Auslegung Lowrider

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich mich doch immer mehr vom Gedanken verabschiede eine irgendwie geartete parallaktische Montierung für meine neues Scope zu bauen und vor allem Roland und Timm mir immer wieder geschrieben haben einen Lowrider zu bauen habe ich dies mal durchgerechnet.
    Den Strahlenkegel, der durch den Fangspiegel genau abgeschnitten wird, habe ich einfach um 45° bzw. 35° gekippt und dann die Position eines 12mm bzw. 22mm ausgeleuchteten Felds markiert. Der Punktfokus liegt aber dann natürlich noch einiges weiter aussen. Das habe ich so auch im Netz gesehen, gehe daher aus das diese Annahme stimmt. Nur habe ich leichte Schwierigkeiten mir klar zu machen warum ich bei diesen 12mm bzw. 22mm 100% Feld (der ja einiges intrafokal liegt) ein scharfes fokussierten Bild bekommen soll???


    Maßstab 1mm:1cm real


    Diese Version des Lowriders hatte zwar den Hut noch recht weit vom Schwerpunkt weg, aber im Gegensatz zum ebenfalls eingezeichneten "normalen" Newton ist der Okularauszung sowie die Okulare und damit das meiste Gewicht ca. 15cm tiefer. Dies würde bedeuten ich könnte auch den Schwerpunkt etwas tiefer bekommen.
    Viel weiter runter (Kippwinkel des FS kleiner machen) geht kaum noch, da dann der Brennpunkt zu nahe an den Tubus kommt und mir die Ausleuchtung flöten geht.


    Was meint ihr?


    Gruß
    Markus

  • Hallo Markus,


    das 12 bzw. 22mm ausgeleuchtete Bildfeld muß im Fokus liegen, und nicht davor!
    Um dies zu erreichen, muß der Fangspiegel etwas größer sein als der für den punktförmigen Fokus. Dann treffen auch die Strahlen, die z.B. am Rand des ausgeleuchteten Bildfeldes ihr Ende haben, über den entsprechenden Reflexionswinkel den Hauptspiegel. Das entsprechende wahre Gesichtsfeld kannst Du zeichnerisch über die Winkel ermitteln.
    Beim Lowrider muß der Fangspiegel noch etwas größer sein, da der Strahlenkegel hinter dem FS durch die Kippung länger ist.


    Gruß Ulli

  • Hallo Markus, <blockquote id="quote"><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica" id="quote">Zitat:<hr height="1" noshade id="quote">Viel weiter runter (Kippwinkel des FS kleiner machen) geht kaum noch, da dann der Brennpunkt zu nahe an den Tubus kommt und mir die Ausleuchtung flöten geht.<hr height="1" noshade id="quote"></blockquote id="quote"></font id="quote"> viel über 30°(mein 24er hat 32°) nach unten würde ich auch nicht machen, aber hauptsächlich weil dann die Verblendung gegen Streulicht dann sehr aufwendig wird.
    Um das Prinzip des Lowriders zu verdeutlichen wäre es besser statt eines Radiusses eine Parallele zum Tubus zu ziehen: beim Lowrider schneidet man den Strahlengang früher ab und schickt ihn einem entgegen, da durch verkürzt sich die Bauhöhe bzw die Einblickshöhe auf zweierlei Weise. Bei einem Winkel von 30° verlängert sich der optische Weg vom FS zur Bildebene um den Faktor 1.155 (1/cos 30°) dies sollte man mit einem etwas größeren Fangspiegel ausgleichen um das gewünschte ausgeleuchtete Feld beibehalten zu können. Etws schwierig wird dabei auch die Wahl des Fangspiegels der ja auch das gleiche Verhältnis von kleiner zu großer Achse haben sollte um kreisrund in der Bildebene zu erscheinen, ich habe das gelöst indem ich das Teil selbst geschliffen und ihm dabei gleich die passende Kontur verpasst habe (auf dem Bild rechts)
    Man kann aber auch einen handelsüblichen 1:1.41 Diagonalspiegel nehmen, dieser erscheint dann aber oval und irritiert etwas bei der Justage am Stern, zudem ist die Ausleuchtung entsprechend der abgebildeten Kontur nicht gleichmässig


