Generative KI in Bildbearbeitung beim Astrotreff ?

  • Also, ich finde es natürlich absolut in Ordnung, wenn eine Community, wie der Astrotreff eine ist, für sich gewisse Regeln formuliert bzw. wenn der Forumsbetreiber diese vorgibt. Ich finde aber auch, dass die Urteile, die zum Teil gefällt werden, vielleicht nicht immer ganz fair sind. Ich empfinde Astronomie als ein unfassbar vielseitiges Hobby, dass auf unzählig verschiedene Arten ausgeübt werden kann. Was der eine macht, ist für den anderen unvorstellbar - ob das jetzt frierend im Feld stehend irgendwelchen verwischten Wattebäuschchen hinterherzujagen oder stundenlang am heimischen Rechner auf Pixeljagd in den eigenen Rohdaten zu gehen. Oder eben ein vollautomatisiertes, oder auch smartes Setup zu haben statt selbst einen Dob nachzuschubsen. Aus meiner Sicht gehört da der Einsatz der KI dazu. Meins wäre es nicht, aber wenn jemand daran Spaß hat, Bilder mit KI so weit zu bearbeiten, dass sie mit den Rohdaten nichts mehr zu tun haben, dann ist das ersmtal seine Sache und kein Grund, das abzuwerten.

    Für den Astrotreff gilt meiner Meinung nach aber dennoch, dass er selbstverständlich das Recht hat, für sich zu entscheiden, wie er mit solchen "Erzeugnissen" umgeht. Mir geht es eher um die Art und Weise, wie darüber gesprochen wird.


    Ich persönlich sehe das als Kulturwandel, der auch nicht aufzuhalten ist. Das ist schon ein bittere Pille fürs eigene Engagement.


    Es hat auch mein Umgang mit dem Hobby verändert. Wenn es klar ist, stell ich weiter ein Teleskop raus, aber die Bilder noch zu zeigen, hat schon sehr für mich an Reiz an verloren.

    Im Sinne meiner oben genannten Aussage würde ich dich ermutigen wollen, dich von dieser Entwicklung nicht so beeinflussen zu lassen. Soll doch jeder sein Ding machen, und es wäre schade, wenn es dich davon abhalten würde, DEIN Ding zu machen.

    Neuer Benutzername; vorher "Yorick"

    "In den Sternbildern kommt derart viel poetische Kraft und Phantasie zum Vorschein, dass einem dies fast wieder den Glauben an das Schöne und Gute des Menschen zurückgibt."

    (Raoul Schrott: "Atlas der Sternenbilder und Schöpfungsmythen der Menschheit"; 2024)

  • Astrofotografen, die sich mühsam teilweise über Jahrzehnte Kompetenzen aneignen, um schöne Astrobilder zu machen, bei den Smarties kein gutes Gefühl in Bezug auf die Schöpfungshöhe der so entstandenen Bilder haben.

    Ich denke, sowas wird es immer geben, in allen Bereichen. Astrofotografen hatten bestimmt damals beim Wechsel von Photoplatte auf CCD auch kein gutes Gefühl.

    Psychologisch ist da ja auch erklärbar: ich habe viel Zeit und Geld und Herzblut investiert und jetzt kommt jemand um die Ecke, der macht es mit neuer Technik mit der Hälfte des

    Aufwandes (und eventuell sogar besser). Aber das ist gar nicht der Punkt. Ich persönlich sehe die "Schöpfungstiefe" eines Bildes nicht durch den fehlenden Verkabelungsaufwand geschmälert - aber das

    ist auch nur meine Meinung.


    Der Punkt ist das Generative in den Bildern - Dinge, die nicht in dem von mir eingefangenen Signal enthalten sind werden hinzugefügt.

    Da sehe ich die rote Linie. Gleiches gilt für Musik. Bei beiden fehlt mir das Herzblut - das sieht bzw. hört man i.d. Regel auch.


