ODM Mai 2026: Hickson 56 in UMa

  • Sorry für die kleine Verspätung, ist quasi frisch aus der Kamera Gefallen da ich sehr wenig Clear Sky hatte .

    Hier seht ihr PGC35618 und PGC 35615 . Ich finde diese Galaxien sehr schön zu betrachten. Daneben findet ihr die berühmte

    NGC 3718 = die schon mal 2017 ein ODM war.

    Ich wünsch viel spaß beim beobachten .

    Allen CS!

    MFG Dany

  • Hallo Dany,


    dieses Galaxienpaar finde ich auch sehr interessant, eine schöne Wahl !


    In einer hervorragenden Nacht im April 2021 im Mangfallgebirge habe ich das Paar in Ralph's 20-Zöller visuell genauer unter die Lupe genommen, und dabei noch besonderes Augenmerk auf die nahe, räumlich weit im Hintergrund liegende enge Galaxiengruppe Hickson 56 gelegt - auf deiner Aufnahme erkennt man sie sehr deutlich, direkt links oberhalb von NGC 3718. Ich zitiere aus meinen Aufzeichnungen:


    "... Nicht weit entfernt liegt ein helleres Galaxienpaar: Bei NGC 3729 konnte ich den Balken erkennen, und bei der benachbarten NGC 3718 indirekt auch das zentral durchlaufende Staubband als querlaufende Verdunkelung - sehr schön.


    Und interessant gleich nebenan die enge Galaxiengruppe Hickson 56, rund 400 Millionen Lichtjahre entfernt, die Komponenten sind jeweils rund 15 mag hell: Bei 220-facher Vergrößerung konnte ich vier Teile ausmachen: Einfach dabei die beiden zentralen länglichen Fleckchen, sowie indirekt auch problemlos der quer dazu gerichtete längliche Nebel im Osten; am schwierigsten - indirekt blickweise -, der kleine Fuzzel im Westen;
    zum Vergleich die Zeichnung von Uwe."


    Servus

    Ben

  • Hallo Dany... :)

    Schönes Objekt hast du dir ausgesucht!

    Es ist auch nicht allzu lange her das ich diese schöne Galaxiengruppe fotografiert habe...

    Aufgenommen am 12./13.3.26

    10" RC f/6.4

    10Micron 1000 HPS

    Canon EOS Ra

    303x60s

    ISO 1600

    Siril ,Pixinsight , Affinity Photo 2

    Bin mal gespannt was hier noch alles an Bildern / Zeichnungen hier zu sehen sein wird...

    Gruß Thomas

  • Moin Zusammen & Danke FPV_Operator für das ODM !


    Da muss ich doch glatt mal in meiner Schublade stöbern. ;)

    Mein erster Kontakt zu diesem schönen Galaxienpaar war mit dem C11 im September 2023. In der Nacht vom 05./06.09. 2023 hatte ich mich

    zunächst an der NGC3729 versucht.


    Mein C11 sitzt ja auf einer Säule und der Trumm ist dementsprechend nicht mobil.

    Zum Zeitpunkt der Aufnahme schrappte die Galaxie knapp am Dach unseres Eselstalls vorbei - an Guiding und entsprechend Dithering war nicht zu denken.

    Ich habe also ungeguided 10s-Belichtungen durchgeführt.. davon waren 606 frames brauchbar. Die Gesamt-Integrationszeit beträgt also 1,68 Stunden.

    Weil das Dithern fehlte, war der Walking Noise entsprechend heftig. Die Gesamtbelichtung und die geringe Höhne des Objektes über dem Horizont hat auch noch

    nicht für "ordentlich Farbe" ausgereicht:


    10608-ngc-3729-galaxie


    Aufnahmedaten:

    Datum: 05./06.09.2023

    Teleskop: Celestron C11 | Kamera: ZWO ASI294MC Pro | Belichtung: 606x10s = 1,68 Stunden RGB ohne Filter | Temp: -10°C | Bin: 1x1 | Gain: 121 | Offset: 30 | 60 Flats | 60 Darkflats | 50Darks


    Eine Nacht später habe ich dann versucht, auch die große Schwester NGC3718 mit aufs Bild zu bekommen. Die Problematik war natürlich die selbe - die beiden Galaxien tauchten ab ca. Mitternacht knapp über unserem Eselstall auf. Wieder war an Guiding / Dithering nicht zu denken, das Guidescope nimmt leider nur die Blätter der Bäume an unserem Stall auf.

