Komet C/2017 K2 Panstarrs

  • Der Komet C/2017 K2 Panstarrs wurde bereits 2017 in einer beeindruckenden Entfernung von 16 AE entdeckt, was auf einen ziemlichen Brocken von Kometen hinweist (Quelle). Leider wird er sich der Erde im Juli 2022 auf nur 1,8 AE nähern. Der Sonne nähert er sich im Dezember 2022 ebenfalls nur bis auf 1,8 AE, somit kriegen wir trotz seiner stattlichen absoluten Größe keinen zweiten Hale Bob. Heute früh hielt er sich

    im Adler gut 3° SO von Zeta Aql bei Ra: 18h 56m, Dec: +11°48' auf.


    Weitere Info und Sichtbarkeiten:

    [WAA] Hotspot: Komet C/2017 K2 (PanSTARRS)

    C/2017 K2 (PANSTARRS) | astro.vanbuitenen.nl


    Während Komet 116P/Wild am Abendhimmel ein Schatten seiner selbst war, konnte ich C/2017 K2 Panstarrs trotz der widrigen Bedingungen etwas kräftiger auf dem Chip bringen. Ich habe heute früh bis in die Dämmerung hinein belichtet aus der Stadt bei fast Vollmond und teilweise durchziehenden Wolken. Die Bilddetails stehen im Bild:



    Dies ist ein 100% Crop von ca. 30'x20'. Die Kometencoma ist ca. 1', das volle 1,3°x1° Feld siehe Anhang


    Hat ihn sonst schon jemand gesehen oder fotografiert? Wenn noch nicht, hoffe ich, dass dies einige inspiriert, diesen - wie dich finde - interessanten Kometen aufzusuchen.

  • Heute früh bei näher am Objekt stehendem Vollmond (schlimm... ganz schlimm), aber besseren Stadtbalkon Bedingungen (Aufnahmedaten siehe Bild):



    Das ist ein Crop von ca. 35'x25' in 100% Ansicht. Das volle sternreiche 1,3°x1° Feld in der Adler Milchstraße siehe Anhang. Der Komet hat sich seit gestern um lediglich 2 Bogenminuten weiterbewegt. Ähnlich helle Sterne wie der False Nucleus in der Nähe haben ca. 12 mag, insgesamt dürfte er somit grob geschätzt ca. 11 mag haben?


    Laut theskylive.com und In-the-sky.org ist C/2017 K2 (PANSTARRS) zur Zeit 3,1 AE von der Erde und 3,4 AE von der Sonne entfernt und ist trotzdem so hell! Nicht umsonst ist er zweiter Rekordhalter in Sachen Enddeckungsentfernung, selbst Hale-Bob wurde nicht so weit draußen entdeckt - allerdings zu einer anderen Zeit, als die automatischen Himmelsscanner Teleskope noch nicht so leistungsfähig waren. Auf im Nachhinein analysierten Pre Discovery Bildern war er bereits seit 2013 zu sehen gewesen. Absolut gesehen ist das echt ein dicker Bursche!


    Wenn sich endlich der feiste Mond wieder verkrümelt hat, werde ich den ganz sicher auch visuell von außerhalb der Stadt aufsuchen. Ich würde mich freuen, hier von weiteren Beobachtungen zu lesen.

  • Heute früh habe ich das Dickerchen noch mal aus der Stadt bei kühlem klaren Himmel (Bortle 7) aufgesucht. Diesmal kam ein 8" RC zum Einsatz (Aufnahmedetails siehe Bild). Ich habe ihn zwar insgesamt gut 2,5 Stunden belichtet, jedoch bewegt er sich inzwischen so schnell, dass beim Stack auf den Kometen, sehr lange Sternspuren entstehen. Daher hier lediglich 10x2 min, da praktisch genau so viel Detail zu sehen ist:



    Er scheint etwas heller geworden zu sein, aber die 8,5 mag laut Sky Safari hat er garantiert nicht. Der hellere Stern rechts daneben im Bild ist 9,6 mag (Stellarium). Die oben verlinkten Quellen geben aktuell ca. 10,5-11,5 an, ich mag keine eigene Schätzung wagen. Dem False Nucleus würde ich eine ca. 12,5 mag geben. Die Koma ist auf dem Bild ca. 2,5'x3' groß.

