Erstlingswerk 8" f8 Newtonspiegel

  • Hallo Kurt,


    das ist eine tolle Aufnahme.

    die Beiträge v.a. von Frank und Stathis sagen wirklich alles.


    Ich verstehe jedoch, Deine Frage und damit Problematik - ist das aktuelle Korn durchgeschliffen? Z.B. schleift Norbert gerade einen 8 Zoll Rohling auf ca. F5. Dieser ist bei K320 angelangt und wir beide stellen uns die gleiche Fragen wie Du:

    • ist die Sphäre erreicht?
    • welche Pits sind von welchem Korn?

    Dein Foto zeigt nach Schleifen mit K320 ein scheinbar großes Pit, die folgende Ursachen haben könnte:

    • Pit stammt vom vorherigen Korn K180. Das Korn erzeugt nicht nur kleine Löcher, sondern kann auch größere Glasstücke - größer als das Korn selber - herausreißen.
    • Pit stammt vom aktuellen Korn K320. Das scheinbar große Loch wurde von diesem Korn erzeugt.

    Wenn Du jetzt dann mit 25μ anfängst, muss dieses Loch verschwinden, die Fragestellung kommt jedoch mit jeder neuen Korngröße immer wieder gleich auf - es ist auch nicht einfach sich die Vergleichsgrößen der aufgerissen Löcher zu merken. Außerdem sind Löcher im Glas von sich aus furchtbar <X und man will eben das vermeiden. Diese immer wieder kehrende Fragerei endet übrigens erst nach der Politur ;)


    Norbert will hat sich seine Pits angeschaut - schleift vielleicht noch einmal ein wenig mit Karbo 320 oder auch nicht. Das nächste Korn 25μ muss es notfalls richten - was es auch tun wird.


    Bin schon sehr gespannt, wie es bei Dir weiter geht.


    Gerade mit dem Öffnungsverhältnis, kleinem Fangspiegel und damit hohem Kontrast wird das ein richtig scharfes Gerät.....


    viel Erfolg weiterhin!


    René

  • Guten Morgen, Frank, Stathis, Rene'


    ich mache mit 25µ weiter. Ein Marmeladeglas , 2cm Wasser , und einen halben Teelöffel 25my. Ist das die richtige Mischung? Was mir

    nicht eingeht ist, ich mache seit dem K80 Drittelstriche, MOT und TOT im Wechsel und beim K80 bin ich 2 zehntel Millimeter über die

    Pfeiltiefe gegangen weil er mir beim ersten mal zu lang wurde.

    Je länger ich schleife desto länger wird die Brennweite. Wie gibt es das? Aber zum Glück bin ich jetzt bei 1,6m. Da tut sich hoffentlich

    nicht mehr viel.


    Schönen Sonntag, Mfg, Kurt

  • Hallo Kurt,


    bin eben über den Thread gestolpert, wünsche viel Erfolg bei deinem Erstlingswerk. Mein eigener erster Spiegel war ein 8 Zoll f/8 :)
    Ich kann dein hoffen und bangen sehr gut nachvollziehen. Damals (ist über 20 Jahre her) hatte ich ein Spiegelschleiftagebuch geführt,

    das ich mal verlinke, vielleicht interessiert es ja.


    Tagebuch 8 Zoll f/8


    Im laufe der Jahre hat sich einiges geändert, man arbeitet mit deutlich weniger Körungungen (so viele Zwischenschritte braucht es einfach nicht), auch gibt es ja nun auch Mikrogrit für die feineren Körnungen. Doch das Grundprinzip und die Physik gilt immer noch ;)


    Viele Grüße


    Achim

  • Hallo Achim,


    Glückwunsch das er so gut geworden ist. Bei der Pechhaut steht mir dann ja noch was bevor.... Auf jeden Fall warst du sehr schnell.

    Vielleicht kannst du vom ersten Sternlicht berichten. Hast du vor dem verspiegeln am Stern getestet.


    Mfg,Kurt

  • Ein Marmeladeglas , 2cm Wasser , und einen halben Teelöffel 25my.

