Generative KI in Bildbearbeitung beim Astrotreff ?

  • Mir geht es um die Grenze zu Methoden, die wie BXT eben eine nachvollziehbare mathematische Funktion erfüllen. Ich war bei BXT auch am Anfang skeptisch, aber wenn man die Regler nicht bis zum Anschlag aufdreht, wird da auch nichts dazu erfunden. Das ist der Unterschied zur generativen KI.


    Ich unterstelle nicht einmal Absicht in den meisten Fällen, aber manche Softwaresuite könnte für das Nutzererlebnis unbemerkt die Grenze leicht überschreiten.


    Im Astrotreff, wo so viele gute Astrofotografen zusammenwirken und Dinge weiterentwickeln, wären solche Bilder Gift und würden das Miteinander schnell untergraben.

    • Official Post

    Hallo zusammen


    von meiner Seite hier mal ein vorläufiges Statement zur Sache:


    Sobald KI Sterne, Strukturen, Details oder Bildbereiche generativ „verschönert“, muss es im Astrotreff klar als Kunst gekennzeichnet werden.


    Dass heisst, alle Bilder, bei denen KI Bildinhalte erzeugt, ergänzt, weglässt, ersetzt, erweitert oder aus gelernten Mustern „plausibel rekonstruiert“, die nicht nachweisbar aus den eigenen aufgenommenen Daten stammen, werden (da man über Kunst nicht streiten kann) als Kunst bezeichnet.


    Dazu zählen insbesondere Prompt- und Image-to-Image-Bearbeitungen mit Copilot/Bing Image Creator/Azure OpenAI ImageGen, DALL·E, Midjourney, Stable Diffusion, Adobe Firefly/Generative Fill/Generative Expand sowie jede Bearbeitung, die zusätzliche Sterne, Nebelfilamente, Galaxienarme, Staubbänder, Planetendetails, Hintergrundgalaxien oder ähnliche Strukturen erzeugt.


    Nicht entscheidend ist, ob das Ergebnis schön aussieht oder platesolvebar bleibt, sondern ob der sichtbare Bildinhalt noch überprüfbar aus Belichtungszeit, Optik, Sensor und klassischer Bearbeitung ableitbar, also reproduzierbar ist.


    KI-Werkzeuge zur dokumentierten Signalpflege wie Entrauschen, Schärfen, Gradientenentfernung oder Satellitenspurenentfernung können weiterhin als Bildbearbeitung gelten, solange sie keine neuen astronomischen Strukturen erfinden; sobald aber generative Ergänzung oder motivische Umgestaltung ins Spiel kommt, ist es kein Astrofoto mehr, sondern astronomisch inspirierte Kunst.


    Wir empfehlen, solche Bilder unter

    Astronomie und Künstliche Intelligenz

    abzulegen.


    In der Galerie sind sie in diese Kategorie einzuordnen

    https://www.astrotreff.de/gallery/index.php?category-image-list/203-ki-bearbeitungsergebnisse/


    Dort können sowohl ihr Erstellprozess als auch (falls vorhanden) gestalterische oder künstlerische Aspekte diskutiert werden.


    lg matss

  • Guten Abend Zusammen


    Ich gebe mal mein Senf dazu:


    Kalibrierung: Jede Messung und jedes Messinstrument wird Kalibriert. Eine korrekte Kalibration verfälscht logischerweise die Messung nicht, sondern korrigiert Fehlerquellen aus. Die Fragestellung hier ist eher: Will ich die Fehlerquellen korrigieren oder nicht? Will ich die Sternfarben so darstellen wie sie in Realität sind, oder so wie durch Fehler in der Atmosphäre, in der Optik, im Chip etc. auf dem Rechner landen.


    Zur KI: Für mich gibt es einen gewaltigen Unterschied ob ich ein LLM etwas generieren lasse, oder ob ich ein für genau diesen Zweck trainiertes CNN einsetze. Nehmen wir BlurX: im Grunde genommen ist es eine Deconvolution die KI gestützt appliziert wird. Theoretisch kann man händisch die gleichen Ergebnisse erziehlen, aber halt mit deutlich mehr Aufwand. Die Risiken von Artefakten sind dabei auch gleich hoch. Eine nicht gut angewendete Deconvolution kann Artefakte verursachen, das liegt in der Natur der Sache und hat mit der KI nichts zu tun. Dagegen ist ein LLM erstenst halt überhaupt nicht darauf trainiert, was dabei rauskommt ist unberechenbar und nicht reproduzierbar, alleine deshalb auch für den User sehr frustrierend.


