Visuelles Beobachtungswetter letzte 12 Monate ?

  • Hallo Kollegen,


    Gestern ging durch die Medien die letzten 12 Monate seien die regenreichsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland gewesen. Da wundert es einen nicht, dass gejammert wird, man könne (vor allem visuell) kaum beobachten - insbesondere der letzte Winter war ja doch etwas demoralisierend. (Der Schluss 'Regen = nicht beobachten' ist wohl weitgehend zulässig, wenn auch nicht umgekehrt). Das bestätigt also objektiv die subjektive Wahrnehmung, die wohl viele haben werden, schätze ich.


    Dabei war mein Eindruck: (1) es gab nicht viele gute Nächte (in Übereinstimmung mit dem häufigen Schlechtwetter / Niederschlag ). Aber eben auch: (2) die Beobachtungsnächte, die ich tatsächlich hatte, waren überdurchschnittlich häufig von Wolken (insbesondere hohen Wolken) beeinträchtigt. Die solide, klare, ganze Nacht von 'früher' gab es nur sehr sehr selten. Das ist besonders für BigDobsonianer ärgerlich, weil man als solcher (hoher Aufwand) recht gerne zu Ganznachtbeobachtung neigt.


    Wer wissen will wie es in USA aussieht zum Vergleich, kann diesen CN thread lesen.


    Man kann nur auf einen Umschwung in der Statistik hoffen... ;)


    Zwölf Monate so nass wie nie: Woher kommt der ganze Regen?
    Immer wieder Unwetter und Dauerregen: Nie zuvor fiel in zwölf Monaten so viel Niederschlag. Hauptgrund ist wohl der Klimawandel.
    www.zdf.de


    Eine etwas kritischere + längere Gesamtbetrachtung (allerdings von 2020) findet man übrigens hier:

    Niederschlagsentwicklung in Deutschland seit 1881
    In diesem Beitrag habe ich zahlreiche Niederschlags-Mittelwerte des Deutschen Wetterdienstes ausgewertet und in verschiedenen Grafiken visualisiert. Wir werden…
    wetterkanal.kachelmannwetter.com


    Hier analoges vom Umweltbundesamt:

    Trends der Niederschlagshöhe
    Seit 1881 hat die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland um rund 8 Prozent zugenommen. Dabei verteilt sich dieser Anstieg nicht gleichmäßig auf…
    www.umweltbundesamt.de


    Zum Selberplotten:

    Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Deutscher Klimaatlas


    Gruss,

    Peter

  • ....ok. ...wir hatten ein regenreiches Frühjahr....na und?


    ....die letzten 12 Monate seien die regenreichsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland gewesen.....

    ....wird nicht normalerweise das Jahresmittel eines Jahres (von Jan. bis Dez.) für solche Wertermittlung herangezogen?


    ....oder sucht man einfach mal wieder nach einer Superlative?


    (P.S.: ...'s is halt nur meine Sichtweise bzgl. solcher Nachrichten.

    ...Peter...'s is auch nicht persönlich gemeint. 🙂)

  • 2020 war hier an der Mosel ein sehr sonniges, trockenes, wolkenloses, fast regenfreies Frühjahr u. durch Corona wurde dann auch noch der Flugbetrieb eingestellt.


    Ab diesem Zeitpunkt war auch (so gut wie) keine Wolkenbildung mehr zu beobachten.

    ...(was auch einem hiesigen Meteorologen aufgefallen ist..denn....hier gibt's sehr viel Flugbetrieb u. es ist offensichtlich das ein sehr großer Teil der Wolkenbildung auf Abgasfahnen zurückzuführen sind..)


    ...In dieser Zeit (ohne Flugbetrieb) hatte ich, seit Jahren, die meiste u. beste Beobachtungszeit...


    ...war aber damals den Medien keine Meldung wert...

  • Hey,


    ich bin zwar nicht Visuell aber Fotografisch unterwegs. Da braucht mach ja bekanntlich auch einen klaren Himmel. Ich hatte das selbe Gefühl, dass diese Jahr außergewöhnlich schlecht ist.

    Nun habe ich geschaut auf wieviel Belichtungszeitz ich dieses Jahr im Vergleich zum vergangen gekommen bin.


    Von Januar 2023 bis Juli 2023 bin ich auf 87 Stunden gekommen.

    im selben Zeitraum 2024 auf 103 Stunden.


    So kann man sich täuschen.


    VG&CS Nick

  • Nun ja, genau deshalb poste ich das. Ich denke objektive Daten belegen jetzt das weitverbreitete (zunächst) subjektive Gefühl, das 'Wetter sei recht schlecht gewesen' in den letzten 12Monaten.


