Welche Antireflexfarbe

  • Guten Abend,

    ich baue mir einen 8" Dobson mit Volltubus. Bin nicht sicher welchen Lack ich nehmen soll. Jeder größerer Händler hat seine eigene Farbe bzw. weis man nicht von wo die sind.

    Habt ihr da Erfahrungen. Vom Velour bin ich abgekommen, wegen der Beständigkeit.


    Mfg,Kurt

    PS: die Suche hat da nicht viel ergeben.

  • Hallo Kurt


    Eigentlich war es immer Tetenal Kameralack,

    Gibt es aber nur noch in Sprühdosen


    Gruß Frank

  • Moin Kurt,


    z.B. hier gibt es Lesestoff:

    Wie schwarz ist schwarz? - Test & Vergleich - Druckversion

    Schultafellack, Veloursfolie, oder...?
    Hallo liebe ATM´ler, mein neuer 6" Refraktor ist in der Endfertigung. (Werde auf jeden Fall einen Bericht darüber schreiben) Nun ist es so das ich bereits im…
    forum.astronomie.de


    Ich habe vor ca. 20 Jahren Velour in meinen ersten Newton geklebt (weißer Alu-Tubus - also nie heiß geworden). Das sieht für mich unverändert aus. Ich hätte da also keine Bedenken.


    CS

    Harold

  • Servus Kurt,


    es gibt kaum etwas besseres als schwarzes Velours, außer du nimmst das sehr teure Vanatblack


    Das Bild zeigt meinen 12"er, vorne noch die originale schwarze Lackierung von GSO, hinten zwei Bahnen TC-Fix Velours verklebt- noch Fragen? :alien:



    Gruß Stefan

  • Hallo Kurt,


    ich finde das Black 3.0 ganz gut. Nach zwei Schichten (die Farbe habe ich mit wenig (!) Wasser verdünnt) war er sehr finster. Hier mal ein Beispiel mit einem Stück Velours als Vergleich.


    Vantablack gibt es nicht als Farbe sondern nur als Beschichtung. Sie besteht ja aus Kohlenstoff Nanoröhrchen die auf dem Träger ‚wachsen‘ müssen.


    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo Kurt,


    einen 'Lack' der es sogar mit Velours aufzunehmen vermag soll Nextel Velvet Coating 811-21 sein, hier ist ein älterer Beitrag auch mit Fotos,


    Antireflex-Farbe , runter scrollen zum Beitrag #7, allerdings nicht ganz billig.


    beste Grüße


    Thomas

  • Hallo


    Bei der ganzen Testerei, muß man bedenken wie die Lichtstrahlen verlaufen, und ob sie überhaupt das Bildfeld treffen können.

    Relevant eigentlich nur sehr flach streifendes Licht unter 5grad,

    Deswegen ja gern Blenden,

    Fotografisch limitiert mir meist der OAZ die Ausleuchtung, dh. vom Bildfeld kann man nicht oder kaum am FS vorbeiblicken, ist bei visueller Auslegung aber die gegenüberliegende Tubus Wand auch ein Problem... Falls diese bei relativ schräg einfallendem Licht es schaft das Licht so umzuleiten das es senkrecht reflektiert.

    Es haben sich auch schon welche eine Irisblende in den OAZ gebaut.


    Perfekt wäre wenn Tubus innen ein Spiegel wäre, dann wäre klar das kein Lichtstrahl ankommen kann😁


    Ins Sichtfeld durch den OAZ könnte man Velours machen, zumindest aus dem Blickwinkel ist es super schwarz.

    Gruß Frank

    Edited once, last by FRANK21 ().

  • Hallo Kurt,


    ich habe lange überlegt, wie ich meinen Tubus schwärzen soll und mir hat dieser Vergleich sehr geholfen. Bin dann auch bei Velours hängen geblieben und kann keine abstehenden Ecken bisher entdecken. Auch ist der Spiegel weiterhin fusselfrei.


    Ich denke, dass an Velours fast nichts ran kommt in Bezug auf das Schlucken von Streulicht und in puncto Verarbeitung und Preis ist es m. E. unschlagbar.


