16 Zoll, mein nächstes Projekt

  • Huhu Stathis,


    ja, war komplett von Hand mit knapp 2kg. Da merkt man eben die schwäbische Hausfrau, nix wird verschwendet. Ich hab dazu immer die Wanne mit Schleifbrühe nur oben abgeschüttet, und mit Wasser nachgespült. So ähnlich wie Gold waschen, damit konnte ich die übrigen groben Körner wieder mit verwenden.

    Wie lange ich geschliffen habe weiss ich nicht, hab es nicht dokumentiert.

    Die Pfeiltiefe ist 5,5mm was einer Brennweite von knapp über 1800mm entspricht. Und der Trittstein ist unter dem gelben Tuch, der passt ja 100% zur Spiegelunterseite und ist stabil.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,


    Respekt :thumbup: - Karbo 80 Waschen =O <X :D - bei meinem 20er Duett ist im Moment alles dreckig. Mit dem Schleiftisch eine Stunde mit 30kg Auflage & Karbo 80 und nur den groben Schlamm wegwischen - da geht sicherlich ´ne Menge ungenütztes Karbo in den Schmuddeleimer - ABER Karbo-Waschen, das ist wäre mir einfach viel zu viel!

    So ähnlich wie Gold waschen,

    ... da muss ich eindeutig noch an meiner Einstellung arbeiten :D


    Lese neugierig mit :) Tolle Arbeit von Dir!


    viele Grüße

    René

  • Neue Meldung: Feinschliff erledigt.


    Charge für Charge, immer feiner, und natürlich immer schön sauber machen, damit sich kein grobes Korn verirrt.

    Dabei hab ich immer mit dem Eddingkreuz gearbeitet, denn so lange man da noch die geringsten Spuren erkennen kann, ist man noch nicht am Grund der Pitts vom der vorherigen Charge. Zudem lässt sich leicht erkennen ob die Strichführung passt und der Rand genau so schnell sauber wird, wie die Mitte.

    Sehr hilfreich ist ein umgedrehtes Okular, mit dem sich der Schliff genau beobachten lässt, vor allem im Randbereich aussen.

    Leider habe ich keine Ausrüstung das in Bildern zu zeigen. So nur eine Gesammtübersicht zum beendeten Feinschliff.

    Es glänzt schön gleichmässig, reflektiert schon bei ca. 30° und zeigt keine Wolken mehr.


    Nun wurde es Zeit für die Pechhaut.

    Für Einsteiger eine gewisse Hürde, die Nerven kosten kann, und auch unschöne Verschmutzungen durch Pech sind möglich.

    Da es aber nicht meine Erste ist, hab ich nun versucht, meinen Arbeitsablauf in Bildern fest zu halten.

    Dazu auch, es gibt viele Wege nach Rom, also kann ich nur meinen beschreiben, mit dem ich am besten klar komme.


    Es beginnt mit dem Aufschmelzen des Pechs.

    Dazu verwende ich eine saubere Konservendose im Ölbad. Ich sehe den Vorteil darin, dass sich die Temperatur sehr gleichmässig zum Pech verteilt. Denn das soll nicht kochen und stinken. Das Öl sollte auch auf keinen Fall so heiss werden, dass es raucht.

    Die Krümel schmelzen langsam, insgesammt braucht das ca. 1 Stunde, also genug Zeit für weitere Vorbereitungen.

    Das Tool liegt auf Klötzchen mit ca. 6 mm, so lässt sich ein Kragen aus dickem Papier leicht und genau um den Rand kleben.

    Etwas später, noch einige Pechkrümel mehr, und das Pech ist geschmolzen.

    Zur Sicherheit hab ich meine Glasschüssel mit heissem Wasser vorgewärmt, die soll nicht zerspringen!

    Wichtig nun, das Öl gut abputzen, das darf nicht auf die Pechhaut! Denn es mischt sich und macht das Pech zu weich.

    Der erste Guss, dabei sollte das Tool im "Wasser" sein, damit es nicht einseitig wird.


    Gleich folgt Teil 2

  • Teil 2


    Um den Krümungsradius zu treffen braucht es mehr Pech in der Mitte, also warte ich einige Minuten und giesse dann in der Mitte noch mal nach. Das habe ich 3 oder 4 mal widerholt.

    Auf dem Bild nur aus dem Reflex zu erkennen, die Mitte hat nun einen anderen Radius.