  • Hallo zusammen,


    nun hat der Komet so richtig an Helligkeit gewonnen. Ich schätzte ihn gestern auf 8m5 (27.05.) und ca. 5' groß und difus. Er steht nun im Schlangenträger und ist nach 23 Uhr leicht auf zufinden.

    Gestner hatte ich ihn auch nochmal bei besseren Bedingungen im Okukar. Ich würde ihn auf 8.0-8.5 schätzen. Aus meiner Sicht passt die Helligkeit aus Sky Safari. Guide 8 zeigt mir auch denselben Wert 8.5 an.


    cs
    Lothar

  • Servus Lothar,


    27.3. passt wohl net ganz als Datum?! 😉


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Die Bestimmung der Helligkeit von Kometen ist ja wirklich keine einfache Angelegenheit. Deshalb unterscheiden sich Schätzungen/Messungen sowohl visueller als auch fotogra-fischer Beobachter regelmäßig erheblich von einander. Je diffuser und ausgedehnter die Koma, umso unterschiedlicher die Ergebnisse.

    Auf der Astro-Mailinglist gab mir kürzlich jemand den Tipp, für die Fotometrie von Ko-meten die Software AIRTOOLS von Thomas Lehmann zu verwenden. Diese Tools bie-teen wohl ein unter Amateurastronomen anerkanntes Verfahren zur Helligkeitsbestim-mung von Kometen, setzen aber einen Linux-Rechner oder ein virtualisiertes Linux-System auf einem PC mit Windows oder MacOS Betriebssystem voraus - was auch nicht jedermans Sache ist.


    Für die Bestimmung der Ephemeriden von Objekten im Sonnensystem (Asteroiden, Kometen, prominente Raumsonden), wenn die Angaben von Guide9 oder anderen Pla-netariumsprogrammen mal nicht passen, habe ich für mich den Ephemeridengenerator von JPL Horizons System https://ssd.jpl.nasa.gov/horizons/app.html#/ entdeckt. Dessen Ergebnisse sind immer sehr genau und äußerst zuverlässig. Neben den Koordinaten kann man sich auch Angaben zur Helligkeit auswerfen lassen, bei Kometen T-mag (= apparent visual total magnitude) und N-mag (= nuclear magnitude). Die Angaben beru-hen auf Berechnungen nach dem Standardmodell der IAU und sollten daher seriös und mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffend sein.

    Für die Zeit der Beobachtung von Stathis 2022-05-29 00:00 UT habe ich mal die Daten (für meinen Standort) angefordert und das Ergebnisdokument "horizons_results.txt" bei-gefügt. Die Angaben für die Koordinaten und Helligkeiten befinden sich in dem Doku-ment zwischen den Marken $$SOE (start of ephemerides) und $$EOE (end of epheme-rides). Für die Nukleus-Helligkeit gibt es im vorliegenden Fall leider keine Angaben, aber der andere Wert stimmt mit der von Stathis genannten Schätzung am unteren Ende überein.


    Mein Interesse an dem Kometen ist damit natürlich auch geweckt, und ich hoffe auf eine baldige Gelegenheit, ihn zu "besuchen".


    Grüße, Rolf


    PS: Das Horizons-Dokument hat eine von der Astrotreff-Software nicht zugelassene Endung (.txt), da aber der gesamte Inhalt von Interesse sein könnte, habe ich den Originaltext einfach kopiert und hier eingefügt. De Formatierung kann daher stellenweise ungewöhnlich sein.


    *******************************************************************************

    JPL/HORIZONS PANSTARRS (C/2017 K2) 2022-May-30 05:07:51

    Rec #:90004353 (+COV) Soln.date: 2022-May-23_10:00:35 # obs: 176 (2013-2022)


    IAU76/J2000 helio. ecliptic osc. elements (au, days, deg., period=Julian yrs):


    EPOCH= 2459024.5 ! 2020-Jun-24.0000000 (TDB) RMSW= n.a.

    EC= 1.000418740227865 QR= 1.799342145110489 TP= 2459933.4698267258

    OM= 88.26520240037306 W= 236.1634854169041 IN= 87.54317244081993

    A= -4297.036743482994 MA= -.003180533248834711ADIST= 9.999999E99

    PER= 9.999999E99 N= 3.499E-6 ANGMOM= .032636139

    DAN= 8.12621 DDN= 2.31169 L= 271.9240106

    B= -56.0850076 MOID= 1.09273005 TP= 2022-Dec-19.9698267258


    Comet physical (GM= km^3/s^2; RAD= km):

    GM= n.a. RAD= n.a.

