Hallo Sternfreunde,
da der Mond sehr präsent am Himmel stand, beide Nächte jedoch fast wolkenfrei waren, wollte ich unbedingt zwei Bereiche mit offenen Sternhaufen ablichten, die schon länger auf der ToDo – Liste standen. Den Anfang machte NGC 1817 im Sternbild Stier:
Dieser Sternhaufen ist mir im Deep – Sky – Atlas aufgefallen, weil sich in seiner direkten Nachbarschaft noch zwei Asterismen befinden, die das Bild bereichern könnten. Es handelt sich um NGC 1807 und O'Neal 8. Die beiden ungleichen Sternansammlungen NGC 1817 und NGC 1807 bilden zwar keinen so spektakulären Anblick wie h und Chi im Perseus, haben aber dennoch ihren Reiz als vermeintlicher Doppelhaufen. Entdecker sind Vater und Sohn Herschel. Wilhelm beschrieb NGC 1817 im Jahr 1784 und Sohn John NGC 1807 im Jahr 1832.
Das kleine Sternmuster O'Neal 8 ergänzt die Szenerie. Ich hoffe, Robert und René haben nichts dagegen, wenn ich aus ihrer tollen Sammlung der Faint-Fuzzies nachfolgende Beschreibungen der beiden Asterismen für die visuelle Beobachtung veröffentliche:
Entnommen aus der Sammlung der faint fuzzies von Robert Zebahl und René Merting.
Hier noch die annotierte Version:
Das zweite Ziel war der offene Haufen Melotte 111. Diesen Sternhaufen wollte ich unbedingt einmal fotografisch festhalten, da er mich wegen seiner visuellen Sichtbarkeit schon immer fasziniert hat. Immer, wenn das Sternbild „Haar der Berenice“ sich nah im Zenit befindet, sehe ich in mondlosen Nächten indirekt ohne optische Hilfsmittel viele kleine Sternchen aufleuchten. Wie man Wikipedia entnehmen kann, dürfte dieser Anblick dazu geführt haben, dass das Sternbild seinen Namen erhielt. Wie auch die Hyaden gehört Melotte 111 (auch Coma-Berenices-Sternhaufen genannt) zu den der Erde näher gelegenen Haufen mit entsprechend großem scheinbaren Durchmesser.
Das fotografische Ergebnis hat mich eher enttäuscht. Offenbar habe ich nur den Zentralbereich des lockeren Haufens abgebildet, obwohl ich zwei Mosaikkacheln übereinander fotografiert habe. Hier ließ ich mich von der Darstellung in Sky Safari täuschen. Dort ist der Haufen so dargestellt, dass er durch die beiden Kacheln eigentlich abgedeckt sein müsste. Für ein anschaulicheres Ergebnis müssen also Sternfreunde mit geringerer Brennweite als 600 mm ran. Auf Astrobin sieht man kaum Aufnahmen des Haufens.
Die Auflistung zu Equipment und Aufnahmebedingungen habe ich hier der Übersichtlichkeit halber weggelassen. Durch Klick auf die Bilder gelangt man zur Galerie, wo diese Sachverhalte nachgelesen werden können.
Viele Grüße
Heinz