Visuelles Beobachtungswetter letzte 12 Monate ?

  • Erst der schlechte Sommer letztes Jahr und gleich darauf noch einm 11,6 Grad im Juli 2o24.

    Gibt ne Lösung für: zieh um nach Süd Hessen, Rhein Ebene! Jedenfalls wenn es Dir um die Temperaturen geht.

    Sommer 2023: 17 Tage mit Temperaturen >30 Grad, 37 Grad im Maximum.

    Sommer 2024: schon 3x >30 Grad und heute wieder ... soll 32 Grad werden, schön schwül dazu. Badeseewetter!

    KEIN Arbeitswetter ...


    Was CS für Astronomie betrifft stimm ich aber zu: schiet!


    CS ;) ,

    Walter

  • Ja, wir haben hier mittlerweile ziemlich oft (zu oft) Mittelmeerwetter. Die Luft fühlt sich so an (schwülwarm), riecht so (irgendwie), und nachts ohne Klimaanlage schläft man unruhig (tropische Nacht). Leider fehlt das Meer - die paar Badeseen sind umzäunt, überfüllt, oft grün stichig, und ab 21:00 wird man rausgeworfen - grad wenn es am schönsten ist (Sonne scheint ja noch)... 2022 hatten wir 31 solche Tage (ich führe ein Wettertagebuch/tabelle) mit Nachmittagstemperatur 31 Grad oder mehr. Wenn ich die mit 30 Grad zählen würde käme noch ein halbes Dutzend dazu.

  • Als jemand, der lange im Ausland und in tropischen Klimazonen lebte, liest sich Deine Aussage wie ein Traum. Hatte nie Probleme mit Hitze, nur mit Kälte, ehrlich gesagt. Ich hasse Winter.


    ;)


    Gruß,


    Samuel

    Paranoia ist ein Zustand, welcher der Realität noch am nächsten ist.


    Aus -Four past midnight- von Stephen King

  • Laut DWD gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Feinstaub von Fabriken und dem Flugverkehr sowie dem Wetter. Seit Corona ist die Feinstaubbelastung in der ATMO wieder am Steigen, weil Firmen das home office auflösen und mehr geflogen wird. Das sieht man sogar an Tagesstatistiken, wo das Wetter dem Wochenrythmus folgt. Der Regen wird bekanntlich durch Kondensationskeime angeregt.

    Das klingt ja durchaus mal interessant. Hättest Du evtl. Links, öffentliche Verlautbarungen oder wiss. Paper-Zitate für uns zum Nach-/Weiterlesen ?


    Ich hatte auch mal 'irgendwo gehört' die Flugrouten in Mitteleuropa seien wegen des Ukrainekriegs derzeit vermehrt über unsere Himmel umgeleitet und das hätte Auswirkungen auf die hiesige Bewölkungslage. Ob das Fake ist oder tatsächlich stimmt und wissenschaftlich fundiert ist, weiss ich allerdings nicht...

  • Hallo Samuel, bei mir ist es exakt anders herum, bin wohl ein nordischer Typ. Ich leide jedenfalls hier im Sommer, aber jetzt komm ich nicht mehr so leicht hier weg (zurück nach SH <3 ).


    Hallo Peter, definitiv haben Flugzeuge im Reiseflug sehr große Auswirkungen auf die leichten Schleierbildungen, was ja bei Galaxien und Nebeln, sofort zu Kontrastverlust führt. Zumal da die Schleiervorhänge in 9-12km Höhe auch noch Licht aus großer Distanz (bzw. ringsum alle Städte/Metropoeln) gleichmäßig reflektieren - da hilft es auch wenig 50km raus zu fahren. Heute z.B. ziehen sich die leichten Schleier ausgehend vom Durchflug breit auseinander und bevor es sich doch noch auflöst, ziehen neue Flugzeuge einen neuen Strich, etc.. Ob das auch zu mehr Kumulanten und schließlich Regen führt weiß ich nicht (heute jedenfalls nicht), aber der CS-Himmel ist verschmiert und das hat man in Corona Zeiten sehr auffällig gesehen das das nicht so war: Wenn es blau war, dann war es ohne (oberen) Flugverkehr richtig blau. Jetzt ist es meistens milchig. Mal die breit gelaufenen Kondens-Schleier, mal der Sahara Staub, aber nur noch selten richtig gut tiefblau. Wegen des Krieges (Sanktionen) geht in der Tat sehr viel mehr Langstreckenverkehr hier durch (Transit) und vor allem jetzt auch NACHTS, wo sich vor 2022 der obere Flugverkehr weitgehend beruhigt hat gegen Mitternachtsstunden.


