Kurzschlußreaktion

  • Hi Matze & Co.


    Ich gebe zu, daß es ziemlich gewagt war, in einem so konservativen Forum wie diesem eine konkave statt eine konvexe Erdoberfläche zur Diskussion zu stellen! Anfänger würden möglicherweise 99% der Beiträge des Forums in Frage stellen, wenn derart massiv an den Grundlagen der Kosmologie und Astronomie gerüttelt wird. Als Forumbetreiber hätte ich natürlich größte Bedenken, mich mit meinen herkömmlichen Interpretationen der Sternenbeobachtung in heillose Widersprüche zu verheddern!


    Habt Ihr wirklich so große Angst vor alternativen Erklärungen? (Die Fakten hätte ich alle noch *im Detail* gebracht) Eine derart hysterische Kurzschluß-Reaktion von souveränen Profis (?) hätte ich nicht erwartet! Ich bin völlig baff!

  • Ich denke dein Fehler war einfach nur die Wahl des Forums.
    Hättest du den Text von vorneherein im Ulkboard geposted hätten alle mitgelacht. Ansonsten ist man da in der Scene etwas empfindlich.

  • hallo,


    ich habe den thread gelesen und wollte auch dazu beitragen, wunderte mich dann aber mit der zunehmenden länge wieder über das wechselspiel der beiträge.


    hier spielt auch weltanschauliches mit hinein und wenn man bestimmte dinge der wahrnehmung ausklammert, kann man einige punkte bis ins unendliche "diskutieren".


    wenn du also die gesamte physikalische phänomenologie der astronomie hier in frage stellst, führen diese nein-doch-aber spielchen wirklich zu wenig fruchtbarem.


    aber vielleicht denkst du einmal nicht darüber nach, was man von der "konkaven" erde aus sieht bzw. wie man es konkav umdeutet, sondern überlegst einmal - ohne dich um die externe beobachtung zu kümmern - wie du erscheinungen erklärst, die auf die erde selbst rückführbar sind.


    als beispiel nenne ich hier etwa die präzession, der mondschatten, der bei einer finsterniss - viele augengzeugen bestätigen dies - über die erdoberfläche läuft, plattentektonik (kontinentaldrift), die temperaturschichtung der atmosphäre ...


    man könnte hier viele experimente aus vielen hundert ja, tausende jahren physikalischer forschung anführen.


    und all diese musst du in eine kleine hohlkugel packen ... ob das alles hineinpasst ist hier die frage [:)]


    michael

  • Hallo cosmicell und alle anderen,


    ich weiss nicht, ob Du dir nur einem Spass machst, quasi als Uebung im kritischen Denken, oder es ernst meinst. Prinzipiell beruehrt die Innenwelt-Theorie ja einige Aspekte wissenschaftlichen und mathematischen Denkens bis hin zu Erkenntnistheorien. Was ist ein Beweis? Gibt es EINE Wahrheit? Ist eine Gerade wirklich die kuerzeste Verbindung zwischen zwei Punkten. Hier sind die Mathematiker im Forum gefragt...


    So wie ich es sehe, kann die Innenwelt-Theorie gleichberechtigt mit unserem momentanen "klassischen" physikalischen Weltbild bestehen. Was sie macht ist meiner Meinung nach nur eine Koordinatentransformation. Wenn ich das richtig sehe muessen dann allerdings auch unseren "klassischen" physikalischen Gesetze dieser Koordinatentransformation unterworfen werden. Das hat allerdings einige unangenehme Konsequenzen wie zum Beispiel die Nichkonstanz der Lichtgeschwindigkeit, der Zeit, der Laenge und und und... Wenn man in der Innenwelt einen Astronauten zum Mond schickt, und der einen Zollstock mitnimmt, wird er auf dem Mond angekommen den selben Abstand zwischen zwei Landpunkten messen wie ein Astronaut der Aussenwelt, da sich sein Masstab ja ebenfalls verkleinert.
    Alles aendert sich mit dem Abstand zum Mittelpunkt (oder der Erdoberflaeche). Eine sich in radialer Bewegung befindliche Masse wird ohne Einwirkung einer auesseren Kraft beschleunigt (oder verlangsamt?) etc.