    Nun wird meisst empfohlen, in das noch weiche Pech Rillen zu pressen und gleich noch den Spiegel an zu passen.

    Die Gefahr für Anfänger, wenn das Pech noch zu heiss ist, klebt alles fest, es endet in einer Katastophe!


    Es geht aber viel entspannter wenn man sich Zeit lässt, und das Ganze kühler wird.

    Man kann dann ganz in Ruhe den Papierkragen entfernen, und dann im Wasserbad wieder so weit erwärmen, um die Rillen zu pressen

    Die Rillen sollten nicht gleichmässig und symetrisch sein. Hier sieht man die erste Pressung durch den Spiegel. Die Mitte war etwas zu hoch, man sieht das an den dunkleren Stellen, aussen fehlt der Kontakt noch. Also weiter, wieder warm machen, weiter pressen.

    Nach ein paar Wiederholungen sieht es besser aus.


    Damit werde ich nun anpolieren, morgen ist ein neuer Tag.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,

    toll wie du das alles dokumentierst - selber halte ich mich beim Pechtool immer and das John-Dobson-Video:

    • Pech auf das Tool gießen
    • Tool mit dem noch zähfließenden Pech auf den nassen Spiegel drücken
    • dann wieder runter vom Spiegel und Rillen reindrücken
    • dann wieder auf den Spiegel
    • ja nach Zähflüssigkeit vom Pech evlt. wiederholen

    ist zwar etwas schwierig zum Reproduzieren (Pechtemperatur + Aufgießgeschwindigkeit muss passen) und hektisch wird es auch jedes mal :see_no_evil_monkey: - aber Tool und Spiegel passen dann gut zusammen.


    bin gespannt ob ich meinen 14'er vor deinem 16'er fertig bekomme - aber mit meiner Zwischenaktion der sphärische Spiegel bin ich ja fast durch:grinning_face_with_sweat:


    viele Grüße und weiterhin so schnelles vorankommen (obwohl - polieren braucht seine zeit, das hatte ich ja schmerzlich gelernt :winking_face: )


    Martin

  • Huhu Martin,


    ich meine, John Dobson hatte das schon X mal gemacht, der konnte das. Aber warum die Hektik? Im Wasserbad erwärmen und nacharbeiten ist ja ohnehin immer wieder nötig. Das können wir alle, und es macht keine Probleme.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly, sehr schöne Prozedurbeschreibung.

    Im Wasserbad erwärmen und nacharbeiten ist ja ohnehin immer wieder nötig.

    Genau so mache ich es auch vor jeder Poliersession:

    Schauen, dass die Kanäle noch so sind, wie es die Politur braucht. Kleine Pechhäute tauche ich komplett in das Spülbecken, große Pechhäute dusche ich heiß oder kippe noch heißeres Waser darüber (darf gerne 60°C oder gar mehr sein). Bei Bedarf, dort, wo zu viel Pech ist, einzelne Pechklumpen aus der warmen weichen Pechfläche rauspopeln und dort, wo zu wenig ist drankleben. Mit dem Messer Mikrokanäle in das heiße weiche Pech schneiden. Auf den Spiegel auflegen zum anpassen, 5 Minuten erkalten lassen, polieren. So passt die Pechhaut immer 100%-ig und macht "άρσ-" glatte Oberfläche.


    Wichtig finde ich es, nach den ersten 15-30 Minuten den Polierfortschritt anhand des Reflexionsvermögens zu testen. Der Spiegel beginnt ja recht schnell an zu glänzen. Wenn der Reflex z.B. der Deckenlampe von der Mitte bis zum Rand gleichstark ist, poliert die Pechhaut gleichmäßig und man hat schon halb gewonnen. Bleibt die Reflexion am Rand deutlich zurück, muss man die Pechhaut am Rand verstärken.

  • Erstes anpolieren,


    Das Tool bockt und springt, das geht so nicht. Und eigentlich war mir das vorher schon klar, ich hätte mir das anpolieren sparen können.

    Die einfache Ursache, ich habe doch einen Tropfen Öl auf die Pechhaut bekommen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert, aber Vorführeffekt eben, wenn man zu viel am Fotos machen ist.

    Man sieht gut die braune Stelle, die ist schmierig und viel zu weich.