    M1= 7.6 M2= n.a. k1= 4.5 k2= n.a. PHCOF= n.a.


    Comet non-gravitational force model (AMRAT=m^2/kg;A1-A3=au/d^2;DT=days;R0=au):

    AMRAT= 0. DT= 0.

    A1= 0. A2= -4.684086799622E-8 A3= 0.

    Non-standard or simulated/proxy model:

    ALN= .04083733261 NK= 2.6 NM= 2. NN= 3. R0= 5.


    COMET comments

    1: soln ref.= JPL#78, data arc: 2013-05-12 to 2022-05-11

    2: k1=4.5;Nongrav. accels. using CO driven g(r)

    *******************************************************************************



    *******************************************************************************

    Ephemeris / WWW_USER Mon May 30 05:07:52 2022 Pasadena, USA / Horizons

    *******************************************************************************

    Target body name: PANSTARRS (C/2017 K2) {source: JPL#78}

    Center body name: Earth (399) {source: DE441}

    Center-site name: (user defined site below)

    *******************************************************************************

    Start time : A.D. 2022-May-29 00:00:00.0000 UT

    Stop time : A.D. 2022-May-29 01:00:00.0000 UT

    Step-size : 60 minutes

    *******************************************************************************

    Target pole/equ : No model available

    Target radii : (unavailable)

    Center geodetic : 11.9000000,48.4000000,0.5000000 {E-lon(deg),Lat(deg),Alt(km)}

    Center cylindric: 11.9000000,4242.89279,4746.8960 {E-lon(deg),Dxy(km),Dz(km)}

    Center pole/equ : ITRF93 {East-longitude positive}

    Center radii : 6378.1 x 6378.1 x 6356.8 km {Equator, meridian, pole}

    Target primary : Sun

    Vis. interferer : MOON (R_eq= 1737.400) km {source: DE441}

    Rel. light bend : Sun, EARTH {source: DE441}

    Rel. lght bnd GM: 1.3271E+11, 3.9860E+05 km^3/s^2

    Small-body perts: Yes {source: SB441-N16}

    Atmos refraction: NO (AIRLESS)

    RA format : HMS

    Time format : CAL

    EOP file : eop.220526.p220819

    EOP coverage : DATA-BASED 1962-JAN-20 TO 2022-MAY-26. PREDICTS-> 2022-AUG-18

    Units conversion: 1 au= 149597870.700 km, c= 299792.458 km/s, 1 day= 86400.0 s

    Table cut-offs 1: Elevation (-90.0deg=NO ),Airmass (>38.000=NO), Daylight (NO )

    Table cut-offs 2: Solar elongation ( 0.0,180.0=NO ),Local Hour Angle( 0.0=NO )

    Table cut-offs 3: RA/DEC angular rate ( 0.0=NO )

    *******************************************************************************

    Initial IAU76/J2000 heliocentric ecliptic osculating elements (au, days, deg.):

    EPOCH= 2459024.5 ! 2020-Jun-24.0000000 (TDB) RMSW= n.a.

    EC= 1.000418740227865 QR= 1.799342145110489 TP= 2459933.4698267258

    OM= 88.26520240037306 W= 236.1634854169041 IN= 87.54317244081993

    Equivalent ICRF heliocentric cartesian coordinates (au, au/d):

    X=-4.486234049613997E-01 Y=-6.055454708026009E+00 Z= 6.473462755741807E+00

    VX= 3.171033186755729E-04 VY= 2.294332890211744E-03 VZ=-7.834832583157031E-03

    Comet physical (GM= km^3/s^2; RAD= km):

    GM= n.a. RAD= n.a.

    M1= 7.6 M2= n.a. k1= 4.5 k2= n.a. PHCOF= n.a.

    Comet non-gravitational force model (AMRAT=m^2/kg;A1-A3=au/d^2;DT=days;R0=au):

    AMRAT= 0. DT= 0.

    A1= 0. A2= -4.684086799622E-8 A3= 0.

    Non-standard or simulated/proxy model:

    ALN= .04083733261 NK= 2.6 NM= 2. NN= 3. R0= 5.

    *******************************************************************************

    Date__(UT)__HR:MN R.A._____(ICRF)_____DEC T-mag N-mag

    ***************************************************************

    $$SOE

    2022-May-29 00:00 18 26 10.52 +09 54 36.1 11.541 n.a.

