Smart Teleskop - Martins Sinnkrise

  • Wenn's schon im Chat so grauenhafte Musik am frühen Morgen gibt ^^.


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    Passt :face_with_tears_of_joy:

  • Möchte hier als neuer auch noch kurz meinen Senf dazugeben.

    Ich verstehe die Diskussion ehrlich gesagt nicht. Warum kann man nicht jedem sein Ding gönnen? Von einem guten Freund der Sohn macht Astrofotografie. Wenn er zum Fotografieren geht hat er eine Ausrüstung im wert eines Kleinwagens dabei. Für mich absolut beeindruckend. Hätte ich auch gerne würde ich mir aber niemals kaufen. Mich hat es letztendlich abgeschreckt. Einmal wegen der Kosten, einmal wegen dem Aufwand und einmal wegen der Komplexität. Für mich war dann das Thema Astrofotografie abgehakt. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen. Bei Instagram habe ich zufällig die Werbung für das Dwarf III gesehen. Ich war total begeistert mit wie wenig Aufwand man solche Bilder machen kann. Nun habe ich mir eins bestellt ( Seestar S50 Pro) und kann es kaum erwarten.

    Was ich hier rauslese ist, dass manche Besitzer einer „großen Ausrüstung“ die Sorge haben (sorry, ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll) , dass die Arbeit hinter ihren Bildern nicht mehr wertgeschätzt wird. Oder das der Aufwand nun plötzlich nicht mehr gesehen wird.

    Zum jetzigen Zeitpunkt besteht die Gefahr doch garnicht. Qualitativ kann ein kleines Smartteleskop mit den großen Ausrüstungen doch garnicht mithalten.

    Es ist doch auch der Lauf der Zeit dass sich Technik weiterentwickelt und das ist auch gut so. Auch wenn ich lese dass man beim Smartteleskop nichts lernt…. Da weiß ich garnicht was man dazu sagen soll!? Erstens glaube ich das nicht, denn alleine durch das Interesse am erhofften Bild wird man sich auch zwangsläufig mit der Thematik beschäftigen und zweitens wäre es doch auch egal ob derjenige was lernt oder nicht. Warum habe ich die Erwartungshaltung das jemand etwas lernen soll?

    Ich kann auch die Smarti Besitzer verstehen dass sie sich zum Teil auf den Schlips getreten fühlen. Es hört sich manchmal schon etwas überheblich an wie mit ihnen umgegangen wird. Auch wenn es vermutlich nicht so gemeint war!

    Nun komme ich auch schon zum Schluss. Ich für mich, gönne jedem sein Hobby! Egal was und wie er sein Bild bekommt ist mir völlig egal. Ich freue mich wenn jemand eine schöne Aufnahme zeigt und gönne ihm seinen Erfolg. Auch wenn ich das mit dem Smarti niemals erreichen werde. Letztendlich haben wir doch alle das gleiche Hobby.


    Leben und leben lassen!

  • Ich habe noch ein gebrauchtes Astromaster 130 ganz am Anfang des Hobbys bei Kleinanzeigen gekauft. Gefühlt für ein belegtes Brot.


    Als ich mir ein paar preiswerte, aber vernünftigere Okulare besorgt hab, war mein Plan, das Ding mit ner azimutalen Montierung als Spaß an der Freude zu nutzen, wenn das Smart Teleskop läuft. Also das Ding bei etwas klaren Himmel an den nahe gelegenden Innenstadt-See (Maschsee in Hannover) gebracht und die neuen Okulare am Mond getestet.


    Es ist doch unfassbar, wie viele Passanten (jung oder alt) doch stehenbleiben, um mal "nach nem Blick zu fragen". Total klasse. Hätte ich den Dwarf dabei gehabt, wäre das bestimmt cool gewesen, das live-Stacking auf dem Tablet zu zeigen.


    Warum mir die Anekdote hier einfällt: Es gibt so viele Leute, die sich an einem Blick in den Vergrößerten Himmel erfreuen und nicht den Aufwand betreiben wollen oder können.


    Wenn man mit nem Smartie von diesen Leuten nur ein paar Prozent ins Hobby holen kann, wäre das nicht übel.


    (Von den wenigen Leuten, die ich mit Smart-Teleskop kenne, beschäftigen sich doch auch einige damit, sich dazu noch anderes Equipment zu holen. Als Einstiegsdroge (oder eher als "Einstiegs-Tor") funktioniert es also auch. Ich persönlich hänge jedenfalls doch allzu oft in den Astro-Onlineshops herum, muss ich gestehen.)