    Es ist zwar nach wie vor alles berechenbar, was auch im klassichen Weltbild berechenbar war, aber viiieeel komplizierter. Wo ich die Fallhoehe einer Masse im klassischen Modell zu


    h = 1/2 g t^2


    erhalte, bin ich Innenweltmodell auf was voellig Abstruses angewiesen


    h = ??? (Mathematiker zu Hilfe!!!)


    Was ich allerdings nicht sehe, ist eine Unterscheidbarkeit beider Systeme, beide sind in sich schluessig und nicht letzten Endes beweisbar, beide beschreiben ihre Welt gleich gut (Alles nur unter der Vorraussetzung, dass die Innenwelt-Theorie die Transformation auch konsequent umsetzt).


    Dass man in der "normalen" wissenschaftlichen (schulischen wie universitaeren) Ausbildung sich eher selten mit sowas ausseinandersetzen muss mag das Unbehagen erklaeren, dass bei einigen hier mit dem Thread aufkommt. Wenn Du den Anspruch auf Unterscheidbarkeit fallen laesst, kann ich mit der Behauptung leben, die Innnenwelttheorie sei genau so richtig (oder falsch) wie die "klassiche".



    Viele Gruesse,
    Andreas



    P.S.: hab den thread im off topic board wiedergefunden, was mir sauer aufstoesst, ist das Zurueckgreifen auf eine Verschwoerungstheorie:


    Quote
    Wer ist "Wir"? Glaubst Du, daß die NASA brav alle Experimentergebnisse mitteilt? Aus reiner Nächstenliebe zu artigen Hobby-Astronomen? Glaub weiter an den Sandmann!


    Damit hat man noch jede interessante Diskussion zum Ende gebracht. Schade!

  • Wenn ich mir die Art und Weise der Argumentation von Cosmic so durch den Kopf gehen lasse, so drängt sich bei mir eher der Verdacht auf, daß es sich hier nicht um einen alternativen Beitrag zur Anregung, sondern um eine Art Glaubensbekenntnis handelt. Die Absätze zur Verschwörungstheorie hören sich dann doch eher nach einem Fall für Mulder und Scully an. Klar können wir bei einer großen Schüssel Kamillentee erkenntnistheoretische Überlegungen zur Hohlwelttheorie diskutieren, aber was bringts? Das ganze Thema hat für mich so einen "Erich von Däniken Effekt", taucht immer mal wieder auf, gewürzt mit Zitaten aller möglichen Leute, die zufälligerweise immer wunderbar ins Konzept passen, interpretiert "alternative" Schlussfolgerungen, die dann in der Regel so beschaffen sind, daß ein konkreter Beweis, bzw. Gegenbeweis nicht möglich sind und so immer ein "daran Glauben" erforderlich ist, um das ganze halten zu können. Ich könnte jetzt auch behaupten, daß der Umstand, daß bei der Mondlandung kein Leben entdeckt wurde, der Beweis dafür ist, das dort Leben existiert (die Nasa hat die Aufnahmen vernichtet und die Astronauten einer Gehirnwäsche unterzogen). Den Gegenbeweis könnte keiner wirklich führen, also hätten wir ein Remis. Trotzdem kannn man nicht den nicht vorhandenen Gegenbeweis als Beweis dür diese Hypothese anführen. Trotzdem eine interessante Diskussion, aber leider nur im falschen Forum, nichts für ungut Cosmic.

  • [:I][^]
    OK nafpie,eigentlich hast Du recht. Wenn ich länger drüber nachdenke, am besten ignorieren, auch wenns manchmal schwer fällt. Ich kann Matthias verstehen, also Schluß damit. Sorry aber mußte einfach nochmal meinen Senf dazugeben. Ich geh dann mal wieder an die Arbeit oder in die Arbeit?

