auch noch ganz gut, aber bei einer Planfläche ist das eher nicht so, jede abweichende Längsaberation kann nicht integriert werden sondern ist Fehler. All die Tests sind auch nicht für solchen Testaufbau gedacht, das die Form der Oberfläche tendenziell dargestellt wird wenn man bestimmte Bedingungen einhält ist eine zufällig mögliche Nebenanwendung, die Maßangaben berücksichtigen weder den doppelten Durchgang noch die Auswirkung der Schrägstellung.
    Es ist reines Gutdünken, die Messwerte unter bestimmten Bedingungen und bestehen noch anderer ergänzender Tests als nicht unwahrscheinlich zu erachten. Wenigstens Ronchi oder Laborstartest sollte man noch mit positiven Ergebnis gemacht haben.


    Erfunden ist der best fit Roc nicht, aber im Ritchey-Common Fall halte ich diese Funktion für nicht anwendbar


    Gruß Frank

  • Hallo Michael,


    Bitte entschuldige, dass ich mich nachtraeglich in die Diskussion draengele. Ein fetter Planspiegel ist eine schoene Sache, wenn man ihn hat. Den Testaufwand den Du jetzt betreibst solltest Du aber an dem ausrichten, was Du spaeter mit dem Planspiegel machen willst. Wenn Du ihn fuer Autokollimationstests von Optiken nehmen willst, ist es garnicht so schlimm wenn er ein paar Waves Sphaere hat. Die muss nur eben sehr schoen gleichmaessig sein. Du benutzt den Planspiegel ja in senkrechter Reflektion. Da tritt der Asti nicht auf! Wenn Du z.B. mal einen Cassegrain in OSLO mit einem Planspiegel einklapperst, der kein Planspiegel ist sondern eine Sphaere mit vielen Kilometern Radius, wirst Du sehen, dass er absolut vernachlaessigbare sphaerische Aberration einfuehrt. Ich sage mal vorher, dass ein Planspiegel mit vielleicht 5Waves perfekter Sphaere in AK bei einem Cassegrain nach 'wegfokussieren' der Fokusdifferenz weniger als 1/10Lambda Restfehler macht. Also im Amateurbereich vernachlaessigbar. Im RC Test sollte es Dir gelingen, die Flaeche schoen Zonenfrei hinzubekommen. Das ist das wichtigste. Dazu reicht der Foucault als Nulltest perfekt aus. Ich wuerde ihn im Test auch nicht unter 45 Grad aufstellen sondern so senkrecht wie moeglich. Dann kommt der Testaufbau dem Aufbau in der spaeteren Benutztung moeglichst nahe. Falls Du einen mittelgrossen Planspiegel hast kannst Du ja pruefen, ob Dein Projekt-Spiegel leidlich plan ist.


    Du hast keine Abmessungen genannt. Mal angenomnen, dass Du vielleicht einen 50cm Planspiegel machen willst. Du hast eine 10cm industrielle Planflaeche. Auf der 10cm Flaeche ist der 50er 1/4Wave. Dann kann die ganze 50cm Flaeche vielleicht 2Waves Sphaere haben. Wenn das eine saugute Sphaere ist, brauchst Du Dir ueberhaupt keine weiteren Gedanken zu machen. Und das bekommst Du per Foucault heraus!


    Wenn Du den Spiegel natuerlich fuer was anderes brauchst, habe ich am Thema vorbeigeschrieben. ;-) Sorry!


    Clear Skies,


    Gert

  • &gt; Du benutzt den Planspiegel ja in senkrechter Reflektion. Da tritt der Asti nicht auf!


    Du meinst sicherlich den sphärischen Fehler. Der Astigmatismus tritt sehr wohl auf.


    &gt; Wenn Du z.B. mal einen Cassegrain in OSLO mit einem Planspiegel einklapperst, der kein Planspiegel ist sondern eine Sphaere mit vielen Kilometern Radius, wirst Du sehen, dass er absolut vernachlaessigbare sphaerische Aberration einfuehrt.


    Völlig richtig, der sphärische Fehler der Planfläche ist relativ unkritisch. Aber alle anderen Fehler sind wichtig.


    &gt; Ich wuerde ihn im Test auch nicht unter 45 Grad aufstellen sondern so senkrecht wie moeglich.


    Da gibt es eine Grenze, gegeben durch die Durchmesser der beiden Spiegel: Die Sphäre wird ca. 550mm, der Planspiegel hat 460mm.
    Den Krümmungsradius der Sphäre habe ich noch nicht festgelegt, aber da dürfte es einen optimalen Wert geben der den kleinsten Einfallswinkel erlaubt. Muss ich mal aufzeichnen oder berechnen.