    Grüße Roland

  • Hallo zusammen,


    gut jetzt ist einiges klarer.
    Es gibt sicher eine Formel wie das 100% Gesichtsfeld von den Maßen Hauptspiegel, Öffnungsverhältnis, Fangspiegelgröße und Abstand FS-Brennpunkt berechnet werden kann nur habe ich bisher nicht gefunden.
    Geometrisch müsste es ja so gehen:
    1.) Anhand von langbrennweitigstem Okular und Öffnungsverhältnis das tatsächliche Gesichtsfeld in Grad bestimmen.
    2.) Senkrecht einfallende Randstrahlen einzeichen und über die Reflexionsgesetze zum OAZ bzw. Brennpunkt fortsetzen.
    2a) Abstand Brennpunkt-Tubus muss natürlich groß genug sein um OAZ montieren zu können.
    3.) Nun ebenfalls die um das halbe Gesichtsfeld gekippten Randstrahlen einzeichnen und wie zuvor bis zum OAZ fortsetzen.
    3a) wie 2a)
    4.) Wenn die Strahlen am FS vorbeigehen kleineren Gesichtsfeldwinkel versuchen (oder FS weiter weg setzen).
    5.) Vignettierung durch OAZ berücksichtigen (wie 4.)
    6.) Nun müsste sich im Brennpunkt ein Bereich ergeben der dem sichtbaren 100% Feld entspricht.


    Andersherum müssten sich auch durch die Annahme der 1/cos(Kippwinkel FS)* Abstand Brennpunkt-Tubus als BÜT die Höhe des FS sowie das 100% FOV in MyNewton ausrechnen lassen, richtig ?!


    Gruß
    Markus

  • Hallo Markus,
    als einer der Pioniere der lowrider-Bauweise möchte ich auch meinen Senf dazu geben:
    Der Fangspiegel kann, wie Roland schon sagte, ein "normaler" 90° Fangspiegel sein.
    Aber er muss eine Nummmer größer als normal sein. Mein 20" f/4 hat einen 110mm Fangspiegel, der eine leicht ovale Abschattung erzeugt. Das stört etwas beim intra- und extrafokalem Sternbildchen, aber wenn scharfgestellt ist, sieht man davon nichts. Ein kleiner Nachteil ist auch die minimal erhöhte Abschattung.
    Heute habe ich meinen Zweit-lowrider fertiggestellt (mehr morgen hier im Forum) und durch reines Herumprobieren und Tüfteln alle Abstände, Stangenlängen und Kippwinkel sehr gut hinbekommen. Eine Zeichnung 1:10 hat dazu gereicht, ganz ohne Formeln. Zeitaufwand etwa eine Stunde!
    Auf Anhieb konnte ich scharfstellen und habe ein perfekt ausgeleuchtetes Bildfeld... für visuelles Spechteln! Wie groß mein ausgeleuchtetes Bildfeld genau ist, kann ich aber nicht sagen. Durch den Okularauszug sehe ich im Fangspiegel den ganzen Hauptspiegel mit etwas Luft.
    Zur vom Roland beschriebenen aufwändigen Verblendung könnte man eine relativ kleine Blende aus Blech direkt hinter dem Fangspiegel machen. Trau ich mich aber noch nicht, da die ja im Strahlengeng sitzt und da Probleme machen kann. Aber irgendwann werde ich das ausprobieren. Auch eine Blende im Okularauszug kann hier helfen.
    Das Wichtigste aber bleibt der Hochgenuss beim Spechteln ohne Leiter!
    CS
    Timm

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