Erstlingswerk 8" f8 Newtonspiegel

  • Hallo,

    ich schleife mir meinen ersten Spiegel. Die Pfeiltiefe ist 1,57 mm. Ich möchte die Brennweite von 1586 mm ziemlich genau treffen. Der Film von Woddymovie

    auf YouTube "Teleskopspiegel schleifen in Handarbeit" beschreibt bei 3:27 das genaue vorgehen.

    Mich würde interessieren ob das die meisten Spiegelschleifer so handhaben.


    Mfg,Kurt

  • Hallo Kurt,


    da Dir noch keiner geantwortet hat. Das Video finde ich durchaus i.O., um einen ersten Eindruck zu bekommen. Ganz Schluss wird ja dort auf Stathis

    verwiesen. Bei Ihm kannst Du Dir auch ein Lehrvideo/DVD für kleines Geld bestellen. Das würde ich Dir zusätzlich ans Herz legen und des weiteren hier fleißig im Forum lesen und stöbern, gern auch im Archiv des Forums. So habe ich es gemacht und bei Bedarf gern nachfragen oder einfach zeigen, wo Du gerade stehst bei Problemen.


    Frohes Schaffen, viel Erfolg!


    Schöne Grüße

    Gerhard

  • Hallo Gerhard,

    Danke für deine Antwort, ich habe jetzt eine Pfeiltiefe von 1mm. Beim Test mit der Taschenlampe bringe ich ca. 3,75m Krümmungsradius zusammen. Passen die Werte zusammen?


    Mfg,Kurt

  • Hallo Kurt,


    mit 1mm Pfeiltiefe ist es ein f 12,8 Spiegel. Superlanger Spargel. Da fehlt noch ein Stück. 1,6mm brauchst Du.


    Schöne Grüsse

    Gerhard

  • Hallo Kurt,


    Bei 200 mm Spiegeldurchmesser ist das recht einfach:


    Pfeiltiefe in mm = 5 geteilt durch Spiegelradius in Metern.


    Deine Messungen passen daher nicht zusammen, zu 1mm Pfeilhöhe gehört ein Radius von 5m. Da musst Du Dich für eine der Messmethoden entscheiden :) - oder besser den Fehler finden.


    Viele Grüße, Holger

  • Hallo,

    mir ist leider das K80 ausgegangen, habe aber noch nicht die perfekte Spähre. Geht das dann mit dem K180 auch, mit 1/3 Striche und TOT. Brennweite paßt mit 1,6m

    Viele Grüße und ein gutes und erfogreiches 2022 wünscht Euch,

    Kurt

  • Hallo Kurt

    Wenn es mit deiner Brennweite passt ist das ok.

    Die Sphäre wirst du eh erst mit den folgenden Körnungen erreichen.

    Wichtig wird jetzt das du beim schleifen auch den Rand mit einbeziehst.

    Das warauf man jetzt achten muss ist das der Spiegel schön gleichmäßig bearbeitet wird. Beim Eddingtest sollten die Striche recht gleichmäßig verschwinden. So wie auf dem Foto, das sieht ganz OK aus.

    Wie gesagt der Rand ist jetzt wichtig...

    Hast du schon eine ordentliche Phase an den Rand geschliffen ?

    Die darf ruhig so 1,5-2 mm vom Spiegelrand breit sein.

    Bei deinem recht flachen Spiegel ( bei 1,59mm Pfeiltiefe) wird die eh wieder etwas schmaler zu Ende des Schleifprozesses.

    Dann weiterhin frohes Schaffen.

    MfG

    Andreas

  • Hallo Kurt,


    das ist ja eine Punktlandung - Pfeiltiefe erreicht und K80 aus. Super!! Mit F8 wird das sicher ein tolles Teleskop werden 8)

    Geht das dann mit dem K180 auch, mit 1/3 Striche und TOT.

    Sollte die Pfeiltiefe geringer werden, dann vermehrt MOT schleifen. Der Wechsel von TOT und MOT bei regelmäßiger Überprüfung der Pfeiltiefe führt dann genau zur Sphäre.


    Ich bin schon sehr auf Deine weitere Berichterstattung gespannt.


    Weiterhin gutes Gelingen!!


    viele Grüße

    René

  • Quote

    Deine Messungen passen daher nicht zusammen, zu 1mm Pfeilhöhe gehört ein Radius von 5m. Da musst Du Dich für eine der Messmethoden entscheiden :) - oder besser den Fehler finden.

