Mein erstes Klassikerkomplettset: Tasco 80/1200 10K

  • Hallo liebes Forum,


    Heute möchte ich euch mit einem etwas längeren Bericht versorgen. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen. Ich jedenfalls freu mir grad den Ast.

    Ich schleiche ja schon lange, lange um einen klassischen langen Achromaten herum... Ich bin kein Sammler. Benutzt soll er werden, im Rahmen seiner Möglichkeiten und mit der entsprechenden Erwartungshaltung. Nach langer Zeit war es endlich soweit, heute kam mein Tasco 10K an. Abholen wollte ich ihn nicht, kommt er doch genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte:


    Komplett im Koffer...



    Der Verkäufer hat mir dem Verpacken ganze Arbeit geleistet, gute Idee mit den stabilen Kartonschienen! Und der Koffer, naja, was will man sagen. Er tut eben das, wofür er ursprünglich mal konstruiert wurde. Er schützt das Teleskop im Inneren vor Schäden. Also bietet sich ein Versand in diesem Koffer an. Wieder mal der Beweis dafür, dass Teleskope problemlos versendet werden können - ja schau, Questar verkaufte sogar ein eigenes "Shipping Barrel" für eben diesen Zweck. Und bei einem Questar reden wir über andere Werte :)


    Schnell mal von der Verpackung befreit:



    Sieht schon äußerst schick aus, der Koffer. Am Ende war ich sehr erstaunt, welch mächtiges Teleskop sich im Inneren dieses vergleichsweise kleinen Koffers befindet. Da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht, wie kann ich alles auf möglichst kleinem Maß unterbringen. Daher kommt ja auch die Tatsache, dass sich unter den Hobbyastronomen immer noch in den Köpfen tummelt, dass Refraktoren sehr schnell sehr groß werden. Früher gab es eben nur die Achromaten, und die mussten lang sein. Deswegen die Stative hoch, die Montierung relativ stabil. Das alles ergibt als Gesamtpaket ein sehr großes Teleskop für eine vergleichsweise Mini Öffnung. Heute, mit den modernen Gläsern, kann man 150er Refraktoren als f/7 bauen. Die Öffnung steigt, die Länge schwindet.


    Sofort wird klar, man hat es hier mit einem ernstzunehmenden Instrument zu tun.



    Außen auf dem Koffer wird bereits darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um ein "Astronomical Telescope" handelt und keinesfalls um ein Spielzeug.



    Direkt nach dem Öffnen des Koffers wird klar, es ist Made In Japan. Stolz wird dies fett auf den Deckel innen gedruckt. Wir werden sehen, es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir diesen Satz zu lesen bekommen... Die flexiblen Wellen mit zwei unterschiedlichen. Längen. Welche kommt eigentlich an welche Achse der Montierung? Weiß das wer?



    Und auch hier wird stolz das Herkunftsland der einzelnen Teile versichert. Ähnlich wie beim heutigen Takahashi, die diese Praxis immer noch pflegen, auf alles, ja auf wirklich alles, den Japan Hinweis zu bringen:



    Es lag original Beiwerk im Kofferraum, in einem kleinen original Mäppchen. Einfach klasse, sowas. Da werd ich noch viel zu lesen haben, ich lasse das Mäppchen aber erstmal verschlossen. Dennoch zur vollständigen Dokumentation hier abgebildet, für euch zum Erfreuen und neugierig werden, was es damals bei so einem Tasco alles mitgeliefert gab :) Und selbstverständlich, auch hier darf der Hinweis nicht fehlen, dass dieses edle Druckwerk der Information und des Schabernacks aus dem Land im fernen Osten kommt.



    Na neugierig geworden??? Ich auch. Es geht weiter im Koffer. Die Stativbeine sind wie ich finde eine Wahnsinnskonstruktion. Sie liegen ineinander geschoben gut im Koffer verstaut. Das Styropor macht Spaß. Es sind Spuren von Jahrzehnten darauf enthalten. Welche Geschichten dieses Styropor wohl erzählen könnte? Man kommt sich vor wie ein Archäologe, wenn man versucht herauszufinden, welche Spuren wohl durch welche Sache ausgelöst worden sein könnten. Man stellt sich die Geschichte dieses, genau dieses Refraktors vor. Ein bewegtes Leben hat auch Vorteile...