    Auch habe ich den FS-Rand mit Velours abgeklebt und auch dort sind keine abstehenden Ecken zu sehen.


    Wünsche viel Spaß beim tunen :)


    Hier ist der Unterschied zwischen der original SW-Schwärzung und dem Velours, kurz bevor ich mit dem Schwärzen fertig war:



    Und der FS:



    Und das OAZ Rohr vorher / nachher:




    Grüße

    Markus

    Skywatcher FT 16" f4.4 :dizzy:

    ... immer für ein Tuningvorhaben zu begeistern

    Edited 2 times, last by Markus85 ().

  • Also ich hatte gerade die gleiche Frage für meinen Tubus. Ich habe die Farbe von noctutec ausprobiert - die in der Sprühdose (SL-94). Und ich muss sagen, ich war ziemlich beeindruckt. Nicht ganz so matt wie Velours, aber echt nahe dran (habe noch Veloursreste gehabt zum Vergleich). Spaßeshalber habe ich mal ein Stück schwarzes Schleifpapier lackiert, und das ist dann durch die Rauheit noch einen ticken matter als die Farbe selbst. Aber die Farbe finde ich schon ziemlich genial und der Claim, den noctutec macht, dass es das Ende der Fahnenstange sei was mit Farbe machbar ist, scheint mir plausibel. Speziell für die Fangspiegelspinne u. dgl. ist das recht effizient.


    Was ich aber gemerkt habe ist, dass es echt darauf ankommt wie Du die Farbe versprühst. Die besten Resultate erhielt ich, wenn ich fast gar keine Farbe aufgetragen hatte, also nur wirklich wenig Sprühnebel auf den Tubus niederschlagen lies. Wenn ich es stärker deckend lackiert habe, dann ist auch die Reflektivität etwas hochgegangen. Fairerweise wird man darauf aber beim Kauf auch hingewiesen ;)

  • Hallo Dtephan


    Na ja du kannst auch hochglänzenden Lack nehmen, mit viel Abstand sprühen das es schon als a getrocknete Krümel ankommt und hast matten Lack.

    Sowie der Lack eine Verlauffähige Schicht hat wird es glänzender.

    Dann müsste man mehrere Schichten sprühen, könnte auch preiswertere Lack drunter solange es sich verträgt.


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,

    prinzipiell richtig. Aber auch der deckend gesprühte war schon echt matt! Nur der locker gesprühte war halt noch matter... das wollte ich zum Ausdruck bringen. Und für mich überraschend war, wie wirklich wenig Sprühnebel den besten Effekt gezeigt hatte.

    Gruß

    Stephan

  • Zum Thema schwarze Farben gibt es viele und auch kontroverse Meinungen und hier im Forum gab es auch schon hitzige Diskussion, gerade auch um die Noctutc Farbe.


    Ich möchte zwei Aspekte herausheben:


    1. Macht die 'Farbe' beim Blick durch das Okular oder auf dem Foto einen signifikanten Unteschied? Wie wichig ist es dass die Farbe extrem schwarz ist?


    2. Was soll geschwärzt werden, unter welchem Winkel blickt das Auge oder der Sensor auf diese Fläche?


    Zum ersten Punkt, dich denke die Rolle der Farbe wird häufig überschätzt, ich kann natürlich falsch liegen, und würde dann gerne aus Gegenbeispielen lernen.


    Zweitens, der Einfallswinkel spielt meist eine sehr große Rolle, denn 'Farben' die bei 90 Grad besonders schwarz sind, werden bei streifenden Einfall deutlilch heller. Die Noctutec SL-94 ist so ein Fall, und für streifenden Einfall wie z.B. in einem Okularauszug oder einen langen dünnen Tubus nicht optimal, es gabe hier sogar mal einen Thread dazu, ich denke der wurde dann weil er aus dem Ruder lief gelöscht. Für streifenden Einfalls kommte es kommt auf die Porösitat und Mikrorauhigkeit der Farbe an, denn nicht nur die Reflexion sondern die Streuung soll minimal sein. Wer weitere Infos zu dem Thema sucht, mal nach Andreas-TAl und schwarzer Farbe suchen, der hat Vergleiche ( auch Velour, Black 2.0...) bei verschiedenen Winkeln gemacht, nach dem was ich erinnere ist Black 3.0 auf jeden Fall eine sehr gute Wahl, gerade bei kleinen Winkel, ebenso wie die nicht mehr lieferbares Astro-Berlger Farbe


    beste Grüße


    Thomas

  • Speziell für die Fangspiegelspinne u. dgl. ist das recht effizient.

