Wie bewahrt ihr eure Daten auf

  • Hallo Zusammen


    Seit Oktober habe ich rund 1.2TB an Daten generiert. Gerne würde ich das etwas sortieren, da bei mir auch noch rund 12TB Musik zusammenkommen und ich langsam ein Backup Problem bekomme.


    Wie und vor allem was archiviert ihr? Nur die Kalibrierten Daten, die nur die Rohbilder und den Stack? Als Anfänger ist es schwierig einzuschätzen, was später mal noch von Nutzen sein könnte, weshalb ich bis jetzt einfach alles aufbewahrt habe.


    CS, Seraphin

  • Hi Seraphin,


    ich hebe immer die Rohdaten auf (in meinem Fall die RAW-Files der DSLR), sowie das fertiggestellte Bild unkomprimiert, als JPEG und als reduziertes JPEG (mit 1280 horizontalen Pixeln, leicht komprimiert, um es z.B. hier auf dem Astrotreff unter die 2MB-Grenze zu bringen). Diese Archivierung bedeutet, dass ich notfalls den Stack neu generieren kann. Die riesigen kalibrierten Dateien, die zum Beispiel Pixinsight generiert, loesche ich. Ich kann sie ja notfalls jederzeit wiedererstellen.


    Ich habe, um den Ueberblick zu wahren, folgendes System entwickelt:


    Directory: PICTURES/<Kamera>/<Jahr>/<Monat>/<Datum>


    Zum Beispiel


    pictures / 40D / 2022 / Feb2022 / 20220204


    bedeutet dass die Daten mit meiner Canon EOS 40D aufgenommen wurden, und dies am 4. Februar 2022. Die astronomische Datumsschreibweise JJJJMMTT bedeutet, dass die Verzeichnisse automatisch nach aufsteigendem Datum aufgelistet werden.


    In jedem Tagesverzeichnis habe ich dann die Ordner


    /OBJ (Objekt)

    /darks

    /flats

    /bias

    /flatdarks

    /scrapyard


    wobei "OBJ" den Namen des Objekts traegt, z.B. "ngc2903". Bei mehreren Objekten pro Nacht gibt es fuer jedes Objekt ein separates Verzeichnis.


    Der "/scrapyard" , also "Schrottplatz", ist fuer Bilder, die ich bei einer ersten Begutachtung aussortiere, beispielsweise wegen Nachfuehrfehlern, Satellitenspuren oder Wolkendurchzug.

    Ich habe mir in meinem "pictures"-Ordner den Ordner "TEMPLATE" gestrickt, der die obigen Unterverzeichnisse enthaelt. Ich kopiere ihn einfach ins Kameraverzeichnis, im Beipspiel nach pictures / 40D / 2022 / Feb2022 / und benenne "TEMPLATE" in "20220204" um. So muss ich nicht immer /darks, /flats etc neu erstellen.


    Mein Dateiname ist lang und kryptisch, gestattet aber auf einen Blick zu sehen, wie das Bild aufgenommen wurde:


    Zum Beispiel:


    ngc2903_obxredu67_40d_180s_64me_bgr_l.TIF


    bedeutet, dass ich die Galaxie NGC2903 mit meinem 14" Teleskop (Spitzname "Obelix", abgekuerzt OBX) und dem 0.67x-Reducer aufgenommen hatte, wobei ich die 40D-Kamera benutzte. Ich belichtete 180s und stapelte 64 solcher Bilder nach dem Medianverfahren ("me"). Ich habe dann den Hintergrund abgezogen ("bgr" fuer "background") und das Bild "gelevelt", wofuer das "l" steht.

    Sicher kann man das auch ueber Headerdateien loesen, aber ich finde diese Filenamen sehr praktisch, um spaeter herauszufinden, wie man ein Bild vor sagenwirmal 12 Jahren aufgenommen hat.


    Zu guter Letzt: Ich habe mehrere USB-Festplatten, 2TB, als Backup. Eine in der Sternwarte, eine auf der Arbeit. Aller paar Wochen gleiche ich die Daten ab. So habe ich eine grosse Datensicherheit.