    Das halte ich für zu dünnflüssig und würde viel weniger Wasser nehmen.


    Ich persönlich mache es sogar so, dass ich eine kleine Prise Schleifmittel trocken aufstreue und dann schrittweise so viel Wasser dazu spritze, bis es gerade eben einen nassen Schleifbrei ergibt. So arbeitet das Korn effektiv und es sabbert kaum etwas am Rand herunter. Nach ein paar Durchgängen hat man es raus, wie viel Wasser es braucht.

    Siehe Video 60 cm mit K320:

    https://www.stathis-firstlight.de/atm/60cm_f3.3/pics/grinding_k320.mp4


    Andere mischen es so wie du in Wasser an, dann aber wie richtig dickflüssige Kaffeesahne, nicht wie dünne Magermilch. Einzelne Wasserspritzer dazu träufeln geht immer. Umgekerht trockener machen ist schwierig.

    Siehe Video 60 cm mit 25 my:

    https://www.stathis-firstlight.de/atm/60cm_f3.3/pics/grinding_25my.mp4


    Du musst natürlich für einen 20 cm Spiegel nur ca. 1/10 der Mengen nehmen.


    Nach ein paar Durchgängen mit 25 my das größte Pit am Rand markieren und von Zeit zu Zeit beobachten, wie es kleiner wird. Dann sieht man, welche Pits vom K320 übrig sind und wo die Reise hingehen muss. Nicht erst nach 1 Stunde schleifen nachschauen und dann nicht mehr wissen, ob die Pits noch vom K320 oder schon vom 25my sind.

    was wenn das K320 kontaminiert ist? alternativ K400 bestellen?

    Das Schleifmittel stammt von mir und ich achte immer peinlich darauf, dass mir keine Querkontamination reinkommt. Zum Versand verpacke ich kontaminationsfrei in doppelte Tüten. K400 liegt sehr nahe am K320. Da würde man kaum einen Unterschied sehen? Kurt kann doch gleich auf 25 my, dann sieht er den Unterschied sofort.


    Bei 50% der Zeit MOT und 50% der Zeit TOT muss der Krümmungsradius gleich bleiben. Wenn er länger wird, drückst du bei TOT vielleicht etwas mehr an den Rand als bei MOT? Oder du nimmst zu viel Wasser, was bei MOT schnell raussuppt, bei TOT aber länger auf dem hohlen Spiegel bleibt?


    Ist aber egal, du kannst ja einfach mit 75% MOT und 25% TOT gegensteuern. Wichtig ist nur, dass spätestens jetzt die Sphäre erreicht ist. Das Filzstift Kreuz muss annähernd gleichmäßig verschwinden!! Der Widerstand bei rüberfahren muss gleich sein, kein festsaugen beim über die Mitte fahren mehr erlaubt.

  • Hallo


    hatte selber mal eine merkwürdige Charge K240, war nicht von dir, das Zeug ist auch nic ganz homogen von der Korngröße,

    man kann es sich auch selbst verunreinigen, da nehme ich dann das nächste verfügbare.


    aber ein 16µm tiefes Pit geht wohl mit 25µm Korn weg


    Gruß Frank

  • Hi Kurt, ich hatte ohne Startest beschichten lassen. Der ist m.E. auch bei dem Öffnungsverhältnis kaum nötig. Die Parabel ist ja sehr flach, wenn die Sphäre gut war (das kann man bei Foucaut-Test ganz genau erkennen) und die Zonenradien in etwa passen ist es ein Plantenkiller.


    Ich wünsche viel Erfolg


    Achim

  • Hallo,


    ich habe mir jetzt mit 9µ einen Haufen Kratzer eingefangen, wahrscheinlich muß ich es dünner anrühren. Bei 15µ war alles perfekt.

    Hatte erst beim 3µ damit gerechnet. Soll ich wieder zu 15µ zurück?


    Mfg,Kurt

  • Hallo Kurt,


    bei 15µ war alles perfekt. Dann würde ich noch 9µ etwas schleifen und die Kratzer beobachten. Zurück zum größerem Korn eher nicht.