    KI ist nicht KI - ein Hammer und ein Schraubendreher sind auch beides Werkzeuge, aber nicht das selbe - eine eingehämmerte Schraube hält in der Regel besser als der eingeschraubte Nagel ;)


    Ich denke generierte Bilder werden hier nicht gross Einzug erhalten. 1.) Weil das generieren wohl langfristig keinen Spass macht, 2.) die entsprechenden Diskussionen und unbequemen Fragen auch keinen Spass machen und 3.) weil es hier auch nichts bringt ausser vielleicht ein paar Sternchen...


    CS, Serphin

  • Sobald KI Sterne, Strukturen, Details oder Bildbereiche generativ „verschönert“, muss es im Astrotreff klar als Kunst gekennzeichnet werden.


    Dass heisst, alle Bilder, bei denen KI Bildinhalte erzeugt, ergänzt, weglässt, ersetzt, erweitert oder aus gelernten Mustern „plausibel rekonstruiert“, die nicht nachweisbar aus den eigenen aufgenommenen Daten stammen, werden (da man über Kunst nicht streiten kann) als Kunst bezeichnet.

    Danke, Mats, das wollte ich hören: BlurXterminator ist also Kunst, da hier Sternformen verändert werden: aus Ellipsen, Strichen, unregelmäßigen Formen werden Punke.

    Es werden neue Punkte erzeugt (generiert) und die anderen Formen entfernt. Bildinhalte werden also ersetzt.

    Ich hoffe, die Kollegen halten sich an Deine Anweisungen. :)

    viele Grüße

    Andreas


    P.S. bei der Farbkalibrierung werden übrigens auch sämtliche Bildpixel ersetzt: z.B. wird ein grünlicher Nebelpixel nun durch einen türkisen Nebelpixel ersetzt. ^^

  • Nabend

    Danke, Mats, das wollte ich hören: BluXterminator ist also Kunst, da hier Sternformen verändert werden: aus Ellipsen, Strichen, unregelmäßige Formen werden Punke.


    KI-Werkzeuge zur dokumentierten Signalpflege wie Entrauschen, Schärfen, Gradientenentfernung oder Satellitenspurenentfernung können weiterhin als Bildbearbeitung gelten

    Deconvolution = Schärfen = Bildbearbeitung. Diese Art KI ist nicht generativ. Ich denke darauf können wir uns einigen, ansonsten müsste man das händische Schärfen ja auch mit reinnehmen..

  • Ich denke generierte Bilder werden hier nicht gross Einzug erhalten. 1.) Weil das generieren wohl langfristig keinen Spass macht, 2.) die entsprechenden Diskussionen und unbequemen Fragen auch keinen Spass machen und 3.) weil es hier auch nichts bringt ausser vielleicht ein paar Sternchen...


    CS, Serphin

    Dem widerspreche ich: Es wird Leute im Forum geben, die aus Faulheit, falschen Ehrgeiz und Selbstdarstellungssucht KI generierte Bilder hier einstellen werden. Erst sind es wenige, dann immer mehr und dann sind diese Pixelhaufen Alltag. Zur Info: Ich wäre auf das M51 Bild auch hereingefallen, weil ich von Photographie soviel Ahnung habe wie andere vom Sockenstopfen. Mein Vorschlag ist hier, daß Hobbyastronomen wie Stathis, Aludobson, uvam., die KI vermeiden wollen, eine Anti-KI Trophäe im Profil erhalten.

  • BluXterminator ist also Kunst

    Ne, ganz so einfach ist es dann auch nicht.


    Vor BlurX war mein Workflow so:


    - Sterne


    Sterne vom Objekt trennen

    Custom PSF erstellen

    Starmask erstellen und invers über das Sternbild legen

    Morphological Transform und damit die Sterne zurückdrängen und umformen


    - Nebel


    Local Histogramm Equal plus Dark Structure Enhance wenn benötigt

    8 Layer HDR Multiscale Transform

    Deconvolution ohne Deringing mit 5 Iterationen und 3 fach Wavelets, ohne PSF



    All diese Dinge macht BlurX halt in einem einzigen Arbeitsschritt. Ich könnte es auch manuell ;)

    Mache es eit BlurX aber nicht mehr.

