Einsteiger sucht ein DeepSky Objekt ;-)

  • Hallo Astro Gemeinde,


    mein name ist Stefan und ich bin noch recht neu im Thema. Zur Zeit verwende ich einen SkyWatcher Adventure Pro und komme damit auch ganz gut zurecht. Darauf habe ich eine Sony Kamera (Vollformat und nicht Astro modifiziert) und ein 400er Tele. Das mit der Milchstraße und dem Mond klappt gut ;-). Jetzt möchte ich mich an DeepSky Fotos heran wagen. Welche Messier Objekte könnt ihr mir da zum Einstieg und Jetzt, Ende April, empfehlen? Oder habt ihr auch andere spannend Objekte als Tip?

    Danke für alle Infos
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    da fällt mir auf die schnelle M44 ein oder das Zentrum des Virgo Galaxienhaufens. M81/M82 als widefield und bei sehr langer Belichtungszeit mit IFN.


    schöne Grüße,

    Bernhard

  • Hallo Stefan,


    willkommen ! Vollformat und 400mm sind natürlich für große, ausgedehnte Objekte in unserer Milchstraße prädestiniert, allerdings ist es dafür noch ein wenig zu früh. Zum Ende der Galaxy-Season würde ich M101 empfehlen. Aufgrund der großen Deklination steht das Objekt die gesamte Nacht hoch am Himmel, der Transit gegen 1 Uhr in der früh ist ideal.


    CS - Oliver

  • Grüß dich Stefan,


    April ist mit bis zu 400mm Brennweite auf einem Vollformat Sensor und nicht modifiziert recht übersichtlich. Was magst du denn so fotografieren? Es gibt ja neben Galaxien auch interessante Sternhaufen, Dunkelnebel, oder hellere Ha-Regionen in der MIlchstrasse.


    In dem Windowsprogramm Stellarium kannst du dir viele der Himmelsobjekte an deiner Location ansehen und danach im internet dann recherchieren was du brauchst um die Objekte ablichten zu können. zB braucht du viel Belichtungszeit und ne große Öffnung um schwache Dunkelnebel einfangen zu können.


    Lg Tom

  • Danke in die Runde. Im Moment ist alles für mich interessant. Sternhaufen & auch Galaxien. Wobei letztere schon super wären.
    Mal ne Frage. Was ist besser bei DeepSky; viele Einzelfotos und dann stacken oder lieber die Weiterführung 1-2h belichten? Was nehmt ihr in unseren Breiten (Himmel ist ja leider nicht wirklich dunkel...) bei Langzeitbelichtung für eine ISO? 800 oder weniger?


    LG Stefan

  • Grüße,


    ich hab änlich wie du angefangen Stefan. Ebenfalls eine Sony Kamera, der SA und mein teleobjektiv.


    Deine Frage kann man leider so nicht pauschal beantworten. Die Vorbereitung auf was du fotografieren möchtest, die notwendige Technik, das Wissen zur Nachbearbeitung usw... ist viel aufwendiger als wenn du mit WEitwinkel die Milchstrasse fotografirst, oder den Mond und dann bei Lightroom bearbeitest.


    Was ist besser bei DeepSky; viele Einzelfotos und dann stacken oder lieber die Weiterführung 1-2h belichten?

    Das musst du für dich selber herausfinden. Jeder HImmel ist unterschiedlich dunkel, die Wetterbedingungen sind unterschiedlich, Jede Montierung ist unterschiedlich genau, jeder benutzt unterschiedliche Programme.... ich kann die Liste endlos weiterführen.


    Dasselbe gilt für die Iso Einstellung...



    Du kannst aber folgendes machen: Unabhängig von der Iso Einstellung, finde erstal heraus wie genau deine Einnordung ist, je genauer diese ist, desto länger kannst du belichten. Sorge dafür dass dein Stativ auf nicht vollausgefahrenen beinen steht. Fahre Höchstens 2 Pare aus, besser nur eins und dann nur die Dicken, damit es stabiler steht und wenger erschütterungsanfällig ist. Dann teste wie lange du bei 400mm belichten kannst ohne eiernde Sterne zu bekommen.

