Atmosphäre bei transneptunischem Objekt?

  • Hallo,


    das transneptunische Objekt 2002 XV93 hat möglicherweise eine Atmosphäre:


    Forscher entdecken Atmosphäre bei Zwergplanet
    Eine Entdeckung in den eisigen Weiten des Sonnensystems stellt bisherige Modelle infrage: Ein nur 550 Kilometer großer Mini-Planet besitzt eine dünne Gashülle.…
    www.n-tv.de


    lg volker :hot_beverage:

    Beobachtungen mit 10" Dobson auf Selbstbau Birke-Multiplex, achromatischen Refraktoren und 20x80-Fernglas

  • Hi,


    unfassbar wie genau die Bahnberechnungsmathematik ist!

    Ich meine, eine 500 meter Kugel auf 5.772.981.830.313 meter (38,59 AE). Was ist das eigentlich in Bogensekunden? Und dann muss auch noch die Bewegung entlang der Bahn berücksichtigt werden, also 4-D. Und man rechnet präzise und für einzelne geographische irdische Regionen den genaue Zeitpunkt und Dauer einer Sternenbedeckung voraus. Eventuell Jahre vorher? Da muss man ja auch präzise mit dem Äquinoktikum (oder wie das heißt, 1950, 2000, etc.) und Julianischen Zeitangaben arbeiten und wer weiß was noch alles ...


    Beeindruckt mich echt stark!


    CS,

    Walter


    NB: hat mir gefallen, daß ein Amateur Beobachter mit dabei war!

  • Hallo Walter,


    das transneptunische Objekt hat aber schon 550 Kilometer Durchmesser, sonst wäre es doch arg schwer zu beobachten. Tatsächlich ist ein Sterndurchgang eines solchen Objekts einfach zu berechnen, sobald seine Bahn genau genug bekannt ist. Und das scheint der Fall zu sein, somit kann man dann exakt vorhersagen, wann welcher Stern von dem Objekt verdeckt werden wird. Und da legt man sich dann auf die Lauer ...


    Es gibt auch die Vermutung, daß in einer solch großen Entfernung der Sonnenwind nicht mehr ausreicht, eine Atmosphäre 'wegzublasen', wenn die aus dem Inneren des Objekts regelmäßig durch Vulkanismus erneuert wird.


    Gruß


    Michael

    Ein Ochs ging auf die Wiese,

    wo er nach Kräften fraß.

    Da waren Blumen, Kräuter,

    es kümmerte ihn nicht weiter.

    Für ihn war alles Gras.


    Franz Grillparzer

  • Hallo Walter,

    unfassbar wie genau die Bahnberechnungsmathematik ist!

    ja, ich muss da selbst auch immer staunen, was heute möglich ist. Es ist ja schon schwierig genug, die Positionen der großen Asteroiden genau zu berechnen. Die Bahnelemente lassen sich nicht mehr durch linear zeitabhängige Glieder ausdrücken. Man braucht dazu oskulierende Bahnelemente, die die Störungen der großen Planeten berücksichtigen, die also praktisch nur zu einem bestimmten Zeitpunkt sehr genau sind. Oder sehr umfangreiche numerische Verfahren. Und halt, wie du sagst, das korrekte Äquinoktium, Abberation, Lichtlaufzeit und noch weitere Korrekturgrößen.


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  • Hallo Volker,


    ich bin mir nicht sicher, ob die Gravitationskräfte der großen Planeten in diesem Fall - bei der riesigen Entfernung - wirklich die Hauptrolle spielen. Oder ob die Gravitationskräfte der anderen Plutoiden da nicht mehr Einfluß haben könnten. Man müßte dazu die Position des Objekts in Bezug zu den anderen besser kennen.


    LG


    Michael

    Ein Ochs ging auf die Wiese,

    wo er nach Kräften fraß.

    Da waren Blumen, Kräuter,

    es kümmerte ihn nicht weiter.

    Für ihn war alles Gras.


    Franz Grillparzer

    Edited 2 times, last by Venusmond ().

  • ...ja, Michael, natürlich spielen die größeren Körper in der Nähe des TNO da wohl die wichtigere Rolle. Das Beispiel oben galt ja für die "normalen" Asteroiden, die schon schwierig zu berechnen sind. Das Prinzip ist aber gleich (Störungsrechnung).

    Beobachtungen mit 10" Dobson auf Selbstbau Birke-Multiplex, achromatischen Refraktoren und 20x80-Fernglas

  • Hallo Walter,


    das transneptunische Objekt hat aber schon 550 Kilometer Durchmesser, ...

    au backe, da sind die Pferde mit mir durch gegangen. Aber es reicht immer noch fürs Staunen. Also


    550 km Gegekathete versus 5.772.981.830 km Hypotenuse

    1 : 10,5 Mio.


    0,02" wenn ich den Taschenrechner richtig bedient habe. Dennoch extrem genau. Mikroskop Genauigkeit sozusagen. Ich meine - die Rechnung auf 0,02" daneben und schon gibt es keine Sternbedeckung. Wie macht man das, wenn man das Objekt optisch/teleskopisch so genau gar nicht auflösen kann? Das sind Zauberer! :woman_mage_light_skin_tone:


    CS,

    Walter

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