Feinmechanische Anstalt GmbH Nürnberg - ein vergessener Astrogeräte-Hersteller

  • Hallo liebe astro-historisch interessierte Sternfreunde,



    ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass ich seit Monaten an einem kleinen Artikel über diesen fast vergessenen Hersteller von Astro-optischen Geräten und Messinstrumenten arbeite. Leider war dies mit vielen Schwierigkeiten verbunden, da sich kaum noch Informationen über diesen Hersteller recherchieren liessen. Dennoch wage ich es jetzt, euch hier an dieser Stelle meinen kleinen Bericht zu zeigen. Aufgrund der Länge habe ich ein PDF-Format gewählt. Da die FAN seit nahezu 100 Jahren erloschen ist, dürfte es mit Abbildungen z.B. aus dem 1922er Katalog hoffentlich keine Probleme geben.



    Sollte dieser Beitrag unerwünscht sein, bitte ich die Moderation von ihrem Lösch-Recht Gebrauch zu machen.



    Vielleicht hat der eine oder andere aber etwas Freude an dem Bericht.



    Mfg Michael Aaron Meier

  • Toller Artikel. War kurzweilig zu lesen!


    Ich bin immer wieder erstaunt, daß damals solch kleine Firmen so große Produktkataloge anbieten konnten. Das Wissen um Konstruktion und Fertigung ist ja nicht mal eben in kurzer Zeit nach einem Bier und paar Freunden aus dem Boden gestampft. Ähnlich ging es ja in diesen Zeiten auch mit Photokameraherstellern.


    Michael, Deine teleskophistorischen Beiträge machen Laune, ich lese sie gerne!


    Gruß

    Johannes

  • Danke fuer Deinen Beitrag und den Bericht. Von dieser Firma hatte ich noch nie gehoert!


    Musste ja damals schon "gehobene Klasse" gewesen sein. Ein 3" oder 4"-Refraktor ist in den 1920ern fuer die meisten Menschen, die sich fuer Astronomie interessierten, ein Wunschtraum geblieben. Das zeigt sich auch an den Details der Ausstattung, wie der per Seilzug aufklappbare Objektivdeckel.


    Ich wundere mich, wie viele Firmen dieser Art es geben mag, die komplett in Vergessenheit gefallen sind.

  • Hallo liebe Hobby-Kollegen - freut mich, wenn es dem einen oder anderen gefallen hat. Ich muss dazu aber in aller Bescheidenheit sagen, dass dies natürlich eher ein kleiner "Schüler-Aufsatz" ist.


    Sicher hätte ein richtiger Fach-Autor, z.B. vom Schlage eines Jürgen Kost, noch viel mehr herausfinden können !


    Mich hatte an dieser Sache nur gereizt, dass auch ich von diesem deutschen Herstellervorher wirklich noch nie etwas gehört hatte !


    Auf diese Firma stiess ich eher zufällig, als ich im Netzt auf der Suche nach alten Heyde-Katalogen war und als großer Fan von historischem (Amateur-) astronomischen Gerätebau, war ich natürlich brennend interessiert, mehr herauszufinden.


    Es zeigte sich aber sehr schnell, dass dies eine harte Nuss werden würde ( jedenfalls für mich, als Hobby-"Forscher" ), denn es gab wirklich kaum Quellen zu finden.


    Viele Archive bei denen ich anfragte, winkten sofort ab, manche antworteten erst gar nicht.


    Dass es kaum belastbare Quellen gab, war für mich paradoxer Weise Fluch und Segen zugleich :



    • aufgrund der geringen Datenlage war die Recherche natürlich enorm schwer
    • auf der anderen Seite kam ich so aber nicht in die Versuchung, irgendwelche wilden Spekulationen anzustellen. Paradox ? Man sollte meinen, gerade bei wenig Informationen wird umso mehr spekuliert ! Genau das wollte ich aber tunlichst vermeiden und habe mich daher auf einen relativ kurzen Bericht beschränkt, den ich aber so gut wie möglich eben auch mit Quellen belegen konnte. Es hätte weder mir noch euch etwas gebracht, wenn ich mich hätte zu wilden Spekulationen und Halbwahrheiten oder gar Unwahrheiten verleiten lassen - denn auch wenn ich nur "Hobby-Schreiberling" bin, habe ich schon den Anspruch an mich selber, hier keinen "Mist" zu verbreiten !