    Als Vergleich fällt mir noch ein:

    Früher hat jede E-Gitarre unter 300€ so gar keinen Sinn gemacht (so schrottig, dass es nicht um Klang, sondern um Bespielbarkeit geht). Heutzutage gibt es einen wunderbaren Einstiegsmarkt, besonders der Großhändler aus Treppendorf hat seine Eigenmarken von Schrott zu solider Arbeit entwickelt und viele Produzenten haben ihre günstigen Zweitmarken wirklich verbessert. Seit den 2010-er Jahren sind Insturmente, Aufnahmeequipment, Licht, Effekte, Hardware im mittleren Segment so viel besser geworden, dass der Einstieg zu einer vernünftigen Aufnahme zuhause wirklich einfach geworden ist. Dadurch gibt es natürlich auch viel mehr Hobby-Musiker im Netz und in echt (ähnlich der "Flut an Smart-Teleskop-Bilder") im Allgemeinen. Aber das verschlechtert nicht die Qualität Aufnahmen der Engagierteren. Die gehen ja nicht weg. Es gibt nur einen größeren Pool an Einsteigern, was die Chance erhöht, dass sich auch mehr Leute aus dem Einsteiger-Pool richtig in die Freizeitaktivität einsteigen.

  • Ich verstehe die Diskussion ehrlich gesagt nicht. Warum kann man nicht jedem sein Ding gönnen?

    Oh, mit Gönnen hat das nichts zu tun, jedenfalls bei mir. Wobei ich gerade mit Play auf Astronomie.de öfter aneinandergeraten bin, weil in so ziemlich jeder Einsteigerberatung ein Smartscope angepriesen wurde – da hatte ich das Gefühl, das umgekehrt aktuell hier mancher Smartscope-User bei Kritik hat. (Immerhin: Die Smartscopes haben die Anfragen nach Aussteigerteleskopen in der Preisklasse bis 250€ weitestgehend verdrängt, sodass es da deutlich weniger Frust geben dürfte. Keine schlechte Sache.)


    Aber das ist lange her.


    Was ich eigentlich schreiben wollte: Wir haben im Verein nicht nur zwei Smartscopes (für die ich den Kaufanstoß gegeben habe), sondern auf dem großen Halbmeterspiegel auch ein kleines Teleskop für EAA. Das zeigt den selben Bildausschnitt wie das große Teleskop, nur per Livestacking auf dem Monitor. Und in den letzten Jahren habe ich einiges an Zeit investiert, um das Teleskop und seinen Vorgänger so benutzerfreundlich wie möglich zu machen – Filterschieber, damit die ganzen Nebel-Filter problemlos ausprobiert werden können, ein Feinfokussierer zusätzlich zum Motorfokus des Teleskops, um das Okular intuitiver zu fokussieren als per Handcontroller, Fertig-Sets für die Fotografie, und zig Kleinigkeiten.


    Ein Kollege hat jetzt ein elektronisches Okular gebaut, sodass man das Livestacking-Ergebnis direkt am Teleskop im Okular sieht. Klasse Teil, funktioniert toll und liefert nicht nur die perfekte Illusion der direkten Beobachtung, sondern zeigt die ganzen Deep-Sky-Objekte endlich auch so, wie man sie von den bunten Hubble-Bildern kennt. Eigentlich ideal für die Öffentlichkeitsarbeit!


    Tja, und dann hat das eins unserer Mitglieder neulich kommentiert mit "bei der letzten Führung war das el. Okular nicht da, und wir mussten mit normalen Okularen beobachten. Ich kann mir eine Führung zu Nebeln ohne das el. Okular gar nicht vorstellen". Klar, gerade bei Nebeln ist EAA dem Okular überlegen, kein Zweifel.


    Aber da komme ich doch ganz ohne Missgunst ins Grübeln, warum ich da in den letzten Jahren so viel Zeit investiert habe, um die Vereinsgeräte auf den aktuellen Stand zu bringen. Das tut schon ein bisschen weh, wenn man gesagt kriegt, ich kann mir gar nicht vorstellen, so beobachten zu müssen, wie ihr das damalsTM immer gemacht habt. Und wenn ich dann ein EAA-Bild am Halbmeterspiegel anschaue, das gerade für Öffentlichkeitsarbeit auch nicht viel besser ist als das, was mein Dwarf Mini zuhause auf dem Balkon zeigt – wofür brauche ich dann noch Sternwarte und Ehrenamt? Alle Infos von der Führung gibt's doch auch in der App und auf Youtube, da kann ich mir die Treppenstufen hoch zur Sternwartenplattform auch sparen. In dem Maßstab macht man eh kein Pixelpeeping.