    Gruß, Jochen


    PS: ich wollte diesen Thread nicht in pro/contra Smartie abgleiten lassen, das wurde schon oft diskutiert und ist hier sicher OT.

    Ich wollte nur mal erwähnt haben, dass m.E. Smarties nichts mit generativer KI zu tun haben.

  • Ich denke, sowas wird es immer geben, in allen Bereichen.

    Ja genau so ist es nämlich.


    911er wassergekühlt? Niemals! 911er mit Automatik? Pah! 911er mit elektronischer Servolenkung? Der Untergang! 911er mit Turbo? Jetzt ist aber Schluss! Und nun letztendlich der 911er als Hybrid? Meine Güte!


    Und der 911er fährt... und fährt... und fährt...

    Und man kann Walter Röhrl heißen, der Bolide mit PDK schaltet einfach schneller als der handgerissene Wagen.


    Ist schon ein sehr sehr komplexes Thema hier und Überblendungen in andere Bereiche, auch mit Pro und Contra, sind quasi nicht zu vermeiden.

    Der ganze KI Kram wird irgendwann sowieso so gut sein, dass er auch von geschulten Menschen tatsächlich nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sein wird. Und was machen wir dann am besten? Wie wäre es, das Smartphone mal neben das Smartteleskop zu legen, beides auf die Smartwaschmaschine zu stellen und das Smarthome mal zu verlassen, zu einem Dorffest bspw.?

  • Hallo,

    ich denke, es ist schon viel gesagt und wir sind uns auch wohl alle einig.

    Ich würde aber gerne nochmal einen großen Schritt zurückgehen und zwar bis zur Erfindung der Fotografie. "Wie geil war das denn?" Plötzlich brauchte man keinen Maler mehr, um ein Porträt zu erstellen oder sein Haus abzubilden. Ein Knopfdruck (und ein bisschen Drumherum) und alles war da und zwar nicht subjektiv (durch die Augen eines Malers), sondern genau so, wie es wirklich war. Der Siegeszug der Fotografie war nicht aufzuhalten, und zwar gerade wegen dieser ihr innewohnenden Realitätsabbildung. Ein Foto war ein Dokument! Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Passbilder, die zeigen, wie wir "wirklich" aussehen, sind eine direkte Folge davon, genauso wie der Bildjournalismus (so sieht es wirklich in xy aus), genauso wie Blitzerfotos (du warst an diesem Tag zu diesem Zeitpunkt genau da) oder auch Fotografie als Nachweis von etwas im wissenschaftlichen Sinne. Ja, ein Pferd berührt im Galopp für kurze Zeit mit keinem Huf den Boden, das konnte dokumentiert werden mithilfe der Fotografie. Und weil der Fotografie diese Echtheit zugesprochen wurde, hat die Werbung sie entdeckt und für sich genutzt.

    Wir hier mit unseren Astrofotos stehen (oder standen) auf der wissenschaftlichen/dokumentarischen Seite. Das Teleskop vergrößert unsere Augen und was wir dann sehen könnten, wenn wir die Zeit aufaddieren könnten, ist unser Astrofoto. Das ist aber nicht die Galaxie, das ist nur ein Bild der Galaxie in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren. Hört sich trivial an, aber wir gehen automatisch davon aus (siehe Passbild), dass Wirklichkeit (muss auch erst einmal definiert werden) und Foto irgendwie schon übereinstimmen.

    Mit der Erfindung der Digitalfotografie wurde der Fotografie als Dokument schon ein herber Schlag versetzt. Zu einfach konnte man Inhalte manipulieren. Jetzt, mit der generativen "Fotografie", ist der Damm gebrochen. Jetzt glaube ich nicht einmal mehr einem Katzenvideo, kann ja alles gefaked sein. Viele Bilder in normalen Beiträgen werden heute generiert, das ist preiswert und trifft den Inhalt gut, so gut ich es eben will. Das alles führt dazu, dass die Glaubwürdigkeit der Bilder gegen "0" geht. Die Fotografie im klassischen Sinne, als Dokument, ist bereits Vergangenheit.

