Hantelnebel M27 mit 8" f/6 aus der Stadt. Jetzt mit Halo!

  • Hallo Leute,


    zuerst wollte ich die schon tief stehende Supernova 2022hrs fotografieren, doch nach 8x30 s teils verzogenen Frames stieß der lange Spargel (8" f/6) bereits ans Balkongeländer... man sah sie ganz schwach, aber zu wenig zum auswerten.

    Dann kam der Komet 2017 K2 wieder dran, er zeigte jedoch nicht mehr Schweif als vorgestern, mit inzwischen -4° Deklination sinkt er immer tiefer in den Münchener Lichtsmog.

    Leicht frustriert und müde fiel mir nichts sinnvolles mehr ein, zumal der 85% dicke Mond bald aufging. Also stellte ich ganz profan den Hantelnebel ein, ließ Kamera, Optik und Montierung schuften und legte mich schlafen. Ja, ich weiß, die Hantel ist schon hinreichend genug fotografiert worden, nur nicht von jedem. Ich zeige hier einen Ausschnitt in ca. 90% Größe:



    Teleskop: TS Photon Newton 200/1200 ohne Komakorrektor.

    Montierung: Losmandy G11

    Kamera: ZWO ASI 294MC Pro

    Guiding: PHD2 Sucherguiding

    Filter: Astronomik UV / IR Cut Filter

    Belichtung: 135x2 min = 4,5 Stunden bei Gain 122 und -10°C, Darks, Himmelsflats während der Dämmerung.

    Bedingungen: Klarer Stadthimmel, Laternen, 85% Mond ca. 60° entfernt. Bortle 7-8, fst mit Mühe vielleicht 4 mag

    Sterngrenzgröße auf dem Bild: 18,5-19 mag

    Bearbeitung: Stacking mit DSS, Hintergrundabzug + Hystogrammstrecken mit Siril (Graxpert), weiter einebnen mit Fitswork, Gradationskurve, Weißabgleich, Defringe mit RawTheapee.


    Zart pieksen die hellsten Teile des Halos wie "Protuberanzen" aus dem Nebel heraus. Diese kann man mit großem Dobson + OIII Filter bei gutem Landhimmel auch visuell sehen.


    Dafür dass dieser Newton eigentlich eher für visuell ausgelegt ist, mit f/6 etwas langsam ist und mir mechanisch und optisch nicht so recht zusagt, macht er mir Spaß.

  • Moin Stathis,


    klasse Ergebnis, stimmige Farben - top! :thumbup:


    CS, Jochen

  • Vielen Dank für die Sternchen und Kommentare bis hierher.

    Ich will ja gar nicht jammern und bin schon froh, was so alles geht auch unter diesen Bedingungen.

    Für meinen Geschmack das Gelb der Sterne etwas zu intesiv,

    Hmm, jetzt wo du es sagst, finde ich es auch etwas dick.

    Hier eine neue Version mit Rawtherapee "Defringe" gegen Gelb und Rotsäume weiter aufgedreht. Besser so?:



    Die gelb/ orange Farbe als solche muss jedoch echt sein. Die betreffen helleren Sterne, die ich angeschaut habe, haben alle Spektralklasse K bzw. positiven Farbindex. Es sind ja auch keinerlei refraktiven Elemente im Strahlengang außer dem UV/IR- Sperrfilter.


    Ich weiß noch nicht, woher dieser Strahlenkranz um die hellen Sterne kommt. Ich vermute eine ganz leicht abgesunkene Kante des Spiegels, da er an drei Stellen unterbrochen ist. Die Spiegelzelle hat 3 Halteklammern. Oder er entsteht zumindest zum Teil bei der Bearbeitung?

  • Hallo Stahtis


    Da machen die Spiegel Halter zusätzliche Spikes

    Wenn du eine Feile hast, jeder Halter müsst auf dem Spiegel 1/3 Kreisbogen sein.

    Vielleicht der gedacht Kreisdurchmesser 10mm.

    Oderneben die Blende


    Super Bilder, die Mechanik scheint für das Öffnungsverhältnis doch ausreichend.


    Gruß Frank

  • Hallo Stathis,

    Sehr gelungenes Bild. Ich bin echt erstaunt, was diese Farbkamera aus deinem Münchner Nachthimmel alles rauszaubern kann! Selbst die ersten schwachen HII-Strukturen am nördlichen Rand kommen schwach raus, obwohl du nicht nur hellen Himmel, sondern auch noch Blende 6 hast. Wird es Zeit, von einer ASI1600MM auf eine Farbkamera umzusteigen?