    Alles Gute aus Nordostengland wuenscht



    Jurgen

  • Moin Seraphin,


    ich bewahre grundsätzlich ALLES auf- mittlerweile sind es ca. 4TB.

    Warum? Wenn ich bei einem Objekt in ein paar Jahren "Licht dazu addieren" möchte, kann ich das jederzeit tun. ;)

    Allerdings ist sicher auch viel Schrott dabei. Naja - better safe than sorry!


    Ich habe mittlerweile ein ganze nette Speicher- und Backup-Konfig:


    • mein PC hat 4x 2TB SSD (eine davon habe ich wegen Speichermangel gerade dazugekauft)
    • zusätzlich habe ich 3 NAS-Platten: 2x3TB im RAID1 und eine NAS mit 2x4TB (auch RAID1),
    • plus 2x ext. USB3 HDD (je 4TB)
    • und 3x ext. HDD (1TB)

    Auf den Datenspeichern ist natürlich nicht nur Astrozeugs sondern auch Reisedoku, Musik, usw.

    Die mobilen Datenspeicher sowie eine NAS trenne ich räumlich.

    Zusätzlich sind meine fertigen Bilder noch auf meinem Webspace und in der matsscloudTM aka Astrotreff. :)

    Eigentlich kann nichts passieren!


    Gruß, Jochen

    :ringed_planet: Planeten und Deepsky: Celestron C11 | Omegon Pro Newton N203/1000 | Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet :sun: Sonne: Celestron C6R mit D-ERF und Daystar Quark Chromosphere| Coronado PST

    :telescope: Montierung: Skywatcher EQ6Pro :camera: Kameras: ZWO ASI294MC Pro Color | ZWO ASi183MM Pro | Canon EOS 200D mit Samyang AF 14/2,8 :globe_showing_Europe_Africa: website: https://www.sternwarte-muchelndorf.de

  • Moin Jürgen,


    exakt so mache ich das auch. Nur mein "/OBJ" heisst "Lightframes_Filternahme" und mein "/scrapyard" heisst "/reject"! ^^


    CS, jochen

    :ringed_planet: Planeten und Deepsky: Celestron C11 | Omegon Pro Newton N203/1000 | Omegon Pro APO AP 72/400 Quintuplet :sun: Sonne: Celestron C6R mit D-ERF und Daystar Quark Chromosphere| Coronado PST

    :telescope: Montierung: Skywatcher EQ6Pro :camera: Kameras: ZWO ASI294MC Pro Color | ZWO ASi183MM Pro | Canon EOS 200D mit Samyang AF 14/2,8 :globe_showing_Europe_Africa: website: https://www.sternwarte-muchelndorf.de

  • Hallo Seraphin,


    Ich bin ja selbst noch super neu in der Astrofotografie. Beruflich beschäftige ich mich aber mit wissenschaftlichen Daten. Daher habe ich da ein paar Gedanken dazu.


    Wenn es nicht drückt und Speicher auch über die nächsten Jahre weiterhin immer billiger wird, dann würde ich einfach alles behalten. Natürlich nur, wenn Du deine Projekte gut organisiert hast und dich auch in Zukunft noch an die Strukturierung der Daten erinnern wirst, um vielleicht nochmal bei einer Analyse 'mittendrin' einzusteigen. Denn ansonsten gehen Sachen verloren, auch wenn sie noch 'irgendwo' liegen.


    Ansonsten ist unsere Priorisierung immer:

    • Rohdaten werden jedenfalls behalten. Wir haben das Ende der Fahnenstange bezüglich Bildverarbeitung vielleicht schon erreicht. Aber vielleicht magst Du in X Jahren nochmal alte Aufnahmen mit neuen Methoden bearbeiten.
    • Prozessierte Daten (Zwischenschritte): Diese kannst Du prinzipiell jederzeit neu generieren, wenn Du die Zeit investieren möchtest. Hier musst Du eben Zeitersparnis (für die Reanalyse) oder Kostenersparnis (für Speicher) abwägen. In meiner Branche ist die Zeit teuer, daher speichern wir eben alles. Bei einem Hobby verhält sich das vielleicht anders.
    • Prozessierte Daten (Endergebnis): Die würde ich immer behalten, da sie ja auch in unserem Fall oftmals vergleichsweise klein sind, d.h., zwei, drei fertige Bilder einer Imaging-Session.