    Ich habe also wieder ungeguided mit 10s-Einzelbelichtungen fotografiert - wieder mit allen Konsequenzen wie Walking Noise wegen des fehlenden Ditherings, usw.

    Ich habe dann noch zwei weitere Nächte drangehängt und bin schlussendlich auf 2075x10s = 5,76 Stunden Gesamt-Integrationszeit gekommen:


    10704-ngc-3718-und-ngc-3729-galaxien-2-versuch-mit-mehr-licht


    Aufnahmedaten:

    Datum: 06./07., 08./09., 09./10.09.2023

    Teleskop: Celestron C11 | Kamera: ZWO ASI294MC Pro | Belichtung: 2075x10s = 5,76 Stunden RGB ohne Filter | Temp: -10°C | Bin: 1x1 | Gain: 121 | Offset: 30 | 60 Flats | 60 Darkflats | 50Darks


    Im Mai letzten Jahres habe ich es dann noch einmal mit dem Origin probiert - diesmal bei fast Vollmond. Hier habe ich in zwei Nächten 1964x10s = 5,45 Stunden gesammelt.


    &size=large


    Aufnahmedaten:

    Datum: 01.05. und 10./11.05.2025

    Teleskop: Celestron Origin RASA | Belichtung: 1964x10s = 5,45 Stunden |gestackt mit APP | bearbeitet mit PI und PS

    Norden ist oben!


    NGC3718_01042025ANT2.jpg


    Viel Erfolg bei der ODM-Jagd & CS,


    Jochen

  • Stathis

    Changed the title of the thread from “ODM Mai 2026” to “ODM Mai 2026: NGC 3718=Arp 214 und NGC 3729 in UMa”.
  • Hallo Zusammen,

    ein schönes ODM !


    ich hatte dieses Galaxienpaar im Februar mit meinem Seestar S50 abgelichtet:


    https://www.astrotreff.de/gallery/index.php?raw-image/23074-ngc-3718-und-ngc-3729/


    Belichtungszeit 9 Stunden

    Seestar S50 , keine Filter

    Bortle 4 (Mond)

    Bearbeitung mit Siril / CC / Graxpert / Gimp



    Gruß und CS, Heiko

    :robot: 2x Seestar S50,    :telescope: Meade 4500 , Skywatcher Evostar 80 EDX    :camera: Sony ILCE-7M3 | FE 2.8/70-200 GM OSS II | TC-2 | FE 4/24-105 G OSS | FE 1,8/55 | Samyang AF 14/2.8 FE

  • Servus Dany!

    Ja es ist ein schönes OdM und meines Wissens das erste OdM das zum zweiten Mal hier vorgestellt wird.


    Denn ich hatte es im April 2017: NGC 3718 als OdM vorgestellt.



    Grüße Roland

  • FPV_Operator

    Changed the title of the thread from “ODM Mai 2026: NGC 3718=Arp 214 und NGC 3729 in UMa” to “ODM Mai 2026: PGC 35618/ PGC 35615 in UMa”.
  • Guten Morgen Zusammen


    ARP214 gehört zu meinen lieblingen. Leider habe ich es noch nicht geschafft sie visuell zu beobachten, sie steht aber ganz oben auf der Liste.

    Die Region habe ich im Februar 2023 fotografiert:


    NGC 3718  / Arp 214


    6" Newton F5

    ASI1600MM-Pro

    EFW mit 36mm ZWO LRGB Filtern

    CEM40

    L = 903 x 15

    R = 444 x 15

    G = 449 x 15

    B = 445 x 15

    Gesamtbelichtung: 9.3h


    CS, Seraphin

  • Lucifugus

    Changed the title of the thread from “ODM Mai 2026: PGC 35618/ PGC 35615 in UMa” to “ODM Mai 2026: Hickson 56 in UMa”.
  • Servus beinand,


    ich habe den Titel mal so geändert, dass das Objekt klarer benannt ist, denn Hickson 56 dürfte geläufiger als PGC bzw. LEDA-Nummern sein. Ich habe auch mal eine Aufsuchkarte mittels wikisky.org (SDSS-Bilder) erstellt und beschriftet:



    Oben ist der "Großw Wagen" (als Teil des Großen Bären) unschwer zu erkennen. Hickson 56 ist nah an Phad, aka gamma Ursae Majoris. Man kann als Aufsuchhilfe HD 101013 nutzen. Der Stern ist immerhin 6m14 hell. Wenn man Hickson 56 visuell anschauen will, sollte man diesen Stern, denke ich, mit bloßem Auge sehen können, denn so schwache Objekte brauchen dunklen Himmel.