    2022-May-29 01:00 A 18 26 07.08 +09 54 16.7 11.540 n.a.

    $$EOE

    *******************************************************************************

    Column meaning:


    TIME


    Times PRIOR to 1962 are UT1, a mean-solar time closely related to the

    prior but now-deprecated GMT. Times AFTER 1962 are in UTC, the current

    civil or "wall-clock" time-scale. UTC is kept within 0.9 seconds of UT1

    using integer leap-seconds for 1972 and later years.


    Conversion from the internal Barycentric Dynamical Time (TDB) of solar

    system dynamics to the non-uniform civil UT time-scale requested for output

    has not been determined for UTC times after the next July or January 1st.

    Therefore, the last known leap-second is used as a constant over future

    intervals.


    Time tags refer to the UT time-scale conversion from TDB on Earth

    regardless of observer location within the solar system, although clock

    rates may differ due to the local gravity field and no analog to "UT"

    may be defined for that location.


    Any 'b' symbol in the 1st-column denotes a B.C. date. First-column blank

    (" ") denotes an A.D. date. Calendar dates prior to 1582-Oct-15 are in the

    Julian calendar system. Later calendar dates are in the Gregorian system.


    NOTE: "n.a." in output means quantity "not available" at the print-time.


    SOLAR PRESENCE (OBSERVING SITE)

    Time tag is followed by a blank, then a solar-presence symbol:


    '*' Daylight (refracted solar upper-limb on or above apparent horizon)

    'C' Civil twilight/dawn

    'N' Nautical twilight/dawn

    'A' Astronomical twilight/dawn

    ' ' Night OR geocentric ephemeris


    LUNAR PRESENCE (OBSERVING SITE)

    The solar-presence symbol is immediately followed by a lunar-presence symbol:


    'm' Refracted upper-limb of Moon on or above apparent horizon

    ' ' Refracted upper-limb of Moon below apparent horizon OR geocentric

    ephemeris


    'R.A._____(ICRF)_____DEC' =

    Astrometric right ascension and declination of the target center with

    respect to the observing site (coordinate origin) in the reference frame of

    the planetary ephemeris (ICRF). Compensated for down-leg light-time delay

    aberration.


    Units: RA in hours-minutes-seconds of time, HH MM SS.ff{ffff}

    DEC in degrees-minutes-seconds of arc, sDD MN SC.f{ffff}


    'T-mag N-mag' =

    Comets' apparent visual total magnitude ("T-mag") and nuclear magnitude

    ("N-mag") using the standard IAU model:


    T-mag= M1 + 5*log10(delta) + k1*log10(r)

    N-mag= M2 + 5*log10(delta) + k2*log10(r) + phcof*beta


    Units: MAGNITUDES


    Computations by ...


    Solar System Dynamics Group, Horizons On-Line Ephemeris System

    4800 Oak Grove Drive, Jet Propulsion Laboratory

    Pasadena, CA 91109 USA


    General site: https://ssd.jpl.nasa.gov/

    Mailing list: https://ssd.jpl.nasa.gov/email_list.html

    System news : https://ssd.jpl.nasa.gov/horizons/news.html

    User Guide : https://ssd.jpl.nasa.gov/horizons/manual.html

    Connect : browser https://ssd.jpl.nasa.gov/horizons/app.html#/x

    API https://ssd-api.jpl.nasa.gov/doc/horizons.html

    command-line telnet ssd.jpl.nasa.gov 6775

    e-mail/batch https://ssd.jpl.nasa.gov/ftp/ssd/hrzn_batch.txt

    scripts https://ssd.jpl.nasa.gov/ftp/ssd/SCRIPTS

    Author : Jon.D.Giorgini@jpl.nasa.gov


    *******************************************************************************

  • Hi zusammen,


    na so wissenschaftlich gehe ich da nicht vor. Bei mir ist es halt die Erfahrung von über 30 Jahren.
    Gestern den Kometen, bei allerdings nicht mehr so guten Bedingungen, aufgesucht und mit M56 verglichen (8m3, 8'). Ich würde daher sagen ca. 8m8 und 5' groß.