    Die Kratzer dürften schon verschwinden.

    Ganz zum Ende hin hatte ich immer ein paar Kratzer. Damit war's definitiv mein Spiegel. Der Einfluss der Kratzer auf die Gesamtoberfläche ist eher gering, auf's Schleif-Ego groß ;)


    Viele Grüße

    René

  • Hallo Hast du dir mal den Spiegelrand im Mikroskop angesehen, wenn die Phase von zu groben Korn ist stehen dort schöne gruselige Ecken hoch, dann einfach mit aktuellem Korn glätten, nachziehen.

    Sonst wüsste ich nicht wo mal sich Kratzer herholt, Arbeitsplatz nach mit Fremdkorn belastet?

    Kratzer? Ja wie bei den Pits, Tiefe mit Schleifkorngröße vergleichen, nach paar Chargen nochmal dann kann man abschätzen wie lange man noch braucht.


    Gruß Frank

  • Schönen Ostersonntag,


    ich bin mit 3µ durch und keine Kratzer, das ist schon mal gut. Kann ich jetzt vor dem Polieren die Sphäre mit Foucault testen?

    Ich hab,s probiert, bring nix zusammen.


    Mfg,Kurt

  • Moin Kurt,


    für den Foucault-Test braucht man eine spiegelnde Oberfläche. 3µ ist da noch zu grob.


    Bei den feinen Körnungen hatte ich bei meinem Spiegel vor Jahren mit einem weichen Bleistift Linien aufgemalt, und die beim Schleifen beobachtet, Als so was wie der "Edding-Test" für den Fein(s)t-Schliff. Wenn die Linien gleichmäßig verblassen/verschwinden, ist da imho wenig Spielraum für Abweichungen von der Sphäre.


    Ansonsten kann man versuchen, die Spiegelfläche temporär spiegelnd zu bekommen. Wasser wird zu schnell ablaufen/trocknen. Öl könnte u.U. gehen (meine ich früher mal gelesen zu haben). Ich habe das nie gemacht, weil mir die Sauerei bzw. der Aufwand, das wieder sauber zu bekommen zu groß war. Was ich bei den gröberen Körnungen gerne gemacht habe, um die Brennweite zu kontrollieren, war einen Klebestreifen ("Tesa") quer über den Spiegel zu kleben. So konnte ich in aller Ruhe den Taschenlampen-Test machen, was ja im Prinzip Foucault in grob/primitiv ist . Ob die Oberfläche dabei genau genug abgebildet wird, um wirklich Gewissheit über die Form zu bekommen, weiß ich aber nicht.

    In jedem Fall würde ich, falls du es versuchst, den Spiegel anschließend sehr gründlich mit Reinigungsbenzin abreiben. Nicht dass sich in kleinsten Klebstoff-Rückständen Schleifkörner sammeln und da dann u,U, Kratzer machen.


    CS

    Harold

  • Hallo Kurt

    Lass das mit dem Foucaultest...

    kostet nur Zeit.

    Wenn du bis hierher "normal" geschliffen hast bist du sicher nicht weit weg von der Sphäre.

    Klarheit bekommst du wenn du polierst .

    Also..Pechtool anfertigen und ab geht's.

    Das was Frank geschrieben hat würde ich auf jeden Fall vorm Polieren machen....

    Also gutes Gelingen.

    MfG

    Andreas

  • Hallo


    Wenn das Schleifen schön fluffing ging ist spährisch,

    Hätte geblockt oder das Tool geht fest wenn die Sphäre nicht stimmt.

    Das. Siehst du sehr schnell ob der Glanz gleich mäßig kommt.

    Eigentlich MoT und tot so wechseln wie beim Schleifen, kein Druck, das läuft etwas leer bis der Wasserfilm dünn genug ist dann gibt es ein leises Zischen. Wenn der Rand zurück bleibt bisschen mehr tot probieren, dann sollte man da bald auch was sehen.


    Gruß Frank

  • Hallo,


    nach 5 Stunden polieren schaut das erste Foucault-Foto so aus.



    leider bekomme ich es nicht besser hin. Das ist exakt im RoC aufgenommen.


