14 zoll SC thermisch beherrschen - wie???

  • Hi Sternfreunde,


    ich habe mir ein 14" SC (noch unter der alten Bezeichnung ARC) zugelegt; erste Beobachtungen zeigten eine sehr befriedigende Abbildung, aber jetzt geht es darum, das Teleskop thermisch zu beherrschen. Natürlich gibt es im Netz allerlei Erfahrungen dazu, wie z.B. den Tubus isolieren, und-, oder Lüfter einbauen usw.


    Jetzt würde mich interessieren, ob das hier schon jemand gemacht hat und was er dazu schreiben möchte. Es ist alleine schon interessant, dass z.B. Lüfter ja... aber wohin?? Manchmal wurde geschrieben, nur saugend hinten, dann wieder saugend und blasend über den Hauptspiegel. Wäre sehr an Euren Ausführungen dazu interessiert.


    Ergänzung: das Teleskop steht in einer Rolldachhütte!!


    lg aus Tirol

    tom

  • Hallo Tom,


    ich habe die gleiche Situation. Mein "Obelix" (Meade 14" SCT) sitzt in einer Rolldachhuette. Gegen Taubschlag habe ich neben der Taukappe eine Tauheizung im Einsatz. Gegen die Tubusschlieren tue ich nichts, und sicher liesse sich da was verbessern. Wobei ich dazusagen muss, dass in unserem nordostenglischen Klima starke Temperaturstuerze eher die Ausnahme sind.


    Ich habe schon oefter darueber nachgedacht, unten eine Oeffnung mit einem Partikelfilter und oben einen Luefter anzubringen, um vor der Beobachtung einen Luftaustausch zu gewaehrleisten. Erfahrungen habe ich jedoch keine damit. Was ich nicht sehe, sind die charakteristischen Spikes, die durch den "Warmluftsee" erzeugt werden, wenn ein SCT auskuehlt. Aber wieviel von meinem beobachteten Seeing im Instrument erzeugt wird, weiss ich nicht.


    @Play: Das 14" von Tom steht in einer Huette. "Rausstellen" ist bei diesem Trumm auch kaum moeglich, die Tonne ist ziemlich schwer. Allerdings kann die Huette nateurlich fruehzeitig aufgeschoben werden, solange die Sonne nicht auf den Tubus scheint.

  • Hallo zusammen,


    ich habe ein 12" SC und diesen mit 2 Lagen Isoliertapete ( je 4mm) von außen isoliert. Bei Planeten ein ganz deutliches Plus bei mir im Garten.


    Für heiße Tage habe ich zusätzlich ein Lüfterrohr, was in die Okulareseitige Öffnung kommt. Diesen lasse ich vor dem Beobachten ca. 30 min. laufen.

    Bringt auch was, grade bei Teleskoptreffen im August.


    Google mal nach "SC Kühlung ohne Bohrung". Den dort weiter hinten gezeigten Aufbau hatte ich als Anregung genommen.


    Ich habe als Führung und Befestigung am Teleskop ein 50mm Kunststoff-Rundstück genommen, und dort noch Löcher reingebohrt. Somit kommt durch das kleine Rohr frische Luft und durch die Bohrungen im Kunststoff tritt die Luft aus dem Tubus aus. Dadurch sollte kein Staub in den Tubus kommen, da sozusagen Überdruck herrscht.


    Vor dem Lüfter muss natürlich Filter Material und das dünne Rohr was reingeschoben wird, nicht bis ans Ende schieben, da ist der Fangspiegel. Das kleine Rohr vorne verschließen, damit die Luft nicht nur den Fangspiegel und die Schmidtplatte kühlt. Dafür vorne seitlich am Rohr 3 Bohrungen 120° versetzt anbringen. Preis für alles ca. 20 €.


    Schöne Grüße

    Dirk astrotreff.de/index.php?attachment/100256/

  • Hey Sternfreunde,


    erstmal Danke für die Antworten!!

    was mich allerdings schon ein wenig verwundert, dass in Anbetracht der Häufigkeit von SC´s so wenig Instrumente dahingehend "frisiert" wurden; Warum ich mich dafür interessiere: nur ca. 5 Meter von meinem SC entfernt steht ein 16"-Newton; bei der Beobachtung vom Jupiter ist uns heuer aufgefallen, dass das Seeinbedingte Flimmern im Newton (mit Lüftern ausgestattet und nur einen 25mm dicken Spiegel) wesentlich kleiner war, als gleichzeitig im SC (nicht Details, sondern ausschließlich die Bewegungen der Planetenscheibe bei gleicher Vergrößerung);


    Für mich ergibt sich derzeit folgendes Bild: eine Isolierung des Tubus ist gut (Danke Dirk) und wenn dann auch noch Lüfter angebracht werden wird es noch besser. Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, ob die Lüfter hinten saugend, oder seitlich über dem Hauptspiegel je 1x saugend und 1x blasend angebracht werden sollen.


    @ Dirk: zeigst mir vielleicht mal ein Foto von Deinem eingewickelten Tubus??


    lg

    tom

  • Hallo Tom.


    Probier doch einmal


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    oder ähnliches. Kostet nicht die Welt, und Versuch macht kluch, wie unsere Nachbarn im Norden sagen.

    Zwei oder drei mal rundherum.