    Und wenn es früher ein neues Teleskop auf der Sternwarte gab, wollten das am nächsten klaren Abend alle mal sehen. Wenn es heute ein neues Smartteleskop gibt, gibt es ein paar Fotos in der WhatsApp-Gruppe. Vereinsleben im Homeoffice, juhu. (Wobei ich auch WhatsApp nicht verdamme – bei der SoFi kamen da unsere Ergebnisse aus ganz Europa in Echtzeit zusammen, auch von passiven Mitgliedern, die ich sonst nicht kenne. Aber ein Beobachtungsabend, bei dem sich alle um ein Okular sammeln und man versucht, Beobachtungen von anderen nachzuvollziehen, ist was anderes, als ein "guck mal, was ich gesehen habe – ich habs auf dem Foto eingekringelt, siehst du's?" Und das von jemandem, der im selben Verein ist, den ich aber genau wie im Forum vielleicht nie persönlich treffen werde.)

    Auch wenn ich lese dass man beim Smartteleskop nichts lernt….

    Zumindest von meiner Seite aus wäre das "nichts lernt" überspitzt, aber die Geräte machen es einem sehr einfach, nichts lernen zu müssen. Man geht in die Liste mit den Vorschlägen der besten Objekte der Nacht, lässt die abarbeiten, die Bilder automatisch bearbeiten und freut sich daran. Das ist kein großer Unterschied dazu, zu einer Führung zu gehen, sich alles zeigen zu lassen, und wieder heimzugehen. Da hat man die Option, sich weiter damit zu beschäftigen, aber man kann es genauso leicht bleiben lassen. Wenn man mal eine halbe Stunde lang ein Deep-Sky-Objekt im Fernglas gesucht hat, hat man sich zwangsweise mehr damit beschäftigt, als wenn man es nur im Katalog aussucht – egal, ob am selbstausrichtenden Goto-Teleskop oder im Smartscope.


    Die tiefere Beschäftigung damit ist optionaler, und es wird einem leichter gemacht, nur zu konsumieren. Und heute scheint mir weniger zu gelten, der Weg ist das Ziel, sondern eher der Zweck ist das Ziel. Das habe ich im Job schon, das brauche ich im Hobby nicht auch noch :) Da darf es ineffizient sein. Aber das heißt nicht, dass ich jemandem seine Bilder gönne.


    Das ist ähnlich wie mit Computern heute: Wer vor 30 Jahren etwas mehr als nur Office gemacht hat, musste zwangsläufig was über die Technik wissen. Heute sind Smartphones und Computer Black Boxes, denen genauso vertraut wird wie der KI, weil man sich nicht damit beschäftigen muss, womit man eigentlich arbeitet. Am Rechner selber was basteln oder ihn erweitern? Geht praktisch nicht mehr.


    Ich kenne die Astro-Szene auch als viele Bastler; bis auf ein paar 3D-Druck-Teile hat die ATM-Szene bei Smartscopes halt auch nichts zu tun. Die Verbesserungen beschränken sich auf Taukappen oder auf die neueste Nivellierplattform aus China, oder gleich eine Kuppel. Nur sporadisch wird mal ein Raspberry eingesetzt, um die originale Elektronik zu ersetzen. Können da noch viele neue Impulse entstehen, die das Hobby weitertreiben?


    Es ist doch unfassbar, wie viele Passanten (jung oder alt) doch stehenbleiben, um mal "nach nem Blick zu fragen". Total klasse. Hätte ich den Dwarf dabei gehabt, wäre das bestimmt cool gewesen, das live-Stacking auf dem Tablet zu zeigen.

    Und das ist der Part, der bei mir der Sinnkrise entgegenwirkt: Bei unserer letzten öffentlichen Veranstaltung im Freien standen die ganzen Besucher bei den Kollegen mit den normalen, visuellen Teleskopen an, um mal durch ein Fernrohr schauen zu können. Den einsamen Kollege mit dem Smartscope, der auf sein Tablet geschaut hat, hat keiner dem Smartscope zugeordnet – wobei wir schon extra das Equinox geholt hatten, weil das noch nach Teleskop aussieht und wir sogar das Evscope genommen hätten, wenn das elektronische Okular von dem Gerät besser gewesen wäre.


    Beste Grüße,

    Alex

  • Sorry wenn ich deinen kompletten Text zitiere. Hoffe der wird nicht komplett angezeigt!

    Das was du schreibst ist doch perfekt. Du und viele andere hier im Forum habt ein Know-how und Wissen, das hätte ich auch gerne. Allerdings habe ich aktuell nicht die Zeit und auch nicht das Geld und vielleicht auch nicht die Geduld. Ich kann ja nur für mich sprechen und wiederhole mich nochmal.

    Ich bin total angefixt von euren tollen Bildern. Ich bin auch von den Smartie Bildern total begeistert. Mir persönlich ist es auch relativ egal mit was für einer Hardware das Bild aufgenommen wurde. Hauptsache es gefällt mir.