    Jedenfalls eine tolle Aufnahme!

    Beste Grüße,

    Burkhard

  • Am 17. und 18.07. habe ich mit dem Optolong L-Enhance Filter weiter Daten gesammelt zu insgesamt knapp 15 Stunden und siehe da, zu meinem Entzücken konnte ich daraus sogar den schwachen Halo herausschälen:


    &size=large


    Teleskop: TS Photon Newton 200/1200 ohne Komakorrektor.

    Montierung: Losmandy G11

    Kamera: ZWO ASI 294MC Pro bei Gain 122 und -10°C

    Guiding: PHD2 Sucherguiding

    Filter: Astronomik UV/IR Cut und Optolong L-Enhance Zweibandfilter

    Belichtung: 135x2 min = 4,5 Stunden mit Astronomik UV / IR Cut Filter für die Sterne. 314x2 min mit Optolong L-Enhance Zweibandfilter für den Nebel. Total knapp 15 Stunden

    Bedingungen: Klarer Stadthimmel, Laternen, Mond. Bortle 7-8, fst knapp 4 mag

    Bearbeitung: Stacking mit DSS, Hintergrundabzug + Hystogrammstrecken mit Siril (Graxpert), weiter einebnen mit Fitswork. Mit Starnet++ die Sterne entfernt, den Planetary separat gestreckt und den Halo noch weiter gestreckt. In Gimp die 3 Ebenen wieder übereinander gelegt und passend gewichtet.

    Die Bearbeitung in Ebenen hat mich herausgefordert, so etwas mache ich zum ersten Mal. Durch die separate Bearbeitung von Sternen, hellem Nebel und schwachen Halo konnte ich die Sterne etwas zurücknehmen, sowie helle und schwache Nebelteile gleichzeitig darstellen.

    Kommentare? Kritik?

    Im Netz sehe ich auch Bilder mit dem Halo in blau, was meiner Meinung nach nicht richtig ist. OIII ist ja eher grün-blau.


    Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich den M27 Halo je visuell gesehen habe. Uwe Glahn sah mit 16" Dobson und OIII den NW Bogen und mit 27" Dobson die hellere Fahne am Ostbogen (Link). Kann sonst jemand darüber berichten?

  • Stathis

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  • Servus Stathis,


    mir gefällt gut, dass V033 Vul und V034 Vul wunderschön orangegelb auf deinem Foto sind ;) . Der Halo ist natürlich auch ganz nett 8o


    Nein, Spaß beiseite... Es ist schon der Hammer, was mit Schmalbandfiltern auch aus der Stadt heraus geht. Was natürlich immer auf der Strecke bleibt, ist die Dynamik. Der Halo ist schließlich sowas von schwächer als der Nebel an sich ud erscheint hier als nur etwas lichtschwächer. Aber wer will einen weißen, überbelichteten Hantelnebel in der Mitte des Halos sehen? Das betrifft natürlich alle gestackten Aufnahmen mit großen Dynamikunterschieden im Foto. Nein, du zeigst wunderbar feine Strukturen und sowohl OIII- als auch H-alpha-domoinierte Bereiche des Halos, zudem die Zweibelschalenstruktur. Stark!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo Christoph,


    ja, der Halo des Hantelnebels ist SEHR viel schwächer als der Zentralteil, wie quasi immer bei Planetaries. Diesen Dynamikbereich kann ein Bildschirm nicht wiedergeben. Im Netz finde ich viel extremere HDR Aufnahmen, wie man sie ja auch z.B. von Orionebel kennt. Hier ein Beispiel mit Halo gleich hell wie das Zentrum (mit OIII in blau:/ und Bild auf dem Kopf).


    Ich habe mal den Rohstack aus den 10,5 Stunden mit L-Enhance Filer streng linear gesteckt und zwar soweit, dass der Halo deutlich sichtbar wird. Das sieht so aus, wie du beschreibst:



    Da das Auge ja logarithmisch arbeitet, sähe es den Intensitätsverlauf vielleicht eher so (sehr helle zentrale Hantel, mittelhelle "Ohren", extrem schwacher Halo):



    Schön, dass du auf die Veränderlichen verweist, die beiden kenne ich erst seit deinem Bildbericht. Selbst bekannte Standardobjekte bieten doch immer wieder neues. Auf dem ungefiltertem Bild ganz oben schätze ich mit Vergleichssternen aus Stellarium Web V033 Vul zu 13,4 mag und V034 Vul zu 14,2 mag.

    p.s.

