Jupiter 03./04.08.2022 mit 10 Zoll (Update animiertes GIF)

  • Hallo zusammen,


    in zwei Nächte mit ausgezeichnetem Seeing habe ich das Folgende zustande gebracht:











    Die Doppelbilder laden ein, durch Schielen einen 3D-Effekt zu erzeugen - wenn man es kann.


    Viele Grüße


    Oskar

  • Hallo Oskar,

    da hab ich eine gute Vorlage, an der ich mich orientieren kann. Die Bilder vom 03.08. sehen sogar noch etwas detailierter aus. Ich hab es noch überlegt, ob ich rausgehen soll.


    Bist Du auf Farbwebcam umgestiegen?


    LG

    Robert

  • Hallo André, Stefan, Robert und Jörg,


    dank für Eure Rückmeldungen.


    ==> Robert: Ich verwende schon seit Anfang 2017 die ASI 224 MC. Allerdings habe ich seit 2017 sehr wenig und 2021 absolut gar an Planetenaufnahmen gemacht. Da stand bei mir die Spektroskopie im Vordergrund.


    Viele Grüße


    Oskar

  • Hallo Oskar,


    jetzt ist mir gerade aufgefallen, dass ich hier zwar auf Roberts Beitrag geantwortet, aber noch nichts zu Deinen schönen Bildern geschrieben habe. Sorry, ich dachte, das hätte ich getan, als ich Dir ein Sternchen druntergesetzt hatte. Aber bei der momentanen Jupiterschwemme verliert man leicht den Überblick.


    Die Stereobilder gefallen mir sehr gut, auch wenn ich ein geübterer Geradeausgucker als ein Schieler bin. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich im Planetenbereich sehr viel visuell beobachte und da konsequent mit Binokular. Also muss ich nur im Geiste meinen Binomodus einschalten, dann richten sich die optischen Achsen meiner Augen von allein parallel und ich sehe eine räumliche Kugel vor mir. Es hat einen Moment gedauert, bis ich begriff, warum ich bei Deinen Bildpaaren scheinbar in eine Hohlkugel schaue, obwohl das spätere Bild rechts steht. Es liegt an der Bildorientierung! Weil ich als unverbesserlicher Dinosaurier bei Planetenbildern immer noch Süden nach oben nehme, kehrt sich die Wirkung um. Das ist übrigens der gleiche Effekt wie bei einem Doppelrefraktor ohne Bildaufrichtung. Weil man dort die klassische astronomische Bildorientierung SR hat, erscheinen die fernen Dinge nah und die nahen fern. Das irritiert mich immer wieder, wenn ich meine kurzen Eigenbaubinos verwende. Da schweben plötzlich die Sterne vor den dunklen Ästen der Bäume. – Aber das nur am Rande.


    CS, Jörg

  • Hallo Ralf, hallo Jörg,


    vielen Dank für Eure Rückmeldungen.


    ==> Ralf

    Quote


    Hoffentlich sehen wir bald noch mehr schöne Bilder von dir.

    Das hoffe ich auch, allerdings habe ich mir die Latte selbst ziemlich hoch gelegt. Deine Bilder mit dem 16-Zöller sind eine wunderebare Referenz für mich. In den Bildern vom 03.08. sind im linken unteren Bildquadranten unter der Reihe brauner Flecken zwei gerade noch getrennt zu erkennende braune Flecken zu sehen, die bei Dir auch, natürlich deutlicher aufgelöst sind. Ist also wohl eine wirkliche Struktur und kein Artefakt.


    ==> Jörg: Deine Ausführungen zum 3D -Sehen sind sehr interessant. Jupiter als Hohlkugel dürfte ziemlich befremdlich sein. Ich halte das 3D-Sehen nicht nur für reine Effekthascherei. Ich bilde mir ein, im 3-D Bild die Strukturen besser erkennen zu können.


    Viele Grüße


    Oskar

  • Griaß Di Oskar,

    wow, oafach berig!

    Die Jupiteraufnahmen sind wirklich genial und Du scheinst Deine 10" voll ausgereizt zu haben.

    Vom Jupiterrand wirken die Bilder vom 3.8 noch schöner aber auch die Aufnahme vom 4.8 ist sehr schön.