    Man kann so grob die Position von NGC 3718 ausmachen. Mit 10m6 ist diese Galaxie ja doch recht hell, also im Übersichtsokular im größeren Teleskop leicht zu sehen. Direkt südlich von NGC 3718 ist dann Hickson 56.


    Auch dazu Informationen für die Interessiertenam OdM:


    LEDA 35620 (= VV150a) ist die hellste der fünf Galaxien, die die Gruppe bilden. Es ist eine Seyfert-Galaxie mit 14m8 (ich habe die Daten aus Wikipedia genommen, weiß nicht, ob die visuell oder ein anderes Band verwenden).

    Dazu kommen vier weitere LEDA-Galaxien:


    LEDA 35609 mit 16m1

    LEDA 35615 mit 17m0

    LEDA 35618 mit 15m8

    LEDA 35631 mit 15m9


    Letztere steht etwas östlich und ist eine schmale, langgestreckte Galaxie.


    Das bedeutet, dass alle fünf Mitglieder eine große Öffnung visuell benötigen. Bei Gebirgshimmel denke ich über 20" auf jeden Fall. Ich schaffe gerade so 17 mag wenn es ideal ist, aber dann bei z. B. Quasaren. Da ich Hickson 56 noch nicht selbst versucht habe, kann ich nicht sagen, ob ich mit meinem Dino (22") bei LEDA 35615 eine Chance hätte, da das Licht je auf etwas mehr Fläche verteilt wird.


    LEDA 35620 sollte die einfachste sein, auch und gerade wegen des aktiven Galaxienkerns und ihren immerhin 14m8.


    Es bieten sich also folgende Fragen an:


    Ab welcher Öffnung geht LEDA 35615 visuell?

    Ab welcher Öffnung kommen LEDA 35618 und 35631 bzw. LEDA 35609 dazu?

    Welche der dreien ist am schwierigsten, welche am einfachsten?

    Schafft jemand auch noch LEDA 35615?


    Es ist ein tolles OdM – danke an den Ersteller FPV_Operator – etwas schade ist, dass es so lieblos vorgestellt wurde, ganz ohne Informationen dazu. Ich habe die drei anderen LEDA-Galaxien ergänzt, denn als Hickson 56 ist das ein bekanntes Objekt.


    Es freut mich, dass jetzt schon das nächste Hickson-Schätzchen OdM wurde (ich verweise auf den Vortrag auf dem heurigen Deep Sky Meeting).


    Also ran an's Teleskop, der Mond wird schon schmaler. Hickson 56 wartet. Zwei Hicksons hintereinander, wer hätte das gedacht?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: "Dino" 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (9 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo + Servus,

    zu NGC 3729 steht in meiner Excel-Liste nur kurz und schmerzlos: „einfaches, helles Objekt“

    und bei NGC 3718: „Helles, leichtes Objekt, erscheint mittig heller“

    (Beobachtungen vom 14.4.2007, bei einem fst von 6,4mag im C8)

    Und zu Hickson 56:

    "14.04.2007 / sehr klar, fst bei 6,4: C8: indirekt wurde ein sehr diffuser "Nebelbalken" (UGC 6527 wahrscheinlich...) erkannt, in dem immer wieder ein völlig stellares Objekt aufblitzte. Die gesamte Gegend (Hickson 56) machte im Fernrohr einen sehr "unruhigen" Eindruck und manchmal hatte ich den Eindruck, dass da noch etwas sei - aber höchst unsicher. (7mm Nagler)"


    zu UGC 6527 = LEDA 35620 = Markarian 176 hatte ich hier im Forum schon mal was geschrieben:

    UGC 6527 in Hickson 56 war 2007 eindeutig zu sehen und da "schimmerte" es auch nicht fragwürdig neblig auf, sondern es blitzte immer wieder etwas aus einem diffusen Hintergrund eindeutig hervor.