    Es gibt noch den Mira Veränderlichen Namens "Goldilocks Variable" V571 Vul im Nebel nahe dem NW Rand. Laut AAVSO schwankt seine Helligkeit von 14,4-17,5 mag. Ich schätze ihn auf meinem Bild zu ca. 17 mag, er müsste somit nahe seinem Minimum sein.

  • Hey Stathis,


    was ist los mit Mr. SchleifmirnurselbstDobsongroßspiegel ?? Bist jetzt unter die High-Techies mit Superelektronik gegangen, wie geil ist das denn?


    Auf jeden Fall Gratulation, tolles Bild, vor allem für die Beobachtungsbedingungen. Früher waren wir ja schon stolz wie Bolle, wenn man die "Ohren" noch mit rauf bekam. Die großen Henkel ganz aussen sind dann schon Extraklasse... :thumbup:


    Diese Optolong-Filter scheinen derzeit das Maß der Dinge zu sein, ich kenne noch die alten Lumicon Deep Sky-Filter aus den USA... lang wars her...

    VG
    André

  • Servus Stathis,


    ich muss ehrlich sagen, dass mir das zweite Foto ausgesprochen gut gefällt! Da sieht man den Dynamikumfang wirklich deutlich. Das als "Zusatzinfo" zu dem nicht linear gestreckten Bild vermittelt deutlich den physikalisch realen Umstand der riesigen Helligkeitsunterschiede. Finde ich richtig toll!


    Und vielen Dank für den Hinweis auf Goldilocks Variable! Den kannte ich noch nicht. Jetzt ist eine Bildungslücke geschlossen und ich habe einen Grund, mehrfach M 27 aufzusuchen und zu fotografieren. Ich habe hier eine nette Studie zur Periodendauer entdeckt (deutschsprachig):


    https://www.bav-astro.eu/rb/rb2016-2/32.pdf


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo


    Diese linearen Bilder sind eher gruselig, da. Dreht sich ja der Namensgeber im Grab um, ist keine Hantel erkennbar😕

    Wenn man die Dynamik zeigen will müsste man es tatsächlich Linear lassen, schrittweise hochziehen und das als gif Animation zeigen, dann versteht es wohl Jeder


    Gruß Frank

  • Hallo Stathis,

    Servus Christoph,


    den Hantelnebel habe ich auch mal im Juli 2010 fotografiert und ja, der Hinweis auf Goldilocks Variable ist für mich auch neu.

    Die Studie, auf die Christoph verweist, fand ich daher ebenfalls sehr interessant und sie hat mich animiert, einmal einen Vergleich anzustellen hinsichtlich der Helligkeiten des Variablen auf den hier infragekommenden drei Abbildungen.



    Wie man sieht war der Mira-Stern auf beiden Aufnahmen deutlich lichtschwächer als auf der Studien-Abbildung, und aktuell (Juli 2022) ist er etwas heller als er vor 12 Jahren (Juli 2010) war.


    Grüße, Rolf


    PS: Lieber Christoph, für Deine ab Montag beginnende schwere Zeit wünsche ich Dir in aufrichtiger Anteilnahme alles Gute.

  • Lieber Rolf,


    vielen Dank für dein Daumendrücken. Ich bin sicher, dass alles gut klappen wird (die Medizin ist heute ja sehr weit). Ich werde morgen Nacht wohl sehnsüchtig aus dem Fenster schauen, denn fast Neumond und klarer Himmel... ich hätte da gerne IC 5076 fotografiert. Dann muss das aber eben warten ;-).


    Und auch Danke für deine Gegenüberstellung. Ich rechne mal ganz grob... Periode von 214 Tagen und als Annahme, im Juli 2010 sei Minimum gewesen... Jetzt haben wir Juli 2022, also 12 Jahre später (plusminus 15 Tage).


    12*365d+3d=4383d (3 Schalttage mit hinzugenommen, wobei man das vernachlässigen kann)


    Dann wären zwischen Juli 2010 und Juli 2022 4383d/214d=20,5 Perioden vergangen. Passt nicht ganz... was es noch spannender macht.


    Ich habe eben mal in der Galerie gesucht und eine Aufnahme von 2015 gefunden: M 27 von 2015: auch mit einem uralten UHC-Filter sind schon Teile des äußeren Halos zu sehen (wenn man das möchte); Mit starnet, Sternmaske, Weichzeichner f. gestreckten Hintergrund

    Natürlich (wie so oft bzw. leider meistens) ohne eine genauere Angabe als das Jahr an sich. Hier ist V0571 Vul nur etwas schwächer als der Vergleichsstern.