    Hast Du zwischendurch auch mal durchs Okular geschaut?

    Was für einen 10" Newton hast Du verwendet?

    Bist Du auf einen Hügel gefahren um besonders gutes Seeing zu haben.

    Servus,

    Roland

  • Hallo Roland,


    Quote


    Was für einen 10" Newton hast Du verwendet?

    Meinen. Ist ein Eigenbau, Spiegel selbst geschliffen. Öffnungverhältnis 6,5.


    Quote


    Bist Du auf einen Hügel gefahren um besonders gutes Seeing zu haben.

    Nein, mein Teleskop steht zu Hause im Garten. Ist schon sehr komfortabel, um 3 Uhr aufzustehen und eine ausgekühltes und justiertes Teleskop vorzufinden.


    Quote


    Hast Du zwischendurch auch mal durchs Okular geschaut?


    Nein, aufgrund meiner Trübungen im Glaskörper meiner Augen kannn ich nicht unterscheiden, ob ich eine feine Struktur auf Jupiter sehe oder ob es eine Fluse im Auge ist. Deshalb ist visuell kein Vergnügen mehr für mich.


    Viele Grüße


    Oskar

  • Hallo Oskar,

    das ist natürlich die Krönung mit dem selber geschliffenen Spiegel so schöne Aufnahmen zu machen :)

    Bei mir ist das Aufnehmen von daheim aus schwierig, aber ich schau mal, was die nächste Zeit geht.

    Das mit den kleinen Eintrübungen im Auge kenne ich leider auch, wobei es bei mir mit dem visuellen Beobachten Gott sei Dank noch geht.

    Daher ist es bei mir bis jetzt immer noch schön auch direkt durchs Okular Planeten ... anschauen zu dürfen.

    Dir weiterhin viel Freude und Erfolg beim Filmen und nochmal danke für's Zeigen Deiner Bilder.

    Servus,

    Roland

  • Hallo zusammen,


    die Aufnahmen vom 03.08.2022 waren vo so gleichmäßig hoher Qualtiät, dss ich der Versuchung, daraus eine Animation mit der Rotation von Jupiter zu erstellen, nicht widerstehen konnte.


    Ich habe mit WinJupos 221 Bilder im zeitlichen Abstand der Zeitreferenz von 2 Dezimalstellen (entspricht somit 12 Seknden) erzeugt und diese mit Registax RGB Balance und Kontrastfunktion weiter bearbeitet. Die Bilder umfassen einen Zeitraum von 44 Minuten. Aus den Bildern habe ich mit Gimp eine animiertes GIF erstellt, zeitlicher Abstand 50 ms, also 20 Bilder pro Sekunde. Das ergibt einen Zeitrafferfaktor von 240.


    Das GIF hat eine Größe von 7 MB, daher hier nur als Link:


    mondundmehr.astronomie-im-chiemgau.de/jupiter/Jupiter2022-08-03_Animation.gif


    Viele Grüße


    Oskar

    Edited once, last by oskar ().

  • oskar

    Changed the title of the thread from “Jupiter 03./04.08.2022 mit 10 Zoll” to “Jupiter 03./04.08.2022 mit 10 Zoll (Update animiertes GIF)”.
  • Hallo Ralf,


    nach meinen Berechnungen beträgt der Unterschied in der Rotation von System I zu Sytem II, in Längengraden gemessen, auf 40 min ca. 0,2 Grad. Das ist mit freiem Auge nicht zu erkennen. Was Du bemerkt hast, ist ein Projektionseffekt.


    Der wird bei dieser Animation aus 2017 besonders deutlich, wenn das weiße Oval scheinbar unter dem GFR hindurchläuft. Die Animation umfasst ca. 80 Minuten, Unterschied zwischen System I und II in Länge somit ca. 0,4 Grad. Die scheinbare Verschiebung beträgt, wie sich im Vergleich mit dem GFR zeigt, mehrere Grade.


    edit: Link zur Animation aus 2017 nachgetragen.


    Viele Grüße


    Oskar

    Edited 3 times, last by oskar ().