    Klar, das war der sternförmige aktive Galaxienkern von UGC 6527 (Markarian 176).


    Fazit: UGC 6527 konnte als einziges Mitglied der Hick 56-Gruppe eindeutig im C8 erkannt werden! Sehr schwierig zwar, im C8 aber bei sehr guten Bedingungen durchaus machbar – ich bin da schon sehr vorsichtig und selbstkritisch was solche Beobachtungen im absoluten Grenzbereich der Wahrnehmung betrifft!


    Viele Grüße + CS,

    Wolfgang

  • Hallo nochmal,

    da ich als Rentner eh nix anderes zu tun habe als Rasen zu mähen und recht gscheid oder auch dumm aus der Wäsche zu gucken ;) habe ich mal eine Karte der Hickson 56-Gegend mit GAIA-DR2-Vmags gebastelt als Hilfe zur Grenzgrößenermittlung im Teleskop. Veränderliche Sterne sind nicht darunter.


    Viele Grüße + CS,

    Wolfgang

  • Hallo Christoph,


    sehr interessant, dann binde ich meinen obigen Post #2 bezüglich der Beobachtung von Hickson 56 nochmal spezifisch für deine Fragestellung ein - Ergänzungen zum Originalbericht in eckigen Klammern:


    Es bieten sich also folgende Fragen an:


    Ab welcher Öffnung geht LEDA 35615 visuell?

    Ab welcher Öffnung kommen LEDA 35618 und 35631 bzw. LEDA 35609 dazu?

    Welche der dreien ist am schwierigsten, welche am einfachsten?

    Schafft jemand auch noch LEDA 35615?

    [Mit 20-Zoll] ... "bei 220-facher Vergrößerung konnte ich vier Teile ausmachen:
    Einfach dabei die beiden zentralen länglichen Fleckchen [LEDA 35620 (am hellsten) und LEDA 35615 & LEDA 35618 (in Summe als ein Teil)]
    sowie indirekt auch problemlos der quer dazu gerichtete längliche Nebel im Osten [LEDA 35631];
    am schwierigsten - indirekt blickweise -, der kleine Fuzzel im Westen [LEDA 35609];"

    Insofern habe ich das Licht von LEDA 35615 schon erfasst, sonst hätte ich LEDA 35615 & LEDA 35618 in Summe nicht länglich gesehen; ein bisserl mehr Vergrößerung hätte für eine Trennung vermutlich genügt.

    Ich hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass ich zu dem genannten ersten Hickson 56-OdM von 2017 bereits eine Beobachtung mit 18-Zoll gepostet hatte; da erkannte ich im Vergleich zu 20" etwas weniger, z.B. gar nicht den westlichen Fuzzel LEDA 35609. Dieser Faden ist überhaupt sehr interessant, u.a. konnte Oliver bei La Palma-Roque-Himmel ja bereits mit 14" und 290-fach alle fünf Komponenten ausmachen 8)

    Servus

    Ben

  • Servus beinand,


    letzte Nacht habe ich Hickson 56 selber aufsuchen können. Vorweg: wenn man sich für die Hickson Compact Groups interessiert, kommt man an der Seite von Uwe Glahn nicht vorbei: http://www.deepsky-visuell.de/ – er hatte als Projekt alle (!) Hicksons aufgesucht und (!) gezeichnet.


    Ich habe Hickson 56 mit meinem Dino aufgesucht:



    NGC 3718 habe ich nicht ausführlich analysiert und nicht versucht, die verzogenen Arme rauszuarbeiten. Mir hat gereicht, das Staubband gesehen zu haben, das sehr auffällig war. Die Skizze ist eher schematisch. NGC 3719 wäre mal so einen eigenen Besuch wert.


    Hickson 56 fällt m.E. direkt ins Auge. Schon im Übersichtsokular ist ein klarer Nebelstreifen zu sehen. Bei 224× zerfällt er in drei Komponenten, der aktive Kern von LEDA 35620 springt einem richtig ins Auge. Ich habe dann 476× vergrößert, was aber keinen Erkenntnisgewinn brachte. Gezeichnet habe ich bei 224×.


