First Time Namibia - Teil 2





  • Das Wetterglück scheint anzuhalten - nach zuvor 4 nutzbaren Nächten am Stück, schien die Kette nicht abreißen zu wollen... Als wir ankamen, waren ebenfalls 4 Nächte zuvor am Stück bewölkt, mit uns kam das gute Wetter... Während wir gechillt mit Fernglas anfingen und ich selbst in den vergangenen Nächten eher so die Orientierungs- und Genussphase ausgerufen hatte, erstmal warm werden musste, sollten nun verstärkt Zeichnungen bei mir auf den Plan geraten, ein paar Mitbringsel sollten es schon sein...



    24.5./25.05.25 - "ChandeliEEEEr!"


    Dieses mal war zu Beginn erstmal klar, ich musste mich besser vorbereiten. Erstkontakt mit wesentlichen Genussobjekten war nun bereits hergestellt. Tagsüber nochmal 3 h Objektrecherchen, das Netz funktionierte zum Glück, alles weitgehend nach Uhrzeiten grob sortiert, damit ich wusste ob zu Beginn der Nacht oder eher später aufzusuchen. So war dann bald eine A4-Liste voll zusammengekommen. Die Linsen habe ich in einer halben Stunde versucht neu zu verkleben, habe extra Powertape dafür mitgenommen. Allerdings hält dieses wohl doch eher an richtig glatten Flächen. Ich murxte also wieder herum, nur um dann in der Nacht eine besserer Lösung zu finden, nämlich mit einem anderen Tape. Das sieht extrem improvisiert aus, funktioniert aber sicher und viel bequemer in der Übersicht des ganzen Feldes. Ich höre das Klatschen der gespreizten ATMler-Hände auf die Stirn schon bis hier...aber: Es lebe das Klebeband! :beaming_face_with_smiling_eyes:




    Beobachtungen


    Nachdem ich den Beginn der Nacht mit Mathias ein oaar Objekte angesteuert hatte, kam Klaus, der stets gute Musik am Gürtel habende Photograph, auf dem „Photographen-Highway“ , den gut markierten Hauptweg zwischen den diversen Plattformen und Sternwärtchen vorbei. Ihm wollte ich sowieso mal ein paar Blicke durchs Teleskop gewähren, nicht zuletzt weil er coole Objekttipps gab, wie dem „Dragon-Egg“ NGC 6164 beim Feuervogel-Nebel. Richtig tolles Objekt, die sich bipolar anordnenden Spiral-Ärmchen um den bohnenförmigen Nebel benötigen jedoch ein klein wenig Geduld, dann aber ein prächtiges Objekt, wie PN wirkend mit dem zentralen Sternchen. Wir sprachen tags auch über den Homonunkulus Nebel, den wir dann im Dobson bei zwar mäßigem Seeing ansteuerten, aber die orangenen Schleifen gut sichtbar waren. Das von ihm photographierte Drachenei zeigte ich ihm auch, er zeigte sich begeistert, wie dies alles auch visuell nachzuvollziehen ist und wir schwenkten hoch zum Feurvogel-Anteil, der jedoch das Sehfeld sprengte. Das ist doch eine schöne Kooperation zwischen Photographen und Visuellen! Toller Typ auch der Klaus, schade, dass er nicht in den Foren vertreten ist.



    So begann ich ab ca. 20.30 Uhr meine eigenen Beobachtungen, während Olivers Kamera in dem Gras nahe mir vor sich hinklickte. Um die Ecke wurde sich ewig unterhalten, die Sternwarte gegenüber von mir wurde in Betrieb genommen. Zum Glück war dann Ruhe irgendwann und ich konnte mich eingrooven und ein paar Objekte abhaken.


    Als erstes auf der Liste stand NGC 4945, der attraktiven und gleichzeitig dicken langen Galaxie bei Omega Centauri. Die habe ich einfach genossen, es zeigten sich viele Details. Edit: Hoppla, jetzt habe ich da doch tatsächlich eine Skizze dazu gefunden...hatte mich schon gewundert, warum ich auf meinen Notizen ein „Z“ hinter das Objekt gemacht aber erst nix gefunden habe... Nunja, so richtig zufrieden war ich wohl nicht und fertig war ich auch nicht, deshalb war die ganz hinten bei den Zetteln...aber ich zeigs mal. Die Gestalt ist sicherlich stark überzeichnet, die Form war schwierig zu fassen. Da aber Zeit drin gesteckt hat, hab ichs mal aufgehübscht hingefummelt. In Wahrheit ist die Galaxie breiter in meiner Erinnerung, diffuser. Das muss man beim Blick auf die Zeichnung wissen. Für eine zeichnerische Anpassung daraufhin hat mir jetzt doch die Geduld gefehlt ;)


    Der „Running-Chicken-Nebulae“ IC 2944 ist ein am Südhimmel photographisch oft anvisiertes Ziel, visuell für mich jedoch mit „langweilig“ auf dem Notizzettel bedacht worden, trotz H-Beta-Filter. Carinas Smile, NGC 3199 mit OIII war schon witziger, es sah für mich aus wie ein springendes Wiesel, mit einem nahen Nebel (NGC 3247 war es wohl), der wie eine nach vorn gebogene Bommelmütze aussieht.

    In der Bibliothek, dem hiesigen tatsächlich als „Astrotreff“ bezeichneten Gemeinschaftsraum hing ein Bild einer tollen Kombination von Dunkelnebel und Kugelhaufen – NGC 4372 und der Python „Black doedad“. Mathias hat das Objekt auch mit Fernglas gezeichnet. Mit Übersichtsvergrößerung benötige ich anderthalb Sehfelder, um alles hineinzubekommen, der Dunkelnebel ist dabei sehr lang und verläuft an einem Ende etwas anders als im Deepskyatlas verzeichnet. Der Kugelhaufen ist dabei groß, silbrig-diffus an einem Stern liegend, ich notiere: "nett!" Der Nebel wirkt breiter als auf Bildern und kommt eher dezent dunkelgrau und nicht schwarz daher. Der dieser schönen Kombination nahe gelegene weitere Kugelhaufen NGC 4833 liegt ebenfalls nett an einem Sternchen, sowas mag ich immer besonders. Der Haufen wirkt sowohl etwas kastig alsauch spiralig. Jetzt wo ich es niederschreibe irgendwie widersprüchlich, aber so lautet meine Notiz dazu. Mit diesen Objekten ist meine „zu Beginn der Nacht“-Sparte abgehakt.


    Der Katzenpfotennebel NGC 6334 war nun dran. Eines der Südhimmel-Objekte schlechthin, wenn man so vergangene Berichte studiert. Schon aus Bayern heraus erwischte ich in einer super Nacht 2 Tatzen davon – der omnipräsente und vielfach zum Einsatz kommende meme-artige O-Ton von den Jungs folgt darauf ... ein gesächseltes „UUUUH!!“ :D ... Eine Tatze davon damals sicher, die andere eher so lala.

    Hier in Namibia zeigten sich uns mit dem H-Beta-Filter sofort alle Teile/ Tatzen, inkl. einem weiten Ausläufer. Während Mathias kurz in die Unterkunft mit seinen Winterschuh-Spikes klackerte (endlich ist der Grund gefunden, warum durch die Wege so viel Löcher mit kleinen Ameisen-Erdhügeln kommen), suchte ich das entsprechende Bildchen herbei: Im Grunde war alles zu sehen, was das DSS-Bild zeigt. Sogar ohne Filter zeigte sich der Nebel vollständig, wenngleich natürlich schwächer. OIII wirkte nicht so doll.


    Kleine PN-Runde


    Mathias empfahl mir Shapley 1, da dieser PN einen Paradering zeigen würde. Jo, der Ring war schön zu erkennen, allerdings etwas schwach und ansonsten für mich eher nicht sooo der Hit. Aber bin auch nicht so der PN-Typ, wenn es nicht gerade irreguläre Gesellen mit schönen Details sind. Ich hatte mir in Sachen PN jedoch selber ein paar vermeintliche Schaustücke herausgesucht. So rutschte bald IC 4406 ins Gesichtsfeld meines Okulars, welcher sich als „Kasten mit Strich/ Teilung“ bei 300fach auf meinem Notizzettel verewigte. Dann kam der „Eight Burst-Nebula“ NGC 3132 dran, der schon interessanter war. Leider passte das Seeing nie so richtig gut bisher, aber für 300fach herum hat´s gereicht, sodass sich schön ein paar innere Schalen zeigten, welche mich zu einer Skizze animierten. Die untere Schale war etwas heller und dicker, der Zentralstern war gerade noch als einfach zu bezeichnen. Insgesamt ganz leicht oval.