    Bei sowas wie Bias und Darks spielen wohl hauptsächlich Belichtungszeit und Temperatur eine Rolle. Hier könntest Du erwägen, vielleicht 'stellvertretende' Daten für Belichtungszeit/Temperatur-Paare zu speichern und in späteren Neu-Analysen zu benutzen. Dann bräuchtest Du die nur einmal zu speichern. Allerdings wird es da auch sowas wie Drift über die Jahre geben, so dass 30sec 10oC-Darks einer neuen Kamera, und wenn sie älter ist, dann vielleicht anders aussehen.


    Hilft dir das irgendwie weiter?


    CS, Boris

  • Hey Seraphin,


    ich habe mir ein nas von synology mit 20TB geholt.

    Ich habe in der Vergangenheit schon viele Daten in Form von 6k raw Videos aufbewahren müssen

    und nun mit dem Astrohobby war es wirklich an der Zeit.

    Ich hatte schon 15TB im PC, es sind nun also 35TB insgesamt.

    Ich vermute das ich noch etwa 1 Jahr damit hinkomme und dann weiß ich auch nicht mehr weiter :D


    Inzwischen gibt es aber auch viel Auswahl an Portalen mit Cloudspeicher zum fairen Preis, setzt allerdings eine ordentlich Leitung voraus.

    Bis jetzt speichere ich noch alles, ich werde glaube aber dann alte Rohdaten löschen wenn die Platten voll sind.


    Ich hatte erst letzten Sommer ein einziges Projekt (Heart Nebula) das über 1TB Daten generiert hat, es ist einfach zu kostenaufwendig

    immer alle Daten auf Ewigkeit zu sichern.


    lg

    Sascha

  • Hallo Seraphin,


    früher habe ich alles aufgehoben. Da kommt man sehr schnell an Speichergrenzen, auch wenn heute Speicher immer billiger wird. Wenn man über 25 Jahre digitale Astrofotografie betreibt, kommt man

    mit der Zeit schon langsam über den Terabytebereich (Petabyte) hinaus. Allein die Planeten-, Sonnen- und Mondvideos schlucken enorm Gigabyte. Seit ein paar Jahren mache ich es ähnlich wie JSchmoll und archiviere nur noch die Rohdaten und ein oder zwei bearbeitete Endbilder als tiff. Seit Anfang vorigen Jahres ist alles auf externen Festplatten gespeichert, die vom PC getrennt werden und nur angestöpselt, wenn Daten abgerufen werden. Leider habe ich bei einem Plattencrash vor knapp zwei Jahren wertvolle Rohdaten von 11 Objekten verloren. Die Daten konnten auch nicht gerettet werden. Daher werden

    diese Daten immer auf externen Platten gespeichert und vom "Netz" abgeschaltet.


    Viele Grüße

    Klaus

  • Also ich habe davon nichts aufbewahrt. Denke mal das wäre keine schlechte Idee die Rohdaten aufzubewahren. Nur die fertigen Aufnahmen die werden extra gespeichert und auch regelmäßig davon eine Datensicherung gemacht.

    Nicht nur Menschen träumen, sondern Sterne auch.

    :telescope: 150/750 mm Skywatcher Newton | :camera: Canon EOS 600d + 14 mm Walimex, 24 mm Weitwinkel, 80 - 300 mm Tele, 16 - 55 mm Zoomobjektiv |

    Aktuelle Wetterdaten aus Wetterstation und Homepage

    »»»»»» Wetterübersicht Ehingen ««««««« | »»»»»» Sternwarte Ehingen ««««««« | »»»»»» ISS Überflugszeiten «««««««


    Gruß Manfred

  • Disclaimer: Ich mache derzeit nur EAA. Astrofotografie erfordert dann mehr einen Ansatz wie ihn JSchmoll benutzt.

    Ich speichere auch erst einmal alle raw-files und alle Ergebnisse ab. Ich orientiere mich dabei an den SharpCap-Vorgaben: Home(Teleskop) -> Objektname -> Datum -> Uhrzeit.

    z.B. am WE dann Search nach "processed" über die verwendeten Teleskope (und Kameras) mit visuellem Abgleich der Ergebnisstacks. Alles, was mehr Qualität bzw. Potential für Nachbearbeitung haben könnte bleibt, was schlechter als bisherige Ergebnisse ist, wird komplett gelöscht.

