OdM November 2024 - Im Widder spielt die erste Geige: NGC 772 & 770 und das Phantom M 74

  • Hallo zusammen,


    für die Auswahl des OdM November 2024 (und meine Premiere) habe ich nach relativ bekannten Objekten gesucht, die ich selbst noch nicht beobachtet habe und die hier bislang noch nicht präsentiert worden sind. Ich möchte die Spiralgalaxie NGC 772 und deren wechselwirkenden Begleiter, die elliptische Galaxie NGC 770, vorstellen. Beide Galaxien befinden sich im Sternbild Widder (Aries) und sind auch als Arp 78 gelistet. Das Hauptobjekt NGC 772 wird auch als Fiddlehead Galaxy (vgl. Stoyan & Glahn, 2018) bezeichnet, weil die Spirale mit einem langgezogenen Arm an einen Geigenkopf oder eine Farnspitze erinnert. Im Beobachteratlas für Kurzentschlossene (Freunde der Nacht, 2020) wird die Form des deutlich dominierenden Spiralarms mit einem Apostroph verglichen. NGC 772 ist außerdem die hellste Galaxie im Sternbild Widder (vgl. Stoyan & Glahn, 2018). Während NGC 770 eine Größe haben könnte, die etwa zwei Drittel der Milchstraße ausmacht, scheint die Fiddlehead Galaxy andertmal größer als unsere Heimatgalaxie zu sein (vgl. NED, 2024).


    Abschließend lohnt sich noch ein Besuch bei der Spiralgalaxie Messier 74 im nahen Sternbild Fische (Pisces). Im Atlas für Himmelsbeobachter wird die Spirale für einen Messier-Marathon (Beobachtung aller Messier-Objekte) als das schwierigste Objekt am Abend genannt (Karkoschka, 2022). Die Schwierigkeit dieser relativ großen Galaxie liegt vor allem in ihrer geringen Flächenhelligkeit, weshalb sie auch den Beinamen Phantomgalaxie erhielt (vgl. Schnabel, 2021). Ihre Flächenhelligkeit ist ähnlich groß, wie die von NGC 772 (ca. 14 mag/arcmin²). Sie gilt als klassischer Vertreter einer Grand Design-Spiralgalaxie – laut deutschsprachiger Wikipedia weisen diese Welteninseln genau zwei symmetrische und klar ausgeformte Spiralarme auf. Das Objekt zeigt sich face-on, also in Aufsicht. Im Größenvergleich mit der Milchstraße ist sie vielleicht etwas kleiner oder gleich groß (vgl. NED, 2024).


    Allen aufgezählten Galaxien ist gemeinsam, dass sie sich nahe der Ekliptik befinden. Die beste Zeit zur Beobachtung im November in Mitteldeutschland ist zwischen 21 Uhr und 23 Uhr (MEZ), wenn die Objekte hoch genug am Himmel stehen. Meridianzeit für die Sternbilder Widder und Fische ist um 23 Uhr (Karkoschka, 2022). Das Mondlicht stört die Beobachtenden in Blickrichtung Südost am Anfang und am Ende des Monats November 2024 am wenigsten.


    Objekte im Detail


    NGC 772 (Arp 78) – Fiddlehead Galaxy
    Rektaszension: 01h59m19.5s

    Deklination: +19d00m28s

    Quelle: NASA/IPAC EXTRAGALACTICAL Database [J2000.0]


    NGC 770 (Arp 78)

    Rektaszension: 01h59m13.6s

    Deklination: +18d57m17s

    Quelle: NASA/IPAC EXTRAGALACTICAL Database [J2000.0]



    Quelle: Screenshot von Wikisky (DSS 2), eigene Beschriftungen und Linien hinzugefügt.


    Messier 74 (NGC 628) – Phantomgalaxie 

    Rektaszension: 01h36m41.8s

    Deklination: +15d47m01s
    Quelle: NASA/IPAC EXTRAGALACTICAL Database [J2000.0]


    Quelle: Screenshot von Wikisky (DSS 2), eigene Beschriftungen und Linien hinzugefügt.


    Arp 78 lässt sich finden, wenn man sich an γ Arietis (Mesarthim) orientiert, ein Doppelstern am Ende bzw. Anfang des Widders. Zunächst folgt man der Verbindung von α Arietis (Hamal) zu β Arietis (Sheratan) - diese beiden Sterne sind die hellsten des Sternbilds (+2 mag; 2,6 mag). Der leuchtschwächere γ Arietis (+3,8mag) liegt nach einer Biegung nicht weit südlich von letzterem. Schließlich befindet sich das gesuchte Galaxienpaar nur etwa 1,5° östlich von γ Arietis.


    Quelle: Screenshot von Wikisky (DSS 2), eigene Beschriftungen und Linien hinzugefügt.


    Zum Auffinden von Messier 74 im Sternbild Fische kann η Pisces (Alpherg | Kollat Nunu) genutzt werden, der hellste Stern (+3,6 mag) in dieser Konstellation. Er befindet sich ca. 7,5° in südöstlicher Richtung von Arp 78 entfernt. Ganz in seiner Nähe, ebenfalls etwa 1,5° nordöstlich, zeigt sich „das PhantomM 74. Vielleicht findet man die Galaxie im Südosten, ausgehend von Arp 78, bevor man auf η Pisces stößt.



    Quelle: Screenshot von Wikisky (DSS 2), eigene Beschriftungen und Linien hinzugefügt.