    Interlude


    Das Säuseln der umliegenden Sternwarten war allgegenwärtig, das Remote-Teleskop bei Oliver und Mathias war im Dauerbetrieb und schwenkte alle 3 Minuten mit aufwallenden Servogeräuschen woanders hin. Hier werden laut Reinhold Daten zu Weltraumschrott gesammelt. Erstaunlich, dass 14“ dazu genügen.

    Kaum hat die Nacht begonnen, setzen auch die entsprechenden Tierstimmen ein. Eine Art Unkenruf ertönt, in etwa so wie unsere heimischen Rotbauchunken. Ein dumpfes vibrierendes, sich wiederholendes „Huh!“. Aber wie kann das sein, hier sind doch keine Tümpel!? Auf Nachfrage bei Reinhold tags drauf: Trappen! Permanenter Begleiter: die rauschenden Palmen, gerade hatte ich Pappeln geschrieben. Denn: es wirkte wie auf dem HTT, dem Herzberger Teleskoptreffen, wo es die beiden Pappeln noch gab. Passender könnte die Analogie nicht sein. Kurzum: eine Stimmung, einfach zum Wohlfühlen...





    Spiralen, Spiralen, Spiralen!


    Da der Südhimmel die Dinger anscheinend gepachtet hat, habe ich diverse Galaxien mit Spiralstruktur notiert, unter andrem auf Basis von Mathias´ super Zeichnungen bei den „Freunden der Nacht“. Schon witzig, von dem Zimmernachbarn erstmal Zeichnungen zu sichten als Vorbereitung :) Allerdings hatte ich nicht so richtig die Zeit auf dem Tacho, wo ich die am besten beobachten kann und musste die Hälfte der Liste auf die kommende Nacht, da Abendstunden, verschieben weil anfangs mit "rennenden Hühnern" und Co befasst.

    NGC 6907, 4038, 6221, 5247, 1365 standen hier zunächst auf dem Zettel, hab aber den Überblick verloren, wann ich diese tatsächlich probiert hatte und mich zumeist auf abhaken beschränkt, zuweilen mit Skizze, aber meist ohne Datum offenbar. Skizze von NGC 6907 und 6221..."schnell Spiralen erfassen und weiter geht´s " hat mir gereicht... War auch zu vage zum Zeichnen für mich. Bei NGC 6907 war die obige Bommel schwierig.


      



    NGC 4038 hatte ich offenbar verpasst, kann nix dazu finden. NGC 6221 zeigte sich mit einem Arm und einem auf der gegenüberliegenden Seite undefinierbarem kurzem Wuschel.

    Kleine Skizze...





    NGC 5247 und 1365 kommen in einer späteren Nacht dran.


    Für ab 2 Uhr notierte ich mir andere Galaxien, berühmte Südhimmel-Exemplare. Zum einen die Galaxiengruppe „Devils-Mask“, zum anderen das „Grus-Quartett“.

    Die Galaxien der Teufelsmaske um NGC 6771 waren nicht allzu hell. Man sollte schon etwas vergrößern. Es waren alle Mitglieder sichtbar, die beiden Augen von der Ausrichtung her in der Form erkennbar, allerdings ohne die gezeitenartigen Brücken. Das eine Auge war heller und dicker, der Mund war in Schräglage erkennbar. Das Sternumfeld unterstützte den Eindruck der Maske und zeigte sich recht markant. Die Galaxiengruppe selbst aber ist m.E. vom Schwierigkeitsgrad her in etwa etwas leichter als Stephans Quartett einzuordnen. Es springt einen also nicht an. Dennoch ein tolles Gefühl, diese berühmte Gruppe zu sehen!



    Oliver lieh mir seine Powerbank, sodass ich mein Timelapse nicht alle 2 h unterbrechen musste für den Batteriewechsel. Toll! So lief die Kamera zwischen kurz vor 20 Uhr bis kurz nach 5 Uhr. Wahnsinn!

    Dank ganzer 2 Sandwiches , das letzte direkt vor dem Schlafen gehen, ging es gestärkt durch die Nacht, ich bin der einzige der 2 Stück bestellte, also auch an diesem Ende der Erde bin ich das ausgewiesene Fressviech :)





    Die Nacht wurde recht feucht mit bis zu 90 Prozent herum, aber warm. Der Himmel war deutlich aufgehellt und nicht so brillant wie in der Vornacht. Aber egal, dennoch ließ ich mich zu einer Zeichnung am Ende hinreißen, die Ecke um den Chandelier-Cluster.


    Wiederholt hallte es durch die nächtliche Landschaft... zwischen den Observatorien und über die Gräser... ein gesächseltes "Chandelieeeer!“, fast gleichauf mit „MagellAAAnsche!“ - einfach random in die Nacht gerufen, zumeist von Olli, der so richtig im Modus war... :D


    Man ahnt es schon, der Chandelier-Cluster NGC 6723 ist eines der Schaustücke am Südhimmel, durch die Kombination Kugelhaufen, Emissionnebel, Dunkelnebel, helle Sterne nebendran – schon auf LaPalma eher zufällig angesteuert und nachhaltig im Gedächtnis geblieben. So harrte es eines Wiederbesuches und ich fertigte eine Zeichnung an. Visuell war für mich sehr schwierig zu trennen, was da Dunkelnebel und Reflexionsnebel ist, es verschwimmt einfach! Von daher hat die Zeichnung so ihre Fehler aber irgendwie muss man sich dem ja nähern versuchen. Ich meine sogar Dunkel- und Reflexionsnebel hat sich auf Photos komplett entgegengesetzt dargestellt. Also was Dunkelnebel bei mir ist, ist in Wahheit ein heller Nebel wenn ich mich recht entsinne. Verrückt. Guck ich später nochmal nach. Aber Zeichnung bleibt so - gesehen und interpretiert hab ichs eben so.


    Bei nachstehender Zeichnung ist auch zu beachten, dass die große schwammige Aufhellung unten links ein Gradient ist und nicht Bestandteil der Zeichnung. Die Aufhellung oben links hingegen ist ganz bewusst dargestellt. In dieser Ecke links oben geht der Nebelkomplex noch viel weiter als breiter Schlauch wenn ich mich recht entsinne, allerdings muss man sich ja für einen Bildausschnitt entscheiden - oder ein Mosaik machen.



    Sicher subobtimale Bedingungen, dennoch hatte ich einfach Bock. Ganz im Gegensatz zum Beginn der Nacht, wo ich einfach nicht in den Schwung kam ... im wahrsten Sinne des Wortes: der Schwung der Galaxie wollte mir einfach nicht gelingen, das Sternfeld bei NGC 4945 hatte ich schon bei den ersten Sternen 3 mal zerhunzt, ein zerknülltes Blatt in der Ecke zeugte am Morgen von einem gewissen Frust.


    Aber die Nacht war am Ende dennoch klasse, richtig was geschafft, ich war zufrieden.


    Das Grus-Quartet um NGC 7552 & Co bildete den Abschluss. Dieses fand ich entgegen mancher Unkenrufe toll. Schöne helle stark abgegrenzte Ellipsen, die selbst bei hellerem Himmel gut gehen und im 17mm Okular genau richtig Platz hatten.


    Ich hatte das Gefühl, da geht bisl was an Details, was das 8 mm Okular bestätigte, was ich aber jetzt noch herauszuarbeiten nicht so gefühlt hab. Als erster von uns dreien räumte ich das Feld, ich war platt.









    25./26.05. - Der Umstand namens "Raketensch...ss"


    Ich hatte den Tag über recht gut Schlaf nachgeholt. Am späten Nachmittag und Abend wurde klar, es grassiert eine Magen-Darm-Geschichte unter den Jungs. Oliver klagte über Durchfall und kündigte an, nicht zum Essen zu kommen, beim Abendessen stellte sich heraus, auch Benny, ein einen Tag nach uns angereister Photograph, ließ sein Gedeck ungenutzt und erschien nicht. Oha...vor wenigen Stunden saß ich mit ihm noch zusammen und ließ ihn an meinem Laptop ein paar Daten von seiner Karte auf seine externe Festplatte ziehen, weil er sonst eine volle Karte gehabt hätte und als Photograph bisl unglücklich dagestanden hätte. Ja, und ich hatte danach erstmal gemütlich auf meinem Gerät getippt, nachdem er dran war...