    Je Höher die Brennweite desto anfälliger sind die Bilder zu verwackeln durch kleine Fehler in der Schnecke der Montierung, Wind, fehlerhafte Polausrichtung, etc. Wenn 400mm noch zu anspruchsvoll sind, geh mal rutner auf 300mm oder 200mm, das erhöht die belichtungszeit auch nochmal etwas, da sich Fehler schwächer auswirken auf das Bild.

    Sobald du deine maximale Einzelbelichtungszeit gefunden hast bei maximal geöffneter Blende, erhöhst du deine ISO schritt für Schritt, Also Foto um Foto ^^


    Beobachte dabei das Histogram: der große Peak sollte sich klar von der linken Kante gelöst haben und sich Zentral im 1/3 der Gesamtlänge des Histograms befinden. Der Rest ist easy, einfach weiterbelichten solange es dunkel ist und am Ende alles stacken. Jeder benutzt da was adneres, Deepskystacker hat mir am anfang vollkommen gereicht. Lass dich vom Rauschen nicht täuschen, das Rauschen der Einzelbilder wird in der Summe der Gesamtbilder, zusammen mit Darks und Bias dann verschwinden.


    Falls du nicht weisst was darks, Flats und Bias sind, dazu gibt es videos auf youtube ;)


    Du wirst mit der Zeit immer mehr verstehen und wirst noch auf ganz andere Probleme bei der Bildbearbeitung dann stoßen, was auf Fehler beim Bild schießen zurückzuführen sind oder du erkennst die grenzen deiner jetzigen technik. Du kannst von Anfang an nicht alles richtig machen. Du wirst noch einige Tränen vergießen :D


    Lg Tom

  • Hallo Tom,


    danke für die guten Infos. Ja, herantasten ist durch nichts zu ersetzen. So habe ich das auch in der Unterwasserfotografie lernen müssen...

    Ich habe gestern M32 um 23:30 Uhr fotografiert mit vollen 400mm. Bei 10 Minuten Belichtung mit Nachführung waren die Sterne noch schön rund ;-). Habe dann 50 Fotos mit 25s Belichtungszeit mit Blende 4.5 und ISO 800 aufgenommen. Das Stacking hat gut funktioniert... aber die Galaxie war nicht zu sehen. Kann das daran liegen, dass die zu weit weg ist?


    LG Stefan

  • Sicher, dass du M32 meinst? Einerseits ist M32 so niedrig am Horizont um 23 Uhr, dass es mich wundert, dass du sie überhaupt gefunden hast und zweitens ist M32 eine Begleitgalaxie der Andromeda Galaxie, diese ist sehr sehr klein und du siehst eher M31, also die Andromeda Galaxie, auf dem Foto...

  • Oh shit, du hast Recht. Die Kamera war falsch ausgerichtet... Ich hätte mir lieber ein Set kaufen sollen, was in beiden Achsen automatisch auf das richtige Ziel ausrichtet ;)

    Habe gerade bei Stellarium geschaut. Stimmt, für M32 hätte ich auf einen seehehr hohen Baum klettern müssen ;-). Dann versuche ich heute Abend M44 zu bekommen.

  • Quote

    :/ Transit vor 20 Uhr und richtig dunkel ist es erst nach 22:30 Uhr, das gibt nur wenig Belichtungszeit.

    klar, für M44 ist es schon recht spät. Aber ich denke für die Brennweite gibt es zur Zeit nicht so viel und für M44 reicht wohl auch schon 1h Belichtungszeit um ein gutes Ergebnis zu erreichen.

    Vor allem ist der Haufen auch freisichtig (bei einigermaßen dunklen Himmel). Das macht das Ausrichten einfacher.


    Man kann natürlich auch das Leo triplet versuchen. Das wird aber recht klein werden. Ist aber vielleicht im weiteren Widefield auch mal intererssant.

  • Hi Stefan,


    wenn M44 im Abend-Dämmerlicht absäuft, wäre auch der noch lockerere Sternhaufen in Coma Berenices ein Weitfeld Ziel heute abends auch später als 22:00. Irgendwann kommt natürlich der Mond hoch nach Mitternacht. Oder M3, ein Kugelsternhaufen etwas weiter von Coma östlich.


    das ist ja alles so eine Reihe am Südhimmel heute auf etwa gleicher Höhe nacheinander durchlaufend: Krebs(M44), Löwe(Triplet), Coma (Coma), Bootes (M3). Such Dir was aus.