    Also, die Stelle musste weg, und wichtig, das Pech davon ist für die Tonne. Denn würde man das mit weiterem Pech einschmelzen, würde sich die Pechhärte ändern.

    So hab ich nur die Stelle entfernt, und dann parziell nachgegossen. Danach dann wieder das übliche pressen.


    Und siehe da, beim 2. Versuch klappt es geschmeidig wie gewohnt!

    Nach den ersten 10min kommt schon etwas Glanz, auch aussen. So geht das nun einige Stunden.


    LG Tilly

  • Mehr Fläche, mehr Arbeit.


    Aber das war mir klar, so ging es nun weiter. Nach ca. 1 Std zeigte sich schon bis zum Rand der Reflex der Deckenlampe.

    Wobei ich ein paar wolkigere Stellen habe, die sind sichelförmig, und entsprechen ungefähr dem Toolumfang. Offensichtlich war ich ein paar mal mit dem 5er Microgrit ganz kurz vor dem Festfressen. Dadurch hat die Toolkante hart eingepflügt.

    Das 3er hab ich dann wohl doch etwas zu kurz (ca. 30 min) geschliffen.

    Aber das Ganze sieht nicht so schlimm aus, zurück zum Feinschliff gehe ich jetzt nicht. Erst mal beobachten wie sich das entwickelt, und vielleicht ein paar Stunden Politur oben auf.

    Und weiter,

    jetzt nach gut 3 Stunden werden die Wolken schon deutlich besser, und der Spiegel klarer. Da ich aber mit viel Überhang (1/3 bis fast 1/2 des Tooldurchmessers) poliere, damit der Rand gut mit kommt, ist die Gefahr groß die Kante zu ruinieren. Doch das lässt sich mit dem Laser kontrollieren.

    Auf dem Bild der Laserreflex durch die feinen Pitts. Der sollte auch ganz aussen am Rand nicht weniger werden, als ein paar Zentimeter weiter innen.

    Bis jetzt sieht es gut aus, so etwa 10 bis 15 Stunden wird es bestimmt noch dauern bis die Fläche sauber ist.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,

    mir sind jetzt die Kartoffeln verkocht, weil ich es so spannend fand, das alles hier zu lesen. Danke dafür. Ich habe "0" Ahnung, deshalb bitte mit Nachsicht antworten. Wo kommt denn jetzt die Präzision in den Spiegel? Es geht doch um 10000stel mm und ich lese von Flex, Obstschalen und Kieselsteinen. Passiert das alles beim Polieren?

    VG ralf

  • Huhu Ralf,


    zu Beginn geht es erst mal um die grobe Form, da mit grobem Werkzeug. Es muss ja erst die Wölbung, (bei mir jetzt ca. 5,5mm Tiefe) in den Glasblock.

    Dann wird Stück für Stück immer feineres Schleifmittel verwendet. Beim Schleifen dreht man Tool und Spiegel immer, so entsteht eine saubere Kugelform.

    Das feinste Schleifmittel hat dann nur noch eine Korngrösse von 3 Mikrometer.

    Dann geht es an die Politur, da poliert man dann auch erst mal auf sphärisch, und die Fläche sollte absolut sauber werden.

    Zum Schluss dann die Parabel, nach Möglichkeit auf 20 Nanometer genau.... das ist oft ein echter Krimi.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,


    das sieht alles extrem gut aus. Hast du schon einen ersten Foucault Test gemacht? Ich bin ja immer nach den ersten Stunden Politur ganz gespannt, wie die Form nach all der Schleiferei aussieht.


    Hallo Ralf,


    ich finde es auch immer wieder faszinierend, wie allein durch das schleifen zweier Scheiben gegeneinander eine so feine und hochgenaue Sphäre wird. Das alles mit reiner Handarbeit und ohne weitere Messmittel! Wie Tilly bereits erklärt hat, ist es reine Geometrie: Die Sphäre ist die edelste und perfekteste aller Formen, nur perfekte Kugelflächen mit gegengleichem Radius passen exakt aufeinander. Alle Hügel bzw. Abweichungen von der Kugelform werden verstärkt abgeschliffen; alles, was von der Sphäre abweicht, wird passend platt geschliffen. Es muss ganz automatisch genau werden, es kann nicht anders. Noch krasser erlebt man das, wenn man mit der Flex zunächst einen "Rübenacker" erzeugt hat (siehe z.B. mein aktuelles 18 Zoll f/4 Projekt).