    Die Beine sind in die zwei äußeren Klemmen geschoben und gehen durch eine Buchse, damit sie stabil und gerade laufen. Am Anfang war ich total fasziniert von dieser Konstruktion. Es ermöglicht auf der einen Seite das schnelle und sehr kompakte verstauen der zugegebenermaßen recht langen Stativbeine. Auf der anderen Seite sieht das einfach nur witzig aus, da man Stativbeinen in einer so komprimierten Form heutzutage eher selten über den Weg läuft. Mit Holz lassen sich dann doch einige Dinge treiben, die mit Edelstahl nur bedingt gehen. Bin gespannt, wie sich das Stativ im Einsatz zeigen wird!



    Weiter geht es in Teil 2....

  • Im Koffer verstecken sich noch viele weitere herkömmliche und skurrile Dinge.

    Der allseits bekannte, wie ich finde vollkommen unantastbar benannte "Posaunenauszug", legendär einfach. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, das passt perfekt. Selbstverständlich steht hier... ach komm, ihr wisst was ich meine und ihr seht das auch schon selbst ^^ ^^



    Ferner drei originale, 0,96" Okulare. Und das Gegengewicht, mit dem Tasco Logo auf der Feststellschraube. So kleine Details gefallen mir sehr. Kostet nur, ist ineffizient, sieht aber einfach schön aus also her damit!!! Warum hat man mit sowas aufgehört? Darf etwas nicht auch einfach nur mal schön sein oder aussehen, ohne bis ins letzte Detail auf Kosten optimiert zu sein? Ja, hier darf es das noch.

    Die Schutzhüllen der Okulare schließen saugend. Man muss einen konzentrierten Versuch unternehmen, um sie zu verschließen. Die Okulare sind für ihre Größe sehr schwer. Gefällt mir richtig gut. Nebenan der Sucher.



    Eine Detailaufnahme der Schnecke mit Verstellrad. Man beachte das sauber gegossene Gehäuse der Montierung plus die glänzenden Skalen. Sehr fein sind sie. Und sehen aus wie neu. Der kleine Pfeil, der auf die Skala zeigt, ist ein Stück hochwertiges, präzise gebogenes Metall, welches exakt auf die eingestellte Zahl zeigt. Das ist so stabil, dass man daran hängen bleiben und sich verletzen kann ^^ ^^ SO Details sind einfach klasse.



    Dann haben wir ein logischerweise ebenfalls 0,96" Zenithprisma. Sau schwer für die Größe, Vollmetall, innen leicht staubig. Kappen aber alle da. Metall hochglänzend, nur wenige Klemmspuren. Mein Gott, ich werd ganz hippelig. Und na klar wer hätte es gedacht, ihr wisst, auf was ich hinweisen möchte.




    Zu den skurrilen Dingen kommen wir nun. Nämlich das wenn ich es richtig verstanden habe Aufrichtprisma. Dies hat eine dermaßen lustige Form, dass man es nicht ignorieren kann. Es fällt im Koffer sofort auf. Wie viele junge und alte Menschen wohl zum ersten Mal dieses Teleskop ausgepackt haben und sich genau das Gleiche gedacht haben wie ich:


    WAS ZUR HÖLLE IST DAS? Es ist ebenfalls Vollmetall, schwer und sieht aus als hätte ich versucht, selber ein Zenithprisma zu bauen. Die Schrauben sind etwas angekorkst, jemand konnte wohl dem Drang nicht widerstehen herauszufinden, was sich in diesem skurrilen Päckchen Optik verbirgt.




    Dann kam etwas, was mich sehr erstaunt hat. Der Sucher. Sehr klein im Durchmesser, aber sehr lang dafür. Hier wurde evtl. auch versucht, im Sucher ein tolles Erlebnis zu präsentieren, damit der Farbfehler des Suchers möglichst gering bleibt. Vielleicht ist er deswegen so lang. Ich weiß es nicht. Interessant ist es allemal. Er hat kaum Spuren und das Design der Schrauben zum Ausrichten des Suchers wird heute noch an hochwertigen Suchern genau so verwendet. Nämlich mit Konterschraube, um ein unabsichtliches Verstellen eines einmal ausgerichteten Suchers zu verhindern. Krass, wie sich sowas dann einfach durchgesetzt hat. Die Halterung natürlich Guss und mega stabil. Hinten steckt ein Okular drin, ja, nicht festgeschraubt, es steckt einfach nur drin. Es ist alles so präzise gefertigt, dass eine saugende Verbindung zwischen Sucher und Sucherokular entsteht. Durch rein und raus des Okulars wird vermutlich fokussiert. Man muss richtig mit Kraft ziehen und es entsteht am Ende das klassische "FLUNK" was heute nur noch bei Astrophysics zu hören ist...