    CS Dir heut abend, oder am Wochendende,

    Walter

  • Aus dem bauchgeführ heraus würde ich sagen die Bilder sind unterbelichtet. Scha dir das Histogram an, wenn du nicht länger als 25s pro Bild belichten kannst musst du die Iso höherschrauben.


    Es sollte nach möglichkeit wie das untere etwa aussehen, zumindest das es den linken Rand nicht mehr berührt


    ist etwas überbelichtet... Ich werde heute eine Langzeitbelichtung machen (wenn die Wolken mitspielen). Blende 4.5, s1h, ISO... was würdest du da versuchen? 800?

  • Hallo Zusammen,


    April/Mai ist wirklich nicht die beste Zeit für großflächige Objekte und 400mm sind dann nicht mehr so optimal. Allerdings könntest du im Westen z.B. noch den Affenkopfnebel (NGC 2174) erwischen oder den Quallennebel (IC 443) in den Zwillingen, der sich auch gut finden lässt. So tief stehen die bis ca. Mitternacht noch nicht, dass man sie nicht fotografieren könnte. Auch das Zentrum des Fuhrmanns mit dem flammenden Sternnebel (IC 405) ist im Moment sicher ein schönes Objekt zum ersten üben. Das darf man alles nur nicht zu spät ansteuern. M44 geht natürlich auch.


    Mit dem ISO (1600-3200) kannst du ruhig noch etwas raufgehen, um mehr von der Belichtungszeit zu haben.


    Grüße, Micha

  • Danke. Dann hoffe ich mal, dass die Wolken wieder abhauen. Die letzte Woche war komplett Wolkenfrei ...

  • Hallo,


    bzgl. ISO kann man eigentlich keine richtige Empfehlung abgeben. Dazu müsste man die Kamera kennen. Du müsstest dir die Abhängigkeit des Rauschens von der ISO ansehen. Dazu hat es einmal eine Seite gegeben die sehr viele Kameras aufgelistet hat. Keine Ahnung ob es die noch gibt. Alternativ müsste du eine ISO Reihe aufnehmen und dir das Verhalten einmal ansehen. Bei meiner Kamera (Sony a6000) ist es z.B. so, dass das Rauschen zwischen ISO 200 und 400 deutlich abnimmt zwischen 400 und 800 ist noch eine leichte Verbesserung sichtbar und höher ISO 800 ist praktisch keine Änderung mehr zu sehen. D.h. ich fotografiere sogut wie immer mit ISO 400 (für Sternhaufen und mit lichtstarken Objektiven) oder ISO 800 (alles Nebelige). Ich bin allerdings in der Regel hintergrundbegrenzt. Damit hat die ISO Einstellung sowieso keine oder nur mehr geringe Relevanz. Zu hoch würde ich die ISO aber nicht wählen um die Sternfarben möglichst zu erhalten. Schlussendlich musst du selbst lernen was für dich und deine Ausrüstung am besten funktioniert.


    schöne Grüße,

    Bernhard

  • Hallo Stefan!


    Guten Start wünsche ich dir :)


    So eine Seite, die Bernhard erwähnt hat, gibt es noch:



    Unter https://photonstophotos.net/Charts/PDR.htm findest du je Kamera den Vergleich ISO vs. Dynamikumfang (wie viel Farbe nimmt meine Kamera bei welcher ISO noch auf?). Das finde ich wertvoll. Denn gerade farbenfrohe Regionen (wie Rho Ophiuchi neben dem Milchstrassenzentrum - wunderschön!) sind einfach viel schöner, wenn die unterschiedlichen Sternfarben gut erkennbar sind.

    Auf der Hauptseite https://photonstophotos.net/index.htm findest du noch weitere Messungen bzw. Vergleichsmöglichkeiten ;)


    Es ist aber immer gut, wenn du das zusätzlich für dich ausprobierst. Ein idealer Messwert muss für dich persönlich bzw. für deinen subjektiven Eindruck nicht zwangsweise das non plus ultra darstellen :)


    Beste Grüsse

    Filippo

  • thx

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