    Das ist so selbstverständlich und doch so schwer von außen einzusehen, dass man zum Ende der Politur bei 1/10.000 mm Genauigkeit bei extremer Glätte landen kann. Eigentlich begreift man das erst richtig, wenn man es selbst macht. Man vermisst mit dem genial- primitiven Foucault Test die NANOMETER! ... so selbstverständlich, wie ein Schreiner die Millimeter mit dem Zollstock.

  • Das erste Foucault Bild,

    Es sind nun ca. 5 Stunden poliert, aber da mein Tool mit Zusatzgewicht nur etwa 4 kg wiegt, werde ich mindestens noch einmal so lange brauchen bis die Fläche optisch sauber ist. Der Vorteil für mich, es lässt sich mit moderatem Kraftaufwand polieren.

    Das Bild zeigt mir, dass ich in der Mitte einen leichten Berg habe, und dass der Rand noch nicht ganz mit kommt. Wobei man das nur aus dem Bild nicht sicher sagen kann, der Rand könnte auch schon zu viel ab bekommen haben. Aber er hat bei Streiflicht noch einen leichten Schimmer durch die noch vorhandenen Pitts.

    Trotzdem macht es ab nun Sinn den weiteren Polierfortschritt mit Foucault zu prüfen. Denn ich will nicht in grobe Probleme laufen, und hoffe eine vernünftige Sphäre zu treffen.


    LG Tilly

  • Tja.....


    immer wenn man denkt, läuft doch prima, einen Sekundenbruchteil nicht aufgepasst.

    Mein Obstschüsseltool ist nun Geschichte!


    Nun muss ich mir Gedanken zu einer Alternative machen.


    LG Tilly

  • Und nun,


    mein erster Ansatz, holst dir eine Neue, war vergebens. Genau die Schüssel gibt es nicht mehr, und all die anderen haben keinen so dicken Boden.

    So bin ich nun auf mein 18cm Tool umgestiegen, wohl wissend, dass es etwas zu klein ist. Aber frei nach dem Motto "ein guter Maler kann mit jedem Pinsel ein schönes Bild malen".

    Zudem eine gute Übung für mich, im Fall ich weiterem Grössenwahn fröhnen will. Ein 40cm Tool könnte ich beim Schleifen vielleicht noch bewegen, aber beim Polieren bestimmt nicht mehr.

    Damit bin ich nun dabei, die passenden Striche zu finden, was natürlich mehr Kontrolle mit Foucault erfordert. Und als Plan B wäre ein Gipstool angesagt, nur ob ich den passenden Gips im nächsten Baumarkt finde... da hab ich Zweifel.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,


    Frag doch mal bei einem Dentallabor nach ob sie dir etwas "Dentalgips" überlassen können. Ich habe damit zwei große Tools erstellt, ein Tool mit 30cm zu Schleifen, und eins mit 35cm, mit dem habe ich einen 18"er poliert. Die sind nach dem Aushärten wasserfest werden mit der Zeit nahezu keramisch.


    Viele Grüße

    Armin

  • Schade, der Kultstatus war für die Obstschale offenbar zu viel Rampenlicht.

    Willst du das Pech darauf wiederverwenden? Was wertvolles Optik Pech angeht, bin zwar auch DER Geizhals, hätte in diesem Fall jedoch Sorge, dass potentielle Splitter mir üble Kratzer erzeugen würden.

    "ein guter Maler kann mit jedem Pinsel ein schönes Bild malen".

    Ein guter Malermeister nimmt für die große Wand die große Rolle, damit es auch schön gleichmäßig wird ;) .


    Ein 18 cm Poliertool für einen 40 cm Spiegel finde ich zum Auspolieren deutlich zu klein, damit steigt die Gefahr von unregelmäßiger Politur und damit Astigmatismus. Auch wenn ich dir das zutraue, es doch gut hinzubekommen, will ich das erwähnen, es lesen ja andere auch mit. Zum parabolisieren TOT finde ich die 18 cm wiederum ideal.


    Der normale Gips vom Baumarkt ist nicht wasserresistent und damit ungeeignet. Ich habe noch Vorräte von wasserabweisendem Industriegips, von dem ich dir gegen Porto abgeben kann.... wenn du das unbedingt möchtest.