    Hi Stephan,


    die Farbe von Noctutec (glatt auf rau) hatte ich auch schon im Warenkorb liegen, wollte sie für die Spinne verwenden, da ich hoffte, dass sie weniger dick aufträgt, als die DC-Fix Folie.


    Hast du eine Möglichkeit mit einer Schiebelehre nach zu messen, wie dick die beiden Schichten (glatt auf rau) auftragen?


    Würde mich interessieren.


    Grüße

    Markus

    Skywatcher FT 16" f4.4 :dizzy:

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    Edited once, last by Markus85 ().

  • Hallo Markus,

    leider nein, ich habe die Farbe nur in der "glatten" Version aus der Sprühdose verwendet. Aber das war wirklich dünn - geschätzt wenige Hundertstel mm also nicht wirklich messbar.

    Aber auch ich glaube, dass die Rolle der Schwärzung im Tubus häufig überschätzt wird. Schließlich muss ein Reflex von der Tubuswand irgendwie den Weg ins Okular bzw. die Kamera finden. Gerade beim Newton geht das nur über mehrfache Reflektion bei der jeweils wieder sehr viel Energie geschluckt wird.

    Wichtiger erscheint mir die Schwärzung im Bereich des Fangspiegels und der Spinne sowie der Tubuswand gegenüber des OAZ, da hier mit einmaliger Reflektion bereits Licht ins Okular kommen kann.

    Ich habe die Antireflexfarbe für die Fangspiegelspinne genommen und auch den Fangspiegel selbst damit geschwärzt. Da die Farbdose dann noch ziemlich voll war, habe ich auch den Tubus geschwärzt (schadet ja nicht :)). Vielleicht nutze ich Velours noch punktuell an besonders kritischen Stellen (z.B. auf der Oberseite des Fangspiegels), aber das muss ich erst mal ausprobieren. Mit dem Auge am OAZ (oder Guidecam+Weitwinkelobjektiv) und einer Taschenlampe vorne aus verschiedenen Winkeln reingeleuchtet findet man schnell die kritischen Stellen...

    Schöne Grüße

    Stephan

  • Hi Stephan,


    schade, aber danke trotzdem. Ja, da hast du recht, alles was durch den OAZ gesehen werden kann sind die wichtigsten Stellen.


    Mir gefällt die Bastelei am Teleskop - mein Hobby im Hobby ^^


    Grüße

    Markus

    Skywatcher FT 16" f4.4 :dizzy:

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  • Servus Stephan,

    Aber auch ich glaube, dass die Rolle der Schwärzung im Tubus häufig überschätzt wird. Schließlich muss ein Reflex von der Tubuswand irgendwie den Weg ins Okular bzw. die Kamera finden. Gerade beim Newton geht das nur über mehrfache Reflektion bei der jeweils wieder sehr viel Energie geschluckt wird.

    Nö, eine gute Schwärzung bzw. lichtschluckendes Velours wirkt sich schon deutlich aus. Bevor ich meinen 12"er mit Velours ausgekleidet habe, hatte ich bei Beobachtungen den störenden Effekt von Streiflicht deutlich bemerkt. Wollte den Mond beobachten, richtete den Tubus grob aus und mit Blick durchs Okular gar auf den Mondrand ausrichten. Aber- noch ein gutes Stück vor Sichtbarkeit des Mondes wurde es im Okular deutlich heller. Und je näher zum Mond ausgerichtet steigerte sich diese Helligkeit. Blick von vorne in den Tubus- der wurde innen durch das einfallende Mondlicht bis nahe zum HS "beleuchtet".


    Nach dem Auskleiden sehe ich selbst bei Vollmond ganz knapp neben dem Mond ausgerichtet diese Aufhellung nicht mehr. Himmel ist dunkel und einen kleinen Ruck weiter wird der Mondrand sichtbar. Das leicht schräg einfallende und vorher damit störende Streiflicht erreicht den HS nicht mehr.