    Einige Fragen zur Beobachtung können interessant erscheinen:


    Arp 78

    • Ab welcher Öffnungsgröße wird NGC 770 sichtbar?
    • Kann das Galaxienpaar mit einem Fernglas gesichtet werden?
    • Ab welcher Öffnungsgröße wird die Spiralform von NGC 772 sichtbar?
    • Lässt sich die elliptische Form von NGC 770 erkennen?
    • Kann der Zerfall des dominierenden Spiralarms "in mehrere Fragmente" (Freunde der Nacht, 2020) beobachtet werden (ab 16 Zoll möglich)?
    • Für Fotografen: Tief belichtete Aufnahmen sollen eine Interaktion zwischen beiden Galaxien zeigen (Freunde der Nacht, 2020). Lässt sich eine Wechselwirkung zwischen beiden Galaxien erkennen? Wie tief muss man hierfür belichten? Ist dies für Amateur-Astrofotografen überhaupt realistisch?

    Messier 74 - Phantomgalaxie

    • Wie bedeutend ist die Himmelshelligkeit? Kann das Objekt dennoch in lichtverschmutzten Gebieten gesichtet werden?
    • Ab welcher Öffnungsgröße wird die Spiralform von M 74 sichtbar?
    • Kann erkannt werden, dass sich das Zentralgebiet nicht genau in der Mitte befindet (Karkoschka, 2022)?
    • Lässt sich M 74 im Fernglas identifizieren? Welche Öffnung ist hierfür minimal notwendig?
    • Für Fotografen: Wie stark wirkt sich die schwache Flächenhelligkeit auf die Belichtungszeit aus?


    Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und viel Spaß mit dem OdM November 2024! Ich freue mich über Beobachtungsberichte, Zeichnungen, Aufnahmen, aber auch über Ergänzungen, Korrekturen und Kritik. Außerdem hoffe ich, dass meine Ausführungen in den trüben Herbsttagen (hier in der Vorrhön) motivieren können und die Aufsuchkarten helfen, die Objekte zu finden :). Eigentlich wollte ich diese Galaxien noch vor meiner Vorstellung selbst beobachten, habe aber den letzten Beobachtungsabend genutzt, um wenigstens einen letzten Blick auf den Kometen C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) zu werfen.


    Quellenverzeichnis:


    • Stoyan, R. & Glahn, U. (2018): Interstellarum Deep Sky Guide. S. 51. Oculum, Erlangen.
    • Karkoschka, E. (2022): Atlas für Himmelsbeobachter: Die 500 schönsten Deep-Sky-Objekte mit Karten und Fotos. Seite 60. 7. Auflage, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG., Stuttgart. 
    • Freunde der Nacht (2020): BAfK - Beobachter-Atlas für Kurzentschlossene. Seite 7 (Arp 78) & S. 74 (M 74). URL: https://www.freunde-der-nacht.net/projekt-bafk/.
    • Schnabel, A. (2021): Objekte des Monats: Die Phantomgalaxie Messier 74. URL: https://spreewald-spechtler.de/2021/11/objekte-des-monats-die-phantomgalaxie-messier-74/.
    • NED - NASA/IPAC Extragalactic Database (2024): Objekte: NGC 770; NGC 772; M 74; URL: https://ned.ipac.caltech.edu/.
    • Alle Helligkeitsangaben der Objekte aus Karkoschka, E. (2022).
    • Alle Angaben zu Rektaszension, Deklination und Ausdehnung der Objekte von NED - NASA/IPAC Extragalactic Database (2024). 


    Beste Grüße

    Christopher

  • Obscurus

    Changed the title of the thread from “OdM November 2024 - Im Widder spielt die erste Geige: NGC 772 & 770 und das Phantom (der Oper) M74” to “OdM November 2024 - Im Widder spielt die erste Geige: NGC 772 & 770 und das Phantom M 74”.
  • Hallo Christopher,


    sehr schöne Objektwahl.


    Beide Objekte habe ich zuletzt mit 21 Zoll beobachten und zeichnen können. In der Rhön und bei guter-sehr guter Transparenz.


    NGC 772/770: ein sehr schöner Anblick, der nördliche Arm war gut begrenz und fast direkt zu sehen, indirekt blitzte immer wieder ein flächiger Knoten aus dem Arm. Der Östliche Arm war viel diffuser und eher indirekt mit field sweeping wahrnehmbar. Auffällig war auch der sehr helle Kern. Sehr gut war auch die kleine Begleitgalaxie zu sehen.


    M74: Spiralstruktur gut zu sehen, besser indirekt, Knoten immer wieder indirekt sichtbar.


    NGC 772 / 770, Zeichnung 21 Zoll (Schwarzes Moor,Rhön)



    M 74, Zeichnung 21 Zoll (Wasserkuppe, Rhön)



    Liebe Grüße

    Mathias

  • Hallo Christopher,


    sehr gute Auswahl, zwei fette Pfeile kleben in meinem Atlas an Arp 78, einer, dass ich die Scheißerchen endlich mal beobachte und einer zum Zeichnen.


    Moonchild_27 Mathias, du hast ja schon mal krass vorgelegt. Und ...

    Beide Objekte habe ich zuletzt mit 21 Zoll beobachten und zeichnen können. In der Rhön und bei guter-sehr guter Transparenz.

    :D :S Ich musste heftig schmunzeln. Deine Zeichnungen sind von 2022 und du schreibst "zuletzt". Aber wer dich kennt, der weiß, dass gut Ding Weile hat und du mit deinen Zeichnungen ein klitzekleines bisschen hinterher hängst. Beide Zeichnungen sind kleine Meisterwerke, sehr, sehr schön!

    Ich kann bei 21" leider nicht mitreden, aber die Kondensationen im M 74, die du gesehen hast, sehen trotzdem nicht nach einem Sehspaziergang aus.


    Bei zwei Fragen zu M 74 kann ich etwas beitragen.

    Messier 74 - Phantomgalaxie

    • Ab welcher Öffnungsgröße wird die Spiralform von M 74 sichtbar?
    • Lässt sich M 74 im Fernglas identifizieren? Welche Öffnung ist hierfür minimal notwendig?