    Bereits vor dem Abendessen war der Toilettengang etwas ungewöhnlich und direkt nach dem Abendbrot hatte ich es eilig ... um es mal so zu formulieren. 100 m nach dem Essbereich war es stockfinster. In der zweiten Nacht standen etwa die Italiener staunend im Dunklen herum und ich wäre fast in sie hineingerasselt weil schlicht nix zu sehen war. Ich hatte nun keine Lampe dabei (falscher Stolz eines Visuellen ;-)) und irrte herum. Unser Domizil endlich gefunden, fand ich die Klinke zum Eingang nicht! :dizzy_face: Ohman!! Ich sah ein Licht in meinem Rücken kommen – Mathias, meine RETTUNG!


    Der Scherzkeks meinte, ob er sich kurz vorher nochmal die Hände waschen könne bevor ich ins Bad reingehe... hääää???? Alder! Ich habs eiiiiilig!!!! Dachte ich mir...


    Vom Timing abgesehen hatte er natürlich nicht zu Unrecht Bedenken, natürlich war die Lage Thema beim Abendbrot und eine ungewöhnliche Stille währenddessen. Aber der Drops war gelutscht. Reinhold meinte schon, wir könnten uns schonmal drauf einstellen, jeder kommt nun dran. Lässt sich theoretisch auch gar nicht vermeiden.

    Ich hoffte das Beste, mir gings soweit recht gut, bisl schummerig vielleicht, was ich aber nicht genau zuordnen konnte. Ich machte langsam und startete in die Nacht, jeden Schritt vorsichtig.

    Olli hat´s versucht, musste aber die Nacht schon von Anfang an aufgeben. Allen Mittelchen zum Trotz.

    Ich hingegen musste nur drei mal zurück in die Hütte, auch ohne Tabletten, ab 22 Uhr herum war Ruhe zum Glück.

    Zur Sicherheit konzentrierte ich mich dennoch den Abend/ die Nacht erstmal auf Genussobjekte, nichts zeichnen. Einfach nochmal einsaugen was geht, vielleicht wäre es die letzte nutzbare Nacht!! :pile_of_poo: ...

    Also Omega Centauri nachhaltig in die Netzhaut brennen lassen...locker eine halbe Stunde lang. Muss ja dann eine Weile reichen nach der Reise! Einfach nahezu unbeschreiblich schön dieses Sterngeprassel in schon niedriger Vergrößerung.


    Zu Omega Centauri habe ich auch eine besondere Beziehung, der Haufen erinnert mich stets an La Palma. Ich blickte zum Kreuz des Südens und träumte einfach vor mich hin... Ich hielt auch nochmals auf Centaurus A, diese riesige Kullergalaxie mit dem Staubband mittendrin und versuchte innerhalb des Staubbands möglichst viel zu erkennen – neben einem halbwegs gut sichtbaren hellen Bändchen waren mit Ach und Krach 2 Sternchen drin zu erhaschen.

    Die besagte Genussbeobachtung ging bei Eta Carinae mit und ohne Filter weiter. Der Gem-Cluster war wieder dran, sowie das richtige Schmuckkästchen und das Nadelkissen, ein großer reicher Sternhaufen, der im Teleskop eigentlich fast schon zu hoch vergrößert ist, aber alles einfach nochmal richtig tief optisch inhalieren...


    Mathias macht mich auf einen Kugelhaufen bei M 7 aufmerksam, ob ich den schon beachtet und gesehen hätte. Das klang spannend, war mir nicht bewusst. Tatsächlich zeigte sich eine Minimurmel in direkter Nähe – NGC 6453. Viel spannender allerdings fand ich folgende Entdeckung – direkt neben M 7 befindet sich der Dunkelnebel B 286, welcher von der Form her wie M 7 aussah – es wirkte, als wäre dort wo der Dunkelnebel ist, M 7 aus dem Himmel ausgeschnitten und woanders hin versetzt worden! Völlig krass. Als Dekoration der Szenerie gesellt sich Trumpler 30 hinzu. Ich notiere „extrem tolle Kombi vor reichem Sternenhintergrund“. Absolutes HIghlight für mich, fand ich RICHTIG super.


    Ständiger Begleiter der Nacht sind jagende Fledermäuse, die vor dem Himmel entlangzischen. Es ist vergleichsweise mild, Grillen zirpen. Toll. Wieder etwas LaPalma-Feeling. Die Palmen rauschen unentwegt 200m von uns entfernt – faszinierend, dass weiter oben deutliche Bewegung herrscht, die Nacht um uns herum am Boden ist windstill.


    Die Stille wird regelmäßig unterbrochen von Oliver, der vermutlich Angst hatte, ich könnte vom Boden verschluckt worden sein – sehr fürsorglich ;) Es hallte durch die Nacht: „Normaaaan?“ Ich: „HääÄÄ?“ Oliver: „Achsooo...“ und so ähnlich ^^


    Die Spikes von Mathias Schuhen und raschelnder Stoff wurden lauter. Ich hatte Mathias gerufen, um den Anblick von der M7-Konstellation zu bewundern – und juhu – er konnte es ebenfalls nachempfinden, diesen markanten Ausschnitt von M 7 im Himmel :) So macht das ja am meisten Spaß, statt man da was für sich alleine daherfantasiert...



    Einfach mal drauf da


    Es begann eine gewisse Freestyle-Phase anhand von den Atlasseiten, welche ich für die Reise aus dem Atlas gerissen hatte. Den Ganzen Nordhimmel mitschleppen bzw. Südhimmel am Berg...nee.


    So suchte ich den „Chain-link-Nebula“ auf, den PN IC 4406. Hier erkannte ich auch mit 270x nicht viel, woher der Name kommen soll, der Nebel selbst war etwas kastig und evt. eine mittige Teilung vorhanden, sehr unsicher. Das einzige was an ein Kettenglied erinnern könnte, war eine Sternkette, welche um den Nebel herumgeht und dieser sich in die Kette einfügt. Macht insoweit Sinnn. Die Sterne schienen in der Helligkeit sukzessiv e schwächer zu werden – laut meiner Skizze. Es handelte sich hier anders benannt um den Retina-Nebel, ein ganz bekanntes Exemplar der PN, welches auch Hubble schon aufs Korn genommen hat.


    Ich besuchte den Kugelhaufen NGC 5286, der sich an einem gelben Stern befand sowie NGC 5307, der sich als sehr kleines Knäuel ohne Details präsentierte.


    Einer der von mir vor Abreise hastig vom Buch abfotografierten PN war Drilling 1. Dieser war nun dran. Mit 17mm und OIII-Filter zeigte sich ein irregulärer Wuschel ohne allzu große Details, aber dennoch habe ich die Beobachtung recht spannend in Erinnerung. Das Kopfkino spielt natürlich mit rein, weil das Photo des Nebels faszinierend ist. Der PN NGC 3195 war mit 8mm vwi 170x nur ein kleines Bällchen.


    Die Spiralgalaxien-Liste war nochmal dran, NGC 6221 war zu dieser Zeit erreichbar und zeigte einen markanten Spiralarm auf der im Okular nach unten weisenden Richtung, in entgegengesetzter Richtung war nur ein kurzes diffuses Etwas zu sehen, kein markanter Arm.

    Mathias empfahl mir mehrfach Roberts Quartett, wo er hörte, ich wollte das Grus-Quartett machen. Nun versuchte ich mich einmal am Robertsschen, alles um NGC 88 herum. Puh. Was hat mir Mathias denn da aufgetischt? Trotz gutem Himmel, jedoch bei 70% Feuchte, war das eine fast schon grenzwertige Veranstaltung. Die Helligkeiten passten in den Unterschieden von den Angaben in Skysafari. Eine "Blume", womit Mathias die Anordnung als hübsches Ziel beschrieb, konnte ich jetzt nicht erkennen, vermutlich weil die Konzentration auf die Dinger, sie überhaupt zu sehen, der Eindruck gar keine Chance hatte zu entstehen.



    Ich hielt erstaunlich gut durch und war zum Glück recht wach. Mathias räumte gegen 5 Uhr das Feld, ich dachte ich würde es ihm sehr bald gleich tun. Aber die Transparenz war zu krass. Das musste genutzt werden! Eigentlich wollte ich nur die SMC (Small Magellanic Cloud) nochmal zum Abschluss ansteuern. Defakto starrte ich 1 Stunde mit dem Dobson in sie hinein und ließ mir 47 Tucane die Netzhaut zerschiessen.

    Was für ein reich gedeckter Objektetisch die SMC ist. Aus Spaß mal mit OIII draufgehalten. WOW.