    Nachbearbeitete Ergebnisse werden um den Inhalt des zugehörigen Logfiles in Form einer Legende ergänzt (geht gut z.B. in SIRIL).

    Gruß,

    Peter

    Klimawandel ist - wenn Hobbyastronomen im Sommer Skianzüge kaufen ...

  • Hallo Seraphin,

    ich mache es so ein Ordner für jedes Jahr wo dann ein Unterordner mit dem entsprechenden Teleskop ist in denen speicher ich das Objekt mit Lights Darks Biases und Flatdarks.

    Die Ordner mit den Processdatein haue ich nach dem Stacken raus und behalte noch das fertig gestackte fits Bild und das Tiff , außerdem von Photoshop die PSD Datei mit den ganzen Ebenen.

    Separat habe ich für die Fertigen Bilder ein Ordner für das Forum mit dem Jpeg Bild und einen Ordner mit dem Tiff Bild in voller Größe.


    Grüße und CS

    Keith

  • Oberste Ebene ist bei mir das Jahr. Abgeschlossene Jahre werden nach einer Karenzzeit nur noch gelesen, aber niemals verändert. Solche Daten kopiere ich mir ins aktuelle Jahresverzeichnis, wenn es sein muss.

    Mag zwar redundant klingen, hat aber den Vorteil, dass ich für das Back-Up abgeschlossene Jahre nicht ständig anfassen muss und für Sachen, die ich mehrfach anfasse, dann Jahresversionsstände habe.

    (Firmen haben für ihre Buchhaltung oft einen 13. bis 15. Monat, die nur für den Jahresabschluss und anderen Spezialfragen ins Spiel kommen. Und es gilt die Regel: Einmal gebucht darf daran nichts mehr geändert werden.)


    Backups mache ich auf Dateiebene ohne spezielle Software. Unterm Strich habe ich die Daten auf dem Rechner, auf einem Backup-Medium und offline noch auf einem zweiten Backup-Rechner, der an einem anderen Ort steht. Der wird so alle 2 Monate auf dem Laufenden gehalten.

    Wer Daten generiert, kann mir nicht mit dem Argument kommen, es sei nicht genug Geld für Festplatten übrig. Dann muss man halt Wichtiges von Unwichtigem trennen und weniger Daten generieren.

    Und ab und an sollte man seine Backups auch mal prüfen und lesen Festplatten halten nicht ewig. Selbst 10 TB kann man binnen weniger Stunden mal testweise auf eine neue Platte schieben. Außerdem gibt es Utility-Programme, welche HDD-Parameter (bad sectors) auslesen und überwachen können.

    Häufigste Ursache für Datenverlust sind übrigens nicht Festplattencrashes, sondern unsachgemäßer Umgang (versehentliches Löschen, Überschreiben) und Virenverseuchung.

    Profis/Firmen machen Back-Ups nach einem Generationsprinzip: Inkrementell werden täglich neue/veränderte Daten gesichert, wöchentlich eine Vollsicherung gemacht. Dabei wird z.B. die Vollsicherung von vor 4 Wochen überschrieben, so dass man immer 4 Versionen aus den letzten 4 Wochen hat. Dito nach Monaten usw. Nebeneffekt: Die Sicherungsmedien werden regelmäßig neu beschrieben/gelesen (grundsätzlich mit v-Bit), schlechte Medien rechtzeitig ausgewechselt.
    Außerdem werden abgeschlossene Vorjahre aus dem laufenden Verzeichnis in ein Archiv verschoben. Je nach Anwendung müssen Daten zwischen 6 und 10, manche bis zu 30 Jahre und länger*** aufbewahrt werden. Selbst Privatleute müssen ja Handwerkerrechnungen 2 Jahre aufbewahren. Ich habe die Angewohnheit, dass ich Aktenordner, wenn sie abgeschlossene Sachverhalte betreffen mit einem Vermerk auf dem Rücken markiere: "Aufbewahren bis 31.12.xxxx"
    So muss ich mir Jahre später nicht den Kopf zerbrechen, was weg kann und was nicht.