    Meine Beobachtungen bisher:

    Meine Fernglasbeobachtungen erfolgten alle auf Stativ.

    Ob meine 12,5"-Beobachtung ausreichend ist, die Spiralform von M 74 sicher zu erkennen ... hm. Zumindest habe ich Strukturen erkennen können.


    Viele Grüße


    Rene

  • Hallo Mathias,


    herzlichen Dank für deinen Beitrag und die herrlichen Zeichnungen - auf diese kann ich nur begeistert aufschauen. Die Knoten oder Kondensation, die du gesehen hast, finden sich leicht in den Abbildungen wieder - ein grandioser Eindruck des Blickes durch 21 Zoll. Die Orte gefallen mir auch sehr gut, ich muss endlich auch bei Dunkelheit in die Rhön zum Schwarzen Moor oder zur Wasserkuppe fahren, gerade bei meiner räumlichen Nähe. Sehr erfreulich außerdem, dass dieses OdM direkt nach Erstellung bearbeitet wird :) . Mit 21 Zoll (hier kann ich ebenfalls nicht mitreden) und zwei meisterhaften Zeichnungen wurde gleich zu Beginn die Latte hoch gehangen - schön :thumbup:.


    Hallo Rene,


    besten Dank auch für deine sehr ergiebigen Beobachtungen und genauen Beschreibungen von M 74 . Schön, dass auch jemand mein Leid teilt und Arp 78 noch nicht gesichtet hat ;). Beeindruckend für mich, dass du M 74 schon mit einem 8x20 Fernglas auf Stativ indirekt sehen konntest. Das motiviert mich. Außerdem kann ich mir nun sehr gut vorstellen, was mich ungefähr mit 14 Zoll erwartet, wenn du mit 12,5'' die Spiralform nicht sicher erkennen konntest, aber Strukturen, Kondensationen und Zerfransungen gesehen hast :thumbup:.


    Es lässt sich also bisher festhalten:


    - M 74 lässt sich schon mit Geduld und einem 8x20 Fernglas mithilfe von Field Sweeping, indirekten Sehen und Streulichtabschirmung identifizieren (bei SQM-L: 21,3).

    - Die Spiralform von M 74 ist mit 21 Zoll und indirekten Sehen gut zu beobachten (bei guter-sehr guter Transparenz), mit 12,5 Zoll ist sie nicht sicher zu erkennen, dafür aber Strukturen.

    - Mit 21 Zoll ist die Begleitgalaxie (NGC 770) von NGC 772 gut zu sehen und ein gewisser Zerfall des dominierenden Spiralarms (nördlicher Arm) in zumindest ein Fragment (Knoten) wird sichtbar.


    Liebe Grüße

    Christopher

  • Hallo Zusammen und Danke für das ODM, Christopher!


    NGC772 / 770 konnte ich bisher noch nicht besuchen (werde ich nachholen!) und bei der M74 habe ich bisher ein mageres Stellina-Bildchen in meinem Schuhkarton mit Messier Objekten:


    2724-m74-phantom-galaxie-mit-der-vaonis-stellina


    Aufnahmedaten:

    Datum: 04.01. und 06.01. 2022

    Teleskop: Vaonis Stellina | Belichtung: 778x10s = 2,16h | gestackt mit APP, bearbeitet mit PI und PS


    CS, Jochen

  • Hallo Christopher,


    zwei schöne Objekte hast du da ausgewählt. Beide erfordern schon etwas größere Geräte um Details in den Spiralarmen zu erkennen. In meinem Beobachtungsbuch finde ich nur einen Eintrag zu Arp78, allerdings wusste ich damals gar nicht, dass es sich um en Arp-Objekt handelt:


    Puntagorda/La Palma, 23./24.09.14, 22:00-04:00, D=2/5, U=2/5, fst >6m,8 18" f/4,2 Dobson

    NGC772, Galaxie mit leicht asymmetrischer Form, trotzdem nicht sehr hell. Runde Begleitgalaxie westlich, ca. 2-3 Durchmesser von NGC 772 entfernt. Gravitative Interaktion?


    Vom gleichen Standort aus haben wir mit dem gleichen Gerät auch M74 beobachtet, sie erschien uns aber spontan relativ strukturlos und wir sind schnell zum nächsten Objeklt weitergezogen. Nicht umsonst nennen die Amerikaner M74 die Phantom-Galaxy, weil sie eben sehr flächenlichtschwach ist. M74 ist aber ein Objekt, für das man sich mehr Zeit nehmen sollte, dann kann man bestimmt Details rausarbeiten, zumindest ab 16" aufwärts.


    Anbei noch ein Foto, welches ich mit einem C8 von meinem Balkon aus aufgenommen habe:



    01.09.2021+10.09.2023, Mommenheim, C8 + Starizona Reducer f7, Filter Baader UVIR, HEQ5 mit Guiding, ASI183MC Pro, 72x180s+4x300s (3,9h) Bildbearbeitung: Deep Sky Stacker, Affinity Photo, RC Astro Tools.


    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo Christopher,


    das hast du sehr schön aufbereitet. Natürlich habe ich alle 3 GX schon gesehen.

    Quote


    Ab welcher Öffnungsgröße wird NGC 770 sichtbar?

    Hier kann ich dir sagen, dass ich nur mit 14" erfolgreich war. Damals mit 12",5 wohl nicht probiert. Denke aber das 12" wohl die Untergrewnze ist, außer man hat Bortle 2 vor der Brust.


    cs

    Lothar

  • Hallo Christopher,


    die 3 Galaxien habe ich mit 11" auf meinen Balkon (SQM ca.20,5) schon mal beobachtet.

    Die Spiralstruktur von M74 ist nicht erkennbar, aber bei 175x sind erste Strukturen in der Galaxie ganz schwach zu erahnen.