    Einzig LEDA 35631 hat sich vor mir versteckt. Ich muss also irgendwann nochmal ran.


    Hickson 56 ist ein tolles Objekt. Der Besuch lohnt sich!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: "Dino" 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (9 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo zusammen,


    das OdM habe ich am Sonntag Morgen, den 10. Mai etwa um die gleiche Zeit wie Christoph ebenfalls beobachtet, zwischen zwei durchziehenden Wolkenbändern war es zwischendurch recht wolkenfrei.


    Bedingungen:

    SqM 21,45, aber Bedingungen ziemlich unterdurchschnittlich, schlechte Transparenz und matschig.

    Beobachtet habe ich mit 25".


    Die beiden NGC - GX sind einfach, aber schon bei NGC 3718 konnte ich das Staubband nur indirekt sehen, von der irregulären Struktur blieb nur ein verwaschener Blob übrig.


    Von Hickson 56 konnte ich 4 Komponenten sicher erkennen, Komponente D = LEDA 35615 konnte ich nicht sicher trennen, ist mit dem Nachbarn 35618 verschmolzen, meinem Mitbeobachter Heiko fiel das einfacher, aber bei mir war irgendwann auch die Konzentration etwas verbraucht.


    Lucifugus : Hi Christoph - mich wundert ein wenig, dass Du die A = LEDA 35631 nicht gesehen hast ... die fand ich fast einfach mit der Kantenlage senkrecht zu den anderen...


    Die GX NGC 3718 muss ich bei besseren Bedingungen nochmal beobachten... die Zeichnungen in dem Thread von 2017 sind schon ziemlich klasse und machen Lust auf mehr...


    Beste Grüße,

    Rainer

  • Servus Rainer,


    seltsam. Ich habe aber mal nachrecherchiert. Rainer Vogel (https://www.reinervogel.net/) berichtet auch, dass LEDA 35631 die schwerste der Mitglieder sei. Ein Problem dürfte auch gewesens ein, dass im Norden meines Beobachtungsorts mit Landsberg eine lichtverschmutzende Stadt ist und der Große Bär schon ein Bisserl da rein gerutscht ist. Schwer zu sagen. Aber wie gesagt: Wiederbesuch ist nötig. Und das Objekt findet man ja sofort und ist lange Zeit des Jahres zugänglich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: "Dino" 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (9 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo Christoph und Rainer,


    ich hab das auch wie Rainer empfunden:


    Einmal mit 20-Zoll LEDA 35631 im 20-Zöller "problemlos", dagegen LEDA 35609 "am schwierigsten".

    Und vorher mal mit 18-Zoll "LEDA 35609 "gar nicht erkannt."


    Da könnte noch ein anderer visueller Effekt ins Spiel kommen, wenn man sich sehr nahe am visuellen Limit befindet.

    LEDA 35609 ist im Vergleich sehr klein, und somit ist auf der Netzhaut ein rein flächenmäßig viel geringeres Areal von Stäbchenzellen damit "beauftragt", dem Gehirn zu melden, dass da was leuchtet. Während das viel größere von LEDA 35631 erzeugte Bild - obwohl noch flächenschwächer-,potentiell eine deutlich größere Anzahl von Stäbchenzellen triggern kann. Und dieser Effekt könnte gerade am visuellen Limit dem größeren Objekt einen zusätzlichen Vorteil geben, "dass die Info beim Gehirn ankommt", während der bei mehr Licht an Relevanz verliert. Ich hab das so auch mal gelesen, weiß aber nicht mehr wo.


    Und bei Christoph war es dann vielleicht so, dass der Himmel für die größere LEDA 35631 insgesamt doch zu hell war, um "gemeldet" werden zu können. Irgendwann ist die Flächenhelligkeit halt zu niedrig.


    Servus

    Ben

  • Da könnte noch ein anderer visueller Effekt ins Spiel kommen, wenn man sich sehr nahe am visuellen Limit befindet.