    Welche Ziele hat jeder einzelne von uns für sein Hobby? Wenn ich mit meinem Foto-Buddy z.B. ein Startrail fotografieren, dann stehen wir 2 Stunden neben der Kamera, schauen ab und an mal ins Display, und haben eine gute Zeit zusammen. Das macht es für MICH aus. Wenn dann noch ein gutes Bild dabei rauskommt, super, wenn nicht, war es eine geile Nacht.

    Ich bin mittlerweile nicht mehr so verbissen wie früher. Ich vergleiche meine Bilder auch nicht mit anderen. Jeder hat SEINE Art der Nachbearbeitung. Jedes Bild ist individuell mit eigener Note.

    Das macht es doch aus! Sonst kann ich mir tatsächlich, wie weiter oben beschrieben, ein tolles Bild vom Hubble ausdrucken.

    Deshalb, genießt euer Hobby, gönnt den „Profis“ die Top Ausrüstung, gönnt den „Minimalisten“ das Smartie!

    Unterm Strich zählt die schöne Zeit die wir haben!😇

  • Und das ist der Part, der bei mir der Sinnkrise entgegenwirkt: Bei unserer letzten öffentlichen Veranstaltung im Freien standen die ganzen Besucher bei den Kollegen mit den normalen, visuellen Teleskopen an, um mal durch ein Fernrohr schauen zu können. Den einsamen Kollege mit dem Smartscope, der auf sein Tablet geschaut hat, hat keiner dem Smartscope zugeordnet – wobei wir schon extra das Equinox geholt hatten

    Bei einem Beobachtungsabend (war selber nur Gast) haben sich die Schlangen etwas verteilt auf beides. Ich glaube, abholen kann man mit beiden Sachen jeweils ein paar Leute.


    Bei Veranstaltungen will man ja ggf. auch beides präsentieren. Mancher will die eigenen Augen, mancher lässt sich von Technik "fangen". Am Ende will man ja Möglichkeiten aufzeigen, vermute ich mal.

  • Das finde ich ist ein schöner Satz.

    Es gibt leider viel zu viele Teleskope, durch die noch nie durchgeschaut wurde - und auch nicht werden wird!

    Wie meinst Du das denn?

    Weil man nicht durchs Smart-Teleskop schauen kann oder gibt es tatsächlich Leute, die ein Teleskop erwerben und nie durchschauen?

  • Bei Veranstaltungen will man ja ggf. auch beides präsentieren. Mancher will die eigenen Augen, mancher lässt sich von Technik "fangen". Am Ende will man ja Möglichkeiten aufzeigen, vermute ich mal.

    Deshalb hatten wir auch beides dabei. Auf die Sternwarte kommen die Leute, um mal selber durch ein Teleskop zu schauen; die bunten Bilder beeindrucken dann, wenn man zeigt, dass es so was überhaupt gibt. Idealerweise erkennen sie dann selbst, was was für sie ist (wenn sie in das Hobby einsteigen wollen), ohne in die eine oder andere Richtung gedrängt zu werden.


    Ich versuche bei Führungen nach Möglichkeit, beides zu zeigen, damit man den Unterschied zwischen Auge am Okular und Kamera sieht. Bei gemeinsamen Beobachtungen hole ich gerne den visuellen Oldtimer aus den 90ern raus, weil moderne Optiken und EAA gut genug vertreten sind.


    Clear Skies,

    Alex

  • Also beim Teleskop Treffen in Bergedorf bei der Nacht der Museen gab es viele Interessenten, die nach meinem S50 gefragt haben und sich das Live Stacking angeschaut haben. Es macht nur von der Optik nicht so viel her. Aber was es beim Durchblicken bzw Draufblicken bietet. Da war es vielen beim Treffen überlegen und daher waren viele Besucher berindruckt.

    Mehr als 10 haben auch gefragt, wo man es bekommt, was es kostet, .............


    Gruß Play

  • Und ein extrem großer Vorteil. Es funktioniert. Man kann nichts vergessen. Es ist sehr schnell aufgebaut. D.h. kann ich auch 20min vor einem Ereignis rausgehen und bin sicher, das es klappt und ich es nicht verpasse.


    Gruß Play

  • Wegen dem schnellen Aufbau habe ich einiges an Zeit in Transportkoffer samt Einlagen investiert, damit immer alles dabei ist (und, grad im Verein, möglichst auch wieder richtig aufgeräumt wird). Visuell und azimutal montiert habe ich mein Teleskop ähnlich schnell einsatzbereit auf ein Stativ gestellt, wie ich den Dwarf Mini aufgebaut und mit der App verbunden habe (erst recht, wenn ich eine Polhöhenwiege verwende). Dafür ist der Dwarf leichter und kompakter; das Unistellar Equinox mit seinem großen Rucksack ist da schon eher in der selben Liga wie eins meiner Teleskope. Von einem Origin will ich gar nicht reden...