    Vom gleichen Fotografen noch ein Bild, diesmal mit Monatsangabe: Juni 2015 – M27 vom Juni 2015; C9.25 bei 1525-1700mm; Canon 1100da; 18x16 min UHC + 10x11 min o. Filter + 200x10 sec für Kern; Norden = rechts; Osten = oben – V0571 Vul ist ziemlich hell, aber erkennbar schwächer als der Vergleichsstern.


    Hier noch ein Foto, erneut ohne Zeitangabe (nicht mal das Jahr): Hantelnebel mit RC6 und Canon 1000da – hier ist V0571 wiederum sehr schwach, aber noch erkennbar. Vermutlich stammt es vom September 2021 (da wurde es hochgeladen).


    Es ist schade, dass kaum jemand seine Fotos ausführlich beschriftet. Man könnte sonst retrospektiv die Lichtkurve nachvollziehen und prüfen, indem man die Fotos auswertet. Da hilft dann wohl nur selber zu fotografieren (mit passendem Zeitstempel). Also heißt es (zumindest für mich), dass ich in regelmäßigen Abständen M 27 aufnehme.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • P.S.: wer lesen kann, ist klar im Vorteil – das Maximum ist kurz, das Minimum lang. Insofern kann es trotz der 20,5 Perioden sein, dass sowohl Juli 2010 als auch Juli 2022 der Stern schwach war.

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo, Stathis und Christoph,


    @ Stathis: tolle Ergebnisse! mit Deiner guten Astrokamera, schmalen Filtern sowie längeren Gesamtbelichtungszeiten erreichst Du auch aus der Stadt sehr viel.

    Da wundern mich Deine guten Resultate nicht wirklich. :) (Du erreichst viel mehr als ich, da ich nur eine warme DSLR mit geringer QE besitze und keinen Laptop ^^ ) .Mehr lohnt sich bei meinen Verhältnissen auch nicht.


    @ Christoph:

    alles Gute für Deine Operation! Astrofotografie ist nur ein Hobby, ein sehr Schönes, mehr aber nicht! :)

    Du kannst meine präsentierten Bilder wissenschaftlich nicht nutzen, da sie Gesamtergebnisse aus mehreren unterschiedlichen Zeitpunkten sind (und auch UHC dabei ist?).

    Ich möchte jetzt nicht Stathis's Thema hier kapern... =O ...aber...

    falls es Dich interessiert, kann Dir die Einzelergebnisse anbieten: mit UHC-Filter: 07.062015; ohne Filter: 14.06.2015; ohne Filter, 200x10 sec: 31.08.2016.

    So waren Deine genannten Ergebnisse zusammengesetzt.


    viele Grüße

    Andreas

  • Servus Andreas,


    zweimal Danke (für die Wünsche und die Daten). Und nein, wissenschaftlich würde ich das eh nicht nennen, denn dafür müsste man fotometrieren. Aber eine grobe Abschätzung über eine Lichtkurve kann man schon machen. Man könnte z. B. das Maximum eingrenzen, da das recht "spitz" ist und zudem auffällig. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo Stathis,

    dein Bild ist wirklich sehr schön. Deine gesamte Herangehensweise ist beeindruckend und verdient Beachtung. Unter Stadthimmel mit einem Teleskop von der Stange, alle Achtung. Und alles, was du an Prozessen anwendest, verstehst du auch. Zum ersten Mal mit Layern gearbeitet? Wow.

    Ich finde übrigens auch, dass 0III oft zu blau dargestellt wird. Das ist so, seid es Digitalkameras gibt. Früher, chemisch, war das aber alles oft nur grün :-).

    Was die realistische Helligkeitsverteilung angeht, so muss man sich das bewusst machen (und darf es danach auch gleich wieder vergessen). Ich nehme bei PNs als Maßstab oft meinen persönlichen Eindruck des "schillerns". Das Gas leuchtet ja aus sich selbst heraus und das kann man manchmal auch erahnen, das meine ich, und das ist bei deinem Bild der Fall. Sehr schön.

    Wenn wir uns aber schon Gedanken um die "Wirklichkeit" machen, dann darf man natürlich nicht vergessen, dass wir hier sowieso "tricksen", mit den Schmalbändern.

    Warum nutzt du keinen Komakorrektor? Es fällt nicht auf, aber ist der Grund ein Farblängsfehler?