    Auf einmal reiht sich eine Vielzahl an nebligen Bobbels entlang der Wolke, ich habe nicht genau gezählt, es müssen 10 Stück gewesen sein, eine Salve davon bildete eine markante „7“. Insgesamt sah das ganze Gebilde der dem 47 Tucane abgewandten länglichen Seite wie eine große Raupe aus, mit riesigem Kopf. Am Ende der Raupe das Finale mit dem hellsten Nebel und drei weiteren eng gedrängten hellen Kullern, mit einem vierten schwachen hintendran, wo ich nicht weiß, sind das nur Haufen oder auch Nebel oder nur Nebel – jedenfalls wahnsinnig toller Anblick im 17mm Okular.




    Während mein eigener Zeitraffer unweit von mir lief, beobachtete ich wortwörtlich bis in die Dämmerung und ließ den Hintergrund von 47 Tucane heller werden und beobachtete fast schon mit Gewalt starrsinnig weiter, obwohl er schon mehr und mehr verblasste. Zu schön immer noch der Anblick. Die SMC stand schon richtig hoch, höher käme sie diese Saison auch nicht. Keine Wolken, Kein Airglow trübten die Sicht. Die angesagten Wolken zu Beginn der Nacht waren ab ca. 00 Uhr gänzlich verschwunden und gaben die beste Transparenz der letzten 6 Nächte her.

    Ich bin ziemlich unempfindlich gegenüber dem Zodiakalband, konnte es noch nie sehen. Aber in diesen Morgenstunden ging ein frappierend helles Band vom Zodiakallicht bis zur Milchstraße – Wahnsinn.


    Ich stellte mich stumpf in die Landschaft, blockierte seitlich die künstlichen Gebilde der Farm und sah nur noch die SMC, die Weite, die Milchstraße. WOW zum Xten. SO habe ich mir das vorgestellt hier...und träumte erneut...







    Tags darauf entdeckte ich in den Einzelaufnahmen eine tolle Sternschnuppe, unser englischer Astrokollege Robert wurde in seiner Sternwarte ganz offensichtlich nur knapp verschont...





    Zum Abschluss probierte ich noch Saturn... Boah! Was für ein feiner Strich von Ring! Was für ein Anblick. Das Seeing war zwar nicht überragend aber gut genug, um bei knapp 300fach diese Ringstellung zu genießen. Olli kam irgendwo aus dem Nichts und ich zeigte ihm den Anblick.


    Um kurz vor 7 Uhr war ich im Bett, Wahnsinn, dabei wollte ich doch mehr oder minder zeitgleich wie Mathias die Nacht beenden, also vor 2 Stunden... denn da war ich schon gut durch. Auf letzte Stippvisite bei Mathias legte ich mich auf den Boden in Olivers und Mathias´ Ecke , mit Fernglas bewaffnet, und staunte wieder über die funkelnden Sternwolken, in welche die Kugelhaufen und Sternhaufen sowie Nebel eingebettet sind. Was für eine andere Welt. Bei uns in Europa stehen diese prominenten Objekte bestenfalls vor einem nebligen Hintergrund, hier aber, vor einem leuchtenden Sternwolkenfeld! Frappierend, einfach fantastisch, wie sich Objekte wie M6/M7, M8/M 20 von Dunkelnebeln durchtrennt inmitten von solchen glitzernden Sternwolken präsentieren. Unwirklich beinahe. Für jemanden der das erste mal in Namibia ist, reicht aus meiner Sicht ein Fernglas vollkommen aus für die ersten Nächte. Das kann man sich mit Blick auf die europäischen Objekte kaum vorstellen, aber hier ist es so.


    Mit diesen Eindrücken ging es nun 3h ins Land der Träume, ich wachte von allein bereits kurz nach 10 Uhr auf. Was sich der Körper dabei denkt, keine Ahnung, Oli z.B. pennt 8 h durch und gut ist..



    Auf dem Weg in die 7. Nacht... 


    Immerhin nach dem Frühstück um 11Uhr konnte ich gegen 13 Uhr nochmal ein wenig dösen bis ca. 15 Uhr, pünktlich hörte ich die Tür knarzen – Mathias machte wieder seinen Spaziergang.

    Ich kroch langsam aus dem verdunkelten Zimmer – die Vorhänge halten gut dicht, und tippte eine gute halbe Stunde bis zur Kaffeezeit die letzten Eindrücke runter. Und zwar hier.... (sorry, konnte mich für keines der Bilder als einziges entscheiden ;-))


        


    Jetzt bin ich gerade nach dem Abendbrot wieder in unserer Unterkunft, ein seltenes Ereignis trat ein: Wolken! So ist jetzt schon etwas Zeit, unter Grillenzirpen die letzten Erlebnisse festzuhalten. Mathias hatte ein super Idee - einfach die Zwischentür auflassen, dass dieses schöne Konzert zu uns hereindringt. Es ist im Gegensatz zu den vorangegangenen Abenden ziemlich warm, was die Grillen offenkundig sehr mögen. Die vorigen Nächte war dies gar nicht oder nur sehr wenig der Fall, jetzt aber klingt es wie im mediterranen Gebiet im Hochsommer in einer lauen Nacht – und hier: ist Spätherbst!

    Wunderbar.


    Beim soeben beendeten Abendbrot flog mich eine Gottesanbeterin an und es gab wieder eine Präsentation der einheimischen Sprache im Rahmen der Buffet-Eröffnung von einer sehr symphatischen emsigen Angestellten. Ich beobachtete sie fasziniert, wie sich ihre Lippen bewegten und die Worte kamen, jedoch gleichzeitig die typischen Klicklaute sich hinzumischten. Wahnsinnig interessant und irgendwie ergreifend.

    Mathias und ich spazierten trotz Wolken einmal Richtung Beobachtungsplatz, - wir testeten dabei, wie die Augen auf die vollständige Dunkelheit reagieren. Denn der Himmel zeigte ja durchgehend schwarze Wolken, winzige freie Stellen am Himmel machten sich durch Helligkeit bemerkbar – also genau umgekehrt zu den heimatlichen Verhältnissen. Nur sehr langsam kamen meine Augen in Schwung, unter einem undefinierbaren flächigen Blitzegewitter, wie das Flackern einer schwer in Gang kommenden Bildröhre. Wir kamen auf Effekte am Beobachtungsauge zu sprechen, wo es bei mir aber eher das zuzukneifende Auge war. Ich stellte gestern fest, dass das ansonsten zugekniffene Auge, wo ich aus Spaß mal mit beobachtete, eine seltsame Bildgebung hatte, wie eine RAW-Aufnahme eines Bildes, von diversen Pixeln und Rauschen durchsetzt, aber gleichzeitig seltsam klar und kontrastreich bzw. lichtempfindlicher. Wie eine Aufnahme die man auf einem Computer betrachtet. Ich fühlte mich kurz wie ein Cyborg, der nur denkt ein Mensch zu sein, aber in Wahrheit eine Maschine ist und dies in solch kurzen Momenten nur die Chance hat zu begreifen.

    Wie ein Riss in der Matrix... verrückt oder? Nicht dass ich das ernsthaft denken würde, Unsinn, aber das sind seltsame Momente, wo man wohl einfach merkt – verdammt, vielleicht etwas zu viel fern gesehen ;)

    Gegen Mitternacht soll es wohl aufreißen. Schade, mein Projekt, den Tarantelnebel zu skizzieren, fällt somit heut´ ins Wasser, da dies ein Abendobjekt zu dieser Jahreszeit ist.



    26.05./ 27.05. - Halbzeit, Bergfest, Schlafenspause


    Long story short: Wolken!


    Wir lümmelten im „Astrotreff“ herum und ich probierte mich etwas durch die ausliegenden Chips und überlagerten Snickers durch sowie einem originalen Windhouk-Bier. Trinke zwar normal keins, aber hier wollte ich mal wissen wie das schmeckt. Irgendwann war´s mir zu langweilig und ich schlug vor, einfach mal stumpf rauszugehen um zu spazieren. Das war so gegen Mitternacht. Oliver ging es wieder gut. Er war der erste draußen und am Klang seiner Stimme merkte ich, dieses mal war´s kein Scherz als er meinte – „klarer Himmel Leute!“ Es werden keine 5 Minuten gewesen sein und wir standen draußen an den bereits präparierten Geräten. Ich legte mehr oder minder sofort mit einer Zeichnung vom Pseudo-Schmuckkästchen (Gem-Cluster) los, kam gut voran, obwohl ich mich ein paar mal gleich am Anfang vertan habe. Aber es kamen sehr bald wieder Wolken herbei, ich habe mit der Brechstange die freien Ecken im Sehfeld weiter bearbeitet, während der Haufen selbst längst verdeckt war. Es half aber nix – es war bald wieder komplett zu. Ich hüpfte zwischen verbleibenden Lücken umher und faszinierte mich an den herausblitzenden funkelnden Sternwolken zwischen den dunklen Wolken. Die partiell freie Milchstraße bildete so einmal den Bauch von einem riesigen Insekt, einem fetten Schwärmer, und die strukturierten dunkelgrauen bis schwarzen Wolken bildeten riesige Flügel. Aber irgendwann war auch dieses Spiel ausgelutscht...