    Wir hier leben noch den alten Traum und halten hoch, was noch zu retten ist. Wir zeigen mit dem Finger auf die "Bösen", die "unechte Bilder" machen. Wir wissen aber auch, dass Werbung "unechte Bilder" zeigt, und sie funktioniert anscheinend doch, und wir heulen trotzdem bei Filmen, obwohl wir wissen, dass das Schauspieler sind.

    Die Grenze zum Dokument ist fließend und fängt tatsächlich auch schon mit einem Weißabgleich an. Wer will schon matschig-braune Marsbilder sehen? Das wäre die "Wirklichkeit" nach unserem irdischen Verständnis, aber wir machen einen "marsianischen" Weißabgleich, weil das unserer Vorstellung einfach mehr entspricht. Alles, was danach kommt, mit klein- und rundgerechneten Sternen, ein paar etwas helleren Pixeln, die zu einem weichen, zarten Nebel werden etc. – das alles verliert an Glaubwürdigkeit, weil die Fotografie um uns herum an Glaubwürdigkeit verloren hat.

    Hinzu kommt, dass wir in einer unglaublich visuellen Welt leben. Die Qualität eines Urlaubs misst sich oft an der Qualität der entstandenen Bilder. Eine Hochzeit wird in Bildern geplant, weil man ja auch nur (bis auf wenige Ausnahmen) Bilder von Hochzeiten gesehen hat. (incl. Hollywood-Filme). Der Wunsch nach einem Smartteleskop ist der Wunsch nach Bildern! Und hier schließt sich der Kreis in der Astrofotografie. Hier können oder wollen viele nicht mehr Fotografie als Dokument sehen, nach dem Motto "Ach, ist ja interessant, diese Galaxie hat da noch ein Ärmchen", sondern es geht darum: "Ach, so eine geile Galaxie will ich auch haben.“

    Für mich (als ehemaligen Bildjournalisten) ist das Kapitel zu Ende, beruflich und auch astronomisch. Ich schau ein bisschen wehmütig zurück, 20 Jahre lang praktisch täglich APOD geschaut oder hier die Deep-Sky-Bildergalerie. Jetzt -- und ich mache niemandem einen Vorwurf, obwohl sich sicher manche angegriffen fühlen -- es interessiert mich nicht mehr. Astrofotografie betreibe ich trotzdem noch (besser wieder), quasi nostalgisch, als Dokument.

    VG ralf

  • Es wurde schon fast alles geschrieben, nur noch nicht von jedem. Ich fasse das für mich mal so zusammen:

    Farben und Helligkeiten, darum geht es ja grundsätzlich bei nahezu jeder Aufnahme sind immer Interpretationen. Ich mache von einem Nebel bei der Verarbeitung locker fünf Varianten, jede sieht anders aus. Wären bei 100 Usern schon 500 Varianten vom gleichen Bild. Das finde ich aber legitim, denn die Diskussion welche Farbe und Helligkeit denn nun wirklich "wahr" oder "echt" ist, ist müßig, denn einen absoluten Maßstab haben wir da nicht. Allen gemein ist aber, dass wir nur tatsächliche Informationen aus dem gemachten Bild herausholen und zeigen.


    Aber KI fügt Eigenschaften und Einzelheiten dem Bild zu, die im Rohbild gar nicht vorhanden sind. Da ist bei vielen, wie auch mir die Grenze. Bekomme ich mal eine Wertschätzung für ein Bild, welches ich zeige, dann sehe ich das mehr für meinen Arbeitsweg von der Aufnahme bis zum Ergebnis. Allein für ein "schönes Bild" brauche ich das eher nicht. Sonst kann ich mir auch gleich ein gelungenes Bild aus dem Netz klauen, ein wenig verändern, dass es nicht gleich jeder merkt und es als "meines" ausgeben. Im Netz suche auch ich Bestätigung und Anerkennung, aber eher für mein Interesse, meine Eindrücke und Erfahrungen. Aber nicht dafür, ein "toller Typ" zu sein und man mich als Person "toll" findet, wo mich in der Anonymität des Netzes doch gar keiner kennt.


