Ich hatte in anderen Posts schon beschrieben, dass ich massive Probleme bei der Kalibrierung mit meinem StarSense AutoAlign habe. Über Ostern konnte ich mich wieder einmal damit beschäftigen. Vorab, ich glaube es jetzt hinbekommen zu haben. Dennoch wären ein paar Tipps ganz gut.
Nachdem es mir nicht gelungen war, ein Auto align durchzuführen, wollte ich es manuell machen. Das Teleskop mit dem manuellen Sucher auf den Polarstern auszurichten war einfach, da ich das noch recht früh am Abend gemacht habe und er so fast der einzige sichtbare Stern war. Als ich dann aber später manuell ausrichten wollte, habe ich mir Mizar ausgesucht. Was mir nicht gelungen ist, ihn im Sucherfernrohr auszumachen. Es waren einfach zu viele sichtbare Sterne. Und der Himmelsausschnitt im Sucher ist auch sehr klein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Montierung äquatorial ist und sich der Sucher nicht hoch und runter fahren lässt. Außerdem ist alles seitenverkehrt. Hier wären Tipps ganz gut, wie man da vorgehen kann.
Da es mir mit Mizar nicht gelungen ist, habe ich dann probeweise Saturn genommen. Den zu finden ist einfach. Und damit hat dann auch ein grobes Alignment geklappt, somit konnte ich mir letztendlich doch noch einiges ansehen.
Sorry, natürlich war es nicht der Saturn, sondern der Jupiter.
Auffinden von Sternen und erste Erfolge
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...habe ich dann probeweise Saturn genommen. Den zu finden ist einfach.
Ist der Saturn momentan nicht nur tagsüber sichtbar bzw. abends nur vor der Dämmerung?
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Als ich dann aber später manuell ausrichten wollte, habe ich mir Mizar ausgesucht. Was mir nicht gelungen ist, ihn im Sucherfernrohr auszumachen. Es waren einfach zu viele sichtbare Sterne. Und der Himmelsausschnitt im Sucher ist auch sehr klein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Montierung äquatorial ist und sich der Sucher nicht hoch und runter fahren lässt. Außerdem ist alles seitenverkehrt. Hier wären Tipps ganz gut, wie man da vorgehen kann.
Ich habe leider keine praktischen Tipps - da kommen sicher noch welche - aber ich möchte dich auf jeden Fall ermutigen, weiterzumachen.
Die Lernkurve ist sehr steil, das heißt, wenn du dranbleibst, wirst du sehr schnell einige Erfolge haben. Gerade der seitenverkehrte Anblick ist etwas, woran man sich schnell gewöhnt, wenn man nicht aufgibt. Und das mit den vielen Sternen ist auch sehr gewöhnungsbedürftig. Für mich war ein echter "gamechanger", das Suchfernrohr (das bei mir auch echt Schrott war) durch einen Rotpunktsucher auszutauschen. Der vergrößert nicht und das Bild ist nicht seitenverkehrt, d.h. du siehst auch durch den Sucher nur das, was du auch mit bloßem Auge siehst, was die Orientierung deutlich erleichtert. Und man sieht "mit beiden Augen" durch, so dass man stets die Orientierung am Nachthimmel behält.Ich weiß aber auch, dass andere hier auf optische Sucher schwören und dafür gibt es sicherlich auch gute Gründe.
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Beachtet bitte:
- Nur Refraktoren mit Zenitprisma liefern SEITENVERKEHRTE Bilder.
- Newton-Teleskope, Refraktoren und SCTs ohne ZP liefern ***um 180° gedrehte*** (also kopfstehende) Bilder.
SEITENVERKEHRT und 180°DREHUNG sind ein Unterschied !!!
Ansonsten sollte man sich minimal am Himmel auskennen (Leitsternbilder), auch wenn man Automatiken benutzt bzw. benutzen will. Warum ? - offensichtlich schon wegen dem initialen Alignment von elektronischen Suchhilfen. Ggf. Drehbare Sternkarte benutzen, wie diese:
Ein äquatorial = parallaktisch montiertes Teleskop kann übrigens fast nicht / nur sehr schwerlich genau zum Polarstern schauen ! (Polstelle)
Man sollte ***MINDESTENS*** die Gesichtsfelder seiner Okulare am Teleskop kennen, sonst weiss man gar nicht was man sieht / erwartet. Ebenso mit dem Sucher. Grosse GF sind vorzuziehen, mithin ebensolche UWW/XWW Okulare.
StarHopping bzw Orientierung findet man hier beschrieben:
Dieser Post ist - wie der Eingangs-Post - ohne jede Unterschrift gültig.

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Nur Refraktoren mit Zenitprisma liefern SEITENVERKEHRTE Bilder.
Ich meinte, dass es im Sucher seitenverkehrt ist, ich denke schon, dass der Sucher wie ein Refractor aufgebaut ist, oder?