    Der nordwestliche Spiralarm von NGC 772 ist bei 127x und 175x sehr schwierig erkennbar.

    Der Begleiter NGC 770 ist bei 175x indirekt einfach zu sehen, auf die elliptische Form hatte ich nicht geachtet.


    Im 10x56 Fernglas habe ich M74 auch schon gesehen, aber von der Flächenhelligkeit her ist das auf meinen Balkon ziemlich schwierig (gute Transparenz notwendig).


    Gruß Ronny

  • Hallo Christopher,


    ich erinnere mich, dass ich mit Fernrohren im Bereich von 16- bis 20-Zoll Öffnung sowohl bei M74 als auch NGC 772 schon Details erkennen konnte:


    - bei M74 etwa den großen Arm in Richtung SO-S und verschiedene Knoten
    - bei NGC 772 - zumindest indirekt - den markanten Arm im Norden.


    Mit M74 verbinde ich auch die Erinnerung an eine 12,5 mag helle Supernova, die ich im August 2013 im 120mm Refraktor erkennen konnte.


    Und vor allem an die Schwierigkeiten beim Messier-Marathon, wo das flächenschwache Teil Mitte März immer schon sehr tief am gerade erst dunkel werdenden Abendhimmel steht. Ich poste hier mal meinen Eindruck im 10-Zöller beim Messier-Marathon am 21. März 2015 in Arizona, plus Aufsuchkärtchen - das könnte hier auch ganz allgemein nützlich für Leute sein, die in einer Gegend mit eher aufgehelltem Himmel wohnen:


    "... M74 ist da schon viel schwieriger: Mittlerweile kenne ich die Position ganz genau, und warte dann nur noch wie die Katze vor dem Mauseloch, ob die Aufhellung mit indirektem Sehen vielleicht auftaucht. In Anderson Mesa war es am einfachsten (besserer Himmel, vier Tage früher), am Vortag und jetzt musste ich schon bis etwa 20:00 warten, bis sie unzweideutig auszumachen war.


    Die Karte entspricht in etwa dem Eindruck im umkehrenden Newton-Fernrohr. Oben der 3,6 mag helle Stern Eta in den Fischen, und unten das Sternpaar etwa 6. ter Größe. Und wenn dann auf etwa 40 % dieser Strecke (von unten aus gesehen) das eingezeichnete Sternpaar knapp 11.ter Größe sichtbar wird, kann man sich dort einrichten und auf M74 warten - mit oder ohne Erfolg. Obwohl M74 in der Summe mit 9,4 mag deutlich heller ist als diese Sternchen, ist sie in der noch aufgehellten Dämmerung viel schwerer zu erkennen: Mangels Kontrast als flächenhaftes Objekt, und schon in sehr niedriger Position. Und diese große Face-On Galaxie hat zudem nur eine geringe Flächenhelligkeit, was die Sache umso schwerer macht."


    Servus

    Ben

  • Hallo Christopher,


    die letzten beiden endlich nebelfreien Tage konnte ich nutzen, um mit dem Seestar NGC772 abzulichten. Aufnahme mit 2000x10s, gestackt mit meinem Script 8b, bearbeitet in Siril, Pix und Affinity.


    CS


    CS Erik

  • Servus Christopher,


    vielen Dank für das wunderbar aufbereitete Objekt des Monats! Arp 78 hatte ich bisher noch nicht beobachtet. Gestern Nacht war ich beim Beobachten bei René Rabl (Bericht folgt noch), aber da war der Himmel zu schlecht, um das gut anzugehen.


    Zu M 74:


    Quote
    • Wie bedeutend ist die Himmelshelligkeit? Kann das Objekt dennoch in lichtverschmutzten Gebieten gesichtet werden?
    • Ab welcher Öffnungsgröße wird die Spiralform von M 74 sichtbar?
    • Kann erkannt werden, dass sich das Zentralgebiet nicht genau in der Mitte befindet (Karkoschka, 2022)?


    Die Himmelshelligkeit ist in meinen Augen absolut entscheidend. Man kann mit Öffnung natürlich kompensieren, aber die Galaxie säuft schnell und gerne ab.

    Die Spiralform habe ich mit 8 Zoll sehen können!



    Es wara ber auch eine Ausnahmenacht. Wie man an der Skizze erkennt, ist das Zentrum nicht in der Mitte des Nebels. Ich habe zu der Beobachtung notiert:


    "Schon bei 43× deutlich als großer, diffuser Nebelfleck erkennbar und dabei auffallend groß. Bei 81× sind bei indirektem Sehen zwei Spiralarme erkennbar. Einer der beiden ist recht deutlich durch den gebogenen, dunklen Bereich zwischen den Armen definiert und erkennbar, der andere ist an der Grenze des Erkennbaren. Das Galaxienzentrum ist auffallend hell und klein. So schön habe ich M 74 noch nie gesehen!"


    Am 21.8.2023 habe ich M 74 mit meinem 22-Zöller angeschaut: "Nur kurz besucht (mit 106×) zum Sight Seeing in der Morgendämmerung. Groß und hell wirkend, Spiralstruktur angedeutet, aber nicht sehr deutlich. Bie besseren Bedingungen unbedingt zu wiederholen!"


    Das zeigt, wie wichtig ein guter Himmel ist. Ich hatte M 74 schon oft mit meinem 8-Zöller aufgesucht bzw. aufsuchen wollen. In miesen Nächten sehe ich die Galaxie gar nicht mit 8 Zoll, sonst einen großen diffusen Fleck mit hellerem Zentrum, aber Spiralstruktur habe ich mit 8 Zoll erst einmal sehen können. Und mit 22 Zoll habe ich sie erst einmal wie oben beschrieben angeschaut und da war sie eben insgesamt heller, aber sie ersoff im hellen Hintergrund, sodass ich die Spirale nicht gut sehen konnte.