    ***z.B. Röntgenbilder beim Zahnarzt 10 Jahre (denkt an den Tsunami, als man so Personen identifizierte), herrenlose Konten bei Banken, wo die Bank nicht weiß, ob der Kunde noch lebt und wer Erbe ist, bis die gesetzliche Verjährungsfrist von 30 Jahre abgelaufen ist, Schulen heben Zeugniskopien 45 Jahre lang auf ... Blöd, wenn das ein Keller im Ahrtal war.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hi Zusammen


    Vielen Dank für die vielen Antworten.

    Im Moment ist meine Ordnerstruktur: Objekt / Datum / Kamera / dann Rohdaten, die zwischenerzeugnisse, Stack, PSD und finaler Export als Tif und Jpg.


    Die zwischen Erzeugnisse könnte ich eigentlich eliminieren.


    Ich habe alles auf zwei Nas, welches täglich inkrementell, wöchentlich auf zwei alternierende Medien, Quartalssicherung und Jahressicherung gesichert wird. Quartal und Jahressicherung sind jeweils vollsicherungen. Abgesehen von der tagessicherung, befindet sich alles an einem anderen Ort.


    Ja, Speicherplatz ist billig, allerdings ist eine erweiterung doch recht teuer, da es auch die Sicherungsmedien betrifft. Mir ging es aber eher darum zu erfahren was ihr für Sinnvoll erachtet als etwas anderes.


    CS, Seraphin

  • Hallo


    Im Prinzip hebe ich nur die Rohbildern und den Rohstack auf.

    Datum haben die Dateien von si h aus, so gibt es für jeden Objekt einen Ordner, in den Dateinamen selbst steckt alle nötige Zuordnung.

    Das ganze geht auf ein RAID 5 Arry, das geht auch noch wenn eine Festplatte den Geist aufgibt, sind allerdings bei 4x4TB nur 11TB für Daten.

    Ich habe noch uralte Festplatten im Schrank die laufen bei Bedarf alle noch und es sind wohl noch nie mehr wie ein Paar Sektoren ausgefallen, das wäre weniger wie 0,01%, das würde sich durch das paritätische RAID wieder herstellen lassen.

    Bei SSD wäre mir die Gefahr zu groß das gleich alles weg ist, Speicherkarten und USB Sticks sind nie nur partiell kaputt da ist gleich alles weg.


    Von den Sonnen AVI trenne ich mich eigentlich ein Jahr nach Fertigbild


    Gruß Frank

  • Hallo Seraphin,

    eine Zeitlang habe ich auch alles aufbewahrt. Nachdem ich dann aber öfter mal das selbe Objekt erneut fotografiert habe, (dann vielleicht mit neuer Kamera oder neuem Teleskop) fiel mir auf, dass ich besser geworden war ;-). Den alten Schrott konnte ich nicht einmal mehr zur Rauschreduzierung verwenden.

    Wenn du die Rohstacks behältst, dann hast du immer noch fast alle Möglichkeiten.

    Ist aber eine Frage der Persönlichkeit.

    Gruß,

    ralf

  • Hallo Seraphin


    wie meine Vörgänger es hier schon schrieben, sollte man die Rohdaten aufbewahren. Es gibt vielleicht in der Zukunft

    Möglichkeiten diese eventuell neu zu bearbeiten. Oder man vergleicht Aktuelles mit früheren Daten später mal.

    Aufnahmen, die unter schlechten Bedingungen aufgenommen wurden , hebe ich nicht auf -> Schrott wird auch Schrott bleiben.

    Zur Speicherung kann ich dir nur Raten: gute gelungene Daten, die dir persönlich was bedeuten

    mindestens auf zwei unabhängigen externen Datenträgern zu speichern.

    Ich hatte das Problem dass eine erst 10 Jahre alte externe Festplatte einige Daten darauf nicht mehr richtig lesen konnte.

    Wie das mit heutigen modernen SSD Platten aussieht kann ich nicht beurteilen.

