Kostenlose Tipps zur Teleskoppflege

  • Hallo Leute,


    wir diskutieren hier doch immer mal Themen rund um die Teleskoppflege, -wartung und -lagerung. Die Firma Baader hat jetzt eine kostenlose, recht umfassende Schrift zusammengestellt, die viele interessante Fakten und Tipps enthält:

    https://www.teleskop-express.de/media/pdf/pflegehinweise-teleskop-montierung.pdf


    CS

    Jörg

  • Danke für den Tipp, ich hab mir die Handreichung direkt abgespeichert!

    Neuer Benutzername; vorher "Yorick"

    "In den Sternbildern kommt derart viel poetische Kraft und Phantasie zum Vorschein, dass einem dies fast wieder den Glauben an das Schöne und Gute des Menschen zurückgibt."

    (Raoul Schrott: "Atlas der Sternenbilder und Schöpfungsmythen der Menschheit"; 2024)

  • Nun, die Probleme mit ausgekühlter Optik, die in eine warme Umgebung gebracht wird und sich deswegen mit Tau beschlägt sind ja in dem Artikel beschrieben. Dass dieses Problem auch in Sternwarten auftritt, die nachts benutzt worden sind und sich danach tagsüber bei Sonnenschein innen stark erwärmen, wurde auch erwähnt. Oft bemerkt der Benutzer es gar nicht. Wer geht schon Vormittags gleich wieder in seine Sternwarte um nachzusehen, die er bis in die frühen Morgenstunden genutzt hat.


    Gerade bei Systemen mit geschlossenem Tubus (Schmidt-Cassegrain, RASA, Maksutov) geht der Taubelag vom Hauptspiegel dann nur langsam wieder weg, was der Lebensdauer der Verspiegelung sehr abträglich ist.


    Wir haben hier eine Lösung, die im Artikel nicht angeführt ist: Eine starke Tubusheizung (20 bis 100 Watt, je nach Tubusumfang) unmittelbar in Hauptspiegelnähe angebracht, die sofort nach Beobachtungsende eingeschaltet wird und zeitgesteuert zwei bis vier Stunden läuft. Damit wird der massive Hauptspiegel hinreichend erwärmt, noch bevor die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Tages ihm was anhaben kann.


    Bei metallischem Rohrtubus wie ihn unser großer RASA hat, besteht diese Heizung aus einer außen angebrachten Heizmanschette.


    Alternativ oder auch zusätzlich, bewährt sich ein kleiner Peltier-Luftentfeuchter in der Sternwarte. Er schützt nicht nur die Optik, sondern auch die Montierung und deren Elektronik. Diese Geräte haben einen Stromverbrauch von 30 bis 70 Watt, wenn sie laufen. Im gegensatz zu Entfeuchtern mit Kompressorkühlung sind sie leicht und handlich. Sie müssen dann aber die ganze Zeit eingeschaltet bleiben, wenn die Sternwarte nicht benutzt wird. Am RASA sollte dann auch der Tubuslüfter nach Beobachtungsende weiter laufen.


    Im Winter vereisen diese Peltier-Luftentfeuchter leider schon nach 1 bis 2 Tagen. Dann nimmt man sie vorrübergehend in einen beheizten Raum und lässt das Eis so abtauen. Die Geräte halten es aus (bei uns schon seit 15 Jahren).

  • Hallo Jörg und Danke für die Info.

    Ich habe die Datei gerade mal überflogen und stieß auf ein Foto, ganz am Schluss.

    Ich bin Neuling und möchte Dich fragen, kannst Du mir sagen, was für ein Teil das ist ?

    Ich habe einen Screenshot davon gemacht.


    Über eine Antwort von Dir würde ich mich sehr freuen.


    LG Thorsten


    Moderation: Bild entfernt. Bitte die Urheberrechte beachten!

    :last_quarter_moon_face:Ich wünsche klare Nächte:telescope:

    ------------------- Gruß ------------------

    _____________ Asthor25 ___________

  • Hallo,


    Ich bin Neuling und möchte Dich fragen, kannst Du mir sagen, was für ein Teil das ist ?