    Mit meinem 20 × 60-Fernglas habe ich M 74 bisher nicht ausmachen können.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: "Dino" 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (9 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo Christopher,


    auch ich danke dir für dein umfassend bearbeitetes ODM. Es geht mir wie Jochen, daß ich M 74 bereits abgelichtet hatte, nicht jedoch ARP 78. Es trifft sich jedoch gut, daß du letztgenanntes Objekt gewählt hast, da es schon eine Weile auf meiner ToDo – Liste steht. Sollte der Dauernebel sich mal lichten, bin ich jetzt besonders motiviert, ARP 78 anzusteuern.


    Hier also meine Aufnahme von M 74 vom Januar als Link zur Galerie, wo auch die Aufnahmedaten vermerkt sind:


    M 74, Galaxie im Sternbild Fische


    Es handelt sich um einen Crop aus dem Gesamtbild mit dem 8 Zoll Astrographen.


    Viele Grüße

    Heinz

  • Hallo zusammen,


    gestern Nacht habe ich Arp 78 gezeichnet.

    Arp 78 (NGC 770 & NGC 772)

    Die Transparenz war mäßig bis saumäßig.

    NGC 772 wirkte meist sehr diffus und ohne Details, ab und an zeigten sich dann phasenweise schwer greifbare Strukturen.

    Die kleinere NGC 770 war schon bei 103-fach indirekt relativ leicht sichtbar, bei 203-fach dann war ein Helligkeitsanstieg zum Zentrum hin erkennbar.


    Viele Grüße


    René

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die zahlreichen herrlichen Aufnahmen (Jochen, Thomas, Erik und Heinz), Zeichnungen (Mathias, Christoph und René M.) und Beobachtungsberichte! Es freut mich außerdem für meine Auswahl der Objekte, dass Arp 78 weitaus weniger beobachtet oder abgelichtet wurde als ich mir vorgestellt hatte :thumbup: .


    Gestern konnte ich sehr spontan "nachziehen" und alle Galaxien endlich auch sichten. Bei klaren Himmel und guter Transparenz (SQM-L: 20,77 mag/arcsec²) habe ich den 14 Zöller (350/1790 mm) in einer Ecke des eigenen Gartens mit guter Streulichtabschirmung aufgebaut und konnte schon um etwa 20 Uhr mit Blick in Richtung Südwest über die mannshohen Hecken neben dem eigenen Haus beginnen. Aufgrund vorheriger eingehender Beschäftigung mit den vorgestellten Objekten und den Sternenkarten konnten diese "im Feld" auch sehr schnell aufgefunden werden ;) . Der Mond war glücklicherweise kein Thema.


    Los ging´s mit NGC 772 im Widder (Aries). Im Protokoll wurde als Beschreibung festgehalten: sehr schwaches und diffuses Nebelfleckchen; klein und schwer fassbar; Vergrößerung von 57x zu niedrig, Objekt verloren und erst wieder mit 15 mm Okular (119x) aufgefunden; hier wird ein stellarer Kern sichtbar, ein langgestreckter Arm ist mit viel Geduld und indirekten Sehen zeitweise zu erkennen; die Begleitgalaxie NGC 770 blitzt immer wieder auf, bleibt aber formlos und stellar - Kern ähnlich hell wie NGC 772; Höhere Vergrößerung wünschenswert. Vielen Dank an René M. für die großartige Zeichnung und die Beschreibung der Beobachtung, die ich im Hinblick auf NGC 772 übernehmen kann. Von NGC 770 war jedoch deutlich weniger zu sehen - das hatte ich nicht vermutet, genau wie die "schwere Greifbarkeit" von Arp 78 insgesamt.


    Danach erfolgte eine kurze Repositionierung des Teleskops im Garten, weil das eigene Haus das Sichtfenster auf das nahe Sternbild Fische (Pisces) verdeckte. M 74 konnte danach fast sofort identifiziert werden. Hierzu konnte ich Folgendes notieren: indirektes Sehen lässt Strukturen zeitweise sehr gut erkennen - Spiralform wird mit Geduld immer wieder sichtbar; relativ groß im 15mm Okular (119x); sehr schwaches Zentralgebiet und insgesamt niedrige Flächenhelligkeit: Objekt hebt sich wenig vom Himmelshintergrund ab; M 74 wirkt jedoch weitaus weniger diffus als NGC 772 und doppelt so groß, Erwartungen wurden übertroffen - das Objekt hat sich als leichter erwiesen als vorgestellt; Vergrößerung genau richtig - ein schöner Anblick! Danke auch für die Eindrücke, die Aufsuchhilfe und den Hinweis zu den Supernovae von Ben - in Bezug auf Letztere habe ich zuvor noch überlegt, ob ich die Sternenexplosionen in den Fragenkatalog mitaufnehme. Die deutschsprachige Wikipedia beschreibt drei Supernovae im 21. Jahrhundert (2002, 2003 und 2013) - schön, dass hier jemand die letzte Supernova (SN 2013ej) beobachten konnte.


    Ich versuche bis jetzt zusammenzufassen und hoffe, dass ich nichts vergesse oder vertausche:


    Arp 78


    Ab welcher Öffnungsgröße wird NGC 770 sichtbar?

    • mit 21 Zoll ist die Begleitgalaxie (NGC 770) von NGC 772 gut zu sehen und ein gewisser Zerfall des dominierenden Spiralarms (nördlicher Arm) in zumindest ein Fragment (Knoten) wird sichtbar
    • mit 14 Zoll und 119-facher Vergrößerung kann die Begleitgalaxie sicher identifiziert werden, zumindest blitzt sie immer wieder auf
    • bei einer Vergrößerung von 103-fach und 12,5 Zoll ist sie indirekt relativ gut sichtbar. Bei 203-facher Vergrößerung wird ein Helligkeitszuwachs in Richtung des Zentrums erkennbar
    • die Begleitgalaxie ist mit 11 Zoll bei 175x indirekt einfach zu sehen

    Ab welcher Öffnungsgröße wird die Spiralform von NGC 772 sichtbar?