    Manchen Leuten fällt das aber schwer zu unterscheiden und suchen nach Mitteln und Wegen, als Person anerkannt zu werden. Das macht gerade in Foren die meisten Probleme aus, auf unterschiedlicher Weise. Ich wertschätze die Leistungen aller hier, ein ansprechendes Bild oder den Versuch dahin zu machen, oder eine visuelle Beobachtung mitzuteilen. Das sind eigene Leistungen. Ein Smartiebild ist schon weniger eine eigene Leistung, aber wer sich dann die Mühe macht, die Rohbilder mal richtig duchzukneten erbringt dann auch hier eine eigene Leistung. Nur wer dann mit Fremdleistungen beeindrucken möchte...naja, ist für mich nicht mehr interessant.


    KI-Fakes gibt es leider schon immer mehr, KI ist ein Segen und Fluch zugleich. Selbst Elon Musk musste das kürzlich eingestehen, dass man ja aufpassen solle, dass KI den Menschen nicht als überflüssig erkennt. Werden wir Herr oder Sklave der KI? (Rhetorische Frage).


    So nun habe ich schon wieder viel zu viel geschrieben, sorry, wollte ich gar nicht...

  • Hallo in die Runde!

    Ich bekenne mich schuldig. Oder auch nicht. Denn ich betreibe auch Astrofotografie. Und nach über 60 Jahren, von der Fotografie auf selbst hergestellten Emulsionen auf Grasplatten und Papier in selbst gebauten "Kameras" über  klassische Geräte, Teleskope und Kameras, bis zu den Smarties. Leider bin ich inzwischen so alt geworden, daß ich nicht mehr stundenlang aufbauen, verkabeln, und in der Kälte sitzen oder stehen möchte. Da sind mir die Seestars gerade noch rechtzeitig gekommen, um Bilder zu erzeugen, für die ich früher noch den ganzen Aufwand trieb. Und diese Bilder aus den Smarties zeigen mehr Details als mir mit klassischen Geräten einst möglich waren.

    Mein Hobby habe ich zu meinem Beruf gemacht und bin im entferntesten Sinn Fotograf geworden. Für eine Tageszeitung. Seit einigen Jahren bin ich Rentner, auch ein toller Beruf, wenn nicht die Kündigung daraus so unerfreulich wäre - könnte man meinen...

    Aber zurück zum Thema und meiner Schuldeinräumung.

    Ich verändere auch eigene Astrofotos nach meinen Vorstellungen und Empfindungen. Einige dieser Bilder habe ich auch hier schon vorgestellt als "DEproduktionen". (DE= meine Namens-Iniziale)

    Allerdings gebe ich diese Bilder nicht als Astrofotos aus sondern eben als DEproduktionen.

    Beispiel:

    6269-der-brief1-jpg

    Der Brief 1

    Hier sind dem klassisch hergestellten Astrofoto Details zugefügt, die der sogenannten Realität nicht unbedingt entsprechen. Aber wo andere Astronomen einen Kleiderbügel am Himmel sehen, sehe ich eine Buchstabensuppe aus unbekannten Schriftzeichen. Einer Sprache die duch Zeit und Raum einwirkt und die die Verbindung über kosmische Entfernungen herstellt.
    Das Bild entstand zu einer Zeit, gar nicht so lange her, als KI noch Rechenleistung hieß, was sie ja bis heute immernoch nur ist.