  • Lieber Comicell,


    Was für ein Glück, dass Physiker immer noch in erster Linie Physiker sind und keine Mathematiker.


    Wer vor der Beobachtung keine Achtung hat, wie die Hohlweltphantasten, der darf sich auch nicht Physiker nennen.
    Nicht, dass ich nicht Hochachtung vor den Mathematikern hätte, ohne sie wäre Physik ja gar nicht kommunizierbar - aber nur weil die Physik derzeit so viel schwer Verständliches produziert, sich gleich aufzuspielen, als sei die Wahrheit eine Frage der Erklärung, halte ich schlicht für grotesk und eine bodenlose Anmaßung.
    Die Nachweise der Hohlweltphantasten bezeichne ich als ein kriminelles in-die-Irre-führen Nichtwissender, und damit als Verwässerung eines transparenten Weltverständnisses.
    Selbst vor dem herrschenden Weltbild nimmt Werbung und Produktgestaltung schon Abschied, um Kunden (gerne Kindern) greifbare Erklärungen oder Lust zu liefern.
    Wenn es aber so weit kommt, dass die Wahrheit nach den Bedürfnissen des Adressaten zugeschnitten wird, indem Erklärungen geliefert werden, so dass man sich schlau vorkommt,
    dann werden wir uns von der Wahrheit wohl immer weiter entfernen.


    Viel Spass noch
    Herbert

  • Ich kann allerdings auch nicht verstehen, wieso so viele hier der Meinung sind, es gebe genau eine von allen gleichsam erfahrbare Realität. Im Endeffekt ist jede scheinbare Form der Realität doch nur eine mittelbare, vom menschlichen Geist erfahren oder eben vorgegaukelt.
    Wer glaubt, die naturwissenschaftliche Weltsicht sei die einzig wahre, der hat vielleicht recht, vielleicht auch nicht - auch hier spielt der Glaube die Hauptrolle, und andere glauben eben was anderes.
    Andere deswegen anzumachen ist diskriminierend und arrogant, und kriminell wird es nur, falls ein bestimmter Glaube zur Erlangung von Vorteilen verbreitet wird.

  • Wer weiß, vielleicht haben wir am Ende die absolute und endgültige Wahrheit herbeidiskutiert - oder zumindest eine neue Sekte gegründet[;)]

  • Hallo Astrotreffler,


    ich kann mich den Beschimpfungen nicht anschließen. Weltbilder sind in der Vergangenheit gegen die Masse und etablierte Ansichten gekippt worden. Man kann nicht so arrogant sein, dies einfach mit zu verwerfen und die Leute zu beschimpfen.


    Zwar sagt mir mein Gefühl, dass es sich bei den Vertretern der Hohlwelttheorie um Wichtigtuer handelt, die genau wissen, dass 99% der Leser nicht in der Lage sind, dass Gegenteil zu beweisen und sich genau daran aufziehen, ohne selbst an die Theorie zu glauben, aber beweisen kann ich das mit meinem Wissen nicht. Wer hier kann das?


    Auf Astronomie.de gab es vor einigen Monaten einen Thread dazu, in dem es wirklich jemand konnte, zwei sogar. Dort wurde zum einen das Geradestreckenverleger-Experiment fundiert angezweifelt bzw. widerlegt und ein anderer Teilnehmer konnte ebenfalls fundiert Berechnungen präsentieren, die einzelne Annahmen der Theorie widerlegten. Leider ist dieser Thread dort dem Forencrash zum Opfer gefallen. Was man jetzt noch dort findet, ist ein späterer Thread, wo ebenfalls jemand das GSV-Experiment zu widerlegen versucht, aber die erste Version war besser.


    Wie auch immer, Grund für Aggressionen sollte so ein Thema nicht sein.