    Wem es bis hier hin noch Spaß macht, weiter geht es mit Teil 3! :) :)

  • Weiter mit dem Sucher, ich habe irgendwie eine Schwäche für Sucher. Hier noch einige Detailaufnahmen.

    Das Okular entfernt:



    Blick von Vorn in den Sucher, wirklich Top Zustand für das Alter.



    Und zu guter Letzt noch die sehr schön gelöste Feststellung der Ausrichtschrauben. SkyWatcher, Takahashi, Vixen und viele anderen machen das heute immer noch so. Die untere Schraube stellt fest, sobald man mit Einstellen des Suchers fertig ist.



    Die Taukappe des Gerätes, zum Anschrauben. Das Gewinde sieht gut aus. Einmal richtig sauber gemacht, der Spiritus Reiniger tat da sein Werk, und ich kann euch sagen, das ist einfach eine total schöne Taukappe.



    Die Stativbeine haben es mir angetan, deswegen hatte ich sie sogleich dann mal zusammengebaut. Die Art der Klemmung ist witzig. Die Beine werden zum Transport verkehrt rum in die äußeren zwei Latten geschoben. Rausziehen, umdrehen und unten mit der ebenfalls wieder Tasco gebrandeten Schraube festziehen. Dies mal drei. Gefräste Markierungen dienen nicht wie im ersten Moment anzunehmen der besseren Befestigung, sondern als grobes Instrument der Längenabschätzung, sodass man schnell alle Beine auf die grob selbe Länge bringen kann. Unten sind die Füße mit Gummi versehen. Drei Stufen der Beinlänge werden angeboten :)




    Weiter geht es mit der Okularablage. Es ist witzig, eine Okularablage für 0,96" Okulare zu sehen. Fast schon unmöglich klein sehen die Löcher für die Okulare aus. Irgendwie verrückt, wenn ich jetzt da so einen 2" Brummer daneben lege. Al Naglers Handgranate beschreibt das wirklich sehr passend, das sind Okularmonster im Gegensatz zu diesen zierlichen optischen Instrumenten.



    Aber wir werden schon noch ein Teil finden, wo nicht J.... Ach, ich gebs auf.



    Dazu gab es noch eine lange 2x Barlowlinse. Hab ich so auch noch nie gesehen. Sieht gut aus vom Zustand her, wird aber eher nicht benutzt werden. Genau so wie das Aufrichtprisma Ungetüm. Die Barlowlinse sieht aber sehr neuwertig aus und ist kristallklar. Den Staub habe ich hier nicht entfernt.




    Und schon wieder die 10 Bilder voll... weiter gehts im nächsten Teil, wer noch Lust hat!

  • Nun richten wir unser Augenmerk auf die Montierung. Hier das wirklich toll gefertigte Gehäuse.



    Libelle, Skalen, alles sieht sehr neu aus. Gefällt mir sehr gut. Einmal trotzdem alles abgewischt, das ist klar. Die Libelle gefällt mir gut. Kein grünlicher Stich, sondern einfach weiß mit einem kleinen roten Ring. Anders als die heute üblichen Libellen.



    Ha! Aber ENDLICH, ENDLICH habe ich ein Teil gefunden wo eben NICHT...!!!! Ich kann es nirgends ausmachen.



    Ja gut ok... der Running Gag wird alt, ich weiß. Aber Spaß macht es mir. Die fertig aufgebaute Montierung mit Gegengewicht und so weiter. Sieht sehr schön aus finde ich. Das dunkle Holz lässt alles sehr edel wirken, nicht bewusst - also kein Ergebnis des Marketings - sondern unterschwellig will dir dieses Teleskop mitteilen: Ey, ich hab mal ne Stange Geld gekostet, weißt du? Auch hier wieder verschraubte (!) kleine Metallpfeile fürs Ablesen der Skalen. Einfach verrückt. Für was ist dieses komisch geformte Teil am Verstellrad mit der großen Schlitzschraube? Weiß das wer? Total interessant, ich hab selbst dran rumgespielt, aber kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, für was das sein könnte.