    Ich finde jedoch eine Granitscheibe so viel einfacher, stabil und komplett wasserfest. z.B. finde ich aktuell runde 30x3 cm Granit Trittsteinplatten bei Hornbach und bei Toom. Die fehlende Krümmung ist zum Polieren nicht schlimm, das Pech gleicht sie ja aus. In der Mitte ist die Pechschicht einfach nur etwas dicker.


    Ansonsten vielleicht hier im Forum rumfragen, wer ein 25-35 cm Tool von ca. 3-6 kg abgeben kann. Ich selbst kann damit momentan leider nicht aushelfen, da alle meine Tools irgendwo verliehen sind. Ich könnte höchstens einen Rohling beisteuern, den du mir hinterher wieder zurück geben kannst.

  • Danke, für eure Tipps!


    Die Obstschale hab ich mit dem Pech komplett entsorgt. Denn es wäre nicht nur ein Risiko für Kratzer gewesen, auch die scharfen mit Pech verseuchten Splitter, wollte ich nicht in den Fingern stecken haben.


    Und inzwischen hab ich ca. 3 Std mit dem 18er Tool poliert. Ich wollte ja auch wissen ob das funktioniert.

    Es ist wirklich deutlich schwieriger die Form zu halten, es will eine Parabel werden, obwohl ich fast nur am Rand mit Überhang und Drehung aussen arbeite.

    Doch es ist noch zu früh für eine Parabel, die Fläche und vor allem der Rand ist noch nicht ganz sauber. Uns so lange das nicht der Fall ist nützt die schönste Parabel nichts.


    Vermutlich muss ich mir doch noch ein grösseres Tool besorgen. Ein Rasentrittstein mir 30 cm ist mir fast zu gross und zu schwer, ich poliere ja lieber mit weniger Kraft und Druck, dafür eben etwas länger. Ich meine auch, dass ich so eine feinere Oberfläche bekomme, wobei das jetzt noch keine Rolle spielt.


    Dentalgips gibt es auch im Internet, ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit.


    Eine andere Idee hab ich auch noch, ich werde mich erst mal in einem Gartencenter umschauen, da müsste es Untertöpfe oder Untersetzer aus Ton geben.

    Mal sehen ob ich was passendes finde. Geignet müsste so was auch sein, wasserfest und stabil, trotzdem nicht ganz so schwer wie Stein.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,


    mein Feinoptiker-Lehrmeister hat mich gelehrt, dass die Pechhaut gleichmäßig dick sein soll, und vor allem der Durchmesser zum "Linsenträger" nicht zu klein, dann kann man angenehme Schwünge ausführen. Ich kann mich an ca. 3/4 bis 5/6 erinnern (ich spreche hier für die Linsenpolitur). Ungleiche Dicke ergab bei meinen Linsen immer Zonenfehler, da durch die Politur Wärme entsteht und das Pech sich bei unterschiedlich an die Glasoberfläche schmiegte.


    Insofern bin ich bei Stathis, das Tool nicht zu unterschätzen.


    Viel Spaß und Erfolg: Wenn es anfängt zu ziehen (bei angetriebenen Tools oder Glaskörper quietscht es dann auch) poliert es richtig, aber rechtzeitig damit aufhören, sonst ist die Zone garantiert und die Pechhaut ruiniert.


    LG und CS, Thomas

  • Huhu, weitere Neuigkeiten.


    Dass es im Handwerk, bei allen Gewerken, Daumenregeln und Faustformeln gibt, hat sich seit Generationen bewährt!

    Mit zu kleinem Tool arbeiten, ist mühsam, und die Fläche wird unruhig. Das Problem sind dann die richtig grossen Spiegel, da wird das Tool so gross, dass es sich kaum noch bewegen lässt. Nun bin ich am überlegen, wo wohl meine Grenze ist.


    Doch so war klar, ich brauche ein neues Tool. In einem Gartencenter wurde ich fündig, ein Terracotta Topfuntersetzer mit 26 cm Durchmesser.

    Allerdings hatte der unten noch zwei Ringe für einen sicheren Stand, doch auf der groben Seite meines Rasentrittsteins und etwas Karbo 80 waren die schnell weg.

    Nur ein gleicher Krümungsradius zum Spiegel geht so nicht, das muss ich im Auge behalten. Ich bin ja dabei Erfahrungen zu sammeln.