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Man sollte ***MINDESTENS*** die Gesichtsfelder seiner Okulare am Teleskop kennenWie gesagt, es geht um den Sucher, nicht das Teleskop. Um Sucher kann ich den anvisierten Stern nicht ausfindig machen.
Und Starhopping wollte ich nicht betreiben, sondern nur den Stern für die Kalibrierung suchen. -
Du must natürlich erst
- das TELESKOP auf einen hellen Stern ausrichten - und dann
- den Sucher auf den gleichen Stern durch die Justierschrauben des Suchers ausrichten
NUR DANN sind Sucher + Teleskop parallel und der Sucher kann durch sein grösseren Gesichtfeld (im Vergleich zum Okular am Teleskop) beim Objekte finden helfen...
Evtl. Wäre ein Peilsucher (Leuchtpunkt) intuitiv (evtl. zusätzlich) besser !
Aber auch ein Peilsucher muss - wie der Sucher oben - justiert werden - als allererster Schritt
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Evtl. Wäre ein Peilsucher (Leuchtpunkt) intuitiv (zusätzlich) besser !
Das würde ich Dir auch empfehlen. Da der Leuchtpunktsucher keine vergrößernde Optik besitzt, siehst Du ein viel größeres Feld durch ihn und weniger Sterne. Auch kannst Du leicht neben dem Sucher vorbei sehen und hast quasi den ganzen Himmel im Blick. Das erleichtert die Orientierung deutlich (mir zumindest)
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Ich meinte, dass es im Sucher seitenverkehrt ist, ich denke schon, dass der Sucher wie ein Refractor aufgebaut ist, oder?
Wie gesagt, es geht um den Sucher, nicht das Teleskop. Um Sucher kann ich den anvisierten Stern nicht ausfindig machen.
Und Starhopping wollte ich nicht betreiben, sondern nur den Stern für die Kalibrierung suchen.Kommt auf den Sucher an:
- ein geradsichtiger normaler Sucher (ist ein Refraktor), dreht die Bildorientierung um 180°
- im Sucher mit (Umlenk-) Zenitprisma, ist das Bild aufrecht , aber seitenverkehrt (= re/li vertauscht)
- im Sucher mit Amici (!)-Prisma (sog. RACI Finder) ist das Bild aufrecht UND seitenrichtig (wie mit dem Auge)
[- ich selber habe einen Newton als Finder, der dreht die Bildorientierung um 180° ]
Grundlagen zur Orientierung am Himmel musst/solltest Du dennoch wissen. Ansonsten macht man eben völlig grundlegende Fehler und kann ausserdem nicht mit anderen, die es wissen, sachgerecht kommunizieren. Fehleranalyse wird dann auch oft schwierig...
Am besten zeigt man auch ein kl. Foto seines Setups, dann muss man nicht alles verbal erklären und andere sehen schonmal was equipmentmässig genau Sache ist.
PS:
Meinen Vornamen würde ich - netterweise unter Menschen - übrigens auch als Unterschrift nennen.
Ansonsten kann + wird man hier (bald) nur noch mit Maschinen wie z.B. ChatGPT reden, die brauchen das natürlich nicht.
Aber DIE identifizieren einen dann auch professionell + ganz eindeutig mit Browser FingerPrinting, und zwar ob man will oder nicht...
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PeterSurma Vielleicht habe ich zu wenig erklärt. Als Teleskop habe ich ein Celestron Edge HD 8". Das schaffe ich nicht, auf einen Stern auszurichten. Mit "Sucher" ist das von mir gemeint, was beim Teleskop standardmäßig dabei ist, also vermutlich ein Refractor. Sucher und Teleskop habe ich tagsüber schon über einen entfernten Punkt ausgerichtet. Beim Aufbau kann ich den Sucher auf Polaris ausrichten und sehe ihn dann auch im Okular vom Teleskop. Beim Aufbau ist es halt noch relativ hell, da sind nur wenige Sterne im Sucher. Aufgefallen ist mir auch, dass ich Polaris ziemlich gut im Sucher sehen konnte, während er mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen war. Ist das so?
Was mir halt noch schwer gelingt, ist, zu erkennen, was im Sucher zu sehen ist. Grob das Teleskop mit Sucher in die gewünschte Richtung geht schon. Aber was dann der Sucher anzeigt, ist für mich schwer zu interpretieren. So habe ich beispielsweise die drei Sterne vom Oriongürtel im Sucher gehabt, zumindest glaube ich dass. Von da wollte ich zum Orion-Nebel und denke auch, dass ich ihn im Sucher hatte. Es sah aber nicht so aus, wie im Fernglas. Es waren eigentlich nur Sterne, nicht das verschwommene, was man im Fernglas sieht. Daher weiß ich nicht, ob ich richtig positioniert war. Ist es so, dass es im Sucher anders aussieht als durch ein Fernglas? Da ich jetzt aber auch mit StarsenseAutoalign klar komme, werde ich das wohl herausfinden. Leider hat das bei mir erst geklappt, als Orion schon fast unter gegangen war, muss also noch warten.