    Auch würde ich Daten auf nicht zu großen Platten (>2TB) speichern; wenn die nämlich defekt geht , sind gleich Zig TB im Eimer.


    Wenn Du ein RAID5 System verwendest, bis zwar auf der sicheren Seite , aber wie lange hält so etwas. 10 Jahre 20 jahre??

    Wenn dann nach > 10 Jahren eine oder mehr Platten im System kaputt gehen , bekommst Du eventuell keine passenden Ersatz.

    Deshalb speichern die Profis also die, die es müssen, auf externe Bandspeicher Daten.


    Also such dir was aus.

    Gruß und CS Dieter

  • Dieter,

    Bandspeicher sind nur eine Backup-Methode, nicht besser oder schlechter als ein Backup-NAS oder USB-Platte/externe SSD.


    Das wichtigste beim Backup ist, dass man es hat und pflegt. Ob das USB-Sticks, ein zweites Notebook, gebrannte DVDs, externe HDDs oder was auch immer ist, ist dann zweitrangig. Und wer eine Backupsoftware nutzt, sollte unbedingt testen, wie er die Daten auf einem anderen Rechner dann wieder eingelesen kriegt. Notfalls muss er ein Installationsmedium für die Backupsoftware haben oder besorgen können.

    Wenn es um Langfristigkeit geht: Gute Astrobilder auf Fotopapier entwickelt sind da unschlagbar. Aber da fängt das nächste Problem dann an, nämlich die Farbraumanpassung, um das Bild passend aufs Papier zu kriegen.

    Alles wird gut!
    Kalle

  • Hallo zusammen,


    ich bin immer wieder erstaunt, dass vielen Leuten nicht bewusst ist, welchen Wert ihre Daten haben und was deren Verlust bedeuten kann.


    ich verwende schon lange eine Synology-NAS (Seit etwa vier Jahren eine mit 8 Bays und zur Zeit vier Disks, die alte NAS dient als Backup-Medium für die erste)

    Weshalb dieser Aufwand? Nun, ich habe einerseits Kundendaten aus meiner Zeit als Freelancer. Anderseits habe ich über 1TB an Bildern und anderen Daten, was eben so in bald 20 Jahren Digitalfotografie anfällt, basteln und Datensammeln anfällt.

    Vor gut vier Jahren (an Sylvester, um genau zu sein) war das noch anders. Ich hatte zwar die alte NAS schon aber die Bilder waren (über die NAS) auf einer externen USB DIsk abgelegt. Im Gegensatz zu den internen Disks werden externe *nicht* überwacht, so dass diese irgendwann in aller Stille den Weg alles Irdischen ging.

    Kein Problem, sprach der Fachmann, ich habe ja die Daten noch auf einer zusätzlichen USB Disk abgelegt. Disk angehängt -> Diskfehler. Stille. Lautloses Fluchen. Angstschweiss.


    Ich machs jetzt kurz: bis auf ein Bild konne ich alle (bis dahin) 50k Bilder (etwa 650GB) retten, die Aktion hat etwa drei Tage gedauert und ich bin 10 Jahre gealtert. Und am 2. Januar hab ich die grosse NAS bestellt.


    Ich habe nun meine Bilder

    - auf einer 2TB SSD im Rechner

    - auf NAS1

    - auf NAS2


    Damit kann ich wieder gut schlafen.


    So, der langen Rede kurzer Sinn:

    - eine gute NAS (will ja nicht Werbung machen, aber die einzigen, die wir auch in der Firma verwenden und die halten, was versprochen wird sind die von Synology) hat erstens Hardware RAID (also Redundanz, so dass eine Disk ausfallen darf und im laufenden Betrieb ersetzt werden kann)

    - überwacht die Disks und meldet rechtzeitig, wenn es Probleme gibt

    - lässt sich an einem sicheren Ort aufstellen und ggf. über eine USV vor Blitzschlag/Überspannung/Stromausfall absichern

    - hat funktionierende Sicherheit zum Internet, so dass niemand unbefugt von Extern reinkommt (seit Anfang März geht es diesbezüglich zu wie auf dem Jahrmarkt, die Logs mit Zugriffversuchen füllen sich...).