    Dazu sollten natürlich noch Ventilatoren kommen, damit der HS schneller temperiert wird. Das bedeutet aber, Öffnungen in den Tubus hineinzuschneiden. Nicht jedermanns Sache, aber unumgänglich, wenn man diese Geräte wirklich gut nutzen will.


    Ja, mich wundert auch, warum die diversen Hersteller von SCTs, Dall-Kirkhams und was es sonst noch so gibt, davor zurückscheuen, die Erkenntnisse und Erfahrungen die in den letzten Jahrzehnten bezüglich Instrumenten-seeing gemacht wurden, in ihre Produkte einfließen zu lassen.


    Man kann nur den Kopf schütteln.



    Viele Grüße nach Tirol,


    Guntram

  • Salve,

    der technische Aufwand solch ein Gerät in den Griff zu bekommen ist immens.

    Habe einen 16" Meade SC in der Rolldachhütte.

    Dieser hat zwei Absaug-Ventilatoren hinten an der HS-Zelle mit Geschwindigkeitsregelung.

    Vorn eine Tauschutzheizung die gleichermaßen einstellbar ist.

    Vor der Beobachtung werden Zenithspiegel usw. hinter dem Blendrohr entfernt damit eine Luftaustausch erfolgen kann.

    Die Rolldachhütte hat einen sehr leistungsstarken axialen Ventilator verbaut um das Seeing in der Hütte an den Außentemperaturen anzugleichen...Tür auf kann helfen :)

    Mein Vörgänger hat den Tubus außen beklebt mit einem Isolator... glaube nicht das es das bringt..sonst hätte er Ihn ja behalten ;)


    Um einen schnelleren Luftaustausch bei schwereren Fällen zu gewähren benutze ich bzw. empfehle ich eine zentrale Absaugug die durch das Blenrohr des SC vollzogen wird.

    Mit Hilfe eines Ventilators saugt sie die Warmluft oder feuchte Luft, die sich im Tubus ansammelt, durch die zentrale Bohrung ab und füllt sie über die drei seitlichen Kanäle wieder mit frischer Umgebungsluft auf. Dadurch kann das lästige Tubusseeing während der Akklimatisierungsphase schnell beseitigt werden. Insbesondere bei SC-Teleskopen, Mak-Teleskopen und Refraktoren führt die Verwendung dieser Absaugung zu einer verbesserten Bildqualität zu Beginn der Beobachtung. Der Ventilator/Absaug-Motor wird mit einer Spannung von 5V betrieben und kann über den USB-Stecker problemlos mit einer Power-Bank verbunden werden.


    Die Bauteile sind mit dem 3-D Drucker angefertigt worden.


    Durch den technischen Einsatz und der Eliminierung des Hütten-Seeings kann ich nun erheblich höhere Vergrößerugen ansteuern


    saluti Giovanni

  • Hallo Tom,


    hier wie gewünscht das Bild und einmal eingesteckt ins Teleskop.

    Die oben aufgeführte Isoliertapete ist richtig, ich hatte da nur 50x50 cm Platten gekauft, ist aber dasselbe.


    Giovanni seine Lüfterhalterung finde ich gut, würde den Lüfter aber blasend einbauen, damit die Luft über die Bohrungen Austritt. Das hat den Vorteil das man noch einen Staubfilter einbauen kann.


    Schöne Grüße

    Dirk

  • Hallo Tom,

    im Laufe der Jahre hatte ich mir da auch schon viele Gedanken mit meinem C11 gemacht.

    (Am Ende bin ich von SCs weg, aber das muss natürlich nichts heißen)

    Für mich stand als Erstes eine Analyse an. Heller Stern, sehr weit defokussiert und die aufgezogene Fläche beobachtet.

    Da sah ich unter anderem 2 Fähnchen rechts und links vom FS. Ich sah aber auch mal andere Strukturen. Hand an den Tubus gelegt und nach 2 Sek. kamen die Schlieren. Es gab Unterschiede bei der Neigung, etc.

    Für mich war dann klar, dass es im Innern zu warm ist. (Nicht etwa eine Hauswand oder das Fundament)

    Mit Lüftern habe ich kurz gearbeitet. Aber auch da läuft man einem Temperaturgradienten immer hinterher, genau wie beim Rausstellen auch.

    Schließlich hatte ich mir eine Kühlbox gebaut, in der das C11 aktiv gekühlt wurde, und zwar unter die Umgebungstemperatur, denn zu kühl ist weit weniger schlimm als zu warm. Für euch sicher so keine Option.

    Ich arbeite aber bei mir aber auch gerade an einer neuen Möglichkeit, und zwar habe ich noch eine alte Klimaanlage. Ich möchte das Teleskop komplett in Folie einpacken, eine Öffnung für die kühle Luft anbringen und eine kleinere für die Abluft.

    3°C unter die Umgebungstemperatur würden reichen. Ganz nebenbei würde ich am Ende einer Beobachtung so die Luftfeuchtigkeit entfernen können.

    Vielleicht klappt es, vielleicht wieder nur eine unnötige Bastelidee.

    VG ralf

  • Hey Sternfreunde,


    Wow, das sind insgesamt sehr interessante Aspekte. Werde mich mal mit denen auseinandersetzen und wenn unser 16er dann läuft, nach erfolgter Operation am SC (mit was auch immer) darüber hier berichten.


    lg

    tom

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