  • Hallo CK,


    Realität gibt es bestimmt nur eine. Mit der Wirklichkeit kann ich mir vorstellen, ist es eine andere Sache.
    Ich finde es übrigens total interessant, in diesem Forum zum Philosophieren zu kommen. Mir macht es jedenfalls Spaß.
    Wirklichkeit definiere ich für mich als eine Ansicht, die mindestens zwei Leute miteinander teilen. Das muß nicht die Realität sein, ist aber abhängig von der Wahrnehmung der beiden.
    Realität ist meiner Meinung nach das, was auch ohne unsere Wahrnehmung existiert. Wenn ich z.B. etwas Weiches nicht anfassen kann, ist es natürlich trotzdem weich. Das ist real.
    Was die Hohlwelt angeht, so teilen einige die Ansicht, die Welt sei hohl. Somit ist die Wirklichkeit dieser Menschen "hohl". Oder besser gesagt, diese Menschen nehmen an, sich in einer Blase zu befinden. Das ist ihre Wirklichkeit. Ihre Wahrnehmung spielt sich dabei einzig und allein in ihrem Kopf, ihren Träumen ab. Aber sie denken alle dasselbe. Und so wird die Hohlwelt Wirklichkeit, ohne Realität zu sein.
    Es war mir wichtig, diesen Zusammenhang aus meiner Wirklichkeit hier mal darzustellen. Wobei ich ehrlich gesagt ar nicht weiß, ob er Wirklichkeit ist, denn ich weiß nicht, ob ihn jemand teilt.


    Tschüß
    Herbert

  • Hi Herbert,


    durch deine Definition von Realität ist eben diese aber vollkommen irrelevant, weil durch den Menschen als solche nicht feststellbar - wieso sollte man dann postulieren, dass sie überhaupt existiert?
    Vielleicht gibt es ja gar keine absolute Realität, sondern ausschliesslich verschiedene Wahrnehmungen???

  • Hallo C K


    Dann gäbe es in der Tat keine Wahrheit.
    Dann würden wir uns die Wahrheit selber schaffen können, und alles wäre ein Traum. Ich hab schon mal von so einer Ansicht gehört. Ich meine <u>nicht</u> Matrix.
    Physik wird durch Mathematik aber kommunizierbar. Man kann genau sagen, was man meint, und man kann seine Vorstellungen in die eines anderen implementieren.
    Bleibt die Hoffnung, dass die Generationen von Forschern zusammengenommen der <b>Wahrheit</b> näher gekommen sind.
    Mit der Kommunikation ist das sowieso so eine Sache. Ich wusste genau, was ich sagen wollte mit den Definitionen, aber ich habe mir nicht die Zeit genommen, es genau zu sagen. [:I]


    Asche über mein Haupt
    Herbert

  • Hallo!
    ich schlage einen Kompromiß vor zwischen komkav und konvex (warum erinnert mich das alles an M. C. Escher?): die Erde ist eine SCHEIBE. Soll einer das Gegenteil beweisen!
    Gruße an alle!
    W.

  • Ich bin der Meinung, diese ganze Hohlkugeltheorie wird durch simpelste Natureigenschaften/physikalische Gesetze selbst widerlegt. warum bilden sich Wassertropfen? warum fallen die einzelnen Wassermoleküle nicht völlig losgelöst voneinader? In Schwerelosigkeit wird sich aus Flüssigkeit immer eine perfekte Kugel bilden - das hat fast jeder schon mal gesehen..
    Dieses physikalische Verhalten/Gesetz würde solch eine Hohlerde-Konstruktion nie zulassen


    @cosmiccell
    Im übrigen können Lichtstrahlen nur dann eine Laserdiode verlassen, wenn sie völlig im Gleichtakt und geradlinig laufen. Das ist durch die rein mechanische Konstruktion bedingt, ohne daß uns beim "Lichtmessen" irgendetwas vorgegaukelt wird!


