• Hallo DSO Freunde und Freundinnen,


    Ich habe heute in der Früh zwischen 5 und 7 Uhr morgens nach dem sich der Fast-Vollmond "schlafen gelegt" hat mich mit meinem EAA-Setup Skywatcher 130PDS | f/5 | 650 mm an M95 und M96 versucht. Dabei habe ich die 1,5x APM Barlow mit Koma Korrektor eingesetzt und damit also f/7,5 und 975 mm Brennweite. Eigentlich wollte ich nur M95, da aber die neueste Version von Sharpcap jetzt auch eine "Annotation" Ansicht bietet und ich dies ausprobiert habe, wurde mir links unten am Sensor zusätzlich die Annotation-Randlinie einer weiteren Galaxie angezeigt und hat mich mit der Nase drauf gestoßen, dass man hier quasi als Beifang noch M96 mit bekommen könnte. Darum habe ich dann die Position so eingestellt, dass ich beide mehr oder weniger gut drauf hatte.



    Während der Beobachtungszeit ist mir schon aufgefallen, das M96 (links unten) furchtbar ausgefressen und deutlich kleiner als M95 (rechts oben) visuell da steht. Da in Stellarium die "Bildchen" in der Sensoransicht ganz ähnliches anzeigen, also M95 deutlich viel größer als M96, dachte ich mir, passt schon.


    Heute Mittag bei Nachkontrolle mit Stellarium ist mir erst aufgefallen, dass Stellarium die Größe für M95 mit ca. 3'x3' und Helligkeit 9,73 angibt und für M96 8'x5' und 9,25 Helligkeit. Also gerade andersherum wie die Bildchen. Da ist M95 deutlich größer, vielleicht auch heller als M96. Ist schon klar sind nur Bildchen. Offensichtlich stimmen aber auch die Größenangaben für M95 nicht, denn wenn man www-mäßig weiter sucht, werden M95 und M96 je nach Quelle mehr oder weniger gleich groß mit ca. gerundet ~ 7' x ~ 5' angegeben.


    Für die obige Aufnahme mit gut 60 Minuten sind 225 Einzelframes mit 16' Sekunden zusammengekommen.


    Jetzt meine Frage. Denkt Ihr dass der Helligkeitsunterschied zwischen M95 und M96 von 9,73 zu 9,25 sich so drastisch auswirkt und da ich meine Einstellung auf die weniger lichtstarke M95 hingetrimmt habe, dass dadurch M96 quasi ausgebrannt ist? Weiter aber M96 in den Ausläufern sehr lichtarm ist und dadurch die zumindest gleich große M96 deutlich kleiner erscheint? Oder alles doch ein reines Belichtungsproblem?


    Eigentlich hätte ich jetzt im Nachhinein für beide Galaxien mehr oder weniger eine gleichgroße Fläche, Helligkeit und Belichtungswerte erwartet. In anderen Aufnahmen, die natürlich mit anderer Technik gemacht wurden wie z.B. von tommy nawratil hier im Astrotreff würde ich das wie ich es jetzt erwarte auch visuell wiederfinden.


    Wenn jemand Ideen oder Anregungen hat, was ich mit meinen EAA Setup machen könnte um in einem weiteren Versuch M95 und M96 gemeinsam abzulichten, freue ich mich auf Euer Feedback. In jeden Fall mache ich es das nächste Mal ohne die Barlow, dann sitzen die zwei schon mal nicht so weit Außen.


    Grüße und klare Nächte wünscht - MünchenBeiNacht - Ewald

  • Servus Ewald,


    was die Größe angeht, ist die Antwort deiner Frage recht einfach. Schau dir einfach eine lang belichtete Aufnahme von beiden an, wie z. B. die hier: https://www.lexpics.de/astrofo…/messier-katalog/m95-m96/


    Du siehst dort, dass beide ungefähr gleich groß sind bzw. dass M 96 ein bisserl größer ist. Bei M 96 sind nur die äußeren Bereiche deutlich lichtschwächer, dafür der zentrale Bereich kompekter und heller. Bei M 95 sind die Spiralarme deutlich und eben heller als die schwachen, diffusen Außenbereiche von M 96.