    Wenn ich den ganzen Kram vom Dwarf in eine Fototasche packe (samt Polhöhenwiege, Akkupack und Stativ), ist das aber auch nicht mehr so viel kleiner als ein Richfield-Teleskop. Und ja, in Stadtnähe hat ein Richfielder dafür eine eingeschränktere Objektauswahl.


    Je mehr Komponenten etwas hat, desto eher fehlt was. Das kann mir im dümmsten Fall auch mit dem Smartscope passieren, wenn Sonnenfilter, Powerbank oder Ladekabel separat gelagert werden. Da muss ich auch gar nichts konstruieren: Ich war bei der SoFi durchaus froh, in Spanien mein normales Fotostativ vom großen auf das passende kleine Fotogewinde umbauen zu können, weil das normale Tischstativ für den Dwarf am geplanten Aufstellungsort nicht funktioniert hätte und die Mauer zu uneben war, um ihn ohne Stativ auf die Burgzinnen zu stellen. Irgendwas kann immer sein; Ordnung zahlt sich aus.


    Und wenn man das Smartscope nicht als visuelles EAA-Beobachtungsgerät ansieht, sondern für Fotografie nutzt, stellt sich die Transportfrage natürlich gar nicht. Das ist eindeutig, was da kompakter ist – da gewinnt sogar ein Origin :)


    Die Frage nach den Kosten kenne ich auch – und die überraschten Blicke, wie günstig auch ein imposantes und brauchbares Teleskop sein kann. Die andere Standard-Frage ist, wie weit kann man damit sehen. Auch da immer die Überraschung, dass man mit dem ein oder anderen Quasar ähnlich weit schauen kann wie mit einem Großteleskop – und der wirkt auch im Smartie genauso enttäuschend. Der macht nur Spaß, wenn man weiß, was man da sieht :)


    Clear Skies,

    Alex

  • Wie meinst Du das denn?

    Hallo,


    Ich meine das so, das durch den enormen Anstieg der Fotografie in unserem Hobby (egal wie durchgeführt) nahezu alle neuen Teleskope - OTAs, Komplettsysteme etc. - mindestens mit dem Hintergedanken, viele ausschließlich für Fotografie designed sind.


    Somit wird in den seltensten Fällen durch diese neuen Teleskope durchgeschaut werden. Was ich schade finde. Ich persönlich kann dem Drang nicht widerstehen, durch jede Optik und sei sie noch so spezialisiert auf Fotografie hindurchzuschauen und zu sehen was ich damit erkennen kann. Ist aber sicher bei jedem anders.

  • Hallo zusammen,

    vor 3 Jahren hatte ich den Thread mal gestarten - lustigerweise im Off-Topic-Bereich, do wo in der eine oder andere wieder hin haben möchte - irgendwie wurde der Thread ann nach EAA verschoben;-)


    jetzt wo sich der Staub wieder etwas gelegt hat, wollte ich nochmal zusammenfassen, was für mich eigentlich hängengeblieben ist – jenseits der Grabenkämpfe, die jeder Thread offenbar zuverlässig auslöst, sobald das Wort "Smart" fällt.

    Was mich am meisten überrascht hat: Fast alle, die sich wirklich inhaltlich beteiligt haben, kommen am Ende zum selben Schluss – nur auf komplett unterschiedlichen Wegen dahin.

    Der Zeitfaktor taucht immer wieder auf. Jochen (JogiNet) und Seraphin (astrophin) haben das für mich am eindrücklichsten beschrieben: Wenn die Alternative "gar keine Nacht am Himmel" heißt, weil Job, Familie oder Wetterfenster keine Zeit für aufwendiges Aufbauen lassen, dann ist ein Smartteleskop keine Abkürzung, sondern überhaupt erst der Zugang zum Hobby.

    Der Lernfaktor stand dagegen bei Micha (Gast01165) und Pegasus-09 im Mittelpunkt – die Sorge, dass mit der Automatisierung auch das Grundlagenwissen verschwindet, das man früher zwangsläufig mitgelernt hat, weil man ohne es gar nicht ans Ziel kam.

    Und dann die Frage, die mich eigentlich am meisten umtreibt: Ergebnis oder Weg dorthin? Ewald hat es schön auf den Punkt gebracht, dass beides koexistieren kann – "extrem sinnvoll und auf seine Art wunderschön", trotz (oder gerade wegen) völlig unterschiedlicher Zugänge.