    • im Bereich von 16 bis 20 Zoll kann man - zumindest indirekt - den markanten Arm im Norden erkennen
    • im 11 Zöller ist der nordwestliche Spiralarm bei 127x und 175x sehr schwierig erkennbar
    • mit einem 12,5-Zoll-Teleskop überwiegend sehr diffus und ohne erkennbare Details - gelegentlich können schwer fassbare Strukturen beobachtet werden
    • im 14 Zöller ist ein langgestreckter Arm mit viel Geduld und indirektem Sehen zeitweise zu erkennen
    • ein 18" Dobson zeigt die Galaxie mit leicht asymmetrischer Form, trotzdem nicht sehr hell.

    Lässt sich die elliptische Form von NGC 770 erkennen?

    • mit 14 Zoll wirkt die Begleitgalaxie formlos und stellar
    • Bei 203-facher Vergrößerung und 12,5 Zoll wird ein Helligkeitszuwachs in Richtung des Zentrums erkennbar.


    Messier 74 - Phantomgalaxie


    Wie bedeutend ist die Himmelshelligkeit? Kann das Objekt dennoch in lichtverschmutzten Gebieten gesichtet werden?

    • Himmelshelligkeit ist entscheidend, Galaxie "säuft schnell und gerne ab"; Objekt hebt sich als Fläche kaum vom Himmelshintergrund ab

    Ab welcher Öffnungsgröße wird die Spiralform von M 74 sichtbar?

    • die Spiralform kann schon mit 8 Zoll ausgemacht werden
    • Mit 8 Zoll und indirektem Sehen sind zwei Spiralarme sichtbar. Einer ist klar durch den gebogenen, dunklen Bereich zwischen den Armen abgegrenzt und gut erkennbar, während der andere an der Grenze der Wahrnehmbarkeit liegt.
    • mit 11" (SQM ca.20,5) ist die Spiralstruktur nicht erkennbar, bei 175x sind aber erste Strukturen in der Galaxie ganz schwach zu erahnen
    • indirektes Sehen lässt mit 14 Zoll Strukturen zeitweise sehr gut erkennen - Spiralform wird mit Geduld immer wieder sichtbar (SQM-L: 20,77 mag/arcsec²)
    • mit 21 Zoll und indirekten Sehen ist die Spiralform gut zu beobachten, mit 12,5 Zoll ist sie nicht sicher zu erkennen, dafür aber Strukturen
    • im Bereich von 16 bis 20 Zoll werden der große Arm in Richtung SO-S und verschiedene Knoten sichtbar
    • mit 22 Zoll (106x) ist die Spiralstruktur in der Morgendämmerung angedeutet, aber nicht sehr deutlich

    Kann erkannt werden, dass sich das Zentralgebiet nicht genau in der Mitte befindet (Karkoschka, 2022)?

    • mit 8 Zoll lässt sich auch zeichnerisch festhalten, dass sich das Zentralgebiet nicht exakt mittig befindet

    Lässt sich M 74 im Fernglas identifizieren? Welche Öffnung ist hierfür minimal notwendig?

    • M 74 lässt sich schon mit Geduld und einem 8x20 Fernglas mithilfe von Field Sweeping, indirekten Sehen und Streulichtabschirmung identifizieren (bei SQM-L: 21,3)
    • im 10x56 Fernglas lässt sich die Galaxie erkennen, jedoch schwierig


    Alle Objekte haben mich überrascht. M 74 habe ich zuvor als wesentlich schwieriger eingeschätzt. Vielleicht habe ich aber auch Glück im ländlichen Gebiet zu wohnen und profitiere von relativ geringer Lichtverschmutzung. Arp 78 erschien mir, wie beschrieben, doch unerwartet sehr diffus.


    Ich freue mich über zusätzliche Beiträge - so kann es gerne weitergehen ;) 8) .


    Liebe Grüße

    Christopher

  • Hallo,


    ich war von So auf Mo nochmal westlich von Bonn unterwegs. Der Himmel war nicht ganz so knallig klar wie bei meinem letzten Besuch dort; in Bodennähe war die Luftfeuchtigkeit deutlich höher und bei Temperaturen von ca 1 °C und 99% relativer Feuchte bildete sich später eine Dunstschicht in den untersten 2 m.


    SQM-L schwankte zwischen 20,7 und 20,8 mag.


    Alle Objekte habe ich zum ersten Mal aufgesucht.


    M 74 war mit 8" sowohl im 36 mm als auch 24 mm Hyperion deutlich sichtbar als runder Nebelfleck mit abnehmender Helligkeit nach aussen. Spiralarme oder Ansätze davon waren nicht sichtbar.


    NGC 772 - mein erster Gedanke: ein Hauch von nichts! Mit 8" ist sie ein schwacher Lichthauch ohne Details. NGC 770 blieb mir an dem Abend verwehrt.


    Viele Grüße und CS,

    Klaus

  • Hallo miteinander,


    am Montag Abend hatten wir nochmal die Gelegenheit M74 und Arp78 mit dem 18" Dobson der AARe.V. zu beobachten. SQM war bei 20,9, der Himmel ganz leicht diesig.


    M74 war eindeutig als Scheibe mit hellerem Kern und schwächerem Randbereich zu sehen (13mm Ethos, 158x, AP3,2mm), Strukturen, wie Spiralarme waren nicht erkennbar.


    NGC772 bei gleichen Einstellungen eher enttäuschend, elliptischer Nebelfleck ohne Struktur, NGC770 als schwacher runder Fleck in etwas Abstand zu NGC772 wahrnehmbar.