    Wir harrten bis ca. halb 2 aus, Oliver recherchierte, es sollte wohl bis ca. 4 Uhr so bleiben. Nee man. Ich verabschiedete mich ins Bett, ich war platt. Klarer Himmel gibt mir erfahrungsgemäß Energie, aber auf blauen Dunst hin ewig warten...nope.

    In der Bude zurück versuchte ich Schlaf zu finden, im Hinterkopf „befürchtete“ ich natürlich ein zeitnahes Aufklaren, während man aber bereits kaputt im Bett liegt. So war ich noch einige Zeit wach und stellte draußen komische Geräusche fest und Licht an den Rändern der Vorhänge. Welcher Depp leuchtete denn hier mit Weisslicht umher?...Dachte ich mir so. Irgendwann befreite ich mich von der fetten Bettdecke und lugte hinter dem Vorhang hervor. Mathias! Watt macht der da??? Er leuchtet irgendwie ins Gebüsch, unter die Palme... ich war aber zu müde um das genauer zu eruieren. Am Tag darauf erzählte er von einem Stinktier, welches er gefilmt hat. Auf der Aufnahme ganz niedlich, aber wenn man Pech hat, stinkt man dann selber mehrere Wochen lang... so Reinhold mit Verweis auf seine Hunde, die ihm diesen Salat regelmäßig immer mal wieder auftischen.


    Ebenso erfuhr ich am Tag darauf – es war um 3 Uhr wieder vollends klar gewesen - bis morgens zur Dämmerung. Wurscht! Ich war heilfroh, endlich mal länger geschlafen zu haben. Ich hatte Rücken, Nacken, Schlafmangel und hätte eh nicht gewusst, was ich in der früh spontan beobachten soll.

    Die Nachbereitung ....



    ...hinkt hinterher, sodass ich noch keinen Überblick über verbliebene offene Objekte hatte. Dafür war ich am nächsten Tag wie neu geboren! Alle Zipperlein weg, Restmüdigkeit Normallevel – nicht mehr das Gefühl, sich nach dem Frühstück direkt gleich wieder hinlegen zu müssen.

    Ich rief für kommende Nacht den Totalangriff :loudspeaker: :crossed_swords: :postal_horn: aus... Nicht nur der Dobson stand schon bereits, sondern die Stifte lagen fertig sortiert am Platz, nur noch der Okularkoffer blieb in der Bude.

    Oliver prahlte, er hätte seinen Dobson schon justiert – sein überraschter Blick auf mein „Ick ooch“ zeigt mir, jetzt glaubte er mir den Totalangriff ;)

    Gut, er hatte allerdings schon das Okular stecken – Punkt für ihn. Auch er hatte was vor, nämlich den Tarantelnebel fertig zeichnen. Unsere Kameras standen bereits vor sich hinklickend im Gras für die Zeitraffer. Dass die ersten Aufnahmen überlichtet sein würden war uns Wurst, Hauptsache, keinen dunklen Himmel verpassen, während wir zum Abendessen drin saßen.




    27.05./28.05. - Der totale Angriff.


    Alles steht bereit...






    Eine Gottesanbeterin versuchte am Nachmittag, meine Lauffläche mit einer klebrigen Puppe zu blockieren... und eine Heuschrecke mir den Weg zu versperren...


      


    Aber es half nichts:


    Beim Abendessen dachten alle ich scherze, als ich mit jedem Löffel des Nachtischs zählte“ auf die Plätze“...nächster Löffel, „Fertig“ letzter Löffel „Los!“ Ich sprang auf, griff im Augenwinkel das Nachtsandwich und hechtete mit langem Schritt Richtung Bude zwecks Nachtbekleidung.

    Und genau wie Oliver hatte ich den Tarantelnebel im Visier, um diesem zumindest ansatzweise dessen Schönheit zu entlocken, bevor die Große Magellansche Wolke mit ihm untergeht und der Mond die kommenden Nächte störend hinzutritt. Oliver war schon einige Zeit dran und ich bin sicher, das wird eine Kracherzeichnung. Ich hingegen hatte naturgemäß Hummeln im Hintern und noch mehr Programm als so ein detailintensives Objekt zu zeichnen, da es mein erster tiefer Südhimmelbesuch ist und wollte nicht allzuviel Zeit in eine Zeichnung setzen. Ich begnügte mich mit dem Gedanken, einfach draufloszumachen und irgendwie einen Ansatz dessen festzuhalten, was sich mir da im Okular präsentierte. Zeit für große Korrekturen räumte ich mir da nicht ein. Es war 19.30 Uhr als wir draußen waren und 19.45 Uhr saß ich mit Rotlicht am Dobson, der bereits aus dem Windschutzareal herausgestellt auf mich wartete, da die tiefe Sicht runter Richtung untergehende Große Magellansche Wolke ansonsten behindert würde...

    Zu meiner Überraschung ging es richtig gut vorwärts mit der Zeichnung. Ich entschied mich für Großfeld, da die Umgebung zu schön war, in welcher der Nebel eingebettet ist. So arbeitete ich mit meinem 17mm Okular. Zum Glück kam ich mit dem A4-Blatt gut hin und dass das Zentrum vom Nebel so klein war, störte auch nicht zu sehr. Ich bekam es irgendwie zu meiner Zufriedenheit auf Anhieb hin, wo ich hingegen in einer Vornacht ewig herummehrte und nicht mal 3 Sterne richtig zueinander orientiert hinbekam...





    Kurz: der Schlaf zahlte sich aus und der namibische Himmel hatte ein Einsehen mit mir und gewährte mir, ihn festzuhalten. Zwischendurch merkte ich, „verflixt“, eine Etage zu tief die weiteren Sterne angesetzt, an einem falschen Dreieck orientiert, aber ich entschied, dies zu ignorieren. Radieren ist nicht, da Fineliner. Ganz bewusst zeichne ich die Sterne damit, weil dies schnell, relativ sauber und präzise geht, und vor allem immer in einem tiefen schwarz, was sich später super invertieren lässt. Das Schöne am Tarantelnebel: das Ding ist HELL! Kaum Augenverbiegen, einfach zeichnen. Vor allem dann möglich, wenn es einem nur um den groben Gesamteindruck geht und nicht das letzte Detail. Ansonsten sitzt man eine ganze Woche an diesem Feld... Nach knapp anderthalb Stunden meldete ich daher in die Nacht rufend „Fertiiiig!“ und vernahm berechtigte zwar humorvolle aber nachvollziehbare Skepsis in den Meldungen, welche vom ca. 200 m entfernten Platz von Mathias und Oliver zurückwehten.

    Ich tappste mit meinem Klemmbrett und Lampe zu den Jungs und hielt Ihnen das Ergebnis unter die Nase. An der Reaktion vom sonst ruhigen Mathias und dem tendentiell dazu eher kontrastierenden Oliver ;) wurde klar, da ist mir wohl mal was gelungen, was unter der Fahne läuft: wenn man Bock hat, ausgeruht ist, und sich an den Riemen reißt und aufs Wesentliche konzentriert... geht was :)

    Ein zweistimmiges „UHHHH!“ hallte über die Gräser... ich grinste im Dunkeln.

    Ich gebe zu, ich bin nicht ganz ohne Stolz mit dem Brettchen zu den Jungs getapselt und war gespannt auf deren Reaktion.

    Mit der Zeichnung bin ich auch sehr zufrieden, hätte selber gar nicht mit gerechnet, mit solch einem Run. Ein Top Start in die Nacht!

    Mit der Nachbearbeitung habe ich es so gehalten, dass der Nebel unangetastet bleibt, auch die kratzigen Striche. Es darf den Charakter einer schnellen Zeichnung gern behalten, genauer und sanfter zeichnen würde nur Dinge schaffen die ich so nicht gesehen habe oder anders herum suggerieren, da hätte es nicht mehr zu sehen gegeben. Die Sterne hab ich daher im Wesentlichen auch so gelassen bis auf ein paar Highlights.