    Zur Berechnung des Krümmungsradius (Radius Of Curvature ROC) siehe auch meine Webseite Ermittlung der Pfeiltiefe unter Tipps zum Lampentest, Diskrepanzen bei der Messung.


    Bei effektivem Grobschliff mit langen Strichen und ordentlich seitlichem Überhang entsteht oft eine Höhlung, die zumindest am Anfang noch nicht bis zum Rand entwickelt ist. Das ist durchaus gewollt, damit der Spiegel nicht unnötig am Rand dünner geschliffen wird. In diesem Fall muss man zur ROC Berechnung natürlich den effektiv angeschliffenen Durchmesser zugrunde legen:



    Hast du das getan? Ich vermute nicht, sonst hättest du keine Diskrepanz zur direkten Pfeiltiefenmessung.


    Dir ist selbst bei dieser geringen f/8 Höhlung das K80 ausgegangen? In meinen 8 Zoll Sets sind 700 g vom K80 enthalten, das reicht bei richtiger Anwendung sicher bis f/3. Ich vermute, dass du viel zu viel Schleifmittel auflegst. Folglich musst du viel Wasser aufspritzen und die Suppe sabbert unverbraucht am Rand herunter. In dem Fall kann man das Schleifmittel aus dem Eimer noch mal verwenden. Aber du hast ja die Pfeiltiefe bereits erreicht. Der Rest geht sehr gut mit den folgenden Körnungen.


    Das K180 sparsam dosieren und nur so viel Wasser, dass sich das Schleifmittel gut verteilt und ein nasser Brei entsteht. Nach maximal einer Minute sollte das Korn durch sein.


    Hau rein!

  • Danke für die Erläuterung, Stathis. Ich seh schon, alles bekannt, auch die typischen Fallstricke...


    Viele Grüße, Holger

    Edited once, last by Cleo ().

  • Guten Abend,

    ich muß die Phase nachziehen, kann man das auch mit dem Dremel machen? Habt ihr da Erfahrungen.


    Mfg,Kurt

  • Hallo Kurt

    Ich würde dir auch zum Wetzstein raten.

    Dremel hat so seine Tücken, und wie Renè schon geschrieben hat ist der Schleifstaub gar nicht gut für die Atemwege.

    Beim Wetzstein kann man gleichmäßiger und mit mehr Gefühl arbeiten .....und vor allem nass.

    Ein Dremel ist sicherlich ganz ok wenn man einen Drehteller hat, so das der Dremel immer gleichmäßig am Rand arbeiten kann.

    Wichtig beim arbeiten mit Wetzstein ist das man nicht hoch runter, sondern entweder nur runter oder vor/zurück arbeitet.

    Wenn man den Wetzstein am Spiegelrand mit etwas zu viel Andruck hochzieht entstehen schnell mal Muschelbrüche.

    Ein kleiner Muschelbruch ist jetzt nicht tragisch, aber es muss ja keine Muschelsammlung werden.

    Frohrs Schaffen.

    mfG

    Andreas

  • Hallo


    Nix Wetzstein


    Mit einer Scherben, und dem aktuellem Korn, ich habe gern ein kleines Fläschen genommen, könnte auch der Boden eines Eierbecher sein.

    Wenn die Phase noch wenigstens eine halben Millimeter hat kannst du sie ohne viel Aufwand so halten wenn du sie mit jedem Korn mit bearbeitest, Du musst dir mal die groben Riefen vom Fase Schleifen näher ansehen, die Zacken brechen ab und machen Kratzer, wenigstens bis K400 mit nachziehen, bei noch feiner Schliff wird die Fase nicht mehr kleiner.


    Gruß Frank

  • Guten Morgen,


    laut "Trittelvitz" kann man erst auf Asti testen nach der Politur. Nach anfertigen der Pechhaut kann ich dann allerdings nicht mehr zurück wenn ich Asti haben sollte. Muß man dann eine zweite Schleifschale anfertigen um an den Spiegel weiter zu arbeiten.


    Mfg,Kurt

  • Hallo Kurt,


    ... keine zweite Schleifschale...


    ich denke, nachdem Du die Körnungen durch hast, polierst Du solange bis der Spiegel auspoliert ist. Wenn Du Dich an z.B. an Stathis Tipps und Tricks von Grob-, Feinschliff und Politur ( oder zahlreiche Beiträge hier im Forum ) orientierst, dann dürfte eigentlich bei 8Zoll und F8 kein abartiger Asti entstehen, so dass Du zurück zum Feinschliff müsstest. Das wäre echt selten. Nach der Politur beginnst Du mit den Messungen. Jetzt folgt dann das Parabolisieren und in der Regel wird dann auch nur noch mit dieser einen Pechhaut gearbeitet. Eine zweite Schleifschale ist eigentlich nicht vorgesehen. Sollte ´Holland in Not´ sein (unwahrscheinlich), kannst Du ja das Pech entfernen und es noch einmal knirschen lassen.

