Wie man Exoplaneten direkt fotografiert. N.G.RomanTeleskop hat "ExoKoronograf" von MPIA an Bord.

  • Hauptaufgabe des gerade gestarteten Weltraumteleskopes sind die 95% unseres Universums, die man "dunkel" nennt. Es soll aber auch vielleicht 100.000 Exoplaneten finden, verglichen mit den 6.500 schon bekannten. Zu dem Zweck befindet sich ein 400 Millionen Dollar Koronograf an Bord.

    Koronografen benutzen wir seit 1930 in unserem Sonnensystem - außerhalb ist das was ganz neues.


    Die Technik basiert auf einem von MPAI (Max-Planck-Institut für Astronomie) in Heidelberg entwickeltem Instrument, welches das Sternenlicht wegfiltert.

    "Wir wissen bisher, dass eigentlich jeder Stern Exoplaneten hat, wenn man nur genau hinsieht. Nur ist dieses Hinsehen höchst schwierig – wegen des enormen Helligkeitsunterschieds zwischen Stern und Planeten. Die Sonne ist zum Beispiel zehn Milliarden Mal heller als die Erde. Das überstrahlt alles." laut Oliver Krause vom MPIA.


    Der ExoKoronograf auf dem RomanTeleskop funktioniert wie ein Sonnenschirm. Im Instrument wird das Licht mit Hilfe mehrerer beweglicher Spiegel hin und her gespiegelt. Läuft alles nach Plan, überlagern sich die Lichtwellen des Sterns am Ende so, dass sie sich gegenseitig auslöschen – und nur der Planet sichtbar bleibt.

    "So etwas hat in dieser Weise noch nie jemand vorher gemacht." laut Forscher Krause.


    Die meisten Exoplaneten hat man bisher nur indirekt nachgewiesen, als sie vor ihrem Stern vorbeizogen und dessen Licht kurz verdunkelten, oder durch ihre Gravitationswirkung. Nur sehr helle und heiße Exos konnte man direkt sehen.

    Das RomanTeleskop soll schon Jupiter-große Planeten direkt fotografieren können. Man will sehen, ob die Technik überhaupt funktioniert.


    "Der Heilige Gral wäre der Fund einer zweiten Erde." laut Krause. Das wird aber erst möglich sein mit späteren Teleskopen. Die Nasa plant derzeit das »Habitable Worlds Telescope«, das irgendwann nach 2040 die zweite Erde suchen könnte. Nach aktuellen Konzepten würde es wohl einen Spiegel mit bis zu acht Meter Durchmesser haben.


    Forscher Krause am MPIA: Suche nach Dunkler Materie und Dunkler Energie

    Forscher Krause am MPIA: Suche nach Dunkler Materie und Dunkler Energie

    Foto: Christoph Seidler


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