    Was die Helligkeiten angeht, kenne ich M 96 auch als heller als M 95. Und zwar M 95 mit 9m8 und M 96 mit 9m3. Hierbei wird aber die Gesamthelligkeit aller Bereiche aufaddiert. Da bei M 96 diese vor allem im Kernbereich zu finden ist, erscheint M 96 auch im Teleskop heller, während die helligkeit bei M 95 auf etwas größere Fläche verteilt ist. Visuell erscheint deshalb M 95 größer und lichtschwächer. Lichtschwächer ist sie eh, aber visuell müsste man die ganzehn schwachen Außenbereiche weglassen und nur die Helligkeiten der Kernbereiche verwenden.


    Wir hatten da mal einen schönen Vergleich (ich glaube, von BenM) - wie viele Einwohner hat Paris? Nimmt man die 2 Millionen des Kernbereichs oder die gesamten 12 Millionen der Metropolflöche oder einen Kompromiss?


    Oder nimm M 74 – die ist mit 9m1 heller als M 95. Die Flächenhelligkeit liegt aber nur bei 13,9 mag/arcmin, während die von M 95 bei 13,6 mag/arcmin liegt. M 95 ist weniger hell als M 74, aber leichter zu sehen. Die Flächenhelligkeit vom M 96 ist mit 13,2 mag/arcmin noch höher. Die visuelle Helligkeit ist daher meines Erachtens nicht so entscheidend. Wichtig wäre hier, zu vergleichen, welche Flächenhelligkeiten die Kernregionen von M 95 und M 96 haben. M 96 wird ja wie gesagt mit 13,2 mag/arcmin angegeben, aber die Außenbereiche sind lichtschwach und diffus. Nimmt man die mit rein, ist die Flächenhelligkeit insgesamt, also im Schnitt, niedrig. Man kann daraus schließen, dass die Flächenhelligkeit der Kernregion noch deutlich größer ist. Deshalb erscheint dann der kleinere Kernbereich deutlich heller als M 95. Da M 96 insgesamt auch heller ist, ist das ja klar. Interessant ist daher der Vergleich mit M 74. ich finde die im Teleskop schwieriger als M 96, obwohl die einen Tick heller ist. Wie gesagt, auf größere Fläche verteilt.


    Auf deinem Foto kann man auch "schön" sehen, dass die kernregion von M 96 bereits ausgebrannt ist, während M 95 strukturreich erscheint. Eben andere Flächenhelligkeit der Kernregion. Die Außenbereiche von M 96 sind auf deinem Foto aber noch gar nicht erkennbar.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Meine Ausrüstung

    Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624

    Montierung: iOptron CEM40G

    Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert)

    Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

    wenn gepäckarm mobil: Omegon Mini Track LX3 (für Kamera plus Objektiv)

  • Hallo Ewald,

    Jetzt meine Frage. Denkt Ihr dass der Helligkeitsunterschied zwischen M95 und M96 von 9,73 zu 9,25 sich so drastisch auswirkt

    auf gar keinen Fall... der Helligkeitsunterschied ist allenfalls marginal. Ich würde auf jeden Fall die Barlow herausnehmen, dann sind die Aufnahmen schneller durchbelichtet.


    P.S. ich habe gerade gesehen, SuW 02/2022 ist draussen. Ich habe dort einen Artikel eingestellt, der in Richtung EAA und SharpCap geht... Du verwendest doch SharpCap, da kannst du vielleicht

    hinsichtlich der Settings etwas ableiten,


    Astronomie und Praxis: Astrofotografie: SharpCap 4.0: Der heimliche Astrofotograf
    Mit dem »SharpCap Sequencer«, einem Element der umfangreichen Steuerungssoftware SharpCap 4.0, lassen sich Astrofotos gänzlich automatisiert aufnehmen.
    www.spektrum.de


    CS

    Peter

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