    Dass Du nun länger belichtet hast kann natürlich sehr gut auch andere Gründe haben... ;) u.a.z.B. dass man fotografisch mit fragmentierter Beobachtungszeit unter Umständen besser zurechtkommt, aber auch aus allen möglichen persönlichen Sondereffekten heraus...

  • Ich nehme eigentlich immer alles mit was geht :whistling: . Teleskop ist in ca. 5 Minuten einsatzbereit. Ich hatte letztes Jahr in dem Zeitraum zwar mehr Bilder, hatte aber dieses Jahr mehr Belichtungszeit pro Bild gepackt. Die längere gesamt-Belichtungszeit kommt daher das letztes Jahr Winter/Frühjahr einfach mal grottig war. Da ging zwischen November 22 bis zum März 23 gar nix.


    ps. es ist aber richtig. Man kann Fotografisch sich seine Projekte zusammenstückeln was ich aber sowieso machen muss, damit ich mal was zusammen bekommen :)

  • Hallo,

    so ganz subjektiv geht meine Beobachtungszeit das letzt halbe Jahr gegen null - echt etwas frustrierend. Natürlich gibt es bin und wieder mal CS, leider fast nie wenn es zeitlich passt - ja gut vlt. sollte ich Prioritäten anders setzten, aber Arbeit muss halt auch sein😅

    Aber das gefühlt größte Problem ist, dass es keine stabile Wetterlage gibt, alles ändert sich sehr kurzfristig, kaum Verlass auf Wolkenprognosen, nix ist planbar. Mittags ist für Abend noch CS gemeldet, abends ziehen Wollen auf, oder auch umgekehrt....

    Das nervt mich am meisten - keine Ahnung ob ich mir das nur einbilde,

    Gruß Martin

  • Das nervt mich am meisten - keine Ahnung ob ich mir das nur einbilde,

    Das sehe ich genauso.


    Gruss Jürgen

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  • Ich habe auch das Gefühl, dass seit einem halben Jahr der Wurm drin ist.


    In den letzten 12 Monaten, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, noch nie soviel Regen in Deutschland...


    Wie sagt mein Arbeitskollege immer: "Kein Nachteil ohne Vorteil"


    ==> Schlecht für Himmelsbeobachter, aber gut für den Grundwasserspiegel.


    Im Winter ging es noch besser, da die Nächte eben länger sind und ich dann doch die ein oder andere Stunde auch unter der Woche nutzen konnte.


    Vor lauter Ärger darüber, habe ich mir einen Solar-Dobson gebaut, dass ich die wenigen Nachtstunden mit ein paar Tagstunden auffüllen kann.


    Gruß Markus

  • aus dem letzten Sommer habe ich noch eine Schönwetterphase in Erinnerung, vlt klappt das ja dieses Jahr auch; im August hab ich 3 Wochen Urlaub - hoffe da gibt es dann mal wieder stabile Schönwetterperiode - dann ist alles wieder gut😊

    Die Hoffnung stirbt zuletzt 😀

    Gruß, Martin

  • In den letzten 12 Monaten, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, noch nie soviel Regen in Deutschland...


    ==> Schlecht für Himmelsbeobachter, aber gut für den Grundwasserspiegel.

    Ja, den Eindruck habe ich auch. Leider bleibt das Regenwasser teilweise auf den Wiesen im unserer unmittelbaren Umgebung stehen und versickert nicht mehr im Erdreich. Das führt(e) dazu, dass wir Myriaden von Stanzen (Stechmücken) hier haben und uns draussen nur kurz aufhalten können, ohne „ausgesaugt“ zu werden. Für visuelle Beobachter wäre das kein Vergnügen. Und Mückenspray sollte man nicht zu häufig auftragen, wie man mir in der Apotheke mitteilte.


    Gruss Jürgen

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  • Moin Zusammen,

    vieles an der Wetterbeobachtung dürfte tatsächlich subjektiv sein - besonders bei uns, denn unser Hobby ist halt vom Wetter abhängig.

    Schon 1975 sang Rudi Carell sein "Wann wird's mal wieder richtig Sommer".


    Meine Statistik ist durchaus mit der des vorherigen Jahres vergleichbar, ich nutze nach Möglichkeit jede Lücke und auch nur fotografisch.