  • Hallo, Seraphin,


    von Schärfen habe ich hier gar nicht gesprochen. Es geht darum, dass aus Ellipsen, Strichen, unregelmäßigen Sternformen kleine runde Sterne gemacht werden. Das habe ich hier vielfach mit Beispielen von BlurX bei Kollegen gesehen.

    viele Grüße

    Andreas

  • Hi Quetn0

    Es wird Leute im Forum geben, die aus Faulheit, falschen Ehrgeiz und Selbstdarstellungssucht KI generierte Bilder hier einstellen werden. Erst sind es wenige, dann immer mehr und dann sind diese Pixelhaufen Alltag. Zur Info: Ich wäre auf das M51 Bild auch hereingefallen, weil ich von Photographie soviel Ahnung haben, wie andere vom Sockenstopfen.

    Vermutlich hast du Recht, es könnte mehr werden. Ich denke aber dass, jedenfalls aktuell, die Fehlerrate bei generierten Bildern noch so gross ist, dass der gegenwind jede Selbstdarstellungssucht zu nichte macht, weil man ertappt wird. Ist das generierte Bild realistisch, wird es halt auch kein Blumentopf gewinnen, weil dann ist es eines von ganz vielen. Auch das befriedigt die Selbstdarstellungssucht kaum. Aber ja, die KI wird besser, die Unterscheidung schwieriger..

  • Hi Andreas

    Es geht darum, dass aus Ellipsen, Strichen, unregelmäßigen Sternformen kleine runde Sterne gemacht werden.

    Genau das kann klassische Dekonvolution leisten und genau so kann das eben auch BlurX. Der Aufwand ist hier der Unterschied und nicht die Technik.


    CS Seraphin

  • Andreas, wie so oft schreibst du über Methoden, die du nicht kennst und offenbar auch nicht verstehst oder verstehen willst. Was eine Dekonvolution ist, weißt du aber eigentlich schon, oder? Eine seriöse Farbkalibrierung beseitigt Fehlfarben und hat eine ähnliche Funktion wie ein Weißabgleich in der konventionellen Fotografie, wie man dir oben schon erklärte. Vielleicht erklärst du mal, wie du bei den Bildern deiner nicht für die Astrofotografie konzipierten DSLR das "Übergewicht" der grünen Pixel und die Fehlfarben der schon so oft von dir beklagten Lichtverschmutzung in Ordnung bringst. Ich bin schon gespannt, wie du das machst, ohne alle Pixel zu "ersetzen".

    CS Peter

  • Hallo Nochmals, habe dein Edit erst jetzt gerade gesehen:

    P.S. bei der Farbkalibrierung werden übrigens auch sämtliche Bildpixel ersetzt:

    Das ist sehr Plump und technisch sehr vereinfacht beschrieben. Wenn schon dann wird der Farbwert der Pixel linear Skaliert. Dieser "Offset" wird unter Berücksichtigung der Sensorkurven sowie Filterkurven berechnet.

    Du arbeitest mit einer DSLR - nur so nebenbei, die Farbwiedergabe deiner Kamera ist nicht absolut und real. Die Farbwiedergabe wird beim demosaicing interpoliert. Danach kommt eine Farbkorrektur (CCM). Hier wird, genau wie bei der SPCC ein berechneter Offset angewendet, der dann jeden Pixelwert ersetzt (Kameragrün wird auf sRGB-Grün umgerechnet). Deine Kamera macht vollautomatisch genau das was du kritisierst. Der Unterschied liegt nur darin, dass bei der SPCC die realen Spektraldaten angezogen werden und nicht ein standardisiertes grün.

    Du nimmst eine, in diesem Fall, ungenaue Farbkorrektur die abhängig von der Firmware der Kamera ist (und ja da liegen massive Unterschiede) als gegebene Realität an und lehnst die präzise und fundierte SPCC ab.


    Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass es hier nicht um Farbkalibration geht, sondern um generative KI. Wir können das gerne diskutieren, aber starte dazu doch ein eigenes Thema.


    CS, Seraphin

  • Hallo Zusammen,


    zum ursprünglichen Aspekt dieses Threads stimme ich meinen Vorrednern zu. Ich möchte keine KI generierten Bilder haben. Da das Fotografieren eines meiner Hobbys ist, lehne ich die KI im Bereich der Fotografie für mich persönlich ab.