    Und da will ich einen Punkt machen: Wie bei jeder Leistung oder Kraft - Es kommt darauf an, wofür und mit welcher Absicht man sie einsetzt. Nicht nur Wissen ist Macht, auch Unwissen hat Macht.

    Grüße

    Dietrich




  • Es wurde hier von vielen ein weiter Bogen gespannt und manche bedauern den Fluch der neuen Zeit und sind kurz vor der Hobbyaufgabe, weil das jetzt durch KI alles doch wertlos würde.


    Ich gehöre sicher zu den sehr Alten hier im Forum und bin sehr spät zur Astrofotographie gekommen und bin aber in keiner Weise frustriert durch die neuen Möglichkeiten und auch nicht durch die Smart-Teleskope, die alles scheinbar so einfach machen, wodurch es quasi alles wertlos wird. Das finde ich nicht. Ich finde was z.B. Heiko, Jochen und die vielen Anderen hier mit Seestar&Co machen (können) ist aller Ehren wert und schlicht Klasse!


    KI wird man durch Wehklagen nicht aufhalten können. Ki in Astrobildern wird sicher auch in Astrotreff zunehmend ein Thema werden und da wünsche ich mir klare Regeln, wie man damit umgehen will.

    Für mich wäre eine eindeutige Kennzeichnungspflicht das Wesentliche. Wenn hier jemand seine Bilder mit KI aufhübschen will, um andere zu übertreffen oder mithalten zu können, so ist das primär für mich bedauerlich. Aber wenn das klar gekennzeichnet ist, kann ich damit leben, würde selbst aber nie auf die Idee kommen, sowas machen zu wollen. Dazu schätze ich viel zu sehr die Arbeit von den wirklich großen Meistern hier im Astrotreff und anderswo. Die Namen kennt ja jeder, der sich mit guten Astrobildern beschäftigt (ob sie z.B. Frank, Daniel, Sera... oder Peter_.. heißen).


    Trickserein und Schummeleinen sollten aber klar durch Regeln unterbunden werden. Dazu gehört für mich - ich erwähne das hier seit Jahren immer wieder- eine komplette Dokumentation zu den hochgeladenen Bildern: wer hat wie? mit welcher Technik?, wo, wann, wielange und was fotographiert. Viele appellieren periodisch immer wieder an diese Vorgabe, viele halten sich aber hartnäckig nicht dran, und passieren tut von seiten der Forenmeisteraufsicht absolut nichts.


    Mats hat hier Richtlinien aus seiner Sicht vorgestellt. Ob das nun wirklich praxistauglich ist, sei dahingestellt. Das darf auch nicht in nostalgischen Purismus umkippen. Pixinsight und die Russell Croman tools hier verdammen zu wollen, halte ich für grundweg albern und unsinnig. Darum kann es doch nicht gehen, denn sonst müsste man letztlich nur noch das eigene Auge als angeblich objektiven primären Sensor zulassen dürfen.


    Mein Antrieb ist und bleibt, "mein" Bild einer Galaxie oder eines Nebelgebietes mit meiner Hard- und Software so realitätsnah, aber auch fehlerkorrigiert darstellen zu können, so gut ich es eben kann. Wenn es mit den Bildern Anderer mithalten kann: gut. Wenn nicht: auch gut. Aber dann lerne ich draus und freue mich daran zu ergründen, wo Verbesserungsmöglichkeiten wären und ob ich das mit meinen Möglichkeiten erreichen kann und auch will. Ein Interesse, mich oder andere "bescheißen" zu wollen, habe ich in keinster Weise, denn das wäre für mich absolut sinn- weil wertlos.


    CS Peter







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    EQ6-R Pro in Gartensternwarte;TsOptics Photon 10'' f4 (254/1016 mm), Skywatcher Quattro 8'' f4 (200/800mm), GSO 6'' Newton (150/600 mm), RC GSO 8'' Ritchey Chretien (203/1624 mm), William Megrez Triple Apo 80/480 mm; :Canon 6Da, Zwo ASI 1600 MM Pro, Touptek 2600kpm, ZWO EFW 7*2'' mit Baader 2'' CCD LRGB Ha,OIII;SII,  ZwoOAG mit ZwoASI 220mini; www.astro-besitz.de

    Edited 6 times, last by PeterBez ().