    Ist aber eigentlich müßig noch weiter darüber zu reden..
    Grüße

  • Hi alle,


    falls diese Diskussion hier so schon mal gelaufen ist, bitte ich um Nachsicht. Wenn ihr alle nen dicken Hals bekommt ob noch eines Postings dazu, empfehle ich jetzt nicht weiterzulesen. Ich bin noch nicht so lange auf dem Astrotreff und hab noch nichts dergleichen hier gesehen, finde aber die Thematik (und sei es nur als Uebung im kritischen Denken) sehr interessant. Waehrend meiner kurzen Karriere als Physikstudent bin ich mit aehnlichen Uebungsaufgaben konfrontiert worden (Spiegelung an einer Kugel, gibts sowas nicht auch im Gehrtsen Kneser?) und haette gern eine fundierte Erklaerung dazu.



    Was hier von vielen in die Laecherlichkeit gezogen wird, ist, wie ich finde, gar nicht so laecherlich, unter anderem die Frage, ob absolute Erkenntnis moeglich ist. Die poppersche Wissenschaftstheorie geht davon aus, dass man keine wissenschaftliche Theorie beweisen kann, man kann sie bestenfalls falsifizieren (Lieblingsthema von twr, vielleicht liest er ja mit). Sogesehen sind unsere physikalischen Gesetze immer nur Modelle, die sich der "Wahrheit" annaehern, wir haben aber keine Moeglichkeit ihre Richtigkeit absolut zu beweisen. Auf dem Nachbarboard gab es mal eine Diskussion, ob dass kepplersche Weltbild einzig aufgrund Okhams Messer dem ptolmaeischen vorzuziehen ist. Schliesslich konnten die ptolmaeischen Astronomen auch den Lauf der Planeten und Gestirne vorhersagen, aber es musste immer wieder an die Beobachtungsdaten angepasst werden.


    Ein Weltbild ala: generell laeuft es so und so, falls aber dies eintrifft, ist es anders und zwar so...
    ist einfach unelegant und unzuverlaessig, man kann nicht so viele Vorhersagen treffen, deshalb ist ein einfaches universelleres natuerlich vorzuziehen.



    @ Reiner,
    so muessig auch wieder nicht, lass mich mal gerade den Advocatus Diaboli spielen:
    - was hat ein Wassertropfen mit der Innenwelttheorie zu tun? Bewohner einer Innenwelt sehen den Wassertropfen genauso wie Bewohner einer Aussenwelt (alles nur Koordinatentransformation).



    Bevor mich jetzt alle lynchen, man muss schon sehr genau unterscheiden zwischen einerseits einer Innenwelt die aus einer mathematisch voellig equivalenten Spiegelung an einer Kugeloberflaeche resultiert - der karthesische Raum wird hierbei in einen (ich glaube) hyperboloiden Raum ueberfuehrt (wo sind die Mathematiker???) - und andererseits einer Innenwelt, die sich Teile aus beiden Welten bedient, einmal kurz durchmischt um dann ein wenig zu provozieren. Meiner Meinung nach wuerde der Geradstreckenverleger im nicht-karthesischen Innenweltraum genau dasselbe Ergebnis ermitteln (naemlich eine konvexe Erdkruemmung) wie im "normalen" Raum, da die Messanordnung selbst der Raumkruemmung folgt, abhaengig vom Abstand zum Mittelpunkt. Je naeher am Mittelpunkt der Innenwelt, desto staerker die Kruemmung.


    Der Fehler (oder Trick), der von den Innenweltanhaengern, so wie ich es sehe, begangen wird ist es, die Sichtweise aus einer Welt in die andere zu uebertragen und so zu Wiederspruechen zu kommen. Das wird dann vermischt mit zweifelhaften Experimentalergebnissen und hoppla: wir leben in der Innenwelt.


    Ich habe leider keine Details zum Geradstreckenexperiment gefunden, aber ich nehme mal stark an, da es nicht reproduziert wurde, muss ein systematischer oder experimenteller Fehler vorliegen. Wenn ich mich recht erinnere, gab es eine verlegte Geradstrecke sogar in Deutschland (Potsdam?) um eine Basislinie fuer die trigonometrische Landvermessung zu schaffen. Die haetten doch bestimmt bemerkt, wenn sie eine negative Erdkruemmung gemessen haetten?