    Am meisten gefreut hat mich die Rückmeldung von Pegasus-09 (der zufällig auch Martin heißt) – dass ihn der Thread, ausgehend von einer ganz ähnlichen "Sinnkrise", tatsächlich dazu gebracht hat, es mal wieder mit Papier und Bleistift statt Kamera zu versuchen. Genau darum ging's mir eigentlich – nicht darum, wer "richtig" Astronomie betreibt, sondern dass man sich mal wieder fragt, was einem am Hobby eigentlich wichtig ist.

    Was für mich am Ende bleibt: Meine eigentliche "Sinnkrise" war nie das Smartteleskop selbst, sondern die Frage, wie viel (KI-)Automatisierung – inzwischen vor allem bei der Nachbearbeitung – dem Hobby noch das lässt, was für mich der Kern ist: die Mühe, die man sich macht, um selbst dahin zu kommen. Und mein eigenes Setup ist ja, wie mehrfach angemerkt wurde, auch nicht ganz "unsmart" – PHD2-Guiding an der alten TAL-Montierung inklusive - und etwas Ki-Unterstützung nehem hin und wieder auch gerne :see_no_evil_monkey:

    Danke an alle, die sich die Zeit für einen echten Gedanken genommen haben, statt nur Fronten zu verteidigen - Grabenkämpfe waren wiklich nicht meine Absicht.

    Viele Grüße, Martin

  • Hallo


    Ich finde nur das es mal an der Zeit war den recht arroganten Klassikern die Meinung zu sagen.

    Da sie sehr resistent gegen sachliche Argumentationen sind versuche ich es mal lauf diese Weise.

    Vielleicht hilft es ja und sie lernen doch noch etwas dazu.

    Ich verstehe überhaupt nicht, weshalb sich in diesem Thread Smart-Teleskop Nutzer provoziert fühlen ?,

    die mehr aus den kleinen Instrumenten herausholen; Stichwort Fits -Verarbeitung etc.


    Einfach mal eine Meinung so stehen lassen, wie sie ist. Man muß nicht alles kommentieren.

    Dazu zählt auch diese Aussage:

    Einen derartigen Unfug kann nur jemand erzählen der selber keine Ahnung hat was ein Smartteleskop überhaupt ist und was man damit machen kann.

    Da müssen wohl einige Lernunwillige Nutzer klassischer Ausrüstung noch mal Nachsitzen um vielleicht doch noch etwas dazuzulernen.

    Die Freunde der Smarten Teleskope geben da gerne Nachhilfeunterricht.

    Fakt ist:

    Der größte Teil der Nutzer von Smarties möchte schnell und einfach schöne Astroaufnahmen machen + vorzeigen können.

    Das ist doch das Smart-Prinzip. Einfach, Schnell, ohne Kenntnisse - was dem heutigen Zeitgeist entspricht - ist doch völlig i.O.

    So wird das Smatie seinem Werbeversprechen gerecht.


    Natürlich gibt es die Nutzer (eben die Ausnahme), die ein Maximum aus diesen kleinen Geräten herausholen möchten.

    sich mit den Weiterverarbeiten beschäftigen, also was dabei lernen + lernen müssen. ist auch i.O. - meine Anerkennung.

    Allerdings ist dies eben nur ein kleiner Teil.



    Und deshalb stimmt die Aussage:

    Wer ein Smart-Teleskop benutzt, muß nichts lernen - er wird zum Bediener eines Automaten (degradiert).

    *) degradiert ist vielleicht zu heftig ausgedrück , mag sein.

    Deshalb muß doch aber kein Neid aufkommen auf diejenigen, die sich ein größeres Teleskop leisten um Astrofotografie zu betreiben.


    Zumindest von meiner Seite aus wäre das "nichts lernt" überspitzt, aber die Geräte machen es einem sehr einfach, nichts lernen zu müssen. Man geht in die Liste mit den Vorschlägen der besten Objekte der Nacht, lässt die abarbeiten, die Bilder automatisch bearbeiten und freut sich daran. Das ist kein großer Unterschied dazu, zu einer Führung zu gehen, sich alles zeigen zu lassen, und wieder heimzugehen.

    CS Dieter

  • Na ja. Dann könnte man auch sagen:


    Viele Dobson Nutzer wollen ohne zu lernen einfach nur in den Himmel Sterne angucken.

    oder

    Viele APO Nutzer nur ins Schlafzimmer der Nachbarin schauen. :D


    Solche pauschalen Annahmen finde ich problematisch.


    Aber jeder, der Astrofotos macht will logischerweise auch gute Bilder. Liegt in der Natur der Sache. ;)


    Gruß Play

  • Einfach mal eine Meinung so stehen lassen, wie sie ist. Man muß nicht alles kommentieren.

    Diese Einstellung halte ich in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft wie dem Astrotreff für höchst problematisch.



    Fakt ist:

    Der größte Teil der Nutzer von Smarties möchte schnell und einfach schöne Astroaufnahmen machen + vorzeigen können.