    Tja, und einen Kratzer im Spiegel hab ich mir auch eingefangen, der ist so tief, dass er bestimmt nicht mit der Politur verschwindet. Aber zurück zum Feinschliff kann ich jetzt nicht mehr. Da müsste ich ganz zurück auf Grobschliff, ein neues Tool einarbeiten.... Das ist mir nun doch zu dumm.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,


    Ich hab nun als stiller Mitleser Dein Malheur mit der Blumenvase verfolgt.


    Da Du nun ein neues Tool herstellen musstest *und* Dir noch einen tiefen Krater eingehandelt hast stellt sich wirklich die Frage, ob eine Rückkehr zum Feinschliff (sagen wir mal so ab K320 o.ä.) nicht zielführender ist. Vielleicht erinnerst Du Dich an meine Schallplattenrille beim 270er: mir wäre inzwischen ein langer grauer Bart gewachsen und die Rille wäre immer noch nicht weg. Das Teil war einfach zu tief, um es mit polieren weg zu bügeln.


    Was verlierst Du? Ein paar Stunden Politur. Ärgerlich, aber immer noch weniger, als zig Stunden, die Du selbst bei einer Ehrenrunde Feinschliff nicht investieren musst.

    Was gewinnst Du? Ein passendes Tool mit korrektem Radius und einen hässlichen Kratzer weniger.


    Ich frage mich einfach, ob Terracotta als Schleifschale wirklich geeignet ist, da es eher bröselt, als Granit und Wasser aufnimmt.


    Herzliche Grüsse Robert

    Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein)

  • Huhu Robert,


    mein Problem, Feinschliff geht nicht mehr, meine Schüssel ist Geschichte.... ich müsste wirklich ganz von vorn beginnen.

    Ein geeignetes Tool vorflexen und mit 80er Carbo einschleifen.

    Und das Terracotta ist sehr fein, ich meine, dass das nicht bröselt. Den Kratzer hab ich mir mit einem kleinen Tool eingefangen, noch vor dem neuen Tool.


    LG Tilly

  • Hallo Tilly,


    für ein neues Tool würde ich versuchen einen "Abguß" zu machen (vlt. irgend was Zementgebundenes) dann hast schon mal Grundlage für ein Poliertool.

    Falls du wirklich nochmal zum Schleifen willst - puh, vlt. kleine Mosaikfließen auf den Spiegel legen und darauf den Abguß machen?

    Keine Ahnung ob das Sinn macht - ist mir nur so ganz spontan eingefallen und geht vilt besser als mit der Felx....


    viele Grüße, Martin

  • mein Feinoptiker-Lehrmeister hat mich gelehrt, dass die Pechhaut gleichmäßig dick sein soll, .... Ungleiche Dicke ergab bei meinen Linsen immer Zonenfehler, da durch die Politur Wärme entsteht und das Pech sich bei unterschiedlich an die Glasoberfläche schmiegte.

    Eventuell ist das bei kleinen Linsen anders, da der Wärmeeintrag im Verhältnis zur Toolgröße stärker zum tragen kommt?

    Bei größeren Tools für das Spiegelschleifen habe ich jedenfalls immer wieder festgestellt, dass es in hohem Maße egal ist, ob das Tool genau gegengleich konvex ist, eine andere Krümmung hat, oder komplett flach ist. Wichtig ist nur, dass die Pechhaut dick genug ist und hinreichende Kanäle hat, damit sie sich gut anpassen kann. Neuestes Beispiel siehe mein flaches 40 cm Granittool auf 46 cm Spiegel: Glatte Politur, keine Zonen, scharfer Rand, alles gut.


    Meine Ansicht zu Kratzern hatte ich unter Mythen und Legenden aufgeschrieben. Wirklich wegen so einer Lapalie zurück zum Feinschliff oder gar zum Neuanpassen eines Tools zurückgehen? Jeder handgeschliffene Spiegel ist ein Individuum mit eigener Persönlichkeit. Ich gebe dem Kratzer einen Namen und fokusiere mich dann auf das Wesentliche: Eine möglichst gute Parabel. Z.B. Petros, Pavlos oder Stathakos... oder in deinem Fall vielleicht passender Petra, Paula, oder Tillyaline :)


    Bin gespannt, wie das mit deinem Terracotta Tool funktioniert. Wie dick und wie schwer ist es? Saugt es sich mit Wasser voll? Kannst du ein Bild von der aktuellen Pechhaut zeigen?

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