    Nun kommen wir aber langsam mal zum Herz des Ganzen, dem Refraktor selbst. Jetzt wird's spannend. Ich hatte kein Bild von der Linse. Uuuuuuuuund... Foto ist schlecht, aber sieht in echt gut aus. Glaubt mir einfach :D :D :P



    Es befindet sich ein Sticker auf der Fassung



    Noch ist es ungewiss... Aber einfach nur klasse mit dem kleinen Deckel für das Objektiv. Mittels kleiner aufgeschraubten Schraube ziehe ich an dieser und entferne den Deckel auch im Dunkeln stilvoll - und habe etwas zu festhalten, dass er mir nicht den Abgang macht.


    .



    Und jetzt fehlt nur noch den Auszug zu montieren:



    Kappe hinten abdrehen, Auszug dran drehen, fertig. Das Teleskop muss im Koffer ohne Auszug und Taukappe transportiert werden. Es geht aber sehr sehr schnell, das alles abzuschrauben. Nochmal die Posaune in ihrer ganzen Pracht. Alles glänzt so schön. Nicht nur ein Teleskop zum Durchgucken, sondern auch wahrlich zum Angucken. Einfach wunderschönes, ästhetisches Design und Proportionen.


    So, und nun kommt der Abschluss! :)

  • Ja, da steht er nun, mein toller kompletter Refraktor. Ich möchte mich erstmal beim Forum bedanken für die viele Hilfe, die ich zum Thema Klassiker bekommen habe. Es haben mir sehr viele Leute privat per PN, öffentlich und auch per Handy geholfen. Hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Diejenigen, die mich auf diesen Trichter gebracht habe, wissen Bescheid und lasst mich euch eines sagen Leute:


    Ihr seid klasse! Habt einen schönen Tag und genießt das Leben!




    Richtig tolles Detail, auch mit aufgeschraubter Taukappe lässt sich das Objektiv problemlos mit dem Deckel abdecken. Eine Idee für Celestron? Wäre damit das Taukappen Problem bei den SC gelöst, weil man die Dinger immer wieder abnehmen muss, um die Schmditplatte mit der Plastikabdeckung zu schützen? Hust Hust.... hier ist sie aus Metall. Und mit "Abnehmschraube" - sowas sollte es auch für den Bauch geben - sodass man problemlos dran kommt mit montierter Taukappe. Ja ja.... so ist das. Gute Ideen verlaufen auch mal im Sand.



    Und hier noch mal ins Objektiv:



    Bin sehr gespannt, wie der Refraktor am Mond performen wird. Bin schon ganz wild drauf. Kann mich kaum halten, will jetzt sofort und ihr wisst ja wie das ist. Erstmal kein CS.

    Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Refraktor durch das Klassiker Angebote im Netz Thema hier, was absolut super ist. Schaut doch mal rein! Denn vielleicht wartet ja auch auf euch schon euer Tasco 10k in der nächsten Großstadt auf euch, bereit um zu euch versendet zu werden in dem schönen Koffer.


    Vielen Dank fürs Lesen und teilhaben. Ich freue mich sehr.

  • Hallo,


    toller Klassiker. Ich habe selbst einen 76/1200. Das ist so ziemlich mein bester Refraktor...


    Ich gebe Dir nach vielen Beobachtungen mit einem 76er und 60er den Rat: Kauf Dir zusätzlich zwei passende Schellen mit Vixen-Schiene und integriere die Optik dann auch mal auf eine gute moderne Go-To-Montierung (bei mir eine AZ-EQ5). Das macht dann noch viel mehr Spaß als die oft wackeligen Schneckengetriebe und Holz-Beine der zeitgenössischen mechanischen Montierung - auch wenn die damals modern und gut war... Außerdem ist Star-Hopping mit diesem Grandsicht-Sucher und dem heutigen aufgehellten Himmel echt schwierig. Und Du willst ja nicht nur Mond, Planeten oder M31 angucken.


    Guido

  • Sehr schönes Teil, Glückwunsch!