    Ich weiß Größen und Helligkeitsschätzungen sind sehr indivuell und hängen von vielen Faktoren ab.


    cs
    Lothar

  • Servus beinand,


    ich habe den Kometen gestern ebenfalls visuell besucht (bei einer Kugelsternhaufentour durch den Schlangenträger) und finde ganz ganz grob, dass er mit den schwächeren Kugelsternhaufen zwischen 8 mag und 9 mag gut mithalten kann. Ich meine, dass ich auch eine hellere Region am Rand des "Nebels" erkennen konnte, ich also zumindest einen kurzen, breiten Ansatz eines Schweifs erkannt habe. 5' Durchmesser kommen auch gut hin. Der sternreiche Hintergrund macht den visuellen Besuch beim Kometen noch netter, als er eh schon wäre.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Gestern habe ich wieder C/2017 K2 Panstarrs aus der Stadt fotografiert, bei 90% dickem Mond 55° davon entfernt.

    Er bewegt sich immer schneller und zeigt inzwischen fotografisch einen deutlichen Schweif. Hier ein 1,1°x0,8° Crop mit einem 150/420 Teleskop (Aufnahmedaten siehe Bild). Die Koma hat auf dem Bild ca. 3' Durchmesser, der Schweif ist ca. 14' lang:



    Visuell habe ihn bei dem Lichtsmog gar nicht erst versucht

  • Hallo Stathis,


    wie sich die Bilder gleichen! Eine Stunde später als Du (die Regenrinne über meinem Balkon ließ es nich früher zu), habe ich diesen interessanten Kometen auch angepeilt.



    Jetzt kann auch wieder über die aktuelle Helligkeit des Kometen gerätselt werden:

    Das Planetariumsprogramm Guide9, an dem ich mich gerne orientiere, prognostiziert eine Helligkeit von 7m7.

    Im Juni-Heft der Zeitschrift SuW lese ich, dass seine Helligkeit im Laufe des Monats leicht ansteigen und 8m5 erreichen soll. Leicht angestiegen ist sie ja seit Deiner Aufnahme vom 29.05.2022.

    JPL Horizons gibt für den Zeitraum meiner Aufnahme-Session einen Wert für T-mag (apparent visual total magnitude) von 11m337 an.

    Das Astrometrieprogramm Astrometrica ermittelt aus einem Einzelbild meiner Serie einen Wert im Visuellen von 12m4.

    Das Astrometrieprogramm ASTAP kommt mit dem gleichen Einzelbild auf einen Wert von 12m7.

    Wer bietet mehr?


    Grüße, Rolf

  • Heute Nacht hab' ich es mal mit der Farbkamera versucht, weil ich eine Kometenkoma in kräftigem Grünton erwartet habe. Wie man sieht, wurde meine Erwartung nicht erfüllt.



    Die Koma ist eher farblos wie bei einer Monochromkamera und wie bei der letzten Aufnahme von Stathis auch schon. Auch viele andere Aufnahmen, die man im Netz findet, lassen einen kräftigen Farbton vermissen.


    Die Helligkeit hat sich in den letzten vier Tagen nicht oder kaum verändert (Horizons T-mag = 11m259).


    Grüße, Rolf

  • Hallo,


    Ich konnte den Komet in der vergangenen Nacht beobachten.

    Mein Teleskop war ein 300/1200mm Newton parallaktisch montiert. Die Bedingungen waren allerdings nicht so gut. In der Nacht hatte ich zwar einen wolkenlosen Himmel, aber die Transparenz war nur gering.


    Den Komet konnte ich neben dem Sternhaufen IC 4665 deutlich sehen. ich meinte auch, einen Schweifansatz sehen zu können.


    Viele Grüße

    Gerd

  • Hallo,


    Heute Morgen so gegen 1 Uhr MESZ konnte ich den Kometen zwischen Cebalrai und IC 4665 nochmal sichten. Ca. 9m3 hell und 5' groß würde ich sagen (Ich vergleiche gerne mit M56). Deutlich oval und zur Mitte hin konzentriert. Denke Richtung Osten war ein kleiner schweifansatz sichtbar.


    cs

    Lothar

  • So ein schöner Komet und so wenige Beobachtungsberichte.


    Am 21.6. bin ich nach einem Beobachtungshinweis in der Leipziger Whatsappgruppe kurz nach 0 Uhr in den Garten, wo der 10“ Flextube Umgebungstemperatur annahm (auskühlen mag ich es nicht nennen).


