OdM Dezember 2021 - IC 349 Barnards Merope Nebula

  • Hallo Uli,


    Ich habe IC 349 vor einigen Jahren von Spanien aus beobachtet. Gerät war ein 14 Zoll Newton.


    IC 349, 05:00 Uhr: Bei 430 fach schon zu erahnen. Bei ca. 1000 fach dann die Bestätigung. Ovaler, länglicher Nebel, der genau in der Mitte zweier Spikes steht und mit der langen Achse auf Merope zeigt.




    Das war damals eine geniale Beobachtungsnacht mit sehr gutem Seeing. Rechts oben sogar ein paar Perseiden.


    Anbei auch eine Zeichnung aus der selben Nacht.



    Gruß

    Oliver

  • Hallo Uli,


    puh, da muss ich erst mal Barlowlinsen nachkaufen gehen - aber fordere die Leute mit den großen Lichteimern ruhig ein bisschen, ist schon recht 😀


    Kleine Ergänzung: Alternativ kann man sich mit kleiner Öffnung an den "großen Meropenebel" (wie heißt das Ding richtig?) halten, wie er auf folgendem Bild schön zu sehen ist - gibt den visuellen Eindruck ganz gut wieder:

    https://www.sternwarte-singen.de/images/plejaden_m45_21102012_bo2_1190x830vss.jpg


    Viele Grüße, Holger

  • Moin,


    ich bin jetzt etwas verwirrt. Ich dachte immer IC349 wäre der „große“ Meropenebel. Sprich die großflächige Nebelwolke die sich von Merope aus südlich erstreckt und die auf Fotos immer gut zu sehen ist. Von diesem kleinen Fitzelchen höre ich tatsächlich das erste Mal. Sollte in Reichweite meines 16“ers liegen.


    Ich kann mir aber vorstellen, dass hier Kontrast extrem wichtig ist um Überstrahlung durch Merope zu vermeiden. Leider ist mein 16“er nicht so das Kontrastmonster und helle Sterne schmeißen immer einen Halo. Ich werde es aber dennoch mal versuchen.


    Danke für den Tipp:

    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Coole Objektwahl, den wollte ich schon längst mal mit meinem 12"er probieren, denke aber nie dran wenn ich draußen stehe...


    Bin gespannt!


    CS

    Norman

    „Imagination will often carry us to worlds that never were. But without it we go nowhere.“


    Carl Sagan.

  • Hi Marcus,


    der große Merope Nebel ist NGC 1435.


    cs,

    Uli

  • Hallo zusammen,


    freut mich, dass euch die Objektwahl gefällt. Wenn das Wetter so weiter macht, wird es allerdings bis Januar dauern, bis es wieder zu beobachten ist. Obwohl Mondeinfluss wahrscheinlich nicht so stört, das Feld ist durch Merope sowieso aufgehellt.


    cs,

    Uli

  • Servus zusammen,


    anbei noch der Entdeckungsbericht von Barnard:


    Barnards Meropenebel.pdf


    Ich weiss leider nicht mehr die Quelle, von der ich das kopiert habe. Edit: Doch: Astronomische Nachrichten, die hohe Zahl in Klammern hinter dem Entdecker im IC Katalog von Dreyer weist darauf hin.


    Und über die Sichtbarkeit von IC 349 (dem "inneren Meropenebel") wurde hier vor kurzem berichtet:

    HSp


    Ich werde ihn bei nächster Gelegenheit noch mal mit dem 28 cm Refraktor versuchen.


    Mit astronomischen Grüßen von Helmut

  • Hallo zusammen,


    und schon wieder so eine schwieriges Objekt, versteckt hinter Nebel und dem Schein von Merope. :)


    Da das Wetter grad nicht mitspielt und mir IC 349 bisher nicht aufgefallen ist habe ich mal geschaut,. ob der auch auf meinen wenigen Pleiadenbildern mit drauf ist, die ich mal mit dem 8" Newton hier vom Balkon gemacht habe. Noch ohne Guiding (was man an den Spikes sieht) und Filter. Dafür aber mit Stadtlicht :rolleyes:


    Und ich mein, ich hab ihn mit drauf, so auf 6:30 Uhr. Ganz sicher bin ich mir nicht. Man muss aber schon sehr an der Bildbearbeitung rumschrauben, damit er zu sehen ist. Hier mal ein Versuch, ihn sichtbar zu machen. Merope und die Nebel- sowie Sternumgebung haben dabei sehr gelitten.



    VG, Micha

  • Hallo zusammen,


    IC 349 ist visuell ein schwieriges Objekt es erfordert hohe Vergrößerung bei gutem Seeing. Ich erinnere mich daran, es einmal in Reiner's 22"-Dobson gesehen zu haben, dabei war es hilfreich den Merope mittels eines Fadenkreizokulars mit etwas breiteren Fäden auszublenden. Fotografisch ist er auch nicht so einfach, anbei ein Link zu einem Foto von mir mit einem C8 bei 1400mm Brennweite:


    Meropenebel_211010


    Leider hat der Fokus nicht perfekt gepasst bzw. ist gedriftet, wegen schnell sinkender Temperaturen an dem Abend. Es ist der kleine Nebel rechts neben Merope.