    - USB Disks können theoretisch jederzeit ausfallen und bieten keinerlei Redundanz. Man kann zwar mehrere Disks verwenden, aber wenn die Disk am A. ist, dann wars das mit dem Rest der Daten. RAID(5) ist da eine ganz andere Liga.


    Also: wenn ihr eure Daten sicher ablegen und/oder archivieren wollt, dann gönnt euch eine NAS mit genügend Diskplatz und eine USV. Das kostet nicht die Welt. Defekte Disks heisst entweder Daten weg oder sehr (!) teure Rettungsaktionen bei Spezialfirmen. Da wären dann locker mal 10 NAS damit finanziert worden.

    Verwaltet die Bilder in einer vernünftigen Datenbank (Lightroom oder ähnlich) und lasst euch diese die Dateinamen vergeben (ich verwende immer Prefix_Datum_Zeit.Suffix). Das erleichtert die Zuordnung ungemein.


    Tapes sind ok, wenn es um riesige Datenmengen geht (xxxTB), aber das geht nur, wenn man ein strenges Prozedere einhält. Ausserdem: die *sind* teuer.

    Und bitte: vergesst die Cloud. Da habt ihr für gar nix keine Garantie.


    Ansonsten bin ich der Meinung, dass gelöschte "schlechte" Bilder gleichzusetzen sind mit verliehenen Büchern. Unersetzlich. Was also nicht klar Schrott ist, bleibt erhalten. Ich habe z.B. Bilder, die ich vor zwei Jahren aufgenommen hatte, kürzlich mit Siril neu bearbeitet. Da liegen Welten zwischen meinen ersten Versuchen und jetzt. Hätte ich die Rohdaten nicht mehr gehabt, wäre das nicht möglich gewesen.



    Herzliche Grüsse Robert

    Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein)

  • Hallo Zusammen


    Ich wollte hier eigentlich keine Backup Diskussion auslösen, sondern lediglich in Erfahrung bringen was andere alles speichern. Dass Rohdaten gespeichert bleiben, sollte wohl klar sein. Die zwischenerzeugnisse ist ein anderes Thema.


    Raid (egal welches) ist per se kein Backup sondern reine redundanz. Bei Ransomware, Blitzschlag oder Elementarschäden hilft kein Raid. Raid ist eine Massnahme bei einem Festplattenausfall die Dienstverfügbarkeit zu erhalten, keinesfalls aber Datensicherheit.

    Raid ersetzt keine gute Backupstrategie wie zum Beispiel die 3-2-1 Regel (mindestens drei Datenkopien, mindestens 2 Speichertypen, mindestens eine Offsite Kopie).


    CS, Seraphin

  • Hallo Robert,


    wenn ich das richtig verstanden habe, hängt das NAS ständig am Netz. Sollte es dann mal zu einem Blitzeinschlag kommen, wars das dann mit dem NAS... Wir hatten vor ca. 4 Jahren einen kräftigen

    Blitzeinschlag im Wohn- und Geschäftshaus. Mein PC war nicht am Netz. Aber die PC`s der im Haus angeschlossenen Bank, einer Versicherungsdirektion und einer Zeitungsredaktion waren alle im

    Eimer...


    Gruß Klaus

  • Hallo Klaus,


    ja, die NAS ist eben bei mir mehr als nur eine NAS. Es ist Mailserver, NAS und Medienserver, da macht es schon Sinn, dass sie im Dauerbetrieb ist.


    Wir haben einen reichlich guten Blitzschutz (und abgesehen davon geeignetere Opfer in der Umgebung für einen Direktreffer :evil: :(

    - die (Haus)Stromzuführung ist abgesichert, bis und mit Unterwerk alles im Boden.

    - die USV hat einen Überspannungsschutz

    - NAS, Switch und andere empfindliche Geräte hängen an der USV

    - Router (Fritzbox) und damit Telefon hängen an einer Steckerleiste mit Überspannungsschutz

    - die Telefonzuführung ist nach alter PTT-Norm für einen EMP Schlag dimensioniert :P


    Aber es ist richtig: ein Direkttreffer macht keine halben Sachen, da brauchst Du nur noch zusammenkehren. Ich habe selber schon gesehen, was ein Direkttreffer anrichten kann (Funkanlage, Stellwerk Bahn), das sieht eindrücklich aus.