    LEDA 35609 ist im Vergleich sehr klein, und somit ist auf der Netzhaut ein rein flächenmäßig viel geringeres Areal von Stäbchenzellen damit "beauftragt", dem Gehirn zu melden, dass da was leuchtet. Während das viel größere von LEDA 35631 erzeugte Bild - obwohl noch flächenschwächer-,potentiell eine deutlich größere Anzahl von Stäbchenzellen triggern kann. Und dieser Effekt könnte gerade am visuellen Limit dem größeren Objekt einen zusätzlichen Vorteil geben, "dass die Info beim Gehirn ankommt", während der bei mehr Licht an Relevanz verliert. Ich hab das so auch mal gelesen, weiß aber nicht mehr wo.


    Und bei Christoph war es dann vielleicht so, dass der Himmel für die größere LEDA 35631 insgesamt doch zu hell war, um "gemeldet" werden zu können. Irgendwann ist die Flächenhelligkeit halt zu niedrig.

    Ciao,


    meine visuellen /20" Beobachtungen von NGC3718 und Hickson56 liegen etwas zurück - wen's interessiert - hier:

    2009 - https://eyes4skies.de/Internet…09_03_20_SCHL.htm#ngc3718

    2023 - https://eyes4skies.de/v2/obsre…23_04_09_HIHO.htm#ngc3718


    Ich denke auch, dass die Verhältnisse recht komplex sind, was Wahrnehmung von Flächenobjekten an der Sichtbarkeitsgrenze angeht - etwa so wie Ben es oben ja auch schon geschildert hat.


    Die Flächenhelligkeit des Himmels ist essentiell, natürlich auch die Transparenz der Atmosphäre. Und: wenn man nicht in Kulmination beobachtet haut in beide Werte die vom Objekt durchleuchtete Luftmasse (LM = 1/cos(ZD), ZD = Zenitdistanz) mit rein - beides wird schlechter mit der ZD, damit sinkt der Kontrast (zum Hintergrund). Ausserdem, wie Ben schreibt, glättet (summiert + Mittelwertbildung) die 'Bildverarbeitung ' im (Netzhaut) und hinter (Verschaltung) dem Auge das Bild. Kleine UND schwache Objekte sterben den Kontrast-Tod zum Himmel, weil sie mit Himmelshintergrund (sozusagen 'zu grob') gemittelt werden. Ähnlich wie grosses Pixel-Bining in der Fotografie - das Signal wird zwar rauschärmer, aber eben auch schlechter aufgelöst.


    Irgendwann reicht der Kontrast nicht mehr. Dann kann man noch mit FieldSweeping arbeiten, was nochmal neue Mechanismen in der Verarbeitung des optischen Cortex aktiviert (Bewegungs-Detektion, sehr sensitiv). Durch FieldSweep sieht man (meiner subjektiven Beobachtung nach) kurzzeitig schärfer (auch/besonders bei schwachen Kontrasten). Leider findet man dazu kaum wissenschaftliche Arbeiten, die das genauer untersuchen.


    lg, Peter

  • Hallo Peter,


    danke für die tolle Erklärung :).


    Eine super Ergänzung zu meinem Post :

    Ausserdem, wie Ben schreibt, glättet (summiert + Mittelwertbildung) die 'Bildverarbeitung ' im (Netzhaut) und hinter (Verschaltung) dem Auge das Bild. Kleine UND schwache Objekte sterben den Kontrast-Tod zum Himmel, weil sie mit Himmelshintergrund (sozusagen 'zu grob') gemittelt werden. Ähnlich wie grosses Pixel-Bining in der Fotografie - das Signal wird zwar rauschärmer, aber eben auch schlechter aufgelöst. Irgendwann reicht der Kontrast nicht mehr.

    Ja, und der Kontrast ist bei so vielen Aspekten ganz entscheidend. Das fällt mir gerade beim Cirrusnebel oder zahlreichen schwachen Abell-PN's immer wieder ins Auge, wenn ich einen OIII-Filter verwende. Dazu hatte ich in unserer Vereinszeitschrift mal geschrieben:


    "Und zum Abschluss noch ein eher exotisches Objekt: Der Abell-Katalog, eine Liste meist lichtschwacher Planetarischer Nebel, ist im Allgemeinen nichts für einen Fünfzöller, bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Eine davon liegt an der Grenze der Sternbilder Kleiner Hund / Zwillinge, nämlich das breite, etwa zehn Bogenminuten große Hufeisen von Abell 21, auch als 'Medusa-Nebel' bekannt. 'Da ist aber wirklich nichts zu sehen', wird der unvorbereitete Beobachter jetzt sagen. Das stimmt, ohne einen speziellen Nebelfilter - am besten OIII - geht hier gar nichts. Der OIII-Filter nimmt bis auf einen schmalen Bereich mit besonders intensiven Sauerstoff-Emissionslinien fast alles Licht heraus, sodass der Kontrast drastisch erhöht wird - und wie mit Zauberhand wird der Nebel sichtbar."