  • Früher machte man Bilder, um Eindrücke festzuhalten,heute dagegen, um Eindruck zu machen.

    Mit KI "betrügen" macht aber keinen Eindruck.

    Andererseits könnte man sich auch mal selbst fragen, warum man gleich mit Sternchen und Pokalen um sich wirft, hat man vielleicht nur auf den spontanen visuellen Effekt reagiert, ohne sich mit dem Bildinhalt im Detail auseinanderzusetzen, hat man es dann nicht besser verdient ? Im Moment zumindest erkennt man den Einsatz der generativen KI doch noch relativ schnell, so dass ich von Regeln noch nicht viel halte. Der Trend zur künstlerischen Darstellung bei wissenschaftlichen Dokumentationen nervt mich viel mehr, und das seit Jahren. Kommt irgendein Bericht über den x-ten Exoplaneten in (vielleicht) habitabler Zone, werden Bilder mit wildromantischen Landschaften a la Caspar David Friedrich durch die Medien gejagt. Und im Forum wird immer mehr KI zitiert, und unbewusst als Referenz betrachtet (siehe z.B. den USB2 Faden). Das lustige ist, dass die KI bei Angabe um Referenzen dann tatsächlich mit Formulierungen daherkommt, wie : " In Foren wird davon ausgegangen, dass..."

    Solange alle gängigen KI Modelle noch fröhlich vor sich hin halluzinieren, kann man auch einen x-beliebigen Betrunkenen mit anderthalb Promille um Rat fragen.

    Zurück zum Thema: wenn man die Infos zur Bildentstehung richtig dazuschreibt wie von Peter gerade eben gefordert, brauchts keine weiteren Leitplanken, und wem der Einsatz der generativen KI nicht gefällt, kann das ja am Bild kommentieren und gut ist.


    Viele Grüße, Norbert

  • Na gut.

    Es ist Hobby.

    Natürlich können sich alle in der Weise mit Astronomie beschäftigen die sie glücklich macht.


    Wie aber schon mehrfach erwähnt ist der Ansatz hier doch vorrangig der Wissenschaftliche.

    Dazu gehört natürlich eine klare Dokumentation der Aufnahmetechnik, Instrumentarium, Brennweiten, Filter, Integrationszeiten, Methoden der Bearbeitung etc.

    Gerne auch Angaben zu Seeing, Wetter etc.

    Ich bemühe mich, alle relevanten Daten zu den von mir veröffentlichten Bildern offen zu legen. Sie finden sich immer direkt bei den Bildern.

    Ich sehe vor allem die Sonnen- und Planetenbilder als Dokumentation der aktuell realen Situation.

    An die Bearbeitung lasse ich keine KI, ich mache das händisch.

    Macht MIR mehr Spaß und vor allem weiß ich, daß ich alles mir mögliche getan habe um Artefakte zu vermeiden.

    Ja, ich habe da einen amateurwissenschaftlichen Anspruch.

    Ich bin übrigens kein starr retrograd ausgerichteter Smartscope-Hasser. Ich kann mir so ein Gerät bei mir selbst durchaus vorstellen. Allerdings nicht um damit bunte Deep Sky Bilder zu machen sondern um z.b. die Überwachung Variabler bequemer und zeitsparender zu gestalten. Überall dort, wo ich gerne möglichst lückenlos Daten sammeln möchte.

    Sehr gerne auch für didaktische Zwecke.

    Für alles andere aber - hätte ich das Gefühl, mir einen Berg aus eigener Kraft erwandern zu wollen und dann doch die Seilbahn auf halbe Höhe zu nehmen. Es ist einfach nicht meins.