    Grüße

    Knut

    102 f7 ED Refraktor, 200 f5 Newton, 120 f5 Richfield Achromat, 127 f12 Maksutov, Nikon Action VII 8x40

  • Hallo Drehn,


    gratuliere, schönes Teil !

    Viel Spaß damit !


    Ein paar kleine Anmerkungen:

    Die Montierung scheint weitgehend identisch zu sein mit der, die ich mit meinem 60/900mm REVUE Refraktor gekauft habe.

    So langsam habe ich etwas mehr Respekt davor.

    Ich habe sie noch, ich werde sie einfach mal wieder einsatzklar aufbereiten.


    Das Objektiv des Refraktors scheint aber deutlich besser zu sein als bei mir.


    Den 6x30 Sucher kenne ich.

    Exakt dieses Modell wurde vor gut 40 Jahren an meinem MEADE 8" Newton verbaut.

  • Jou Drehn,


    sehr schönes Teoleskop, sehr gut im Schuß, meinen Glückwunsch.

    Und......80/1200, also f/15......das ist ein echter, langer Fraunhofer mit nur noch ganz minimaler CA....wenn überhaupt.


    8)

    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Hallo alle und vielen Dank für die rege Anteilnahme. Da sich ja bekanntlich alles verdoppelt, wenn man es teilt, freue ich mich nun noch mehr.


    Mir waren sehr viele Bilder wichtig, auch zwecks Dokumentation für die Nachwelt. Da es den Astrotreff ja mindestens noch mal 25 Jahre geben wird, stolpert vielleicht mal wer drüber :) :)

  • Moin Drehn,


    sehr schöner Bericht! Liebevoll geschrieben und toll dokumentiert.

    Ja, diese 80/1200er Japaner haben schon einen gewissen "Mythen-Wert" ... und Deiner hier ist ja zudem in einem wunderbaren Zustand. Fast wie aus dem Laden ... man könnte sich um 50 Jahre zurückversetzt fühlen.


    Dann mal los ... auf Mond, Sonne, Saturn und ... der geniale 80mm Tester-Doppelstern pi (52) Aquilae ist ja gerade in bester Position. Um dessen 1"42 Distanz der beiden ca 6m5er Komponenten zu trennen, dürfen es aber schon 150/200fache Vergrößerung sein. Sollte Dein Tasco schaffen (meiner tut das, ich hab den natürlich auch, als "Meade 300").


    Und da wird dann - gerade was dieses ansonsten wirklich schöne Gerät betrifft - Dauerthema ins Spiel kommen... das Stativ *grins*.

    Aber dazu ist an anderer Stelle ja schon vieles bis alles gesagt.




    (umbedingt zu empfehlen ... Stativupgrade)



    Auf jeden Fall hast da einen ganz feinen Schnapp gemacht, Gratulation!


    Und in den Kleinanzeigen steht noch so einer im Städtchen "Alpen"in NRW und einer in Berlin-Charlottenburg - auch für kleines Geld.


    Grüßles Hannes

  • Für was ist dieses komisch geformte Teil am Verstellrad mit der großen Schlitzschraube? Weiß das wer? Total interessant, ich hab selbst dran rumgespielt, aber kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, für was das sein könnte.

    Ich vermute zum auskuppeln eines optionalen Motors für RA. Zumindest kenne ich das so von der Astro 3/Lidl Montierung, die ein sehr ähnliches Teil hat. Das Zahnrad der Motorachse wird über Federzug an das große Zahnrad der RA Achse gepresst. Um Motor und Achse für Grobverstellung zu entkoppeln, kann mit dem Hebel der Motor von der Achse weggezogen werden.


    Viele Grüße

    Axel


    P.S. Mir fällt gerade auf, dass ich mal versuchen könnte den Motor von der Astro 3 an die Tasco Montierung zu adaptieren, wenn die Mechanik so ähnlich ist. Ist mir bisher nie aufgefallen ...

  • Kurzes Update, konnte den Tasco heute in sein natürliches Habitat nach draußen bringen und den Sucher an einem weit entfernten Baum einstellen.


    Ich habe versucht, den Blick durch das 20 mm H Okular einzufangen. Den Posaunenauszug zu bedienen macht Spaß.