    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo Christopher und Alle,


    da hast Du zwei schöne Objekte mit kleinen Überraschungen ausgesucht. Zunächst aber zu meiner visuellen Beobachtung.


    Am 04. November habe ich mir beide Objekte mit dem 18'' f/4,5 Dobson angeschaut.


    Arp 78 bei 92x

    Es zeigt sich eine runde Aufhellung die zum Zentrum heller wird. Die Größe ist schwer bestimmbar und Galaxie läuft nahtlos in den Hintergrund aus. Ober halb des ersten Objekts ist noch eine zweite, nicht stellare Aufhellung erkennbar.

    Bei 225x treten die Galaxien etwas deutlicher hervor, jedoch ohne Strukturen zu zeigen. Die größere wirkt nun etwas unrund.


    Messier 74 bei 63x

    Im Okular zeigt sich eine runde, ausgedehnte, aber schwache Aufhellung. Auch diese wird zum Zentrum heller und geht ohne klare Abgrenzung in den Hintergrund über.

    Bei 225x bilde ich mir ein Blickweise einen der Spiralarme ausmachen zu können, ansonsten kann ich aber keine klaren Strukturen ausmachen.


    An dem Abend war der Horizont sehr diesig, die Transparenz dadurch eingeschränkt. Um 21:30Uhr zeigte das SQM 20,80mag, die Luftfeuchte lag über 90%.


    Nun zu den kleinen Überraschungen. Beide Objekte habe ich auch Fotografisch festgehalten. Für Arp 78 habe ich am 31.10 und am 03.11. 2024 Daten gesammelt. Bei der Bearbeitung der Daten von 31. ist mir eine Strichspur aufgefallen, die sich als der Komet 43P/ Wolf-Harrington herausstellte und habe diese im Bild belassen. Der Komet hatte zu der Zeit 16. Größe.


    Arp 78 12h 24min


    Messier 74 habe ich am 02.,04. und 06. 11.2024 belichtet und auch hier ist auf den Daten 02.11 eine kleine Stichspur zu sehen. Diesmal ist es der Kleinplanet (2180)Marjaleena, er hatte zu der Zeit 15,4mag.


    Messier 74 12h 48min


    Deshalb vielen Dank für diese Zufallstreffer.


    (Sollten die Striche in den Bilder Stören, weil sie ja nicht zum Thema gehören, stelle natürlich eine Version ohne ein).


    Viele Grüße,

    Bianka


    (Genauere Daten zur Bildbearbeitung in der Galerie)

    Guiding wird überbewertet.
    Fotograpfisch: 8'' f/4 Newton auf EQ6-R und ASI 294 MM Pro,  10,5'' f/11,5 Cassegrain auf EQ8 und ASI 294MC  Visuel: 18'' f/4,5 Dobson

  • Hallo miteinander,


    unter dunklem Himmel kann ich mit meinem 8"-er M 74 leichter ausmachen als z.B. NGC 891. NGC 772/770 habe ich noch nicht ins Visier genommen, das werde ich aber unbedingt nachholen.


    Vornehmlich fotografiere ich und kann daher nur Bilder herzeigen:

    M 74 ist 2017 beim ATO (Ostfriesland) entstanden noch mit der Artemis 4021 CCD Kamera, die Bearbeitung habe ich mal so gelassen wie es 2017 eben gemacht hatte... :rolleyes:



    NGC 772 ist 2021 entweder in Neu Göhren oder beim HTT aufgenommen worden. Da recht viele Bilder zusammengekommen waren habe ich nach heutigen Stand die Mühlen der Bearbeitung noch einmal angeworfen und dabei auch den IFN zum Vorschein gebracht.



    Sollten die Striche in den Bilder Stören, weil sie ja nicht zum Thema gehören, stelle natürlich eine Version ohne ein

    Also das ist doch gerade das Salz in der Suppe, wenn solche Objekte in den Bildern zu finden sind! Vielen Dank dafür Bianka!


    Viele Grüße

    Roland

  • Hallo Christopher,


    auch von mir merci für die schöne Idee des OdMs und die obige Beschreibung.

    Ich kann bisher nur einen kleinen Beitrag zu M74 leisten, die ich in einer Namibia-Session am 2. September auf der Remote-Sternwarte der VdS in Hakos aufgenommen habe.

    Als Teleskop diente dazu die kleine Tak 160ED mit 16cm Öffnung und 530 mm Brennweite, Kamera war eine Lacerta Deepskypro2600color, Filter war ein Baaderclear und die Belichtungszeit betrug 25x300 sec, also gesamt gute 2 Stunden. Arme und weitere Strukturen der Galaxie sind natürlich dank des wunderbar dunklen namibischen Himmels bestens zu erkennen. Leider war in der Nacht immer wieder etwas intensiverer Wind, was dazu geführt hat, daß die Sterne leichte Eierform bekommen haben...


    Herzliche Grüße und CS,

    Markus


  • Hallo Christopher




    In der Nacht vom 01.-02. November hatte ich die Möglichkeit, diese schönen Objekte aufzusuchen.

    Startpunkt über Mesarthim (Gamma Arietis) mit Starhopping zu den Galaxien NGC772 und NGC770.

    Die Galaxien zeigten sich am besten bei 140fach im 13er Okular. Die NGC772 zeigte einen länglichen,

    helleren Kernbereich. Rechts vom Kernbereich eine kleine Verdickung. Der Ausläufer war extrem schwierig zu fassen,

    leichte Windstöße erschwerten die Sichtung und weitere Details. Die NGC770 war nur als Nebelfleck wahrnehmbar.


    Widdergalaxien / NGC770 und NGC772



    Danach ging es weiter zum zweiten Teil des OdMs, zur M74 Galaxie.

    Diese zeigte sich mit hellem Kernbereich. Die zwei Spiralarme und vereinzelte Verdickungen konnte ich nicht richtig erkennen.