  • Hallo Oskar,

    ist eine tolle Ausarbeitung geworden. Mit GRF sieht das immer sehr spektakulär aus. Den 10"-Spiegel kann man bei Dir noch richtig schön ausreizen! Vielleicht geht sich im Oktober mal wieder was gemeinsames aus, wenn die Planetenbeobachtung wieder in die erste Nachthälfte rutscht.?


    LG

    Robert

  • Was Du bemerkt hast, ist ein Projektionseffekt.

    Hallo Oskar,

    ja, das sagen viele und ist der allgemeine Konsens.

    Nur, warum sehen wir das nur an einer Stelle? Und die ist bei unseren Bildern gleich. Stelle ich die Ani auf den Kopf und lasse rückwärts laufen, ist sie immer noch an derselben Stelle und unten links kommt nichts Neues dazu. Du sagst 0,2 Grad auf 40 min., das sind aber die mittleren Geschwindigkeiten der Systeme. Es gibt aber Stürme über 700 km/h, und ich schätze, das ist dann um den Faktor 3 und mehr größer … eine Drift von 0,1° ist bei guter Auflösung zu erkennen, das entspricht 10 s bei einem Video. Bei meinen 30 s Videos habe ich schon Probleme mit der Schärfe, weil ich nicht weiß, ob das Referenzbild vorne oder hinten liegt.

    Natürlich kann ich auch einer Idee und einer Täuschung aufsitzen, aber so ganz abwegig finde ich das nicht.

    Wirklich klären können wir das aber nicht.

    Viele Grüße

    ralf

  • Hallo Robert,


    Quote

    Vielleicht geht sich im Oktober mal wieder was gemeinsames aus, wenn die Planetenbeobachtung wieder in die erste Nachthälfte rutscht.?


    Ja, warum nicht?


    Viele Grüße


    Oskar

  • Hallo Ralf,


    Quote


    eine Drift von 0,1° ist bei guter Auflösung zu erkennen,


    Ich meine Längengrade auf dem Koordinatennetz von Jupiter. Ein Winkel von 0,1 Grad hat einen Tangens von 0,001745331024189, multiplitziert mit dem scheinbaren Radius von ca. 22,5 Bogensekunden ergibt das eine Differenz auf der Jupiterscheibe von der Erde aus gesehen um ca. 0,04 Bogensekunden. Und auch das nur, wenn man sie im Zentralmeridian betrachtet. Das bekommst Du nicht aufgelöst.


    Viele Grüße


    Oskar

  • Hallo Oskar,

    ich meine auch die Längengrade auf Jupiter. Der dreht sich in 10 s um 0,11° weiter, das sehe ich in Form einer Rotationsbewegung. Damit wäre eine Rotationsbewegung von z.B. 0,6° vergleichsweise deutlich. Allerdings dürfte die Wahrnehmung in einem sich bewegenden System schwieriger sein und da wäre noch die Verteilung in der Zeit.

    Gruß

    ralf

  • Hallo Ralf,


    Sytem I, Umlaufzeit ca. 9 h 50 min oder 590 min, das macht 0,610169491525424 Grad pro Minute. Umlaufzeit Sytem II ca. 595 min ergibt 0,605042016806723 Grad pro Minute. Differenz = 0,005127474718701 Grad pro Minute. Das ist die Drift. Mal 40 Minuten wie in meiner Animation = ca. 0,2 Grad. Wären nach obiger Rechnung im günstigsten Fall 0,08 Bogensekunden. Korrekterweise hätte ich da mit Sinus rechnen müssen, aber bei den kleinen Winkeln ist die Abweichung zum Tangens ncht groß und für die Kernauassage des Ergebnisses nicht relevant. Selbst wenn man mit lokal abeichenden Differenzen um das dreifache Rechnet, wie du anführst, komme ich auf 0,24 Bogensekunden, das sind bei meiner Bildauflösung maximal 2 Pixel. Es mag ein geringen Anteil an Drift dabei sein, doch den überweiegenden Einfluss schreibe ich dem Projektionseffekt zu.


    Das ist mein abschließender Beitrag zu dem Thema, außer es findet jemand einen Fehler in meinen Rechnungen.


    Viele Grüße


    Oskar

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