    &gt; Falls Du einen mittelgrossen Planspiegel hast kannst Du ja pruefen, ...


    Ich habe aber keinen zweiten Planspiegel in der nötigen Grösse und Genauigkeit, und ein Vergleich mit einer anderen Planfläche ist mir auch zu ungenau. Das würde ja bedeuten ich muss die Genauigkeit der zweiten Fläche aus gegeben hinnehmen ohne sie verifizieren zu können. Das ist mir viel zu unsicher.


    &gt; Du hast keine Abmessungen genannt.


    Planfläche 18"


    &gt; Mal angenomnen, dass Du vielleicht einen 50cm Planspiegel machen willst.


    Es geht nicht ums machen, nur ums messen. Die Planfläche ist fertig.


    &gt; Du hast eine 10cm industrielle Planflaeche. Auf der 10cm Flaeche ist der 50er 1/4Wave. Dann kann die ganze 50cm Flaeche vielleicht 2Waves Sphaere haben.


    Durch zusammenstückeln von 4" Interferogrammen kann ich aber den Astigmatismus der 18" Planfläche nur SEHR ungenau erfassen.
    Ich glaube das geht quadratisch, 5-facher Durchmesser bedeutet 25-facher Fehler, also 25 * 1/4 = 6.25 waves


    Nochmal zurück zum ursprünglichen Thema: Ich habe Prof. Jim Wyant gefragt was er von der Methode hält den Einfallswinkel zu variieren um alle Fehler der Planfläche berechnen zu können. Er meint es müsste funktionieren, vermutlich aber nicht ganz so genau als wenn man die Planfläche um 90 Grad dreht. Aber wie gesagt, um 90 Grad drehen geht in meinem Fall nicht.
    Nach dem Algorithmus suche ich noch...


    Gruss
    Michael

  • Hallo Freunde,


    vielleicht hilft die Skizze etwas zum allgemeinen Verständnis des Problems.



    Beim Richey- Common Test wird der Prüflind im Doppelpass gegen eine Referenzsphäre geprüft. Der Winkel alpha ist in weiten Grenzen frei wählbar. Falls der Prüfing sphärisch deformiert ist (Radius R) wird das von der Prüfvorrichtung (Foucault, I- Meter ect.) als Astigmatismus dargestellt. Bei gegebener sphär. Deformation ist deren astigmatische Störung um so deutlicher je größer alpha wird. Wenn die sphär. Deformation (power) nicht stört, dann ist wäre eine Prüfung bei kleinem alpha sinnvoll. Das verlangt aber einen relativ großen Abstand A - B und damit einen im Vergleich zum Prüfling wesentlich größeren sphärischen Referenzspiegel.


    Nach Robert E. Cox gelten folgende Beziehungen:


    R= 2,83p²/L
    E= LD² /22,6p²


    R= „power“ = Radius des Prüflings
    p = Strecke M - B
    E ist der Oberflächenfehler des Spiegels.
    L ist die Schnittweitendifferenz zwischen horizontaler und vertikaler Bildebe.


    Quelle: Allan Mackinntosh Advanced Telescope Making
    „Figuring Optical Flats Against a Spherical Mirror“ by R. E. Cox



    Ob man durch Messung bei zwei verschieden großen alpha den evtl. vorhandenen Asti des Prüflings von „power“ rechnerisch trennen kann, kann ich nicht sagen.


    Gruß Kurt

  • <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote"><i>Original erstellt von: Kurt</i>
    <br />vielleicht hilft die Skizze etwas zum allgemeinen Verständnis des Problems.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote">


    Hallo Kurt,


    ich habe mal ein paar Zeichnungen gemacht um zu sehen wie man einen möglichst kleinen Einfallswinkel erreichen kann. Der Einfallswinkel kann um so kleiner werden, je grösser der Krümmungsradius der Sphäre ist.
    Für den konkreten Fall (Sphäre 550mm, Planspiegel 460mm) ergibt sich für R=2750mm ein kleinster möglicher Einfallswinkel von ca. 25 Grad (gemessen zwischen optischer Achse und dem Lot auf der Planfläche, entspricht alpha = 50 Grad nach deiner Zeichnung).
    Dabei ist zu beachten, dass von oben gesehen nur ein Teil der Sphäre verwendet wird, weil der Planspiegel rund und nicht elliptisch ist.


    Gruss
    Michael

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