    Deswegen verzichtete ich vorerst auf eine Zeichnung.

    Wird aber bestimmt nachgeholt.

    Der ganze Bericht vom Abend auf Link: ASTROMERK


    Grüße an alle

  • Hallo Christopher,


    schon Anfang des Monats hatte ich einen Tag mit klarem Himmel zur Aufnahme von ARP78. Leider war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, so daß die Luminanzaufnahme trotz der einen Tag vorher eingebauten Fangspiegelheizung im Zentrum stark abgedunkelt war. Mit der Bildbearbeitung hatte ich so einige Mühe. Dank der besseren Farbinformation konnte doch noch ein passables Endergebnis erzielt werden:


    ARP 78, eine Galaxie im Sternbild Widder


    Danke nochmals für deine umfassende Präsentation der Objekte!


    CS Heinz



    Aufnahmedaten:


    Equipment:

    PW CDK 317/2540 (f/8) mit Kamera ATIK 11000 Mono für die Luminanz

    Meade ACF 203/2000 (f/10) mit Kamera ASI 094 Color für die Farbe

    Montierung: Fornax 100

    Guiding über Leitrohr TS 240 mit MGEN III

    Verwendete Software: APT, Astro Pixel Processor, Pixinsight


    Bildinformation:

    Aufnahmedatum: 04.11.2024

    43 x 240 Sek, Binning 1x1, Temp. -15 Grad (Luminanz)

    89 x 120 Sek, Binning 2x2, Gain 50, - 10 Grad (Farbe)

    Gesamtbelichtungszeit von knapp 6,0 Stunden

    Bortle 4 bis 5; kein Mond; windstill; mäßige Transparenz wegen sehr hoher Luftfeuchte

  • Hallo,


    Ich konnte in der vergangenen Nacht, vom 30. November auf dem 1. Dezember 2024, beide Galaxien mit meinem 12"/f4 Newton beobachten.

    Die Bedingungen in dieser Nacht waren nicht so gut. Der Himmel war sehr aufgehellt, im Okular blieb der Hintergrund grau.

    Beobachtet habe ich beide Galaxien mit Vergrößerungen von 136 und 255x mit einer Irisblende bei einem SQM-L Wert von 20m90/□" Zenit.

    Meine Notizen zu dieser Beobachtung:


    Die Galaxie NGC 772 kann ich mit dem Aufsuchokular deutlich im Feld sehen.

    Die Galaxie ist eine mittelhelle, länglich ovale Aufhellung. Die Galaxie hat einen hellen, kleinen und etwas länglichen Kern.

    Bei einer Vergrößerung von 255x wirkt die Galaxie nicht gleichmäßig hell. Nördlich vom Kern meine ich eine dunkle Zone zu sehen.

    Bei niedrigen Vergrößerungen sieht die Galaxie NGC 772 schöner aus.

    Etwas südlich dieser Galaxie kann ich die Galaxie NGC 770 als kleine und flächige Aufhellung sehen.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Servus beinand,


    Freitag Nacht habe ich (zusammen mit René renerabl) unter anderem M 74 mit unseren Dobsons "Diva" und "Dino" beobachtet (ausführlicher Bericht folgt noch). Im Dino (22") waren die Spiralarme indirekt sehr gut erkennbar (für mich), René hat sich erst einschauen müssen, dann hat er es bestätigt. Er hat M 74 dann in seiner Diva (24") eingestellt und dann auch dort die Ärmchen gut erkennen können. Ich habe auch durch die Diva geschaut und die Ärmchen dort gut erkennen können.

    Das Helle Zentrum ist klar asymetrisch gelegen und konnte auch gut gesehen werden. Das SQM-L zeigte zwischen 21m2 uns 21m4 an, es waren keine guten Bedingungen, da sehr luftfeucht (und zugleich kalt, -7° C).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: "Dino" 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (9 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Kalispera allerseits und danke für den interessanten Objektvorschlag.


    NGC 770 / 772 hatte ich mit dem 24" f/4,1 Dobson aus der Voralpen bei recht knackiger Milchstraße (ca. Bortle 3-4) und mittelgutem Seeing im Okular:

    "NGC 770 als Dicke fette Made 3’x 2’ leicht elongiert in O-W sichtbar. Großer kräftiger Kernbereich mit fast stellarem Nucleus, nach außen ziemlich diffus auslaufend. Scheibe scheinbar mit Armen durchzogen, am deutlichsten ein langer Arm an der Nordseite. Weist dadurch insgesamt einen unregelmäßigen Verlauf auf.

    NGC 770 direkt SSW von NGC 772 rundlich bis leicht oval mit ca. 0,5' Durchmesser. Recht kompakt und hell, definiert nach außen abgegrenzt."


    Und hier ein aktuelles Bild von voriger Woche mit dem 10" f/4 Newton und ToupTek IMX 571 Kamera, gut 3 Stunden vom Stadtbalkon aus belichtet und komme auf eine stellare Grenzgröße von 19,8 mag:



    M74 habe ich in 3 Nächten mit gleicher Ausrüstung aufgenommen, die eine Nacht jedoch komplett verworfen da zu viele Schleierwolken. Die 9,3 Stunden aus 2 Nächten als 36'x24' Crop mit ordentlich Farbsättigung, damit die blauen Spieralarme betont werden. Ist das zu bunt geworden, was meint ihr?:



    Die stellare Grenzgröße im fertigen M74 Bild liegt bei 20,3 mag. Biankas Bild geht noch etwas tiefer. Im Anhang habe noch das komplette Bild hochgeladen in dem es nur so vor Galaxien wimmelt. Bemerkenswert finde ich vor allem das Zwerggalaxien Paar mit geringer Flächenhelligkeit UGC 1176 und UGC 1171 im Osten.

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