    Viele Grüße,

    ralf

  • Hallo Ralf


    O3 oft nur grün weil man rotemspfindliche Filme benutzt hat, hatte mal versehentlich einen der nur blau gemacht hat.

    In Anbetracht das sich rot grün und blau mischt und es auch genug Wasserstoff gibt wäre auch Weiß zu erwarten.

    Ebenentechnik und seperat Bearbeitung mach einfach ein schönes Bild das weit weg von Aufschlussreich ist.

    Ernsthaft würde man wohl mit fotometrischen Filter oder Linienfiltern arbeiten.

    Ist offensichtlich das es um Spaß am schönem Bild geht, und das sei Stathis auch gegönnt.


    Gruß Frank

  • Servus Frank


    In Anbetracht das sich rot grün und blau mischt und es auch genug Wasserstoff gibt wäre auch Weiß zu erwarten.

    Da hier vor allem H-alpha und OIII Licht emittieren (der PN ist angeregt), handelt es sich um ein Linienspektrum. Insofern mischen sich nur Rot- und Türkistöne. In der Gesamtmischung von H-alpha und OIII käme nicht weiß, sondern mehr oder weniger magenta heraus. Woher soll denn der Blauanteil kommen?

    Da hier aber manche Bereiche des PN vor allem die verbotene Linie OIII abstrahlt, andere Bereiche vor allem H-alpha, hast du türkisgrüne und rote Bereiche, die nicht zu magenta vermischt sind wie bei großen Emissionsnebeln wie dem Nordamerikanebel.


    Deinen zvon mir zitierten Satz verstehe ich daher überhaupt nicht.


    Ernsthaft würde man wohl mit fotometrischen Filter oder Linienfiltern arbeiten.

    Ist offensichtlich das es um Spaß am schönem Bild geht, und das sei Stathis auch gegönnt.

    Erneut nur Fragezeichen meinerseits. Stathis hat einen Schmalbandfilter verwendet (zwei Linien werden durchgelassen). Also hat er mit Linienfiltern gearbeitet. Und warum wäre ein RGB weniger "ernsthaft"?

    Dass du Stathis "gönnst", schöne Bilder zu machen, ist fein. Finde ich sehr nett von dir. Da wird er sich sicher sher drüber freuen X/


    Vor allem, wenn ich dann deine frühere Aussage betrachte:

    Diese linearen Bilder sind eher gruselig, da. Dreht sich ja der Namensgeber im Grab um, ist keine Hantel erkennbar😕

    Die linearen Bilder geben die Dynamik besser an. Das gefällt die dann so wenig, dass du vermutest, der Namensgeber würde sich im Grab herumdrehen. Ich finde sie nicht gruselig, sondern informativ, aber eben nicht "pretty".


    Ebenentechnik und seperat Bearbeitung mach einfach ein schönes Bild das weit weg von Aufschlussreich ist.

    Auch diese Aussage verstehe ich nicht. Warum ist das jetzt plötzlich nicht aufschlussreich? So kann man den schwachen Halo und den Rest des PN sehen und zudem z. B. die Sternfarben realistisch definieren.


    Stathis: lass dich nicht beirren! Deine Ausarbeitung des Hantelnebels ist allererste Sahne!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • ...

    Hier noch ein Foto, erneut ohne Zeitangabe (nicht mal das Jahr): Hantelnebel mit RC6 und Canon 1000da – hier ist V0571 wiederum sehr schwach, aber noch erkennbar. Vermutlich stammt es vom September 2021 (da wurde es hochgeladen).


    Es ist schade, dass kaum jemand seine Fotos ausführlich beschriftet. Man könnte sonst retrospektiv die Lichtkurve nachvollziehen und prüfen, indem man die Fotos auswertet. Da hilft dann wohl nur selber zu fotografieren (mit passendem Zeitstempel).

    Hallo Christoph,

    zur Vervollständigung, das Bild ist von mir und wurde an zwei Abenden am 5.9.2021 sowie 8.9.2021 aufgenommen, GSO RC6, Flattener, kein Filter. 200 subs, 60s, ISO1600.

    Ich habe meine Bilder nie als wissenschaftlich wertvoll eingestuft, daher auch nicht ensprechend dokumentiert - aber die Rohdaten habe ich noch alle (man weiß ja nie wofür es gut ist).

    Im übrigen habe ich am 25.7. nochmal auf die Hantel gehalten, 2h gesamt aus dem Münchner Speckgürtel raus. Diesmal mit 200f4 Newton, Canon 700da und Optolong L-Enhance. Liegt hier:

    Schöne Grüße

    Stephan

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