    Viele Grüße

    Thomas

  • Servus Micha,


    ich sehe auf deinem Foto auch deutlich IC 349. Wenn du das mit dem Foto hier vergleichst, dürften deine Bedenken weg sein: https://www.spektrum.de/alias/…ards-merope-nebel/1412680


    Ich hatte schon gedacht, mit meinem 8-Zöller brauche ich gar nicht erst anzufangen, aber offenbar geht es doch - fotografisch. Wie lange hattest du belichtet und was ist das Öffnungsverhältnis deines Newtons?


    Die Objektwahl ist für mich sicher ne harte Nuss. Die härteste Nuss aber ist das Wetter... Wenn's so weiter geht, sehe ich schwarz bzw. grau...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Hallo Christoph,


    danke. Meine Zweifel sind mittlerweile auch weg. :)


    Die Belichtung war 71x90 Sek (1 Std . 45 Min) bei ISO 1600. Die Kamera eine unmodifizierte EOS 600D.

    Der Newton ist ein 8" Skywatcher f/5. Brennweite 1000mm


    Das Wetter. Ist jetzt halt die Zeit der Bildbearbeitung. Ich komm aber da auch gerade nicht wirklich hinterher.


    VG, Micha

  • Servus Micha,


    danke für die Infos. Dann müsste ich mit meinem f/8-Teleskop noch ein bisserl länger belichten, fürchte ich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Eine spektakuläre ODM Auswahl, gerade weil er so prominent gelegen und doch dicke Optik und hohen Ehrgeiz erfordert.

    Mit einer aktuellen Beobachtung kann ich nicht dienen, meine mit 24 Zoll und sportlicher Vergrößerung liegt schon 15 Jahre zurück. Zur besseren Übersicht zitiere ich mich mal selbst:


    "Die Reflektionsnebel Filamente im Merope Nebel NGC 1435 kannte ich ja schon. Überraschend war für mich jedoch die erfolgreiche Sichtung von Barnard's Merope Nebel IC 349 direkt 30" südlich vom wie ein Leuchtturm strahlenden Plejadenstern Merope. Am besten ging's mit Friedel's 3 mm Radian (was bei meinem 24" f/4,1 840-fach und gerade mal 4' Feld macht), wenn man Merope an den Gesichtsfeldrand stellte. Hatte man erst mal raus, worauf man achten sollte, ging es überraschend einfach. Eine kleine 2:1 in Nord Süd Richtung elongierte Aufhellung mit unscharfen Rändern."


    Hier meine Skizze, deckt sich sehr gut mit der von Oliver:

    ic_349.jpg


    Sue French, die im Sky and Telescope die schönen Beobachtungstipps schreibt, hat ihn visuell mit 14" geknackt, allerdings sehr grenzwertig und nur mit Blende im Okular, so wie man es für die Marsmonde macht.


    Enorm aufgelöste Aufnahme natürlich von 03sec Ralf

    Eine enorm aufgelöste visuelle Beobachtungen und Zeichnungen natürlich in Uwe Glahns Deep Sky Herausforderungen


    Aus all dem schieße ich, dass man mit 5 Zoll Refraktor wohl kaum Chancen haben wird. Wenn eine Sue French schon Mühe mit 14" hatte, und ein Uwe 16" braucht, und das auch nur, wenn das Seeing richtig gut für solche extremen Vergrößerungen ist und die Okulare schon sauber geputzt sind... Na ja, probieren sollte man es natürlich und wenn auch "nur" das andere filamentartige Staubzeug um Merope dabei abfällt.

  • ein Uwe 16" braucht, und das auch nur, wenn das Seeing richtig gut für solche extremen Vergrößerungen ist und die Okulare schon sauber geputzt sind...

    DAS ist der Knackpunkt Stathis.


    Frag mal Uwe wie seine Okulare aussehen... :D


    Insofern: druff mit den 10 und 12"ern!!! :rolling_on_the_floor_laughing: :rolling_on_the_floor_laughing: :rolling_on_the_floor_laughing:


    Und ganz nebenbei hat Oliver mit dem 14er bereits das Ding gesehen, ohne von größeren Schwierigkeiten zu berichten. Die Transparenz und Seeing muss halt passen.



    Mal ernsthaft - Zitat von Sue French: "these where not exceptionally transparent nights".


    Also - einfach probieren.


    CS!


    Norman

    „Imagination will often carry us to worlds that never were. But without it we go nowhere.“


    Carl Sagan.

    Edited once, last by NormanG ().