    Servus

    Ben

  • Ausserdem, wie Ben schreibt, glättet (summiert + Mittelwertbildung) die 'Bildverarbeitung ' im (Netzhaut) und hinter (Verschaltung) dem Auge das Bild. Kleine UND schwache Objekte sterben den Kontrast-Tod zum Himmel, weil sie mit Himmelshintergrund (sozusagen 'zu grob') gemittelt werden. Ähnlich wie grosses Pixel-Bining in der Fotografie - das Signal wird zwar rauschärmer, aber eben auch schlechter aufgelöst.


    Irgendwann reicht der Kontrast nicht mehr. Dann kann man noch mit FieldSweeping arbeiten, was nochmal neue Mechanismen in der Verarbeitung des optischen Cortex aktiviert (Bewegungs-Detektion, sehr sensitiv). Durch FieldSweep sieht man (meiner subjektiven Beobachtung nach) kurzzeitig schärfer (auch/besonders bei schwachen Kontrasten). Leider findet man dazu kaum wissenschaftliche Arbeiten, die das genauer untersuchen.

    Servus Peter,


    absolute Zustimmung meinerseits! Die sofortige Bildbearbeitung in der Netzhaut hebt vor allem Kontraste an. Wenn man also einen sehr schwachen Kontrast wahrnimmt, dann verstärkt das Bildbearbeitungstool das sofort. Man kann das testen, wenn man z.B. vor dunklem Hintergrunnd ein dunkles Objekt im Vordergrund hat. Die Bildbearbeitung erzeugt dann eine "hellere Aura" um das Objekt. Das ist wohl auch ein Grund, warum manche Esoteriker glauben, eine Aura wahrnehmen zu können. Hat man es mehrfach nachts gesehen, bildet man es sich auch tagsüber ein.


    Was ich jetzt nicht sicher weiß, ist der Umgang mit extrem schwachen Kontrasten. Die Bearbeitung in der Netzhaut ist ja quasi eine Hardware-Programmierung. Ob der Bereich reagiert und lernfähig ist, weiß ich nicht. Ich würde es aber vermuten. Wenn des öfteren versucht wird, z.B. durch "Field Sweeping" Kontrastkanten zu erkennen, dann kann ich mir vorstellen, dass die Bildbearbeitung dazu lernt und nicht alles platt macht, sondern empfindlicher reagiert. Stichwort Beobachtungserfahrung.


    Manche sehen den galaktischen Zirrus und empfinden es als relativ einfach. Einsteiger erkennen selbst relativ helle Nebel oft nicht. Ob das jetzt im Sehzentrum oder in der Netzhaut oder in den Schaltstellen passiert, weiß ich nicht. Ich bin kein Neurobiologe, sondern Mykologe und Pilze haben keine Neuronen ;-).


    Für mich ist der Lerneffekt aber ein Indiz dafür, dass das Bildbearbeitungssystem lernfähig ist. Schwierig ist der Einfluss des Sehzentrums selber, das dazu führen kann, sich etwas einzubilden, was nicht da ist, weil das Großhirn "weiß", wo etwas sein sollte und wie es aussehen sollte. Den Effekt kennen vermutlich auch viele.


    Ich kann jedenfalls hier sagen:

    Ich habe es mit Beobachtungstuch und mit indirektem Sehen (sowieso) und auch mit Field Sweeping versucht – LEDA 35631 ging an dem Abend zu dieser Uhrzeit nicht.