    Der Komet sollte bei IC 4665 stehen, das sollte mir das Auffinden erleichtern. Überhaupt habe ich mich dem Schlangenträger von den bekannten Messiers abgesehen wenig gewidmet. Komischerweise war kein IC da, der Vorstadthimmel so schlecht? Eigentlich nicht, nach dem Regen war die Transparenz sogar ziemlich gut. Also nochmal von vorn – ok, man muss schon beim richtigen Stern suchen (beta und nicht alpha OPH)…


    Gut, IC 4665 war nun da und richtig schön, wie verdoppelte lichtschwächere Plejaden, das hat sich schon mal gelohnt. Vergrößerung rauf auf 60 fach (alles mit Nagler 31, APM HDC 20 und Ethos 13 beobachtet-eine 2“ Session) und abgegrast- da war C/2017K2, eigentlich einfach zu sehen. Zentral leicht zunehmende Helligkeit, größer als vermutet. Kein Schweif. Von Größen- und Helligkeitsschätzungen sehe ich mangels Erfahrung mal ab. Schwierigkeitsgrad ähnlich der schwächsten Leotriplett-Gx war mein Eindruck.


    Am 23.6. ergab sich kurz vor Mitternacht noch einmal die Möglichkeit zur Beobachtung, und ich hatte bei 60- fach kurz den Eindruck eines minimal südlich abgehenden Schweifes. Unsicher, hätte ich früher ignoriert-heute notiert. Bei 92 fach war die Koma ähnlich zu sehen, kein Schweif. Durch einen UHC-S waren keine zusätzlichen Details wahrnehmbar.


    Diesmal bin ich zu CR 350 gewandert, hier spielte das N31 seine Stärke des riesigen GF aus. NGC 6426 konnte ich nicht finden und die Zeit zum Schlafen war dann auch mal ran.


    CS

  • Hallo Sternfreunde,


    ich habe mich am 26.06. auch mal an diesem Kometen versucht:

    C11 @ f/2 ASI 183 MM pro 28 x 30sec


    Beim Negativ meine ich einen Ansatz von "Gegenschweif" erahnen zu können (Richtung ~ 11:00Uhr):


    cs eike

  • Hallo Leute, schöne Beobachtungen und Bilder sehe ich, danke fürs teilen.


    Am 29.06 klarte es auf, also los auf den Kometen (Aufnahmedaten siehe Bild), gestackt mit DSS auf Kometen und Methode "Durchschnitt". Weiterverarbeitung mit Siril, Fitswork, RawTherapee.



    Ich hatte fiese Gradienten von meinen "heiß geliebten" Laternen vor der Nase mit Siril/GraXpert wegzubügeln. Dann habe ich noch kräftig in den Farbtopf gelangt, damit etwas von der türkisfarbenen Coma zum Vorschein kommt. Den Komadurchmesser messe ich im Bild zu knapp 4', den Schleif mit gut zureden vielleicht 20' lang.


    Die Koma kommt mir unsymmetrisch vor und der Schweif leicht gebogen. Das sehe ich bei Rolfs und Eikes Bildern auch. Einen Gegeschweif sehe ich bei mir nicht.


    p.s.

    Wie stackt man sich bewegende Kometen so, dass auch die Sterne punktförmig bleiben? Mit DSS "Sterne und Komet" funktioniert es nicht richtig. Eike, wie machst du das? Eigentlich stehe ich ja mehr auf "echt und ohne copy/paste", sprich Strichspuren, damit man auch die Bewegung darstellt, aber muss zugeben, dass es mit punktförmigen Sternen hübscher aussieht. Wie seht ihr das?

  • Servus Stathis,


    da hast du ja wirklich sehr tief in den Farbtopf gegriffen ;)

    Mir gefallen die Strichspuren, sprich Stacking auf den Kometen besser. Es zeigt die Dynamik und die echten Pisitionen während der Belichtungsphase.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo,


    Stathis‘ Ermahnung, diesen schönen Kometen nicht unbeobachtet zu lassen, war auch bei mir angekommen. Doch der aktuelle Saharastaub nahm mir erst mal die Lust, ihn zu fotografieren. Als es dann heute morgen (2022 Juli 01) nach 1.00 MESZ doch ganz brauchbar aussah, hab ich ihn wenigstens visuell besucht. Im 120er Bino bei 53x war er nicht zu übersehen: ein kleiner Nebelfleck von 2,5‘ Durchmesser, 9,3 mag hell (geschätzt nach Bobrovnikov am defokussierten Instrument). Ich nehme aber an, dass er ohne die aktuell starke atmosphärische Dämpfung größer und heller zu sehen wäre.