    Ich bin aber nicht sicher ob das in irgendeiner "Wolkenstatistik" auftaucht, sie sind kaum Wetterbildend und ja eigentlich durchsichtig. Ob da die Wetterleute interessiert sind? Die Klimaanalysten versuchen allerdings solche Daten zu bekommen (und die Modelle zu verbessern), diese leichten Schleier haben starke Auswirkungen auf die Wärmestrahlungsbilanz, insbesondere nachts.

    CS,

    Walter

  • Hallo miteinander,

    ... aber der CS-Himmel ist verschmiert und das hat man in Corona Zeiten sehr auffällig gesehen das das nicht so war: Wenn es blau war, dann war es ohne (oberen) Flugverkehr richtig blau. Jetzt ist es meistens milchig.

    Das kann ich empirisch auch vom Beobachten bestätigen. In der besonders flugarmen Coronazeit (so etwa Frühling 2020 bis Sommer 2021) gab es auffallend viele gute Nächte, das wurde sehr bald deutlich.


    Beispiel mit dem 9,5-Zoll Fünfling am Alpenrand: ' Der planetarische Nebel M97 ("Eulennebel") ließ - relativ deutlich sogar - zwei dunklere Gebiete erkennen, die beiden "Augen" der Eule' - das ist mit dieser Öffnung gar nicht selbstverständlich, zumal es nicht einmal im Hochgebirge war.


    Servus

    Ben

  • Hallo zusammen.


    auch auf die Gefahr hin, dass das Thema eine etwas einseitige Wendung nimmt, einen hab ich noch:


    2010 führte der Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island zu einem Flugverbot.


    Hier mal ein Beobachtungsbericht aus der Zeit......es war die beste Beobachtung die an dem Platz jemals stattgefunden hat.


    BB mit 6, 8 und 10 Zoll Dobsons 05.2010


    ........"Die Nacht war genial, unmöglich, das in Worte zu fassen.

    Vier Mann, drei Dobsons, 6,5er Himmel, streckenweise sehr gutes Seeing und eine geniale Transparenz bis nahe an den Horizont".......


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

    Edited once, last by Cateye ().

  • Hallo Günther,


    ein schöner Bericht von deiner Ausnahmenacht ohne Flugzeuge !


    Extrem rote Sonnenunteränge, auch ein Zeichen von hoher Partikeldichte in der Atmosphäre (Saharastaub/Vulkanasche) gab es reichlich.

    Wir waren nach dem Vulkanausbruch auch mit mehreren Leuten am Alpenrand beobachten. Ja, und beim Untergang konnte man schon recht früh direkt in die Sonne schauen:




    "Die Nacht war genial, unmöglich, das in Worte zu fassen.

    ...[M51:] Spektakulär wird es im 10 Zoll f/5. Bei 7 mm Okularbrennweite liegen 180fach und 1,4 mm AP an, herrlich schwebt die Spiralstruktur vor dem Auge. ... Man kann sich kaum satt sehen

    8) :thumbup:


    Servus

    Ben

  • Zum Zusammenhang zwischen Flugzeugen und Wolken habe ich einen Beitrag auf "Quarks" gefunden.

    Darum ist Fliegen noch schädlicher fürs Klima als gedacht - quarks.de

    Am Schluss des Artikels sind noch ein paar weiter führende Links.

    Danke Konrad,


    Da kann ich mich mit den Paper-Links mal weiterhangeln.


    Wenn das sich erhärtet das Flugzeuge (anhaltenden) Cirrus bilden, dann Gute Nacht - besser gesagt: Schlechte Nacht ! Mein Eindruck (der als solcher erstmal ja keine Wissenschaft ist) ist durchaus, dass Kondensstreifen lange anhalten können. Und Cirrus reflektiert ganz sicher die Lichtverschmutzung, die am Boden erzeugt wird. Damit geht die Himmelshelligkeit hoch... Und generell haben wir mehr hohe Wolken (wie ich schon meinte wahrzunehmen).