    Viele Softwareprodukte die ich zum Bearbeiten meiner RAW Dateien einsetze bietet KI gestützte Tools. Z.B. Beim Entrauschen, oder Maskieren oder oder oder.Das ist für mich OK. Es unterstützt mich bei meiner Arbeit und macht vieles Dinge einfacher Aber sobald etwas hinzukommt das vorher nicht auf dem Foto war geht für mich gar nicht. So ist es für mich auch in der Astrofotografie.


    Ich erinnere mich noch an die Lobeshymnen, wie toll die Zoomkamera des Samsungs SXX Ultra (Ich kenne das genaue Modell nicht mehr) ist. Als Beispiel wurde von allen der Mond gepostet. Bis dann irgendwann herauskam, dass die ganzen Monddetails der auch so tollen Zoomaufnahmen durch eine KI hinzuerfunden wurde. Nachteil des ganzen es funktionierte wohl nur am Mond ;).


    Das Problem ist so alt, wie die KI Tools zur Bilderzeugung. Das Dumme ist nur, dass diese Tools immer besser werden. Ich hoffe trotzdem dass der Einfluss der KI Bildgenerierung auf unser Hobby überschau bleibt und wir weiterhin so tolle Bilder der Forenmitglieder präsentiert bekommen.


    Viele Grüße und Clear Kies

    Peter

  • ...ist doch wahr, hier geht es um generative KI und schon wieder wird ein wichtiger Thread gekapert um retrograde Ansichten zum x-ten Mal durchzukauen ;(

    pete_xl


    ich bin da voll bei Dir..! Begrüssenswert finde ich auch die vom "Cheffe" matss gesetzten Leitplanken... aber vor allem denke ich, dass sich das Problem der mit generativer KI erstellten Aufnahmen ziemlich schnell von selbst erledigen wird... wer will sich denn schon so einen Schei.. ansehen...!


    allen einen entspannten Restabend und beste Grüsse aus dem Süden, Peter

  • Ja wo bleibt dann auch der Spaß an der ganzen Sache? Das schöne ist doch die Freude an dem ganzen. Die Rohdatengewinnung, wenn das Wetter mitspielt und alles gut im "Kasten" ist.

    Dann die Bearbeitung. Viele nutzen Starx Blurx und co um sich den eh schon nicht so kleinen Aufwand zu erleichtern. Teilweise sitze ich Tage an einem Bild bis es für mich ok ist. Ich finde es immer wieder spannend das beste aus dem zu machen was man vom Himmel geholt hat. Zu vergleichen ob das was man dann gemacht hat auch im Rohstack steckt. Das ist manchmal ein schmaler Grad aber ich behaupte mal das die allermeisten hier den Bogen nicht überspannen.


    Schnöde den Stack in irgendeine KI zu schieben und dann irgendetwas zu bekommen wo man sich garantiert sicher ist das dass nie im Bild war ist doch auch sehr unbefriedigend.


    Man sollte das vielleicht auch nicht so hoch hängen? Mir fallen jetzt nicht so viele Beispiele ein. Das aktuelle jetzt und dann gab es auch mal jemanden mit einen Vespera oder so, ist aber auch schon eine ganze weile her.


    CS Nick

  • Ich finde es nicht schlecht, dass die ganz reale Gefahr dieser Entwicklung angesprochen wird.


    Kurzer Ausschweif ins Thema Speedrunning bei Videospielen. Da fragt man sich im ersten Moment auch, warum sollte jemand da schummeln wollen? Warum sollte jemand nur so tun, als würde er ein Spiel besonders schnell und gut durchspielen können? Ist das nicht unbefriedigend, diese Leistung nicht selbst erbracht zu haben?


    Bis man dann zu dem Fakt und der Erkenntnis kommt:

    In ausnahmslos jedem kompetitiven Vorgang der Menschheitsgeschichte gibt es Individuen, die schummeln. Eben so auch bei der Astrofotografie.

    Die Gründe dafür sind ausschließlich persönlicher Natur und meist unedel. Einige wurden hier schon genannt.


    Ein Mensch, der prinzipiell mit sich selbst und seinen eigenen Leistungen zufrieden ist und auch mal über sich selbst lachen kann, wird das Gedankenkonstrukt eines Schummlers niemals verstehen können, da das, was den Schummler so plagt und zu seinen Handlungen bewegt, für den nicht schummelnden Menschen unbekannte Gefühle sind.


    Ohne Wettbewerb ist das Leben langweilig. Zum Wettbewerb gehört aber auch dazu, dass man akzeptieren muss, wenn andere mal besser sind.