    Da er noch während des gesamten Monats durch den Oph südwestwärts wandert, gibt es sicher noch eine Gelegenheit für ein Foto.


    CS, Jörg

  • Hallo,


    richtig interessant wird der Komet vermutlich in der Zeit Ende Juli und Anfang August.

    Ich habe mal die Daten, die der Ephemeridengenerator von JPL Horizons System liefert, für die nächsten zwei Monate ausgewertet und eine Grafik mit dem Kurvenverlauf der Helligkeit des Kometen erstellt.



    Ende Juli gegen Mitternacht UT (2 Uhr MESZ) erreicht der Komet seine größte Helligkeit, steht aber in unseren Breiten nur noch etwa 18 Grad über Horizont, während er heute um Mitternacht UT noch fast 42 Grad über Horizont stand.


    Übrigens, über die Reliabilität der JPL-Helligkeitwerte sollten wir an dieser Stelle nicht diskutieren/streiten. Wie schwierig die Helligkeitsbestimmung von Kometen ist, wurde ja schon öfter angesprochen, und je nach Methode differieren die Werte zum Teil erheblich. Glaubt man z.B. den Angaben des Planetariumprogramms Guide9, dann würde man für den 1. August eine Helligkeit von 6m8 (JPL: 10m95) erwarten dürfen. Als Relativwerte für die Erkennung einer Tendenz sollten die JPL-Werte aber widerspruchslos herhalten dürfen.


    Grüße, Rolf

    Edited 2 times, last by RoStm: Ich muss mich korrigieren: Bei den Angaben der Höhen über Horizont habe ich mich zu meinem Bedauern in der Zeit geirrt, weil ich UT und CEST verwechselt habe. Tatsächlich steht der Komet um 2 Uhr MESZ am 2. Juli nur noch 35,4 Grad und am 1. August nur noch 1 Grad über Horizont. Die oben angebenen Werte gelten jeweils für Mitternacht MESZ, also zwei Stunden früher. Der Hinweis "and nuclear magnitude" in der Beschriftung der Grafik ist natürlich Quatsch, da dies eben nicht T_mag (scheinbare visuelle Helligkeit), sondern N_mag (Nucleus-Helligkeit) betrifft. Offensichtlich war meine Stricknadel zu heiß. ().

  • Bei mir wurde es gestern sehr klar und kalt (Rückseitenwetter nach Regen) und so habe ich den Kometen mal wieder mit dem 8,5x42 Fernglas freihand visuell versucht, diesmal erfolgreich! Mitten aus der Stadt, aber deutlich transparenter als der Dampf in den Wochen zuvor, fst~ 5,3 mag, Bortle 7. Grenzgröße mit dem Fernglas irgendwo jenseits der 9 mag (nicht genau bestimmt):


    M10 (6,6 mag) und M12 (mit 6,7 mag) waren indirekt als deutliche Flatschen sofort sichtbar, M14 (7,6 mag) viel kleiner, aber immer noch indirekt zu halten. Der Komet C/2017 K2 hat hingegen im indirekten Sehen immer nur zeitweise als runder diffuser Blob aufgeblitzt, erschien dann aber größer als M14 und kleiner als M10/M12. Sicher aber nicht einfach. Vom Schweif keine Spur. Daher würde ich ihm eine ~7,5 mag geben. Außerhalb der Stadt wäre er sicher leicht mit jedem Fernglas sichtbar gewesen.


    Währenddessen schuftete der Fotoapparat und machte dieses Bild (Aufnahmedaten siehe Bild):



    Das Bild ähnelt dem von der vorigen Nacht, aber inzwischen kann ich sagen, dass die türkise Farbe ganz sicher echt ist.

    Ich glaube, diese nächsten 1-3 Tage ist die beste Gelegenheit. Demnächst drängelt sich die immer dicker werdende Säufersonne ins Geschehen und danach verliert er immer mehr an Höhe.