    Nun ist dieser Hersteller nüchtern betrachtet, wohl eine kleine Randnotiz in der Geschichte des ( amateur- ) astronomischen Gerätebaus.


    Wer aber in Nürnberg und Umgebung wohnt, hätte z.B. die Gelegenheit sich bei diversen Archiven anzumelden und einen Termin geben zu lassen - dann besteht teilweise die Möglichkeit, vor Ort in den Archiven recherchieren zu können !


    Ich empfehle aber bei astro-historischen Themen immer wieder gerne die tolle Seite von Wolfgang Paech und dem Autoren-Kollektiv auf dieser Seite - das macht immer wieder Freude !


    LG Michael



    Legendaere Amateurteleskope, Montierungen und Zubehör (astrotech-hannover.de)

  • Hallo Michael,


    auch von mir noch mal ein herzliches Dankeschön für den Artikel. Der Name dieses Herstellers sagte mir zuvor auch überhaupt nichts. Toll, dass Du ihn dem Vergessen entrissen hast.


    Vielleicht sollte ich es Dir mal gleich tun und der Firma Astro-Optik Honigsee nachspüren. Die existierte bei Kiel, in Fahrradentfernung von meinem Heimatort und ich bin als Schüler sogar einmal dort gewesen. Leider erlosch sie kurz danach, weil der Besitzer unerwartet verstorben ist. Mal schauen ob ich da etwas herausfinde.


    Bis dann:

    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60mm f/6 Apo, 125mm f/7.8 SD-Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hi Marcus,


    vom ASOH (Astro-Optik Honigsee) habe ich noch einen ausfuehrlichen Katalog, geschreiben per Schreibmaschine in Schreibschriftfont. Der Inhaber verkaufte eine ganze Litanei an Spiegeloptiken, meist Newton oder Cassegrain, sowie mechanische Selbstbauteile. Allerdings bin ich gerade nicht zuhause, und habe keinen Zugriff auf mein Archiv.

  • Moinsen lieber Micha,


    jo, da kann ich mich meinen Vorrednern gerne anschliessen: von dieser Firma habe ich auch bislang noch nichts gehört. Wo hast Du diesen kleinen Edelstein ausgegraben?


    Hab auf jeden Fall besten Dank für die wunderbaren Recherchen ...und sicher nicht nur ich freuen sich auf mehr ;)


    Greetzles Hannes

  • Moinsen Marcus,


    guter HInweis: ich meine, ich müsste in meinem Kruscht auch noch Kataloge/Broschüren von Astro-Optik Honigsee haben. Die hatte ich mir in den 80ern mal schicken lassen. Schaue ich mal nach.


    Greetzles Hannes

  • Hallo Jürgen & Hannes,


    das wäre toll. Ich hatte den Katalog auch mal, sogar von Herrn Burghard persönlich überreicht bekommen. Aber ich habe ihn leider schon vor vielen Jahren weggeworfen.

    Immerhin ist die Firma nicht vergessen und ich habe noch ein paar alte verstellbare Leitrohrschellen von AOH als Erinnerung.


    Bis dann:

    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60mm f/6 Apo, 125mm f/7.8 SD-Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hannes, ich denke es wird bei diesem einen Ausflug bleiben - da gibt es kompetentere Fach-Autoren mit viel besseren Quellenzugängen und Kontakten.


    Für mich heißt es : Schuster bleib bei deinen Leisten !


    Gerne kann ich mal wieder über die eine oder andere Restaurierung berichten, die ich durchgeführt habe - da fühle ich mich sicherer, denn da weiß ich genau, was ich vor mir habe bzw. gemacht habe und kann das auch gut dokumentieren.


    Selbst bei diesem kleinen Elaborat habe ich gemerkt, wie zeitaufwändig und mühsam eine solche Recherche sein kann und ziehe meinen Hut vor den Autoren, die sich die Mühe machen und dafür auch z.T. weite Reisen und Anfahrten unternehmen müssen, um z.B. in Quellen vor Ort zu recherchieren oder mit zig Firmen und Personen zu korrespondieren. Das ist ein nicht zu unterschätzender Fleißaufwand, den diese Menschen auf sich nehmen - Respekt !

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