    Unabhängig vom Wetter fallen mir aber klimatische Veränderungen auf. Einordnungen dazu kann ich nur laienhaft machen - evt. weiss das jemand besser:


    1) die Sommer werden feuchter --> liegt vermutlich an der Erderwärmung - mehr Wasser aus den Meeren verdunstet und das muss (Schwerkraft) ja auch irgendwann wieder runter

    2) die Wetterlagen sind länger persistent --> Hoch/Tiefdruckgebiete bewegen sich nur noch sehr langsam (verlangsamter Jetstream?)


    Im besten Fall gibt es eine lang anhaltende "Schönwetter-Katastrophe" - häufiger leider Regen & Wolke.


    Gruß, Jochen


    PS: dass das Wetter sich durch ausbleibenden Flugverkehr ändern soll, halte ich für unwahrscheinlich. Das war wohl eher Zufall.

  • Nun,

    ...dass das Wetter sich durch ausbleibenden Flugverkehr ändern soll,halte ich für unwahrscheinlich.....

    ...es war nur von einer Änderung der Wolkenbildung die Rede und nicht von einer Wetter(ver)änderung.

    Das sollte man auseinander halten.

  • Hallo Leute,


    mal ganz abgesehen davon, dass Flugverkehr durchaus wetterwirksame Auswirkungen haben kann, was an einigen Flughäfen auch schon nachgewiesen wurde, hat z,B. die Veränderung von Flugschneisen bei mir zu Hause bei der passenden Großwetterlage definitiv Auswirkungen auf meine Belobachtungsbedingungen.

    Gerade an Tgen die früher Gutes für die Nacht verhießen passiert das:



    IMG_0667.JPG


    Und das hält sich ziemlich oft durchaus bis in die Nacht hinein.

    Das ist künstliche Bewölkung und die macht etwas.


    Gruß

    Günther

    Jeder macht sich die Probleme die er haben möchte,

    sei es um sie zu lösen oder um sie zu pflegen.

  • Das führt(e) dazu, dass wir Myriaden von Stanzen (Stechmücken) hier haben und uns draussen nur kurz aufhalten können, ohne „ausgesaugt“ zu werden.

    Servus Jürgen,


    anscheinend wohnen wir im selben Eck 😂


    Wir hatten Hochwasser hier (mehrere Dammbrüche der Paar) und jetzt an jeder Ecke eine riesen Pfütze, teilweise mehrere Fußballfelder groß... Ein Schlaraffenland für Stansen.


    Gruß Markus

  • Servus Markus,

    anscheinend wohnen wir im selben Eck 😂

    aus der Perspektive von @JogiNet auf jeden Fall! :beaming_face_with_smiling_eyes:


    Gruß Jürgen

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  • Servus beinand,


    auch bei mir war es heuer bislang meist sehr madig. Und wenn es mal klar war, dann war entweder der Mond fett am Himmel oder ich musste in der Früh raus (man hat ja auch einen Beruf) oder die Luft war vom Saharastaub trüb und milchig. Was mir aber vor allem auffiel: kaum wirklich vorhersagbare, klare Nächte. Ich kann das an meiner Astronomie-AG, die ich an meiner Schule leite, sehen. Da brauche ich für einen Beobachtungsabend Vorlauf, da die Eltern ja mitmachen müssen. Und da ging so gut wie gar nichts.

    Das Ganze ist aber sehr regional. Ich bin im Alpenstau und habe daher oft Wolken, Regen, Gewitter, während z.B. in Nordbayerm klarer Himmel ist.


    Auf der anderen Seite tut es dem Grundwasserspiegel gut. Und als Visueller braucht man halt Geduld. Dafür gibt es Jahre, in denen man fix und fertig ist, weil ständig klarer Himmel ist und man ins Schlafdefizit kommt.


    Was aber klar sein sollte: solche Extremsituationen häufen sich und das wird nicht besser. Die Niederschlagsmenge steigt an, denn wenn es im Schnitt wärmer ist, verdunstet mehr Wasser und mehr Wasser regnet in den ozeanisch geprägten Gebieten ab. Da der Jetstream schwächer wird, bilden sich mehr Schlaufen (Rossby-Wellen), die Wettersysteme wandern langsamer oder bleiben bei einer Omega-Lage stehen, was an den einen Orten klaren Himmel, Hitze und Dürre, an anderen Orten dauerhafte Niederschläge bedeutet. Das Abschwächen des Jetstreams ist auch leicht nachvollziehbar, da der Temperaturgradient zwischen den Tropen und der Polarregion abnimmt.