    Mögliche Gründe:

    1. Zu starker Einfluss der Lichtverschmutzung durch Landsberg in der Beobachtungsrichtung (die Sahneseite meines Platzes liegt schräg gegenüber im Südosten bis Südsüdosten)

    2. Müdigkeit und Erschöpfung, da ich vorher andere Objekte intensiv studiert habe (z. B. den Rasensprenger, der da noch im Dunst über den Alpen absoff – ich kam bei den Sternen nur bis knapp über 14 mag, was sehr wenig ist). Ich wollte die Form aber herausarbeiten und habe knapp ne Stunde mit ihm verbracht. Als es im Süden klar wurde und die Milchstraße dann biszum Horizont klar war, war der Rabe schon weg... Und für Hickson 56 ging mir vielleicht auch die Luft aus.

    3. Erfahrung. Hätte ich Hickson 56 schonmal besucht gehabt, wüsste ich, wo genau welcher Klecks zu erwarten wäre und ich hätte speziell an dem Punkt nach einem feinen Nebelstrich suchen können. So habe ich (auch bewusst) ohne genaue Vorkenntnis geschaut, was ich sehen kann. Und da ist der helle Nebelstrich der drei LEDAs nebeneinander am auffälligsten. LEDA 35609 sprang mir noch ins Auge, aber auch erst, als ich mich von dem Hauptnebelstrich gelöst hatte. Vielleicht habe ich deshalb LEDA 35631 übersehen?! (Glaube ich aber eher weniger, ist ja sehr nah dran und ich wusste ja, dass es fünf Galaxien sind).


    Mein Fazit: wenn das Objekt ideal steht oder ich in den Alpen bin, wo keine Lichtverschmutzung stört, auch wenn der "Wagen" mehr im Norden steht, gehe ich das Objekt wieder an. Und dann wird die Zeichung ergänzt und/oder verbessert.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: "Dino" 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (9 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Ciao Christoph,


    na ich schätze, dass die (sozusagen) Hardware-Verschaltung nahe der Netzhaut (und auch direkt dahinter) nicht unbedingt 'dazulernt' durch 'Beobachtungs-Erfahrung'. Ich würde annehmen, dass grundlegende Verschaltungen - wie Kontrastanhebung, Bewegungs-Detektion etc. - einfach (genetisch vorprogrammiert) angelegt + da sind. Das sind ja - evolutionär - auch sehr alte (!) und damit in der Hirnstruktur eher tiefliegende 'Implementierungen' sozusagen (FieldSweep: die Bewegung des SäbelzahnTigers musste man in der Nacht erkennen können, sonst war man tot, genauer: gefressen). Basale Leistungen liegen tief und stellen erstmal grundlegende Funktion bereit - höhere Leistungen setzen eher obenauf...


    Ich schätze eher, der von uns wahrgenommende Effekt der 'Beobachtungs-Erfahrung' wird in 'höheren' Hirnarealen angelegt, bzw. erlernt. Anfänger sehen bei schwachen Objekten oft gar nix, aus einer gewissen 'Verwöhntheit' (durch fotografische Bilder, keine Arbeit beim Betrachter nötig !) heraus. Wenn man Anfänger aber darauf hinweist, wo sie und wie sie  etwas erkennen können, dann kommt das schon recht schnell (wenige Stunden Praxis haben schon einen Effekt) - siehe hier. Das legt also eine Analogie zu normalem, intellektuellem Lernen nahe IMHO.


    Härteres und langjähriges Training 'schärft da dann nochmal die Sinne', was auch immer das dann gehirn-physiologisch bedeutet. Aber ich denke es ist eher ein Problem der Energie, die man gewohnt ist in diese spezifische Aufmerksamkeit zu investieren beim Sehprozess. Und der 'vorgebahnten Denkbahnen', die ein erfahrener visueller Beobachter eben gewohnt ist, standardmässig aufbringt, schon hat - all das im Gegensatz zum untrainierten Zustand beim Anfänger. Ist ja bei vielen Dingen so, die Training + viel Erfahrung erfordern (Musik, Malerei, Kunstturnen, etc...), also warum nicht bei visueller Wahrnehmung im Grenzbereich...?! Das erscheint mir plausibel.


    Wie gesagt, man wüsste natürlich gerne mehr über sowas in Bezug zu visueller Beobachtung, aber bisher habe ich wenig fundiertes in Papers gefunden.


    lg, Peter

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!