    Wichtiger erscheint mir die Schwärzung im Bereich des Fangspiegels und der Spinne sowie der Tubuswand gegenüber des OAZ, da hier mit einmaliger Reflektion bereits Licht ins Okular kommen kann.

    Von der Spinne aus reflektiertes Licht wird kaum insOkular kommen, der Einfallswinkel ist da nicht flach genug wie bei Streiflicht im Tubusinneren. Einzig der FS wäre direkt sichtbar, sollte also seitlich geschwärzt sein. Und wenn du den Tubus mit Velours auskleidest, ist das Problem gegenüber dem OAZ auch mit erledigt.


    Gruß Stefan

  • Hallo Stefan,

    Du hast für Deine Anwendung durchaus recht. Ich war unpräzise. Für meine Anwendung (deep sky) bin ich nicht bei Mondlicht unterwegs und mich stören eher seitliche Lichter wie Straßenlaternen, Autoscheinwerfer etc. Diese kommen wunderbar über die Fangspinne ins Okular. Was von vorne reinkommt ist eher schwach (Sterne) und macht keinen mess- oder sichtbaren Streulichtanteil aus.

    Im übrigen darf natürlich jeder seinen Tubus schwärzen wie er will. Ich habe meinen ja auch schwarz gemacht - wie gesagt, schaden tuts nie.

    Gruß

    Stephan

  • Hallo Stephan,


    spätestens wenn Du den Pferdekopfnebel beobachten willst und Alnitak trotz H-Betafilter Dein Gesichtsfeld sichtbar aufhellt, obwohl er selbst jenseits der Okularblende steht, wirst Du sehen, dass Streulichtunterdrückung auch bei der Deepskybeobachtung eine Rolle spielt.


    Aber es stimmt schon, gegenüber des OAZ ist die effektive Schwärzung am wichtigsten. Aber wenn Du da eh schon mit Velours arbeitest, kannst Du auch gleich den ganzen Tubus damit auskleiden und hast dann definitiv Ruhe. :thumbup:


    Bis dann:

    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 80/560 ED, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo,

    habt ihr Erfahrungen mit dem Lackieren der Antireflex Farbe in einem 25 cm Tubus, oder geht das nicht mehr. Bei einem Krüpax Tubus sollte man da einen Grund aufbringen bevor man das Velours einklebt. Oder ist das egal.

    Ich tendiere zu Velours da es doch am günstigsten ist.


    Mfg,Kurt

  • Hi Kurt,


    ich habe bei meinem nix grundiert. Vorher mit einem Fensterreiniger fettfrei gemacht und danach einfach geklebt.


    Grüße

    Markus


    ??? Was ist Krüpax ???

    Skywatcher FT 16" f4.4 :dizzy:

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  • Vermutlich gast des Phenolharz aus,

    Wenn man den Tubus außen lackiert wird es nach innen scimmer


    Gruß Frank

  • Hi Kurt,


    zuerst: Ich hatte noch nie einen Hartpapiertubus in der Hand, weshalb das hier kein Tip, sondern nur eine Anregung zur Diskussion sein soll.


    Ich würde zuerst einen Teststreifen Velours kopfüber verkleben und ihn mal nach einer Woche überprüfen, ob er noch gut klebt. Ich kann mir vorstellen, dass Velours auch auf der Hartpapierrolle gut klebt. Falls es nicht klebt, könnte ich mir eine "Grundierung" mit solch einem Klebeband vorstellen. Das Klebeband klebt auf allen Materialien, die mir bisher unter gekommen sind. Habe damit schon eine Gummimatte auf Styrodur geklebt (doppelseitiges Klebeband nochmal dazwischen) oder auch auf der Baustelle einen Pack Elektrorohre auf der blanken Ziegelwand fixiert. Das Velours (DC-Fix Folie) hält dann 100%ig auf dem Klebeband.


    Bevor mich jetzt jemand gleich in der Luft zerfetzt, nochmal, das ist nur eine Anregung zur Diskussion.


    Grüße

    Markus

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