    Grundsätzlich lässt sich ein Asti mit dem Pech dadurch beseitigen, dass Du von der Parabel zur Sphäre zurückpolierst.


    viele Grüße

    René

  • Hallo Kurt,


    man kratzt die Pechhaut wieder runter, und schleift nochmal über, sofern man bei der Politur und Vermessung grössere Fehler findet. Das können z.B stärkere Kratzer sein, ein Rand der nicht auspolieren will, oder merklicher Asti.


    Schöne Grüsse

    Gerhard

  • Vielen Dank für eure Tipps.


    ich bin ja beim K180. Die Brennweite läßt sich sehr schön steuern. 1 Stunde mit 2/3 TOT damit er nicht zu kurz wird und er hat jetzt 1,7m Brennweite. Muß auf MOT wechseln.


    Mfg,Kurt

  • ich muß die Phase nachziehen, kann man das auch mit dem Dremel machen? Habt ihr da Erfahrungen.

    Moin Kurt,


    noch ein Nachtrag von mir...


    Schnelldrehendes Rotationswerkzeug alla Dremel oder Proxxon macht eigentlich nur mit Drehteller Spaß.

    Vom Wetzstein war ich weg gegangen. Ich habe mal mit Kai (fraxinus) zusammen ein Glastool aufbereitet und als ich mit meinem Wetzstein loslegen wollte,

    gab er mit eine von den günstigen Diamantfeilen, die ich bis dahin noch nicht kannte.


    Du findest ein Bild hier auf Abbildung 6. Ich hab von meinen grad keines zur Hand.

    Wenn man schon nass arbeitet, geht das viel schneller als Wetzstein und die gibt's meist in 3er Packs mit unterschiedlichen Stärken (240, 360, 500 usw.).


    Damit konnte ich z.B. auch mal eben mit ein paar Zügen 2 Kanäle in ein 20er Tool ziehen (45° mit der langen Seite übers Glas gezogen).


    Ich persönlich möchte die Dinger nicht mehr missen.


    Gruß, Marcel

  • Guten Abend,


    ich bin jetzt beim K320. Ich bin mir nicht sicher ob ich die Kugelform schon habe. Bei TOT verschwindet das Edding-Kreuz schön gleichmäßig. Wenn ich MOT schleife dauert es ein wenig bis zum Rand. Also angeschliffen ist die Edding aber nicht weg.

    Soll ich zur nächstfeineren Körnung übergehen? Durch wäre ich mit K320.


    Mfg,Kurt


    PS: Die Diamantfeile ist wirklich super.

  • Moin Kurt,


    wenn die Fläche gleichmäßig erscheint, solltest du zu nächsten Körnung wechseln können.

    Wann eine Körnung "durch" ist, hat Stathis in seinen Tips im Abschnitt Feinschliff beschrieben:

    Tipps und Tricks


    Ich persönlich würde aber versuchen, den Schliff so zu entwickeln, dass die Markierungen (fast) gleichmäßig verschwinden, da es recht langwierig werden kann, Pits oder Formfehler mit den feinen Folge-Körnungen zu korrigieren.

    Imho sollten alle Markierungen mit einer Schleifkornbeschickung (so gut wie) komplett verschwinden.


    Durch Wechsel MOT/TOT bei "neutralem Strich" sollte sich das steuern lassen. Seinen eigenen Weg bzw. ein Gefühl dafür zu entwickeln hilft, Form und Brennweite zu halten.


    (Bei den feinen Körnungen bin ich vom Edding zum Bleistift gewechselt. Die dicke Farbschicht vom Permanentmarker hat mich da gestört.)


    weiter viel Spaß und Erfolg

    Harold

  • Hallo


    Du solltest schon auch beim Eddingtest immer nach 10 Strichen von Tot auf MoT wechseln, dann geht das Kreuz auch weg.

    Nun musst du auch bedenken das man mit grobem Werkzeug keine perfekte Form machen kann, stell dir vor der Fehler ist 5-10% der Korngröße😁 dann musst du doch wechseln.

    Das merkst du schon ob das nächste Korn überall arbeitet oder es gar bockt.


    Gruß Frank

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