    Ich will den vollen Weg gehen und dazu gehört für mich, selbst am Teleskop zu stehen und aufzunehmen.

    Das macht mich glücklich - andere sollen gerne nach ihren Wünschen glücklich werden


    Die Angabe aller relavanten Aufnahmedaten würde allerdings wirklich helfen, Bilder einschätzen zu können.

    Für mich ist es sehr hilfreich wenn ich meine Bilder mit denen anderer hier vergleichen möchte um meine eigenen Ergebnisse zu überprüfen und um zu sehen was ich noch verbessern kann.


    Ich gebe zu, von Deep Sky Fotografie nicht genug zu verstehen, von daher war ich von M51 beeindruckt und habe Sternchen gegeben. ICH habe keine Ahnung was Smarties heute schon alles können.

    Ich werde künftig zurückhaltender sein und nur noch bewerten wovon ich auch genug verstehe.

  • Hallo Martin,


    ich bin fast in allen Punkten bei dir. Aber...


    ...

    Wie aber schon mehrfach erwähnt ist der Ansatz hier doch vorrangig der Wissenschaftliche.

    ...

    ...von wissenschaftlichen Ansätzen für die Bildbearbeitung sind wir hier meilenweit entfernt und das ist sicher auch nicht das Ziel dieser Website, nicht im Interesse und weit jenseits der Möglichkeiten von 99.9% der Mitglieder. ;) :saint:

    Viele Grüße

    Peter

  • Ich bitte um Pardon . . .


    "amateurwissenschaftlich" in dem Sinne, daß die Bearbeitung das real existente Signal betrifft, in der Bemühung nur real existentes darzustellen, die Aufnahmedaten reproduzierbar zu publizieren und gerne auch den Bearbeitungsweg offen zu legen.


    "Public Science", mit Amateurmitteln möglichst wissenschaftlich-methodisch vorgehen.

    Klaren Himmel, CS und viele Grüße von


    Martin



    GRENZENLOSES  STAUNEN  !!

    Edited once, last by Pegasus-09: Etwas "über's Ziel hinaus" und thematisch nicht ganz zum Thread passende Statements. ().

  • Hallo ChatGPT:

    "Kannst du mir ein Bild von Messier 51 erstellen? Es soll sehr echt aussehen, wie mit einem kleinen Teleskop gemacht, gerne auch mit kleinen Störungen wie Rauschen und Satellitenspuren, aber bitte nicht zu viel."


    Beim ersten Bild ist ChatGPT irgendwie abgestürzt. Am Ende wurde es aber doch angezeigt. Danach noch zwei Versuche.

    Ich kann diese Bilder nicht auf Anhieb von echten unterscheiden.

    Viele Grüße

    ralf

  • Ich kann diese Bilder nicht auf Anhieb von echten unterscheiden.

    Um so einen Bildvergleich besser bewerkstelligen zu können, habe ich mal versucht das zweite ChatGPT-Bild aus der Dreierserie mit einem eigenen Bild aus grauer Vorzeit vor 15 Jahren via PixInsight/StarAlignment zu synchronisieren. Die Betonung liegt auf "versucht", denn das war überhaupt nicht zu schaffen. Ich habe dann die Bilder mehr recht als schlecht "händisch" soweit in Übereinstimmung gebracht, dass eine Animation zum Vergleich möglich wurde. Beim Betrachten der Animation wird sofort klar, warum eine Registrierung der Bilder nicht gelingen wollte: Anzahl, Helligkeit und Position der Sterne sind derart unterschiedlich, da musste die Software passen.



    Man sieht auch, dass die Galaxie im KI-Bild reichlich verformt erscheint gegenüber dem "Echt"-Bild. Da hat die schlaue KI wohl versucht, dem menschlichen Streben nach der Idealform entgegenzukommen - oder so. Jedenfalls die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist offensichtlich.


    Grüße, Rolf

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