    Und schon wieder die Dünnen


    Weitergehen sollte es mit Spiralgalaxien und übrigen von mir favorisierten südlichen Superthin-Galaxien. So steuerte ich noch einmal PGC 47847 an – unter Zuhilfenahme vom Laptop mit extra von Oliver für mich mitgebrachter Rotlichtfolie. Klappte super! Völlig ungewöhnlich für mich diese Materialschlacht, einen Laptop am Beobachtungsplatz! Die Sichtung der Galaxie war dadurch aber dieses mal erfolgreich, wo der erste Versuch hier noch scheiterte. Allerdings war die Galaxie nur auf einer Seite von einer Sternansammlung zu erkennen, der restliche Körper war zu schwach. Ich holte Oliver und Mathias herbei, wo wir anhand des DSS-Bildchens schauten, was da ging. Die Dimmung des Bildschirms auf volle Pulle runter, inkl. Rotlichtmodus plus Folie war genau ausreichend schwach. PGC 69707 nebst Begleitgalaxie klappte ebenfalls, ein schwaches Sternchen am Ende war zu sehen. Stellares Zentrum, sehr schwer, sehr dünn notierte ich. Bei PGC 71948 (ESO 240-11) lautete die Notiz schlicht: „Geil!“ Toll, die Liste meiner südlichen Superthins nun vollendet.



    Chandeli....ihr wisst schon...


    Auch mit Fernglas wollte ich mal nach dem Chandelier-Cluster-Bereich gucken und der Haufen war gut zu erkennen. Gleiches galt für die ähnliche Objekt-Kombi um den „Dark Doodad“ an dem Kugelhaufen NGC 4372.

    Mit Fernglas stolperte ich über den offenen Haufen NGC 6067 und war gespannt, was der Dobson zeigen würde. Mit 25mm Okularbrennweite: „ganz nett“, aber tatsächlich schon recht stark aufgelöst. Hier wäre ein Großfernglas oder einfach kleinere Optiken schöner. In der Nähe befindet sich der PN He 2-150, den ich mal probieren wollte: Es zeigte sich ein Ring mit seitlichen Unterbrechungen, die obere und untere Ringhälfte war bei 270x jeweils mit einem aufblitzenden Sternchen verziert.


    Ein lautes Gähnen hallt mal wieder durch die Nacht - Mathias macht seinem Moonchild-Image alle Ehre - tags ruhig, nachts zucken alle Schafe von seinem Gähnen zusammen... in einer gefühlten Frequenz von alle 30 Minuten. Vermutlich ein Trick von ihm, möglichst viel Sauerstoff zu pumpen, um mit seinem Fernglas auch das schwächste Fitzelchen Nebel zu erwischen.


    Mathias verkündete freudig, er hätte mit seinem 8x42 endlich den RhoOphyuchi Nebel gesehen, beide Teile und eine lange Dunkelwolke. Ich probierte es einmal mit meinem 12x42 und ging problemlos. Laut Mathias war dies bei seinem letzten Versuch hier nicht möglich, der Himmel war heute wohl besonders gut.


    Querschuss


    Edit- Ergänzung Dank Mathias:

    Ein Ruf von Oliver quer in die Nacht,aber dieses Mal nicht so im Stil des Übernächtigten, der an der Laterne herum hangelt...;-) sondern festerer Stimme.... okay, da muss echt was sein! : Wie, was, Wo? Ich drehe mich einmal um die eigene Achse und sehe gaaanz langsam eine megafette Sternschnuppe in Zeitlupe parallel zum Horizont entlangziehen, ganz gemütlich zog sie dahin, ohne schwächer zu werden. Ja wie lange will sie denn noch?? Ein langer heller Schweif hinter ihr, der Bug orange-rötlich, in der Form wie ein schmaler superheller Komet. Verdammt, das wäre was fürs Fernglas!!

    Das Ding baumelte aber gerade verschlossen in der Tasche hinten am Dobson als Gegengewicht...keine Chance, da so schnell ranzukommen, Alternative ist gecrashter Dobson.... Das muss so eine halbe Minute gegangen sein, ehe dieses Objekt langsam schwächer wurde und im Südosten verschwand...laut Oliver ging das Ganze im Norden los.

    Tags darauf erfuhren wir,das ist irgendeine Rakete von Musk gewesen, laut Mathias die größte die bisher gebaut wurde und mal zum Mars sollte...der neunte Versuch (von was genau keine Ahnung;-)) von SpaceX Starship...und ging offenkundig schief.

    DAS war mal eine Show! Und natürlich hat das Ding keiner auf irgendeiner Aufnahme!


    Irgendwann schauten Mathias und ich uns zusammen den Helixnebel mit meinem 12"er an, der enttäuschte mich aber ziemlich, sowohl mit alsauch ohne Filter. Hier hatte ich ein deutlich besseres Bild von den Bergen in Erinnerung. Ich vermute auch hier – südlich sein ist nicht alles, die Transparenz und Luftfeuchte hat ein gutes Wörtchen mitzureden. Morgens hatten wir hier immer Werte von um die 80%, in den Bergen wo ich meine Vergleichsbeobachtungen herhatte, reden wir von 20%...Und: ohne Airglow.

    Hier haben die Zeichner einen eindeutigen Vorteil, die müssen nicht rätseln was sie damals gesehen haben, sie holen einfach die alte Zeichnung hervor. Andernfalls weiß man nie, was hat man sich ggf. einfach zu blumig gemerkt und was war wirklich besser zu sehen als hier und jetzt in Namibia.

    Ich steuerte noch auf den Kugelhaufen NGC 6388, notierte nichts weiter dazu, Wray 16 irgendwo um die Ecke war der wohl, habe ich nicht gesehen.


    Spektakulären Abschluss der Nacht bildete für mich NGC 55 und NGC 253. Spannend bei der 55 waren für mich die deutlichen Details am Einen Ende der Galaxie, welche mit OIII Filter auf einmal frappierend deutlicher wurden. Großartige Galaxie. NGC 253 ließ beim Schwenken überraschend noch NGC 288 ins Feld tretend, einem superschönen Kugelhaufen. Passt beides leider nicht ganz in ein Sehfeld des 25mm Okulars, aber fast. NGC 253 zeigte sofort und einfach eine Art Dunkelband wie auch Mathias bemerkte. Ich ließ die Schönheit von NGC 253 auf mich wirken, bis die Dämmerung eintrat...


    Hammer-Nacht.



    28.05./29.05.25



    Am Abend war nun Lagerfeuer angesagt bzw. Grill. Dennis, der Sohn von unserem Gastgeber reichte als Vorgeschmack ein paar Kostproben der Spieße herum, hauptaktuer am Schaschlick-Spieß: Springbock. Ausgesprochen schmackhaft und zart. Echt toll. Wie immer am Abend - eine traumhafte Dämmerungsstimmung, dieses mal garniert von der Mondsichel...




    Zum Eingewöhnen und als Belohnung der ergiebigen Vornacht, gab es erstmal etwas Herumgeknipse....




    Für den ersten Teil der Nacht nahm ich mir vor, die Große Magellansche Wolke einmal zu skizzieren. Extra hierfür hatte ich sowohl mein Stativ für das Fernglas alsauch schwarzes Papier mitgenommen, welches mir René einmal geschenkt hatte, als er noch meinte, nicht mehr zeichnen zu wollen... Mit dabei ein weißer Buntstift, entweder auch von René oder von mir noch, ist auch Wurst, jedenfalls einer mit sattem Weiss und welches man gut verschmieren kann.


    Sterndarstellung ist damit ein bissel wie mit Fäustlingen in der Nase bohren, zumindest wenn man im Feld nicht genug Geduld aufbringt. Ich wollte aber ohnehin einfach so viel Fleckchen erwischen wie möglich, Sterne waren da fast sekundär. Natürlich wäre eine richtige Zeichnung eine Mammutaufgabe, selbst mit Fernglas. Aber wenigstens grob festhalten... das war mein Ziel...




    Einmal mit Fernglas zugange, wollte ich auch einmal sehen, wie sich die Kugelhaufen/ Dunkelwolken-Kombination "Dark Doodad" hierin machen - tatsächlich sehr schick! Der Kugelhaufen am Stern war als silbriges Schimmern erkennbar.