    Ich hab mir ohnehin schon seit einiger Zeit angewöhnt meine Beobachtungsnächte mit Allsky Aufnahmen zu monitoren. Siehe z.B. hier:

    eyes4skies - report

    Das werd ich jetzt doch mal konsequent fortsetzen bzw. mal doch vllt. etwas 'wissenschaftlicher' angehen, parallele SQM Messungen etc...


    Guss, Peter

  • ........"Die Nacht war genial, unmöglich, das in Worte zu fassen.

    Vier Mann, drei Dobsons, 6,5er Himmel, streckenweise sehr gutes Seeing und eine geniale Transparenz bis nahe an den Horizont".......

    Ciao Günther & Ben, Cateye & BenN


    Ja super Beobachtungen, das glaube ich sofort ! :thumbup:


    Etwas widersprüchlich erscheint mir allerdings das Statement bezügl. Transparenz, weil ihr ja rote Sonnenuntergänge hattet, also definitiv schlechte Transparenz (viel Extinktion) horizontnah. Daher schätze ich eher, dass eure Himmelshelligkeit sehr gering war, und dadurch Galaxien super herauskamen (max. Kontrast). Transparenz und Himmelshelligkeit sind bekanntermassen nicht das gleiche, koppeln aber manchmal aneinander (s.u.), denke ich.


    Wäre gut (gewesen) SQM Messungen zu haben... (übrigens ist das SQM-L mittlerweile billiger geworden - fyi).


    Klar interessiert euch primär nur das Endergebnis ! ABER: für die (jet-erzeugte) Cirrus Wolken Produktion von oben (Konrad's Post, fastride ) ist es interessant, dass gute Nächte (mit Himmel beobachterisch sehr gut dunkel) auftraten als zwar Staub in der Luft war, aber wohl überhaupt keine Kondensstreifen !!! Das hiesse evtl. dass (schwache und cirrus-artig verteilte) Kondensstreifen systematisch den Himmel hell machen über die Streuung der bodengebundenen LP evtl. wie hier in meinem Schema (allerdings ohne Cirrus explizit drin zu haben) skizziert:

    eyes4skies - article


    Das könnte dann heissen, die von uns visuellen so beklagte LP am Himmel geht AUCH DESHALB hoch, weil mehr diffus verteilter Cirrus in die Luft kommt. NICHT NUR weil die Beleuchtung am Boden zunimmt (tut sie natürlich auch, befürchte ich). Das ist allerdings im Moment nur eine (plausible) Vermutung.


    Gruss, Peter


    PS: Wir driften vom Wetter hier etwas ab, aber könnte sein, dass alles doch ziemlich eng zusammenhängt, also völlig ok.

  • Hallo Peter,


    bei den von mir genannten hervorragenden Nächten meinte ich ja die Corona-bedingte flugarme Zeit um 2020/21. Das war empirisch wirklich sehr augenfällig !


    Bei dem Abend von 2010 nach dem Vulkanausbruch in Island ...

    Etwas widersprüchlich erscheint mir allerdings das Statement bezügl. Transparenz, weil ihr ja rote Sonnenuntergänge hattet, also definitiv schlechte Transparenz (viel Extinktion) horizontnah. Daher schätze ich eher, dass eure Himmelshelligkeit sehr gering war, und dadurch Galaxien super herauskommen (max. Kontrast)

    ... hatten wir selber nicht die fantastischen Bedingungen wie Günther sie beschreibt; ich weiß auch nicht wie wir zeitlich relativ zu den Flugverboten lagen. Die Nacht war dennoch sehr lohnend, zumal wir in größerer Runde auch was zeigen konnten:


    'Trotz der sehr sichtbaren trüben "Vulkansuppe" - man konnte recht früh direkt in die Sonne schauen, was bei dieser Sonnenhöhe normal nicht geht - wurde es nachts in zenitnäheren Bereichen ein recht ordentlicher Himmel - bei schön ruhiger Luft mit scharfen Bildern.