  • Moin Zusammen, Moin Nick,

    Man sollte das vielleicht auch nicht so hoch hängen? Mir fallen jetzt nicht so viele Beispiele ein. Das aktuelle jetzt und dann gab es auch mal jemanden mit einen Vespera oder so, ist aber auch schon eine ganze weile her.

    Vermutlich ist das noch kein Thema, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwann eins werden wird, wenn wir das nicht zeitnah in die richtigen Bahnen lenken.

    Wenn ich mir z.B. das aktuelle Photoshop angucke mit seinen "generativen Features"... ich bin mir ganz sicher, dass da irgendwann eine Astrosoftware hinter dem Busch hervorspringt,

    die genau solchen Crap einsetzt.


    Gruß, Jochen


    PS: in einigen Beiträgen klang an, dass die smarten Teleskope mit dieser Entwicklung zu tun hätten - das finde ich ein bisschen unfair den Smarties gegenüber. Ja, auch diese machen den Entstehungsprozess eines Astrobildes leichter, weil der Aufbau leichter ist und das Setup mobiler. Bei der Bildgewinnung machen die aber auch nichts anderes als ein klassisches Setup. Dank ASIAir oder NINA (und PINS !) und Co. kann man sich auch bei richtigen Teleskopen zwischendrin schlafen legen. Dieser mechanische Automatisierungsgrad ist aber weit, weit weg vom generativ erzeugten Bild. Kein Smartie erzeugt "generativ" Bilder, bei den (zu/abschaltbaren) KI-Funktionen einiger Geräte handelt es sich immer um Dekonvolution oder Denoise. Das sollte man m.E. nicht in einen Topf werfen.

  • in einigen Beiträgen klang an, dass die smarten Teleskope mit dieser Entwicklung zu tun hätten

    Das ist in der Tat so, die Geräte werden ihrer Einfachheit halber selbstverständlich für solche Zwecke missbraucht.

    Glaubst du, jemand der "geil auf die Sternchen und das Lob" ist, wird sich damit befassen, ein komplettes Rig zusammen zu stellen mit allen Tücken wie Tilt, Fokus und Arbeitsabstand etc.? Wir alle wissen doch, was das für ein Krampf ist.


    Nein, der Schummler wird ausschließlich ein fertiges Smart Teleskop dafür nutzen, aus offensichtlichen Gründen. Denn wenn er sich die Arbeit für ein klassisches Rig macht, kann er es auch gleich richtig lernen. Dies würde aber jedem Prinzip des Schummelns (wettbewerbstaugliche Ergebnisse mit minimalem Aufwand) widersprechen.


    Das ist kein Anrgiff in Richtung Smart Teleskop, sondern eine traurige Tatsachenbeschreibung.

  • Nein, der Schummler wird ausschließlich ein fertiges Smart Teleskop dafür nutzen, aus offensichtlichen Gründen. Denn wenn er sich die Arbeit für ein klassisches Rig macht, kann er es auch gleich richtig lernen. Dies würde aber jedem Prinzip des Schummelns (wettbewerbstaugliche Ergebnisse mit minimalem Aufwand) widersprechen.

    Das glaube ich nicht. Klar, ein Smartes Teleskop macht es einfacher. Ich könnte mir aber auch ein anderes Szenario vorstellen:


    Jemand schafft sich (auf Empfehlung eines Bekannten, eines Händler oder hier im Forum) ein mittelteures bis teures Setup an, weil er "geile Astrobilder" machen will.

    Er stellt dann aber fest, dass Pixinsight doch ganz schön komplex ist und scheitert am Processing. Jetzt hat er den "Invest" auf dem Hof stehen und hat immer noch kein

    vernünftiges Bild....


    Es ist daher mir zu einfach, die "Schummelei" direkt mit den Smarties zu verknüpfen, das haben diese Geräte sicher nicht verdient. ;)


    Gruß, Jochen


    PS... a little OT... beim VdS gibt es jetzt eine eigene Fachgruppe für Smarties - ich glaube, dass das ein Zeichen dafür ist, das die Dinger "angekommen" sind.

  • Hmm stimmt, es wäre nicht das erste Mal...


    "Schweren Herzens trenne ich mich von meinem kaum genutzten Komplettsetup für Astrofotografie."


    Wie man es auch dreht und wendet, eine Pest bleibt dasProblem trotzdem!

  • Naja, so sehr würde ich auch nicht auf die Smarties schimpfen.