    Das ist doch das Smart-Prinzip. Einfach, Schnell, ohne Kenntnisse - was dem heutigen Zeitgeist entspricht - ist doch völlig i.O.

    So wird das Smatie seinem Werbeversprechen gerecht.

    Das ist kein Fakt, das ist eine Hypothese. Bitte zitiere die empirischen Studien, die diese Hypothese unterstützen.



    Und deshalb stimmt die Aussage:

    Wer ein Smart-Teleskop benutzt, muß nichts lernen - er wird zum Bediener eines Automaten (degradiert).

    Hier fehlt mir die sachlogische Ableitung aus den vorherigen Ausführungen. Könntest Du die bitte nachliefen.

    Deshalb muß doch aber kein Neid aufkommen auf diejenigen, die sich ein größeres Teleskop leisten um Astrofotografie zu betreiben.

    Wie kommst Du jetzt bitte auf Neid? Das verstehe ich nicht.


    Immer schön wissenschaftlich bleiben ;)


    Viele Grüße

    Axel

  • Nach über 60 Jahren betriebener Astrofotografie, fühle ich mich sehr deutlich beschämt. Durch den Erwerb eines Seestars habe ich zu erkennen gegeben, daß ich nichts dazugelernt habe und nur Bilder gemacht habe, um sie schnell heumzuzeigen. Und mich auch noch für den Abdruck bezahlen zu lassen. Und das auch noch durch Firmen, die anderen Menschen astronomische Teleskope und Kameras verkauft haben. Wahrscheinlich damit diese Leute auch schon mit damals zur Verfügung stehenden Geräten möglichst schnell Bilder machen konnten, um sie herumzuzeigen. Und dazu habe ich auch noch Texte geschrieben. Wahrscheinlich ohne jeden Inhalt. Und jetzt kommt's 'raus...

    Grüße

    Dietrich

  • Hallo Martin,

    Danke an alle, die sich die Zeit für einen echten Gedanken genommen haben, statt nur Fronten zu verteidigen - Grabenkämpfe waren wiklich nicht meine Absicht.

    dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen und ich finde, das ist eigentlich auch ein gutes Schlußwort für diesen Thread (kleiner Wink an die Admins ;) ).


    Viele Grüße,

    Klaus

  • Fakt ist:

    Der größte Teil der Nutzer von Smarties möchte schnell und einfach schöne Astroaufnahmen machen + vorzeigen können.

    Das ist doch das Smart-Prinzip. Einfach, Schnell, ohne Kenntnisse - was dem heutigen Zeitgeist entspricht - ist doch völlig i.O.

    So wird das Smatie seinem Werbeversprechen gerecht.

    Ich sehe das anders.

    Erst mal finde ich es schwierig hier abzuschätzen wer was möchte und was macht.

    Ich denke das wissen wir beide nicht und darum sollten wir beide hier mit irgendwelchen Annahmen vorsichtig sein.

    Ich gebe dir insofern recht das die Möglichkeit schnell ohne viel Aufwand erste Ergebnisse zu erhalten ein Grund sein kann mit einem Smartteleskop und Livestacking zu beginnen.

    Was man dann aber daus macht und ob man sich darauf beschränkt oder nicht ist die freie Entscheidung des Nutzers.

    Ich denke viele werden sich weiterentwickeln und zunehmend anspruchsvollere Sachen mit ihrem Smartie machen.


    Und selbst wer sich nur auf das Livestacking beschränkt.

    Auch das Livestacking ist ein faszinierendes Erlebnis und ich bin im Gegensatz zu dir der Meinung das man da sehr wohl sehr viel lernen kann.

    Man bekommt hier nämlich zum einen ein Gefühl für die Größe und zum anderen auch ein Gefühl für die Helligkeit des betreffenden Objekts.

    Beides kann zb ein Buch niemals so anschaulich vermitteln wie es das Live Erlebnis am Smartteleskop vermag.

    Livestacking kommt in dieser Hinsicht der visuellen Beobachtung recht nahe und ist darum auch genauso lehrreich wie zb das visuelle Beobachten mit dem Teleskop oder dem Fernglas.

    Der große Vorteil von Livestacking ist dabei aber das Objekte zugänglich werden die man mit kleinem Teleskop oder dem Fernglas niemals erreichen könnte.

    Manches ist so wie im Smartteleskop nicht mal mit sehr großen Dobson zugänglich.

    Insofern bietet das Smartteleskop dank Livestacking dem Nutzer die Möglichkeit eine enorme Anzahl von Objekten live am Himmel zu erleben und dabei ein Gefühl für dessen Größe und Helligkeit zu entwickeln.

    Also enormes Lernpotential das rein visuell mit kleinem Teleskop oder Fernglas so nicht möglich ist.