    Die Ausschwingzeit ist für mich noch gerade so im erträglichen Bereich, ihr habt aber alle Recht, das Stativ ist wackelig. Die Montierung an sich ist gar nicht verkehrt finde ich.


    Hier „euer Blick“ durchs Okular, schlecht mit dem Handy aufgenommen, aber ich finde es ist ganz gut geworden. Leider hat mein Handy es nicht ganz geschafft, auf das Bild scharf zu stellen. Für mein Befinden bildet der Refraktor gut ab.



    Vielen Dank fürs Lesen.

  • Hallo Drehn,


    auch wenn es ein wirklich schöner Klassiker ist, ich denke, es wäre kein Verbrechen, zum Beobachten auf etwas modernere Okulardesigns mit größerem Feld, besserer Vergütung, also in Summe auch mit besserem Kontrast und höherer Schärfe zurückzugreifen. Das müssen keine Nagler und Ethosse sein, gute Erfles bringen schon sehr viel.

    Die alten Objektive sinf m.E. in aller Regel deutlich besser als die alten Okulare.

    Viel Spass weiterhin,


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Da hast du sehr Recht, wobei ich mit dem Gedanken spiele im Sinne des 100% Oldskool Erlebnisses richtig gute 0,96“ Okulare zu besorgen. Gab es die jemals? Weißt du da was? :) Wenn ja, wird das bestimmt eine Jagd, aber sie würde mir sehr Spaß machen.


    Der 1,25“ Adapter geht natürlich immer. Mich reizt die Idee des tatsächlichen „so wie damals“ Setups sehr.

  • Ich schreibe weiter in diesem Thema… wenn mir jemand als Klassiker Neuling helfen könnte, wäre das super.


    Gerade eben Sterntest an Arktur. Seeing sehr gut. Intrafokal alles super, schöne gleichmäßige definierte Ringe. Extrafokal allerdings habe ich etwas beobachtet, was ich bisher noch nicht bei einem Refraktor hatte. Beim unscharf stellen Richtung Extra bildet sich um den Stern erst ein Halo, der dann in das übliche Sterntest Bild übergeht, allerdings ist alles total schwammig. Man sieht die Ringe, sie sind gleichmäßig rund, aber alles ist irgendwie verschwommen. Ganz anders als Intrafokal, was wie ein Mustersterntest aussieht.


    Verhält sich mit dem 20 mm und dem 12,5 mm Okular so.

  • Nun ja,


    es gab damals schon japanische Orthos, auch mit kleinen Steckdurchmessern, da kann man mal nachschauen um sich Stilecht zu verbessern.

    Aber immer ist zu bedenken, dass eben die Vergütungen heute eine völlig andere Liga sind.

    Wenn Ich ernsthaft mit dem Teil beobachten wollte, würde ich für den Fall ab Zenitspiegel eine 1 1/4 Zoll Adaption versuchen.

    Also die "schöne Deko" zum Beobachten raus, einen guten1 1/4 Zoll Zenitspiegel rein und dann mal z.b. die Baader Classik Okulare dazu.

    Das könnte recht lecker sein.


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

    Edited 2 times, last by Cateye ().

  • Ich schreibe weiter in diesem Thema… wenn mir jemand als Klassiker Neuling helfen könnte, wäre das super.


    Gerade eben Sterntest an Arktur. Seeing sehr gut. Intrafokal alles super, schöne gleichmäßige definierte Ringe. Extrafokal allerdings habe ich etwas beobachtet, was ich bisher noch nicht bei einem Refraktor hatte. Beim unscharf stellen Richtung Extra bildet sich um den Stern erst ein Halo, der dann in das übliche Sterntest Bild übergeht, allerdings ist alles total schwammig. Man sieht die Ringe, sie sind gleichmäßig rund, aber alles ist irgendwie verschwommen. Ganz anders als Intrafokal, was wie ein Mustersterntest aussieht.


    Verhält sich mit dem 20 mm und dem 12,5 mm Okular so.

    Mal auf die Schnelle ein erster Fund:


    https://www.sternfreunde-muenster.de/pdf/sterntestTeleskop.pdf


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Hallo,

    richtig gute 0,96“ Okulare

    ich hatte mal die Carl Zeiss Jena 25-H und 16-O, herrlich mit dem Zeiss-Ring :smiling_face_with_hearts: .