    Dürren mit Waldbränden und dauerhafter Regen und Überschwemmungen wechseln sich ab. Die Winter werden wärmer und wir haben im Herbst/Winter mehr "Schlechtwetter" (mediterranem Klima entsprechend). So richtig dauerhaft kalte Wochen mit glasklaren Nächten bei Ostwindwetterlagen gibt's kaum, noch. Früher, in den 80ern, gab es das noch. Man konnte, wenn man die Tiefkühltruhentemperaturen aushielt, im Januar tolle sternenklare Nächte erleben und bewundern. Wenn ich meine Aufzeichnungen ansehe, dann fällt mir auf, dass ich selten meine "Extremkleidung" anziehen musste. Manche Nächte waren richtig mild, ohne Frost, und das im Januar, Februar etc.


    Wetter und Klima sind natürlich zwei paar Stiefel, aber wenn man viele Jahre miteinander vergleicht, dann ist der Wandel offensichtlich. Und astronomisch gesehen ist es eben der Wechsel zwischen Monaten oder ganzen Jahreszeiten mit dauerhafter Bewölkung und solchen mit extrem trockenem, wolkenarmen Wetter. Anders als früher. 2024 war bisher zumindest bei mir eher dauerbewölkt und wenn mal klar, dann nur kurze Zeit, Wolkenlücken, nicht sicher vorhersagbar. Und wenn es mal ein paar Tage klarer Himmel war, dann eben zur Unzeit. Ist halt so, wenn das selten passiert.


    Bin gespannt, wie der August wird. Den Spätherbst/Winter schreibe ich meist eh mehr oder weniger ab. Man schaue nur auf unsere OdMs im November. Da kann man froh sein, wenn man sie überhaupt mal kurz sehen konnte. Mittlerweile auch im Dezember und Januar kaum möglich.


    Also heißt es Geduld zu haben und dann, wenn alles passt, die klaren Nächte umso mehr zu genießen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung:

    Teleskope: 22" (560 mm)  f/3.5 Dobson (Martini / Oldham Optical)  –  Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G  –  Ferngläser (8 x 42, 20 x 60)

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Servus,


    Ich denke die eingangs verlinkten Daten zeigen erstmal: dies waren *tatsächlich* regenreiche, also beobachtungs-schwache 12 Monate. Jeder von uns hat natürlich immer viele Gründe warum er möglicherweise nicht beobachten konnte (und das alles immer objektiv zu trennen von Wetterfaktoren ist oft schwierig, zumindest subjektiv). Aber hier haben wir es nun 'amtlich': das Wetter war definitiv schlecht !


    Was die Entwicklung über die Jahre angeht, will ich subjektiv gar nicht widersprechen, aber ich erinnere mich doch an viele schlechte Erfahrungen mit dem Wetter auch in der Vergangenheit:


    1. Astronomie ist schon immer (sehr) wetterabhängig gewesen, schon zu meiner Schulzeit. Durch die eher verengenden Effekte von z.B. Luftverschmutzung, Luftverkehr und Light Pollution ist die Situation ganz sicher nicht besser geworden in den Jahrzehnten seither. Der Mensch verengt seine Umwelt durch Intensiv-Nutzung wo es nur geht, das bekommt man zu spüren. Heutzutage wird Feldarbeit z.B. auch oft nachts erledigt, das nervt unsereins doch schon enorm.


    2. Auch (Standort-selektierte) Profi-Observatorien in Südspanien oder auf La Palma hatten in den 1980/90ern öfter mal schlechtes Wetter. Wenn man Beobachtungsruns von 1-2Wochen hatte, hatte man im Durchschnitt 25% Ausschuss, auch 80% kamen mal vor. (ESO/Chile war schon immer deutlich besser, 10% Ausschuss).


    3. Im Jahr 2009 gab ich einen VHS Kurs in Heidelberg, auch Beobachtungen am Himmel hatte ich geplant. Aus den Beobachtungen am Himmel wurde ein ganzes Semester lang nix, trotz Terminflexibilität. Das Wetter war oft schlecht, oder wenn nicht dann Starker Mondschein.


    4. Ein Grund (unter mehreren) ab 2011 eine lange Pause in meinen Beobachtungs-Aktivitäten einzulegen, war auch der Frust über Wetter und Beobachtungs-Gelegenheiten. Es war in der Folgezeit unglaublich erleichternd nicht mehr dauernd das Wetter monitoren zu müssen. Das hat einfach geschlaucht.


    Ich denke also im Grundsatz nicht, dass man 'verzweifeln' muss (auch früher gab es schlechte Phasen), ABER das Beobachtungswetter war eben jetzt 12 Monate lang doch DEFINITIV unterdurchschnittlich. ABER JA, die Lichtverschmutzung ist heute leider ein zunehmend schlimmes Thema, das uns systematisch einengt, besonders uns Visuelle.