    Habe 2012 mit einem Kumpel gemeinsam mit der Astrofotographie angefangen, dann hat er 2017 Nachwuchs bekommen, hat sein Teleskop verständlicher weise eingemottet und alleine auf dem Berg zu stehen (mit der damaligen Technik) war schon ermüdend. Also, ist bei mir das Hobby auch eingeschlafen.


    2024 habe ich dann beruflich das erste mal mit „Smarten“ Lösungen zu tun gehabt und habe mir gedacht, hey sowas gibt es doch auch bestimmt für Teleskope. Die ganz Entwicklung mit ZWO ASIAir ist bis dahin komplett an mir vorbei geschlittert. Also habe ich mir mit neuer Begeisterung eine Vespera classic gekauft und habe innerhalb von einem Jahr 36 Bilder geschossen - mit meinem 2012er Setup unmöglich!


    Aber dabei blieb es nicht. Der Hunger war geweckt - mehr als in 2012! Die erste Variante war Vespera + 20“ Dobson = Fotos und Beobachtung :*

    Aber die Fotographie lies mich nicht los. Also folgte ein RC auf einer AM5N und StellaVita +++++++ Zubehör.


    Wer weiß, ob ich so noch mal ins Hobby gekommen wäre.


    … war nicht meine erste Abstinenz - mit 18 hat mit ein Quelle- Kaufhaus- Teleskop das Hobby versaut :P



    Also meiner Meinung nach hängt die ganze Sache mit der Grundeinstellung der Nutzer zusammen. Die junge Generation, die jetzt mit KI aufwächst wird das vielleicht anders sehen, kann man aber auch nicht pauschal sagen.


    Wir waren auf der Sternenwarte Kraichtal und haben (auch über Smarties und „normale“ EAA) den Leuten den Sternenhimmel gezeigt. Daraus entwickelte sich eine Diskussion zwischen einem Vater und seinem Sohn welches Teleskop man sich kaufen möchte. Der Sohnemann hat den Standpunkt vertreten, dass wenn man nicht durch ein Teleskop schaut auch gleich im Internet kucken kann, der Papa war heiß auf das Smartie - so kann es gehen



    Gruß


    Stefan

  • Hallo, Seraphin,


    von Schärfen habe ich hier gar nicht gesprochen. Es geht darum, dass aus Ellipsen, Strichen, unregelmäßigen Sternformen kleine runde Sterne gemacht werden. Das habe ich hier vielfach mit Beispielen von BlurX bei Kollegen gesehen.

    viele Grüße

    Andreas

    Na ja mit MorphologicalTransformation kriege ich die Eiersterne (mit viel Aufwand) auch raus. Außerdem kann man mit einer Kombination aus der MorphologicalTransformation, einer LUM-Maske und vielleicht noch ein wenig Schärfen mit MultiscaleLinearTransform auch kleinere Sterne produzieren, nur warum soll ich mir das antuen, wenn ich BXT habe?


    Voraussetzung bei mir bleibt aber tatsächlich, dass ich keine erfundene Veränderung meiner Daten habe



    Gruß


    Stefan

  • PS: in einigen Beiträgen klang an, dass die smarten Teleskope mit dieser Entwicklung zu tun hätten - das finde ich ein bisschen unfair den Smarties gegenüber


    ich denke dass, egal wie man das Thema diskutiert, Astrofotografen, die sich mühsam teilweise über Jahrzehnte Kompetenzen aneignen, um schöne Astrobilder zu machen, bei den Smarties kein gutes Gefühl in Bezug auf die Schöpfungshöhe der so entstandenen Bilder haben. Jetzt kann es halt jedes Kind. Es ist einfach eine Entwertung des Hobbys Astrofotografie.


    Das ist ja nicht nur da so, in der Musik ist es ja genauso. Auch was Kunst ist, wird gerade neu definiert, Auf jeden Fall soll Kunst nicht künstlich sein, was aber nur ein moralischer Anspruch derjenigen ist, die sich dadurch was weggenommen fühlen.


    Ich persönlich sehe das als Kulturwandel, der auch nicht aufzuhalten ist. Das ist schon ein bittere Pille fürs eigene Engagement.


    Es hat auch mein Umgang mit dem Hobby verändert. Wenn es klar ist, stell ich weiter ein Teleskop raus, aber die Bilder noch zu zeigen, hat schon sehr für mich an Reiz an verloren.


    VG, Micha

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!