    Und deshalb stimmt die Aussage:

    Wer ein Smart-Teleskop benutzt, muß nichts lernen - er wird zum Bediener eines Automaten (degradiert).


    Nein da muss ich vehement widersprechen!

    Degradiert wird hier Niemand.

    Es ist jedem vollkommen frei gestellt was er mit seinem Smartie macht und wie er es nutzt.

    Man kann sich auf das Livestacking im Automatik Modus beschränken wenn man das will, oft gibt es aber auch einen Modus der mehr manuelle Einstellungen erlaubt.

    Man kann auch statt der Geräte Software externe Programme am PC nutzen die noch mal bedeutend mehr manuelle Eingriffsmöglichkeiten bieten.


    Das Seestar unterstützt nativ das ASCOM Alpaca Netzwerkprotokoll und kann damit zb. in N.I.N.A eingebunden werden.

    Es kann mit SharpCap das Livestacking gemacht werden.

    Und man kann natürlich auch die Fits auslesen und extrern am PC verarbeiten.

    Also das volle Programm mit allem drum und dran das auch mit klassischer Ausrüstung geht kann man auch mit dem Seestar machen.

    Zum reinen Bediener wird hier niemand degradiert das ist Unsinn es ist jedem vollkommen frei gestellt wie weit er gehen möchte und was er manuell machen möchte.


    Grüße Gerd

  • Livestacking kommt in dieser Hinsicht der visuellen Beobachtung recht nahe und ist darum auch genauso lehrreich wie zb das visuelle Beobachten mit dem Teleskop oder dem Fernglas.

    Hallo,

    irgendwie kommt dieser Thread wohl nie mehr zur Ruhe, aber das hier sehe ich komplett anders. Für mich ist Livestacking eher wie Bilder angucken - Blick durch das Okular oder Fernglas ist für mich ganz anderes Erlebnis - ich formulier das ganz bewusst mit "für mich" - weil das eben sehr subjektiv sein kann, so Verallegemeinerungen wie oben passen da aber gar nicht....


    Und ja - auch als nicht Smart-teleskop-Benutzer hatte ich schon Berührung mit Livestacking (eine Schulsternwarte in meiner Nähe bietet das an, weil eben aus der Stadt heraus mehr zu sehen ist als im Okular) - aber für mich war da kein Unterschied ob ich jetzt Bild im Buch oder www ansehe, da brauche ich keins Smart-Teleskop dafür.....


    viele Grüße, Martin

  • Für mich ist Livestacking eher wie Bilder angucken - Blick durch das Okular oder Fernglas ist für mich ganz anderes Erlebnis

    Ich bezog mich ja auch nicht auf das subjektive Empfinden, sondern auf den Lerneffekt.

    Deshalb steht da auch in dieser Hinsicht.

    Und mit Bezug zum Lerneffekt ist das Live Erlebnis bei EEA eben mit dem visuellen Liveerlebnis vergleichbar.

    Auch in Schulen oder Volkssternwarten wird für Bildungszwecke gerne EEA verwendet.

    Das zeigt doch das man eben sehr wohl dabei auch etwas lernen kann.

    Live ist beben noch mal etwas anderes als einfach nur ein Bild anzuschauen.

    Wenn es nur um die Bilder ginge könnten sich die Volkssternwarten EEA auch sparen und ein paar Hubble Bilder zeigen.

    Das ist aber nicht das gleiche auch wenn es Gegner der Smartteleskope immer wieder gebetsmühlenartig behaupten.

    Live ist eben etwas völlig anderes auch mit EEA.


    Grüße Gerd

  • Und mit Bezug zum Lerneffekt ist das Live Erlebnis bei EEA eben mit dem visuellen Liveerlebnis vergleichbar.

    das ist immernoch eine sehr subjektive Sache und eben nicht vergleichbar - der einzige Vorteil vom EEA (für mich) ist eben, dass man Dinge zeigen kann die man nicht duch das Okular sehen kann (zu kleine Optik, zu viel Lichtverschmutzung....) aber Lerneffekt sehe ich da keinen - wenn es jemand glücklich macht wenn sich das Bild langsam aufbaut, dann kann er es ja so machen, da hab ich nix dagegen.


    in meinen VHS Kusen verzichte ich ganz bewusst auf EEA: ich zeige Bilder und biete den Blick durch das Okular - das ist für mich der Lerneffekt: was gibt es dort oben und wie kann man es durch verschieden Teleskope visuell erleben.


    Wie gesagt, ist alles sehr subjektiv - aber so Verallgemeinerungen funktionieren halt nicht wirklich und die Wiederholung macht es auch nicht besser- ist aber auch nur meine persönliche Meinung ;)


    viele Grüße, Martin

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