Hallo liebes Forum,
Heute möchte ich euch mit einem etwas längeren Bericht versorgen. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen. Ich jedenfalls freu mir grad den Ast.
Ich schleiche ja schon lange, lange um einen klassischen langen Achromaten herum... Ich bin kein Sammler. Benutzt soll er werden, im Rahmen seiner Möglichkeiten und mit der entsprechenden Erwartungshaltung. Nach langer Zeit war es endlich soweit, heute kam mein Tasco 10K an. Abholen wollte ich ihn nicht, kommt er doch genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte:
Komplett im Koffer...
Der Verkäufer hat mir dem Verpacken ganze Arbeit geleistet, gute Idee mit den stabilen Kartonschienen! Und der Koffer, naja, was will man sagen. Er tut eben das, wofür er ursprünglich mal konstruiert wurde. Er schützt das Teleskop im Inneren vor Schäden. Also bietet sich ein Versand in diesem Koffer an. Wieder mal der Beweis dafür, dass Teleskope problemlos versendet werden können - ja schau, Questar verkaufte sogar ein eigenes "Shipping Barrel" für eben diesen Zweck. Und bei einem Questar reden wir über andere Werte ![]()
Schnell mal von der Verpackung befreit:
Sieht schon äußerst schick aus, der Koffer. Am Ende war ich sehr erstaunt, welch mächtiges Teleskop sich im Inneren dieses vergleichsweise kleinen Koffers befindet. Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht, wie kann ich alles auf möglichst kleinem Maß unterbringen. Daher kommt ja auch die Tatsache, dass sich unter den Hobbyastronomen immer noch in den Köpfen tummelt, dass Refraktoren sehr schnell sehr groß werden. Früher gab es eben nur die Achromaten, und die mussten lang sein. Deswegen die Stative hoch, die Montierung relativ stabil. Das alles ergibt als Gesamtpaket ein sehr großes Teleskop für eine vergleichsweise Mini Öffnung. Heute, mit den modernen Gläsern, kann man 150er Refraktoren als f/7 bauen. Die Öffnung steigt, die Länge schwindet.
Sofort wird klar, man hat es hier mit einem ernstzunehmenden Instrument zu tun.
Außen auf dem Koffer wird bereits darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um ein "Astronomical Telescope" handelt und keinesfalls um ein Spielzeug.
Direkt nach dem Öffnen des Koffers wird klar, es ist Made In Japan. Stolz wird dies fett auf den Deckel innen gedruckt. Wir werden sehen, es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir diesen Satz zu lesen bekommen... Die flexiblen Wellen mit zwei unterschiedlichen. Längen. Welche kommt eigentlich an welche Achse der Montierung? Weiß das wer?
Und auch hier wird stolz das Herkunftsland der einzelnen Teile versichert. Ähnlich wie beim heutigen Takahashi, die diese Praxis immer noch pflegen, auf alles, ja auf wirklich alles, den Japan Hinweis zu bringen:
Es lag original Beiwerk im Kofferraum, in einem kleinen original Mäppchen. Einfach klasse, sowas. Da werd ich noch viel zu lesen haben, ich lasse das Mäppchen aber erstmal verschlossen. Dennoch zur vollständigen Dokumentation hier abgebildet, für euch zum Erfreuen und neugierig werden, was es damals bei so einem Tasco alles mitgeliefert gab
Und selbstverständlich, auch hier darf der Hinweis nicht fehlen, dass dieses edle Druckwerk der Information und des Schabernacks aus dem Land im fernen Osten kommt.
Na neugierig geworden??? Ich auch. Es geht weiter im Koffer. Die Stativbeine sind wie ich finde eine Wahnsinnskonstruktion. Sie liegen ineinander geschoben gut im Koffer verstaut. Das Styropor macht Spaß. Es sind Spuren von Jahrzehnten darauf enthalten. Welche Geschichten dieses Styropor wohl erzählen könnte? Man kommt sich vor wie ein Archäologe, wenn man versucht herauszufinden, welche Spuren wohl durch welche Sache ausgelöst worden sein könnten. Man stellt sich die Geschichte dieses, genau dieses Refraktors vor. Ein bewegtes Leben hat auch Vorteile...
Die Beine sind in die zwei äußeren Klemmen geschoben und gehen durch eine Buchse, damit sie stabil und gerade laufen. Am Anfang war ich total fasziniert von dieser Konstruktion. Es ermöglicht auf der einen Seite das schnelle und sehr kompakte verstauen der zugegebenermaßen recht langen Stativbeine. Auf der anderen Seite sieht das einfach nur witzig aus, da man Stativbeinen in einer so komprimierten Form heutzutage eher selten über den Weg läuft. Mit Holz lassen sich dann doch einige Dinge treiben, die mit Edelstahl nur bedingt gehen. Bin gespannt, wie sich das Stativ im Einsatz zeigen wird!
Weiter geht es in Teil 2....