    Zur Zeit ist NAS2 (was gefährlich ist) noch im gleichen Gebäude, die Idee ist aber, diese an einem anderen Ort zu platzieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass in beiden Fällen ein Blitz einschlägt oder ungebetene Gäste sich bedienen, ist dann wirklich zu vernachlässigen.


    Im Endeffekt ist das immer ein Abwägen von Risiken und Nebenwirkungen.


    Herzliche Grüsse Robert

    Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein)

  • Ein Qnap NAS mit 4X2TB als Raid5 . Das ist mein zweiter Qnap. Der läuft nun seit 7 Jahren ohne Mucken. Der erste lief fast 15 jähre , musste aber auf Grund von nicht mer verfügbaren HDD's , d.h. der Änderung von IDE auf SATA , zwangsweise , obwohl er nicht kaputt war , ausgemustert werden. Eine neue Platte habe ich immer als Reserve im Haus, falls mal was passiert.

    Ich Speicher meine Roh-Daten nach Datum , und , im Unterverzeichniss nach Objekt Nummer /Name .

    Mein Mini NUC an der Montierung ist übers Netz angebunden, so dass ich die Daten auf dem NAS ablegen kann, oder auch direkt von NINA aus auf dem NAS speichern kann. Nina erzeugt dann direkt automatisch das Verzeichnis mit dem entsprechenden Datum .

    Die fertigen Bilder oder auch Zwischen Ergebnisse liegen einmal bei den Roh Daten, für fertige Ergebnisse gibt es noch mal eine Tiff und Jpeg Kopie in einem gesonderten Ordner.

    Ach ja, einen Blitzschutz habe ich auch vor dem NAS

  • Hallo Achim


    Wie gesagt, Raid 5 ist keine Sicherung. Jedenfalls für meine Anforderungen völlig ungenügend. Egal ob Blitzschutz vor dem NAS oder nicht. Kurzschluss im Netzteil, Ransomeware, Feuer, Wasser, Diebstahl usw...


    RAID ist kein Backup, sondern Dienstverfügbarkeit. Hört bitte auf Raid als Backup lösung zu verkaufen und zu empfehlen.


    Häufigster Grund für Datenverlust ist unabsichtliches löschen. Wenn nicht zeitnah bemerkt, hilft ein Raid nicht.


    Nicht falsch verstehen: ich nutze auch zwei Nas, auch mit Raid, dagegen spricht überhaupt nichts, es ist einfach keine Datensicherheit ;)

    CS, Seraphin

  • Hallo


    ich stimme zu, dass RAID Systeme keine Backuplösung sind. Die Daten kann man halt bei Festplattenchrash wieder herstellen.

    Wenn man von Elementar- Schadenereignissen ausgeht ( Blitzschlag, Brand, Wasser) muss man die Daten auch örtlich getrennt

    aufbewahren / lassen.

    Welche Medien man dazu verwendet ist eigentlich dann von deren "Haltbarkeit" abhängig ( externen HD, SSD , DVD etc. ) , um diese

    später noch verlustfrei lesen zu können.

    Wie gesagt Rohdaten speichern , ggf. die besten Ergebnisse daraus, fertig is.


    CS Dieter

  • Hallo Robert,


    Blitzschutz ist alles schön und gut. Die Bank und alle die im Gebäudekomplex untergebracht waren, hatten alle den "perfekten" Blitzschutz. Hat aber leider nichts genützt. Das größere Übel war, dass wir

    4 Monate 5 Stockwerke hochlaufen mussten, weil die gesamte Steuerelektronik unseres Liftes ein schwarzer Klumpen war.


    VG Klaus

  • Hallo Klaus,


    ich glaube das sprengt nun langsam aber sicher das Thema.

    Ich habe gesagt, was ich sagen wollte: sichert eure Daten auf einem zuverlässigen System, das ihr sauber wartet.

    Wer ganz sicher sein will, speichert die Daten mehrfach und räumlich getrennt, dann ist ein direkter Blitztreffer, zumindestens für die Daten, kein Thema.


    So, ich habe fertig ;) .


    Herzliche Grüsse Robert

    Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein)

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