    Deutlich günstiger sind immer wieder gebraucht auch Vixen-Orthos zu haben, da hatte ich zu meinem damaligen 102M die Orthos 9mm und 5mm.


    Gut fand ich auch das Vixen Kellner 20mm. Sieht halt irgendwie schön aus, wenn die Okulare auch zeitmäßig etwa zum Gerät passen.


    lg volker :hot_beverage:

    Beobachtungen mit 10" Dobson auf Selbstbau Birke-Multiplex, achromatischen Refraktoren und 20x80-Fernglas

    Eigene PC-Planetariumsoftware, Sichtbarkeitsdiagramme und Grafiken

  • Moin <vorname>!


    > richtig gute 0,96“ Okulare zu besorgen. Gab es die jemals?


    Machst du Witze? Diese Okulare von Zeiss oder japanischen Edelmarken werden heute in Gold aufgewogen... =O

    Aber das sind natürlich alles alte Bautypen anno Tobak, die eine entsprechendes Einblickverhalten und beengtes Gesichtsfeld besitzen.

    Eine Adaption 0,965" auf 1,25" bietet sich bei deinem Teleskop an und man benutzt dann gängige Okulare mit mäßigem Gesichtsfeld. Der "Flaschenhals" ist dann leider immer noch das originale kleine Steckmaß mit einer maximalen Blende von 23 mm.

    Die Classic-Orthos, die Günther da erwähnt hat, sind schon klasse - ich hab' die Brennweiten 6 und 10 mm im Bestand.


    Man kann aber auch bei kleinem Steckmaß bleiben. Die Chinamänner bieten auf eBay günstig Okulare im 24,5 mm-Steckmaß an, man kann auch entsprechend das Mikroskopmaß 23,2 mm Steck verwenden. ich hab' mir für meine Japan-Refris mal so eine Batterie davon zugelegt. Der Einblick ist schon mal viel besser als der durch die Beipack-Okulare.


    Hier mal meine Kollektion an Okus im kleinen Steckmaß - vormne rechts die beiden China.Okus plus 2fach Barlow, links hinten die Okus in 23,2 mm-Steck - im zweiten Foto nochmal die aktualisierte Version.

    Das kleine Stück Karton dient dem Ausgleich, damit in der 24,5 mm-Aufhame nichts wackelt.




    Die eingepackten Okus vom ersten Foto oben rechts sehen ausgepackt so aus.



    Das unbeschriftete Oku ist ein H-25. ich habe es bestimmt schon 20 Jahre und es kommt immer mal wieder zum Einsatz.

    Bye 4 now, Micha. (lebt ohne Smartphone)


    Skyoptikst 150/750 N, Bresser 120/1000 R, Bresser 114/900 N, Bresser 114/500 N, SVBONY 105/1400 Mak, NACATIN 102/900 R, SVBONY102/660 R, Bresser 90/500 R,
    Solomark 80/700 R, Bresser 70/900 R, Hetekan 70/700 R, INTEY 70/400 R, Vixen 60/700 R, Vixen 50/800 R, Vixen 40/800 R, TASCO 50/600 R.

    FG: TS 20x80, TASCO 12x80, Porst 9x63, Tento 10x50, Asahi-PENTAX 10x50, Sotem 7x50, Beroflex 10x40, TASCO 8x40 WA, TASCO 8x30 WA.

    Edited once, last by winnie ().

  • ...ja, ich hab auch noch Bilder :star_struck: ...


      :smiling_face_with_hearts:


    Das Vixen K.20mm war mein Übersichtsokular am Vixen 102M (1985-1990). Durch das Zeiss-Ortho machte ich 2004 meine Transitbilder der Venus vor der Sonne. Das Vixen Or.9mm benutzte ich am Vixen GA-4-System zur Nachführung bei Astroaufnahmen am C8. Ist lange her :) ...


    Kuriosum: Die Vixen Orthos waren eigentlich Plössl; zwei kleine Dubletts standen sich in einem Messing- oder Kupferröhrchen gegenüber. Optisch gar nicht schlecht, aber halt ohne jeden Komfort beim Einblick.


    lg volker :hot_beverage:

    Beobachtungen mit 10" Dobson auf Selbstbau Birke-Multiplex, achromatischen Refraktoren und 20x80-Fernglas

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