    Naja, wer jetzt noch dabei ist, ich glaube definitiv nicht an eine Innenwelt ala cosmicell, aber schon daran, dass es equivalente Beschreibungen unserer Welt gibt. Welche man vorzieht ist letzten Endes Geschmacksache, ich fuer meinen Teil halte es lieber mit der einfachsten konsistenten. Arroganz ist aber voellig fehl am Platz, man muss ja nicht in die Diskussion einsteigen, wenn es einem zu muehsam ist.



    In diesem Sinne,
    viele (karthesische) Gruesse,


    Andreas

  • Quote
    - was hat ein Wassertropfen mit der Innenwelttheorie zu tun? Bewohner einer Innenwelt sehen den Wassertropfen genauso wie Bewohner einer Aussenwelt (alles nur Koordinatentransformation).

    Ich meine das aus diesem einfachen Verhalten heraus zu schließen ist, daß Materie sich "zusammenballt" und zwar immer als Kugel - wie sollte also im Widerspruch zur "sich zur Kugel ballenden Materie" eine derartige "Hohlerde" entstehen?


    Grüße

  • Hi Reiner,


    Quote
    Ich meine das aus diesem einfachen Verhalten heraus zu schließen ist, daß Materie sich "zusammenballt" und zwar immer als Kugel - wie sollte also im Widerspruch zur "sich zur Kugel ballenden Materie" eine derartige "Hohlerde" entstehen?


    Guter Einwand! Je mehr ich google, desto mehr faengt mein Kopf an zu rauchen. Mathe muesste man koennen...


    Ich versuchs mal: die Kugelform resultiert ja immer dann, wenn man ein punktsymmetrisches Potentialfeld hat (wie bei der Gravitation, beim Wassertropfen ist's uebrigens nicht die Gravitation sondern die Oberflaechenspannung, die fuer die Kugelform verantwortlich ist, aber egal). Ich glaube, im Innenweltmodell gilt ebenfalls ein universelles Gravitationsgesetz, hier allerdings ortsabhaengig. Kraft und Kraftvektor sind hier vom Abstand zum Mittelpunkt abhaengig.


    Hmmm....
    Ich geb zu, ich kanns nicht sehr ueberzeugend erklaeren, sorry. Liegt wohl daran, dass ich's selbst nicht richtig verstanden hab.
    Aber trotzdem gut, dass wir mal drueber geredet haben [;)].


    Viele Gruesse,
    Andreas

  • Hallo,


    Als erstes möchte ich Matthias für die Bereitstellung diese Forums danken. Hier kann man sagen, was man wirklich denkt, und damit, finde ich, gibt man der Wahrheit doch eine Chance.



    Quote
    <i>Original erstellt von: Andreas_D</i>
    <br />Was hier von vielen in die Laecherlichkeit gezogen wird, ist, wie ich finde, gar nicht so laecherlich, unter anderem die Frage, ob absolute Erkenntnis moeglich ist.

    Ich habe erfahren, das immer im starken Zusammenspiel mit den Sinnen gelehrt wurde. Apparaturen zur Gewinnung von Erkenntnissen waren stets den Sinnen angepasst. Aus dieser Erfahrung heraus behaupte ich, dass der Geist allein uns "Wahrheit" nicht näher bringen kann. Er kann Änderungen nicht kategorisch registrieren. Man kann nur über vergangenes Nachdenken. Die Aktualisierung passiert mit Hilfe der Sinne.


    Was bleibt uns also übrig, als das, was wir wahrnehmen, und sei es auch sekundär anhand von Geräten, für wahr zu halten? Auch Geräte zur Erweiterung der Wahrnehmung werden nur gebaut, wenn vorher auf der Basis des gegenwärtigen Wissensstandes und der techn. Möglichkeiten ein ungeklärtes Phänomen entdeckt wurde, dass man erforschen möchte. Reicht dann das vorhandene Weltbild zur Erklärung nicht aus, muß, und das ist schwierig genug, eines entwickelt werden, dass zu keinem Widerspruch im Stand des Wissens führt.