  • Hallo Zusammen,


    Mit 12 Zoll sollte das gehen. Ich hatte seinerzeit das Ethos 4.7mm mit 110° eingesetzt. Besser ist ein Ortho. Seeing ist halt wichtig. Transparenz nicht unbedingt. Die Herausforderung ist zu wissen wo man gucken muss. Wenn man es hat, ist man etwas enttäuscht, denn dann erscheint es „einfach“ und ist leicht „reproduzierbar“. Das „Sternfeld“ (es sind sehr wenige Sterne) muss man einfach im Auge behalten und dann taucht das Teil ziemlich schnell auf. Die Herausforderung ist im Kern, das Ding neben dem Mega Scheinwerfer Merope zu erkennen und nicht vorher durch Blendung/Reflexe aufzugeben. Erinnert mich momentan an die modernen Fahrradlampen mit zig 1000 lx mit denen einige heutzutage rumgefahren wird und man - wenn sie auf einen leuchten -Schwierigkeiten hat daneben irgendwo was noch was zu sehen.


    Oliver

  • Moin,


    ich habs eben mit meinem 16“er unter eher schlechten Bedingungen probiert: keine Chance. Ich habe nichts gesehen. Merope hat aber auch einen riesigen Streulichthof geworfen und war selbst super aufgebläht. Zum Vergleich: IC405 (Flaming Star Nebula) in der Auriga war auch mit Nebelfilter nicht auszumachen.


    Es ist zum Mäusemelken. Ich hätte gerne mal wieder eine Nacht mit guten Bedingungen für den 16“er bei mir im Dorf. Ich kann mich aber auch nicht aufraffen mein Teleskop ins Auto zu räumen und zum Spechtelplatz zu fahren.


    Bis dann:

    Marcus

    16" f/4 Dobson, 6" f/5 Dobson, C8, 60/360 Apo, 70/700 PST-Mod "Sunlux"


    Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle

  • Hallo zusammen,

    ich weiß, ich habe hier bei den Visuellen nichts zu suchen :-), ich zeige euch deshalb auch kein Bild, sondern nur ein Filmchen, das aber dem visuellen Eindruck doch recht nahe kommt.


    Das sind 90 mal 0,25 s durch 16" f/3,3 Dobson mit ASI 178 MM ohne Filter. Das Seeing war mittelprächtig. Das Filmchen wird mit 0,1 fps abgespielt, es ist somit ein Zeitraffer mit 2,5 facher Abspielgeschwindigkeit. Zur Darstellung wurde das Ani-Gif auf 6 Bit reduziert und auf 67% verkleinert. Keinerlei Bildbearbeitung und die Sequenz ist zufällig ausgeschnitten.

    Erst jetzt fällt mir die langsame Rotation der Streulichtspikes auf. das dürfte Tubusseeing sind, dabei handelt es sich um einen (halb)-offenen Flextube.


    Viele Grüße,

    ralf

  • .... ich konnte es doch nicht lassen.

    Hier das Ergebnis aus 60 min. Film.


    Die seltsamen Spikes stammen von der Bildfeldrotation.

    Das ist übrigens nicht mein schärfstes Bild von IC 349. Mit meinem C11 habe ich vor längerer Zeit sogar ein schärferes hinbekommen. damals aber bei ausgesprochen gutem Seeing.

    Viele Grüße,

    ralf

  • Servus Ralf,


    ich weiß, ich habe hier bei den Visuellen nichts zu suchen :-), ich zeige euch deshalb auch kein Bild, sondern nur ein Filmchen, das aber dem visuellen Eindruck doch recht nahe kommt.

    wie kommst du denn darauf? Das OdM ist doch nicht nur für Visuelle gedacht. Es stellt einfach nur ein oder mehrere Objekte in den Fokus. Ob man nun visuell oder fotografisch rangeht oder per EAA ist doch davon unabhängig. Das siehst du auch an den früheren OdM-Threads, in denen ebenfalls viele Bilder der Objekte gezeigt werden.


    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, im Januar mal auf Palomar 2 loszugehen (da müsstest du einiges an Auflösung von Einzelsternen bis ins Zentrum hinbekommen können, denke ich). Also nein: nicht nur für Visuelle, sondern für alle hier. Methodik ist egal, es wird nur daszu aufgerufen, dass viele unterschiedliche Beobachtungen in den jeweiligen Threads zusammenkommen. Ob die nun am Foto oder live am Okular erfolgen, ist egal. Sie ergänzen sich aber bestens.


    Das Foto von IC 349 ist cool geworden, danke für's Zeigen (ebenso für das Video).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

  • Servus beinand,


    für die, die es interessiert: ich habe einen netten Artikel über IC 349 gefunden - ist von 2001, aber inhaltlich wohl der aktuelle Stand und sehr interessant. Die Helligkeit ist um den Faktor 15 höher als alle anderen Nebelbereiche der Plejaden. Es handelt sich vermutlich um ein Fragment der Taurus-Auriga-Staubwolke, an der Merope gerade vorbeifliegt. Spannend, finde ich...

    Hier zum Nachlesen:


    https://w.astro.berkeley.edu/~kalas/disksite/library/herbig01.pdf


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Mein Verein: Astronomische Gesellschaft Buchloe e.V.

    Meine Ausrüstung: Teleskop: Omegon Ritchey-Chretien Pro RC 203/1624; Montierung: iOptron CEM40G; Kamera: Canon EOS 6D Mark II (Vollformat, unmodifiziert); Kameraobjektiv: meist Canon EF-200 mm f/2.8 Teleobjektiv

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