Und wie gesagt, wenn ich jetzt weiß, dass der Nebel "unter" dem linken Stern vom Gürtel ist, dann ist das sehr schwer mit den Tasten des Handcontrollers das Teleskop "nach unten" zu bewegen, denn das geht ja nicht. Hier würde ich gern wissen, wie man das macht. -
Übrigens: Welche Montierung Du hast, wissen wir nicht ?
Ein Celestron Edge HD 8" hat - das muss ich erst nachschauen - f=2000mm f/10 und einen 1.25" Okularauszug (OAZ).
D.h. Dein Gesichtsfeld (GF) KANN rechnerisch schon NIE grösser werden als ca 0.9° (Vollmond hat 0.5°).
Welche Okulare Du hast ist uns AUCH unbekannt - daher lässt sich nix definitives dazu sagen...
DAS KLEINE GF ist der Haupt-Grund, warum es schwer ist, irgendein Objekt freihand zu finden. Ein Gerät mit 2000mm Brennweite ist schon daher KEIN gutes Anfängergerät. (Ein 1.25" OAZ limitiert auch Deine GF Grösse. Okulare mit wenig Eigen-GF ggf. auch).
Ich würde raten, am Mond (0.5°) zu testen welche GF Du in konkretem Durchmesser siehst...
Ein Sucher hat meist ca 5° GF, wieviel genau Du da hast, kann man nicht aus der Luft heraus 'schätzen' ohne SucherSpecs.
Genaue Justage von Sucher zu Teleskop (letztendlich immer am 'unendlich' weit entfernten Stern), ist entscheidend für das Auffinden !
WENN Du eine parallaktische Montierung hast (?) (und welche) - ist die Polhöhe richtig (auf die geografische Breite) eingestellt ?
Kommentare sonst:
>> Aufgefallen ist mir auch, dass ich Polaris ziemlich gut im Sucher sehen konnte, während er mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen war. Ist das so?
Der pure SINN eines Teleskopes ist ja, mehr (schwache Sterne, Vergrösserung) zu zeigen als das Auge allein sieht, oder ? Warum soll das also verwunderlich sein ?
>> Ist es so, dass es im Sucher anders aussieht als durch ein Fernglas?
EIn Fernglas zeigt aufrechte + seitenrichtige Bilder = wie das Auge.
ABER: Ein Sucher verdreht die Orientierung um 180° - das haben wir ja oben schon gesagt...
>> dann ist das sehr schwer mit den Tasten des Handcontrollers das Teleskop "nach unten" zu bewegen, denn das geht ja nicht
Warum geht das denn nicht - angeblich ??? Wahrscheinlich geschieht es nur sehr sehr langsam ... Es sollte auch einen schnellen Modus geben...
Der Handcontroller MUSS die Montierung/Teleskop nach Süden fahren, wenn Du auf Delta- (oder was auch immer drauf steht) drückst...
Allerdings natürlich auch nur, wenn die Montierung stromversorgt ist, und initialisiert (schätze ich).
Übrigens:
Der Titel Deines Posts weist NICHT daraufhin, dass Du Beratung zu Problemen mit Auffindung / ggf. Elektronik (welcher genau?) brauchst - das ist bereits EIN Problem an sich, weil es dann niemand liest, somit auch nicht darauf antwortet. Das würde ich ändern an Deiner Stelle....
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Hallo Namenloser,
ich würde dir raten, deinen ungefähren Standort zu verraten. Vielleicht ist ja, jemand in der Nähe, der dir die basics vor Ort erklären kann. So online ist das sehr mühselig.
Oder jemand kann dir einen Tipp für einen Verein oder Sternwarte in der Nähe geben, die du mal kontaktieren könntest.
Viel Erfolg und viele Grüße
Axel
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Mein Standort ist doch im Profil hinterlegt!
Und "Wohnort: Oderbruch" und "Karteneintrag: ja" steht doch auch im Post. -
Hallo
Ich würde da schon einen Telrad benutzen, der hat 3 Kreise, 0.5 , 2 und 4° man hat so einen Maßstab am Himmel und es wird auch mit den Kreisen in der Software angezeigt.
Dann braucht es wohl ein recht großes 2" Okular mit großer Feldblende, 55mm Plössl oder 35mm XWA.
Wenn du den 0.63x Reducer dabei hast geht es auch mit 1.25" Okular 32er Plössl.
Kommt drauf an was du schon an Zubehör hast.
Gruß Frank
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Das sich die Montierung nicht in eine Richtung bewegt, auf Tastendruck, kann auch daran liegen, daß die Montierung nicht geklemmt ist.
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