    Mathias hatte Lust einmal die Antennengalaxien im Raben mit 12" zu sehen, hier bin ich noch "vorgeschädigt" von Lapalma, wo ich wieder einen verklärten besseren Erinnerungseindruck hatte als es jetzt hier aussah.


    Ich steuerte endlich mal wieder eine Spiralgalaxie an, NGC 5247. Hier präsentierten sich tolle Spiralen in allen Vergrößerungen, am besten mit 8mm Okular... Hier genügte mir eine schnelle Skizze...



    Oliver zeigte mir in seinem 14er den Gum-Nebel mit OIII, irgendwie unspektakulär und mehr was zum Rausbröseln in meiner Erinnerung. Irgendwoher hatte ich NGC 6300 her oder einfach im Atlas gesehen und angesteuert - Notiz: "Gx mit 3 Vordergrundsternen, ganz nett, etwas irregulär anmutend".


    Aus ähnlichem Grund wanderte der Dobson richtung IC 4662:, es zeigte sich eine seltsame Galaxie mit 2 schwachen Kondensierungen/ oder Vordergrundsternen innerhalb des hellen kleinen Ovals, von welchem eine schmadderige breite Fahne ausging.


    Als Genussobjekt steuerte ich M4, denKugelhaufen im Skorpion bei Antares an. Ein ungewöhnlicher Anblick. So hoch stehend, präsentierte sich irgendwie ein Muster, welches für mich wie der Kopf von dem Alien aus der entsprechenden Saga aussah...


    Ein quiekend-quakendes Geräusch wehte über die Wiesen - wir vermuteten den Gecko, der am Wegesrand lebte und Oli immer begegnete wenn er sein Teleskop herrichten wollte.

    Oliver: "Was hat der denn jetzt zu erzählen?"


    Wer weiß, vielleicht ein Objekttip?


    ...Die Galaxie NGC 6684 war jedoch ein kleines Objekt ohne Details, die Galaxie NGC 6407 erhielt bei mir sogar die Klassifikation "Rohrkrepierer, langweilig".


    Der Morgen kam mit großen schritten und ich dachte mir, das wäre doch eine coole Aktion, nach der großen Magellanschen am Morgen darauf gleich noch die Kleine Magellansche Wolke mit Fernglas zu zeichnen...


    Und auf gings - wieder eine gute Stunde schwingt der Stift. Hab leider zu weit oben mit der Zeichnung begonnen, sodas der spektakuläre Kugelhaufen 47 Tucane nur knapp am Rand gelandet ist - eigentlich eine Todsünde bei diesem Objekt... Ich musste schon etwas schummeln, eigentlich wäre der von den Abständen knapp nicht mehr auf dem Blatt gewesen...






    Eines der Highlights der Nacht bildete für mich NGC 1365, wenn nicht gar DAS Highlight.


    Diese wunderschöne Spiralgalaxie sollte erst kurz vor der Dämmerung hoch genug stehen.


    Ich kniete am Boden, als Oliver mit Sack und Pack an mir vorbeizog. Er wunderte sich, was ich da mache...quasi parallel zum Horizont. Es war erstaunlich - trotz tiefem Stand und Kampf gegen die Dämmerung, waren die Spiralarme einfach zu sehen....erkennbar war auch die diagonale Ausrichtung des ovalen Kerns.

    Ich war begeistert! Die Skizze geschah unter Hochdruck aber gehört zu meinen schönsten Beobachtungen... Just in time - und bei guter Horizontsicht ohne Airglow!




    Dies war das Abschlussobjekt der Nacht...





    Nun heißt es ein letztes Mal und bis zum Dritten Teil...


    To be continued...

  • >> Wir kamen auf Effekte am Beobachtungsauge zu sprechen, wo es bei mir aber eher das zuzukneifende Auge war. Ich stellte gestern fest, dass das ansonsten zugekniffene Auge, wo ich aus Spaß mal mit beobachtete, eine seltsame Bildgebung hatte, wie eine RAW-Aufnahme eines Bildes, von diversen Pixeln und Rauschen durchsetzt, aber gleichzeitig seltsam klar und kontrastreich bzw. lichtempfindlicher. Wie eine Aufnahme die man auf einem Computer betrachtet. Ich fühlte mich kurz wie ein Cyborg, der nur denkt ein Mensch zu sein, aber in Wahrheit eine Maschine ist und dies in solch kurzen Momenten nur die Chance hat zu begreifen.

    Wie ein Riss in der Matrix... verrückt oder? Nicht dass ich das ernsthaft denken würde, Unsinn, aber das sind seltsame Momente, wo man wohl einfach merkt – verdammt, vielleicht etwas zu viel fern gesehen ;)

    >>


    Hi Norman,


    Danke für Teil II Deiner mitreissenden Südhimmel-Elegien ! ;) Viele interessante Beobachtungen - auch abseits des Sternhimmels. ^^ Ich sehe aber in jedem Fall schon, es ist nicht so leicht sich am Südhimmel Objekte aus zu selektieren, es gibt natürlich sehr, sehr viel sehenswertes... Da muss ich einiges an Vorbereitung treiben, wenn es bei mir soweit ist.


    Zu Deinem oben zitierten Augenphänomen:

    Ist bei mir genauso ! Mein Beobachtungsauge (BA) rauscht praktisch gar nicht, das andere stark wie ein altes Fernsehbild nach Sendeschluss. Ich habe auch den Eindruck das normalerweise zugekniffene Auge (NZA) sei etwas lichtempfindlicher, aber andererseits kann das auch nur eine rein mentale Assoziation sein 'Rauschen --> sehr empfindliche Lichtwahrnehmung'. Ich probiere auch manchmal hin und her, aber das BA ist einfach bei weitem trainierter und gleicht das Rauschen in der post-retinalen Verschaltung irgendwie aus. Mir kommen die Details im NZA manchmal kurzfristig schärfer vor, aber diese Schärfe ist dennoch weniger gut fassen.


    Insgesamt ein sehr interessanter Effekt, der einem Physiologen bzw. Wahrnehmungs-Forscher sicher einige Rückschlüsse erlauben würde... Leider findet man zu solchen Sachen kaum Papers. Ich habe mal versucht, über die visuellen Effekte (im opt. Cortex) beim Field Sweeping (link) etwas zu finden - weitgehende Fehlanzeige leider...


    Letztlich eins noch: Deine Berichtsbegeisterung und Drine epischen Berichte/Erlebnisse verdienen eigentlich 'ne eigene Website, würde ich mir mal ernsthaft überlegen an Deiner Stelle. ;) So schwer + teuer ist das ja heutzutage nicht mehr...


    LG, Peter

  • Hallo Norman,


    bin dir wieder sehr sehr dankbar für diesen zweiten Mega Bericht, einfach genial geschrieben und mit einigen Schmunselmomente meinerseits, vielen Dank. Apropos Raketenschiss, die eine Rakete hast du noch vergessen das war am frühen morgen des 28. Mai gegen 2:15 Uhr. Musste noch nachtragen. Leute unbedingt nochmal vorbeischauen, das war der HAMMER. Auch toll deine Zeichnungen, haben ihren eigenen Charme. Muss ja nicht immer alles so mega clean wirken wie bei meinen, sieht echt toll aus und sehr authentisch, praktisch frisch vom Feld.


    Liebe Grüße

    Mathias

  • Hallo Norman,


    wieder ein super Bericht mit tollen Stimmungsbildern & Zeichnungen 8):thumbup:.


    Unter all den Highlights greife ich mal deine Zeichnung der Großen Magellanschen Wolke heraus. Bei unserem Südafrika-Ausflug 2018 hat mich visuell nichts so beeindruckt wie das überaus ergiebige Gesamtpaket dieser Galaxie, ein in seiner Art am Himmel einzigartiges Wimmelbuch an Sternhaufen und - oft sehr flächenhellen - Gasnebeln, oder einem Mix aus beidem. Die anderen haben mich bisweilen schon bisserl aufgezogen, wenn ich wieder mal mit Fünfling oder 20-Zöller in die Wolke abgetaucht bin: "Hey Ben, bist du wieder in der LMC ?" ;)


    Ich musste deine Zeichnung erst gedanklich drehen, um die von dir eingezeichneten Details zuordnen zu können. Jetzt hab ich sie auch physisch gedreht, damit sie mit der Karte meiner damaligen Starhopping-Pfade zusammenpasst:




    Servus

    Ben

  • Lieben Dank Peter fürs Lob und vor allem die Info mit deinen Augen! Krass, ist ja hochinteressant!! Das beruhigt mich etwas.


