Moin ...
ja manchmal denkt man sich doch: es macht Sinn, mal in seine/ihre Anfangszeiten der Sternguckerei zurückzugehen ... denn heutzutage kann man schon schnell mal die Bodenhaftung verlieren vor lauter "x-tuplett Hyper-Apos" oder "meiner-ist-der-Dickste-MegaDobsons".
Vor lauter Öffnung, Strehl, Farbreinheit und all dem wird die eigentliche Zweck unseres Hobbys - die Schönheit des Sternhimmels häufig dochmal zur Nebensache. Da ist es manchmal schon eine Art Herumposen, wie man es eher vom intellektuellen Prekariat z.B. in Sachen "Auto" kennt. Statt Praxis - Posen. Statt Nutzen - "Astro-Dicke-Hose"... vielleicht nur diskreter verkauft als bei den KFZ-Bauzis.
Man selbst gerät ja auch gerne in den "och so ein bischen Besser geht es noch"-Sog. Klar. Aber meist: wozu? Der Himmel hierzulande lässt ja ohnehin - durch Lichtverschmutzung, Flugzeugterror und karzinomartige Bausgeschwüre in der Landschaft gepaart mit neuen "schönen" Beleuchtungen - immer mehr nach ... und das Wetter ist ja nun meist auch kein guter Compagnon.
Ich "beame" mich dann auch gerne mal wieder runter ... und packe meinen Einstiegler aus. Jenen kleinen Refraktor Towa´ischer Produktion, der 1977 unter dem Namen "Tasco 66-T" firmierte und meine Teleskop-Tür nach da oben wurde. 50mm Öffnung, 600er Brennweite, klapprige azimutale Montierung und Okulare (H-20, 12.5 und 5mm), mit denen man heute wohl eher seine Weitwurf-Fähigkeit testen würde ...
Und: dies Equipment hat mir mit die schönsten Astromomente meines nun bald ein halbes Jahrhundert währenden "Teleskop-Astro-Lebens" geschenkt. Wenngleich es manchmal auch wirklich "harter Stoff" war *lach*: so ein chromatischer 5x24er Sucher ist nichts für Weicheier beim Aufsuchen. Und diese 30° Sichtfeld-Okulare zwischen 5 und 9mm Brennweite für die höheren Vergrößerungen - ja die mit mit dem verschwommenen Gesichtsfeldrand --- das war schon mal eine pikante Herausforderung. Und natürlich .. der unvermeidliche Okularsonnenfilter, der maximal bis 30mm Öffnung (wenn überhaupt und das auch nur kurz) genutzt werden kann.
Klappte aber alles. Und hat unvergessliche (Erst)Anblicke serviert.
Vor lauter Immer-mehr-Größer-"Besser" ... vielleicht mal innehalten, die Bodenhaftung wiederherstellen und zu schätzen wissen, was es heute so gibt. Denn .. *lach* - das war nicht immer so.
Grüßles Hannes