    Mein Eindruck ist aber tatsächlich auch, dass die Vorhersagbarkeit abgenommen hat, Unsicherheit zugenommen. Würde mich sehr imteressieren, ob es von Profi-Meteorologen hierzu wissenschaftliche Erkenntnisse gibt !?


    Ich versuche dem jetzt dadurch zu begegnen, dass ich (ausser es sieht von vorneherein sehr mies aus) meine Schwarzwald-Aufenthalte immer um Neumond herum einplane und möglichst IMMER das Equipment mitnehme. Ein paar mal schon gab es überraschenderweise gute Beobachtungs-Chancen (überraschende Wolkenauflösung). Ein andermal jedoch bei vorhergesagter guter Nacht, dann doch wieder hohe/mittelhohe Wolken durchziehend.


    Subjektiv ist das alles etwas anders als sonst, damit ungewohnt, aber man muss nehmen, was man kriegt...


    Lg, Peter

  • Hallo Peter,

    dass ich (ausser es sieht von vorneherein sehr mies aus) meine Schwarzwald-Aufenthalte immer um Neumond herum einplane und möglichst IMMER das Equipment mitnehme.

    Ich kann dazu lange praktische Erfahrung von meinen - mittlerweile 36 ^^ - Aufenthalten am ITT beisteuern, mit den gleichen Parametern: Der Termin liegt (natürlich) immer in Neumondnähe, und ich hab immer was zum Gucken dabei, oder zumindest gute Freunde aus der VSW.


    Ein paar mal schon gab es überraschenderweise gute Beobachtungs-Chancen.

    Ja, bei guter Vorhersage kam am ITT in der Mehrzahl auch eine gute Beobachtungszeit heraus - aber nicht immer: Bisweilen dominierte auch lokaler Nebel.


    Und bei durchwachsener Prognose war die Ausbeute meist auch nicht so toll, aber es gab immer wieder mal unerwartetes Aufklaren - und dann bei Rückseitenwetter mit teils fantastischer Durchsicht für ein paar Stunden. Diese Stunden gehören vom Gefühl zu den schönsten !


    Ist zwar anders als sonst, damit ungewohnt, aber man muss nehmen, was man kriegt...

    So ist es, kann nur empfehlen dabei zu bleiben ...


    Servus

    Ben

  • Ciao Ben,


    Ja das mit dem regelmässig fixierten TT Termin ist eine sehr ähnliche Taktik wie meine. Auf die Mondphase planen, dann (immer) Bereitstehen, zuschlagen wenn es geht. :thumbup:


    >> kann nur empfehlen dabei zu bleiben ...

    Keine Sorge, meine Astronomie-Verwurzelung ist dann doch zu tief zum Aufgeben... ;)


    Good luck !

    Peter

  • Meine Meinung?


    Solch ein besch***enes Wetter habe ich noch nie erlebt, wie in den letzten 12 Monaten. Man kam fastr gar nicht mehr zum Sterne gucken. Es ist wie verhext. Erst der schlechte Sommer letztes Jahr und gleich darauf noch einm 11,6 Grad im Juli 2o24.


    Visuell gesehen eine Katastrophe.

    Paranoia ist ein Zustand, welcher der Realität noch am nächsten ist.


    Aus -Four past midnight- von Stephen King

  • Hallo Peter,

    >> kann nur empfehlen dabei zu bleiben ...

    Keine Sorge, meine Astronomie-Verwurzelung ist dann doch zu tief zum Aufgeben... ;)

    Ich dachte auch nicht, dass du wegen des vielen schlechten Wetters vielleicht ganz aussteigen würdest.

    Mein Satz bezog sich auf dein neues Modell: Immer um Neumond herum, immer mit Equipment, TT-like - kann nur empfehlen das mal durchzuziehen ;)


    Servus

    Ben

  • PS: dass das Wetter sich durch ausbleibenden Flugverkehr ändern soll, halte ich für unwahrscheinlich. Das war wohl eher Zufall.

    Laut DWD gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Feinstaub von Fabriken und dem Flugverkehr sowie dem Wetter. Seit Corona ist die Feinstaubbelastung in der ATMO wieder am Steigen, weil Firmen das home office auflösen und mehr geflogen wird. Das sieht man sogar an Tagesstatistiken, wo das Wetter dem Wochenrythmus folgt. Der Regen wird bekanntlich durch Kondensationskeime angeregt.

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