    Homepage...neenee.

    Ist schon genug Internet so wie es ist ;)


    Liebe Grüße und CS

    Norman

  • Hi Mathias,

    Herzlichen Dank für deine liebe Rückmeldung, freut mich sehr, dann hat sich das Getippe alleine dafür schon gelohnt.


    Ja diese Rakete... stimmt! Danke für die Erinnerung. Jetzt brauche ich nur noch Background Infos was für'n Teil das war, ihr hattet da ja was im Netz gefunden...


    Liebe Grüße

    Norman

  • Servus Ben,

    Danke dir sehr! Auch explizit für deine Treue bei den Rückmeldungen an dieser Stelle einmal:-)

    Tolle Gegenüberstellung! Da sieht man auch das Manko meiner Zeichnung, das große "X" unten links in deiner gedrehten Version ist mir im Eifer des Gefechts viel zu hell geraten;-)


    Beste Grüße und CS

    Norman

  • das war der neunte Versuch der SpaceX Starship, die größte Rakete die je gebaut wurde und uns irgendwann zum Mars bringen soll. Aber schreib du mal deine Eindrücke dazu.

  • Danke Norman für den Nachtrag mit der Rakete. Ich hatte mein Fernglas recht schnell dabei. Bei mir sah es gelb-orange aus von der Spitze zwei Streamer bzw. eine aufgabelung. Sah echt spektakulär aus. Richtung Osten ziehend wurde es immer Schwächer wo es dann wohl über dem indischen Ozean abstürzte. Ob Teile niedergegangen sind, hab ich nicht herausbekommen. Bin mir auch nicht sicher ob wir das verglühen des wiedereintrittes gesehen haben oder noch gezündete Raketentriebwerke. Sowas wird man sicher nicht nochmal erleben. 

  • Hallo Norman,

    Tolle Gegenüberstellung! Da sieht man auch das Manko meiner Zeichnung, das große "X" unten links in deiner gedrehten Version ist mir im Eifer des Gefechts viel zu hell geraten;-)

    Mei, ist in diesem Bereich sicher zu hell geworden, aber die Zeichnung mit seinen vielen Details gefällt mir insgesamt sehr gut - da steckt ja auch eine Stunde intensiver Beobachtung drin !


    Und das mit einem 12 x 42 Feldstecher, das zeigt was die LMC für ein fantastisches Hammer-Objekt ist 8) 8) .


    Servus

    Ben

  • Lieben Dank Ben!

    Bei benanntem "X" hat es anscheinend auch meine Zeichnung verwischt, ein breiter Schmadder... ein paar kleinere hatte ich nachkorrigiert in Photoshop, aber den großen hab ich nicht mehr genau zuordnen können anscheinend und so gelassen...


    Bin ansonsten selber erstaunt und freue mich, wie gut das alles zu passen scheint :)


    Beste Grüße

    Norman

  • Hallo Norman,


    Wow, wo bin ich?

    Ursprünglich wollte ich heute nur den ersten Teil deines Berichts lesen. Eigentlich sollte ich auch schon längst im Bett sein, aber ich sitze hier am Ende des zweiten Teils und komme mir vor, als wäre ich gerade aus einem Traum aufgewacht.

    Dein mitreißender Bericht mit den fantastischen Bildern und tollen Zeichnungen hat mich auf eine wundervolle, virtuelle Reise mitgenommen. Nebenbei hatte ich Stellarium offen und habe mir dort viele deiner Objekt angesehen und so quasi "mitbeobachtet".

    Ich freue mich jetzt schon sehr auf den dritten Teil.


    Vielen herzlichen Dank und schöne Grüße

    Christian

  • Hallo Christian,

    das ist doch mal eine liebe und tolle Rückmeldung - freut mich sehr!

    Vielen herzlichen Dank meinerseits!


    So ist natürlich der Plan gewesen, möglichst lebendig die Leute mitnehmen... schön dass es bei Dir so funktioniert hat :)


    Schöne Grüße und CS

    Norman

  • Hi Normi , alter Freund,


    hab jetzt erst die Berichte von deinem Namibia-Trip gelesen.


    Ach Tivoli,

    lang, lang ist´s her. Damals noch mit Martin Birkmeier.

    Wenn ich deine Bilder anschaue, kommt gleich Gänsehaut auf.

    Ich glaube damals im Galileo-Haus gewohnt zu haben.

    Stand etwas abseits.

    Ich erinnere mich noch, das ich total überrascht war, das es dort zum Frühstück

    Mühlhäuser Pflaumenmus gab. hahahaha

    Und die frisch vom Baum gepflückten Orangen, köstlich.


    Danke für deine, wie immer gewohnt ausführlichen und bildlichen

    Berichte.

    Hab noch ne schöne Zeit dort.


    Gruß vom Oderdeich (heute mit 35° C)


    Ronald

  • Hi Ronald,

    schön von Dir zulesen - lieben Dank.

    Ja, der Orangensaft morgens jedes mal - brutales Zeug!

    Den Busch hat leider der Frost zerlegt, aber eine Nachbarfarm hat wohl für die Versorgung damit gesorgt.


    Ich hatte heute auch 35 Grad , in der Heimat ;)


    Freu mich schon aufs HTT oder schon vorher wieder auf den Silberberg mit dem alten Haudegen.


    Liebe Grüße


    Norman

  • Hi,


    eigentlich wollte ich das hier nur lesen und nicht mehr kommentieren, aber


    Starship beim Test Flug Failure zugesehen? Cool! Wusste nicht, daß es schon über Afrika am Glühen war. Dachte erst weit hinter Madagaskar...


    Ich wollte ja den neuerlichen Testflug auch abpassen, am 29, bzw. 30.6. Plötzlich erzählt mit Hottie: Wird nix, ist auf dem Teststand explodiert ;( !


    CS,

    Walter


    PS, wenn ich doch schon dabei bin: Die Tarantel zeichnen zu wollen - nach wieviel Glas Wein, kommt man auf so eine Idee?!! :partying_face: Und wieviel Red Bulls danach braucht man um so ne Wahnsinns Skizze hinzulegen. Ich kann nicht anders als meinen No.1 Satiriker zu bemühen/zitieren - Georg, Schramm mit: "RRREßPECKT!"

  • Vielen lieben Dank Walter! Freut mich sehr dein Lob zur Zeichnung :)


    Hab wirklich selber gestaunt in jener Nacht, wie gut das voranging :+))


    Danke auch für die Erinnerung mit dem Raketen- Fail, wollte ich eh nochmal recherchieren zu ...


    Schöne Grüße !

    Norman

  • Ja, ich hab diesen Flug live per Stream verfolgt:


    FULL SpaceX Starship Flight 9 Broadcast re-upload


    Zeitstempel zum Vorspulen:

    bei 45:30 Start

    bei 1:27:00 Glühen, dann Übertragungsabbruch


    eine Analyse hat Scott Manley geliefert

    SpaceX baut den größten wiederverwendbaren Booster und eine Tür, die sich nicht öffnen lässt – Zu...

    (sieh nur zu, daß die Original Sprache läuft und nicht die dämliche KI-Deutsch Vertonung)


    Aber bevor Du Zeit verschwendest, eine Blitz Zusammenfassung:


    Etliche letzte Test Flüge sind früher oder später außer Kontrolle geraten. Diese kam mindestens bis nach Namibia offensichtlich.

    Die anderen sind schon über der Karibik zerbrochen/explodiert. Ein paar (frühere, bessere Versionen!) haben es planmäßig bis kurz vor Australien geschafft und kamen kontrolliert runter (IFT 4 glaub ich, oder 5, IFT gleich Integrated Flight Test oder so). Der Track ging bisher immer über den südlichen Zipfel Afrikas hinweg.


    Starship soll ja das Mega Ship der nächsten Generation werden (Saturn 5+ Klasse). Voll wiederverwendbar und für Flüge zu Mond und Mars geeignet, als (rel. preiswerter) Massen- und Schwer-transporter. Von der Idee und Design her. Der Weg ist offenbar noch lang, bzw. gerade im Hold oder Zeitschleifen Modus. Gestartet wird nicht wie üblich aus Florida, sondern Texas jüst an der Mexikanischen Grenze.


    Muss hier nicht weiter diskutiert werden, aber ich wollte Dir Zeit beim Forschen sparen.


    CS,

    Walter

  • Das ganze Programm bislang in 3 Minuten. (Im Nachbarforum entdeckt. Ich mag es ! Der Schlusstakt war die Rakete auf die ich gewartet habe.)

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