    Bzgl. der Hohlwelttheorie sehe ich nicht das Phänomen, dass Auslöser solcher Überlegungen war. Soweit ich es mitbekommen habe, wurde nach der Theorie ihre Notwendigkeit gesucht. Doch selbst wenn es nicht so wäre, zeigt doch das Image der Theorie, dass Menschen wegen der offensichtlichen Widersprüchlichkeit zum sinnlich erfahrenen rein geistig Erfassbares ablehnen, was auch Pestalozzis Ansicht war. Der Zahlende der Forschung möchte einen Erfolg <u>sehen</u>.


    Zum Verdeutlichen meines Denkens möchte ich zum Gedankenspiel auffordern, ob sich der Horizont der erkennbaren Wahrheit sehr vergrößern würde, wenn Menschen sich ohne Geräte von dreidimensionalen Lebewesen zu Vierdimensionalen aufschwingen würden.


    dreidimensionale Grüße
    Herbert [B)]

  • Hoi Philosophie!!!


    Hallo Herbert,


    ich hab mich leider nie durchringen koennen, fundiert in die Philosophie einzusteigen, ab einem gewissen Grad klinkt mein Gehirn aus, ich glaube ich bin einfach zu denkfaul. Ich versuchs mal mit Philosphie fuer den Hausgebrauch:


    Ich denke, von der Vorstellung, dass wir die absolute Wahrheit - sofern es sie gibt - erfassen koennen, haben wir uns mit Platons Hoehlengleichnis schon verabschieden muessen.


    Heisst das aber jetzt, dass deswegen cosmicell oder Nancy Lieder daher kommen, ihre alternatives Weltbild auspacken und behaupten koennen, ihr Weltbild sei richtig, unseres falsch und Gegenbeweise akzeptieren wir nicht weil &gt;&gt; absoluter Erkentnis ist nicht moeglich wegen Platon?


    Sicher nicht. Auch wenn absolute Erkentnis nicht moeglich ist kann man dennoch Gesetze finden, die unsere wahrgenommene Realitaet beschreiben und uns helfen diese zu verstehen. Und mit der Konsistenz haperts meiner Meinung nach bei cosmicells Innenweltversion und noch mehr bei den haeufig weltuntergangsgeilen PX'lern.


    Was ist der Grund, dass es fast schon modern geworden ist, die Naturwissenschaften zu verpoenen und naturwissenschaftliche Erkentnisse in Frage zu stellen? Ich glaube, es hat auch mit naturwissenschaftlicher Arroganz zu tun. Der Erfolg steigt so manchem Wissenschaftler zu Kopf, wir denken: man sind wir gut, wir koennen Laser bauen, Satelliten in All schicken, sich selbst zubindende Schnuersenkel erfinden... Diese Wissen kann von "Unwissenden" auch als Abkanzelung verstanden werden und bei manchen loest es eine anti-Haltung aus. Wissenschaftler wirken ja oft selbst wie die Vertreter eines esotherischen Ordens, Eintritt nur fuer Eingeweihte, bitte weitergehen. Ich finde dass die Kommunikation der eigenen Wissenschaft oft einen viel zu niedrigen Stellenwert einnimmt. Eines jedenfalls kann und will die Naturwissenschaft sicherlich nicht: die Sinnfrage beantworten (OK, die Antwort ist 42, aber was ist die Frage [;)]?).


    In dem Zusammenhang finde ich es schade, wie manchmal hier und am Nachbarboard mit Astrologen (pfuiiiii - er hat das A-Wort gesagt, steinigt ihn, steinigt ihn...) umgegangen wird.



    Sorry, wenn das jetzt gerade wie das Wort zum Sonntag klang, ich mach mal Schluss.



    Viele Gruesse,
    Andreas



    P.S.: Wo ist denn cosmicell?

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