    So hatte auch Derya aus dem Jugendkurs Glück. Bei seiner überhaupt ersten Spechtelnacht außerhalb der Sternwarte gabs von 21:00 bis 2:30 ein
    intensives Beobachtungs-Menü, besonders eindrucksvoll in Barny's 18 Zöller: Galaxien mit schön sichtbarer Spiralstruktur (M51, M81, M106, M61 u.a), mit Stern-Assoziationen("Fisch" NGC 4631 u.a) und mit Staubbändern (M82, M104, NGC 4565, NGC 5746 etc) . M82 bei 400x bei guter Luftruhe und scharfem Bild schön detailreich "zerfetzt". Und die Kugelhaufen M3, M5, M13, M92. Eine schöne Beobachtungsnacht in gut aufgelegter Spechtler-Runde.'


    Servus

    Ben


  • Hallo Peter,


    ich kann jetzt das lokale Wetter von 2010 nicht mehr täglich exakt erinnern, ich weiß nur, dass der April warm und der Mai durchwachsen waren, auch Regen war häufig.

    Möglich also, dass wir eine Nacht erwischt haben in der sich die grundsätzlich hohe Staub-/Aschebelastung durch vorherigen Regen und Wind deutlich reduziert hatte.

    Ich erinnere mich noch gut, dass die Staub-/Aschefahne sich in den gezeigten Grafiken in Ausdehnung, Dichte und Richtung durch Wetter-/Lunftsrömungseinflüsse eigentlich täglich stark veränderte.


    ich nutze hier z.B. sehr gerne Rückseitenwetterlagen, also die erste klare Nacht nach einem durchgezogenen Tief, kann durchaus sein, dass das damals auch mit entscheidend war, trotz Vulkan und wegen Flugverkehrspause raus zu fahren.

    Aber wie schon beschrieben, so gut war dieser Platz nie zuvor und auch danach nicht mehr, wenn ich dort war.


    Ich habe übrigens lt. Bericht die Sterngrenzgröße mit etwa 6,5 Mag ermittelt, das mache ich immer im kleinen Wagen.

    Das ist für unsere Verhältnisse schon sehr dunkler Himmel, aber da spielt eben natürlich auch immer die Transparenz mit hinein und die war excelent.


    Ich kann hier übrigens sehr gut bestätigen, dass jede Art von Bewölkung, auch hohe schwache, transparente Zirren, die urbanen Lichtglocken zu einem nicht unwesentlichen Teil reflektieren und damit ihren ungünstigen Einfluss, auch hoch am Himmel, verstärken. Daher stehe ich auf die saubere Luft hinter größeren Tiefdruckgebieten.


    Wolken, auch hohe Zirren erscheinen bei uns grundsätzlich heller als der Nachthimmel.

    Wenn es am Himmel in irgendeiner Ecke heller wird kommen Wolken.


    Auf La Palma z.B. wird der Himmel dunkler wenn Wolken kommen.

    Wird es über den Hängen heller, ist das die Milchstraße......oder die unerwartete Morgendämmerung.


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

    Edited 2 times, last by Cateye ().

  • rote Sonnenuntergänge hattet, also definitiv schlechte Transparenz (viel Extinktion) horizontnah

    sehr weit ausgebreitete Röte beim Sonnenuntergang deutet auf sehr viel Feinstaub, weil die Partikel groß genug sind, um langwelliges Licht abzulenken. Es ist allerdings die Summe des Feinstaubs quer durch die Atmosphäre und da reichen auch sehr viele städtische Gebiete auf dem Weg dorthin. Blickt man senkrechter in die Luft, hat man damit nicht unbedingt etwas zu tun. Der Blick kann da trotzdem sehr frei sein. Beim Vulkanausbruch würde ich vermuten, dass der Feinstaub stark zugenommen hat, aber sehr schnell abgesunken ist. Man blickt dann unten quer durch die Suppe, nach oben ist es aber reiner, weil die Flugzeuge fehlen. Ich vermute ferner, dass der Staub zu mehr Regen und Abregnen führt. Eine am Ende trockenere Atmosphäre sollte auch einen besseren Blick ergeben. Solche Effekte kennen wir Fotografen bei Bildern von Berg zu Berg.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!