    Mfg,Kurt


    Edit: Wo kann ich die Coudermaske berechnen und gleich ausdrucken, habe da nichts gefunden.

  • Hallo


    Hast du dir ein Loch gegraben und schon mal den Daumen am Rand benutzt?

    Sorry so sieht es eben aus😖

    Die Schneide ist links oder rechts?

    Tool gleich groß wie Spiegel?

    Strichführung?

    Normalerweise ist der Spiegel im schön spährisch und man verdirbt die Form beim polieren, aber nach 5h?

    Warst du zu schnell? , Poliermittel zu dick? Zuviel Druck?


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,

    die Schneide kommt von rechts. Ja, das Tool ist gleich groß. Strichführung ist wie beim Feinschliff. Mache aber 70% Tot, das der Rand schneller

    auspoliert.

    Ich führe das Tool oder den Spiegel nur seitlich ohne Druck.


    Mfg,Kurt

  • Hallo


    Schneide recht bedeutet Licht kommt von links

    Also wirklich Loch in der Mitte und Graben vor dem Rand.

    Vermutlich durch zu kurze Striche Zonen verstärkt.

    Kalt auf Form pressen und mit der Mitte über die hochstehende 50-60%,

    Wenn du einmal rum bist wieder kalt pressen um die Form wieder zu holen, im Prinzip den so entstehenden Berg in der Pechhaut immer über das Hochstehende.

    Alternativ W Striche.



    Gruß Frank

  • Hallo Kurt,


    gratuliere zu Deinem ersten Foucaul-Bild.

    Der Rand ist vermutlich noch nicht auspoliert. Da dies Dein erstes Bild ist, würde ich an Deiner Stelle eine Stunde exakt das Gleiche wie bisher bei der Politur machen. Im Foucault kannst Du dann die Veränderung sehen. Ich denke, es könnte besser werden. Erst mit diesem Vergleich würde ich dann meine Poliermethode variieren und mit Foucault überprüfen.

    Wichtig ist herauszufinden, welche Bewegung welches Ergebnis erzielt.


    Bei der Aufnahme kannst Du die Belichtung kürzer wählen, dann wird's weniger hell.


    Ich merke mir folgendes:

    • Schneide von rechts
    • Schatten rechts - dann ist der Spiegelbereich vom Krümmungsradius so, dass der Brennpunkt vor dem ROC liegt
    • Schatten links - wie zuvor, nur genau anders herum
    • alles grau - genau im ROC
    • jetzt kannst Du Dir überlehen, wie sieht der Spiegel bzgl. Krümmung aus?


    Hier ist der Rand so, dass in diesem Bereich der Brennpunkt der Strahlen vor dem ROC liegt. Somit hat er eine größere Krümmung als erforderlich.

    Aber wie gesagt, mach eine Stunde noch einmal das gleiche und teste.


    Bin schon auf weitere Berichte von Dir gespannt. Weiter so!!!


    viele Grüße

    René

  • Hallo Frank, hallo Kurt,


    ich gestehe, der Foucault-Test mit der Interpretation ist für mich schon immer eine Herausforderung gewesen!! Deswegen bin ich immer mit dem Bath-Interferometer unterwegs.


    Kurt753

    ich habe noch einmal schnell in meinen Unterlagen nachgesehen und diese hier hochgeladen. Diese sind nur so hingemalt, aber vielleicht helfen sie Dir.





    viele Grüße

    René

  • Hallo Frank,


    welche Form meinst du?


    Mfg,Kurt

    Die Form des Spiegels, das Loch in der Mitte macht einen Berg in der Mitte der Pechhaut, Mit dem Berg den hochstehende Bereich am Spiegel weg arbeiten.

    Der Berg auf der Pechhaut ist flächenmäßig klein gegenüber der Fläche des Walls bei 60%, du musst die Form oft neu holen.

    2. PUNKT, es steht ja immer was über den Spiegel über beim Strich, dort wo während des Striches am längsten Kontakt da wird am meisten abgetragen.


    Gruß Frank

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