    Das Teleskop ist ein "Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph":


    RASA 36cm - Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph V2
    Ein bahnbrechendes optisches System mit 36 cm Öffnung und Blende f/2.2, das für professionelle Anwendungen entwickelt wurde, die sowohl ein…
    www.celestron.de


    Das mit dem Pfeil markierte ist eine gekühlte Kamera, so eine wie zum Beispiel diese hier:


    QHY 461M PH, BSI Medium Size CMOS Kamera, gekühlt
    Hochauflösende, monochrome BSI CMOS Kamera mit 102 MegaPixel und höchster Quanteneffizienz bei extrem niedrigem Ausleserauschen Sensor: Sony IMX461…
    www.baader-planetarium.com


    Anstatt eines Fangspiegels wird bei dieser Methode eine Kamera im Primärfokus vom Teleskop montiert.


    Viele Grüße

    Gerd

    Beobachtung der Sonne im Weißlicht und der H-alpha Linie. Beobachtungen am Nachthimmel mit verschiedenen Teleskopen.

    Rational orientiert, wissenschaftlich interessiert.

  • Hallo,


    Das Teleskop ist ein "Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph":


    https://www.celestron.de/rasa-…chmidt-astrograph-v2.html

    Und hier ist das in meinem vorherigen Beitrag hier erwähnte Heizband gegen Taubelag am Spiegel, an genau diesem großen RASA zu sehen:



    Es hat eine Heizleistung von max 100W und ist unmittelbar vor der schwarzen Hauptspiegelzelle um den weißen Tubus dieses Spirzenastrographen gewickelt.

  • Ahja, das dachte ich mir. Bringt es Vorteile die Kamera dort anzubringen anstatt am optischen Ende des SCT ?

    :last_quarter_moon_face:Ich wünsche klare Nächte:telescope:

    ------------------- Gruß ------------------

    _____________ Asthor25 ___________

  • Das bringt den enormen Vorteil, dass man das Öffnungsverhältnis des Hauptspiegels von f/2 bis f/2.2 (je nach SC-Grundmodell) nutzen kann und nicht die bei der Belichtung sehr langsamen Öffnungsverhältnisse von f/8 bis f/10 des Gesamt-SC. Die Kamera sitzt an Stelle des die Brennweite um den Faktor 4 bis 5 verlängernden Gegenspiegels.


    CS

    Jörg

  • Bringt aber auch mindestens 40% Obstruktion und Lichtverlust....


    Ich versteh nicht, warum man diese RASA nicht einfach mit dem doppelten oder dreifachen Spiegeldurchmesser baut, also 30-Zöller aufwärts .... dann wäre die Kamera wenigstens proportional zu einem Fangspiegel bei einem Newton in der 10er Größe?


    Guido

  • Der RASA basiert ja auf den vorhandenen Schmidt-Cassegrains, daher ist beim RASA 36 (basierend auf C14) Schluss. Der geht dann für Kameras bis 60mm, ist ja auch schon was :) Bei Deep-Sky-Fotografie und der Brennweite ist dank der Luftunruhe die Obstruktion eh nicht so das Problem, du bist eh im Undersampling und seeingbegrenzt. Das bisschen Lichtverlust stört da wohl keinen, wenn die Alternative ist, ein komplett neues System aufzuziehen. So konnte recht kostengünstig was sehr lichtstarkes gebaut werden.


    Solange keiner 30"-Schmidt-Cassegrains in Serie anfragt und kauft, wird es auch keine 30" RASA geben. Und die muss auch erst mal jemand kaufen. Da wird der Markt schon sehr klein. Keine Ahnung, ob eine 30"-Schmidtplatte noch in sich stabil wäre. 30" sind 76cm, das größte Linsenteleskop hat 102cm – ohne, dass da noch eine Kamera dran hängt.


    Wobei Schmidt-Kameras tatsächlich in der Dimension gebaut werden. Aber nicht in Serie...


    Beste Grüße,

    Alex

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