    Stathis {Stathis}, geborener Stathis ^^

  • Hallo {Zusammen} ^^,


    also ich sitz noch auf der Terrasse und genieße den aufgehenden Jupiter. Aber um beim Thema zu bleiben, ein kurzer Bericht zu C2017 K2:


    Beobachtungszeit: 02.07.22 - 23:30 bis 03.07.22 - 01:30

    Skywatcher Flextube 16" f4.4

    Filter: Lumicon 82A, Lumicon Swan Band

    Filterrad: 3D-Selbstdruck

    Okulare: 31N T5, 20N T2, 13Ethos, 2x TV PM

    Fst: ca. 4.8 Mag ($\upsilon $2 - Kassiopeia) ohne lange zu suchen, ohne gute Adaption der Augen, indirektes Sehen, regelmäßig aufgeblinkt


    Die Vorbereitungen liefen schon tagsüber an. Der DOB stand noch von der Vornacht auf der Terrasse - ab Mittag schon im Schatten und den Tubus gut isoliert, konnte er die Umgebungstemperatur annehmen.


    Aufsuchkarte von dem Burschen brauch ich noch! Also auf eine mMn gute HP und die Karte runter geladen. Was machst du, wenn dich deine Super-Starhopperkräfte verlassen?!? Ich brauch auf jeden Fall eine Rückfallebene, denn Frust macht keine Lust!


    Also zusätzlich noch in Stellarium nachgeschaut und einen Screenshot der beiden Sterne gemacht, die neben ihm stehen sollten, HD157089 und HD157415 und in Simbad gleich die SAO Katalognummer dazu raus gesucht, dass meine Steuerung damit auch was anfangen kann.


    Mit einem Filter, der die OIII und die C2 Linien durch lässt, sollte man den Gasschweif deutlicher sehen, also hab ich mein gedrucktes Filterrad aufmunitioniert und hab den Kometenfilter rein gepackt und zusätzlich noch den hellblauen 82A, der soll für Gasschweife auch was bringen... Schauen wir mal.


    Als ich weiter oben im Thread gelesen hab, dass er vor ein paar Tagen bei IC 4665 stand, wollte ich es von dort aus probieren.


    Also hab ich versucht mich von dort aus zu ihm durch zu hangeln, hatte keine Chance. Er ist schon ein gutes Stück weiter, da fehlt mir die Erfahrung mit dem Starhopping.


    Also Goto: SAO122301 (HD157089) und da war er dann auch schon im Oku zu sehen. Die 100° sGF sind einfach eine Wucht.


    Der erste Eindruck ohne Filter im 13mm bei 138x:

    Einen richtigen Schweif konnte ich visuell nicht ausmachen. Die Koma und der hellere, etwas außermittige Kern waren aber sehr deutlich zu sehen. Mit viel gutem Willen vielleicht doch ein Fünkchen vom Schweif, die Bedingungen sind bei mir aber eher schlecht... Straßenlaternen, Raffinerie, Gaskraftwerk ... wobei die Fackel der Raffinerie heute gar nicht brannte.


    Dann dachte ich mir, ich hab ja noch ein Ass im Ärmel und drehte voller Erwartung an meinem Filterrad. Der 82A hat das Bild nur ein bisschen abgedunkelt, nicht schlimm. Aber eine Kontraststeigerung konnte ich nicht wirklich ausmachen - war ja klar, ein Farbfilter (!), da bist du der Werbung wieder auf den Leim gegangen. Typisch! Aber selber ausprobieren zählt, dachte ich mir.


    Jetzt aber der Gute Filter, also wieder am Filterrad gedreht und "klick" - eingerastet.


    "Mann ist der dunkel - klar, sind auch nur 25nm HWB" und dann schon wieder nicht der Aha-Effekt.


    Für meine Bedingungen hat der Filter soviel abgedunkelt, dass gefühlt eher weniger als ohne Filter auszumachen war.

    Die Lichtreflexe des Staubs schluckt der Filter größtenteils, das des Gases lässt er durch.

    Evtl. ist er noch zu weit von der Sonne entfernt, so dass der Filter visuell noch keinen Gewinn bringt, da er noch nicht genügend ausgegast hat.


    Ich hab über einen Zeitraum von 2 Std. von 58x über 90x, 116x und 138x bis zu 180x die Okus durch probiert und hab beide Filter immer wieder geblinkt. Am besten gefiel mir das 13mm bei 138x ohne Filter.


    Vielleicht hätte ich doch in die Pampas fahren sollen, dann wäre der Himmel besser gewesen... Spaß hat's aber auch so gemacht.


    Grüße Markus

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